Tragisch …

Eine wie AlaskaMiles Halter ist der Außenseiter seiner Schule und auch sein Hobby ist eher untypisch für einen Jugendlichen seines Alters: Er „sammelt“ nämlich letzte Worte! Und François Rabelais letzte Worte „Nun mache ich mich auf die Suche nach dem großen Vielleicht“ verleiten ihn dazu, in die große weite Welt hinauszugehen und ein Internat fernab seiner Heimat zu besuchen. Er will sein altes Leben zurücklassen, da er unzufrieden ist und sich später keine verpassten Möglichkeiten vorwerfen möchte. Auf dem Internat schließt er schnell Freundschaft mit Chip, Alaska und Takumi, was sein bisheriges Leben gehörig auf den Kopf stellt. Denn vor allem Alaska haut ihn um und verändert ihn.

„… wenn Menschen Niederschlag wären, wäre ich Niederschlag und sie wäre ein Hurrikan“ (S.122)

Sofort fühlt er sich zu diesem besonderen Mädchen hingezogen und verliebt sich Hals über Kopf in sie. Doch Alaska ist sehr launig und spielt gerne mit dem Feuer. Eigenschaften, die schlussendlich eine Tragödie heraufbeschwören.

 

Dieses Buch war wirklich anders, als ich erwartet habe, doch es war dennoch gut. Der Schreibstil des Autors liest sich leicht und ist sehr ehrlich. Er verschönt nichts, sondern bringt die Dinge auf den Punkt. Der Spannungsbogen ließ zu Beginn der Handlung etwas zu wünschen übrig, doch spätestens nach dem Wendepunkt hat mich das Buch vollends in seinen Bann gezogen. Die einzelnen Abschnitte geben an, wie viele Tage vor dem alles verändernden Moment liegen, beziehungsweise wie viele Tage seit diesem schicksalhaften Augenblick vergangen sind. Dies hat mir außerordentlich gut gefallen, da man so als Leser sehr gut merkte, wie unverhofft dies alles geschah. Denn am letzten Tag vor der Katastrophe ist die Welt noch vollkommen in Ordnung, doch dann wird sie plötzlich aus den Fugen gerissen und nichts ist mehr, wie es war.

Die Protagonisten sind sehr unterschiedlich, doch allesamt äußerst sympathisch und liebevoll dargestellt. Miles ist ein sehr nachdenklicher, teils in sich versunkener Jugendlicher, der den Dingen gerne auf den Grund geht und durchaus ironisch sein kann. Auch Alaska und Chip hängen oft ihren Gedanken nach und auch wenn sie manchmal nichts als Unfug im Kopf haben (Teenager halt!) merkt man doch ziemlich schnell, wie intelligent sie sind. Dieses Trio bildet das Hauptgespann des Romans und verleiht der Handlung Tiefgang. Besonders im Zusammenhang mit Alaska treten oft recht poetische Gedanken hervor und sie regt die Jungen an, auch außerhalb der Norm zu denken.

„… keine von denen sein, die auf der Couch hocken und immer nur davon reden, was sie mal Großes tun wollen. Ich will es tun. Von der Zukunft zu träumen ist auch eine Art Nostalgie!“ (S.76)

Der Tod spielt spätestens ab dem Wendepunkt eine zentrale Rolle, doch auch vorher taucht er als Randthema immer wieder auf.

„Am Ende, schloss ich, glauben die Menschen an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil nicht ertragen können.“ (S.138)

Chip und Miles können das Geschehene nur sehr schwer verarbeiten und fallen in ein tiefes Loch. Während die anderen Schüler „nur“ um ihre verlorene Freundin trauern, müssen die beiden Jungs sich mit Schuldgefühlen herumschlagen, da sie das Unglück hätten verhindern können. Mit dieser Last können sie nur schwer umgehen und sie schämen sich. Besonders Miles hadert mit dem Schicksal und er versinkt in tiefes Selbstmitleid, gepaart mit enormen Schuldgefühlen.

„Die letzten Worte von Meriwether Lewis waren: „Ich bin kein Feigling, im Gegenteil. Aber Sterben ist schwer.“ Das will ich auf keinen Fall bestreiten, doch es kann nicht viel schwerer sein, als das Zurückgelassenwerden.“ (S.201)

Insgesamt hat dieses Buch mir sehr gut gefallen, allerdings konnte es mich nicht zu Tränen rühren. Zu sehr beschäftigte mich die Frage nach dem Unfallhergang und ich finde es gelungen, dass John Green dies nicht aufklärt, sondern jedem Leser seine eigene Meinung lässt. Dies passt zu der poetischen Note des Buches!

Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine
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2 Gedanken zu “Tragisch …

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