Blutiges Wochenende …

Keiner werfe den ersten SteinInspector Lynley und Sergeant Barbara Havers ermitteln in dem eisigen Norden Schottlands. Die berühmte Theaterautorin Joy Sinclair wurde brutal ermordet. Aufgrund dubioser Machenschaften wird Lynley an den Tatort zitiert, obwohl er in Schottland gar nicht zuständig ist. Zusammen mit Barbara Havers und St. James stellt er sich also den Ermittlungen rund um eine egozentrische Theatergruppe. Zu Lynleys Bestürzung befindet sich auch Lady Helen Clyde am Tatort, die das Wochenende mit ihrer neuen Liebschaft, dem Theaterregisseur Rhys Davies Jones, verbringen wollte. Getrieben von Eifersucht versucht Lynley nun Davies Jones die Schuld in die Schuhe zu schieben und interpretiert die Beweislage dahingehend. Auch als ein weiterer Mord passiert, bleibt Lynley voreingenommen und setzt sogar seine Freundschaft zu Helen aufs Spiel. Nur Dank Barbaras Hilfe gelingt es ihm, den wahren Täter schließlich zu ermitteln.

Dies ist der dritte Fall des Ermittlerduos Lynley und Havers. Allerdings finde ich, dass er mit seinen beiden Vorgängern nicht mithalten kann. Die Geschichte ist interessant und gut durchdacht, sodass der Leser bei der Auflösung durchaus überrascht wird. Dennoch kann die ansprechende Handlung nicht über die vielen Längen im mittleren Teil des Krimis hinwegtäuschen. Zu großen Teilen empfand ich die Lektüre als zäh und die Beschreibungen als zu ausufernd. Elizabeth George ist ja bekannt für ihren sehr ausschweifenden Schreibstil, doch meiner Meinung nach hat sie hier etwas übertrieben. Die Spannung verliert sich leider in den vielen überflüssigen Informationen und Erklärungen.

Außerdem fiel mir der Einstieg in das Buch recht schwierig, da gleich zu Beginn sehr viele Personen auftauchen, die nicht nur größtenteils untereinander verwandt sind, sondern auch abwechselnd mit Vor- beziehungsweise Nachnamen angesprochen werden. Dies führte dazu, dass ich zu Beginn den Überblick verlor und mehrmals nachprüfen musste, von wem denn jetzt eigentlich die Rede ist.

Die Beschreibungen von Lynleys Gefühlswelt waren mir außerdem zu schwülstig und passten so gar nicht zu dem Bild, das ich von dem sonst so rationalen Ermittler hatte. Vor allem der Heiratsantrag am Ende des Buches erschien mir dermaßen übertrieben, dass ich laut auflachen musste. Barbara Havers hingegen fand ich sehr sympathisch dargestellt. Sie hat natürlich ihre Schwächen und ihre Vorurteile, stellt sich aber als überaus loyal heraus und könnte wohl zu einer wichtigen Vertrauten für Lynley werden. Außerdem ist sie mit ihrer offen zur Schau getragenen Abneigung gegen den englischen Adel eine oftmals willkommene Erfrischung, wenn der Krimi zu sehr in die Welt der Oberschicht abzudriften droht.

Insgesamt ist „Keiner werfe den ersten Stein“ ein solider Krimi von Elizabeth George, der den Leser bis zum Schluss auf falsche Fährten lockt. Den Schreibstil der Autorin muss man mögen, aber wenn man etwas Geduld aufbringen kann, lohnt sich die Lektüre auf alle Fälle.

 Ich vergebe 3 Papierblumen.

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Christine
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