Duell der Genies!

Verdächtige GeliebteDramatische Ereignisse führen dazu, dass Yasuko ihren Ex-Ehemann tötet. Ihre Tochter hilft ihr mehr oder weniger aktiv bei der Tat und daher steht für die Mutter schnell fest, dass sie unmöglich die Polizei einschalten kann. Schließlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: Ihr Nachbar, seinerseits ein Genie auf dem Gebiet der Mathematik, verhilft ihr zu einem möglich perfekten Alibi und fingiert den Tathergang so, dass Yasuko schuldlos davonkommen sollte. Wird diese Verschleierungstaktik aufgehen oder kommt die Polizei doch noch auf die richtige Spur?

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen, allerdings erscheint mir die Sprache an manchen Stellen etwas arm zu sein. Vielleicht liegt das aber auch an der Übersetzung, die möglicherweise nicht alle feinen Nuancen berücksichtigt. Der Einstieg in das Buch ist mir leichtgefallen und die japanischen Namen verwirrten mich nur kurz, da ich mich doch recht schnell daran gewöhnte. Die Handlung beginnt sofort sehr spannend, flachte dann jedoch zusehends ab und vor allem im Mittelteil gab es zu viele Wiederholungen. Erst gegen Ende konnte das Buch mich wieder fesseln und überraschen! Denn der Schluss hat es wirklich in sich!

Yasuko und ihre Tochter sind sehr sympathisch dargestellt und ich kann ihre Abscheu gegenüber des Toten zu jedem Moment nachvollziehen. Die Beobachtungsgabe des Mathematiklehrers ist zweifellos überragend und mich streifte am Anfang der Gedanke, ob er nicht vielleicht leicht autistische Züge aufweist. Er ist ein sehr analytischer Geist, versucht alles mit blanker Logik zu erklären und betrachtet den Mord als ein Problem, für das es eine Lösung gibt. Er scheint einen Plan zu haben und will diesen auch umsetzen.

Sein Gegenspieler auf Seiten der Polizei ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Physik und kann intellektuell mit Ishigami mithalten. So entsteht ein verbales Duell zwischen befreundeten Genies, bei dem jedes Wort eine besondere Intensität und Bedeutung erfährt. Diese Interaktionen stellen auch den Mittelpunkt des Buches dar, denn schnell wird klar, dass nur Yukawa die Fähigkeiten besitzt, den Plan des Lehrers zu entlarven.

Obwohl ihre Wortgefechte interessant waren, stellen sie für mich doch auch einen wesentlichen Kritikpunkt des Buches dar. Es gibt eine ganze Reihe Krimis, bei denen man als Leser sofort weiß, wer der Täter ist. Diese Idee ist also nicht neu und kann richtig umgesetzt genauso spannend sein wie das Szenario mit einem unbekannten Täter. Denn auch solche Bücher können immer noch die Kriterien eines Krimis erfüllen. Dies war hier in meinen Augen nicht der Fall. Denn die meisten typischen Krimielemente traten hier kaum oder nur sehr sporadisch zum Vorschein. Polizeiliche Ermittlungen gab es eigentlich gar nicht, denn der ganze Fall wurde durch die Denkspiele des Physikers vorangetrieben. Dies störte mich teilweise doch gewaltig, vor allem da die Geistesblitze des Physikers sehr oft auf der Luft gegriffen wirkten. So gab es bis zum Schluss einige Ungereimtheiten, die mir nicht ganz logisch erschienen.

Die Idee hinter dem Buch gefällt mir nach wie vor sehr gut, die Umsetzung konnte meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich durch und durch Krimi-Leserin bin und ganz bestimmte Anforderungen an ein solches Buch stelle. Meiner Ansicht nach hat der Klappentext nicht zu viel verraten, sondern zu viel versprochen.
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Ich vergebe drei Papierblumen!

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Christine
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Paper Princess – Ein Rückblick.

(Diese Rezension kann Spoiler enthalten!)

„Ich tue gern so, als wäre ich eine richtig toughe Nuss, und bis zu einem gewissen Punkt stimmt das ja auch. Ich bin arm und hungrig. Ich wurde von einer Stripperin großgezogen. Ich weiß, wie man jemandem eine verpasst, wenn es nötig ist. Aber ich bin trotzdem erst siebzehn! Manchmal kommt es mir so vor, als wäre ich ein bisschen zu jung für das Leben, das ich führe. Dann sehe ich mich um und denke: Ich gehöre hier nicht her.“ (S. 18)

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Ella Harper hat es wirklich nicht leicht. Seit dem Tod ihre Mutter schlägt sie sich alleine durch. Am Tag sitzt sie in der Schule, nachts arbeitet sie in einer Bar. Dann steht plötzlich der Multimillionär Callum Royal vor ihr und behauptet ihr Vormund zu sein. Plötzlich verändert sich alles. Er nimmt sie mit in seine Villa und sie kommt in eine Welt voller Luxus.
Doch schon bald merkt sie, dass hier etwas nicht stimmt. Callum Royals fünf Söhne begegnen ihr mit Feindseligkeit. Besonders einer von ihnen macht Ella das Leben schwer. Und trotzdem knistert es gewaltig zwischen ihnen…

Es ist nun schon einige Wochen her, seitdem ich diesen Roman von Erin Watt gelesen habe. Wer es noch nicht wissen sollte: „Erin Watt“ ist das Pseudonym des Autorenduos Jen Frederick und Elle Kennedy. Letztere konnte sich mit „The Deal“ in mein (New Adult – ) Leserherz schleichen und man kann damit wohl erahnen, dass meine Vorfreude groß war, als ich gehört habe, dass „Paper Princess“ auf dem deutschen Buchmarkt erscheint.

Doch während mich der erste Teil der „Off – Campus“ – Reihe mit seiner lockeren, natürlichen und unbeschwerten Handlung überzeugen konnte, wo – anders als in vergleichbaren Romanen in diesem Genre – mir die dramatische Entwicklung der Handlung nicht zu inszeniert erschien, war „Paper Princess“ dazu nicht in der Lage und konnte mich ebenfalls nicht in seinen Bann ziehen. Ich blieb eine Zuschauerin an der Seitenlinie, die sich in einigen Augenblicken sogar recht unwohl in ihrer Haut fühlte, sich dabei erwischte, wie sie die Augen verdrehte und doch bemerkte, wie die Seite nur so vorüberzogen. Letztlich ließ mich dieser Roman gespalten zurück.

Der einfache Einstieg in den Roman wird durch seinen leichten Schreibstil ermöglicht. Mir hat es gefallen, wie man zu Beginn der Handlung nicht mit Informationen erschlagen wird, sondern wie diese in den Erzählfluss eingebunden werden.
Etwas gewöhnungsbedürftig war hingegen die Ausdrucksweise. Doch den hier getroffene Ton habe ich keineswegs als negativ erachtet, sondern er passt zu dem Naturell der Protagonistin. Hier hätte ein höfliches Mädchen, welches sich zuvorkommend artikuliert nun wirklich nicht ins Gesamtbild gepasst.

Ella Harper ist ein spannender Charakter und unterscheidet sich von vergleichbaren Charakteren andere Romane in diesem Genre. Sie hat sich ein Lügengerüst aufgebaut, welches ihr dabei hilft ums tägliche Überleben zu kämpfen. Mit ihren siebzehn Jahren hat sie bereits derartig viele negative Erfahrungen gemacht, dass sie einen robusten Schutzpanzer besitzt. Sie sagt klar und deutlich, dass sie denkt und setzt sich ebenfalls durch. Ob sie dabei immer eine kluge Entscheidung trifft sei nun erstmal dahingestellt. Durch ihre dominante Art bringt sie älteren Personen wenig bis überhaupt keinen Respekt entgegen. Auch dieser Aspekt ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, andererseits passt es aber auch zu ihrem Charakterbild, denn sie ist eben auch die Tochter einer Stripperin und in diesen Kreisen aufgewachsen.
Nach dem Tod ihrer Mutter arbeitet sie weiterhin in einem Nachtclub und versucht am Tag ihren Schulabschluss zu erlangen, um aufs College zu gehen…

Doch wie bereits der Klappentext verrät, wird sie aus ihrer Situation gerettet, als Callum Royal plötzlich in ihrem Leben auftaucht. Damit hat sie nun einen Multimillionär als Vormund und ist eine „Prinzessin auf dem Papier“. Doch wird ihr Leben damit leichter? Keineswegs. Nun muss sie sich in einer luxuriösen Villa mit fünf (wobei man hier eigentlich von vier sprechen kann, da einer der Brüder bereits auf dem College ist) pubertierenden „Satansbraten“ herumschlagen, die wahnsinnig anstrengend sind und dies ist wahrscheinlich sogar noch freundlich ausgedrückt.

Ich werde nun natürlich nicht auf jeden der Brüder eingehen, dies ist jedem selbst überlassen. Zentral in der Handlung taucht jedoch immer wieder Reed Royal auf. Er ist eine Art Alphatier bei seinen Brüdern. Was er sagt, gilt. Und ausgerechnet ihm ist Ella ein Dorn im Auge und dies lässt er sie auch spüren.

