Praxis trifft auf Theorie

Tiefe NarbeSeit kurzem arbeitet der junge Ermittler Max Bischoff bei der Mordkommission in Düsseldorf. Sein Partner ist der wesentlich ältere Horst Böhmer, der Bischoffs fortschrittliche Ermittlungswege und seine Kenntnisse im Profiling äußerst kritisch beäugt. Doch als eines Tages ein blutverschmierter, verwirrter Journalist auf dem Revier auftaucht, stecken Böhmer und Bischoff schon nach kurzer Zeit Hals über Kopf in einem atemraubenden Fall! Also raufen die beiden Polizisten sich zusammen, schließlich müssen sie einem überaus grausamen Serienmörder das Handwerk legen. Wird es dem ungleichen Duo gelingen, gemeinsam den Täter zu stellen?

Da ich bisher noch nicht so viele Bücher von Arno Strobel gelesen habe, wusste ich nicht so genau, was mich erwarten würde. Schlussendlich kann ich sagen, dass «Tiefe Narbe» ein solider Krimi ist, der dem gängigen Schema folgt. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und hält die Spannung hoch. Die Kapitel waren überschaubar und endeten oft mit einem Cliffhanger, sodass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte.

Die Handlung ist fesselnd und zieht den Leser in ihren Bann. Das Buch lässt einen kaum zu Atem kommen. Den Kommissaren und dem Leser wird kein Moment der Ruhe gegönnt, denn der Täter scheint ihnen immer mindestens einen Schritt voraus zu sein! Der Autor versteht es, die Geschichte stetig voranzutreiben und verleitet immer wieder zu falschen Mutmaßungen und Schlüssen. Es gibt viele überraschende Wendungen und es gelingt Arno Strobel, das Rätselraten um die Identität des Mörders fast bis zum Schluss aufrecht zu halten.

Die handelnden Personen sind eher stereotypisch gezeichnet und bleiben leider recht oberflächlich. Das Buch lebt von dem diametralen Gegensatz der beiden Ermittler: Horst Böhmer ist der erfahrene, bodenständige Ermittler, der die Praxis über die Theorie stellt. Max Bischoff hingegen ist das genaue Gegenteil: jung, Überflieger an der Universität mit viel theoretischem Wissen, aber ohne wirkliche Berufserfahrung. Böhmer belächelt Bischoffs Täterprofil, letzterer wirkt auf mich teilweise aber auch recht besserwisserisch, fast schon überheblich. Die Darstellung von Horst Böhmer erschien mir sehr überspitzt, wurde er mir doch besonders zu Beginn zu sehr auf den etwas tölpelhaften, rückständigen Polizisten reduziert. Max Bischoff hingegen erschien anfangs zu glatt, im weiteren Verlauf des Buches verlor er jedoch mehr und mehr die Beherrschung. Die Mordermittlung und besonders Bischoffs private Verwicklung bringen das ungleiche Duo jedoch näher zusammen.

Die Einblicke in die Psyche des Täters sind sowohl abstoßend als auch faszinierend, zeigen sie doch in welchem Ausmaß der Täter die Brutalität und die Grausamkeit seiner Taten leugnet. Besonders zu seinem ersten Opfer baut er eine krankhafte Bindung auf und seine Schilderungen klingen eher wie Liebesbekundungen, wenn da nicht diese kleinen, grausamen Details wären.

«Du liegst in meinen Armen, so dicht an mir, dass unsere Haut sich überall berührt. Ich halte dich, drücke dich immer wieder an mich und wünschte, wir könnten bis in alle Ewigkeit so liegen bleiben.» (S.7)

Er ist überzeugt davon, dass die Frauen sein Empfinden mit ihm teilen, er deutet ihre Schmerzensschreie ja sogar als Ausdruck ihrer Erregtheit. In seinem Wahn glaubt er sogar, dass er für die Frauen sorgt, sich um sie kümmert und ihnen ein behagliches Zuhause einrichtet.

«Ich habe dir ein Bett besorgt, das Fenster von innen zugemauert und die Wände mit schallisolierendem Material verkleidet, damit du nicht durch Geräusche von außen gestört wirst». (S.359)

Die Handlung an sich ist teilweise recht brutal, denn die Verletzungen die den Opfern zugefügt wurden, sind nicht ohne. Der Autor spart nicht an grausigen Details, daher ist dieses Buch nichts für Einsteiger in das Genre Krimi & Thriller.

Alles in allem ist das Buch ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie und bietet eine packende Lektüre nach bewährtem Krimi-Prinzip!

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Christine
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Wenn die letzte Stunde schlägt…

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Zum Inhalt:

Detective William Oliver Layton Fawkes, genannt Wolf, ist einer der besten Mordermittler der Londoner Polizei. Er wird zu einem Tatort gerufen und dort auf brutale Art und Weise mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ein kaltbültiger Killer hat Körperteile von 6 Mordopfern zu einer „Ragdoll“, einer Flickenpuppe, zusammengesetzt. Schnell zeigen sich Verbindungen zu einem alten Fall, der Wolf fast seinen Job gekostet hätte und auch einen entscheidenden Anteil daran hatte, dass Wolfs Ehe zu Bruch ging. Damals trieb einen Serienmörder sein Unwesen und wurde, sehr zu Wolfs Unmut, freigesprochen. Kurze Zeit später tötete der Freigesprochene ein weiteres unschuldiges Kind.
Doch irgendjemand scheint nicht vergessen zu haben, was damals passiert ist… Wolfs Ex-Frau, die Journalistin Andrea wird ein Umschlag mit Fotos des Tatortes zugespielt. Außerdem enthält dieser Umschlag eine Liste mit 6 weiteren Opfern sowie deren Todeszeitpunkt. Der letzte Name auf der Liste lautet: William Oliver Layton-Fawkes…
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Meine Meinung:

Daniel Cole ist mit diesem Roman ein sehr vielversprechender und spannender Serienauftakt gelungen. Als Leser fiebert man mit und obwohl man eigentlich weiß, dass es im Laufe der Handlung viele Tote geben wird und auch der Ausgang klar zu sein scheint – immerhin handelt es sich um einen Serienauftakt – bleibt es sehr spannend zu erfahren, was die einzelnen Opfer miteinander verbindet und was vor vier Jahren wirklich geschah.

Gut gefallen haben mir auch die Protagonisten. Ich persönlich mag es, wenn die Ermittler „Ecken und Kanten“ haben und nicht nur mit Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Da wäre Wolf, der „damals“ fast einen Menschen getötet hätte und daraufhin suspendiert wurde. Seine Partnerin Baxter tut sich schwer damit, ihre Gefühle Wolf gegenüber zu deuten und löst ihre Probleme auf weniger kluge Art. Auch Wolfs Ex-Frau Andrea löst beim Leser Unbehagen aus. Die Journalistin stellt ihre eigene Karriere in den Mittelpunkt und geht dabei wortwörtlich über Leichen. Und dann wäre da noch Edmunds, der ehrgeizige, junge Polizist, dessen schwangere Ehefrau nur schwer akzeptieren kann, dass dieser Fall ihren Mann nicht loslassen will.

Die Zahl der handelnden Personen ist groß; dennoch fiel es mir nicht sehr schwer, mir einen Überblick zu verschaffen.

Trotzdem bekommt das Buch von mir nicht die volle Punktzahl. Das Ende konnte mich nicht wirklich zufriedenstellen… irgendwie schien mir das ein bisschen unrealistisch. Auch zwischendurch gab es kurze Momente, in denen ich dem Autor das Geschehen nicht voll und ganz abkaufen konnte. So beispielsweise als die Polizisten ein ausgeschaltetes Handy unterwegs einfach so wieder einschalten und die Anrufliste überprüfen … ganz ohne einen Code eingeben zu müssen…

Dann gab es im Buch noch einige wenige Rückblenden, die ich sehr interessant fand und die auch ihrem Platz in dem Geschehen habe. Hier hätte der Autor jedoch ein wenig ausbauen können.

