Leichte Kost für zwischendurch

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Zum Inhalt:

Der 33-jährige Christoph hat bei Frauen wenig Erfolg, obwohl er ein guter Zuhörer ist, nicht raucht und sowohl kinderlieb als auch treu ist. Aber dies ändert nichts daran, dass seine Freundin Inga mit einem anderen anbandelt und Christoph das Nachsehen hat.
Auf der Hochzeit seines Freundes Hendrik findet dann Zwenn, der Dritte im Bunde, die Liebe seines Lebens und Christoph erkennt, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss, wenn er seine Traumfrau finden will.

In dieser Situation klingelt Christophs Nachbarin Juli an seiner Tür und fragt, ob er den 11-jährigen Emil hüten kann, da sie im Krankenhaus operiert werden muss.

Emil erweist sich als Flirt-Experte, immerhin arbeitet sein Vater als Flirtcoach. Ob er Christoph dabei helfen kann, die hübsche Zahnärztin Pandora zu einem Date zu überzeugen … ?

Meine Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen ganz unterhaltsamen Roman für zwischendurch, allerdings zeigt er auch leider einige Schwächen.

Zu Beginn hat mich der humorvolle Schreibtstil sehr überzeugt. Allerdings wirkte das Geschehen sehr schnell zu überspitzt: Christophs Freund Hendrik läuft mit einem Stillimitat umher, das unerzogene Kind in der Kita hat einen Doppelnamen und darf schon Kaffee trinken, Christophs Chefin raucht, ist dick und arbeitet kaum, … Anfangs musste ich über diese Begebenheiten noch schmunzeln doch recht schnell wurde es mir dann doch zu viel, und ich hatte das Gefühl, dass kein Klischee ausgelassen wurde.

Der Ausgang des Romans ist außerdem schon recht früh vorhersehbar, was ich ebenfalls etwas schade fand.

Dennoch konnte der Autor mit Wortwitz und sympathischen Protagonisten punkten; besonders der kleine Emil wächst einem schnell ans Herz und man fühlt richtig mit dem Jungen mit.

Fazit:

Das Buch eignet sich gut als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, allerdings darf man sich nicht zu viel Tiefgang erwarten.

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Véro

Umwoben von der Vergangenheit

Zu lieben bedeutet zu fürchten. Du ängstigst dich, bist starr vor Sorgen, dass denen, die du liebst, etwas zustoßen könnte. Denk nur an die Möglichkeiten. Zieht sich dein Herz mit jedem Schlag zusammen? Das, mein Freund, ist Liebe. Sie macht uns alle zu Sklaven, denn es gibt keine Liebe ohne Furcht. – Private Ansichten über die Liebschaften dreier Könige von Baronin Sammarco“ (S.295)

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Vor einigen Jahren brach eine schreckliche Krankheit aus. Viele der Kinder, die die Krankheit überlebten, sind für ihr Leben gezeichnet und werden von der Gesellschaft verstoßen.
Auch das schwarze Haar von Adelina Amouteru, der Tochter eines reichen Kaufmanns, verfärbt sich in der Nacht plötzlich silbern. Und so ist auch sie gezeichnet.
Aber das Blutfieber hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige.
Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe…

Mit Spannung habe ich auf die neue Reihe von Marie Lu („Legend“-Trilogie) gewartet und wurde nicht enttäuscht. Wenn man in „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ etwas findet, dann ist das auf jeden Fall Spannung, verbunden mit einem ereignisreichen Handlungsverlauf, der einen in den richtigen Momenten fesselt, schockiert, aber auch gleichzeitig verärgert, da man durchaus in einigen Lesemomenten die Entscheidungen der Protagonistin kritisieren möchte.

Insbesondere die ersten hundert Seiten konnten mich begeistern. In einem mitreißendem Handlungsaufbau erfahren wir einiges von Adelina Amouteru, der Protagonistin dieses (Fantasie-) Jugendromans. Aber der Leser erhält nicht nur Informationen über ihre persönliche Vergangenheit, sondern ebenso einen Zugang zu der hier von Marie Lu neu konstruierten Welt.
Zusammen mit Adelina befindet man sich in den Seelanden, im Südosten von Kenettra. Visuell unterstützt wird dies durch eine im Buch enthaltende geografische Karte, die ich für die Verortung der Handlung durchaus hilfreich empfand.

Adelina Amouteru ist eine ungeschliffene Protagonistin, die sowohl äußerlich, als auch innerlich „gezeichnet“ ist. Sie und ihre Schwester erkrankten einst am Blutfieber, welches nur Kinder überlebten. Während ihre Schwester unbeschadet genesen konnte, verfärbte sich Adelinas Haar über Nacht. Ein Zeichen, welches für jeden sichtbar ist und durch welches sie von der Gesellschaft abwertend behandelt wird.
Ihre Schwester ist ihr der wohl wichtigste Mensch, doch ebenso ist Adelina von Neid und Eifersucht befallen, wenn sie diese im Umgang mit ihrem Vater betrachtet. Während sie auf Händen getragen wird, schlägt Adelina der tägliche Hass ihres Vaters entgegen.
Für das Verständnis von ihrem Charakter ist dieser Blick auf die Ereignisse der Vergangenheit gelungen und keineswegs langatmig, sondern Marie Lu hat diese Rückblicke interessant in den Handlungsverlauf eingeflochten.

Ebenso spannend gestaltet sich die Entdeckung der Strukturen in der Gemeinschaft der Dolche. Wie bereits erwähnt sind einige der Kinder, die das Blutfieber überlebten gezeichnet und werden als „Malfettos“ bezeichnet. Einige von ihnen besitzen darüber hinaus aber auch übernatürliche Fähigkeiten und haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt.

„Die Dolche hatten nach dem Blutfieber weitaus tiefere Narben davongetragen als ich – furchterregende Kräfte, die nicht von dieser Welt waren. […] Es hieß, dass sie aus dem Nichts Feuer heraufbeschwören konnten. Den Wind beherrschen. Wilde Tiere zähmen. Unsichtbar werden. Mit einem einzigen Blick töten.“ (S. 16)

Allen voran Enzo und Raffaele. Beide ebenso interessante Charaktere, mit unterschiedlichen Geschichten, die ebenfalls genügend Zündstoff für den Handlungsverlauf liefern. Einige Kapitel sind sowohl aus Adelinas, als auch aus Enzos und Raffaeles Sicht geschrieben. Es taucht aber auch noch ein vierter Charakter auf: Teren Santoro. Er ist der Anführer der Inquisition des Königs, die aktiv gegen die Dolche vorgeht.
Diese verschiedenen Perspektiven ergänzen sich gegenseitig und liefern einen guten Rundblick auf die Handlung. Ebenso gerät der Leser hierdurch in eine verzwickte Lage. Man kann sich nicht sicher sein: Wer verfolgt hier gute Absichten und wer agiert böse? Wem kann Adelina vertrauen? Die Grenzen verschwimmen und Marie Lu spielt hier gelungen mit diesem Muster.

Der Schreibstil der Autorin hat mir erneut gut gefallen. Zu Anfang war er mir persönlich noch etwas verschnörkelt…

„Der Duft der Blumen erfüllt meine Gedanken mit seiner schweren Süße.“ (S.54)

doch derartige Stellen verlieren sich über die Seiten hinweg und erdrücken keinesfalls den Lesegenuss.

Ebenfalls beschreibt sie zu Beginn der Handlung die Welt in der sich Adelina bewegt wirklich gut. Aber diesen Punkt verliert Marie Lu irgendwann aus den Augen.
Die Handlung, um Adelina und die Dolche, steht dominant im Vordergrund (was natürlich nicht unbedingt schlecht ist), so dass die hier entworfene Welt nur noch als ein Schatten wahrgenommen wird. Dennoch hat mir die Atmosphäre und die Schauplätze – welche an ein Italien zur Zeit der Renaissance erinnern – gut gefallen. Aber die Autorin verschenkt hier ebenso Potenzial.

Eine besonders wichtige Rolle spielt in diesem Buch die Gefühlswelt der Protagonistin. Wie sieht es in ihrem Verstand aus? Um Adelina und ihre Handlungen nachzuvollziehen hat Marie Lu sich daher an einer personalen Ich-Erzählerstimme bedient.