Auf der einen Seite stehen also diese verwöhnten Typen, die alles haben, sich alles angeln und dabei keineswegs Rücksicht auf die Gefühle anderer nehmen. Natürlich hat dies auch einen Grund, aber ob man diesen Konfrontationskurs dadurch am Ende nachvollziehen kann ist eine andere Frage. Sie rebellieren, aber wie sie dabei mit einem Mädchen umgehen, welches sie überhaupt nicht kennen und welches bisher nur Leid erfahren musste, ging mir dann doch zu weit und Sympathie sucht man an dieser Stelle ebenfalls vergeblich.

Den Gegenpol bildet Ellas Charakter. Sie wirkt nach außen hart, doch der Leser bemerkt schnell, dass sie doch „nur“ ein siebzehnjähriges Mädchen ist, welches sich bereits darauf vorbereitet, dass die Seifenblase vor ihren Augen zerplatzt und sie damit wieder in ihre eigenen Realität zurückgeworfen wird.

Blickt man auf die aufkommenden romantischen Gefühle in diesem Erotik-/Liebesroman, dann kann man hier nicht wirklich von Romantik sprechen. Stattdessen schauen wir dabei zu, wie Ella ihren Körper an einen Typen verschenkt, der sie dermaßen abwertend behandelt, dass man sich allein beim lesen unwohl fühlt. ‚Was macht dieses Mädchen da nur?‘ wird sich hier der ein oder andere Leser sicherlich fragen. Sie lässt sich zu einem Objekt degradieren.
Ebenfalls wird hier das Thema der sexuellen Gewalt aufgegriffen, doch keineswegs diskutiert. Als ich am Ende des Buches angelangt bin, habe ich darüber nachgedacht und mich gefragt, ob es von dem Autorenduo richtig war diese Gewalt als ein Mittel zu benutzen, um einen Umschwung zu erwirken. Denn ab diesem Moment wird aus Ella die „Schwester“, die es zu beschützen gilt. Dabei haben die Royals sie vorher nicht anders behandelt. Betrachtet man die Konsequenz, dann blickt man auf eine pubertäre Rachehandlung, die mich keinesfalls amüsiert hat, sondern mich erneut unwohl zurückließ.

Ich muss zugeben, dass mich dieser Roman erst geblendet hat. Ich habe ihn gelesen und dabei nicht wirklich über die Handlung nachgedacht. Ich war in einer Art und Weise geblendet und hab in diesem Liebesroman nach Gefühlen zwischen den Charakteren gesucht, meinte für einen Bruchteil einer Sekunde sogar, dass ich diese gefunden habe. Doch nachdem ich den Roman beendet und die Handlung noch mal rekapituliert habe, wurde mir plötzlich bewusst, was da eigentlich passiert ist.
Ella Harper kommt aus einem schrecklichen Milieu, hat mit ihren siebzehn Jahren bereits als Stripperin gearbeitet und musste sich in ihrer Kindheit immer wieder mit den wechselnden Männern ihrer Mutter auseinandersetzen, die ebenso nicht davor zurückschreckten das kleine Mädchen anzufassen. Und als wäre dies noch nicht genug, kommt sie zu den Royals, muss sexuelle Belästigungen über sich ergehen lassen, wird in der Schule ebenfalls nicht mit Blumen begrüßt und erfährt auf einer Party dann auch noch sexuelle Gewalt. Betrachtet man all diese Punkte, dann wird Ella Harper von dem Autorenduo zu „normal“ gezeichnet. Keine Frau der Welt würde noch derartig aufrecht und gefasst auf dem Boden stehen, wie sie.

Und wenn ich mir all dies durch den Kopf gehen lasse, dann fällt es mir wirklich schwer eine Empfehlung für diesen Roman auszusprechen. Ich glaube, dass die Leser die sowieso manchmal in diesem Genre abtauchen sowieso zu diesem Roman greifen werden, doch ich ermahne ebenfalls, dass man sich nicht blenden lassen und am Schluss über den Ablauf der Handlung nachdenken sollte.
Die Handlung selbst ist ebenfalls vorhersehbar und Geheimnisse lassen sich schnell entschlüsseln. Spannend hingegen ist Ella Harpers Charakter. Ihre Schlagfertigkeit hat mich zum schmunzeln bringen können und auf den ersten Blick hat mich die Handlung gut unterhalten. Doch der zweite Blick ließ mich zusammenschrecken.

Ich vergebe daher 2,5 Papierblumen.

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Bonny

Bist du bereit?

„Bens Kopf fühlte sich an wie eine Piñata, gefüllt mit Gedanken statt mit Süßigkeiten, auf die nicht Kinder mit Stöcken, sondern Psychopathen mit Eisenstangen einprügelten.“ (S. 316)

AchtNachtEine interessante und gleichsam schockierende Thematik findet in diesem Thriller seine Bühne.
Stell dir vor, es gäbe eine Art „Todeslotterie“. Jeder hat die Chance den Namen eines ihm verhassten Menschen auf einer Internetseite in einen Lostopf zu werfen. Am 8.8. wird dann ein Name gezogen und der Auserwählte (AchtNächter) wird damit für eine gesamte AchtNacht vogelfrei erklärt. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten und sollte es jemandem gelingen, winkt ein saftiges Kopfgeld von zehn Millionen Euro. Wie viele Menschen würden sich wohl einer solchen Jagd anschließen?

Vielleicht mag diese Thematik dem Ein oder Anderen bereits bekannt vorkommen. Sebastian Fitzek hat sich bei diesem Buch von der Verfilmung zu „The Purge“ (Die Säuberung“) inspirieren lassen. Ein schockierendes und gleichsam aufrüttelndes Szenario, in dem es darum geht, dass durch eine alljährlich stattfindende Nacht – in der alle Verbrechen legalisiert und Notfallsysteme deaktiviert werden – die Kriminalitätsrate gesenkt wird.
Dieses Thema bietet genügend Spannung, dies ist keine Frage. Aber Sebastian Fitzek hat mich mit seiner Umsetzung leider nicht vollkommen überzeugen können.

Dies mag zum einen sicherlich an dem Protagonisten dieses Thrillers liegen. Ben ist Musiker, Vater einer bereits zu einer jungen Frau herangewachsenen Tochter. Er sieht sich selbst als Versager und ist von tiefen Schuldgefühlen erfüllt, die der Leser durchaus nachvollziehen kann. Alles dreht sich um den einen Moment, in dem er die falsche Entscheidung getroffen hat. Dieser eine Moment hatte Auswirkung auf sein Leben, als auch auf die Zukunft seiner Tochter. Könnte man doch nur diesen einen Handlungsmoment rückgängig machen…
Ben schien mir jedoch machmal zu unscheinbar, zu sehr im Selbstmitleid versunken und blickt man auf den Verlauf der Handlung, so trifft er erneut falsche Entscheidungen, die mir als Leser manchmal die Spannung und viellicht auch die Glaubwürdigkeit genommen haben.

Doch wir sehen die hereinbrechenden Ereignisse auch mit den Augen von Arezu, die ihre eigene dunkle Vergangenheit besitzt und ebenso daran leidet. Schritt für Schritt kommt man dieser Dunkelheit auf die Spur und ebenso wird nach und nach offenbart, welche Rolle ihr Puzzlestück im Gesamtbild betrachtet spielt.

Den Aufbau von AchtNacht fand ich gelungen. Die Kapitel sind kurz und lassen sich schnell lesen, wobei sie immer den gleichen Aufbau besitzen und jeweils mit einem (Mini-)Cliffhanger schließen. Natürlich sollen diese für Spannung sorgen und zum weiterlesen verleiten. Ich fand es jedoch irgendwann ermüdend, denn jedes nachstehende Kapitel beginnt mit einer neuen „Anfahrt“, die mich als Leser Energie gekostet hat. Man könnte es wohl auch als Ungeduld meinerseits bezeichnen. Die meisten dieser Cliffhanger wurden dann ohne großes „Brimborium“ aufgelöst – ernüchternd.

Insgesamt betrachtet war die Jagd am Ende mehr eine aufregende Tour durch das nächtliche Berlin. Es fehlte mir an Wahnsinn, Verrücktheit und durchgeknallten Figuren, die aus dem Schatten treten und der Geschichte mehr Pep verliehen hätten. Man muss nur bedenken, dass die Namen zweier (ja soviel kann ich bereits verraten!) Personen gezogen werden. Sie werden zu Gejagten. Tausende Verrückte werden über die sozialen Medien über ihren Aufenthalt informiert. Doch wo sind sie in dieser Nacht?
Die AchtNacht wird mehr zu einem Erpressungsszenario mit zwei Jägern, die mit ihrer Videokamera das Fürchten lehren und ein paar betrunkenen Personen, die mit Müllbeuteln über ihren Köpfen hinterher marschieren.
Zusammenfassend ist Fitzek bei seiner Täterbeschreibung noch nett. Wo sind all die normalen Alltagspersonen, die plötzlich zu Mördern werden? Mir fehlte es an den verrückten Personen die plötzlich durchdrehen, keine Gesetze mehr wahrnehmen und die Idee einer derartigen Website als Schleichweg betrachten, illegal zu morden. Vielleicht suche ich aber auch in AchtNacht zu viele Aspekte aus „The Purge“?