Insgesamt ein spannender Einstieg in einer Thrillerserie mit einem Ermittlerteam, von dem ich durchaus gerne mehr lesen würde.

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Véro

Eiskalt!

I- 18 Gradn Helsingborg rast ein Auto über die Brücke in das Hafenbecken. Der Fahrer des Autos hat keine Chance, aus dem Wasser zu entkommen. Sofort schaltet das Team um Fabian Risk sich ein und untersucht, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Doch spätestens als der Gerichtsmediziner seine Untersuchungsergebnisse präsentiert, wird allen klar, dass hier etwas nicht stimmen kann! Denn der Tote war ungefähr zwei Monate lang tiefgefroren … Wie konnte ein Toter Auto fahren? Die Ermittlungsgruppe steht vor einem Rätsel und schon bald wird ihnen klar, dass sie es dieses Mal mit einem schier übermächtigen Gegner zu tun haben!

Dies war mein erstes Buch von Stefan Ahnhem und somit habe ich auch die Serie um Fabian Risk nicht in chronologischer Reihenfolge begonnen. Dies empfand ich nicht als störend, da es fast keine Verweise auf frühere Fälle gab und somit die Spannung nicht getrübt wurde. Überhaupt versteht der Autor es, Cliffhanger gekonnt einzusetzen und das Buch durchweg fesselnd zu gestalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und bringt den Leser dazu, immer tiefer in das Buch einzudringen.

Die Charaktere sind sehr interessant gezeichnet und haben reichlich Ecken und Kanten, was mir immer sehr gut gefällt. In dieser Hinsicht ist „Minus 18 Grad“ ein typischer Schweden-Krimi, denn die handelnden Personen sind keinesfalls idealisiert, sondern schleppen jeweils ihr Päckchen Ballast, Schuldgefühle und Versagensängste mit sich herum.

Die Handlung an sich ist gekonnt aufgebaut und die beiden parallel geführten Ermittlungsstränge treiben das Geschehen immer weiter voran. Beide Themen, Identitätsdiebstahl und «Happy Slapping» sind sehr interessant ausgeführt und besonders «Happy Slapping» machte mich fassungslos und wütend! Leider hege ich keinen Zweifel daran, dass es so etwas tatsächlich gibt und diese Vorstellung ist einfach nur grässlich.

Allerdings fragte ich mich gleich zu Beginn, warum dieser zweite Erzählstrang in das Buch mit eingebaut wurde. Ziemlich schnell wurde mir dann klar, dass dessen einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass es hierbei um das Privatleben des Ermittlers geht. Daher war ich nicht sonderlich überrascht, wie dieser Teil der Handlung sich entwickelt hat und ich gehe davon aus, dass Dunja alle Täter zur Rechenschaft ziehen möchte. Dieser Teil des Buches ist also noch nicht abgeschlossen, sondern wird wohl im folgenden Band weiter ausgebaut.

Störend empfand ich allerdings die vielen, teils abstrusen und unglaubwürdigen Identitätswechsel. Immer wieder wird betont, dass der Täter die Verbrechen nur ausüben konnte, da er sich so akribisch vorbereitete und seine Opfer bis ins letzte Detail imitieren konnte. Da frage ich mich doch, wie es ihm möglich war, so eine große Anzahl an Identitäten in derart kurzer Zeit zu stehlen. Auch fand ich es unverständlich, dass die Polizei den Täter während dessen Untersuchungshaft nicht als Doppelgänger enttarnen konnte. Schließlich wussten sie doch, dass er komplett kahlgeschoren war, Augenbrauen inklusive. Sie hätten doch nur prüfen müssen, ob die Haare des Täters echt sind um sich zu vergewissern, dass er auch wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Irgendwie erschien mir dies nicht ganz logisch, sondern im wahrsten Sinn des Wortes an den Haaren herbeigezogen!

Insgesamt ist dieses Buch aber ein sehr gelungener Thriller, der aufgrund seines konsequenten Spannungsaufbaus so manchen Leser zu begeistern vermag. Fans von Schwedenkrimis kommen hierbei sicher auf ihre Kosten!

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Christine

Wahn oder Wirklichkeit? Ein spannendes Debüt!

Die TherapieWo ist Josy? Vier Jahre ist es nun her, dass die Tochter des Starpsychiaters Viktor Larenz spurlos verschwand und seither durchlebt der verzweifelte Vater unvorstellbare Qualen. Doch eines Tages taucht eine seltsame Unbekannte in seinem abgelegenen Ferienhaus auf und schon bald wird Larenz klar, dass er der Wahrheit über das Schicksal Schritt für Schritt näher kommt!

Sebastian Fitzeks Schreibstil ist wie immer spannend und schnörkellos. Er kommt zum Punkt, schafft es aber dennoch eine verwirrende und aufgeladene Atmosphäre darzustellen. Man taucht in diese seltsame Mischung aus Wahn und Wirklichkeit ein und weiß zum Schluss nicht mehr, was man noch glauben kann. Vom Aufbau her erinnerte dieses Buch mich ein bisschen an «Das Paket», es hat mir aber wesentlich besser gefallen, da es stimmiger und logischer aufgebaut ist.

Was mich allerdings ein bisschen störte, waren Kapitelüberschriften wie «Drei Tage vor der Wahrheit». Hier erscheint mir der Spannungsbogen doch ein bisschen plump aufgebaut zu sein. Da es sich aber um das Debüt des Autors handelt, will ich da mal nicht so streng sein! 😉

Die Erzählperspektive ist einseitig auf den Psychiater fixiert, was Sinn macht und dem Buch seinen Charme verleiht. Dieser Plot ließ gar keine andere Möglichkeit zu, denn jede weitere Informationsquelle hätte die Verwirrung und diese unsichere Stimmung zerstört.

Die Auflösung an sich ist schlüssig und wirkt nicht zu aufgesetzt oder übertrieben. Zwar kam ein gewisser Verdacht, der sich im Nachhinein auch bestätigte, recht früh in mir auf, dennoch hatte ich die Wendung am Schluss so nicht erwartet. In diesem Roman beweist Fitzek, dass er ein Meister der Täuschung sein kann. Denn während der Handlung tauchen sehr viele, neue Informationen auf, doch man merkt sofort, dass man den Eindrücken des Psychiaters nicht immer trauen kann. Denn eigentlich wird einem sehr schnell klar, dass diese Situation nicht mehr auf normalem Wege zu erklären ist. Wie es sein kann, dass diese Krankheit so lange unerkannt blieb, kann ich mir jedoch nicht erklären und dies lässt die Handlung an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Viktor Larenz ist eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Es gelang mir während der gesamten Lektüre nicht, ein Verhältnis zu ihm aufzubauen. Seine Gedanken waren sehr wirr und der Leser merkte schnell, dass da etwas nicht stimmt. Dies verhindert, dass man sich wirklich in ihn hineinversetzen kann, erhöht gleichfalls aber die Spannung, da man wissen möchte, wie alles zusammenhängt.

Insgesamt ist «Die Therapie» eine fesselnde Lektüre und gehört meiner Ansicht nach zu den besseren Fitzeks! Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Ein Muss für Potter-Fans?

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Zum Inhalt:

19 Jahre sind vergangen … Harry Potter ist inzwischen mit Ginny Weasley verheiratet, Vater von drei Kindern und Angestellter des Zaubereiministeriums. Das mag sich anhören, als sei Ruhe in sein Leben gekehrt, aber dieser Eindruck täuscht.