„Mein Stolz beginnt sich zu regen, verdrängt meine Trauer, verschmilzt mit meiner Wut, meinem Hass und meiner Angst, meiner Leidenschaft und meiner Neugier. Die flüsternden Stimmen, die knapp außerhalb meiner Reichweite lauern, schlängeln sich an die Oberfläche und recken ihre langen, knochigen Finger gierig nach der Freiheit […].“ (S. 390)

Der Leser taucht hierdurch tief in ihre emotionale Welt ein und versucht dadurch ihre Handlungen nachzuvollziehen. Was nicht immer gelingt…
Zwischendurch flackern ebenso Beschreibungen von ihrem Vater auf und dieser Punkt hat mich persönlich irgendwann gestört. Zwar ist das einweben der Ereignisse aus der Vergangenheit durchaus gelungen, doch ein aus dem nichts aufflackernder Vater in ihrer Gedankenwelt hat mich zunehmend irritiert und an meiner Konzentration genagt. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich war genervt von dieser Überlagerung.

Wer ist Freund? Wer ist der Feind? Welchen Charakteren kann man trauen?
Mit diesen Fragen spielt Marie Lu gekonnt und ebenso entdeckt man in der Protagonistin bösartige Züge und misstraut auch ihr. Einige ihrer Entscheidungen lassen sich diskutieren und wühlen den Leser durchaus auch auf. Dies trägt aber auch zu einem spannenden Handlungsverlauf bei, der gerade zu Beginn eine Hochphase erlebt, sich dann jedoch ein wenig verläuft. Die Handlung kommt dennoch nicht entgültig zum Stillstand, sondern auf den letzen Seiten wird man erneut gepackt und dabei kräftig durchgeschüttelt.
Doch weil ich mich mit einigen Punkten in dem Buch nicht anfreunden konnte und einige Schwachstellen entdeckt habe, bekommt „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ von mir 3,5 Papierblumen.  NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Hinter den Bergen …

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Zum Inhalt:

Die beiden Riesen Pelinka und Satlasch sind die beiden letzten ihrer Art und leben in den Prikopa-Bergen in einer einsamen Hütte.
Einige Täler weiter leben die beiden Riesinnen Ariane und Amanda – ebenfalls die letzten ihrer Art.

Pelinka und Satlasch träumen schon lange davon, die beiden Riesinnen zu besuchen und sich zu verlieben.

Als sie schlussendlich genügend Geld zusammenhaben, um sich ein Moped anfertigen zu lassen, kann sie nichts mehr halten und sie machen sich auf den Weg in den „Hintersten Winkel“.

Allerdings verläuft diese Reise etwas anders als geplant.

Meine Meinung:

Ich hatte mir dieses Buch wesentlich harmonischer vorgestellt, da ich davon ausging, dass die „Liebesgeschichte“ und die Gefühle der beiden Riesen im Mittelpunkt stehen würden.

Dem ist jedoch nicht so, da viel mehr der Weg zu den beiden Riesinnen im Mittelpunkt steht und der erweist sich als recht beschwerlich: Benzin wird geklaut, Zwerge werden „gequält“ und es kommt zu handfesten Prügeleien.

Die Autorin schafft es wohl, die negativen Charakterzüge ein wenig zu relativieren indem sie dem teilweise recht brutal daherkommenden Satlasch den wesentlich liebenswürdigeren Pelinka zur Seite stellt. Dennoch wird das negative Verhalten des Riesen Satlasch nicht geahndet und auch nur ansatzweise in Frage gestellt. Denn obschon Pelinka nicht mit jeder Entscheidung Satlasch einverstanden ist und Satlasch Pelinka zuweilen regelrecht hinters Licht führt, schafft Stalasch es dennoch immer wieder seinen Willen durchzusetzen, um ans Ziel zu kommen.

Auch der Racheplan der Zwerge kommt nicht ganz ohne „illegale Machenschaften“ aus, was ich dann doch sehr schade finde.

Ich hätte mir insgesamt etwas mehr Harmonie gewünscht: vielleicht wären die Zwerge bereit gewesen, den Riesen zu helfen, wenn die beiden versucht hätten das Zwergenvolk zu überreden. Vielleicht hätte es Pelinka und Satlasch auch gelingen können, den Menschen die Angst vor ihnen zu nehmen und auf diese Weise Hilfe zu erhalten.

Schlussendlich hätte ich mir auch gewünscht, dass der Schluss etwas mehr ausgebaut wird.

Fazit: Das Buch hat sich sehr gut gelesen, jedoch wird es wohl für manch jungen Leser wichtig sein, das Gelesene anschließend zu thematisieren und zu reflektieren.

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Véro

Wenn der Postbote dreimal klingelt …

das-paketEmma Stein wird in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und skalpiert. Ist sie das neuste Opfer des Serienmörders «Friseur»? Niemand will ihr glauben, da der Friseur seine Opfer bisher immer getötet hat und Emma die Beweise fehlen. Verstört zieht Emma sich zurück, bis das Grauen in Form eines Pakets bei ihr zu Hause ankommt …

Sebastian Fitzek schafft es auch in seinem Thriller «Das Paket» die Spannung hochzuhalten und den Leser ans Buch zu fesseln. Sein Schreibstil ist fließend und sehr angenehm zu lesen. Cliffhanger am Ende der Kapitel halten die Spannung hoch und verhindern, dass der Leser das Buch aus der Hand legt. Sebastian Fitzek versteht ohne Zweifel sein Handwerk und verfügt über das nötige Feingefühl die Handlung zu den richtigen Momenten voranzutreiben.

Allerdings hat «Das Paket» mich inhaltlich nicht so wirklich von den Socken gehauen. Emma empfand ich zunehmend als nervtötend und als eher unsympathisch. Wieso sie in Bezug auf das Stromexperiment log ist mir bis jetzt nicht klar und auch sonst waren ihre Reaktionen teils sehr überzogen.

Das Buch basiert darauf, dass man als Leser nicht weiß, was Realität und was Wahn ist. Diese Idee ist allerdings nicht besonders originell und das Spiel ziemlich leicht zu durchschauen. Leider war ich mir sehr schnell sicher, wie ich die verschiedenen Zwischenfälle in Emmas Leben einschätzen soll und ich behielt mit fast allem recht. Das wunderte mich sehr, da man gerade bei einem Autor wie Sebastian Fitzek glaubt, dass eine unvorhergesehene Wendung am Schluss alles noch einmal umkrempelt. Dies blieb hier jedoch aus. Man merkt nämlich recht schnell, dass der Täter Emma persönlich kennen muss und ihr ziemlich nah steht. Das engt den Kreis der Verdächtigen schnell ein und per Ausschlussverfahren war es nicht mehr schwer, sich den Rest zusammenzureimen.

Vielmehr empfand ich den Schluss als sehr schwach. Übertrieben in der Darstellung, doch eigentlich ohne wirkliche Überraschung und ziemlich vorhersehbar. Die Erklärung was mit Samson passierte, fand ich echt fantasielos, unglaubwürdig und nicht bis zum Ende durchdacht. Dies war in meinen Augen der Knackpunkt des Buches, danach ging es bergab.

Es tut mir sehr leid, dass meine Meinung zu diesem Buch, auf das ich mich so gefreut habe, nun recht negativ fällt. Aber gerade nachdem ich zuvor «Passagier 23» gelesen hatte, habe ich mir einfach mehr von diesem Buch erhofft. Wer einen unterhaltsamen Thriller sucht, wird hier trotzdem fündig. Denn das Buch ist ohne Zweifel spannend und liest sich sehr gut, auch wenn ich es inhaltlich etwas an den Haaren herbeigezogen fand.

Ich vergebe 3 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

 

2 + 2 = 4 oder doch etwa 5?

csm_9783548234106_cover_aeec59b8d8„Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles übrige von selbst.“ (S. 111)

Neunzehnhundertvierundachtzig. Die drei verfeindeten Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien beherrschen die Welt.
In London, der drittstärksten bevölkerten Provinz Ozeaniens lebt der 39 – jährige Winston Smith. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit und gilt dementsprechend auch als ein gehorsames Parteimitglied (äußere Partei).
Während er seinen Job routiniert verrichtet, den Verlauf der Vergangenheit und Zeitungsartikel der Parteidoktrin entsprechend abändert, wächst in ihm der Zweifel an dem totalitären System.
Unbeobachtet bleiben nur seine Gedanken, während sein Körper dem ständigen Blick des Großen Bruders ausgeliefert ist. Eine fiktive Figur der Parteielite (innere Partei).
Doch wie kann man sich gegen einen derartigen Überwachungsstaat auflehnen und dabei unbeobachtet bleiben?