Letztlich hat sich der Autor eben nur inspirieren lassen und dabei eine Möglichkeit gefunden, wie ein derartiges Szenario bereits in wenigen Stunden in unserer Gesellschaft bitterer Ernst werden könnte. Und auch während dem Lesen kam bei mir natürlich die Frage auf: „Aber ist dies wirklich möglich?“ und mir wurde ein durchaus glaubwürdiges „Ja.“ vermittelt.
Ein Mausklick und die Menschen drehen durch, dies wird uns schließlich bereits bei Facebook & Co. verdeutlicht. Fitzek zeigt einen realistischen Weg, wie die Möglichkeit besteht und Schattengestalten damit Profit machen wollen. Aber es ist auch ein Spiel mit dem Feuer.
Gelungen fand ich es ebenfalls, wie der Autor aktuelle Themen aufgreift, in dem er zeigt, wie viel Einfluss Hacker auf unser Leben haben oder wie uns soziale Medien beeinflussen können. Er zeigt vielleicht sogar einen Weg, wie sich Shitstorms oder Fake News in das Real Life verlagern lassen und eine wütende Masse zu Mördern wird. Sogar eine stille Kritik am Städtebau von Berlin konnte ich herauslesen.

Zusammenfassend betrachtet hat sich der Autor in seinem Buch einem spannenden Thema zugewandt und ebenfalls aktuelle Themen miteingebunden, so dass dem Leser eine solche AchtNacht durchaus realistisch und möglich erscheint. Dieser Punkt sorgt wohl für den größten Schockmoment.
Die Personen, als auch bestimmte Ereignisse im Handlungsverlauf konnten mich leider weniger begeistern und mir fehlte es an einer Prise Verrücktheit. Daher vergebe ich insgesamt 3 Papierblumen und kann dennoch bereits sagen, dass dieser Thriller sicherlich nicht mein letzter Fitzek war! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Leichte Kost für zwischendurch

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Zum Inhalt:

Der 33-jährige Christoph hat bei Frauen wenig Erfolg, obwohl er ein guter Zuhörer ist, nicht raucht und sowohl kinderlieb als auch treu ist. Aber dies ändert nichts daran, dass seine Freundin Inga mit einem anderen anbandelt und Christoph das Nachsehen hat.
Auf der Hochzeit seines Freundes Hendrik findet dann Zwenn, der Dritte im Bunde, die Liebe seines Lebens und Christoph erkennt, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss, wenn er seine Traumfrau finden will.

In dieser Situation klingelt Christophs Nachbarin Juli an seiner Tür und fragt, ob er den 11-jährigen Emil hüten kann, da sie im Krankenhaus operiert werden muss.

Emil erweist sich als Flirt-Experte, immerhin arbeitet sein Vater als Flirtcoach. Ob er Christoph dabei helfen kann, die hübsche Zahnärztin Pandora zu einem Date zu überzeugen … ?

Meine Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen ganz unterhaltsamen Roman für zwischendurch, allerdings zeigt er auch leider einige Schwächen.

Zu Beginn hat mich der humorvolle Schreibtstil sehr überzeugt. Allerdings wirkte das Geschehen sehr schnell zu überspitzt: Christophs Freund Hendrik läuft mit einem Stillimitat umher, das unerzogene Kind in der Kita hat einen Doppelnamen und darf schon Kaffee trinken, Christophs Chefin raucht, ist dick und arbeitet kaum, … Anfangs musste ich über diese Begebenheiten noch schmunzeln doch recht schnell wurde es mir dann doch zu viel, und ich hatte das Gefühl, dass kein Klischee ausgelassen wurde.

Der Ausgang des Romans ist außerdem schon recht früh vorhersehbar, was ich ebenfalls etwas schade fand.

Dennoch konnte der Autor mit Wortwitz und sympathischen Protagonisten punkten; besonders der kleine Emil wächst einem schnell ans Herz und man fühlt richtig mit dem Jungen mit.

Fazit:

Das Buch eignet sich gut als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, allerdings darf man sich nicht zu viel Tiefgang erwarten.

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Véro

Umwoben von der Vergangenheit

Zu lieben bedeutet zu fürchten. Du ängstigst dich, bist starr vor Sorgen, dass denen, die du liebst, etwas zustoßen könnte. Denk nur an die Möglichkeiten. Zieht sich dein Herz mit jedem Schlag zusammen? Das, mein Freund, ist Liebe. Sie macht uns alle zu Sklaven, denn es gibt keine Liebe ohne Furcht. – Private Ansichten über die Liebschaften dreier Könige von Baronin Sammarco“ (S.295)

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Vor einigen Jahren brach eine schreckliche Krankheit aus. Viele der Kinder, die die Krankheit überlebten, sind für ihr Leben gezeichnet und werden von der Gesellschaft verstoßen.
Auch das schwarze Haar von Adelina Amouteru, der Tochter eines reichen Kaufmanns, verfärbt sich in der Nacht plötzlich silbern. Und so ist auch sie gezeichnet.
Aber das Blutfieber hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige.
Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe…

Mit Spannung habe ich auf die neue Reihe von Marie Lu („Legend“-Trilogie) gewartet und wurde nicht enttäuscht. Wenn man in „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ etwas findet, dann ist das auf jeden Fall Spannung, verbunden mit einem ereignisreichen Handlungsverlauf, der einen in den richtigen Momenten fesselt, schockiert, aber auch gleichzeitig verärgert, da man durchaus in einigen Lesemomenten die Entscheidungen der Protagonistin kritisieren möchte.

Insbesondere die ersten hundert Seiten konnten mich begeistern. In einem mitreißendem Handlungsaufbau erfahren wir einiges von Adelina Amouteru, der Protagonistin dieses (Fantasie-) Jugendromans. Aber der Leser erhält nicht nur Informationen über ihre persönliche Vergangenheit, sondern ebenso einen Zugang zu der hier von Marie Lu neu konstruierten Welt.
Zusammen mit Adelina befindet man sich in den Seelanden, im Südosten von Kenettra. Visuell unterstützt wird dies durch eine im Buch enthaltende geografische Karte, die ich für die Verortung der Handlung durchaus hilfreich empfand.

Adelina Amouteru ist eine ungeschliffene Protagonistin, die sowohl äußerlich, als auch innerlich „gezeichnet“ ist. Sie und ihre Schwester erkrankten einst am Blutfieber, welches nur Kinder überlebten. Während ihre Schwester unbeschadet genesen konnte, verfärbte sich Adelinas Haar über Nacht. Ein Zeichen, welches für jeden sichtbar ist und durch welches sie von der Gesellschaft abwertend behandelt wird.
Ihre Schwester ist ihr der wohl wichtigste Mensch, doch ebenso ist Adelina von Neid und Eifersucht befallen, wenn sie diese im Umgang mit ihrem Vater betrachtet. Während sie auf Händen getragen wird, schlägt Adelina der tägliche Hass ihres Vaters entgegen.
Für das Verständnis von ihrem Charakter ist dieser Blick auf die Ereignisse der Vergangenheit gelungen und keineswegs langatmig, sondern Marie Lu hat diese Rückblicke interessant in den Handlungsverlauf eingeflochten.

Ebenso spannend gestaltet sich die Entdeckung der Strukturen in der Gemeinschaft der Dolche. Wie bereits erwähnt sind einige der Kinder, die das Blutfieber überlebten gezeichnet und werden als „Malfettos“ bezeichnet. Einige von ihnen besitzen darüber hinaus aber auch übernatürliche Fähigkeiten und haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt.

„Die Dolche hatten nach dem Blutfieber weitaus tiefere Narben davongetragen als ich – furchterregende Kräfte, die nicht von dieser Welt waren. […] Es hieß, dass sie aus dem Nichts Feuer heraufbeschwören konnten. Den Wind beherrschen. Wilde Tiere zähmen. Unsichtbar werden. Mit einem einzigen Blick töten.“ (S. 16)

Allen voran Enzo und Raffaele. Beide ebenso interessante Charaktere, mit unterschiedlichen Geschichten, die ebenfalls genügend Zündstoff für den Handlungsverlauf liefern. Einige Kapitel sind sowohl aus Adelinas, als auch aus Enzos und Raffaeles Sicht geschrieben. Es taucht aber auch noch ein vierter Charakter auf: Teren Santoro. Er ist der Anführer der Inquisition des Königs, die aktiv gegen die Dolche vorgeht.
Diese verschiedenen Perspektiven ergänzen sich gegenseitig und liefern einen guten Rundblick auf die Handlung. Ebenso gerät der Leser hierdurch in eine verzwickte Lage. Man kann sich nicht sicher sein: Wer verfolgt hier gute Absichten und wer agiert böse? Wem kann Adelina vertrauen? Die Grenzen verschwimmen und Marie Lu spielt hier gelungen mit diesem Muster.

Der Schreibstil der Autorin hat mir erneut gut gefallen. Zu Anfang war er mir persönlich noch etwas verschnörkelt…

„Der Duft der Blumen erfüllt meine Gedanken mit seiner schweren Süße.“ (S.54)

doch derartige Stellen verlieren sich über die Seiten hinweg und erdrücken keinesfalls den Lesegenuss.

Ebenfalls beschreibt sie zu Beginn der Handlung die Welt in der sich Adelina bewegt wirklich gut. Aber diesen Punkt verliert Marie Lu irgendwann aus den Augen.
Die Handlung, um Adelina und die Dolche, steht dominant im Vordergrund (was natürlich nicht unbedingt schlecht ist), so dass die hier entworfene Welt nur noch als ein Schatten wahrgenommen wird. Dennoch hat mir die Atmosphäre und die Schauplätze – welche an ein Italien zur Zeit der Renaissance erinnern – gut gefallen. Aber die Autorin verschenkt hier ebenso Potenzial.

