Ein tolles Jugendbuch, das trotz viel Wortwitz doch nachdenklich stimmt

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Zum Inhalt:

Viki ist 17 und ihr Leben ist alles andere als ein unbeschwertes Teenager Leben. Ihre Mutter ist verstorben als sie sieben Jahre alt war, ihr Vater brutal und alkoholkrank und auch in Sachen Jungs und in der Schule läuft es nicht unbedingt rosig.
Als sie dann auf einer Party ein paar Joints zu viel raucht, erwacht sie tags darauf ausgerechnet in Jays Bett… dabei findet sie diesen Typen doch arrogant und total bescheuert.

Viki will sich selbst nicht eingestehen, dass da vielleicht mehr sein könnte und dennoch kommt es ganz anders, als sie es erwartet hätte. In vielerlei Hinsicht!

Meine Meinung:

Allzu hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch nicht, aber gleich zu Beginn hat es mich so in seinen Bann gezogen, dass ich es fast in einem Satz durchgelesen habe.

Sabine Schoder verschönt nichts und konfrontiert den Leser mit Vikis Welt, die alles andere als heil ist. Die Mutter ist tot, der Vater auf seine Weise auch abwesend: stets besoffen und aggressiv, so dass Viki seine Nähe so oft es geht vermeidet.

„Manchmal fürchte ich, ich könne ihn umbringen. Tatsächlich umbringen, nicht einfach nur damit drohen. Erschreckenderweise hält mich das Strafgesetzbuch davon ab, nicht mein Gewissen. Was macht das nur aus mir?“ (S.71)

Viki hat allerdings nicht nur mit familiären Problemen zu kämpfen. Ihre Noten in der Schule sind nicht besonders gut; besonders im Englischen ist sie versetzungsgefährdet. In der Liebe hat sie ebenfalls nicht besonders viel Glück, denn ihr erster Freund hat ihr eine Abfuhr erteilt, sobald er es geschafft hat, sie ins Bett zu kriegen. Und dann wäre da noch ihr Studentenjob im Restaurant, wo sie mit einer unfairen Chefin zu tun hat.

Kein Wunder also, dass sie manchmal einfach Dampf ablassen will und mit ihrer besten Freundin Mel um die Häuser zieht.

„Mel ist mein Kleinhirn. Wenn sie ausfällt, weiß ich nicht mehr, wer ich bin, und pinkle an mein Bein.“ (S.57)

Doch dann tritt Jay in ihr Leben. Eigentlich wollte sie mit diesem Typen nie etwas  zu tun haben, schließlich ist er doch nur darauf aus, irgendwelche Mädchen ins Bett zu kriegen. Und dennoch: Auch Viki landet bei Jay im Bett und glaub ihren Augen morgens selbst kaum. Den verächtlichen Spruch, der ihr über die Lippen kommt, als sie das Haus von Jays Eltern verlässt, bereut sie schon kurze Zeit später sehr… immerhin scheint sie damit einen gewaltigen Stein ins Rollen gebracht zu haben.

Sabine Schoder gelingt es, das Leben der Protagonisten so authentisch zu beschreiben, dass man als Leser zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, dass irgendetwas extra konstruiert wurde oder aufgesetzt klingt. Die Leben von Viki und Jay könnten unterschiedlicher nicht sein, und dennoch kauft man der Autorin die Romanze zwischen den beiden ohne Weiteres ab.

Das Buch liest sich sehr flüssig, die Sprache ist sehr bildhaft, die Dialoge sind mit Wortwitz gespickt und sowohl Viki als auch Jay sind zuweilen herrlich sarkastisch.

„Am Ende fühle ich mich wie ein weggeworfenes Freundschaftarmband: unbeliebt und verknotet.“
(S.61)

Auch die einzelnen Kapitelüberschriften haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie umreißen das Geschehen in dem jeweiligen Kapitel sehr gut, und machen neugierig, ohne jedoch zu viel zu verraten.

In diesem Buch werden viele heikle Themen aufgegriffen. Es geht um Drogen und Alkohol und auch die häusliche Gewalt wird mehrmals thematisiert. Dennoch spielt die Autorin sich nicht als Moralapostel auf und überlässt es dem Leser, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Der Schluss des Buches brachte für mich zudem eine unvorhersehbare Wende, die jedoch auch sehr glaubwürdig geschildert wird.

Mir hat das Buch in allen Hinsichten richtig gut gefallen und deshalb gibt es von mir 5 Papierblumen!

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Véro
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Ein Gedanke zu “Ein tolles Jugendbuch, das trotz viel Wortwitz doch nachdenklich stimmt

  1. madamelustig schreibt:

    Hallo liebe Vero,
    auf instagram habe ich ja heute früh versprochen, bei deiner Rezension vorbeizuschauen und hier bin ich!

    Ich selbst habe das Buch im Frühjahr gelesen und hatte aufgrund des Covers irgendwie etwas ganz anderes erwartet, als ich schlussendlich bekam.Und ich bin tatsächlich extrem froh darüber, denn „Liebe ist was für Idioten, Wie mich“ ist eins meiner Highlights in diesem Jahr geworden. Die Art und Weise, wie Sabine Schoder Klartext spricht & ihre Charaktere geformt hat, ist einfach wunderbar und die Gedanken an das Buch werden mich noch eine ganze Weile begleiten.

    Ganz ganz liebe Grüße und eine besinnliche Weihnachtszeit
    Maike

    Gefällt mir

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