Der Einstieg in den Roman gelingt überraschend leicht. George Orwell verzichtet auf lange Ausschweifungen und legt seine Konzentration stattdessen auf den gegenwärtigen Moment, in dem sich der Protagonist Winston Smith befindet.
Darüber hinaus verfügt 1984 über einen klaren und verständlichen Erzählstil, der dem Leser ein komplexes Bild von einer bedrückenden und düsteren Zukunft liefert. Schnell wird einem bewusst in welch kalter und grauen Welt sich Winston bewegt. Einer Welt in der dem einzelnen Menschen keine Bedeutung zukommt.

Der Roman besteht aus drei Teilen. Im ersten gewinnt man einen Überblick über das Verhalten der Menschen, sowie viele Einzelheiten über die Denkweise und den genaueren Ablauf in der Gesellschaft des totalitären Überwachungsstaates. Dies ist äußerst detailreich beschrieben und inszeniert eine Tiefe, die den Leser zugleich schockiert, sprachlos werden lässt und gleichermaßen an die Seiten fesselt.
Alles unterliegt einer ständigen Kontrolle. Alles wird beobachtet. Jeder Schritt, jeder Atemzug, jeder Fehltritt und jede Handbewegung. Sowohl in öffentlichen Gebäuden, auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden.
Die Menschen sprechen miteinander, jedoch bleiben diese Konversationen nur an der Oberfläche. Liebe und Freundschaft zählen nicht. Was jedoch zählt, ist die völlige Hingabe für die Partei.
Sogar die Sprache verliert an Stellenwert, Worte werden reduziert. Alles löst sich Stück für Stück auf. Insbesondere die Erinnerung an die Vergangenheit.

„Alles verschwamm in einer Schattenwelt, in der zuletzt sogar die Jahreszahl ungewiß geworden war.“ (S. 63)

Winston Smith unterscheidet sich von den Menschen um ihn herum. Er sieht die Manipulation, die eingeschränkte Freiheit.  Ausschlaggebend ist seine verbliebene bruchstückhafte Erinnerung an seine Kindheit. Doch dies ist gefährlich!

Im zweiten Teil lässt Orwell seinen Protagonisten die Strukturen des Systems klarer wahrnehmen. Und während Winston das Wie? zu verstehen scheint, quält ihn bereits das Warum?.

Mit dieser Frage beschäftigt sich der dritte Teil von 1984. Und während George Orwell eine Weg sucht, uns eine Antwort zu geben, flacht der Roman plötzlich ab. Verliert an Spannung und fällt in sich zusammen. Leider scheint sich der Autor in seinen Theorien zu verstricken, die zwar sehr ausführlich beschrieben werden, jedoch trotzdem kaum Antworten geben, sondern nur noch mehr Fragen aufwerfen. Vieles bleibt unbeantwortet…

Als Leser findet man sich plötzlich in der Situation wieder, dass man gedanklich nicht weiterkommt. Die Handlung bleibt an einem Punkt plötzlich stehen und 1984 zieht sich dadurch leider in die Länge.
Und am Ende kann man sich zu Recht die Frage stellen, wo der Widerstand bleibt.

Orwell entwirft ein spannendes und schockierendes Bild von einer Zukunft, welche einige Parallelen zu unseren heutigen Welt besitzt.
Dabei hat mir der Stil des Autors sehr gut gefallen. Sein Roman berührt und schockiert. Ich musste nach der letzten gelesenen Seite tief durchatmen, um mich von dieser Welt zu lösen. Und auch wenn er für mich einige Schwächen zum Ende hin besitzt, ist es dennoch eine wertvolle Lektüre, die einen nachdenklich macht und durchaus interessant zu lesen ist! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Tauche ein, in eine naive Liebesgeschichte!

„Ich wusste nicht, dass du mir immer noch Zeit gibst. Ich dachte, ich hätte dich schon verloren…“ (Kap. 9)

IMG_2979.jpgHarper ist unter dem strengen Regiment ihres Vaters (auf einem Marinestützpunkt) aufgewachsen. Daher ist es auch kein Wunder, dass sie es kaum erwarten kann endlich aufs Collage zu gehen – auf der anderen Seite des Landes. Weit entfernt von ihrer Vergangenheit.
Endlich will sie die Dinge erleben, von denen sie bislang nur gehört hat:
Flirten, Daten, Küssen.
Gleich auf der ersten Party trifft sie auf Chase, der all das verkörpert, vor dem ihr Vater gewarnt hat:
sexy, wild, verwegen.
Nur mühsam kann Harper seinem Charme widerstehen.
Kurz darauf verliebt sie sich in dessen attraktiven Mitbewohner Brandon, doch ihr Körper fühlt sich noch immer zu Chase hingezogen, sobald dieser in der Nähe ist.
Sie ist zwar überglücklich mit Brandon, aber auch ihre Gefühle für Chase werden immer stärker. Ein unvergessliches Wochenende lang gibt sie der Versuchung nach – und plötzlich ist nichts mehr wie es war.

Wie bereits das Cover verrät, handelt es sich bei diesem Roman um eine Geschichte, in der es um eine Dreiecksbeziehung geht. Wer also von einer solchen Situation schnell genervt ist, der sollte lieber die Finger von Taking Chances lassen…

Als ich mich dazu entschieden habe, diesen Roman zu lesen, war auch ich mir dessen bewusst. Und obwohl ich kein großer Fan von dieser Konstellation bin (spätestens seit Bella/ Edward/ Jacob), war ich dennoch gespannt, welche Idee die Autorin für ihren Roman bereithält, wodurch sich diese Geschichte von anderen unterscheidet und wie sie ihre Charaktere darin agieren lässt.

Der Schreibstil ist sehr leicht und man fühlt sich schnell in die Geschichte integriert. Hintergrundinformationen aus der Vergangenheit wurden sehr gut in den Verlauf eingearbeitet. Man kann sich schnell ein Bild von Harpers früherem Leben bei den Marines machen und auch ihren Charakter schnell definieren.

Blickt man auf den gesamten Handlungsverlauf, merkt man an mehreren Stellen, dass es sich hierbei um ein Debütroman handelt. Leider verliert sich die Geschichte an einigen Stellen, fängt sich zwar auch wieder, aber dennoch fühlt man sich manchmal an eine Story auf Wattpad erinnert.
An einigen Stellen möchte die Autorin einfach zu viel und dabei möglichst jeden Leser zufriedenstellen, weshalb sich die Protagonistin oft für ihr Denken und Handeln rechtfertigt. Nachvollziehen kann man diese dann jedoch trotzdem nicht wirklich.

Was bewirkt das?
Harper wirkt auf den Leser leider sehr oberflächlich, naiv und es fehlt ihr an wirklicher Tiefe.
Sie hat auf der einen Seite keine Ahnung von der Welt, von Leuten ihres Alters, von Partys oder wie man flirtet. Dennoch ist sie gleichzeitig von sich selbst überzeugt, was sie unsympathisch wirken lässt. Sie will alles auf einmal haben, wobei ich hier von Chase und Brandon spreche.
Zu beiden fühlt sie sich hingezogen und von beiden will sie geliebt werden. Sie spielt dabei mit deren Gefühlen und das macht einen so manches Mal ziemlich wütend. Man ist von Harper oft enttäuscht.

„Du bist so darauf bedacht, niemandem wehzutun, dass du überhaupt nicht merkst, wie sehr du mich dabei verletzt.“ (Kap. 7)

Sie neigt zu übertriebenen Gefühlsausbrüchen, handelt unfair und nimmt dabei auf kaum jemanden Rücksicht. Des Weiteren hat sie keine Vorstellung von ihrer Zukunft, sondern strebt das Bild einer Hausfrau an. Damit kann sich kaum jemand in ihrem Alter identifizieren.
Man merkt vielleicht, dass ich mit ihrem Charakter nicht wirklich zurecht gekommen bin. Aber leider schafft Molly McAdams es nicht Harpers Gefühle zu strukturieren und dem Leser damit das Gefühlschaos, in dem diese steckt, wenigstens ein klein wenig nachvollziehbar darzustellen.