Eine besonders wichtige Rolle spielt in diesem Buch die Gefühlswelt der Protagonistin. Wie sieht es in ihrem Verstand aus? Um Adelina und ihre Handlungen nachzuvollziehen hat Marie Lu sich daher an einer personalen Ich-Erzählerstimme bedient.

„Mein Stolz beginnt sich zu regen, verdrängt meine Trauer, verschmilzt mit meiner Wut, meinem Hass und meiner Angst, meiner Leidenschaft und meiner Neugier. Die flüsternden Stimmen, die knapp außerhalb meiner Reichweite lauern, schlängeln sich an die Oberfläche und recken ihre langen, knochigen Finger gierig nach der Freiheit […].“ (S. 390)

Der Leser taucht hierdurch tief in ihre emotionale Welt ein und versucht dadurch ihre Handlungen nachzuvollziehen. Was nicht immer gelingt…
Zwischendurch flackern ebenso Beschreibungen von ihrem Vater auf und dieser Punkt hat mich persönlich irgendwann gestört. Zwar ist das einweben der Ereignisse aus der Vergangenheit durchaus gelungen, doch ein aus dem nichts aufflackernder Vater in ihrer Gedankenwelt hat mich zunehmend irritiert und an meiner Konzentration genagt. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich war genervt von dieser Überlagerung.

Wer ist Freund? Wer ist der Feind? Welchen Charakteren kann man trauen?
Mit diesen Fragen spielt Marie Lu gekonnt und ebenso entdeckt man in der Protagonistin bösartige Züge und misstraut auch ihr. Einige ihrer Entscheidungen lassen sich diskutieren und wühlen den Leser durchaus auch auf. Dies trägt aber auch zu einem spannenden Handlungsverlauf bei, der gerade zu Beginn eine Hochphase erlebt, sich dann jedoch ein wenig verläuft. Die Handlung kommt dennoch nicht entgültig zum Stillstand, sondern auf den letzen Seiten wird man erneut gepackt und dabei kräftig durchgeschüttelt.
Doch weil ich mich mit einigen Punkten in dem Buch nicht anfreunden konnte und einige Schwachstellen entdeckt habe, bekommt „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ von mir 3,5 Papierblumen.  NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Hinter den Bergen …

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Zum Inhalt:

Die beiden Riesen Pelinka und Satlasch sind die beiden letzten ihrer Art und leben in den Prikopa-Bergen in einer einsamen Hütte.
Einige Täler weiter leben die beiden Riesinnen Ariane und Amanda – ebenfalls die letzten ihrer Art.

Pelinka und Satlasch träumen schon lange davon, die beiden Riesinnen zu besuchen und sich zu verlieben.

Als sie schlussendlich genügend Geld zusammenhaben, um sich ein Moped anfertigen zu lassen, kann sie nichts mehr halten und sie machen sich auf den Weg in den „Hintersten Winkel“.

Allerdings verläuft diese Reise etwas anders als geplant.

Meine Meinung:

Ich hatte mir dieses Buch wesentlich harmonischer vorgestellt, da ich davon ausging, dass die „Liebesgeschichte“ und die Gefühle der beiden Riesen im Mittelpunkt stehen würden.

Dem ist jedoch nicht so, da viel mehr der Weg zu den beiden Riesinnen im Mittelpunkt steht und der erweist sich als recht beschwerlich: Benzin wird geklaut, Zwerge werden „gequält“ und es kommt zu handfesten Prügeleien.

Die Autorin schafft es wohl, die negativen Charakterzüge ein wenig zu relativieren indem sie dem teilweise recht brutal daherkommenden Satlasch den wesentlich liebenswürdigeren Pelinka zur Seite stellt. Dennoch wird das negative Verhalten des Riesen Satlasch nicht geahndet und auch nur ansatzweise in Frage gestellt. Denn obschon Pelinka nicht mit jeder Entscheidung Satlasch einverstanden ist und Satlasch Pelinka zuweilen regelrecht hinters Licht führt, schafft Stalasch es dennoch immer wieder seinen Willen durchzusetzen, um ans Ziel zu kommen.

Auch der Racheplan der Zwerge kommt nicht ganz ohne „illegale Machenschaften“ aus, was ich dann doch sehr schade finde.

Ich hätte mir insgesamt etwas mehr Harmonie gewünscht: vielleicht wären die Zwerge bereit gewesen, den Riesen zu helfen, wenn die beiden versucht hätten das Zwergenvolk zu überreden. Vielleicht hätte es Pelinka und Satlasch auch gelingen können, den Menschen die Angst vor ihnen zu nehmen und auf diese Weise Hilfe zu erhalten.

Schlussendlich hätte ich mir auch gewünscht, dass der Schluss etwas mehr ausgebaut wird.

Fazit: Das Buch hat sich sehr gut gelesen, jedoch wird es wohl für manch jungen Leser wichtig sein, das Gelesene anschließend zu thematisieren und zu reflektieren.

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Véro

Wenn der Postbote dreimal klingelt …

das-paketEmma Stein wird in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und skalpiert. Ist sie das neuste Opfer des Serienmörders «Friseur»? Niemand will ihr glauben, da der Friseur seine Opfer bisher immer getötet hat und Emma die Beweise fehlen. Verstört zieht Emma sich zurück, bis das Grauen in Form eines Pakets bei ihr zu Hause ankommt …

Sebastian Fitzek schafft es auch in seinem Thriller «Das Paket» die Spannung hochzuhalten und den Leser ans Buch zu fesseln. Sein Schreibstil ist fließend und sehr angenehm zu lesen. Cliffhanger am Ende der Kapitel halten die Spannung hoch und verhindern, dass der Leser das Buch aus der Hand legt. Sebastian Fitzek versteht ohne Zweifel sein Handwerk und verfügt über das nötige Feingefühl die Handlung zu den richtigen Momenten voranzutreiben.

Allerdings hat «Das Paket» mich inhaltlich nicht so wirklich von den Socken gehauen. Emma empfand ich zunehmend als nervtötend und als eher unsympathisch. Wieso sie in Bezug auf das Stromexperiment log ist mir bis jetzt nicht klar und auch sonst waren ihre Reaktionen teils sehr überzogen.

Das Buch basiert darauf, dass man als Leser nicht weiß, was Realität und was Wahn ist. Diese Idee ist allerdings nicht besonders originell und das Spiel ziemlich leicht zu durchschauen. Leider war ich mir sehr schnell sicher, wie ich die verschiedenen Zwischenfälle in Emmas Leben einschätzen soll und ich behielt mit fast allem recht. Das wunderte mich sehr, da man gerade bei einem Autor wie Sebastian Fitzek glaubt, dass eine unvorhergesehene Wendung am Schluss alles noch einmal umkrempelt. Dies blieb hier jedoch aus. Man merkt nämlich recht schnell, dass der Täter Emma persönlich kennen muss und ihr ziemlich nah steht. Das engt den Kreis der Verdächtigen schnell ein und per Ausschlussverfahren war es nicht mehr schwer, sich den Rest zusammenzureimen.

Vielmehr empfand ich den Schluss als sehr schwach. Übertrieben in der Darstellung, doch eigentlich ohne wirkliche Überraschung und ziemlich vorhersehbar. Die Erklärung was mit Samson passierte, fand ich echt fantasielos, unglaubwürdig und nicht bis zum Ende durchdacht. Dies war in meinen Augen der Knackpunkt des Buches, danach ging es bergab.

Es tut mir sehr leid, dass meine Meinung zu diesem Buch, auf das ich mich so gefreut habe, nun recht negativ fällt. Aber gerade nachdem ich zuvor «Passagier 23» gelesen hatte, habe ich mir einfach mehr von diesem Buch erhofft. Wer einen unterhaltsamen Thriller sucht, wird hier trotzdem fündig. Denn das Buch ist ohne Zweifel spannend und liest sich sehr gut, auch wenn ich es inhaltlich etwas an den Haaren herbeigezogen fand.

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Christine

 

2 + 2 = 4 oder doch etwa 5?

csm_9783548234106_cover_aeec59b8d8„Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles übrige von selbst.“ (S. 111)

Neunzehnhundertvierundachtzig. Die drei verfeindeten Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien beherrschen die Welt.
In London, der drittstärksten bevölkerten Provinz Ozeaniens lebt der 39 – jährige Winston Smith. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit und gilt dementsprechend auch als ein gehorsames Parteimitglied (äußere Partei).
Während er seinen Job routiniert verrichtet, den Verlauf der Vergangenheit und Zeitungsartikel der Parteidoktrin entsprechend abändert, wächst in ihm der Zweifel an dem totalitären System.
Unbeobachtet bleiben nur seine Gedanken, während sein Körper dem ständigen Blick des Großen Bruders ausgeliefert ist. Eine fiktive Figur der Parteielite (innere Partei).
Doch wie kann man sich gegen einen derartigen Überwachungsstaat auflehnen und dabei unbeobachtet bleiben?

Der Einstieg in den Roman gelingt überraschend leicht. George Orwell verzichtet auf lange Ausschweifungen und legt seine Konzentration stattdessen auf den gegenwärtigen Moment, in dem sich der Protagonist Winston Smith befindet.
Darüber hinaus verfügt 1984 über einen klaren und verständlichen Erzählstil, der dem Leser ein komplexes Bild von einer bedrückenden und düsteren Zukunft liefert. Schnell wird einem bewusst in welch kalter und grauen Welt sich Winston bewegt. Einer Welt in der dem einzelnen Menschen keine Bedeutung zukommt.

