Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck

gehen, ging, gegangenIn ihrem Roman „Gehen, ging, gegangen“ gelingt es Jenny Erpenbeck in einer klaren und sehr präzisen Art und Weise auf ein brandheißes Phänomen unserer Zeit hinzuweisen: die steigende Zahl Asylsuchender. Die Medien befassen sich fast rund um die Uhr mit dem Thema FlüchtlingsKRISE und schon allein dieser Begriff macht mich immer wieder wütend.
Genauso geht es auch Richard, dem Hauptprotagonisten des Buches. Er ist emeritierter Universitätsprofessor, Witwer und kann auch in seinem wohlverdienten Ruhestand nicht abschalten. Immer wieder kreisen seine Gedanken um alle möglichen Dinge, bis er plötzlich auf das Schicksal junger, afrikanischer Flüchtlinge aufmerksam wird. Richard beschließt, die jungen Männer zu treffen und arbeitet sogleich einen Fragenkatalog aus: Wo kommen sie her? Haben sie Familie? Wie sah ihr Alltag vor der Flucht aus?  Er ist fest entschlossen, diese Menschen und ihre Hintergründe besser kennenzulernen um sich in ihre Situation hineinversetzen zu können. Schon nach kurzer Zeit entsteht eine zerbrechliche Freundschaft zwischen dem sensiblen Professor und den Flüchtlingen, die sich in Deutschland total verloren fühlen. Die Bande dieser Freundschaft wird immer stärker und die Schicksale der verschiedenen Männer werden sehr anschaulich beschrieben. Richard versucht die Situation zu verstehen und hilft wo er kann. Er klopft nicht nur hohle Sprüche, sondern greift den Menschen unter die Arme, versucht ihnen eine Perspektive aufzuzeigen und verschenkt auch ganz nützliche, materielle Dinge. Richard sieht die Menschen hinter den Flüchtlingen und nicht nur das Etikett, das ihnen hier verpasst wurde.

Christine  NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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2 Gedanken zu “Gehen, ging, gegangen von Jenny Erpenbeck

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