New York, 2118

„Die raumhohen Fenster wirkten wie Vierecke aus samtener Dunkelheit, obwohl in der Ferne bereits langsam die Sonne aufging und die Skyline in ein ockerfarbenes, blassrosa leuchtendes und sanft schimmerndes Gold tauchte.“ (S. 7)IMG_3316.jpg

Wo einst der Central Park den Bewohnern von Manhattan einen grünen Rückzugsort bot, steht in der Zukunft der höchste Wolkenkratzer der Welt. Hier leben die Reichen oben und die Armen unten, während sich ein beinahe endloser Schatten über die einst angesagtesten Stadtteile von New York legt. Doch auch im inneren des Towers legt sich eine gewisse Dunkelheit aus Intrigen, Lügen und Geheimnissen über die Menschen…

Im Mittelpunkt der Handlung stehen fünf junge Menschen.

Avery. Ihr liegt im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu Füßen, denn sie wohnt im obersten Stockwerk des Towers. Ihr Leben könnte nicht perfekter sein, doch ihre Gefühle für ihren Stiefbruder drohen alles ins Wanken zu bringen.

Denn ihre beste Freundin Leda hat ebenfalls Gefühle für Averys Bruder (Atlas). Zwei beste Freundinnen, die in den gleichen Jungen verliebt sind bieten genügend Zündstoff für einen Roman, doch es kommt ebenfalls noch hinzu, dass Leda kein unbeschriebenes Blatt ist. Sie ist ehrgeizig, manipulativ und impulsiv. Für ihre Ziele nimmt sie alles in Kauf, selbst wenn sich dabei ihre beste Freundin in den Weg stellt.

Eris hingegen hat ganz andere Sorgen. Als ein Familiengeheimnis das Tageslicht erreicht, muss sie ein neues Leben in den untersten Stockwerken des Towers beginnen. Doch es ist gar nicht so leicht diese neue Situation vor ihren alten Freunden geheim zu halten. Erst recht nicht, als sich eine neue Freundin in ihre Leben schleicht und Eris sich selbst immer besser kennenlernt.

In den unteren Stockwerken leben aber auch noch zwei weitere spannende Charaktere.

Watt. Ein Nerd könnte man meinen, wenn man den genialen Hacker in ihm entdeckt. Doch er nutzt seinen Zugang zu verschlüsselten Informationen und versteckt sich keineswegs in einer dunklen Kammer. Als er in die Welt der Schönen und Reichen gezogen wird, muss er jedoch den Verlust seines Herzens in Kauf nehmen.

Und auch Rylin gerät in den Sog der Schönen und Reichen. Sie jobbt als Dienstmädchen auf den schillernden Partys der oberen Schicht. Doch als sie ihren Arbeitgeber (Cord) immer besser kennenlernt, holt ihre Vergangenheit – ihr Leben – sie ein und droht alles zu zerbrechen.

Und um was geht es jetzt genau?

Nun, in „Beautiful Liars“ geht es um genau diese oben aufgeführten Personen und ihr Leben im Tower. Das Besondere hierbei ist das unaufhaltsame Netz aus persönlichen Sorgen und Problemen, welches hier gestrickt wird und in Geheimnisse münden und zu Lügen verleiten, die die Charaktere bis zur letzten Seite verfolgen und zu Entscheidungen zwingen, die zu einem Ereignis in der Zukunft führen, welches ihr aller Leben verändern und vielleicht sogar zerstören wird.

Begleitet wird die spannende Handlung durch eine gelungene, eindringliche und bildhafte Sprache, die bei mir gleich zu Beginn eine sogartige Wirkung entfacht hat. Die Übersetzung fand ich gelungen, auch wenn ich die Originalausgabe nicht zum Vergleich herangezogen habe.

Zu Beginn konnte mich das Buch fesseln, auch wenn man direkt ins kalte Wasser – bestehend aus sehr vielen Informationen und Namen – geworfen wird. Ein fast schon melancholischer Prolog lässt schlimmes erahnen, bevor man in die Haupthandlung eintaucht.
Man beobachtet die Handlung aus der (Er-/Sie- Erzähler) Sicht der fünf oben erwähnten Personen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und knüpfen aneinander an. Die Handlung wird nicht wiederholt, auch wenn zum Beispiel Leda und Avery aufeinandertreffen. Stattdessen erfährt man von ihren Eindrücken, persönlichen Meinungen zu den Personen, die Wirkung ihres Auftretens und kann dadurch auch die Reaktionen der Charaktere anders betrachten. Schließlich weiß man mehr als die Charaktere und kann die verschiedenen Absichten anders nachvollziehen.