Der Roman besteht aus drei Teilen. Im ersten gewinnt man einen Überblick über das Verhalten der Menschen, sowie viele Einzelheiten über die Denkweise und den genaueren Ablauf in der Gesellschaft des totalitären Überwachungsstaates. Dies ist äußerst detailreich beschrieben und inszeniert eine Tiefe, die den Leser zugleich schockiert, sprachlos werden lässt und gleichermaßen an die Seiten fesselt.
Alles unterliegt einer ständigen Kontrolle. Alles wird beobachtet. Jeder Schritt, jeder Atemzug, jeder Fehltritt und jede Handbewegung. Sowohl in öffentlichen Gebäuden, auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden.
Die Menschen sprechen miteinander, jedoch bleiben diese Konversationen nur an der Oberfläche. Liebe und Freundschaft zählen nicht. Was jedoch zählt, ist die völlige Hingabe für die Partei.
Sogar die Sprache verliert an Stellenwert, Worte werden reduziert. Alles löst sich Stück für Stück auf. Insbesondere die Erinnerung an die Vergangenheit.

„Alles verschwamm in einer Schattenwelt, in der zuletzt sogar die Jahreszahl ungewiß geworden war.“ (S. 63)

Winston Smith unterscheidet sich von den Menschen um ihn herum. Er sieht die Manipulation, die eingeschränkte Freiheit.  Ausschlaggebend ist seine verbliebene bruchstückhafte Erinnerung an seine Kindheit. Doch dies ist gefährlich!

Im zweiten Teil lässt Orwell seinen Protagonisten die Strukturen des Systems klarer wahrnehmen. Und während Winston das Wie? zu verstehen scheint, quält ihn bereits das Warum?.

Mit dieser Frage beschäftigt sich der dritte Teil von 1984. Und während George Orwell eine Weg sucht, uns eine Antwort zu geben, flacht der Roman plötzlich ab. Verliert an Spannung und fällt in sich zusammen. Leider scheint sich der Autor in seinen Theorien zu verstricken, die zwar sehr ausführlich beschrieben werden, jedoch trotzdem kaum Antworten geben, sondern nur noch mehr Fragen aufwerfen. Vieles bleibt unbeantwortet…

Als Leser findet man sich plötzlich in der Situation wieder, dass man gedanklich nicht weiterkommt. Die Handlung bleibt an einem Punkt plötzlich stehen und 1984 zieht sich dadurch leider in die Länge.
Und am Ende kann man sich zu Recht die Frage stellen, wo der Widerstand bleibt.

Orwell entwirft ein spannendes und schockierendes Bild von einer Zukunft, welche einige Parallelen zu unseren heutigen Welt besitzt.
Dabei hat mir der Stil des Autors sehr gut gefallen. Sein Roman berührt und schockiert. Ich musste nach der letzten gelesenen Seite tief durchatmen, um mich von dieser Welt zu lösen. Und auch wenn er für mich einige Schwächen zum Ende hin besitzt, ist es dennoch eine wertvolle Lektüre, die einen nachdenklich macht und durchaus interessant zu lesen ist! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Tauche ein, in eine naive Liebesgeschichte!

„Ich wusste nicht, dass du mir immer noch Zeit gibst. Ich dachte, ich hätte dich schon verloren…“ (Kap. 9)

IMG_2979.jpgHarper ist unter dem strengen Regiment ihres Vaters (auf einem Marinestützpunkt) aufgewachsen. Daher ist es auch kein Wunder, dass sie es kaum erwarten kann endlich aufs Collage zu gehen – auf der anderen Seite des Landes. Weit entfernt von ihrer Vergangenheit.
Endlich will sie die Dinge erleben, von denen sie bislang nur gehört hat:
Flirten, Daten, Küssen.
Gleich auf der ersten Party trifft sie auf Chase, der all das verkörpert, vor dem ihr Vater gewarnt hat:
sexy, wild, verwegen.
Nur mühsam kann Harper seinem Charme widerstehen.
Kurz darauf verliebt sie sich in dessen attraktiven Mitbewohner Brandon, doch ihr Körper fühlt sich noch immer zu Chase hingezogen, sobald dieser in der Nähe ist.
Sie ist zwar überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr wie es war.

Wie bereits das Cover verrät, handelt es sich bei diesem Roman um eine Geschichte, in der es um eine Dreiecksbeziehung geht. Wer also von einer solchen Situation schnell genervt ist, der sollte lieber die Finger von Taking Chances lassen…

Als ich mich dazu entschieden habe, diesen Roman zu lesen, war auch ich mir dessen bewusst. Und obwohl ich kein großer Fan von dieser Konstellation bin (spätestens seit Bella/ Edward/ Jacob), war ich dennoch gespannt, welche Idee die Autorin für ihren Roman bereithält, wodurch sich diese Geschichte von anderen unterscheidet und wie sie ihre Charaktere darin agieren lässt.

Der Schreibstil ist sehr leicht und man fühlt sich schnell in die Geschichte integriert. Hintergrundinformationen aus der Vergangenheit wurden sehr gut in den Verlauf eingearbeitet. Man kann sich schnell ein Bild von Harpers früherem Leben bei den Marines machen und auch ihren Charakter schnell definieren.

Blickt man auf den gesamten Handlungsverlauf, merkt man an mehreren Stellen, dass es sich hierbei um ein Debütroman handelt. Leider verliert sich die Geschichte an einigen Stellen, fängt sich zwar auch wieder, aber dennoch fühlt man sich manchmal an eine Story auf Wattpad erinnert.
An einigen Stellen möchte die Autorin einfach zu viel und dabei möglichst jeden Leser zufriedenstellen, weshalb sich die Protagonistin oft für ihr Denken und Handeln rechtfertigt. Nachvollziehen kann man diese dann jedoch trotzdem nicht wirklich.

Was bewirkt das?
Harper wirkt auf den Leser leider sehr oberflächlich, naiv und es fehlt ihr an wirklicher Tiefe.
Sie hat auf der einen Seite keine Ahnung von der Welt, von Leuten ihres Alters, von Partys oder wie man flirtet. Dennoch ist sie gleichzeitig von sich selbst überzeugt, was sie unsympathisch wirken lässt. Sie will alles auf einmal haben, wobei ich hier von Chase und Brandon spreche.
Zu beiden fühlt sie sich hingezogen und von beiden will sie geliebt werden. Sie spielt dabei mit deren Gefühlen und das macht einen so manches Mal ziemlich wütend. Man ist von Harper oft enttäuscht.

„Du bist so darauf bedacht, niemandem wehzutun, dass du überhaupt nicht merkst, wie sehr du mich dabei verletzt.“ (Kap. 7)

Sie neigt zu übertriebenen Gefühlsausbrüchen, handelt unfair und nimmt dabei auf kaum jemanden Rücksicht. Des Weiteren hat sie keine Vorstellung von ihrer Zukunft, sondern strebt das Bild einer Hausfrau an. Damit kann sich kaum jemand in ihrem Alter identifizieren.
Man merkt vielleicht, dass ich mit ihrem Charakter nicht wirklich zurecht gekommen bin. Aber leider schafft Molly McAdams es nicht Harpers Gefühle zu strukturieren und dem Leser damit das Gefühlschaos, in dem diese steckt, wenigstens ein klein wenig nachvollziehbar darzustellen.

Ich möchte nicht sagen, dass mir das gesamte Gefühlschaos zwischen Harper und Brandon/ Harper und Chase zu schnell ging. Oder die Situation, dass ein Mädel auf eine Party geht und dort direkt von jedem männlichen Wesen auf Händen getragen wird etc. mich gestört hätten. Dafür ist das Genre schließlich bekannt…
ABER es kommt immer darauf an, wie man das ganze verpackt, so dass der Leser die Gefühle oder die Situation überhaupt wenigstens ein klein wenig nachvollziehen kann.
Hier hat Molly McAdams leider versagt. Die Entwicklung zwischen den Charakteren geht einfach zu schnell. Vielleicht sollte man auch sagen: Harper überstürzt gerne ALLES in ihrem Leben!

Bereits nach wenigen Kaptieln hat man das Gefühl man hätte bereits ein gesamtes Buch gelesen. Es passiert unglaublich viel und das ist es, was den Leser an den Roman fesselt. Man möchte wissen, was als nächstes passiert. An romantischen, verzweifelten und traurigen Momenten fehlt es der Geschichte auf jeden Fall nicht! Das mochte ich sehr gerne.

Der Erzählstil ist sehr dicht und gleichzeitig intensiv. Kaum etwas bleibt einem verborgen und man fühlt sich den Akteuren sehr nahe, was einen quasi in die Geschichte hineinsaugt.

Und dann gelangt Taking Chances an einem Punkt an, wo Tränen fallen und man möchte von da an, dass die Geschichte endlich ihr Ende findet.
Die letzten Seiten ziehen sich ab diesem Moment. Auf der Suche nach einem Happy End, gibt es viel (unnötiges) Drama und unzählige „Ich liebe Dich“ – Bekundungen, die man dann echt nicht mehr ernst nehmen kann.

Wer gerne mal in diesem Genre abtaucht macht mit Taking Chances nichts falsch. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn viele bekannte Motive aus Jamie McGuires oder J. Lynns Romanen auftauchen.

Mich selbst hat die Protagonistin zwar auf die Palme gebracht, aber dennoch hat mich dieser dichte Erzählstil gefesselt, auch wenn einem einige Kapitel zum Schluss hin gerne erspart geblieben wären.