Ich möchte nicht sagen, dass mir das gesamte Gefühlschaos zwischen Harper und Brandon/ Harper und Chase zu schnell ging. Oder die Situation, dass ein Mädel auf eine Party geht und dort direkt von jedem männlichen Wesen auf Händen getragen wird etc. mich gestört hätten. Dafür ist das Genre schließlich bekannt…
ABER es kommt immer darauf an, wie man das ganze verpackt, so dass der Leser die Gefühle oder die Situation überhaupt wenigstens ein klein wenig nachvollziehen kann.
Hier hat Molly McAdams leider versagt. Die Entwicklung zwischen den Charakteren geht einfach zu schnell. Vielleicht sollte man auch sagen: Harper überstürzt gerne ALLES in ihrem Leben!

Bereits nach wenigen Kaptieln hat man das Gefühl man hätte bereits ein gesamtes Buch gelesen. Es passiert unglaublich viel und das ist es, was den Leser an den Roman fesselt. Man möchte wissen, was als nächstes passiert. An romantischen, verzweifelten und traurigen Momenten fehlt es der Geschichte auf jeden Fall nicht! Das mochte ich sehr gerne.

Der Erzählstil ist sehr dicht und gleichzeitig intensiv. Kaum etwas bleibt einem verborgen und man fühlt sich den Akteuren sehr nahe, was einen quasi in die Geschichte hineinsaugt.

Und dann gelangt Taking Chances an einem Punkt an, wo Tränen fallen und man möchte von da an, dass die Geschichte endlich ihr Ende findet.
Die letzten Seiten ziehen sich ab diesem Moment. Auf der Suche nach einem Happy End, gibt es viel (unnötiges) Drama und unzählige „Ich liebe Dich“ – Bekundungen, die man dann echt nicht mehr ernst nehmen kann.

Wer gerne mal in diesem Genre abtaucht macht mit Taking Chances nichts falsch. Man sollte sich jedoch nicht wundern, wenn viele bekannte Motive aus Jamie McGuires oder J. Lynns Romanen auftauchen.

Mich selbst hat die Protagonistin zwar auf die Palme gebracht, aber dennoch hat mich dieser dichte Erzählstil gefesselt, auch wenn einem einige Kapitel zum Schluss hin gerne erspart geblieben wären.

Was der Roman jedoch sehr schön vermittelt, ist das nur ein einziger Moment ausreicht, um das gesamte Leben zu verändern.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Auf nach Spanien!

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Zum Inhalt:

In Anjas Leben scheinen sich plötzlich alle gegen sie zu verschwören: Ihr Freund Andy betrügt sie mit einer anderen Frau, ihre Arbeitskolleginnen spinnen fiese Intrigen, ihr Chef befördert daraufhin eine dieser Intrigantinen und auch ihre Nachbarn und ihre Vermieterin machen ihr das Leben mit ihrem Geschnüffel nicht wirklich leicht.

Als dann Anjas Ex und gleichzeitig bester Freund Jan ihr eröffnet, dass er für ein Jahr nach Spanien fährt, hat Anja ihren Entschluss schnell gefasst: Sie wird mitfahren.

Ohne Jan davon in Kenntnis zu setzen, verteilt sie ihr Hab und Gut an ihre beiden besten Freundinnen, sucht einen Nachmieter und kündigt ihren Job. Anschließend stellt sie Jan vor vollendete Tatsachen und steigt mit ihm in seinen Campingbus.

Schnell ist klar, dass die beiden immer noch etwas füreinander empfinden und es dauert auch nicht lange, bis die beiden sich näher kommen. Dass das nicht ohne Schwierigkeiten abläuft, scheint klar: Anja und Jan haben ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zeit in Spanien und weder Anjas Ex Andy, noch Jans (Noch-)Verlobte Marcella scheinen die Situation so annehmen zu wollen, wie sie sich ihnen darstellt.

Meine Meinung:

Ich habe mich von diesem Roman gut unterhalten gefühlt, allerdings hatte ich mir einen Road-Trip-Roman erwartet und diese Erwartungen wurden recht schnell enttäuscht, denn schon beim ersten Halt in Spanien endet der Roadtrip.

Dennoch liest sich dieser Roman sehr gut und die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet… auch wenn ich mir mehrmals während der Lektüre gewünscht hätte, Anjas bester Freundin Tine zur Seite zu stehen und Anja wachzurütteln. Ihr Aufbruch wirkte auf mich sehr unüberlegt, aber genau dieses naïve und sprunghafte Wesen der Protagonistin macht wohl den Kern der Geschichte aus.

Manche Elemente, wie beispielsweise das Auftauchen von Marcella und Andy waren sehr vorhersehbar und auch der Schluss hat mich nur zum Teil überraschen können. Es gab allerdings auch einige Wendungen in der Geschichte, die ich mir so nicht erwartet hätte, jedoch wirkten die zum Teil etwas konstruiert. Auch Jans Eifersuchtsszenen wirkten etwas übertrieben auf mich.

Fazit: Der Roman liest sich gut und ist sehr temporeich gestaltet. Ideal als Urlaubslektüre, jedoch sollte man sich keinen Road-Trip erwarten, da das Buch diesem Prädikat sicher nicht gerecht wird.

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Véro

Adventskalender – Türchen 22

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„Zu lieben macht mir Angst, es sind so viele Fragen damit verbunden. Ich fürchte, mein Leben wird nie ganz zu seinem passen. Ich fürchte, dass ich ihn nie richtig kennen werde. Dass er mich nie richtig kennen wird. Dass wir zwar unsere Geschichten voneinander hören, aber nie die ganze Wahrheit.“ (S. 192)

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„Auf den ersten Blick – Jede Große Liebe hat ihre Geschichte“ heißt dieses schöne Buch, welches sich durch seine wunderschöne Aufmachung in mein Herz geschlichen hat. Sollte euch diese Kurzgeschichten Sammlung in der Buchhandlung begegnen, dann schaut es euch an und verliebt euch ebenso „auf den ersten Blick“.
Es beinhaltet insgesamt zwölf Kurzgeschichten, von ganz unterschiedlichen Autoren, die allerdings alle im Genre des Jugendbuches zu finden sind.
Jede Geschichte ist anders, besticht durch ihren individuellen Schreibstil. Der Herausgeberin (Stephanie Perkins) ist mit diesem Buch eine bunte Mischung an realistischen, fantastischen, nachdenklichen, verspielten, lustigen und überraschenden Geschichten gelungen.

Mitternächte von Rainbow Rowell
Rainbow Rowell, die Autorin von u.a. „Eleanor & Park“ ist mit eine der bekanntesten Autorinnen in diesem Buch. In „Mitternächte“ geht es um Mag, die jedes Jahr auf neue ihrem besten Freund dabei zuschauen muss, wie er zu Silvester eine andere küsst.
Das besondere an dieser Geschichte ist, dass man als Leser immer nur einen Blick auf die jeweilige Silvesternacht bekommt. Ein Jahr ist vorbei, viel ist passiert und die Charaktere haben sich ebenso weiterentwickelt. Man nimmt diese Veränderung wahr und hier hat Rainbow Rowell mich neugierig gemacht und mich mit ihrer Kurzgeschichte verzaubert und gut unterhalten.

Die Dame und der Fuchs von Kelly Link
In dieser Geschichte von Kelly Link fällt Schnee und mit einer Prise Fantasie wird dadurch eine fantasievolle Weihnachtsgeschichte.
Miranda verbringt Weihnachten bei den Honeywells, eine Familie mit tiefen Wurzeln… Und während man sie als „armes kleines Lämmchen“ tituliert, trifft sie draußen im Garten auf einen Fremden. Was hat es mit dem Fuchs auf seinem Herrenrock auf sich?
Mich hat diese Geschichte zwischenzeitlich irritiert, womöglich weil mir das Genre doch ein wenig fremd ist… 😉

Engel im Schnee von Matt de la Peña
„Engel im Schnee“ zählt zu einer meiner liebsten Geschichten in diesem Buch. Ich konnte mich schnell in den Protagonisten einfühlen und die Geschichte selbst war romantisch, unterhaltsam und so einfach gestrickt, dass mir alles stimmig erschien.
Shy ist Student (mit einem Stipendium) und liebt seine Familie über alles. Leider lässt es ihm die finanzielle Situation nicht zu, dass er über die Weihnachtstage bei seiner Familie sein kann. Darüber hinaus passt er auf die Katze und das Apartment seines Chefs auf, um sich etwas Geld zu verdienen. Da sitzt er nun im zugeschneiten New York, mit leerem Kühlschrank und einer Katze die ihm Gesellschaft leistet… bis plötzlich Haley vor seiner Tür steht.

