Tauche ein, in eine naive Liebesgeschichte!

„Ich wusste nicht, dass du mir immer noch Zeit gibst. Ich dachte, ich hĂ€tte dich schon verloren
“ (Kap. 9)

IMG_2979.jpgHarper ist unter dem strengen Regiment ihres Vaters (auf einem MarinestĂŒtzpunkt) aufgewachsen. Daher ist es auch kein Wunder, dass sie es kaum erwarten kann endlich aufs Collage zu gehen – auf der anderen Seite des Landes. Weit entfernt von ihrer Vergangenheit.
Endlich will sie die Dinge erleben, von denen sie bislang nur gehört hat:
Flirten, Daten, KĂŒssen.
Gleich auf der ersten Party trifft sie auf Chase, der all das verkörpert, vor dem ihr Vater gewarnt hat:
sexy, wild, verwegen.
Nur mĂŒhsam kann Harper seinem Charme widerstehen.
Kurz darauf verliebt sie sich in dessen attraktiven Mitbewohner Brandon, doch ihr Körper fĂŒhlt sich noch immer zu Chase hingezogen, sobald dieser in der NĂ€he ist.
Sie ist zwar ĂŒberglĂŒcklich mit Brandon, aber auch ihre GefĂŒhle fĂŒr Chase werden immer stĂ€rker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr wie es war.

Wie bereits das Cover verrĂ€t, handelt es sich bei diesem Roman um eine Geschichte, in der es um eine Dreiecksbeziehung geht. Wer also von einer solchen Situation schnell genervt ist, der sollte lieber die Finger von Taking Chances lassen…

Als ich mich dazu entschieden habe, diesen Roman zu lesen, war auch ich mir dessen bewusst. Und obwohl ich kein großer Fan von dieser Konstellation bin (spĂ€testens seit Bella/ Edward/ Jacob), war ich dennoch gespannt, welche Idee die Autorin fĂŒr ihren Roman bereithĂ€lt, wodurch sich diese Geschichte von anderen unterscheidet und wie sie ihre Charaktere darin agieren lĂ€sst.

Der Schreibstil ist sehr leicht und man fĂŒhlt sich schnell in die Geschichte integriert. Hintergrundinformationen aus der Vergangenheit wurden sehr gut in den Verlauf eingearbeitet. Man kann sich schnell ein Bild von Harpers frĂŒherem Leben bei den Marines machen und auch ihren Charakter schnell definieren.

Blickt man auf den gesamten Handlungsverlauf, merkt man an mehreren Stellen, dass es sich hierbei um ein DebĂŒtroman handelt. Leider verliert sich die Geschichte an einigen Stellen, fĂ€ngt sich zwar auch wieder, aber dennoch fĂŒhlt man sich manchmal an eine Story auf Wattpad erinnert.
An einigen Stellen möchte die Autorin einfach zu viel und dabei möglichst jeden Leser zufriedenstellen, weshalb sich die Protagonistin oft fĂŒr ihr Denken und Handeln rechtfertigt. Nachvollziehen kann man diese dann jedoch trotzdem nicht wirklich.

Was bewirkt das?
Harper wirkt auf den Leser leider sehr oberflÀchlich, naiv und es fehlt ihr an wirklicher Tiefe.
Sie hat auf der einen Seite keine Ahnung von der Welt, von Leuten ihres Alters, von Partys oder wie man flirtet. Dennoch ist sie gleichzeitig von sich selbst ĂŒberzeugt, was sie unsympathisch wirken lĂ€sst. Sie will alles auf einmal haben, wobei ich hier von Chase und Brandon spreche.
Zu beiden fĂŒhlt sie sich hingezogen und von beiden will sie geliebt werden. Sie spielt dabei mit deren GefĂŒhlen und das macht einen so manches Mal ziemlich wĂŒtend. Man ist von Harper oft enttĂ€uscht.

„Du bist so darauf bedacht, niemandem wehzutun, dass du ĂŒberhaupt nicht merkst, wie sehr du mich dabei verletzt.“ (Kap. 7)

Sie neigt zu ĂŒbertriebenen GefĂŒhlsausbrĂŒchen, handelt unfair und nimmt dabei auf kaum jemanden RĂŒcksicht. Des Weiteren hat sie keine Vorstellung von ihrer Zukunft, sondern strebt das Bild einer Hausfrau an. Damit kann sich kaum jemand in ihrem Alter identifizieren.
Man merkt vielleicht, dass ich mit ihrem Charakter nicht wirklich zurecht gekommen bin. Aber leider schafft Molly McAdams es nicht Harpers GefĂŒhle zu strukturieren und dem Leser damit das GefĂŒhlschaos, in dem diese steckt, wenigstens ein klein wenig nachvollziehbar darzustellen.

Ich möchte nicht sagen, dass mir das gesamte GefĂŒhlschaos zwischen Harper und Brandon/ Harper und Chase zu schnell ging. Oder die Situation, dass ein MĂ€del auf eine Party geht und dort direkt von jedem mĂ€nnlichen Wesen auf HĂ€nden getragen wird etc. mich gestört hĂ€tten. DafĂŒr ist das Genre schließlich bekannt…
ABER es kommt immer darauf an, wie man das ganze verpackt, so dass der Leser die GefĂŒhle oder die Situation ĂŒberhaupt wenigstens ein klein wenig nachvollziehen kann.
Hier hat Molly McAdams leider versagt. Die Entwicklung zwischen den Charakteren geht einfach zu schnell. Vielleicht sollte man auch sagen: Harper ĂŒberstĂŒrzt gerne ALLES in ihrem Leben!

Bereits nach wenigen Kaptieln hat man das GefĂŒhl man hĂ€tte bereits ein gesamtes Buch gelesen. Es passiert unglaublich viel und das ist es, was den Leser an den Roman fesselt. Man möchte wissen, was als nĂ€chstes passiert. An romantischen, verzweifelten und traurigen Momenten fehlt es der Geschichte auf jeden Fall nicht! Das mochte ich sehr gerne.

Der ErzĂ€hlstil ist sehr dicht und gleichzeitig intensiv. Kaum etwas bleibt einem verborgen und man fĂŒhlt sich den Akteuren sehr nahe, was einen quasi in die Geschichte hineinsaugt.

Und dann gelangt Taking Chances an einem Punkt an, wo TrÀnen fallen und man möchte von da an, dass die Geschichte endlich ihr Ende findet.
Die letzten Seiten ziehen sich ab diesem Moment. Auf der Suche nach einem Happy End, gibt es viel (unnötiges) Drama und unzĂ€hlige „Ich liebe Dich“ – Bekundungen, die man dann echt nicht mehr ernst nehmen kann.

Wer gerne mal in diesem Genre abtaucht macht mit Taking Chances nichts falsch. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn viele bekannte Motive aus Jamie McGuires oder J. Lynns Romanen auftauchen.

Mich selbst hat die Protagonistin zwar auf die Palme gebracht, aber dennoch hat mich dieser dichte ErzÀhlstil gefesselt, auch wenn einem einige Kapitel zum Schluss hin gerne erspart geblieben wÀren.

Was der Roman jedoch sehr schön vermittelt, ist das nur ein einziger Moment ausreicht, um das gesamte Leben zu verÀndern.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny
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