Was der Roman jedoch sehr schön vermittelt, ist das nur ein einziger Moment ausreicht, um das gesamte Leben zu verändern.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Auf nach Spanien!

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Zum Inhalt:

In Anjas Leben scheinen sich plötzlich alle gegen sie zu verschwören: Ihr Freund Andy betrügt sie mit einer anderen Frau, ihre Arbeitskolleginnen spinnen fiese Intrigen, ihr Chef befördert daraufhin eine dieser Intrigantinen und auch ihre Nachbarn und ihre Vermieterin machen ihr das Leben mit ihrem Geschnüffel nicht wirklich leicht.

Als dann Anjas Ex und gleichzeitig bester Freund Jan ihr eröffnet, dass er für ein Jahr nach Spanien fährt, hat Anja ihren Entschluss schnell gefasst: Sie wird mitfahren.

Ohne Jan davon in Kenntnis zu setzen, verteilt sie ihr Hab und Gut an ihre beiden besten Freundinnen, sucht einen Nachmieter und kündigt ihren Job. Anschließend stellt sie Jan vor vollendete Tatsachen und steigt mit ihm in seinen Campingbus.

Schnell ist klar, dass die beiden immer noch etwas füreinander empfinden und es dauert auch nicht lange, bis die beiden sich näher kommen. Dass das nicht ohne Schwierigkeiten abläuft, scheint klar: Anja und Jan haben ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zeit in Spanien und weder Anjas Ex Andy, noch Jans (Noch-)Verlobte Marcella scheinen die Situation so annehmen zu wollen, wie sie sich ihnen darstellt.

Meine Meinung:

Ich habe mich von diesem Roman gut unterhalten gefühlt, allerdings hatte ich mir einen Road-Trip-Roman erwartet und diese Erwartungen wurden recht schnell enttäuscht, denn schon beim ersten Halt in Spanien endet der Roadtrip.

Dennoch liest sich dieser Roman sehr gut und die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet… auch wenn ich mir mehrmals während der Lektüre gewünscht hätte, Anjas bester Freundin Tine zur Seite zu stehen und Anja wachzurütteln. Ihr Aufbruch wirkte auf mich sehr unüberlegt, aber genau dieses naïve und sprunghafte Wesen der Protagonistin macht wohl den Kern der Geschichte aus.

Manche Elemente, wie beispielsweise das Auftauchen von Marcella und Andy waren sehr vorhersehbar und auch der Schluss hat mich nur zum Teil überraschen können. Es gab allerdings auch einige Wendungen in der Geschichte, die ich mir so nicht erwartet hätte, jedoch wirkten die zum Teil etwas konstruiert. Auch Jans Eifersuchtsszenen wirkten etwas übertrieben auf mich.

Fazit: Der Roman liest sich gut und ist sehr temporeich gestaltet. Ideal als Urlaubslektüre, jedoch sollte man sich keinen Road-Trip erwarten, da das Buch diesem Prädikat sicher nicht gerecht wird.

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Véro

Adventskalender – Türchen 22

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„Zu lieben macht mir Angst, es sind so viele Fragen damit verbunden. Ich fürchte, mein Leben wird nie ganz zu seinem passen. Ich fürchte, dass ich ihn nie richtig kennen werde. Dass er mich nie richtig kennen wird. Dass wir zwar unsere Geschichten voneinander hören, aber nie die ganze Wahrheit.“ (S. 192)

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„Auf den ersten Blick – Jede Große Liebe hat ihre Geschichte“ heißt dieses schöne Buch, welches sich durch seine wunderschöne Aufmachung in mein Herz geschlichen hat. Sollte euch diese Kurzgeschichten Sammlung in der Buchhandlung begegnen, dann schaut es euch an und verliebt euch ebenso „auf den ersten Blick“.
Es beinhaltet insgesamt zwölf Kurzgeschichten, von ganz unterschiedlichen Autoren, die allerdings alle im Genre des Jugendbuches zu finden sind.
Jede Geschichte ist anders, besticht durch ihren individuellen Schreibstil. Der Herausgeberin (Stephanie Perkins) ist mit diesem Buch eine bunte Mischung an realistischen, fantastischen, nachdenklichen, verspielten, lustigen und überraschenden Geschichten gelungen.

Mitternächte von Rainbow Rowell
Rainbow Rowell, die Autorin von u.a. „Eleanor & Park“ ist mit eine der bekanntesten Autorinnen in diesem Buch. In „Mitternächte“ geht es um Mag, die jedes Jahr auf neue ihrem besten Freund dabei zuschauen muss, wie er zu Silvester eine andere küsst.
Das besondere an dieser Geschichte ist, dass man als Leser immer nur einen Blick auf die jeweilige Silvesternacht bekommt. Ein Jahr ist vorbei, viel ist passiert und die Charaktere haben sich ebenso weiterentwickelt. Man nimmt diese Veränderung wahr und hier hat Rainbow Rowell mich neugierig gemacht und mich mit ihrer Kurzgeschichte verzaubert und gut unterhalten.

Die Dame und der Fuchs von Kelly Link
In dieser Geschichte von Kelly Link fällt Schnee und mit einer Prise Fantasie wird dadurch eine fantasievolle Weihnachtsgeschichte.
Miranda verbringt Weihnachten bei den Honeywells, eine Familie mit tiefen Wurzeln… Und während man sie als „armes kleines Lämmchen“ tituliert, trifft sie draußen im Garten auf einen Fremden. Was hat es mit dem Fuchs auf seinem Herrenrock auf sich?
Mich hat diese Geschichte zwischenzeitlich irritiert, womöglich weil mir das Genre doch ein wenig fremd ist… 😉

Engel im Schnee von Matt de la Peña
„Engel im Schnee“ zählt zu einer meiner liebsten Geschichten in diesem Buch. Ich konnte mich schnell in den Protagonisten einfühlen und die Geschichte selbst war romantisch, unterhaltsam und so einfach gestrickt, dass mir alles stimmig erschien.
Shy ist Student (mit einem Stipendium) und liebt seine Familie über alles. Leider lässt es ihm die finanzielle Situation nicht zu, dass er über die Weihnachtstage bei seiner Familie sein kann. Darüber hinaus passt er auf die Katze und das Apartment seines Chefs auf, um sich etwas Geld zu verdienen. Da sitzt er nun im zugeschneiten New York, mit leerem Kühlschrank und einer Katze die ihm Gesellschaft leistet… bis plötzlich Haley vor seiner Tür steht.

Willst du mich finden, dann folge dem Polarstern von Jenny Han
Jenny Han („To All the Boys I’ve Loved Before“) entführt uns mit ihrer Geschichte an den Nordpol. Im Dorf des Weihnachtsmannes sind die Elfen nicht nur mit dem verpacken von Geschenken für die Kinder in der ganzen Welt beschäftigt, sondern die Teenie-Elfen feiern einen Schnee-Ball. Darunter ein vom Weihnachtsmann „adoptiertes“ Menschenmädchen, welches sich unter den Elfen irgendwie fremd fühlt und darüber hinaus auch noch verliebt ist…

Es ist ein Weihnachtswunder, Charlie Brown von Stephanie Perkins
Marigold mag Weihnachtsbäume. Oder sagen wir: Sie mag insbesondere diesen Jungen, der am Weihnachtsbaum-Verkaufsstand arbeitet und ihr – ehe sie sich versieht – einen Baum aufdrückt. Aber wohin damit? Das Leben von ihr und ihrer Mutter wurde von dem einen auf den anderen Tag aus den Fugen gerissen. Nun herrscht ein wildes durcheinander und North bringt plötzlich Ordnung hinein.
Auch diese Geschichte zählt zu meinen Favoriten in diesem Buch. Nicht nur durch die sympathischen Charaktere, nein… auch der Schreibstil, die Idee und die Atmosphäre haben mich absolut überzeugt.

Aushilfs-Santa von David Levithan
Bei dieser Geschichte hat mich insbesondere der sprachliche Stil in seinen Bann gezogen. Die Gedankengänge des Protagonisten sind toll eingefangen und das der Autor sich hier an einer Liebesgeschichte zwischen einem homosexuellen Pärchen versucht, finde ich wirklich mal abwechslungsreich und trifft ebenso unseren heutigen Zeitgeist.
Als Connor den Protagonisten in dieser Geschichte darum bittet, im Santa-Kostüm zu erscheinen, damit dessen sechsjährige Schwester der Glaube an den Weihnachtsmann erhalten bleibt, kann er nicht anders als ihm den Gefallen zu tun…

Der Krampus-Lauf von Holly Black
Diese Geschichte hat mir am wenigsten gefallen. Hier war so viel Fantasie enthalten, dass ich mir persönlich die Geschichte zu fantastisch wurde. Wer aber das Fantasie Genre mag, der wird diese Geschichte sicherlich mögen. 🙂
Ehe man sich versieht ist man plötzlich Gastgeberin einer „absolut krassen Silvesterparty“, um die beste Freundin dabei zu unterstützen sich an einem Idioten zu rächen. Der Abend mündet in eine beinahe Katastrophe, wären da nicht noch ganz fremde Gäste…

Was hast du verdammt noch mal getan, Sophie Roth? von Gayle Forman
Sophie Roth hat sich für eine ländlich gelegene Universität entschieden. Eine tolle Idee, wie sie zuvor dachte, doch irgendwie hört sie immer wieder „Du kommst so was von aus der Großstadt“ und fühlt sich alles andere als wohl.
Doch dann trifft sie am Weihnachtsabend auf Russell und plötzlich muss sie sich hinterfragen: Liegt es nicht doch an ihrer Einstellung, wie sie die Umgebung wahrnimmt? Eine Geschichte von Vorurteilen, die sich nicht bestätigen und damit einen Blick auf die Realität gewähren.