Willst du mich finden, dann folge dem Polarstern von Jenny Han
Jenny Han („To All the Boys I’ve Loved Before“) entführt uns mit ihrer Geschichte an den Nordpol. Im Dorf des Weihnachtsmannes sind die Elfen nicht nur mit dem verpacken von Geschenken für die Kinder in der ganzen Welt beschäftigt, sondern die Teenie-Elfen feiern einen Schnee-Ball. Darunter ein vom Weihnachtsmann „adoptiertes“ Menschenmädchen, welches sich unter den Elfen irgendwie fremd fühlt und darüber hinaus auch noch verliebt ist…

Es ist ein Weihnachtswunder, Charlie Brown von Stephanie Perkins
Marigold mag Weihnachtsbäume. Oder sagen wir: Sie mag insbesondere diesen Jungen, der am Weihnachtsbaum-Verkaufsstand arbeitet und ihr – ehe sie sich versieht – einen Baum aufdrückt. Aber wohin damit? Das Leben von ihr und ihrer Mutter wurde von dem einen auf den anderen Tag aus den Fugen gerissen. Nun herrscht ein wildes durcheinander und North bringt plötzlich Ordnung hinein.
Auch diese Geschichte zählt zu meinen Favoriten in diesem Buch. Nicht nur durch die sympathischen Charaktere, nein… auch der Schreibstil, die Idee und die Atmosphäre haben mich absolut überzeugt.

Aushilfs-Santa von David Levithan
Bei dieser Geschichte hat mich insbesondere der sprachliche Stil in seinen Bann gezogen. Die Gedankengänge des Protagonisten sind toll eingefangen und das der Autor sich hier an einer Liebesgeschichte zwischen einem homosexuellen Pärchen versucht, finde ich wirklich mal abwechslungsreich und trifft ebenso unseren heutigen Zeitgeist.
Als Connor den Protagonisten in dieser Geschichte darum bittet, im Santa-Kostüm zu erscheinen, damit dessen sechsjährige Schwester der Glaube an den Weihnachtsmann erhalten bleibt, kann er nicht anders als ihm den Gefallen zu tun…

Der Krampus-Lauf von Holly Black
Diese Geschichte hat mir am wenigsten gefallen. Hier war so viel Fantasie enthalten, dass ich mir persönlich die Geschichte zu fantastisch wurde. Wer aber das Fantasie Genre mag, der wird diese Geschichte sicherlich mögen. 🙂
Ehe man sich versieht ist man plötzlich Gastgeberin einer „absolut krassen Silvesterparty“, um die beste Freundin dabei zu unterstützen sich an einem Idioten zu rächen. Der Abend mündet in eine beinahe Katastrophe, wären da nicht noch ganz fremde Gäste…

Was hast du verdammt noch mal getan, Sophie Roth? von Gayle Forman
Sophie Roth hat sich für eine ländlich gelegene Universität entschieden. Eine tolle Idee, wie sie zuvor dachte, doch irgendwie hört sie immer wieder „Du kommst so was von aus der Großstadt“ und fühlt sich alles andere als wohl.
Doch dann trifft sie am Weihnachtsabend auf Russell und plötzlich muss sie sich hinterfragen: Liegt es nicht doch an ihrer Einstellung, wie sie die Umgebung wahrnimmt? Eine Geschichte von Vorurteilen, die sich nicht bestätigen und damit einen Blick auf die Realität gewähren.

Biereimer und das Jesuskind von Myra Mcentire
Vaughan Hatcher ist quasi der „Michel aus Lönneberger“. Sein letzter Streich hätte beinahe dazu geführt, dass die Kirche abbrennt. Am Ende war es zum Glück „nur“ der Schuppen, aber das führt dazu, dass er beim Aufbau des Krippenspiels helfen muss. Und obwohl er nur versucht seine Sozialstunden abzuarbeiten, läuft plötzlich alles schief und nur Vaughan ist derjenige, der den Abend noch retten kann.
Eine vorhersehbare Geschichte, die aber dennoch einige Wenungen bereithält. 😉

Willkommen in Christmas, Kalifornien von Kiersten White
Christmas ist der Ort, an dem einfach das ganze Jahr Weihnachten gegenwärtig ist. Mit ein Grund für Maria endlich die Stadt zu verlassen. Egal wohin. Sie geht noch zur Schule und arbeitet danach in einem örtlichen Diner („Christmas Café“). Ben hingegen ist der neue Koch und gerade erst angekommen. Mit seinem Essen weckt er in den Menschen Erinnerungen an fast verlorene Zeiten.

„Ich glaube, wenn du herausfindest, mit welchem Essen du dich an glückliche Zeiten oder eine glücklichere Verson deiner selbst erinnern kannst, bringt dich das weiter. Es hilft dir, wieder zu dem zu werden, der du in deinen glücklichen Zeiten warst. Es kann alles verändern. […]“ (S. 326)

Eine süße Geschichte, mit einer tollen Message und liebevollen Charakteren. Vielleicht war das Ende zu perfekt gestrickt, aber für die Jahreszeit dennoch vollkommen richtig.

Der Stern von Bethlehem von Ally Carter
Zwei Mädchen begegnen sich am Flughafen. Die eine mit einem Ticket nach New York, aber mit der Sehnsucht einfach zu verschwinden, egal wohin. Die andere mit dem Wunsch nach New York zu fliegen und einem Ticket nach irgendwo. Was liegt da näher als ein Tausch? So kommt es, dass Liddy sich plötzlich auf dem Land und inmitten einer herzlichen Familie wiederfindet, ihr Herz verschenkt, aber ein Lügengerüst um sich aufbaut, welches schon bald nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, denn Liddy wird gesucht… Eine tolle Idee! Spannend und mit einem schönen weihnachtlichen Charakter.

Das Mädchen, das den Träumer weckte von Laini Taylor
Diese Geschichte spielt in ihrer eigenen Welt. Auf der Insel der Federn ist es der Brauch, dass die Männer an den vierundzwanzig Tage des Advents ihren Angebeteten Geschenke überbringen. Als Neve an einem Morgen eine Bibel auf ihrer Veranda entdeckt überkommt sie die Angst, denn das kann nur eines bedeuten und ehe sie sich versieht hat das Mädchen den Träumer erweckt…

In diesem Buch findet man wirklich die unterschiedlichsten Geschichten. Man weiß nicht, welche Erzählung als nächstes auf einen wartet und ich persönlich finde es gerade zur Weihnachtszeit schön, wenn man in einer solchen Vielfalt an Geschichten abtauchen kann. Natürlich kann man nicht jede der Erzählungen toll finden, aber sie sind dennoch alle unterhaltsam und ebenso erfrischend individuell erzählt.
Ich habe mich aber dennoch für 3,5 Papierblumen entschieden, weil mir immer wieder Fehler ins Auge gesprungen sind. Dadurch hatte ich einfach das Gefühl, dass man das Buch so schnell wie möglich in den Druck geben wollte, damit es noch vor Weihnachten in den Buchhandlungen erscheint.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Den gesuchten Superhelden erkennt man an dem großen „S“ auf  der Brust.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Ein paar Opfer zu viel

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Zum Inhalt:

In Wien hält ein Frauenmörder die Polizei in Atem. 4 Leichen gab es bisher und alle wurden sie auf Baustellen ein und desselben Bauleiters aufgefunden. Da die Polizei im Dunkeln tappt, wird Marlies Mittermann die Leitung der Ermittlungen zugeteilt… sehr zum Leidwesen ihres Noch-Ehemanns Helmut, der die Ermittlungen bis zu dem Zeitpunkt leitete.