Während Harrys Narbe wieder zu schmerzen beginnt und seine Vergangenheit ihn einzuholen droht, hat sein Sohn Albus mit der Last zu kämpfen, ein Potter zu sein.

Als die dunklen Schatten der Vergangenheit Harry, seine Familie und seine Freunde dann wirklich einzuholen scheinen, wird deutlich, dass das Böse oft an ganz anderen Orten lauert, als man es vermutet hat.

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen an die Lektüre dieses Buches herangegangen: Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Figuren aus den ersten Harry Potter – Bänden, Neugierde wegen des Schreibstils und Skepsis aufgrund der sehr geteilten Reaktionen, …

Anfangs tat ich mich ein bisschen schwer weil es nun doch schon einige Jahre her ist, seit ich den siebten Band gelesen habe. Der Schreibstil in Form eines Skripts war anfangs doch sehr ungewohnt und ich hatte zudem das Gefühl, dass die Wechsel zwischen den einzelnen Szenen nicht genügend aufeinander abgestimmt waren. Dieses Gefühl legte sich jedoch im Laufe der Lektüre.

Inhaltlich konnte die Geschichte mich überzeugen. Die Handlung ist glaubwürdig und spannend, auch wenn dieser achte Band mit Sicherheit nicht in allen Hinsichten an die Vorgängerbände anknüpfen kann. Dies erklärt sich aber mit Sicherheit schon teilweise durch die Tatsache, dass das Buch als Theaterskript verfasst wurde und auch dadurch, dass die Beschreibungen weitaus weniger detailliert sind.

Die einzelnen Charaktere aus dem Buch haben sich in den vergangenen Jahren natürlich weiterentwickelt. Manche davon vielleicht in eine Richtung, die man so nicht unbedingt erwartet hätte, aber ich fand es eigentlich ganz spannend, diese Entwicklungen zu beobachten und teilweise überrascht zu werden.

Für ein kleines „Plus“ an Magie sorgte bei mir jedoch die Tatsache, dass ich mich beim Lesen sehr oft gefragt habe, wie das alles auf der Bühne umgesetzt wurde und ich werde mir das wohl auch, wenn sich die Gelegenheit irgendwann bieten sollte, selbst ansehen.

Fazit:

Dieser achte Band reiht sich nicht nahtlos in die Reihe der bisherigen sieben Bände ein. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Wer sich dann darauf einlässt, wird jedoch gut unterhalten und darf sich auf ein Wiedersehen mit Altbekannten freuen.

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Véro

Wenn einen die Schatten der Vergangenheit einholen…

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Zum Inhalt:

In der Nacht geht auf einem Campingplatz in Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Schnell stellt sich heraus, dass hier ein Brandstifter am Werk war und das seine Tat auch ein Todesopfer gefordert hat.
Die Obduktion ergibt, dass es sich bei dem Toten um den Bruder eines früheren Schulkameraden von Oliver von Bodenstein handelt und es sich bei dem Brand wohl um einen geplanten Mord handelt.
Als nur kurze Zeit später auch die todkranke Mutter des Mordopfers umgebracht wird und weitere Menschen in Lebensgefahr zu schweben scheinen, wird den Beamten des K11 klar, dass es sich bei der Tat wohl nicht um Morde aus Habgier oder einer Erbschaft wegen handelt.
Oliver von Bodenstein wird von seiner Vergangenheit eingholt und der Fall entwickelt sich schnell zu dem persönlichsten Fall, den er je zu lösen hatte.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn des Buches führt Nele Neuhaus in einem zweiseitigen Personenregister alle für den Verlauf der Geschichte wichtigen Personen ein. Ergänzt wird dieses Personenregister durch zwei Landkarten von Ruppertshain und Umgebung.

Anfangs hat dieses enorme Personenregister mich etwas verunsichert, allerdings hat sich dies während des Lektüre schnell gelegt. Obwohl viele Personen irgendwelche Verbindungen aus früherer Zeit zueinander haben, irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen haben und sich alles in einem Ort abspielt, in dem jeder jeden kennt, gelang es mir recht gut, den Überlick zu behalten.

Nele Neuhaus gelingt es sehr gut, diese eingeschworene Dorfgemeinschaft zu beschreiben. Keiner scheint etwas zu wissen oder wissen zu wollen, und dennoch beäugt jeder jeden skeptisch und manch einer scheint doch mehr zu wissen, als er zugeben möchte. Die einzelnen Personen zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Charaktere aus, wirken aber allesamt sehr authentisch.

Was die Mordfälle an sich angeht, so zeichnet sich dieser Taunuskrimi (wie auch bereits sein Vorgänger) durch Komplexität aus. Es gibt viele Verdächtige, viele Motive, und mehrere sich ständig abwechselnde Handlungsstränge, die dennoch ineinander verwoben sind. Hinzu kommt, dass im Laufe der Ermittlungen Verbindungen zu einem Fall auftauchen, der 42 Jahre zurückliegt und dennoch der Hintergrund für die aktuelle Mordserie zu sein scheint.

Immer wieder tauchen Wendungen auf, Spuren und Hinweise, die sich jedoch dann als „falsche Fährten“ erweisen und man weiß bis zum Schluss nicht, was wirklich damals geschah und wer hinter den Morden an den Ruppertshainer Einwohnern steckt. So bleibt die Spannung garantiert und man fiebert bis zur letzten Seite mit.

Pia Sander kommt in diesem Krimi in den Ermittlungen die leitende Rolle zu, da Oliver doch sehr damit zu kämpfen hat, objektiv zu urteilen und sich nicht zu sehr von den schmerzhaften Erinnerungen an die eigene Kindheit leiten zu lassen… immerhin kennt sowohl die die jetzigen Opfer seit Kindertagen als auch die nun Verdächtigen und deren Familienmitglieder. Diese innere Unruhe beschreibt Nele Neuhaus sehr gut; allerdings könnte man sich fragen ob hier „im richtigen Leben“ nicht schon eher die Entscheidung getroffen worden wäre, Oliver von den Ermittlungen abzuziehen.

Sehr positiv habe ich die Tatsache empfunden, dass das Privatleben der Ermittler wohl thematisiert wird, allerdings in diesem 8. Fall von Pia und Oliver einen wesentlich geringeren Platz im Buch hat. Dies mag daher rühren, dass das Privatleben von Oliver in gewisser Hinsicht Teil der Ermittlungen ist, und man daher das Gefühl hat, dass stets eher die Ermittlungen im Vordergrund stehen beziehungsweise alles Geschriebene automatisch mit den Ermittlungen in Verbindung steht. Unwichtigere Aspekte, wie beispielsweise Olivers Umgang mit seiner Exfrau Cosima rücken in diesem Band deutlich in den Hintergrund.

Beeindruckt war ich zuweilen auch von den genauen Beschreibungen und Erläuterungen der Forensiker und Kriminalbeamten im Laufe der Tatortuntersuchungen und der Autopsien. Hier scheint die Autorin wirklich ihre Hausaufgaben zu machen und genau zu recherchieren.

Genau diese Detailliertheit wird einem als Leser aber auch an anderer Stelle vielleicht etwas zu viel. Nele Neuhaus beschreibt oft die Landschaft, Atmosphäre, … sehr ausführlich, was zuweilen zu kleinen Längen führt.

Nele Neuhaus bereitet in diesem Buch außerdem schon gekonnt das Terrain für einen weiteren Band vor, in dem Pia Sander leitende Funktionen übernehmen wird. Oliver von Bodenstein möchte sich ein „Sabbatical“ genehmigen und um diese Lücke im K11 zu schließen, wird den beiden schon in diesem Band in der Person des  Tariq ein sehr kompetenter und wissbegieriger junger Polizist zur Seite gestellt.

Insgesamt ein sehr stimmiger Kriminalfall, der absolut lesenwert ist, auch wenn er manchmal kleine Längen hat.

