Ein Liebesbrief…

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Lang ist es her…

und da dachte ich mir ich veröffentliche heute mal einen etwas älteren Text von mir. Der ist vor ca. zwei oder drei Jahren entstanden und zwar nur aufgrund eines Gewinnspiels auf Lovelybooks (Wie romantisch… ich weiß 😂). Damals hat mich als „hoffnungslose Romantikerin“ die Idee sofort gepackt, einen „fiktiven“ (versteht sich) Liebesbrief zu schreiben und weil ich zu dem Zeitpunkt gerade auf ein Lied gestoßen war, den ich in Dauerschleife gehört habe, habe ich mich davon gleich inspirieren lassen..

Ihr seid neugierig, um welchen Song es sich dabei handelt? Es war „Still“ von Daughter. Hört gerne mal hinein:


Du,
meine vergangene, gegenwärtige und zukünftige Liebe,

erinnerst du dich an die drei entscheidenden Momente unserer Vergangenheit? Erinnerungen. Drei Momente, die bereits so weit zurückliegen, dass sich Motten in sie eingefressen haben. Dennoch liegen sie so glasklar vor mir, dass sie sich in mein Herz schneiden, wie die Splitter puren Glücks und berauschender Liebe. Schnittwunden, so zärtlich, dass sie mir den Atem rauben…

Wir sitzen auf den bunten Stühlen unserer Kindheit. Unser Leben könnt nicht leichter und unbeschwerter sein, wie in diesem Moment. Du lachst. Es ist die pinke Spange in meinem Haar, auf die ich so stolz bin und die dich zum lachen bringt. Mein kleiner Schatz, der nun in einem Schmuckkästchen ruht.
Es ist ein Spiel, das mich erröten lässt. ‚Schreibe die Wörter die dir einfallen auf den Rücken deines Sitznachbarn!‘. Du schreibst und schreibst. Ich kann kein einziges Wort erraten, denn alles was ich spüre sind deine Fingerspitzen auf meinem Rücken und das leichte kribbeln in meinem Bauch. Bin viel zu aufgeregt, um einen klaren Gedanken zu fassen. ‚Liebe‘ ist dein letztes Wort. Ich weiß es ganz genau, doch ich gebe es nicht zu. Noch nicht, denn dafür ist es zu früh…

Ich weiß nicht mehr, ob überhaupt Irgendwer die Kerzen auf dem Kuchen auslöscht. Alles woran ich mich erinnere ist der grüne Hals der Flasche, der auf mich zeigt. Pflicht. Ich stehe also am Ende einer Seitenstraße, mir ist kalt und mein Kopf ist dem Himmel zugewandt. Ich schreie deinen Namen in die Welt hinaus… flüstere ganz leise: ‚Ich liebe dich.‘
Niemand kann es hören, doch du schaust mich an. Es sind Worte, die nur wir beide verstehen. Nichts anderes zählt…

Der dritte Moment ist der, in dem du mir gegenüberstehst. Mich anschaust und lächelst. Auch ich lächle, doch anders als du hat es mir die Sprache verschlagen. Stehe in einem Tunnel und habe Tränen in den Augen. Du wischst sie weg. Doch es ist eine Quelle, die nicht verstehen will. Noch kannst du mit deinen Fingern über meine Haut streichen und die Traurigkeit verwischen. Noch bist du da. Doch schon bald bist du weg. Du sagst es mir, als sei es nichts. ‚Ich gehe in die USA‘. Und was ist mit mir? Entscheidest es Monate zuvor, ohne es mir zu sagen. ‚Dann geh doch!‘.
Wir sprachen dieselben Worte. Wir standen uns nahe. Nun sind wir Fremde. Getrennt durch den Ozean.

Gegenwart. Mein Leben in der Großstadt. Leuchtreklamen und LED’s.
Mitten auf dem Zebrastreifen liegt plötzlich deine Hand in meiner. Wir stehen dort und schauen uns an. Lächeln. Weiße Linien verlaufen unter uns, Menschen gehen, Menschen fluchen, weil wir einfach nur dort stehen und Minuten vergehen.
Fünf Jahre sind verstrichen, seit deinen letzten Worten. Keine Briefe wurden geschrieben, keine Worte gesprochen und keine Blicke getauscht.
Seit fünf Minuten sitzen wir im Café, sprechen dieselbe Sprache. Es ist genau wie damals… Blicke, die sagen: ‚Ich liebe dich!‘ …

Aus unseren zwei getrennten Leben wird eine gemeinsame Zukunft! Wir leben in den Tag hinein und atmen den selben Sauerstoff. Es ist ein geben und es ist ein nehmen.
‚In guten wie ich schlechten Zeiten‘ wird es uns prophezeit…

Wir liegen nebeneinander, blicken gemeinsam durch das Fenster in den Nachthimmel hinaus. Wir sprechen über die Sterne und die unendlichen Weiten des Universums. Träumen von der Unendlichkeit. Ich möchte den Moment greifen, ihn festhalten und niemals mehr loslassen. Ich möchte niemals mehr etwas anderes tun, als mit dir dort gemeinsam liegen, gemeinsam träumen, gemeinsam schweigen und zusammen sein. Spüre deine zarten Küsse in meinem Nacken…

Und dann plötzlich zerreißt es mir das Herz, wenn ich den Hass in deinen Augen sehe. Unter uns die Scherben, von den Dingen, die uns über die Jahre entglitten sind. Worte, die ausgesprochen, Taten, auf die wir niemals Stolz sein können. Dazwischen das Leben, welches uns Fallen stellt…

Du blickst auf, unsere Augen treffen sich.
Meine Gedanken schreiben dir diesen Brief.

‚Bitte verzeih.‘

Ich weiß, dass du ihn lesen kannst, denn genau diesen Brief schreibst auch du mir – in diesem Moment…

Hoffnung. Zuversicht. Unendlichkeit.

Vergessen ist der Streit und was bleibt ist dein Lächeln auf den Lippen und unser stilles ‚Ich liebe dich‘.

Deine vergangene, gegenwärtige und zukünftige Liebe.

Bonny
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3 Gedanken zu “Ein Liebesbrief…

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