Solide, aber bleibt im Schatten des Vorgängers!

„Das Morden geht weiter. Belial ist tot, aber sein Geist lebt.“ (S.34)

Post Mortem - Zeit der AscheDiese Nachricht führt die Interpol Agentin Emilia Ness zu einem verlassenen Bauernhof unweit von Lyon. Dort findet sie die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mannes. Einiges deutet auf eine Verbindung zu Belial hin, ein Monster, das Emilia bis heute in ihrem Träumen verfolgt. Ehe sie sich versieht steckt sie wieder vollends in diesem Sumpf aus Macht, Gewalt und Gier. Doch plötzlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: Avram Kuyper will den Mord an seinem Bruder und seinem Sohn rächen und teilt seine Spuren mit Emilia. Wird es der Polizei gelingen, diesen menschenverachtenden Verbrecherring zu zerstören?

Nach dem ersten Teil dieser Reihe lag die Latte sehr hoch und leider wurden meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt. Zwar bleibt die Handlung weitestgehend spannend, doch die vielen Rückblicke und Wiederholungen störten den Lesefluss und gestalteten einige Passagen recht zäh. Die Ereignisse des vorangegangenen Sommers wurden sehr häufig erläutert, dabei weiß der Leser dies doch bereits. Ich fand es sehr schade, dass sowohl Avram als auch Emilia immer wieder diese vergangenen Geschehnisse beschrieben und verdeutlichten. Auch die ausschweifenden Schilderungen zu Emilias Privatleben fand ich eher lästig, zumal die Episode mit ihrer Tochter der Handlung eigentlich nichts brachte. Meiner Meinung nach nahm das viel Tempo aus dem Buch und leider hat der Autor sich hier selber ausgebremst.

Denn dass Mark Roderick einen spannenden Schreibstil hat und alle Thriller-Elemente perfekt beherrscht ist spätestens seit „Tränen aus Blut“ klar. Kurze Kapitel, klare, schnörkellose Sprache und ein gekonnter Spannungsaufbau tragen auch diesmal erheblich zu einer angenehmen Lektüre bei.

Ich war allerdings erleichtert, dass die Gewaltszenen in diesem zweiten Band nicht mehr ganz so detailliert beschrieben wurden. Natürlich treten die Brutalität und die demonstrative Demütigung der Opfer noch immer in den Vordergrund, doch es wird nicht mehr ganz so blutig dargestellt. Auch die verschiedenen Handlungsstränge rund um Avram Kuyper gefielen mir sehr gut und flossen zum Schluss nahtlos in das Gesamtgeschehen ein. Überhaupt war ich auch diesmal überrascht, wie sympathisch ich Avram Kuyper fand. Dabei ist er doch ein gesuchter, kaltblütiger Profikiller … Dennoch fand ich ihn wesentlich interessanter als Emilia Ness, deren private Probleme mit ihrer Tochter ziemlich nervig waren. Auch ihr Gehabe um ihren turtelnden Kollegen Ruiz fand ich eher daneben, schließlich hat sie es doch mit Mikka Kessler genauso gehalten. Für mich ist also ganz klar Avram Kuyper der Sympathieträger und ich fieberte mit ihm mit.

Die Höhepunkte des Buches sind allerdings die Einblicke in die gestörte Psyche des Claus Thalinger. Ein Bilderbuch-Bösewicht, der von seiner Gier nach Macht und Grausamkeit aufgefressen wird.

Insgesamt ist dies eine solide Fortsetzung des ersten Buches, kommt allerdings nicht an seinen Vorgänger heran.

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Christine
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