Was für den einen eine Lektion ist …

… ist für den anderen einfach nur eine Geschichte. Aber oft ist die Geschichte des einen für den anderen eine Lektion. (S. 357)

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Zum Inhalt:

Lou Suffern ist ein »BWM«, ein Beschäftigter Wichtiger Mann. So wichtig und beschäftigt, dass er den 70. Geburtstag seines Vaters vergisst, seine Frau leichthin betrügt und seinem kleinen Sohn noch nicht ein einziges Mal die Windeln gewechselt hat.
Eines Tages verwickelt ihn ein Obdachloser namens Gabriel in ein Gespräch. Lou fühlt sich dem Unbekannten seltsam verbunden und verschafft ihm kurzerhand einen Job – was nun wirklich nicht seine Art ist. Doch auch Gabriel hat ein Geschenk für Lou: ein rätselhaftes Mittel, durch das Lou ein anderer wird.

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Meine Meinung:

Ich habe dieses Buch im Rahmen der Regenbogenchallenge bei lovelybooks.de gelesen, da es sehr gut zu den Herausforderungen dieses Monats gepasst hat und mir zudem noch ermöglichte, eine Jahresaufgabe zu erfüllen.

Cecelia Ahern bettet Lous Geschichte in eine Rahmenhandlung ein: Ein Junge, der am Heiligabend einen Truthahn durch das Wohnzimmerfenster seines Vaters geschossen hat, wird von Sergeant Raphael O’Reilly verhört. Da der Junge jedoch nicht sehr einsichtig scheint, erzählt der Sergeant ihm Lous Geschichte.

Der Protagonist Lou ist eigentlich nicht sehr liebenswert. Seine Arbeit steht an erster Stelle, Familie und Freunde ignoriert, betrügt und verletzt er zum Teil bewusst, weil er nur darauf bedacht ist, in seinem Job voranzukommen und seinen Traumjob zu ergattern. Dass er sich dadurch immer weiter von seiner Familie entfernt, scheint ihm egal.

Für ihn war das Leben wie eine endlose Leiter, die irgendwo hoch oben in den Wolken verschwand, eine schwankende, wackelnde Leiter, die jederzeit zu kippen und ihn in die Tiefe zu reißen drohte. Er konnte nicht hinunterschauen, sonst wäre er vor Angst erstarrt. Nein, er musste den Blick nach vorn richten, nach vorn und nach oben. (S.320)

Dennoch war Lou mir während der ganzen Lektüre eigentlich nie total unsympathisch, weil es doch immer wieder Momente gab, in denen ich das Gefühl hatte, dass auch in ihm irgendwo ein guter Kern steckt.

Dieses Gute in Lou versucht Gabe, ein Obdachloser an dem Lou jeden Morgen vorbeiläuft, hervorzurufen. Nachdem Lou ihm eines Morgens einen Job anbietet, taucht er immer wieder plötzlich auf, „mischt sich ein“ und zeigt Lou auf seine Art und Weise, was im Leben wirklich wichtig ist.

„Wissen Sie, einer der erfolgreichsten Geschäftsmänner der Welt, ein gewisser Walt Disney (…) hat einmal gesagt: >Ein Mann sollte nie wegen seiner Arbeit die Familie vergessen.<“ (S.322)

Cecelia Ahern gelingt mit diesem Buch genau das, was Sergeant O’Reilly am Ende seiner Erzählung dem Truthahnjungen klarmachen will:

Was für den einen eine Lektion ist, ist für den anderen einfach nur eine Geschichte. Aber oft ist die Geschichte des einen für den anderen eine Lektion. (S. 357)

Genau das sollte Lous Geschichte für uns alle sein: eine Lektion, die wir lernen. Denn die Zeit, die wir mit unseren liebsten Menschen verpassen, weil uns die Arbeit wichtiger ist, kann niemand uns erstatten.

Von mir gibt es für diesen Roman deshalb vier Papierblumen.

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Véro
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