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Véro

Wenn man plötzlich nicht mehr weiß, wem man glauben kann…

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Zum Inhalt:

Joana ist alleine zu Hause, als plötzlich ein fremder Mann in ihrer Küche steht. Er behauptet, ihr Verlobter zu sein, doch Jo ist sich sicher, dass sie diesen Mann nie zuvor gesehen hat.

Erik ist dieser „Fremde“. Er kommt von der Arbeit nach Hause und muss feststellen, dass seine Lebensgefährtin ihn nicht mehr erkennt und dass es ihm ganzen Haus nichts mehr gibt, was darauf hinweisen würde, dass Jo hier mit einem Mann zusammen gelebt hat. Seine ganzen Sachen sind verschwunden.

Irgendjemand scheint hier ein ganz fieses Spiel zu spielen. Kann Jo sich wirklich an nichts erinnern? Ist Erik wirklich der, der er vorgibt zu sein? Oder gibt es einen Dritten, der hier ein ganz perfides Spiel inszeniert? Welches Spiel wird hier gespielt?

Meine Meinung:

Fremd ist ein gemeinsames Projekt der beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel. Die beiden haben diese Zusammenarbeit hervoragend genutzt, um einen sehr spannenden Thriller zu schreiben, bei dem stets abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt wird. Dass dabei manche Szenen und sogar Dialoge doppelt geschildert werden stört den Lesefluss jedoch nicht; vielmehr ermöglicht dies dem Leser, die Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren einzusehen und nachvollziehen zu können.

Poznanski und Strobel schildern das Geschehen auf sehr glaubhafte Art und Weise und obwohl man sich als Leser zuweilen beim Gedanken erwischt, dass eine der Figuren aus dem Buch wohl nicht besonders vorsichtig handelt, so ist die Handlung doch in sich sehr logisch und den beschriebenen Situationen angepasst.

Als Leser weiß man recht schnell, dass sowohl Joana als auch Erik vertrauenswürdig sind und jemand anders die Finger im Spiel haben muss. Auch wer dieser Jemand sein könnte, zeichnet sich schon sehr früh ab, da viele Hinweise in eine gleiche Richtung deuten. Dennoch bleiben einige große Fragezeichen … allen voran das „Warum?“.

Der Leser hat folglich ziemlich früh das Gefühl, auf der richtigen Spur zu sein und trotzdem wird die Lektüre nicht langweilig, da die Motive erst ganz am Ende des Buches klar werden.

Auch die im Buch auftretenden Personen tragen dazu bei, dass man nicht recht weiß, wem man wirklich trauen kann und vor wem Jo und Erik sich besser hüten sollten.

Die beiden entkommen im Laufe der Handlung ein paar Mal nur ganz knapp dem Tod und man kommt als Leser nicht drum herum zu denken, dass sich etwas ganz Großes hinter dieser Story verbirgt. Dem ist auch so, allerdings wirken der „Showdown“ und die Aufklärung am Schluss dann doch ein wenig konstruiert, unglaubwürdig und überzogen. Es ist fraglich, ob jemand wirklich solch schwere Geschütze auffahren beziehungsweise einen solch ausgeklügelten Plan aushecken würde, um Joana und Erik aus dem Weg zu räumen.

Was mir jedoch sehr gut gefallen hat ist die Doppeldeutigkeit des Titels. Hierauf möchte ich jedoch nicht näher eingehen, da dies zu viel verraten würden.

Insgesamt ein ganz gelungener und kurzweiliger Thriller, der jedoch ein etwas glaubwürdigeres Ende verdient hätte.

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Véro

Ein verrücktes, skurriles und aufregendes Abenteuer

„Am nächsten Morgen bringt Whitney Houston das Fass zum Überlaufen. Es reicht ihr nicht, sich ihr eigenes Leben mit Crack zu versauen, nein, mit einem emotionalen Vorschlaghammer wie „I Will Always Love You“ muss sie meins auch noch kaputtmachen.“ (S. 70)

IMG_2991.jpgEigentlich läuft für den 16-jährigen Baxter gerade alles rund. Sein kleines Pornobusiness an der Highschool boomt, die Eltern lassen ihn in Frieden, und er ist über beide Ohren in die zauberhafte Kleptomanin Esmé verliebt. Doch als diese von einem wahnsinnigen Serienmörder entführt wird, laufen die Dinge aus dem Ruder. Zusammen mit dem Kopfgeldjäger Jackie Ronin macht Baxter sich auf die Suche nach ihr und entdeckt hinter dem gewöhnlichen Alltag von Kapstadt eine Schattenwelt der Ungeheuer (Zombie-Spinnen, Riesenkrähen, Zwergensöldner u.a.) und Magie.

Dieser Roman unterliegt dem Urban-Fantasy Genre. Vorweg muss ich euch darüber informieren, dass ich mit diesem verrückten und zugleich skurrilen Buch absolutes Neuland betreten habe.
Ein Vergleich zu anderen Büchern aus diesem Genre fällt mir daher nicht leicht und ich kann ebenso nicht eindeutig sagen, ob der Autor sich bei der Gestaltung der Ungeheuer etc. bei bereits vorhandenen Bildern anderer Autoren bedient hat. Für mich persönlich erschien alles in Charlie Humans erschaffenen Unterwelt neu, fremd und eigenartig, sowie super kreativ.

Kommen wir aber erst einmal zum Aufbau von „Apocalypse Now Now – Schatten über Cape Town“, welcher sich sehr vielschichtig und gerade zu Anfang ein wenig unübersichtlich gestaltet.
Zum einen gibt es natürlich die zentrale Handlung um Baxter Zevcenko, der nicht selten zur Selbstüberhöhung neigt und definitiv nicht auf den Mund gefallen ist. Er ist schlau, verrückt, gemein, brutal und zynisch. Unsympathisch könnte man meinen, aber irgendwie schafft es der Autor, dass man ihn trotzdem mag und es genießt gemeinsam ironisches Gedankenkarussell zu fahren.
Eingeleitet wird die Haupthandlung durch eine jeweilige passende Kapitelüberschrift, die bereits alleinstehenden Unterhaltungswert besitzt, wie u.a. folgende Exemplare: „Von der unerträglichen Zumutung, ein Herz zu haben“ oder „Einmal Hirnshake, bitte“. Bereits diese Überschriften geben einen Einblick auf die zu erwartende Sprache.

Manchmal gibt es zu Beginn dieser Kapitel einen kurzen Text, der kursiv gekennzeichnet ist. Am Anfang fragt man sich als Leser natürlich, in welche Gedankenwelt und in welche Erfahrungen wir hier abtauchen dürfen und hier sei gesagt, dass sich dieser Erzählstrang am Ende entschlüsseln wird und sicherlich auch eine Überraschung bereithält.

Des Weiteren gibt es zwischen den einzelnen Kapiteln kleine Texte. Diese sind u.a. Zeitungsartikel oder Auszüge aus einer Patientenakte, die ebenfalls später gewitzt in die Handlung eingebunden werden, so dass diese am Ende (jedenfalls teilweise) einen Sinn ergeben. Man kann sie als Hintergrundinformationen ansehen.
Und auch wenn mir einige dieser Texte noch jetzt ein Rätsel sind, so kann man sagen, dass darin sehr viel Kreativität und Einfallsreichtum Seitens des Autors steckt, der sich hier zu einhundert Prozent ausgetobt hat!