Schon nach kurzer Zeit scheint Marlies den Täter gefunden zu haben. Doch als dieser in Untersuchungshaft sitzt, taucht ein 5. Opfer auf …

Meine Meinung:

Dieser Krimi konnte mich nur bedingt überzeugen. Die Protagonistin Marlies Mittermann konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, da sie mir im ganzen Verlauf der Handlung nicht recht sympathisch wurde. Ihr Ehrgeiz mag für die Ermittlungsarbeit wichtig sein, jedoch stand er gerade dabei auch teilweise im Weg, da sie sich und ihren Kollegen unbedingt beweisen möchte, dass sie in der Lage ist, den Fall zu lösen. Als die Probleme dann doch größer werden, greift sie auf die Beziehungen ihres Vaters zurück, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Für mich ist Marlies Mittermann etwas unglaubwürdig: sie möchte ihren Weg gehen und jedem beweisen, was sie kann und dass sie sehr wohl in ihrem Beruf erfolgreich sein kann. Die Miete ihrer Wohnung lässt sie sich jedoch von ihrem Vater zahlen und wenn es brenzlig wird, soll dieser es auch beruflich für sie richten.

Die Beziehungsprobleme zwischen Marlies und Helmut waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Dies mag für die Handlung zeitweise wichtig sein, hat mich jedoch stellenweise auch verwirrt.

Schlussendlich war die Auflösung des Kriminalfalls mir zu sehr konstruiert und unglaubwürdig… vielleicht war mir deshalb auch weniger früh klar, wer der eigentliche Täter ist.

Insgesamt hat sich der Krimi sehr gut gelesen, konnte mich jedoch inhaltlich nicht wirklich überzeugen, weshalb es nur für drei Papierblumen reicht.

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Véro

Mörder im Gepäck!

schnick-schnack-totKiki, das vermeintlich beliebteste Mädchen der Schule wird während der Klassenfahrt an die Nordsee tot aufgefunden. Schnell steht fest, dass ein Mörder hier sein Unwesen treibt! Leider sitzen die Schüler und die Lehrer nun auf der Insel fest und müssen warten, bis das Wetter sich beruhigt hat um wieder nach Amsterdam zurückkehren zu können … Doch auch der Mörder befindet sich unter ihnen und ist bereit, über Leichen zu gehen um seine Identität zu schützen! Wird es weitere Opfer geben?

Mel Wallis de Vries hat mit diesem Buch einen durchaus spannenden Krimi für Jugendliche geschrieben, auch wenn er für mich als Erwachsene etwas zu seicht war. Ihr Schreibstil ist angenehm zu lesen und sprachlich an die Zielgruppe angepasst. Auch der Aufbau des Buches ist sehr gut für junge Leser geeignet, da er eine starke Struktur vorgibt und somit die Handlung fest verankert. Nur die Wahl des Titels kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, da ich den Bezug zum Inhalt nicht erkennen kann.

Die Insel Vlieland wird sehr anschaulich beschrieben, so dass man das Gefühl hat, sich mitten auf der Insel zu befinden. Auch die einzelnen Charaktere sind schön herausgearbeitet und man lernt vereinzelte Schüler recht gut kennen.

Die Handlung wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt und schon bald wird klar, dass eigentlich ziemlich viele Personen als verdächtig eingestuft werden müssen. Denn Kiki war im Endeffekt eher gefürchtet als beliebt und hat sehr viele Leute mit ihrer Art und Weise vor den Kopf gestoßen. So finden sich sehr viele Tatmotive und der ermittelnde Polizist droht auf den Holzweg zu geraten. Diese wechselnden Erzählperspektiven haben den Nebeneffekt, dass man sich leider nicht wirklich mit einer Person identifizieren kann, es gibt keinen richtigen Protagonisten, sondern eher mehrere, gleichgestellte Nebenfiguren die die Handlung gemeinschaftlich vorantreiben.

Bis zum Schluss wusste ich nicht, wer der Täter sein könnte, denn es gab einfach zu viele Möglichkeiten. Dies hält natürlich die Spannung hoch und lässt dem Leser die Möglichkeit, mitzufiebern. Dennoch ist die Auflösung logisch und in sich abgeschlossen.

Insgesamt ist dies ein toller Einsteiger-Krimi für Jugendliche, die dieses Genre einmal ausprobieren wollen. Das Buch ist spannend und angenehm geschrieben, bleibt aber inhaltlich jugendgerecht.

Ich vergebe 3 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE
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Christine

 

„Man stirbt allein.“

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NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITEZum Inhalt:

Fredrik Welin, ein ehemaliger Arzt, lebt auf einer einsamen Insel in den schwedischen Schären, seit er nach einem Kunstfehler seine Arbeit als Chirurg aufgegeben hat.
Nun erwacht er eines Nachts und muss mit Schrecken feststellen, dass sein Haus in Flammen steht. Fast sein ganzes Hab und Gut verbrennt… ihm bleibt lediglich der Bootsschuppen und der Wohnwagen seiner Tochter, die Kleider, die er beim nächtlichen Brand getragen hat, zwei linke Gummistiefel, sein Boot und sein Auto. Außerdem steht schnell der Vorwurf im Raum, dass Welin selbst der Brandstifter sein könnte …

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, allerdings wurden diese leider nicht wirklich erfüllt.

Der Brand von Welins Haus wird recht schnell zur Nebensache, und auch als weitere Häuser brennen, nehmen die Ermittlungen keinen wirklich zentralen Raum in diesem Roman ein.

Vielmehr handelt es sich um ein Buch, in dem der Autor (Mankell), wohl selbst Abschied vom Leben nimmt und sich mit Alter, Einsamkeit und Tod auseinandersetzt.

„Plötzlich fragte ich mich, wie ich den Schmerz und die Trauer ertragen sollte, die mich erfasst hatten. Ich war zu alt, um neu anzufangen. Die Zukunft war stumm. Ein Ausweg war weder zu hören noch zu sehen.“ (S.38)

„Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, denen ich begegnete, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich. Das war mir nie so bewusst geworden wie jetzt. Ich befand mich am Rand der Gesellschaft. Ich gehörte zu der Gruppe, die auf dem Weg aus dem Leben heraus war. Hier wurde ich durch jeden Menschen, der mit raschen Schritten zu einem unbekannten ZIel an mir vorbeieilte, daran erinnert.“ (S.253)

„Man stirbt allein. Wenn man geboren wird, hat man zumindestens Gesellschaft.“ (S.355)

Der Schreibstil ist ganz toll und Mankell gelingt es sicherlich, seine Leser zum Nachdenken anzuregen. Auch merkt man, dass er viel von seinen eigenen Überlegungen und Erlebnissen in diesem Roman verarbeitet. Dennoch plätscherte mir die Geschichte zu sehr dahin…

Der Protagonist des Buches ist ein mürrischer alter Kauz, der kaum soziale Kontakte unterhält und mit der modernen Welt hadert. So spielt es für ihn eine große Rolle, dass seine Gummistiefel ein schwedisches Produkt sind und die Tatsache, dass seine neuen Hemden aus China kommen, ist ihm ein Dorn im Auge. Der Postbote Jansson ist der einzige Mensch, zu dem er regelmäßig Kontakt hat und selbst zu seiner Tochter kann er keine wirkliche Beziehung aufbauen.

„Was genau machte uns beide so untauglich für die gewöhnlichen Gespräche ganz gewöhnlicher Menschen?“
(S.177)

„Da ich den Gedanken nicht ertrug, wir würden uns wieder anschweigen, sagte ich nichts dazu. Sie fragte, ob es regnete oder schneite. Das Gespräch übers Wetter ist das Einzige, was schließlich bleibt. Es beruhigte uns beide. Keine Ausrufe, keine stummen, feindlichen Signale.“ (S.368)

Die anfängliche Schwermut nimmt im Verlauf der Erzählung etwas ab. Welin verliebt sich in die weitaus jüngere Journalistin Lisa Modin und erfährt, dass seine Tochter Louise ein Kind erwartet. Als Louise dann in Paris wegen Diebstahls festgenommen wird, beschließt Welin endlich, etwas zu unternehmen und reist nach Paris, um seiner Tochter beizustehen.

Dieser Punkt war für mich eine Art Wendepunkt in diesem Roman, da fortan mehr Handlung in der Geschichte war.

Mit Sicherheit spielt die Erwartungshaltung bei diesem Buch eine sehr große Rolle. Wer hier einen spannenden Krimi erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf diese ruhige Erzählung einlassen kann, wird seinen Gefallen an dem Roman finden.

Dennoch bleiben mir bei diesem Buch, ein recht unsympathischer Protagonist und eine gewisse Langatmigkeit in Erinnerung, so dass es von mir – trotz ganz tollem Schreibstil – nur für 3 Papierblumen gereicht hat.