Biereimer und das Jesuskind von Myra Mcentire
Vaughan Hatcher ist quasi der „Michel aus Lönneberger“. Sein letzter Streich hätte beinahe dazu geführt, dass die Kirche abbrennt. Am Ende war es zum Glück „nur“ der Schuppen, aber das führt dazu, dass er beim Aufbau des Krippenspiels helfen muss. Und obwohl er nur versucht seine Sozialstunden abzuarbeiten, läuft plötzlich alles schief und nur Vaughan ist derjenige, der den Abend noch retten kann.
Eine vorhersehbare Geschichte, die aber dennoch einige Wenungen bereithält. 😉

Willkommen in Christmas, Kalifornien von Kiersten White
Christmas ist der Ort, an dem einfach das ganze Jahr Weihnachten gegenwärtig ist. Mit ein Grund für Maria endlich die Stadt zu verlassen. Egal wohin. Sie geht noch zur Schule und arbeitet danach in einem örtlichen Diner („Christmas Café“). Ben hingegen ist der neue Koch und gerade erst angekommen. Mit seinem Essen weckt er in den Menschen Erinnerungen an fast verlorene Zeiten.

„Ich glaube, wenn du herausfindest, mit welchem Essen du dich an glückliche Zeiten oder eine glücklichere Verson deiner selbst erinnern kannst, bringt dich das weiter. Es hilft dir, wieder zu dem zu werden, der du in deinen glücklichen Zeiten warst. Es kann alles verändern. […]“ (S. 326)

Eine süße Geschichte, mit einer tollen Message und liebevollen Charakteren. Vielleicht war das Ende zu perfekt gestrickt, aber für die Jahreszeit dennoch vollkommen richtig.

Der Stern von Bethlehem von Ally Carter
Zwei Mädchen begegnen sich am Flughafen. Die eine mit einem Ticket nach New York, aber mit der Sehnsucht einfach zu verschwinden, egal wohin. Die andere mit dem Wunsch nach New York zu fliegen und einem Ticket nach irgendwo. Was liegt da näher als ein Tausch? So kommt es, dass Liddy sich plötzlich auf dem Land und inmitten einer herzlichen Familie wiederfindet, ihr Herz verschenkt, aber ein Lügengerüst um sich aufbaut, welches schon bald nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, denn Liddy wird gesucht… Eine tolle Idee! Spannend und mit einem schönen weihnachtlichen Charakter.

Das Mädchen, das den Träumer weckte von Laini Taylor
Diese Geschichte spielt in ihrer eigenen Welt. Auf der Insel der Federn ist es der Brauch, dass die Männer an den vierundzwanzig Tage des Advents ihren Angebeteten Geschenke überbringen. Als Neve an einem Morgen eine Bibel auf ihrer Veranda entdeckt überkommt sie die Angst, denn das kann nur eines bedeuten und ehe sie sich versieht hat das Mädchen den Träumer erweckt…

In diesem Buch findet man wirklich die unterschiedlichsten Geschichten. Man weiß nicht, welche Erzählung als nächstes auf einen wartet und ich persönlich finde es gerade zur Weihnachtszeit schön, wenn man in einer solchen Vielfalt an Geschichten abtauchen kann. Natürlich kann man nicht jede der Erzählungen toll finden, aber sie sind dennoch alle unterhaltsam und ebenso erfrischend individuell erzählt.
Ich habe mich aber dennoch für 3,5 Papierblumen entschieden, weil mir immer wieder Fehler ins Auge gesprungen sind. Dadurch hatte ich einfach das Gefühl, dass man das Buch so schnell wie möglich in den Druck geben wollte, damit es noch vor Weihnachten in den Buchhandlungen erscheint.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Den gesuchten Superhelden erkennt man an dem großen „S“ auf  der Brust.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Ein paar Opfer zu viel

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Zum Inhalt:

In Wien hält ein Frauenmörder die Polizei in Atem. 4 Leichen gab es bisher und alle wurden sie auf Baustellen ein und desselben Bauleiters aufgefunden. Da die Polizei im Dunkeln tappt, wird Marlies Mittermann die Leitung der Ermittlungen zugeteilt… sehr zum Leidwesen ihres Noch-Ehemanns Helmut, der die Ermittlungen bis zu dem Zeitpunkt leitete.

Schon nach kurzer Zeit scheint Marlies den Täter gefunden zu haben. Doch als dieser in Untersuchungshaft sitzt, taucht ein 5. Opfer auf …

Meine Meinung:

Dieser Krimi konnte mich nur bedingt überzeugen. Die Protagonistin Marlies Mittermann konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, da sie mir im ganzen Verlauf der Handlung nicht recht sympathisch wurde. Ihr Ehrgeiz mag für die Ermittlungsarbeit wichtig sein, jedoch stand er gerade dabei auch teilweise im Weg, da sie sich und ihren Kollegen unbedingt beweisen möchte, dass sie in der Lage ist, den Fall zu lösen. Als die Probleme dann doch größer werden, greift sie auf die Beziehungen ihres Vaters zurück, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Für mich ist Marlies Mittermann etwas unglaubwürdig: sie möchte ihren Weg gehen und jedem beweisen, was sie kann und dass sie sehr wohl in ihrem Beruf erfolgreich sein kann. Die Miete ihrer Wohnung lässt sie sich jedoch von ihrem Vater zahlen und wenn es brenzlig wird, soll dieser es auch beruflich für sie richten.

Die Beziehungsprobleme zwischen Marlies und Helmut waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Dies mag für die Handlung zeitweise wichtig sein, hat mich jedoch stellenweise auch verwirrt.

Schlussendlich war die Auflösung des Kriminalfalls mir zu sehr konstruiert und unglaubwürdig… vielleicht war mir deshalb auch weniger früh klar, wer der eigentliche Täter ist.

Insgesamt hat sich der Krimi sehr gut gelesen, konnte mich jedoch inhaltlich nicht wirklich überzeugen, weshalb es nur für drei Papierblumen reicht.

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Véro

Mörder im Gepäck!

schnick-schnack-totKiki, das vermeintlich beliebteste Mädchen der Schule wird während der Klassenfahrt an die Nordsee tot aufgefunden. Schnell steht fest, dass ein Mörder hier sein Unwesen treibt! Leider sitzen die Schüler und die Lehrer nun auf der Insel fest und müssen warten, bis das Wetter sich beruhigt hat um wieder nach Amsterdam zurückkehren zu können … Doch auch der Mörder befindet sich unter ihnen und ist bereit, über Leichen zu gehen um seine Identität zu schützen! Wird es weitere Opfer geben?

Mel Wallis de Vries hat mit diesem Buch einen durchaus spannenden Krimi für Jugendliche geschrieben, auch wenn er für mich als Erwachsene etwas zu seicht war. Ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen und sprachlich an die Zielgruppe angepasst. Auch der Aufbau des Buches ist sehr gut für junge Leser geeignet, da er eine starke Struktur vorgibt und somit die Handlung fest verankert. Nur die Wahl des Titels kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, da ich den Bezug zum Inhalt nicht erkennen kann.

Die Insel Vlieland wird sehr anschaulich beschrieben, so dass man das Gefühl hat, sich mitten auf der Insel zu befinden. Auch die einzelnen Charaktere sind schön herausgearbeitet und man lernt vereinzelte Schüler recht gut kennen.

Die Handlung wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt und schon bald wird klar, dass eigentlich ziemlich viele Personen als verdächtig eingestuft werden müssen. Denn Kiki war im Endeffekt eher gefürchtet als beliebt und hat sehr viele Leute mit ihrer Art und Weise vor den Kopf gestoßen. So finden sich sehr viele Tatmotive und der ermittelnde Polizist droht auf den Holzweg zu geraten. Diese wechselnden Erzählperspektiven haben den Nebeneffekt, dass man sich leider nicht wirklich mit einer Person identifizieren kann, es gibt keinen richtigen Protagonisten, sondern eher mehrere, gleichgestellte Nebenfiguren die die Handlung gemeinschaftlich vorantreiben.

Bis zum Schluss wusste ich nicht, wer der Täter sein könnte, denn es gab einfach zu viele Möglichkeiten. Dies hält natürlich die Spannung hoch und lässt dem Leser die Möglichkeit, mitzufiebern. Dennoch ist die Auflösung logisch und in sich abgeschlossen.

Insgesamt ist dies ein toller Einsteiger-Krimi für Jugendliche, die dieses Genre einmal ausprobieren wollen. Das Buch ist spannend und angenehm geschrieben, bleibt aber inhaltlich jugendgerecht.

Ich vergebe 3 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE
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Christine

 

„Man stirbt allein.“

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NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITEZum Inhalt:

Fredrik Welin, ein ehemaliger Arzt, lebt auf einer einsamen Insel in den schwedischen Schären, seit er nach einem Kunstfehler seine Arbeit als Chirurg aufgegeben hat.
Nun erwacht er eines Nachts und muss mit Schrecken feststellen, dass sein Haus in Flammen steht. Fast sein ganzes Hab und Gut verbrennt… ihm bleibt lediglich der Bootsschuppen und der Wohnwagen seiner Tochter, die Kleider, die er beim nächtlichen Brand getragen hat, zwei linke Gummistiefel, sein Boot und sein Auto. Außerdem steht schnell der Vorwurf im Raum, dass Welin selbst der Brandstifter sein könnte …

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, allerdings wurden diese leider nicht wirklich erfüllt.

