Reden ist Silber, Schweigen ist …

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Zum Inhalt:

Tess Turner ist eine Außenseiterin. Sie hat ein geringes Selbstwertgefühl und sagt von sich selbst sie sei dick und hässlich.
Dann passiert etwas, womit sie nicht gerechnet hätte: Tess entdeckt auf dem Computer ihres Vaters einen Text, in dem er offenbart nicht ihr leiblicher Vater zu sein. Für Tess bricht eine Welt zusammen und sie beschließt, auf ihre Weise darauf zu reagieren: Sie beginnt zu schweigen und macht sich auf die Suche nach ihrem richtigen Vater. Doch ihr Schweigen zieht weitere Probleme nach sich: Tess wird in der Schule zum Gespött sämtlicher Mitschüler, sie verliert ihre beste Freundin und auch ihr eigentliches Problem wird nicht gelöst.

Meine Meinung:

Dieses Buch war ein absoluter „Titelkauf“ und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Allerdings konnte das Buch dem nur teilweise gerecht werden.

Tess‘ Leben ändert sich auf einen Schlag, als sie den Text ihres Vaters Jack sieht, in dem er schreibt, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist und sie am Anfang gar nicht lieben konnte.

Es ist schrecklich, wie viel sich innerhalb von so wenigen Tagen verändert hat. Vor einer Woche war ich noch ein gewöhnliches Mädchen, mit Eltern, die ich liebte, mit einem Zuhause, in das ich gehörte, und mit einer Freundin, in die ich vernarrt war. Aber ich blühte unter falschen Vorzeichen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis alles in sich zusammenbrach.“ (S.163)

Fortan schweigt Tess und redet nur noch mit ihrem imaginären Freund Mr. Goldfisch. Mr. Goldfisch ist eine Plastiktaschenlampe und die Gespräche, die Tess mit ihm führt, sind teilweise sehr amüsant zu lesen, wurden mir aber zuweilen auch einfach ein wenig zu viel.

‚ „Du weißt schon, wie ich es meine, Tess. Du bist nicht verrückt. Im Ernst.“ „Sagt der sprechende Fisch, den nur ich hören kann.“ ‚(S.225)

Schnell kommen in der Schule Gerüchte aus, aus welchen Gründen Tess zu schweigen begonnen hat. Ihre Mitschüler sind manchmal richtig gemein zu ihr und es kommt so weit, dass ihre beste Freundin Isabel sich von ihr abwendet. Mehr als einmal habe ich darauf gewartet, dass Tess ihr Schweigen bricht, um diese fiesen Gemeinheiten nicht länger über sich ergehen zu lassen oder himmelschreiende Ungerechtigkeiten aufzudecken. Tess ist auch mehrmals nah dran, doch selbst als Isabel vor der gesamten Schulgemeinschaft gedemütigt wird, sagt sie nichts.

„Wörter knallten fester und fester gegen meine Stille und hätten sie beinahe zum Bersten gebracht.“
(S. 224)

Auch Tess‘ Suche nach ihrem leiblichen Vater war mit zeitweise etwas zu unrealistisch. Tess sich an Haar- und Augenfarbe fest und ihr Wunschdenken bestimmt ihr Handeln. Für den weiteren Verlauf der Geschichte ist dieses Verhalten wohl zwingend notwendig, dennoch hätte ich Tess manchmal am liebsten die Augen geöffnet und sie aufgefordert, nicht so naïv zu sein.

Besser gefallen hat mir hingegen wieder der Schluss, da dort deutlich wird, dass das Schweigen keine wirkliche Lösung ist und es meist besser ist, Probleme zu bereden und gemeinsam aus der Welt zu schaffen.

Alles in allem eine recht angenehme Lektüre mit einer Story, deren Potential nicht wirklich ausgeschöpft wird.

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Véro
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