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Véro

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt?

„[…] und doch … fühlte ich mich ruhig und gelassen, wie das Auge im Zentrum des Sturms. Ich hörte nichts, nicht einmal meine eigenen Gedanken. Und ich fühlte nichts – keine Angst, keine Anspannung, keine Trauer.“ (S. 124)

img_2706Middies Freund Nate wird vermisst. Man geht vom schlimmsten aus und Middies Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Ihre Zukunft. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates besten Freund, mit dem sie sich nie gut verstanden hat. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues…

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, wenn man gerade am Anfang seines Lebens steht und seine gesamte Zukunft noch vor sich hat. Doch die Antwort auf diese Frage ist Middies Schlüssel zu ihrer gemeinsamen Zukunft mit ihrem Freund Nate.
Weniger als ein Jahr bleiben ihr noch, um ihre Antwort in einem Aufsatz festzuhalten, den das Lewis & Clark College als Bewerbung fordert. Doch um diese Frage überhaupt beantworten zu können, muss sie zuerst herausfinden, wer sie überhaupt ist und was sie erreichen will.

Ihr Freund Nate ist da ganz anders und hat klare Pläne, in denen Middie einen festen Platz hat. Doch bis zum gemeinsamen Besuch am College bleibt noch ein ganzes Jahr. Nate hat sich dazu entschlossen diese Zeit im Ausland zu verbringen und eine gemeinnützige Organisation in Honduras zu unterstützen. Er ist sehr reif für sein Alter und möchte etwas in der Welt bewirken. Zudem ist er sozial und umweltbewusst eingestellt und will später Medizin studieren. Nate ist der perfekte Schwiegersohn, den sich wohl jede Mutter für ihre Tochter wünscht.

„Zwischen Nate und mir war es nicht langweilig oder vorhersehbar; es war solide. Vertraut.“ (S. 37)

Doch kurz nach seiner Abreise wird Nate vermisst. Für Middie, die sich nun in ihrem letzten Schuljahr an der Highschool befindet, bricht eine Welt zusammen. Nates Pläne, waren auch ihre Pläne. Nun muss sie nicht nur mit dem Verlust ihres Freundes umgehen, sondern soll sich auch Gedanken um ihre Zukunft machen, die eigentlich bereits feststand. Und mit jedem neuen Tag wird ihr klar, dass Nates Träume nicht ihre sind.

An ihrer Seite hat sie dabei Lee. Er ist der beste Freund von Nate, aber ein ganz anderer Charakter. Er ist spontan, vorlaut und wild. Lee kommt aus zerrütteten Familienverhältnissen und besitzt eine „No Risk No Fun“ – Einstellung. Ihm ist es egal, wenn er anderen auf die Füße tritt, weil er es nicht darauf anlegt von anderen Menschen in seinem Umfeld gemocht zu werden. Nur die Freundschaft zu Nate ist ihm wichtig und auch er vermisst seinen besten Freund.

„Ich rufe dich an, wenn du mich brauchst.“ (S. 97)

Lee und Middie lernen sich besser kennen und unternehmen viel gemeinsam. Middie lernt dabei aber nicht nur den besten Freund ihres vermissten Freundes besser kennen, sondern auch sich selbst.

Der Schreibstil hat mich gut in die Geschichte hineinfinden lassen und mir dementsprechend auch ganz gut gefallen. An manchen Passagen wirkte er mir allerdings zu gewollt und kleinere Stellen wirken vielleicht für den ein oder anderen Leser leicht verkitscht.

„Schneeflocken fielen wie Tränen, küssten das Glas.“ (S. 301)

Die Geschichte selbst ist sicherlich nicht neu und besitzt auch keine wahnsinnige Tiefe, so das sie einen sprachlos werden lässt. Dennoch wird man ein Teil von ihr und verfolgt die Handlung sehr gerne, weil sie keineswegs langweilig ist, sondern einen mit sich zieht. Man stellt sich hierbei einige Fragen bezüglich der Charaktere und deren Entwicklung, als auch zur Entwicklung der Handlung selbst. Welche Entscheidung trifft Middie für ihre Zukunft und was ist mit Nate?

Leider bekommt man nicht auf jede Frage eine Antwort (auf die eben genannten jedoch schon)  und auch die Charakterentwicklung von Middie hat bei mir noch einiges offen gelassen. Ich habe mich am Ende sogar gefragt, ob sie überhaupt eine Entwicklung durchlebt hat. Ihr Verhalten kann man wohl am meisten diskutieren. Ich konnte mich besonders am Ende kaum noch mit ihr identifizieren und ihr Verhalten erschien mir manchmal zu egoistisch und halbherzig.
Auch die Handlung selbst hat mich leider nicht immer zu überzeugen gewusst. Manchmal erschien sie mir zu konstruiert und inszeniert, dabei möchte die Autorin hier eine Geschichte erzählen, wie Du und Ich sie morgen erleben könnten.

Dennoch mochte ich diesen Roman, der mich durchaus auch zu überraschen wusste und mich gerade in den Momenten zwischen Lee und Middie verzaubern konnte. Ich mochte die Dialoge zwischen den beiden und die daraus entstandene Atmosphäre.
Meiner Meinung nach ist „Der Sommer, der uns trennte“ daher ein gelungener Coming-of-Age-Roman, der zwar nicht unbedingt eine neue Geschichte erzählt, dafür aber bis zum Schluss undurchschaubar bleibt und seinen Leser gut unterhält.

Von mir bekommt dieser Jugendroman daher 3,5 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Reden ist Silber, Schweigen ist …

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Zum Inhalt:

Tess Turner ist eine Außenseiterin. Sie hat ein geringes Selbstwertgefühl und sagt von sich selbst sie sei dick und hässlich.
Dann passiert etwas, womit sie nicht gerechnet hätte: Tess entdeckt auf dem Computer ihres Vaters einen Text, in dem er offenbart nicht ihr leiblicher Vater zu sein. Für Tess bricht eine Welt zusammen und sie beschließt, auf ihre Weise darauf zu reagieren: Sie beginnt zu schweigen und macht sich auf die Suche nach ihrem richtigen Vater. Doch ihr Schweigen zieht weitere Probleme nach sich: Tess wird in der Schule zum Gespött sämtlicher Mitschüler, sie verliert ihre beste Freundin und auch ihr eigentliches Problem wird nicht gelöst.

Meine Meinung:

Dieses Buch war ein absoluter „Titelkauf“ und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Allerdings konnte das Buch dem nur teilweise gerecht werden.

Tess‘ Leben ändert sich auf einen Schlag, als sie den Text ihres Vaters Jack sieht, in dem er schreibt, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist und sie am Anfang gar nicht lieben konnte.

Es ist schrecklich, wie viel sich innerhalb von so wenigen Tagen verändert hat. Vor einer Woche war ich noch ein gewöhnliches Mädchen, mit Eltern, die ich liebte, mit einem Zuhause, in das ich gehörte, und mit einer Freundin, in die ich vernarrt war. Aber ich blühte unter falschen Vorzeichen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis alles in sich zusammenbrach.“ (S.163)

Fortan schweigt Tess und redet nur noch mit ihrem imaginären Freund Mr. Goldfisch. Mr. Goldfisch ist eine Plastiktaschenlampe und die Gespräche, die Tess mit ihm führt, sind teilweise sehr amüsant zu lesen, wurden mir aber zuweilen auch einfach ein wenig zu viel.

‚ „Du weißt schon, wie ich es meine, Tess. Du bist nicht verrückt. Im Ernst.“ „Sagt der sprechende Fisch, den nur ich hören kann.“ ‚(S.225)

Schnell kommen in der Schule Gerüchte aus, aus welchen Gründen Tess zu schweigen begonnen hat. Ihre Mitschüler sind manchmal richtig gemein zu ihr und es kommt so weit, dass ihre beste Freundin Isabel sich von ihr abwendet. Mehr als einmal habe ich darauf gewartet, dass Tess ihr Schweigen bricht, um diese fiesen Gemeinheiten nicht länger über sich ergehen zu lassen oder himmelschreiende Ungerechtigkeiten aufzudecken. Tess ist auch mehrmals nah dran, doch selbst als Isabel vor der gesamten Schulgemeinschaft gedemütigt wird, sagt sie nichts.