Der Brand von Welins Haus wird recht schnell zur Nebensache, und auch als weitere Häuser brennen, nehmen die Ermittlungen keinen wirklich zentralen Raum in diesem Roman ein.

Vielmehr handelt es sich um ein Buch, in dem der Autor (Mankell), wohl selbst Abschied vom Leben nimmt und sich mit Alter, Einsamkeit und Tod auseinandersetzt.

„Plötzlich fragte ich mich, wie ich den Schmerz und die Trauer ertragen sollte, die mich erfasst hatten. Ich war zu alt, um neu anzufangen. Die Zukunft war stumm. Ein Ausweg war weder zu hören noch zu sehen.“ (S.38)

„Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, denen ich begegnete, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich. Das war mir nie so bewusst geworden wie jetzt. Ich befand mich am Rand der Gesellschaft. Ich gehörte zu der Gruppe, die auf dem Weg aus dem Leben heraus war. Hier wurde ich durch jeden Menschen, der mit raschen Schritten zu einem unbekannten ZIel an mir vorbeieilte, daran erinnert.“ (S.253)

„Man stirbt allein. Wenn man geboren wird, hat man zumindestens Gesellschaft.“ (S.355)

Der Schreibstil ist ganz toll und Mankell gelingt es sicherlich, seine Leser zum Nachdenken anzuregen. Auch merkt man, dass er viel von seinen eigenen Überlegungen und Erlebnissen in diesem Roman verarbeitet. Dennoch plätscherte mir die Geschichte zu sehr dahin…

Der Protagonist des Buches ist ein mürrischer alter Kauz, der kaum soziale Kontakte unterhält und mit der modernen Welt hadert. So spielt es für ihn eine große Rolle, dass seine Gummistiefel ein schwedisches Produkt sind und die Tatsache, dass seine neuen Hemden aus China kommen, ist ihm ein Dorn im Auge. Der Postbote Jansson ist der einzige Mensch, zu dem er regelmäßig Kontakt hat und selbst zu seiner Tochter kann er keine wirkliche Beziehung aufbauen.

„Was genau machte uns beide so untauglich für die gewöhnlichen Gespräche ganz gewöhnlicher Menschen?“
(S.177)

„Da ich den Gedanken nicht ertrug, wir würden uns wieder anschweigen, sagte ich nichts dazu. Sie fragte, ob es regnete oder schneite. Das Gespräch übers Wetter ist das Einzige, was schließlich bleibt. Es beruhigte uns beide. Keine Ausrufe, keine stummen, feindlichen Signale.“ (S.368)

Die anfängliche Schwermut nimmt im Verlauf der Erzählung etwas ab. Welin verliebt sich in die weitaus jüngere Journalistin Lisa Modin und erfährt, dass seine Tochter Louise ein Kind erwartet. Als Louise dann in Paris wegen Diebstahls festgenommen wird, beschließt Welin endlich, etwas zu unternehmen und reist nach Paris, um seiner Tochter beizustehen.

Dieser Punkt war für mich eine Art Wendepunkt in diesem Roman, da fortan mehr Handlung in der Geschichte war.

Mit Sicherheit spielt die Erwartungshaltung bei diesem Buch eine sehr große Rolle. Wer hier einen spannenden Krimi erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf diese ruhige Erzählung einlassen kann, wird seinen Gefallen an dem Roman finden.

Dennoch bleiben mir bei diesem Buch, ein recht unsympathischer Protagonist und eine gewisse Langatmigkeit in Erinnerung, so dass es von mir – trotz ganz tollem Schreibstil – nur für 3 Papierblumen gereicht hat.

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Véro

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt?

„[…] und doch … fühlte ich mich ruhig und gelassen, wie das Auge im Zentrum des Sturms. Ich hörte nichts, nicht einmal meine eigenen Gedanken. Und ich fühlte nichts – keine Angst, keine Anspannung, keine Trauer.“ (S. 124)

img_2706Middies Freund Nate wird vermisst. Man geht vom schlimmsten aus und Middies Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Ihre Zukunft. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates besten Freund, mit dem sie sich nie gut verstanden hat. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues…

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, wenn man gerade am Anfang seines Lebens steht und seine gesamte Zukunft noch vor sich hat. Doch die Antwort auf diese Frage ist Middies Schlüssel zu ihrer gemeinsamen Zukunft mit ihrem Freund Nate.
Weniger als ein Jahr bleiben ihr noch, um ihre Antwort in einem Aufsatz festzuhalten, den das Lewis & Clark College als Bewerbung fordert. Doch um diese Frage überhaupt beantworten zu können, muss sie zuerst herausfinden, wer sie überhaupt ist und was sie erreichen will.

Ihr Freund Nate ist da ganz anders und hat klare Pläne, in denen Middie einen festen Platz hat. Doch bis zum gemeinsamen Besuch am College bleibt noch ein ganzes Jahr. Nate hat sich dazu entschlossen diese Zeit im Ausland zu verbringen und eine gemeinnützige Organisation in Honduras zu unterstützen. Er ist sehr reif für sein Alter und möchte etwas in der Welt bewirken. Zudem ist er sozial und umweltbewusst eingestellt und will später Medizin studieren. Nate ist der perfekte Schwiegersohn, den sich wohl jede Mutter für ihre Tochter wünscht.

„Zwischen Nate und mir war es nicht langweilig oder vorhersehbar; es war solide. Vertraut.“ (S. 37)

Doch kurz nach seiner Abreise wird Nate vermisst. Für Middie, die sich nun in ihrem letzten Schuljahr an der Highschool befindet, bricht eine Welt zusammen. Nates Pläne, waren auch ihre Pläne. Nun muss sie nicht nur mit dem Verlust ihres Freundes umgehen, sondern soll sich auch Gedanken um ihre Zukunft machen, die eigentlich bereits feststand. Und mit jedem neuen Tag wird ihr klar, dass Nates Träume nicht ihre sind.

An ihrer Seite hat sie dabei Lee. Er ist der beste Freund von Nate, aber ein ganz anderer Charakter. Er ist spontan, vorlaut und wild. Lee kommt aus zerrütteten Familienverhältnissen und besitzt eine „No Risk No Fun“ – Einstellung. Ihm ist es egal, wenn er anderen auf die Füße tritt, weil er es nicht darauf anlegt von anderen Menschen in seinem Umfeld gemocht zu werden. Nur die Freundschaft zu Nate ist ihm wichtig und auch er vermisst seinen besten Freund.

„Ich rufe dich an, wenn du mich brauchst.“ (S. 97)

Lee und Middie lernen sich besser kennen und unternehmen viel gemeinsam. Middie lernt dabei aber nicht nur den besten Freund ihres vermissten Freundes besser kennen, sondern auch sich selbst.

Der Schreibstil hat mich gut in die Geschichte hineinfinden lassen und mir dementsprechend auch ganz gut gefallen. An manchen Passagen wirkte er mir allerdings zu gewollt und kleinere Stellen wirken vielleicht für den ein oder anderen Leser leicht verkitscht.

„Schneeflocken fielen wie Tränen, küssten das Glas.“ (S. 301)

Die Geschichte selbst ist sicherlich nicht neu und besitzt auch keine wahnsinnige Tiefe, so das sie einen sprachlos werden lässt. Dennoch wird man ein Teil von ihr und verfolgt die Handlung sehr gerne, weil sie keineswegs langweilig ist, sondern einen mit sich zieht. Man stellt sich hierbei einige Fragen bezüglich der Charaktere und deren Entwicklung, als auch zur Entwicklung der Handlung selbst. Welche Entscheidung trifft Middie für ihre Zukunft und was ist mit Nate?

Leider bekommt man nicht auf jede Frage eine Antwort (auf die eben genannten jedoch schon)  und auch die Charakterentwicklung von Middie hat bei mir noch einiges offen gelassen. Ich habe mich am Ende sogar gefragt, ob sie überhaupt eine Entwicklung durchlebt hat. Ihr Verhalten kann man wohl am meisten diskutieren. Ich konnte mich besonders am Ende kaum noch mit ihr identifizieren und ihr Verhalten erschien mir manchmal zu egoistisch und halbherzig.
Auch die Handlung selbst hat mich leider nicht immer zu überzeugen gewusst. Manchmal erschien sie mir zu konstruiert und inszeniert, dabei möchte die Autorin hier eine Geschichte erzählen, wie Du und Ich sie morgen erleben könnten.

Dennoch mochte ich diesen Roman, der mich durchaus auch zu überraschen wusste und mich gerade in den Momenten zwischen Lee und Middie verzaubern konnte. Ich mochte die Dialoge zwischen den beiden und die daraus entstandene Atmosphäre.
Meiner Meinung nach ist „Der Sommer, der uns trennte“ daher ein gelungener Coming-of-Age-Roman, der zwar nicht unbedingt eine neue Geschichte erzählt, dafür aber bis zum Schluss undurchschaubar bleibt und seinen Leser gut unterhält.

Von mir bekommt dieser Jugendroman daher 3,5 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny