Ein Abkommen und zwei Vergangenheiten

„Manchmal tritt eine Person in dein Leben, und plötzlich kannst du dir gar nicht mehr vorstellen, jemals ohne sie gelebt zu haben. […] Ohne diesen einen wichtigen Menschen in deinem Leben.“ (S. 296)

IMG_2769.jpgHannah hat es erwischt. Doch während sie für gewöhnlich nicht auf den Mund gefallen ist, bringt sie ihrem Schwarm Julian gegenüber kein Wort heraus.
Sie scheint verzweifelt. Warum sonst hätte sie sich auf das Angebot von Garrett Graham, dem selbstverliebten und sturen Captain des Eishockey- Teams einlassen sollen?
Der von ihm vorgeschlagene Deal:
Sie gibt ihm Nachhilfe, damit er die Zwischenprüfung besteht, und er steigert Hannahs Popularität auf dem Campus, indem er so tut, als wäre sie sein Date. Vielleicht wird ihr Schwarm dann endlich auf sie aufmerksam…

Zugegeben, im ersten Moment erschien mir die Inhaltsbeschreibung des Klappentextes weniger überraschend für dieses Genre zu sein, aber nach den ersten gelesenen Seiten hat mich diese Geschichte sogartig gefesselt und das bis zur letzten Seite.

Schuld daran, waren sicherlich vor allem die Charaktere. Der Roman wird jeweils abwechselnd aus zwei Sichten erzählt. Während Hannah mir sofort sympathisch erschien, konnte ich mit Garrett hingegen (vorerst) eher weniger anfangen.

Er wirkte auf mich unheimlich kindisch in seinem Verhalten und insbesondere in seiner Denkweise, die mich ziemlich genervt hat. Er ist arrogant, selbstverliebt und genießt sein Leben in vollen Zügen. Aber hey, er ist ein Kerl und dieser Aspekt wird insbesondere zu Beginn von der Autorin – wenn auch ein wenig überspitzt – dargestellt.
Aber ich kann hier beruhigen: man lernt ihn besser kennen, lernt ihn zu verstehen und während auch er selbst im Verlauf der Handlung einen Blick für sich bekommt, wächst er einem durchaus ans Herz und man kommt dabei vielleicht sogar ins schwärmen. 😉
Hinter der harten Schale steckt ein weicher Kern, der jedoch durch seinen Ehrgeiz und durch seine, an sich selbst auferlegten Regeln, nicht sofort ersichtlich ist. Eishockey ist für ihn mehr als nur eine Sportart. Der Grund hierfür ist in seiner Kindheit verwurzelt und steht im Zusammenhang mit seinem Vater. Zu diesem hat er ein sehr schlechtes Verhältnis. Warum? Verrate ich natürlich nicht, dass kann jeder für sich selbst herausfinden…

Hannah hingegen steht mit beiden Füßen auf dem Boden. Sie ist kein Mauerblümchen, keineswegs naiv, sondern einfach normal. Sie wirkt in ihrer Art sehr natürlich, was mir sehr gut gefallen hat. Sie studiert im Hauptfach Musik und befindet sich in den Vorbereitungen für ein Auswahlkonzert, als sie von Garrett um Nachhilfe „angefleht“ wird.
Auch sie ist fokussiert, denn von dem Konzert hängt einiges ab. Und auch sie hat eine Vergangenheit, die sie mehr als nur beeinflusst hat. Ebenso, wie das Leben ihrer Eltern, die ihr sehr wichtig sind. Hannah ist bodenständig.
Einen Freund hat sie nicht (die letzte Beziehung liegt ein Jahr zurück), aber sie schwärmt für Julian. Blöd nur, dass sie sich nicht dazu überwinden kann ihn einfach anzusprechen. Dabei ist sie eigentlich nicht schüchtern…
Im Gegenteil. Sie ist ehrlich und sagt auch ihre Meinung frei heraus, achtet jedoch auch darauf dem jeweils anderen dabei nicht auf die Füße zu treten. Nur bei Garrett ist das ein wenig anders.

Die beiden sind wie Katz- und Maus und die Dialoge zwischen den beiden bringen einem zum lachen und zum schmunzeln. Von den Momenten zwischen den beiden konnte ich wirklich nicht genug bekommen. Sie harmonieren unwahrscheinlich gut miteinander und es macht einfach total viel Spaß die langsam entstehende Freundschaft zwischen den beiden zu beobachten. Man schaut gebannt darauf, wie die Grenzen verwischen.

Und obwohl es hier durchaus erzählerische Parallelen zu bereits anderen Romanen in diesem Genre gibt (Zwei Charaktere, die durch ihre Vergangenheit „kaputt“ erscheinen, geben sich gegenseitig halt etc.), hat er mich vollkommen überzeugen können und zum weiterlesen animiert. Ich musste mich wirklich zwingen das Buch kurz mal beiseite zu legen. Ich wollte dauernd wissen, wie es denn nun weitergeht.
Klar, das Ende wird keine Überraschung sein, aber die Art wie die Autorin diese Geschichte erzählt, ist einfach nur toll. Sie lässt sich Zeit, sie überstürzt nichts und dadurch erscheint einem die Handlung so natürlich und authentisch.

Gerne vergebe ich daher 4 Papierblumen, weil mich Elle Kennedy mit dieser Geschichte voll und ganz überzeugen konnte. Die Idee mag vielleicht nicht neu sein, doch sie ist auf eine so natürlich Art erzählt, dass sie mich ins schwärmen bringen konnte und sehr oft zum schmunzeln gebracht hat.
Für Genrefans gibt es von mir daher eine klare Leseempfehlung!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny
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2 Gedanken zu “Ein Abkommen und zwei Vergangenheiten

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