Vielschichtig oder auch das Adjektiv „vollgestopft“ trifft es ganz gut, wenn man diesen Roman in nur einem Wort zusammenfassen möchte. Der Inhalt, als auch der Schreibstil selbst sind so komplex, verrückt und voller Fantasie, dass ich am Ende erstmal meinen Drehwurm auskurieren musste.
Den Schreibstil fand ich absolut genial. Die Umschreibungen, Metaphern und ironischen Bemerkungen des Protagonisten sind zum niederknien und super unterhaltsam. Man hat das Gefühl (gerade zu Beginn) in jedem neuen Satz etwas neues zu entdecken, wenn es auch noch so nebensächlich erscheint. Dadurch entsteht aber auch der Eindruck einer überladenen Handlung, die die absolute Aufmerksamkeit seines Lesers einfordert.

„Und an diesem Montagmorgen gehen wichtige Dinge vor. Ein Wunder, dass die Eltern nicht spüren, wie die Kraftlinien, die hier kreuz und quer über den Schulhof laufen, vor Energie knistern. Es ist beinahe rührend anzusehen, wie die lächelnden Elternbots ihre Kinder in diesem wütenden Ozean von Chaos und Tobsucht aussetzen, mit seliger Blindheit geschlagen und leicht euphorisiert von teurem italienischen Espresso.“ (S. 19)

Der Schreibstil gestattet einem einen gewissen Leseflow, der unterhaltsam ist. Gleichzeitig haben mich aber auch die vielen Namen, Abkürzungen von Personen und Gruppen in Baxters Umfeld leicht überfordert.
Ebenfalls sei hier auch gesagt, dass es hier keinen blumigen Inhalt gibt. Es geht teilweise brutal, dreckig und eklig zu. Hierbei unterstützt der Autor die Fantasie des Lesers, in dem er die Kulisse in der sich die Handlung abspielt sehr gut beschreibt. Diese Beschreibungen ufern jedoch nicht aus, sondern sind aufregend und spannend zu verfolgen.
So gibt es Sangoma, Elementargeister, Sprites und andere merkwürdige Kreaturen, denen man ich realen Leben lieber nicht begegnen möchte.

Auf die Handlung möchte ich kaum bis gar nicht eingehen, um hier nicht zu viel Vorweg zu nehmen. Ich finde der Klappentext ist hier durchaus gelungen und sagt genug über die Handlung des Buches aus.
Man erfährt zu Beginn von den Strukturen, in denen sich Baxter in der Highschool wiederfindet und wie er sein eigenes Netz gesponnen und sich mit dem Handel von Pornos einen Namen gemacht hat. Charlie Human gibt dem Leser damit genug Zeit in den Roman einzusteigen.
Die eigentliche (aufregende) Handlung setzt mit dem Verschwinden von Esmé ein. Baxter begibt sich auf die Suche nach ihr und der einzige, der ihm dabei helfen kann ist der paranormale Kopfgeldjäger Ronin. Plötzlich verändert sich alles…
Baxter, Kyle (sein bester Freund), Esmé, Ronin und viele andere Charaktere sind alle irgendwie verrückt, düster und alles andere als soziale Menschen, doch man findet sie dennoch irgendwie sympathisch.

Ich habe mich dazu entschieden diesem Urban-Fantasy Roman vier Papierblumen zu geben. Mir viel die Bewertung nicht ganz leicht, da ich hier keinen Vergleich ziehen kann. Ich fand den Roman aber gelungen, verrückt und super unterhaltsam. Ein Roman, dessen Sountrack von Die Antwoord stammen könnte. (Zumindestens fragt man sich teilweise, ob der Autor nicht sogar die Musik im Hintergrund hat laufen lassen, als er diese Story niedergeschrieben hat.🤔)
Gerade Leser, die mit dem Genre vertraut sind werden sicherlich an „Apocalypse Now Now“ gefallen finden. Aber auch Neueinsteiger erwartet hier ein unterhaltsames Debüt, welches zwar vielschichtig und manchmal überladen wirkt, so dass es leicht verwirrend ist, aber man merkt dennoch, dass der Autor die Handlung bis ins kleinste Detail durchdacht hat und die begeistert bis zur letzten Seite. Klare Leseempfehlung für diesen verrückten Roman!

Nebeninformation:

  • „Apocalypse Now Now – Schatten über Cape Town“ kann als Einzelband gelesen werden. Die Handlung ist abgeschlossen.
  • Am 24 Mai 2017 erscheint jedoch „Kill Baxter. Showdown in Cape Town“ und ist der zweite Teil im Baxter-Universum. 

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Bonny

 

So werfe den ersten Stein …

denn-keiner-ist-ohne-schuldDeborah und Simon St. James wollten eigentlich einen gemütlichen Urlaub in dem recht einsamen Lancashire verbringen. Doch dann stellen sie fest, dass der Dorfpfarrer vor kurzem auf sehr verdächtige Art und Weise starb. St. James, der sofort ein Verbrechen wittert, zögert nicht lange und bittet seinen Freund Thomas Lynley zu Hilfe. Gemeinsam tauchen die beiden Freunde tief in das Leben der Dorfgemeinschaft ein und decken dabei so manches Geheimnis auf.

Der 6. Band der Inspector Lynley Reihe von Elizabeth George hat mir bisher am besten gefallen. Der sonst so ausufernde Schreibstil der Autorin kam mir hier regelrecht gezügelt vor, da sie sich weniger in Details verlor als in manchem Vorgängerbuch. In gewohnt ruhiger Manier schildert sie den Tathergang und schafft es, den Leser zweifeln zu lassen. Natürlich sind ihre Beschreibungen des Dorfes, dessen Einwohner und dessen Geschichte nach wie vor sehr ausführlich, doch ich empfand es nicht als übertrieben oder langatmig.

Das Privatleben der Ermittler wie immer eine wichtige Rolle. Vor allem mit Barbara Havers leide ich immer richtig mit. Deborah und Helen wirken manchmal doch sehr divenhaft und neigen dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Dennoch versprüht vor allem die wilde, kaum zu bändigende Helen manchmal einen Jungmädchen-Charme, der sie sofort wieder sympathisch macht.

Ab und zu muss ich schmunzeln über die Art und Weise, wie Lynley und St. James mit Frauen umgehen. Diese stocksteife Art und die Fixierung Lynleys auf eine Hochzeit sind doch ziemlich veraltet und verraten das wahre Alter dieser Bücher. Dies tut der Spannung keinen Abbruch, doch oft leide ich mit Helen und schüttle innerlich den Kopf, wenn Lynley wieder mit diesem Thema anfängt!

Der Tathergang an sich ist, wie immer bei Elizabeth George, sehr logisch aufgebaut und fügt sich am Ende zu einer glaubwürdigen Aufklärung des Falles. Schien der Täter auch von Anfang an klar zu sein, so rätselte ich doch unentwegt welches Motiv der Tat zu Grunde lag. Am Ende wurde ich überrascht und ich konnte den Täter erschreckenderweise sehr gut verstehen. Denn es gab zum Schluss nur Verlierer.

Wer die Inspector Lynley Romane lesen möchte, sollte sie unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen, da das Privatleben der Protagonisten eine sehr große Rolle spielt und man sonst nicht alle Zusammenhänge verstehen kann.

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Christine

👣 Auf den Spuren von Artful Dodger…

„Vielleicht hatte Walt Whitman Recht:
Wir sind widersprüchlich und umfangreich und enthalten Massen.
Wie können wir je wissen, wer wir wirklich sind?“ (S.184)

IMG_2975.jpgSeinem Online-Schwarm im echten Leben zu begegnen kann böse Überraschungen mit sich bringen. Was, wenn er ein Idiot ist? Oder ein Langweiler? Und dann gibt es da noch reichlich andere Möglichkeiten, wie wir wissen…
Bailey erzählt Alex aus dem Film-Forum deswegen erst mal nicht, dass sie in genau den kalifornischen Küstenort zieht, in dem er lebt. Sie erzählt ihm auch nicht von ihrem furchtbaren Ferienjob in der Touristenfalle von Museum, bei dem sie sich jeden Tag halb totschwitzt. Und erst recht erzählt sie im nichts von Porter. Surfwunder und Aufschneider zugleich.
Und während Bailey langsam in ihrem neuen Leben ankommt, dabei immer wieder Porter über den Weg läuft – der sich scheinbar darauf spezialisiert hat, sie immer wieder aus der Reserve zu locken – fasst sie den Entschluss Alex zu finden. Ganz nach ihrem Vorbild Artful Dodger, dem Meisterdieb aus Oliver Twist und ihrem persönlichen Leitsatz:

„Sorgt immer dafür, dass ihr die anderen als Erstes seht.“ (S. 9)

Sobald man die ersten Seiten von Annähernd Alex liest ist man zugleich inmitten der Handlung. Dies liegt an dem angenehmen und leichten Schreibstil der Autorin, der für einen Jugendroman absolut gelungen ist und darüber hinaus auch über eine Protagonistin verfügt, die mit einer gesunden Prise Humor ausgestattet ist.

Doch kommen wir zunächst zum Aufbau dieses Jugendbuches, der sich überaus interessant gestaltet.
Neben der eigentlichen Handlung (auf die ich natürlich gleich noch ausführlich eingehe), gibt es eingeschobene archivierte Chat-Verläufe von Bailey (als „Mink“), sowie ihrem Chat-Freund „Alex“ mit dem sie sich in einem Film-Forum über alte Filmklassiker austauscht.
Diese Verläufe sind kurz gehalten und überaus unterhaltsam zu lesen, da sie sich in die Handlung einfügen und je nachdem welche Veränderungen in Baileys Alltag auftreten – im Ton, in der Ehrlichkeit und in der Häufigkeit variieren.

Als Sahnehäubchen gibt es darüber hinaus zu jedem neu aufflammenden Kapitel ein Filmzitat. Diese Zitate sind bunt gemischt und entstammen aus älteren, als auch neueren Filmen, wie u.a. „Der unsichtbare Dritte“, „Der weiße Hai“ oder „Pitch Perfect“.
Hier hat man aber überwiegend zu bekannten Filmen gegriffen, weil gerade jüngere Leser nicht auf Anhieb wissen, wer Grace Kelly, Katherine Hepburn oder Cary Grant sind. Diese Schauspieler und deren Filme sind sicherlich für den ein oder anderen jungen Leser fremd.

Bailey hingegen kennt sie (fast) alle. Sie ist eine sympathische, aufgeweckte Protagonistin, deren Gedankengänge unterhaltsam zu verfolgen sind. Sie zieht zu ihrem Vater nach Kalifornien. Ihre Eltern leben getrennt. Doch anders als vielleicht bei anderen Jugendbüchern legt sie kein trotziges Verhalten an den Tag, sondern sie macht das Beste aus der Situation und freut sich für ihren Vater, der in Coronado Cove eine neue Heimat gefunden hat. Der liebevolle Umgang zwischen ihr und ihrem Vater und der daraus resultierenden lockere Schlagabtausch ist unterhaltsam zu verfolgen.
Ihr Vater war es auch, der ihr dabei geholfen hat einen Ferienjob im örtlichen Museum zu ergattern. Der Weg für einen Neuanfang ist somit geebnet…
An ihrem neuen Arbeitsplatz lernt sie Porter kennen, der es versteht sie mit seinen selbst entworfenen Vorurteilen aus der Reserve zu locken. Zu Beginn erscheint er dem Leser ein wenig unsympathisch, vielleicht sogar anstrengend, doch im Verlauf der Handlung lernt man in kennen und lieben. Lieblingsmomente zwischen den beiden sind absolut vorprogrammiert!

„Er ist eine Steckdose und ich bin ein dummes Kleinkind, das ständig darum herumschleicht und versucht, den Finger hineinzustecken.“ (S. 114)

Aber dieser Roman handelt nicht nur von einem Neuanfang in einer neuen Heimat oder den aufkeimenden Gefühlen zwischen ihr und Porter. Nein, es geht auch um die Verarbeitung einer weniger schönen Vergangenheit, um das Pflegen neuer Freundschaften und die Suche nach „Alex“, dem Chat-Freund.
Es bereitet pure Lesefreude Bailey in ihrem neuen Alltag zu begleiten, wie sie im Museum arbeitet und bei der Suche nach „Alex“ ihren neuen Wohnort entdeckt und dabei auch in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt. 😉
Mir hat es Spaß bereitet Bailey dabei zu beobachten, wie sie plötzlich Dinge hinterfragt, die sie und ihren Umgang mit anderen Menschen, sowie ihre zurückhaltende Art betreffen und die aufgrund ihrer Vergangenheit eingetreten sind. Dieser Umschwung bei Bailey, dieses Kennenlernen von sich selbst, ist hier gelungen und nachvollziehbar aufbereitet. Und die leichten nachklingenden Töne am Ende einzelner Kapitel bringen vielleicht auch den ein oder anderen jugendlichen Leser zum grübeln.

Ich gebe diesem Jugendroman daher sehr gerne 4,5 Papierblumen. Natürlich ist die Geschichte leicht vorhersehbar und der Ausgang wohlmöglich auch absehbar, aber Annähernd Alex verfügt dabei über Humor, Gefühl und Ehrlichkeit, sowie zugleich realistisch eingefangene Momente, die mich durch ihren liebevollen und malerischen Schreibstil sehr gut unterhalten haben und mich das schlechte Wetter vergessen haben lassen. Es ist ein sommerlicher Roman, der sich im Winter lesen lässt, wenn man diesem entkommen möchte und im Sommer genießen lässt, wenn man am Strand oder auf Balkonien liegt. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung!

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Bonny

Was wäre wenn … teuflisches Spiel mit den Ängsten der Menschen

18-das-vermachtnisBei einem Tauchgang entdeckt Mitch ein versunkenes, bisher noch unentdecktes U-Boot. Natürlich kann er seine Neugier nicht zügeln und erkundet das Wrack. Was er dort entdeckt, verschlägt ihm schier den Atem: Nazi-Gold und eine Metall-Box mit brisanten Dokumenten! Doch Mitch und sein Team können ihren Fund weder genießen, noch in aller Ruhe analysieren. Denn sie haben in ein Wespennest gestochen und nun werden sie gnadenlos von äußerst brutalen Nazis gejagt. Welchem Geheimnis sind sie auf der Spur?

Dies ist mein erstes Buch des Autors Gerhard Wegner, aber der Einstieg in das Geschehen fiel mir dennoch sehr leicht. Die Charaktere werden anschaulich beschrieben und besitzen ihre eigene Persönlichkeit. Ich fand mich sehr schnell zurecht und das finde ich immer wichtig, wenn man als Quereinsteiger in eine Bücherreihe einsteigt.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wenn ein Buch mit einem historischen Kontext verknüpft ist und gerade um Hitlers Tod ranken sich ja viele Verschwörungen. Daher war ich sehr gespannt, wie der Autor mit diesem Thema umgehen wird!

Das gesamte Team wirkt sehr sympathisch und überaus kompetent. Die Bösewichte scheinen auch überall ihre Finger im Spiel zu haben und scheuen nicht vor brutalster Gewalt zurück. Leider wurde bereits am Anfang der Handlung verraten, dass Gilles ein doppeltes Spiel spielt. Das finde ich etwas schade, da es verhindert, dass man sich selbst Gedanken über einen eventuellen Maulwurf macht.

Des Weiteren wirkt das Buch durch die rasante Handlung manchmal etwas oberflächlich und einzelne Bereiche werden sehr schnell abgefertigt. Aber dies ist vielleicht auch nur mein Eindruck und tut der Spannung und dem Lesefluss absolut keinen Abbruch!

