Nichts bedeutet irgendetwas…

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Zum Inhalt:

„Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ (S.7)

Mit diesen Worten verlässt der Siebtklässler Pierre Anthon den Unterricht und lässt seine schockierten Mitschüler in der Klasse zurück.

Fortan sitzt er morgens vor seinem Elternhaus im Pflaumenbaum, wirft mit Pflaumen auf seine Mitschüler und provoziert diese mit seinen Aussagen.

Seine Mitschüler glauben nicht, dass nichts von Bedeutung sein soll und beschließen, Pierre Anthon vom Gegenteil zu überzeugen, indem sie in einem stillgelegten Sägewerk Dinge sammeln, die von Bedeutung sind. Anfangs sammeln sie diese Dinge bei Menschen aus ihrer Umgebung, doch schon bald wird ihnen klar, dass ihr „Berg aus Bedeutung“ nur wirklich eine Bedeutung hat, wenn sie Dinge einsammeln, die für sie selbst von großer Wichtigkeit sind.

Was mit einer Sammlung von Dungeons & Dragons – Büchern, einem Fußball und Papageien – Ohrringen beginnt, artet nach und nach aus. Die Opfer werden immer größer, die  Angst, die Gewalt und der Hass zwischen den Mitschülern werden geschürt und es kommt zur Eskalation…

Meine Meinung:

Selten lässt ein Buch mich so wenig los wie dieses… Janne Tellers Roman wird in einem Atemzug mit dem Jugendroman „Die Welle“ von Morton Rhue genannt und es steht diesem meiner Ansicht nach in nichts nach.

Der Autorin gelingt es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Der Leser selbst spürt die Vewirrtheit der Mitschüler von Pierre Anthon. Dazu tragen die gewählte Perspektive und die Schreibweise mit Sicherheit bei: Janne Teller lässt Agnes, eine Mitschülerin, die Geschehnisse aus ihrer Sicht schildern. Und obwohl Agnes eigentlich eine jener Schülerinnen ist, deren „Opfer“ vergleichsweise klein ist, spürt man wie sehr sie darunter leidet, ihre heißgeliebten grünen Sandalen weggeben zu müssen und wie sehr sie darauf hin sicherstellen will, dass auch die Nächste in der Reihe – ihre Klassenkameradin Gerda – etwas hergeben muss, dass für sie von großer Bedeutung ist.

Die Opfer werden nach und nach immer grausamer: es werden nicht mehr nur „Dinge“ auf dem Berg aus Bedeutung abgelegt sondern auch Lebewesen, es werden Grenzen überschritten und es fließt Blut. Und dennoch bricht keiner der Schüler aus diesem Teufelskreis an irrsinnigen Forderungen aus und niemand wird verpetzt. Der Gruppenzwang wird so groß, dass dieses Ausbrechen immer schwieriger und schließlich fast unmöglich wird.

Janne Teller regt den Leser zum Nachdenken an. Immer wieder stellt man sich die Fragen, wie weit man selbst gehen würde, was für einen selbst wirklich von Bedeutung ist und wie ein anfangs harmloses Vorhaben so aus dem Ruder laufen kann.

Auch die verwendeten sprachlichen Mittel verdeutlichen die Eskalation der Situation: Immer wieder tauchen Steigerungen auf, die die zunehmende Angst und den zunehmenden Hass verdeutlichen.

Etwas. Viel. Bedeutung! (S.38)
Schlechter Moslem! Kein Moslem! Niemand! (S.69)Große Bedeutung? Größere Bedeutung? Größte Bedeutung? (S.75)
An der Zeit! Höchste Zeit! Im letzten Moment! (S.93)

Ich hatte selten derart das Bedürfnis, mich mit Rezensionen, Berichten, Interviews zu einem Buch auseinander zu setzen, als dies nach dieser Lektüre der Fall war.

Janne Teller Roman polarisiert… allerdings bin ich der Meinung, dass man dieses preisgekrönte Buch unbedingt gelesen haben sollte und sich auf Diskussionen dazu einlassen sollte.

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Véro
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