Es war sehr spannend die Verknüpfung zwischen den Personen zu entdecken, denn dies ist eine der großen Besonderheiten in dem Buch. Alles und jeder ist irgendwie miteinander verbunden und das wirkt keineswegs erzwungen, sondern die Autorin hat hier ein realistisches Gewebe entstehen lassen.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat war der wirklich gelungene Ausbau der technisierten Welt. Der Central Park ist vollkommen verschwunden und im Tower selbst wird zwar von Apartments gesprochen, doch diese lassen sich nur im oberen Teil des Wolkenkratzers finden. Gleichzeitig gibt es große Straßen in dem Gebäude selbst, mit Parkanlagen etc.
Zu Anfang fand ich es noch schwer ein Gefühl für die Größe des Towers zu bekommen, doch es ist wirklich ein gelungener Schauplatz für die Handlung. Zu Anfang hatte ich sogar kurz das Gefühl die Autorin verliert sich in der imposanten Beschreibung der Umgebung, aber sie schafft es dann doch noch einen Umschwung zu erwirken.

Mikroantennen (Kopfhörer), Augmented-Reality Spiele in einer ARena, Drogen, die passend auf einen zugeschnitten werden, wenn man das passende Kleingeld besitzt oder auch Erfindungen unsere Gegenwart, wie z.B. der 3D- Drucker werden modifiziert. Die Autorin hat sich wirklich Gedanken gemacht, wozu man sie in der Zukunft benötigen könnte und dementsprechend eingesetzt. Ich fand es total faszinierend und raffiniert durchdacht. Außerdem hat sie Themen, wie Freizeit, Sport, Gesundheit und den Umgang der Menschen in der Gesellschaft miteinander (Kommunikation) an die Zukunft angepasst und man merkt einfach, wie viel Herzblut da verarbeitet wurde.

Auf mehr als fünfhundert Seiten wird hier eine wirklich interessante Zukunft gestaltet, die die Bühne für eine Handvoll junger Menschen eröffnet, deren Leben und Lügen miteinander verwoben sind. Sie selbst sind sich dessen gar nicht bewusst, während der Leser sie beobachtetet und über die Seiten hinweg nur erahnen kann, was am Ende passiert.
Die Autorin zeigt hier einen Freundeskreis, der wohl oberflächlicher nicht sein könnte und quasi zum scheitern verurteilt ist. Der Leser bekommt ein gelungenes Gewebe aufgezeigt, doch desto mehr Charaktere auftauchen, desto weniger Personen wünscht man sich für die Handlung, da es bei den Freundschaften zueinander an Tiefe fehlt. Es gibt zwar einen Zusammenhang, doch dieser ist labil dargestellt und die Charaktere agieren wenig miteinander. Stattdessen sind die einzelnen Charaktere Helden ihrer eigenen kleinen Welt und erst am Ende wird aus allem ein großes Ganzes. Schade, wie ich finde, denn dadurch erschien mir die Handlung manchmal zu steril und kalt. Dennoch erschien mir das Buch sehr gelungen konstruiert und die bildhafte Sprache hat mir einen gelungen Blick auf die Zukunft ermöglicht!

Ich freue mich nun auf den zweiten Teil (Erscheinungstermin: 01.07.2018), denn „Beautiful Liars – Verbotene Gefühle“ ist der Beginn einer Trilogie.

Von mir gibt es vier Papierblumen.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny
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Umwoben von der Vergangenheit

Zu lieben bedeutet zu fürchten. Du ängstigst dich, bist starr vor Sorgen, dass denen, die du liebst, etwas zustoßen könnte. Denk nur an die Möglichkeiten. Zieht sich dein Herz mit jedem Schlag zusammen? Das, mein Freund, ist Liebe. Sie macht uns alle zu Sklaven, denn es gibt keine Liebe ohne Furcht. – Private Ansichten über die Liebschaften dreier Könige von Baronin Sammarco“ (S.295)

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Vor einigen Jahren brach eine schreckliche Krankheit aus. Viele der Kinder, die die Krankheit überlebten, sind für ihr Leben gezeichnet und werden von der Gesellschaft verstoßen.
Auch das schwarze Haar von Adelina Amouteru, der Tochter eines reichen Kaufmanns, verfärbt sich in der Nacht plötzlich silbern. Und so ist auch sie gezeichnet.
Aber das Blutfieber hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige.
Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe…

Mit Spannung habe ich auf die neue Reihe von Marie Lu („Legend“-Trilogie) gewartet und wurde nicht enttäuscht. Wenn man in „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ etwas findet, dann ist das auf jeden Fall Spannung, verbunden mit einem ereignisreichen Handlungsverlauf, der einen in den richtigen Momenten fesselt, schockiert, aber auch gleichzeitig verärgert, da man durchaus in einigen Lesemomenten die Entscheidungen der Protagonistin kritisieren möchte.

