Verstörend, perfide … aber absolut lesenswert!

fünf

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Zum Inhalt:

Die 4-jährige Manami, die Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi, ist im Schwimmbad der Schule, an der ihre Mutter unterrichtet, ertrunken. So scheint es zumindest…
Doch bald darauf kündigt Moriguchi ihre Stelle und teilt ihren Schülern mit, dass Manamis Tod kein tragischer Unfall war, sondern vielmehr ein von ihren Schülern verübter Mord. Sie weiß, wer die Schuldigen sind und sie möchte den Tod ihrer kleinen Tochter Manami rächen.
Mit ihrem Geständnis löst Yuko Moriguchi eine dramatische Kettenreaktion aus…

Meine Meinung:

Kanae Minatos Roman ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Werk.

Da wären in erster Linie der Schreibstil und die Aufteilung der Erzählung. Die Autorin hat ihren Roman in 6 Kapitel eingeteilt, in denen die Ereignisse jeweils aus der Sicht eines anderen Betroffenen oder einem Familienmitglied eines Beteilgten geschildert werden. Während im ersten und im letzten Kapitel die Lehrerin Yuko Moriguchi zu Wort kommt, lernen wir in den weiteren Kapiteln die Perspektiven einer Mitschülerin, der Mutter eines der beschuldigten Schüler und der beiden Schüler kennen, die von Moriguchi des Mordes bezichtigt werden.

Viele Einzelheiten werden aufgrund dieser Einteilung mehrfach geschildert und dennoch kommt keine Langweile auf, da es der Autorin perfekt gelungen ist, immer wieder weitere wichtige Details einzustreuen, die meist auch zu unerwarteten Wendungen führen. Nach und nach setzen sich auf diese Weise verschiedene Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen.

Auch der Schreibstil variiert von einem Kapitel zum anderen, da die Autorin den jeweiligen Protagonisten unterschiedliche Adressaten zuteilt. Während Yuko Moriguchi sich im ersten Kapitel an alle ihre Schüler richtet, wendet sich die Schülerin Mizuki im folgenden Kapitel in einem Brief an ihre ehemalige Lehrerin, bevor der Leser im dritten Kapitel die Tagebucheinträge von Naokis Mutter lesen kann.

Im Laufe der Erzählung lernt der Leser die Beweggründe der einzelnen Protagonisten kennen und hier tun sich wahre menschliche Abgründe auf. Es geht um Rache, um fehlende Anerkennung, um Schuldfragen und um Gewalt. Auch dies macht den Roman zu etwas Besonderem.

Man kann dieses Buch nicht einfach nur lesen… vielmehr regt es zum Nachdenken an: über unsere Gesellschaft und deren Werte, über Gerechtigkeit und darüber, wie man sich selbst wohl an der Stelle eines der Protagonisten verhalten hätte.

Um es mit den Worten der Buchhändlerin zu sagen, bei der ich dieses Buch gekauft habe: „Da haben Sie sich zwei ganz besondere Bücher ausgesucht!“ Zumindest was dieses Werk angeht, sollte sie Recht behalten!  😉

In Japan ist das Buch übrigens schon 2008 erschienen und wurde mittlerweile auch verfilmt.

Ich vergebe fünf von fünf Papierblumen!
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Véro
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Ein Gedanke zu “Verstörend, perfide … aber absolut lesenswert!

  1. mschnee schreibt:

    Mir kommt vor, dieses Buch kann man entweder nur mögen – oder nicht. Ich finde die Story auch jetzt noch interessant (wurde seinerzeit durch eine Beachflag des Verlags drauf aufmerksam), aber mit dem Schreibstil bin ich überhaupt nicht klargekommen. Diese Anredeform hat mich schon auf den ersten Seiten total crazy gemacht, brrrr. Schade eigentlich, denn dieses Buch hätte mich durchaus interessiert … Aber es soll ja angeblich auch einen Film geben, vielleicht gucke ich mir den stattdessen einmal an :).

    Liebe Grüße
    Maria

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