Der LovelyBooks-Effekt

Ja, es gibt ihn, … den LovelyBooks-Effekt. Es ist nun knapp 5 Monate her, dass ich mich auf www.lovelybooks.de angemeldet habe, und während der letzten Tage habe ich mehrmals darüber nachgedacht, inwiefern mein Leseverhalten sich dadurch verändert hat. Und ich war selbst doch sehr erstaunt, wie sehr sich diese Anmeldung auf mich ausgewirkt hat.

Etwas gleich vorweg: Ohne www.lovelybooks.de würde es diesen Blog in seiner jetzigen Form nicht geben. Zwar schwirrte sowohl bei Bonny als auch bei mir selbst schon öfter der Gedanke an einen Blog im Hinterkopf umher, jedoch hätte wohl keine von uns beiden den Schritt so schnell gemacht, wäre da nicht diese Online-Spielrunde zu „Die Werwölfe von Düsterwald“ gewesen, bei der Bonny und ich uns im Lager der Werwölfe kennengelernt haben.

Was mein Leseverhalten angeht, so hat sich so manches geändert. Zwar habe ich schon immer gerne und viel gelesen, aber seit Ende Dezember lese ich wieder sehr viel mehr (27 Bücher in den letzten 5 Monaten) und bin eigentlich selten ohne Buch unterwegs.  Auf langen Autofahrten, im Wartezimmer beim Arzt, beim Stillen der Baby-Tochter, … mittlerweile ist wieder überall ein Buch dabei. Zum Teil hat das sicher damit zu tun, dass ich an verschiedenen Challenges bei Lovelybooks teilnehme:

Auch die verschiedenden Überraschungs- und Tauschthreads tragen dazu bei, dass ich mehr lese, da ich manche Bücher erst selbst lesen muss, bevor sie vertauscht werden können oder ich jemanden mit einem seiner Wunschbücher überraschen kann. Und ich will ja nicht dafür verantwortlich sein, dass ein anderer Bücherwurm zu lange auf sein Paket warten muss.

Zwischenmenschlicher Nebeneffekt der Überraschungs- und Tauschthreads: Der Kontakt zu der Verkäuferin in der Poststelle und zu der Dame an der Paketannahmestelle hat sich intensiviert. 😉

Mir ist allerdings auch bewusst geworden, dass ich die Auswahl meiner Bücher anders treffe. Bis vor Kurzem konnte ich mich oft nur schwer entscheiden, welches Buch ich als nächstes lesen sollte… nun nehmen mir die Vorgaben der einzelnen Challenges oder die Lesewünsche anderer Leser diese Entscheidung sehr oft ab. So gibt die „Regenbogen-Bücher-Challenge“ mir jeden Monat ein Buch vor, und auch bei der  „Ich entscheide, was du liest – Challenge“ bestimmt ein anderer Leser ein bis zwei Bücher, die ich für den jeweiligen Monat auf meine Leseliste setze. Es ist eine Weile her, dass ich ein Buch nur deshalb gelesen habe, weil mir gerade genau danach der Sinn stand. Was aber nicht heißen will, dass ich Bücher gelesen habe oder lesen musste, die mir nicht zugesagt haben.

Und dann wären da ja noch diese Buchverlosungen mit den daran gekoppelten Leserunden, an denen man zeitnah teilnehmen soll. Bisher habe ich auf diese Weise sieben Bücher gewonnen, drei weitere gab es entweder als Zugabe oder der Autor stellte mir die Ebook-Version als „Entschädigung“ zur Verfügung, weil es mit dem Gewinn der Printversion nicht geklappt hat. So füllt sich meine Leseliste jeden Monat ganz von selbst.

Was sich ebenfalls geändert hat, ist die Art und Weise, wie ich mir meine Bücher in der Buchhandlung aussuche. Bisher habe ich Bücher mit ansprechendem Cover näher betrachtet, den Klappentext gelesen, und dann entschieden, ob mir das Buch zusagt oder nicht. Nun kommen weitere Kriterien hinzu… Die Farbe des Covers spielt eine Rolle und nicht selten überlege ich mir schon beim Anblick eines Buches, in welche Kategorie ich es bei den verschiedenen Challenges einordnen könnte. Vor ein paar Tagen habe ich  mich sogar dabei erwischt, dass ich ein Buch ausgewählt habe, weil der Hauptprotagonist einen Diamantnamen (Vorname und Nachname beginnen mit dem gleichen Buchstaben) hat… immerhin gibt das Zusatzpunkte bei der „ABC-Challenge“ der Protagonisten. Und bevor jetzt jemand denkt, ich sei komplett übergeschnappt: keine Angst, ich habe mir noch kein Buch gekauft, das nicht zu meinen Lesevorlieben passt oder mich gar nicht anspricht, bloß weil es bei irgendeiner Challenge Zusatzpunkte dafür geben könnte. (Ich werde im Rahmen der „Regenbogen-Bücher-Challenge“ für den Monat Juni kein Buch von Rosamunde Pilcher lesen ;-)) Und wenn dann doch einmal die Motivation fehlt, das Buch nicht so gut ist wie erhofft, … dann hilft der Austausch im Rahmen der verschiedenen Aktionen und Challenges einem doch zuweilen dabei, neuen Lesemut zu schöpfen.

