Die Rache eines Psychopathen (1. Fall für Alex Recht)

AschenputtelEin grausames Verbrechen erschüttert Stockholm: Unter dubiosen Umständen wird ein kleines Mädchen aus einem Zug entführt! Doch schnell glaubt die Polizei in dem flüchtigen, gewaltbereiten Vater des verschwundenen Kindes den Täter ausgemacht zu haben. Lediglich Frederika Bergmann, Neuzugang im Ermittlerteam um Alex Recht, glaubt nicht an diese „einfache“ Klärung des Falles. Da sie aber von ihren Kollegen kaum respektiert wird, schenkt niemand ihren Gedankengängen Glauben. Die Ermittlungen kommen nur sehr langsam voran und erst nach einiger Zeit, wird der Tatverdacht der Entführung gegen den Vater fallengelassen. Erst jetzt rückt Frederikas anfängliche Theorie in den Mittelpunkt der Ermittlung. Doch es ist zu spät! Ein weiteres Kind wurde entführt und tot aufgefunden. Der Polizei läuft die Zeit davon!

Mit „Aschenputtel“ ist Kristina Ohlsson ein gelungenes Debüt und der spannende Auftakt zu einer vielversprechenden Krimi-Reihe gelungen. Sie zeichnet sich durch einen schnörkellosen, klaren Schreibstil aus und die wechselnde Erzählperspektive erhöht die Spannung und den Lesefluss.

Interessant fand ich es, dass die Ermittlertruppe erst im Laufe der Ermittlungen zu einer Einheit zusammenwächst. Zwar arbeiten Recht und Rydh schon länger zusammen, doch die neue Kollegin Bergmann ist anfangs eine unbeliebte Kollegin, der man kaum etwas zutraut. Sie gilt als reine Analytikerin, ohne Intuition und Leidenschaft. Nur langsam erarbeitet sie sich die Achtung und den Respekt ihrer männlichen Arbeitskollegen und wird schließlich als vollwertiges Teammitglied angesehen.

Die Einblicke in die gestörte Psyche des Täters und seiner „Puppe“ Jelena gefallen mir gut, da es dem Fall Tiefgang verleiht. Man merkt sehr früh, dass der Täter ein gestörter Psychopath ist, der mit eine ungeheure Macht über seine „Puppe“ verfügt. Er belohnt sie solange sie ihm gehorcht, misshandelt sie brutal sobald sie Schwäche zeigt oder einen Fehler begeht.

„Vorsichtig strich er ihr über den Rücken. Aus Versehen – oder vielleicht weil er die Verletzungen, die er ihr zugefügt hatte, wirklich nicht sah – strich er über einen der ganz frischen Blutergüsse.“ (S.13)

Die verstörte junge Frau, genannt „Puppe“, hilft dem Täter in seinem Kampf gegen Mütter, die es nicht verdienen ein Kind zu haben, da sie seiner Ansicht nach Schuld auf sich geladen haben. Als Strafe entführt das ungleiche Verbrecherpärchen die Kinder und tötet sie. Dabei nimmt Jelena eine aktive Rolle ein und man weiß nicht, ob sie von diesem Kampf überzeugt ist, oder ob ihr Handeln auf einer Art Gehirnwäsche durch den Täter basiert.

„Das Geschöpf abwerfen, dachte sie.“ (S.151)

Sie stellt ihr Tun zu keiner Sekunde in Frage, doch ihr Wille wurde schon vor langer Zeit gebrochen, ihre Persönlichkeit durch die vielen, schweren Misshandlungen zerstört. Ist sie, zumindest der Mittäterschaft, schuldig? Oder ist sie „nur“ Opfer?

„Ich hätte jede nehmen können, Puppe […] Jede, Puppe. Aber ich habe dich auserwählt. Und wenn du mich enttäuschst, dann nehme ich eine andere!“ (S.187)

Es störte mich allerdings, dass die Ermittler so lange brauchten, um hinter das Geheimnis der Mütter zu kommen. Bereits als die Rede von dieser geheimnisvollen, verlängerten Reise von Lilians Mutter war, keimte in mir der Verdacht auf, dass die junge Frau eine Abtreibung vornehmen ließ. Zudem stand auf Lilians Stirn „Unerwünscht“. Ab diesem Zeitpunkt hegte ich keinen Zweifel mehr daran, dass der Mörder in diesem Fall Frauen bestraft, die eine Abtreibung hatten. Warum gelang es den Ermittlern nicht, diese relativ leicht nachvollziehbare Schlussfolgerung zu ziehen?

Die Vorgehensweise des Täters wurde plausibel erläutert und ergab in dessen Augen auch Sinn. Die schwierige Kindheit des Täters soll aber auf keinen Fall als Entschuldigung für seine Taten herhalten, denn absolut nichts kann einen Mord rechtfertigen.

Insgesamt finde ich das Buch sehr gelungen und ich habe mir auch schon die weiteren Bücher der Reihe gekauft!

Ich gebe diesem Buch 4 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

NurEinBuchBlüteMiniNurEinBuchBlüteMiniNurEinBuchBlüteMiniNurEinBuchBlüteMini

Christine

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Die Rache eines Psychopathen (1. Fall für Alex Recht)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s