Wenn das Tanzen Träume wahr werden lässt…

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Zum Inhalt:

Gabor Schöning, ein erfolgreicher Unternehmensberater, hat sein Leben im Griff… zumindest bis zu dem Tag, an dem er die Direktorin einer Sonderschule mit dem Auto anfährt. Die Umstände des Unfalls dürfen unter keinen Umständen ans Licht kommen, und so lässt Gabor sich auf den Vorschlag des Unfallopfers ein: er soll als Wiedergutmachung fünf Sonderschülern Tango beibringen.

Schnell wird klar, dass diese fünf Kids sein Leben gründlich auf den Kopf stellen werden und sie ihm sehr ans Herz wachsen – viel mehr, als er eigentlich zulassen wollte.

Meine Meinung:

Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, den so schnell nichts aus der Bahn wirft. Er hat sein Leben im Griff, kontrolliert seine Konkurrenten ebenso wie seine Gefühle.

„Früher hatte er sein Leben selbst berechnet, Hoffnung hatte darin keinen Platz gehabt. allerdings auch kein einiziges andere Gefühl, ganz gleich ob positiv oder negativ.“  (Pos. 4504)

Doch dann hat der Womanizer einen Autounfall mit Folgen: er fährt eine Radfahrerin um, die sich später als Kathrin Beding, Direktorin einer Sonderschule, herausstellt. Gabor, der mit der Frau seines Chefs unterwegs war, möchte die Umstände des Unfalls unbedingt vertuschen und eine Anklage verhindern. Anfangs scheint dies eine seiner leichtesten Übungen zu werden, doch dann zeigt sich schnell, dass Kathrin ihn durchschaut hat und ihn nicht so einfach davonkommen lassen wird. Gabor muss fortan fünf Schülern Tanzunterricht geben… und dies erweist sich als weitaus schwieriger, als am Wochenende eine Frau in der Milonga-Bar dank seiner Tanzkünste abzuschleppen.

Andreas Izquierdo zeichnet in diesem Buch sehr authentische Charaktere, die man samt ihrer Schwächen und Stärken einfach mögen muss. Der erfolgsverwöhnte Protagonist wird dem Leser schnell sympathisch, obwohl er sich oft in seinem Leben durchmogelt und bestimmt kein sehr rücksichtsvoller Mensch ist. Dennoch fühlt man mit ihm mit, wenn er wieder einmal von der esoterisch angehauchten Schuldirektorin vor die Wahl gestellt wird, ihre Forderungen anzunehmen oder seinen Job zu riskieren. Aus dem egoistischen Gabor wird im Laufe des Romans ein einfühlsamer Mensch, der sich für die Schicksale seiner Schüler interessiert und sich für sie einsetzt – allen Hindernissen zum Trotz. Und dies ist gar nicht so einfach, schließlich soll niemand etwas von dieser Verpflichtung erfahren, da seine Konkurrenten im Job das schamlos ausnutzen würden.

Auch Kathrin Beding muss man als Leser einfach lieben. Wird sie zu Beginn noch (wenn auch vielleicht etwas überzogen) als eine ältere Frau mit Hang zur Esoterik und Unwissenheit in technischen Dingen dargestellt, so offenbart sich sehr schnell, dass sie mit allen Wassern gewaschen ist und genau weiß, was sie tut. Sie hat Gabor wirkliches Wesen erkannt und hilft ihm dabei, sich selbst zu erkennen und zu finden. Dies geschieht oft auf eine sehr subtile Art und Weise und jedes Mal, wenn Gabor meint, sich aus den Fängen der Direktorin wenden zu können, wird er eines besseren belehrt.

„Gott hatte grinsend den Fernseher lauter gestellt und stopfte sich genüssich Kräcker in den Mund.“ (Pos. 1920)

Die fünf Schüler stellt Izquierdo dem Leser vor, indem er jeweils einen typischen Tag in ihrem Leben schildert. Die Kinder sind vom Schicksal teilweise arg gebeutelt und obwohl sie mit ganz unterschiedlichen Problemen (Essstörung, Missbrauch, … ) zu kämpfen haben, haben sie doch auch gemeinsam Angst davor, enttäuscht und zurückgewiesen zu werden. Gabor schafft es, aus dieser kleinen Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft zu machen, die allen zeigt, was wirklich in ihnen steckt.

„Sie haben selbst gesehen, dass so ein Unterricht nicht immer ganz leicht ist. Und ich könnte Ihnen natürlich auch sagen, was Sie alles falsch gemacht haben, aber Fehler sind nicht schlimm, nur eines ist schlimm: wenn Sie diese Kinder im Stich lassen. Denn dann werden sie glaubem, dass sie zu dumm sind, um wichtig zu sein. Und das sind sie nicht!“ (Pos. 791)

Der Schluss dieses Buches hat mich sehr mitgenommen und dennoch schafft Andreas Izquierdo es meiner Ansicht nach, dem Leser etwas Positives mit auf den Weg zu geben.

Mich hat das Buch teilweise an „Der Club der toten Dichter“ oder „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ erinnert, auch wenn der Lehrer kein hoffnungslos optimistischer Pädagoge ist, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Das Buch zeigt dennoch, dass man ganz viel erreichen kann, wenn man nur daran glaubt und dass es sich oftmals auszahlt, sich auf sein Gegenüber einzulassen statt nur an die Karriere und den möglichen Gewinn zu denken.

Von mir gibt es für dieses Buch fünf Papierblumen!

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Véro
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