Eis, Lyrik, Familientradition

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Zum Inhalt:

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Talamini, einer  Familie aus dem Norden Italiens, die sich ganz der Kunst des Eismachens verschrieben hat.
Jedes Jahr im Frühling zieht die Familie nach Rotterdam, wo sie eine kleine Eisdiele betreibt. Die Tradition der Familie verlangt es, dass die Söhne in die Fußstapfen des Vaters treten. Allerdings hat der älteste Sohn Giovanni andere Pläne: er möchte Anglistik studieren und sein Leben der Lyrik widmen. Für diese Pläne hat jedoch in seiner Familie niemand Verständnis, weder der Vater, der der Lyrik überhaupt nichts abgewinnen kann, noch der jüngere Sohn Luca, der das schwere Erbe seines Vaters nun alleine antreten muss. Zwischen beiden Brüdern tut sich eine Kluft auf, die auch nicht kleiner wird, als Luca, der die Jugendliebe der beiden Brüder – die schöne Sophia – geheiratet hat, seinen Bruder Giovanni um einen großen Gefallen bittet.

Meine Meinung:

Mich konnte dieses Buch nicht so recht überzeugen. Zwar erhält der Leser intressante Einblicke in die Kunst des Eismachens und in die Welt der Lyrik und der Poesie, jedoch wollte sich bei mir kein rechter Lesefluss einstellen. Die Geschichte beinhalten viele Zeitsprünge, die nicht immer gleich nachzuvollziehen sind und dem Leser sehr viel Konzentration abverlangen. Auch werden zuweilen Nichtigkeiten sehr ausführlich beschrieben; viel ausführlicher als es von Nöten wäre.

Positiv aufgefallen ist mir die poetische Sprache des Autors. Besonders in den Passagen, die der Herstellung der verschiedenen Eissorten gewidmet sind, hat mich die Wortwahl und die Schreibweise des Autors sehr überzeugt. Hingegen konnte ich den Liebesszenen, die auch teilweise im Buch recht ausführlich beschrieben werden, gar nichts abgewinnen.

Was die Protagonisten angeht, so hat mich besonders die Figur des Vaters, Giuseppe Talamini, sehr beeindruckt. Ernest van Kwast gelingt es auf sehr überzeugende Art, den inneren Kampf dieses von der Arbeit gezeichneten Mannes zu beschreiben.

‚Als alter, verbitterter Mann, gestrandet in Venas di Cadore, sollte mein Vater bekennen: „Zuerst habe ich das Eis gehasst, aber dann fing ich an, auch die Menschen zu hassen, die es bestellten.“ ‚ (S.179)

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, dass es bis auf Seite 230 dauert, bis Luca mit seiner ungewöhnlichen Bitte an Giovanni herantritt. Dieser Episode, wie auch den Konsequenzen, hätte der Autor meines Erachtens mehr Raum schenken können, da es doch ein recht kruzialer Moment in der Familiengeschichte ist, der so viel wichtiger ist als jedes einzelne Literaturfestival und den man nicht einfach so abhandeln kann. Natürlich spielt auch Giovannis innere Zerrissenheit und sein Bruch mit der Familientradition eine große Rolle (die auch sehr gut beschrieben wird), aber mir fehlte dann dennoch eine tiefere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der besagten Bitte von Luca.

Auch der Schluss hat mir nicht so recht gefallen, da hier wieder zwei Zeitebenen vermischt werden, die wohl zeigen sollen, dass die Familiengeschichte sich wiederholt. Allerdings hatte ich anfangs ein bisschen Schwierigkeiten damit und ich hätte mir hier auch einen „runderen“ Schluss gewünscht.

Von mir gibt es aus diesem Grund nur 3 Papierblumen, da das Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist.

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Véro
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