Amüsant, aber kein Krimi

Böse Leute von Dora HeldtEine rätselhafte Einbruchserie überhäuft Sylt und die Polizei tappt im Dunkeln. Der pensionierte Polizeichef Karl will dies nicht hinnehmen und beschließt auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützt wird er dabei von drei Freunden, ebenfalls Rentner, die sich auf dieses Abenteuer einlassen. Tatsächlich kommen die vier Freunde dem Täter auf die Schliche und lösen diesen Fall quasi im Alleingang.

Leider hat dieses Buch mich nicht vollends überzeugt. Dora Heldt beeindruckt zwar mit ihrem flüssigen, lockeren Schreibstil und bringt auch eine Menge Humor mit ein, doch ich rechnete mit einem Krimi und diese Erwartung wurde eigentlich nicht erfüllt. Vielmehr verliert sich das Buch in Beschreibungen, sowohl von der Insel als auch von den Protagonisten, sodass die Aufklärung des Falles in den Hintergrund gerät.

Auch das Privatleben der Personen war mir zu dominant und ließ keinen Raum für Spannung. Ich würde dieses Buch auf keinen Fall als Kriminalroman bezeichnen, da die Krimielemente eigentlich kaum vorhanden sind und sich völlig in dem ganzen Drumherum verlieren. Vielmehr handelt es sich hier um einen Sylter-Roman mit einer Einbruchserie im Hintergrund. Spannung, die für einen Krimi ein absolutes Muss ist, sucht man hier leider vergeblich.

Dennoch ist „Böse Leute“ keine langweilige Lektüre. Die Autorin beherrscht ihr Handwerk und stellt die Protagonisten menschlich, sympathisch und teils auch ein bisschen schrullig dar. Viele Dialoge enthalten eine Menge Witz und brachten mich zum Schmunzeln. Auch die Rentner an sich agieren mit viel Gefühl und Charme und treiben das Buch stetig voran.

Da der Kriminalfall an sich nur eine Nebenrolle in diesem Buch zu spielen scheint, war auch die Handlung sehr vorhersehbar. Bereits das erste Opfer erwähnt den Immobilienspekulanten und diese Spur wurde immer deutlicher. Bis zum Schluss hoffte ich, dass die Autorin nicht auf dieses sehr offensichtliche Szenario eingeht, sondern sich zum Schluss noch etwas Komplexeres einfallen lässt. Natürlich ahnte ich nichts von der Mittäterschaft eines Dorfbewohners, doch das Motiv und der Hauptschuldige waren mir fast von Anfang an klar und ich wurde nicht mehr überrascht. Die Handlung war mir in diesem Fall zu flach.

Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltungslektüre, aber in meinen Augen kein Kriminalroman. Eingefleischte Krimifans werden hier kaum auf ihre Kosten kommen.

Ich vergebe 3 Papierblumen.

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NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITEChristine
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2 Gedanken zu “Amüsant, aber kein Krimi

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