„döden, döden, döden!“

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Zum Inhalt:

Im Altenheim Abendhain geschehen ungewöhnliche Dinge. Erst stirbt ein junger Koch, dann wird ein Sozialarbeiter entlassen, es ist von Vergewaltigungen die Rede und die Krankenakten und Abrechnungen scheinen manipuliert zu werden. Als dann auch noch „unliebsame“ Bewohner des Altenheims scheinbar „dement gemacht“ werden, steht für die rüstigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa fest, dass sie etwas unternehmen müssen und ihre Tage nicht nur mehr mit Kartenspielen und Rotwein verbringen können. Offensichtlich hat Oberschwester Virpi ihre Finger bei den zwielichtigen Vorfällen im Spiel und den drei Damen steht ein gewaltiges Abenteuer bevor, bei dem sie sich zuweilen selbst in Gefahr bringen.

Meine Meinung:

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich hatte mir eine lustige Krimikomödie erwartet, doch der mysteriöse Tod des Kochs ist eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich Hauptthema der Geschichte.

Schon zu Beginn hatte ich etwas Mühe in das Buch hineinzufinden. Dies hat wohl zum Teil an den vielen Charakteren und ihren finnischen Namen gelegen, bei denen ich nur schwer den Überblick behielt. Allerdings hat mir auch die Handlung Probleme bereitet, da recht schnell viele mysteriöse Vorkommnisse erwähnt werden, aber der vermeintliche Mordfall kaum zur Sprache gebracht wird.

Bis zuletzt wird nicht richtig aufgeklärt, was nun wirklich mit dem Koch Tero passiert ist. Es werden Vermutungen aufgestellt, die jedoch nie wirklich bestätigt werden. Die Polizei scheint kein wirkliches Interesse an dem Vorfall zu haben und auch als später weitere kriminelle Vorfälle passieren, wird nicht wirklich ermittelt. Stattdessen werden die Bewohner des Heimes damit vertröstet, dass solche Untersuchungen langwierig sind und sie selbst deren Ausgang wohl nicht mehr erleben werden.

Im Verlauf des Romans tauchen immer weitere Charaktere auf, von denen aber auch einige mir nach beendeter Lektüre immer noch ein Rätsel sind.

Interessant war die Darstellung des Alltags im Altenheim sowie in manch anderer Betreuungsstruktur. Diese Beschreibungen haben mich zum Teil sehr nachdenklich gestimmt und man kann nur hoffen, dass die Bewohner in diesen Strukturen in Wirklichkeit besser behandelt werden. Hier werden Einwohner, die die Arbeit des Pflegepersonals anzweifeln, mit zahlreichen kleinen bunten Pillen gefügig oder gar dement gemacht, um sie so „aus dem Weg zu räumen.“ Andere Patienten müssen mit vollen Windeln sitzen bleiben, weil halt nur dreimal täglich Windeln gewechselt werden. Dies zu lesen schockiert. Auch die Tatsache, dass manches Familienmitglied den Verantwortlichen der Altenheime lieber freie Hand bei der Auswahl der Behandlungsmöglichkeiten lässt, statt sich selbst vor Ort vom Wohlbefinden seiner Verwandten zu überzeugen, hinlässt einen bitteren Nachgeschmack und erinnert einen selbst daran, dass man seine älteren Verwandten eigentlich viel öfter besuchen müsste.

Die Gespräche zwischen den drei Hauptprotagonistinen sind zuweilen sehr witzig zu lesen. Wohl dreht sich dabei viel um  das Thema Tod, immerhin sind die drei Damen allesamt Mitte Neunzig und ihre Mitbewohner, Klassenkameraden, … sterben nacheinander, so dass die Freundinnen viel Zeit auf Beerdigungen verbringen. Doch Irma, Siiri und Anna-Liisa schaffen es, dies mit Humor zu nehmen. Ihre Gespräche leiten sie deshalb immer wieder mit „döden, döden, döden“ ein. Die Autorin sorgt hier zusätzlich für Situationskomik, indem sie eine der Damen einen Tisch für ein Klassentreffen reservieren lässt, was sich als recht schwierig erweist, wenn man nicht weiß, wie viele ehemalige Mitschüler am besagten Tag noch leben werden. Auch die Szene, in der die drei Rentnerinnen irrtümlicherweise auf einer falschen Beerdigung landen, war recht lustig.

Dennoch war die Geschichte meiner Ansicht nach zuweilen recht langatmig und konnte mich nie ganz in ihren Bann ziehen. Aus dem Grund gibt es von mir nur 3 Papierblumen.

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Véro
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