Wenn das Ende naht…

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Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Band der Thrillerreihe rund um den Ermittler Erik Lindberg. Der Kommissar ermittelt in einem in sich abgeschlossenen Fall, aber da es zwischendurch immer wieder kleine Verweise auf den ersten Band gibt und auch das Privatleben des Ermittlers eine recht wichtige Rolle einnimmt, ist es ratsam, „Remexan“ zuerst zu lesen, bevor man sich an diesen Thriller wagt.

Zum Inhalt:

Im Wald bei Einsiedlern wird die Leiche einer Frau entdeckt. Das Besondere an diesem Fund ist die Tatsache, dass der Mörder sein Opfer regelrecht bestattet hat: Der Leiche wurde ein Büßerhemd angezogen, auf der Stirn finden die Ermittler Spuren von Chrisam. Zudem liegt eine Gänsedaune auf dem Mund der toten Frau und ein hölzernes Kreuz mit dem Namen des Opfers deutet auf eine Grabstätte hin.
Lindberg, der nach den Ereignissen des vorangegangenen Abends recht verkatert am Fundort erscheint, weiß schnell, dass er es hier wohl nicht mit einem gewöhnlichen Mord zu tun hat.
Als dann auch noch ein Drohbrief in der Redaktion der Image-Zeitung auftaucht, in dem der Schreiber das nahende Ende der Welt beschwört und in dem Umschlag zudem Spuren von Anthrax gefunden werden, wird definitiv klar, dass Erik und sein Team hier vor ganz besonderen Ermittlungen stehen.

Meine Meinung:

Thomas Kowa ist auch mit diesem Band wieder ein sehr spannender Thriller gelungen, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils mit einem Rückblick ins Jahr 1495 beginnen: ein Paar ist unterwegs mit seinem Säugling, um eine Nottaufe vornehmen zu lassen. Was es damit auf sich hat, und wieso der Autor diese Rückblicke in seinen Thriller einbaut, wird erst im letzten Teil des Buches klar. Dennoch passen diese Episoden hervorragend zum Buch und runden die Geschichte ab.

Thomas Kowa lässt Erik Lindberg dieses Mal im Umfeld der christlichen Kirche und einer Sekte, die das Jüngste Gericht prophezeit, ermitteln. Schon im ersten Band ist mir sehr positiv aufgefallen, dass der Autor seine Themen sehr intensiv recherchiert. Ganz nebenbei erfährt man bei der Lektüre so manches, was einem vorher vielleicht nicht bekannt war. So sind beispielsweise die Schauplätze in diesem Thriller nicht willkürlich ausgewählt. Vielmehr haben sie meist einen geschichtlichen Hintergrund, der ebenfalls mit dem Geschehen in Verbindung steht und den Inhalt des Buches umso authentischer wirken lässt.

Auch der Schreibstil des Autors gefällt mir  gut. Immer wieder sind humorvolle Aussagen eingestreut, die mich oft zum Schmunzeln brachten. Herrliche Wortschöpfungen wie beispielsweise das „Aufwachalzheimer“ oder die „50-Shades-of-Grey-Hausfrau“ ließen mich mehrfach herzlich lachen. Außerdem sind die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven Garant dafür, dass man  weiterlesen will, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Dies macht es dem Leser schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Protagonisten sind ebenfalls sehr authentisch beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Zwar steht mit Erik Lindberg der Hauptprotagonist diesmal teilweise ein wenig im Schatten seiner jüngeren Kollegin Mia Adam, doch auch diese überzeugt den Leser mit ihrer erfrischenden Art und ihren (zuweilen fast komischen) Alleingängen.

„Mich Akten durcharbeiten zu lassen ist so, als würdest du Lionel Messi als Torwart aufstellen“, sagte sie. „Verschenktes Talent.“ (Pos. 1837)

Sehr positiv empfand ich auch die Tatsache, dass das Privatleben der Ermittler nicht außen vor bleibt. Man hat das Gefühl, dass die Charaktere dadurch greifbarer sind und ich selbst konnte beispielsweise Katharina Zach in diesem Buch deutlich mehr Symphatie abgewinnen, als dies noch im Vorgängerband der Fall war. Sehr gut hat mir auch die Tatsache gefallen, dass Carla Frey, Lindbergs pensionierte Kollegin, auch in diesem Band einen kurzen Auftritt hat.

Im Gegensatz zu „Remexan“ konnte ich in diesem Thriller recht schnell vermuten, wer hinter den Morden steht (und ich behielt sogar recht 😉 ). Dies schadete der Spannung jedoch nicht, da Thomas Kowa es dennoch versteht, kleine unvorhersehbare Elemente in die Geschichte einzubauen, die einen immer wieder staunen lassen und einen dazu verleiten, die eigenen Ansichten und Eindrücke zu überdenken.

Lediglich der Schluss war meiner Auffassung nach ein wenig überspitzt und nicht mehr ganz realitätsnah, was ich aber dennoch als wenig störend empfand.

Ich freue mich jetzt schon auf den Folgeband, zumal Thomas Kowa auch hier dafür sorgt, dass die Neugierde aufrecht erhalten bleibt, indem er sowohl was Erik Lindbergs Privatleben angeht als auch in Bezug auf die Ermittlungen im aktuellen Fall, kleine Unklarheiten bestehen lässt. Als Leser möchte man wissen, wie es mit Paula weitergeht und auch der Maulwurf in den Reihen des LKA beschäftigt einen nach der Lektüre dieses Buches ein wenig.

Ich vergebe für dieses Buch 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro
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