Den Düwel ook, dat war knapp …

OberwasserKommissar Jennerwein ermittelt in seinem vierten Fall und hat es diesmal mit dem mysteriösen Verschwinden zweier BKA-Beamten zu tun. Da die beiden Beamten während einer verdeckten Ermittlung verschwunden sind, darf Jennerweins Team nicht offen ermitteln sondern muss einen Vorwand für ihre Tätigkeiten im Kurort schaffen: So wird ein Wilderer-Jäger Konflikt inszeniert um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ehe man sich versieht, befindet sich Jennewein in einem Wettlauf gegen die Zeit! Wird er die beiden Beamten noch rechtzeitig finden?

Jörg Maurers Schreibstil ist einzigartig: humorvoll, verspielt und urbayrisch. Während dem Lesen fühlt man sich den Oberbayern derart verbunden, dass man am liebsten das Dirndl aus dem Kleiderschrank hervorzaubern würde. Doch neben dem ausgereiften Lokalkolorit spart der Autor nicht an Spannung und liefert stets wohldurchdachte, ungewöhnliche Mordfälle. Es handelt sich hier um einen Wohlfühlkrimi, denn Jörg Maurer verpackt die gruseligsten Szenarien in eine solch urkomische, bayrische Atmosphäre, dass man diese Verbrechen mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt.

Die Handlung an sich ist schlüssig und logisch aufgebaut. Jennerwein und sein Team ermitteln gewohnt sorgfältig und auf ihre eigene, unnachahmliche Art und Weise. Zum Schluss bleiben viele Fragen offen, doch der Leser kann sich eigentlich alles zusammenreimen, wenn er es denn möchte. Die drei verschiedenen Handlungsstränge werden am Ende gekonnt miteinander verbunden und runden die Geschichte harmonisch ab.

Die Natur und das Dorfleben werden wie immer sehr anschaulich beschrieben und die vielen bayrischen Einwürfe verleihen dem Buch einen ganz besonderen Charme. Die verschiedenen Protagonisten, allen voran Jennerwein, werden anschaulich beschrieben und treiben das Buch stetig voran. Besonders auffällig ist auch diesmal das Bestatterpärchen, das seine kriminellen Aktivitäten mit Charme und Witz herunterspielt und fröhlich mit einem Mafiaboss kommuniziert. Die Stimmung dieser Alpenkrimis ist einfach zum Schießen und zieht den Leser sofort in ihren Bann.

Des Weiteren war es durchaus lehrreich, die Besonderheiten der Strudel und der Reynolds-Zahl etc. zu entdecken. Obwohl ich mir noch nie Gedanken über die diversen Strömungsverhältnisse eines Wildbachs gemacht habe, fand ich diese Erläuterungen sehr interessant.

Insgesamt ist dieses Buch ein unterhaltsamer und spannender Krimi, allerdings nur etwas für Fans des regionalen Wohlfühlkrimis!

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Christine
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