Die Attentate sind leider sehr aktuell und verankern das Buch noch tiefer im Zeitgeschehen, denn diese Gefahr ist sehr real und bedroht unsere Werte. Auch die anvisierten Ziele passen zu dem Schema von solch terroristischen Organisationen. Die zunehmenden rechtsradikalen Kräfte stellen unsere Gesellschaft vor gravierende Probleme und müssen dringend unterbunden werden. Rechtsradikale Bürgerwehren werden im Buch salonfähig und kennen einen regen Zulauf! Doch nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa steht vor einer schweren Prüfung, da diese fremdenfeindlichen Bewegungen die Bevölkerung vor eine Zerreißprobe stellen… Leider droht dies Wirklichkeit zu werden …

Die Anziehungskraft und die Manipulationsfähigkeit der Nazis sind erschreckend und leider scheinen auch in der Realität immer mehr Leute sich von rechtsradikalen Parteien blenden zu lassen. Diese Gefahr wird meiner Meinung nach von der breiten Masse unterschätzt, denn sonst müsste die Wahlbeteiligung viel höher liegen. Viele gemäßigte Bürger gehen überhaupt nicht wählen, was den radikalen Parteien natürlich zu Gute kommt, da deren Wähler eher mobilisiert werden können. Die Gefahr, dass eine solche Partei in einem europäischen Land das Ruder übernimmt, ist leider sehr real und wäre ein interkulturelles Fiasko!

Der Schluss dieses Thrillers hat es wirklich in sich! Schlag auf Schlag wird die Handlung vorangetrieben und die Spannung ist fast mit Händen zu greifen. Nur mit viel Glück entkommen Mitch, Claire, Johanna und Thomas den Nazis und decken dabei eine erschreckende Wahrheit auf!

Dieses Buch ist ein politisch in der Zeitgeschichte verankertes Buch, das meiner Ansicht nach allerdings manchmal ein bisschen schnell über einige Themen hinweggeht. Ich finde, dass es sehr viel Inhalt auf „nur“ 340 Seiten bietet und daher bleibt es manchmal etwas oberflächlich. Für meinen Geschmack hätte es etwas detaillierter, etwas ausgebauter sein können. Aber das ist nur meine persönliche Meinung

Ich vergebe 4 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

 

Lust auf einen Snack?

Ich habe im Laufe des Jahres einige Bücher des Verlages Digital-Publishers gelesen und bin auf diesem Wege auf die Booksnacks aufmerksam geworden. Dabei handelt es sich um „Kurzgeschichten to go“, also kleine Geschichten, die genau die richtige Länge haben, um sie bei einer Tasse Kaffee, im Wartesall oder im Bus zu lesen.

Der Verlag verschickt wöchentlich eine Newsletter, in dem auch jedes Mal eine dieser Kurzgeschichten gratis zum Download bereitgestellt wird. Alle anderen Booksnacks kann man auf der Verlagsseite für 1,49 Euro erwerben.

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Ich möchte euch in diesem Beitrag drei ganz unterschiedliche Booksnacks vorstellen, die ich in den letzten Tagen gelesen habe:

  • Weihnachtsüberraschung mit Hindernissen von Bettina Wagner

Zum Inhalt:

Anja mistet auf dem Dachboden aus und gibt alles auf den Sperrmüll, was sie nicht gebrauchen kann. Dieser Entrümpelungsaktion fällt jedoch auch das Geschenk zum Opfer, dass ihr neunjähriger Sohn für sie gebastelt hatte.
Als Anja das durch Zufall erfährt, setzt sie alles daran, um das Geschenk rechtzeitig wiederzufinden und die Bescherung zu retten.

Meine Meinung:

Dieser Booksnack liest sich sehr gut, könnte allerdings durchaus ein wenig mehr Tiefe und Weihnachtsstimmung vertragen. Die Handlung ist recht vorhersehbar, was mich allerdings nicht weiter gestört hat. Dennoch hat man das Gefühl, dass die sich anbahnende Liebesbeziehung mehr im Vordergrund steht, als das Weihnachtsfest und diese Tatsache ist ein wenig schade.

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  • Der Weihnachtsapfel von Nadin Hardwiger

Zum Inhalt:

Ein arme Familie lebt am Rande des Waldes in einer Holzhütte. Tagsüber hackt der Vater Holz im Wald, um es dann für ein paar Groschen zu verkaufen. Die Mutter flickt die Kleider der Dorfbewohner und erhält als Dank dafür ein bisschen Mehl. Und die Tochter kümmert sich um den Haushalt.

Eines Abends steht dann ein alter Mann mit weißem Bart und rotem Gewand vor der Tür und bittet darum, sich ein wenig aufwärmen zu dürfen. Die Familie teilt einen Apfel mit ihrem Gast und überlässt ihm dabei das größte Stück.

In der Nacht sieht die Tochter die Wunschträume der Familie in den Himmel steigen …

Meine Meinung:

Nadin Hardwiger trifft mit ihrer Kurzgeschichte genau den Nerv der Weihnachtszeit. Die zugegebenermaßen sehr kurze Geschichte erinnert an ein klassisches Märchen und ist sehr poetisch geschrieben.

Große Überraschungen hält das Weihnachtsmärchen nicht bereit: aufgrund der beschriebenen Kleidung ist dem Leser sofort klar, wer da spät abends an die Tür klopft. Auch die erfüllten Wünsche sind sehr vohersehbar aber dies mindert das Lesevergnügen nicht.

Gut gefällt mir auch das angehängte Rezept für Apfelbrot. Es passt sehr gut zu der erzählten Geschichte und klingt zudem sehr lecker. Ich werde es mit Sicherheit ausprobieren.

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  • Langsam, ganz langsam von Linda Cuir

Zum Inhalt:

Hermann hat seiner Frau Elsa versprochen, den Tod ihrer kleinen Tochter Judith zu rächen. Langsam, ganz langsam soll der Mörder sterben. Also macht Hermann sich mitten in der Nacht durch den tiefen Schnee auf, um sein Versprechen in die Tat umzusetzen…

Meine Meinung:

Bei diesem kurzen Krimi passt einfach alles: die Spannung steigt stetig an und man fiebert als Leser richtig mit, ob und wie es Hermann gelingen wird, sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Im Laufe der Erzählung eröffnet sich dem Leser jedoch auch, was damals wirklich geschah und plötzlich kann man als Leser genau nachfühlen, was in Hermann und seiner Frau Else vorgehen muss.

Die Atmosphäre der verschneiten Winternacht passt perfekt zum eigentlichen Inhalt des Kurzkrimis.

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Véro

Karutschulli, mirululli. Erfinde eine Geschichte mit viel Fantasie, Humor, Zahlen … aber hopp!

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Zum Inhalt:

Loona sitzt zuhause an ihrem Schreibtisch und bereitet sich auf ihren bevorstehenden Mathetest vor. Dabei schweift sie allerdings ab, verrechnet sich und ehe sie sich versieht hat ein Transportnebel sie nach Makah-Uhbien gebracht, das Land der Dinge-Erfinder.
Doch die Makah-Uhbas sehen schweren Zeiten entgegen. Ihr Präsident Göhrkin hat beschlossen, dass fortan Schluss sein soll mit dem Dinge-Erfinden, da es doch recht mühsam sein kann, immer wieder neue Dinge zu erfinden. In Zukunft sollen die Dinge in Fabriken hergestellt werden.

Monstärker, ein junger Makah-Uhba, will sich damit nicht abfinden und beschließt, gegen den Päsidenten und seine grauen Wächter zu kämpfen. Ob das gut geht?

Meine Meinung:

Ich war anfangs ein wenig skeptisch, weil ich recht selten Bücher lese, die in Fantasiewelten spielen. Hubert Wiest schaffte es jedoch mit seiner Geschichte von Loona und Monstärker, mich zu überzeugen.

