Eiskalt!

I- 18 Gradn Helsingborg rast ein Auto über die Brücke in das Hafenbecken. Der Fahrer des Autos hat keine Chance, aus dem Wasser zu entkommen. Sofort schaltet das Team um Fabian Risk sich ein und untersucht, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Doch spätestens als der Gerichtsmediziner seine Untersuchungsergebnisse präsentiert, wird allen klar, dass hier etwas nicht stimmen kann! Denn der Tote war ungefähr zwei Monate lang tiefgefroren … Wie konnte ein Toter Auto fahren? Die Ermittlungsgruppe steht vor einem Rätsel und schon bald wird ihnen klar, dass sie es dieses Mal mit einem schier übermächtigen Gegner zu tun haben!

Dies war mein erstes Buch von Stefan Ahnhem und somit habe ich auch die Serie um Fabian Risk nicht in chronologischer Reihenfolge begonnen. Dies empfand ich nicht als störend, da es fast keine Verweise auf frühere Fälle gab und somit die Spannung nicht getrübt wurde. Überhaupt versteht der Autor es, Cliffhanger gekonnt einzusetzen und das Buch durchweg fesselnd zu gestalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und bringt den Leser dazu, immer tiefer in das Buch einzudringen.

Die Charaktere sind sehr interessant gezeichnet und haben reichlich Ecken und Kanten, was mir immer sehr gut gefällt. In dieser Hinsicht ist „Minus 18 Grad“ ein typischer Schweden-Krimi, denn die handelnden Personen sind keinesfalls idealisiert, sondern schleppen jeweils ihr Päckchen Ballast, Schuldgefühle und Versagensängste mit sich herum.

Die Handlung an sich ist gekonnt aufgebaut und die beiden parallel geführten Ermittlungsstränge treiben das Geschehen immer weiter voran. Beide Themen, Identitätsdiebstahl und «Happy Slapping» sind sehr interessant ausgeführt und besonders «Happy Slapping» machte mich fassungslos und wütend! Leider hege ich keinen Zweifel daran, dass es so etwas tatsächlich gibt und diese Vorstellung ist einfach nur grässlich.

Allerdings fragte ich mich gleich zu Beginn, warum dieser zweite Erzählstrang in das Buch mit eingebaut wurde. Ziemlich schnell wurde mir dann klar, dass dessen einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass es hierbei um das Privatleben des Ermittlers geht. Daher war ich nicht sonderlich überrascht, wie dieser Teil der Handlung sich entwickelt hat und ich gehe davon aus, dass Dunja alle Täter zur Rechenschaft ziehen möchte. Dieser Teil des Buches ist also noch nicht abgeschlossen, sondern wird wohl im folgenden Band weiter ausgebaut.

Störend empfand ich allerdings die vielen, teils abstrusen und unglaubwürdigen Identitätswechsel. Immer wieder wird betont, dass der Täter die Verbrechen nur ausüben konnte, da er sich so akribisch vorbereitete und seine Opfer bis ins letzte Detail imitieren konnte. Da frage ich mich doch, wie es ihm möglich war, so eine große Anzahl an Identitäten in derart kurzer Zeit zu stehlen. Auch fand ich es unverständlich, dass die Polizei den Täter während dessen Untersuchungshaft nicht als Doppelgänger enttarnen konnte. Schließlich wussten sie doch, dass er komplett kahlgeschoren war, Augenbrauen inklusive. Sie hätten doch nur prüfen müssen, ob die Haare des Täters echt sind um sich zu vergewissern, dass er auch wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Irgendwie erschien mir dies nicht ganz logisch, sondern im wahrsten Sinn des Wortes an den Haaren herbeigezogen!

Insgesamt ist dieses Buch aber ein sehr gelungener Thriller, der aufgrund seines konsequenten Spannungsaufbaus so manchen Leser zu begeistern vermag. Fans von Schwedenkrimis kommen hierbei sicher auf ihre Kosten!

Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine
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