„Wörter knallten fester und fester gegen meine Stille und hätten sie beinahe zum Bersten gebracht.“
(S. 224)

Auch Tess‘ Suche nach ihrem leiblichen Vater war mit zeitweise etwas zu unrealistisch. Tess sich an Haar- und Augenfarbe fest und ihr Wunschdenken bestimmt ihr Handeln. Für den weiteren Verlauf der Geschichte ist dieses Verhalten wohl zwingend notwendig, dennoch hätte ich Tess manchmal am liebsten die Augen geöffnet und sie aufgefordert, nicht so naïv zu sein.

Besser gefallen hat mir hingegen wieder der Schluss, da dort deutlich wird, dass das Schweigen keine wirkliche Lösung ist und es meist besser ist, Probleme zu bereden und gemeinsam aus der Welt zu schaffen.

Alles in allem eine recht angenehme Lektüre mit einer Story, deren Potential nicht wirklich ausgeschöpft wird.

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Véro

Liebe geht durch den Magen… Mord manchmal auch!

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Zum Inhalt:

„In „Rosenliebe und gefährliches Risotto“ geht es um Dornröschens Schwester auf Selbstfindungstrip, Hochzeitstage mit Apfelrosengeschmack, wieder gefundene Jugendlieben und schicksalshafte Friedhofs-Begegnungen. Die Autorinnen Paula Carlsson, Sigrun Dahmer, Anke Gasch, Ina Glückauf, Pascale Graff, Thea Haanen, Nadin Hardwiger, Katrin Jacob, Susanne Keil, Britta Meyer und Bettina Wagner schildern die Glückssuche im Alltag und in den Alpen. Zwölf Geschichten, zauberhaft garniert von romantischen Risotto-Rezepten, Rosen-Trüffeln und Veilchenmuffins – mit einem Schuss Kornblumenlikör und einer Prise ‚So isses’. Lesen Sie los und kochen Sie sich glücklich!“

Meine Meinung:

Das Buch enthält 12 Kurzgeschichten, die sich allesamt sehr gut lesen lassen. Ich hätte mir wesentlich mehr Kurz-Krimis erwartet, doch diese Gattung kommt in dem Buch meiner Ansicht nach etwas zu kurz. Zumindest bin ich bei diesem TItel von deutlich mehr „Mord und Totschlag“ ausgegangen.

Mir haben dennoch auch die Liebesgeschichten fast alle  ganz gut gefallen, auch wenn die eine oder andere etwas vorhersehbar war und mir der Überraschungseffekt ein wenig fehlte.

Die Rezepte sind meist granz treffend ausgewählt und passen gut zu den Geschichten. In manchen Geschichten spielt das entsprechende Rezept sogar eine Rolle.

Ein klein wenig stört mich bei den Rezepten die Auswahl der Zutaten, weil hier oft Zutaten verarbeitet werden, die man nicht ständig zu Hause hat und von denen ich auch auf Anhieb nicht wüsste, wo ich sie herbekommen könnte. Ein Rezept habe ich jedoch inzwischen ausprobiert: den „Apfelrosen-Kuchen mit Heidelbeeren“.

Das Grundrezept für den Kuchen ist sehr einfach und gelingt leicht, allerdings war es eine richtige Geduldsprobe die Apfelrosen zu formen. Hier hat mir eine klarere (vielleicht sogar bebilderte) Anleitung gefehlt.

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Dennoch: das Resultat schmeckt ganz überzeugend und ich werde bestimmt bei Gelegenheit auch weitere Rezepte, wie zum Beispiel die Kartoffelsuppe mit Petersilienpesto oder das Lachsrisotto ausprobieren.

Fazit:

Die Kurzgeschichten eignen sich gut zur Lektüre für zwischendurch. Einzelne sind etwas ausbaufähig und man sollte sich vomTitel nicht in die Irre führen lassen und zu viel Krimi erwarten. Ich vergebe 3 Papierblumen.

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Véro

„döden, döden, döden!“

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Zum Inhalt:

Im Altenheim Abendhain geschehen ungewöhnliche Dinge. Erst stirbt ein junger Koch, dann wird ein Sozialarbeiter entlassen, es ist von Vergewaltigungen die Rede und die Krankenakten und Abrechnungen scheinen manipuliert zu werden. Als dann auch noch „unliebsame“ Bewohner des Altenheims scheinbar „dement gemacht“ werden, steht für die rüstigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa fest, dass sie etwas unternehmen müssen und ihre Tage nicht nur mehr mit Kartenspielen und Rotwein verbringen können. Offensichtlich hat Oberschwester Virpi ihre Finger bei den zwielichtigen Vorfällen im Spiel und den drei Damen steht ein gewaltiges Abenteuer bevor, bei dem sie sich zuweilen selbst in Gefahr bringen.

Meine Meinung:

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich hatte mir eine lustige Krimikomödie erwartet, doch der mysteriöse Tod des Kochs ist eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich Hauptthema der Geschichte.

Schon zu Beginn hatte ich etwas Mühe in das Buch hineinzufinden. Dies hat wohl zum Teil an den vielen Charakteren und ihren finnischen Namen gelegen, bei denen ich nur schwer den Überblick behielt. Allerdings hat mir auch die Handlung Probleme bereitet, da recht schnell viele mysteriöse Vorkommnisse erwähnt werden, aber der vermeintliche Mordfall kaum zur Sprache gebracht wird.

Bis zuletzt wird nicht richtig aufgeklärt, was nun wirklich mit dem Koch Tero passiert ist. Es werden Vermutungen aufgestellt, die jedoch nie wirklich bestätigt werden. Die Polizei scheint kein wirkliches Interesse an dem Vorfall zu haben und auch als später weitere kriminelle Vorfälle passieren, wird nicht wirklich ermittelt. Stattdessen werden die Bewohner des Heimes damit vertröstet, dass solche Untersuchungen langwierig sind und sie selbst deren Ausgang wohl nicht mehr erleben werden.

Im Verlauf des Romans tauchen immer weitere Charaktere auf, von denen aber auch einige mir nach beendeter Lektüre immer noch ein Rätsel sind.

Interessant war die Darstellung des Alltags im Altenheim sowie in manch anderer Betreuungsstruktur. Diese Beschreibungen haben mich zum Teil sehr nachdenklich gestimmt und man kann nur hoffen, dass die Bewohner in diesen Strukturen in Wirklichkeit besser behandelt werden. Hier werden Einwohner, die die Arbeit des Pflegepersonals anzweifeln, mit zahlreichen kleinen bunten Pillen gefügig oder gar dement gemacht, um sie so „aus dem Weg zu räumen.“ Andere Patienten müssen mit vollen Windeln sitzen bleiben, weil halt nur dreimal täglich Windeln gewechselt werden. Dies zu lesen schockiert. Auch die Tatsache, dass manches Familienmitglied den Verantwortlichen der Altenheime lieber freie Hand bei der Auswahl der Behandlungsmöglichkeiten lässt, statt sich selbst vor Ort vom Wohlbefinden seiner Verwandten zu überzeugen, hinlässt einen bitteren Nachgeschmack und erinnert einen selbst daran, dass man seine älteren Verwandten eigentlich viel öfter besuchen müsste.

Die Gespräche zwischen den drei Hauptprotagonistinen sind zuweilen sehr witzig zu lesen. Wohl dreht sich dabei viel um  das Thema Tod, immerhin sind die drei Damen allesamt Mitte Neunzig und ihre Mitbewohner, Klassenkameraden, … sterben nacheinander, so dass die Freundinnen viel Zeit auf Beerdigungen verbringen. Doch Irma, Siiri und Anna-Liisa schaffen es, dies mit Humor zu nehmen. Ihre Gespräche leiten sie deshalb immer wieder mit „döden, döden, döden“ ein. Die Autorin sorgt hier zusätzlich für Situationskomik, indem sie eine der Damen einen Tisch für ein Klassentreffen reservieren lässt, was sich als recht schwierig erweist, wenn man nicht weiß, wie viele ehemalige Mitschüler am besagten Tag noch leben werden. Auch die Szene, in der die drei Rentnerinnen irrtümlicherweise auf einer falschen Beerdigung landen, war recht lustig.

Dennoch war die Geschichte meiner Ansicht nach zuweilen recht langatmig und konnte mich nie ganz in ihren Bann ziehen. Aus dem Grund gibt es von mir nur 3 Papierblumen.

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