Aber nicht nur was mein Kaufverhalten bei Büchern angeht, hat sich etwas verändert. Insgesamt achte ich nun ständig darauf, ob ich nicht irgendwelche Kleinigkeiten entdecke, die sich besonders gut als Zugabe für meine Bücherpakete eignen, die ich auf die Reise schicke. Der Postkarten- und Teevorrat wächst stetig an und auch Geschenkpapier steht nun häufiger auf der Einkaufsliste.

Zurück zu meinem Leseverhalten. Ich lese nicht nur wieder mehr, sondern auch bewusster. Insbesondere seit ich Rezensionen für diesen Blog schreibe und vermehrt Rezensionen von anderen lese, suche ich bei der Lektüre nach schönen Passagen, die es verdienen zitiert zu werden, achte besser auf den Schreibstil, denke über die Protagonisten nach, … Und ich merke, dass es nicht immer so einfach ist zu entscheiden, wie die Bewertung für ein Buch schlussendlich ausfällt. Manchmal fällt es mir noch recht schwer, ein Urteil zu fällen, zumal wenn ich weniger überzeugt von einem Buch bin und dies dann auch sagen soll. Der nächste Schritt ist wohl das Anschaffen und Führen eines Notizbuches, um meine Gedanken während des Lesens aufschreiben zu können und die Handtasche wird noch schwerer werden. 😉

Doch nicht nur auf den Inhalt der Bücher achte ich bewusster. Auch mit den Büchern selbst gehe ich viel achtsamer um. Mir selber macht es eigentlich wenig aus, wenn ein Taschenbuch Leserillen hat, einen Knick oder irgendwo ein kleiner Fleck zu sehen ist. Solange der Zustand des Buches recht gut ist, ist das für mich in Ordnung; immerhin geht es mir ja um die Geschichte im Buch. Nun habe ich aber in den diversen Tauschgruppen gemerkt, dass viele Leser Bücher nur tauschen wollen, wenn sie keine Leserillen oder ähnlichen Mängeln haben. Dies hat zur Folge, dass ich meine Bücher nun fast mit Samthandschuhen anfasse und wieder mehr Lesezeichen benutze. Bücher aufgeschlagen verkehrt herum irgendwo hinzulegen führt schließlich auch zu Leserillen.

Auch was meine Bücherstapel hier zu Hause angeht, hat sich einiges in den letzten Wochen getan. Während der Stapel der gelesenen Bücher (sehr) langsam schrumpft, weil immer wieder ein Buch sich als Tausch- oder Überraschungsbuch auf den Weg zu einem anderen Leser macht, wird der Stapel der ungelesenen Bücher aus dem gleichen Grund größer. Und auch die Wunschliste wächst an, da ich immer wieder auf den Profilen anderer Leser oder bei den Buchverlosungen tolle Bücher entdecke, die ich gerne lesen würde.

Spätestens jetzt gibt mir wohl jeder recht, wenn ich sage: „Ja, es gibt ihn, … den LovelyBooks-Effekt.“

Manch einer von euch kann das bestimmt bestätigen und hat ähnliche Erfahrungen machen können. Ich würde ich freuen, darüber zu lesen!

Véro

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2 Gedanken zu “Der LovelyBooks-Effekt

  1. Lilli333 schreibt:

    Hallo Véro,
    ich kann das alles so gut nachvollziehen, was du schreibst 😉
    Mir geht es nämlich ganz genau so. Mein Blog gäbe es ohne die LB-Challenges auch nicht. Und ein Buch einfach mal so aus Lust und Laune aus dem Regal ziehen? Das ist schon ewig her, dass ich die Qual der Wahl hatte. Meistens ist mein „als Nächstes zu lesen“-Stapel hoch genug, dass ich nicht selbst auswählen muss, was ich lesen will.
    Und auch ich fange sofort an, ein Buch in Challenge-Kategorien einzuordnen, wenn ich es sehe 😉
    Schon verrückt, aber Hauptsache, es macht Spaß 🙂
    Liebe Grüße
    Lilli

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