Das Buch vereint mehrere Komponenten, die es für mich als empfehlenswertes Kinderbuch auszeichnen:

  • Loona ist eine sehr sympathische Protagonistin, die sich anfangs ein wenig schwer tut, weil sie nicht gerne rechnet und ihr das auch nicht leicht fällt. Sie wächst jedoch im Laufe der Erzählung immer mehr über sich hinaus und zeigt dem Leser, dass man nicht kämpfen muss, um an sein Ziel zu gelangen, sondern dass man durchaus auch mit Cleverness und einer guten Portion Selbstvertrauen vieles erreichen kann.
  • Die Thematik des Dinge-Erfindens spricht mit Sicherheit jeden Leser an. Ich habe mich während der Lektüre mehrmals dabei erwischt, mir Dinge zu überlegen, die die Protagonisten erfinden könnten, um sich in verschiedenen Situationen zu helfen. Allerdings wäre bei mir wohl öfter der Klingelton ertönt. Dennoch wird die Fantasie des Lesers angeregt und genau das sollte ein Kinderbuch erreichen.
  • Loonas Angst vor der Mathematik ist ebenfalls ein Thema mit dem der Autor sehr klug umgeht. Die Makha-Uhbas tun sich allesamt sehr schwer mit den einfachsten Rechnungen doch ihr Präsident erwartet von ihnen, dass sie genau dies erlernen und effizienter arbeiten. Loona und ihr Freund Tim schaffen es jedoch, einen Weg zu finden, auf dem auch die Makha-Ubahs und das Volk der Vokaren das Rechnen erlernen und ich bin mir sicher, dass dieses Buch das Potenzial dazu hat, so manche, junge Leser die Angst vor der Mathematik zu nehmen.
  • Schlussendlich ist das Buch auch ein Plädoyer für die Freundschaft und zeigt, dass man gemeinsam sehr viel erreichen kann.

Etwas verwirrend waren für mich all die vielen ungewöhnlichen Namen… ich musste da dann doch öfter zurückblättern und nachschlagen, wie die einzelnen Makha-Ubahs, Vokaren, … nun wirklich heißen.

Dennoch möchte ich dieses Buch weiterempfehlen. Sowohl erwachsene (Vor-)Leser als auch junge Leser werden ihre Freude daran haben!

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Véro

Adventskalender – Türchen 23

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„Und an Weihnachten haben Küsse ihren ganz besonderen Zauber“

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Mit diesen Worten beginnt der Roman „WinterZAUBERküsse“ von Sue Moorcroft.
Ob diese der Wahrheit entsprechen, wird
jeder am Ende selbst entscheiden müssen…

Das Cover allein ist schon eine Augenweide. Es stellt den Winter und die Weihnachtszeit in all seinen Facetten und Farben da. Schneeflocken fallen zu Boden, es glitzert und alles ist weiß. Und mitten drin eine Frau die ihre Hände in den Himmel hebt, um die Schneeflocken ❄️ zu berühren. Mehr Weihnachten ist fast schon nicht mehr drin.

In der Geschichte selbst ist jedoch das Weihnachtsfeeling verloren gegangen. Der Schreibstil war für mich eine große Herausforderung ich habe leider viel zu viel Zeit damit verbracht herauszufinden was genau gemeint ist. An einigen Textstellen wurde meiner Meinung nach einfach das falsche Wort übersetzt, so dass es dem Lesefluss erheblich gestört hat. Mit der Zeit ging es aber immer besser und ich konnte mich darauf einlassen.

Die beiden Hauptprotagonisten Ava und Sam gefielen mir sehr gut. Sie sind beide sehr sympathisch und haben einen Beruf den sie lieben. Besonders gut fand ich, dass man sehr viel über Ava und ihren Beruf als Hutmacherin erfährt. Ich habe mir im Vorfeld nie wirklich groß darüber Gedanken gemacht, aber in diesem Buch wird es sehr schön erklärt und hat mir sogar Spaß gemacht. Sam gefiel mir sehr gut er ist genau der Typ Mann den man sich eigentlich wünschen würde. Er ist liebevoll, kümmert sich rührend um seine Mutter und ist manchmal etwas verplant. Die Sympathie zwischen Ava und Sam spürt man bereits beim ersten Zusammentreffen, doch so wie es sich für eine gute Liebesgeschichte gehört, erkennen die beiden es erst viel später. Die Kommunikation zwischen den beiden läuft meistens an ihnen vorbei, da jeder eigentlich von etwas anderem redet, wodurch dieses Buch mehr an Witz und Humor gewinnt.

Die Nebencharaktere haben das Buch für mich sehr schön abgerundet. Izz, die beste Freundin von Ava, steht ihr mit Rat und Tat zur Seite. Die Eltern von Ava wohnen weiter weg, sind aber sehr liebevoll, immer für sie da und passen sehr gut in die Geschichte. Wendy, die Mutter von Sam, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Sie hat mich etwas an meine Oma erinnert und war daher eine meiner Lieblingscharaktere.

Auch wenn das Ende der Geschichte etwas vorhersehbar war, hat sie mir sehr gut gefallen. Die Gefühlen kommen nicht zu kurz, die romantischen Szenen sind sehr schön beschrieben und ich habe mich manchmal sogar als Teil der Geschichte gefühlt. Aber leider bleibt der Weihnachtsflair etwas auf der Strecke.

Alles in allem hat mir dieses Buch richtig gut gefallen. Trotz der Mängel – wie etwa der Schreibstil (Übersetzung) oder die nicht vorhandene Weihnachtsstimmung – hat dieses Buch dennoch 4 Papierblumen verdient.

Doch jetzt ist es an dir herauszufinden, ob an Weihnachten Küsse wirklich ihren ganz besonderen Zauber haben?! Viel Spaß dabei 🙂NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Mitch

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Der heutige Hinweis passt zu Véros Wunsch:

Wohnzimmer, Schlafzimmer, …

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Adventskalender – Türchen 20

adventskalendernureinbuch

Nach zwei Tagen mit Basteltipps gibt es heute wieder einer Bücherrezension. Diesmal handelt es sich bei dem ausgesuchten Buch um eine Sammlung von mehr als 40 Winter- und Weihnachtsgeschichten für Kinder:

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Ruth Rahlff erzählt in diesem Werk viele kleine Geschichten (meist zwischen 2 und 6 Seiten) rund um die Themen Weihnachten und Winter. Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, sind die Tagebucheinträge des Weihnachtsmannes, die den Leser durch das ganze Buch begleiten. Diese sind mit sehr viel Humor geschrieben und geben dem kindlichen Leser einen Einblick in das Leben des Weihnachtsmannes nach den Weihnachtsfeiertagen.

Die Geschichten selbst sind sehr unterschiedlich: neben einer Variante der bekannten Weihnachtsgeschichte gibt es ein Interview mit einem Rentier, ein Hexengedicht, Wimmelbilder, …

Auch die Figuren in den Geschichten sind sehr unterschiedlich: es gibt Trolle, Rentiere, Piraten, Hexen, Prinzessinen, Astronauten, Ritter … und viele Kinder.

Wie in jeder Geschichtensammlung gibt es gute und weniger gute Geschichten. Mir hat besonders das Interview mit dem Rentier richtig gut gefallen.

Ein Kritikpunkt an einigen anderen Geschichten: nicht alle Geschichten haben meiner Ansicht nach einen richtigen Schluss; allerdings wird das den kindlichen Lesern wohl kaum störend auffallen.

Insgesamt handelt es sich bei diesem Buch doch um eine tolle und bunte Mischung, die sicher für viele gemütliche Lesemomente in der Familie sorgt.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchels Wunsch:

Chuck Norris hat mit Mitchels Wunsch nicht wirklich etwas zu tun. 😉

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