Road Novel im „Retrolook“

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Zum Inhalt:
Die 16-jährige Malina ist während der Sommerferien 1997 alleine zu Hause und findet im Papierkorb eine VHS-Kasse, auf der sie ihren vermeintlich ertrunkenen Opa Alois Dudek wiederzuerkennen glaubt. Dieser lebt als Losbudenverkäufer und Minigolfanlagenbetreiber im Nachbarort Castrop-Rauxel.

Malina beschließt kurzerhand, ihren Opa aufzusuchen… doch Aldi, wie er sich selbst nennt, ist ganz anders, als sie es sich erwartet hat. Der Überlebenskünstler erzählt die skurrilsten Geschichten und hat sich zudem wohl mit den falschen Leuten angelegt.

Als ein paar Schuldentreiber ihm mächtig zusetzen, hauen Aldi und Malina ab. Sie wollen in Aldis Heimat Polen, um dort einen versteckten Schatz zu finden, der Opa Aldis Probleme lösen sollen.

Doch auch diese Reise birgt so manche Überraschung und Malina erfährt nach und nach, warum ihre Mutter ihr kaum etwas über ihre Herkunft erzählt hat und alles dransetzt, um als „richtige“ Deutsche akzeptiert zu werden.

Meine Meinung:

Der Autorin ist mit diesem Buch ein Werk gelungen, das sowohl humorvoll ist, als auch nachdenklich stimmt. Die Protagonisten Malina und Aldi waren mir beide gleich ziemlich sympathisch, obwohl Aldi einiges auf dem Kerbholz hat und sich immer wieder mit unlauteren Methoden durchs Leben kämpft. Nach und nach wird jedoch klar, warum dem so ist und was er alles in seinem Leben durchgemacht hat auf der Suche nach seinem großen Traum. Auch seine – wie man zunächst denkt – haarsträubenden Geschichten mach plötzlich Sinn und enthalten viel Wahrheit. Doch auch Malina macht eine erstaunliche Entwicklung durch:

„Außerdem hast du mir beigebracht, ein junger Mensch zu sein. Ich habe immer nur Hindernisse gesehen. Du siehst überall Möglichkeiten.“ (S.217)

Alexandra Tobor hat einen herrlichen Schreibstil, der einen öfter zum Schmunzeln verleitet. Auch die zahlreichen Hinweise auf die 90er Jahre machen das Buch lesenswert. Besonders angetan hat es mir in dem Kontext der Blog der Autorin, in dem sie zusätzliche Erläuterungen zu den im Buch erwähnten typischen Gegenständen, Serien, Liedern … der 90er gibt. Besonders Leser, die in den 90ern zwischen 10 und 20 Jahre alt waren, dürften hier so manches wiedererkennen und können in Nostalgie schwärmen. Da wird die Lektüre dann auf einmal auch zum „Detektivroman“ frei nach dem Motto „Wovon könnte sie bei diesem Kapitel im Blog berichten?“ Ich hatte jedenfalls meinen Spaß daran und werde, trotz beendeter Lektüre, auch die restlichen Blogeinträge beim betreuten Lesen gespannt verfolgen. (Ja, ich gestehe es… ich habe mir eine komplette Folge „Der Preis ist heiß“ angesehen… 😉 )

Die volle Sternenanzahl habe ich dennoch nicht vergeben, da das Buch im zweiten Drittel zwischendurch ein wenig an Fahrt verliert und zuweilen ein wenig langatmig war. Dies ändert sich jedoch zum Glück wieder schnell und die Reise von Malina und Aldi findet zu einem runden, schlüssigen Abschluss.

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Véro

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