Insbesondere die ersten hundert Seiten konnten mich begeistern. In einem mitreißendem Handlungsaufbau erfahren wir einiges von Adelina Amouteru, der Protagonistin dieses (Fantasie-) Jugendromans. Aber der Leser erhält nicht nur Informationen über ihre persönliche Vergangenheit, sondern ebenso einen Zugang zu der hier von Marie Lu neu konstruierten Welt.
Zusammen mit Adelina befindet man sich in den Seelanden, im Südosten von Kenettra. Visuell unterstützt wird dies durch eine im Buch enthaltende geografische Karte, die ich für die Verortung der Handlung durchaus hilfreich empfand.

Adelina Amouteru ist eine ungeschliffene Protagonistin, die sowohl äußerlich, als auch innerlich „gezeichnet“ ist. Sie und ihre Schwester erkrankten einst am Blutfieber, welches nur Kinder überlebten. Während ihre Schwester unbeschadet genesen konnte, verfärbte sich Adelinas Haar über Nacht. Ein Zeichen, welches für jeden sichtbar ist und durch welches sie von der Gesellschaft abwertend behandelt wird.
Ihre Schwester ist ihr der wohl wichtigste Mensch, doch ebenso ist Adelina von Neid und Eifersucht befallen, wenn sie diese im Umgang mit ihrem Vater betrachtet. Während sie auf Händen getragen wird, schlägt Adelina der tägliche Hass ihres Vaters entgegen.
Für das Verständnis von ihrem Charakter ist dieser Blick auf die Ereignisse der Vergangenheit gelungen und keineswegs langatmig, sondern Marie Lu hat diese Rückblicke interessant in den Handlungsverlauf eingeflochten.

Ebenso spannend gestaltet sich die Entdeckung der Strukturen in der Gemeinschaft der Dolche. Wie bereits erwähnt sind einige der Kinder, die das Blutfieber überlebten gezeichnet und werden als „Malfettos“ bezeichnet. Einige von ihnen besitzen darüber hinaus aber auch übernatürliche Fähigkeiten und haben sich zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, die ein bestimmtes Ziel verfolgt.

„Die Dolche hatten nach dem Blutfieber weitaus tiefere Narben davongetragen als ich – furchterregende Kräfte, die nicht von dieser Welt waren. […] Es hieß, dass sie aus dem Nichts Feuer heraufbeschwören konnten. Den Wind beherrschen. Wilde Tiere zähmen. Unsichtbar werden. Mit einem einzigen Blick töten.“ (S. 16)

Allen voran Enzo und Raffaele. Beide ebenso interessante Charaktere, mit unterschiedlichen Geschichten, die ebenfalls genügend Zündstoff für den Handlungsverlauf liefern. Einige Kapitel sind sowohl aus Adelinas, als auch aus Enzos und Raffaeles Sicht geschrieben. Es taucht aber auch noch ein vierter Charakter auf: Teren Santoro. Er ist der Anführer der Inquisition des Königs, die aktiv gegen die Dolche vorgeht.
Diese verschiedenen Perspektiven ergänzen sich gegenseitig und liefern einen guten Rundblick auf die Handlung. Ebenso gerät der Leser hierdurch in eine verzwickte Lage. Man kann sich nicht sicher sein: Wer verfolgt hier gute Absichten und wer agiert böse? Wem kann Adelina vertrauen? Die Grenzen verschwimmen und Marie Lu spielt hier gelungen mit diesem Muster.

Der Schreibstil der Autorin hat mir erneut gut gefallen. Zu Anfang war er mir persönlich noch etwas verschnörkelt…

„Der Duft der Blumen erfüllt meine Gedanken mit seiner schweren Süße.“ (S.54)

doch derartige Stellen verlieren sich über die Seiten hinweg und erdrücken keinesfalls den Lesegenuss.

Ebenfalls beschreibt sie zu Beginn der Handlung die Welt in der sich Adelina bewegt wirklich gut. Aber diesen Punkt verliert Marie Lu irgendwann aus den Augen.
Die Handlung, um Adelina und die Dolche, steht dominant im Vordergrund (was natürlich nicht unbedingt schlecht ist), so dass die hier entworfene Welt nur noch als ein Schatten wahrgenommen wird. Dennoch hat mir die Atmosphäre und die Schauplätze – welche an ein Italien zur Zeit der Renaissance erinnern – gut gefallen. Aber die Autorin verschenkt hier ebenso Potenzial.

Eine besonders wichtige Rolle spielt in diesem Buch die Gefühlswelt der Protagonistin. Wie sieht es in ihrem Verstand aus? Um Adelina und ihre Handlungen nachzuvollziehen hat Marie Lu sich daher an einer personalen Ich-Erzählerstimme bedient.

„Mein Stolz beginnt sich zu regen, verdrängt meine Trauer, verschmilzt mit meiner Wut, meinem Hass und meiner Angst, meiner Leidenschaft und meiner Neugier. Die flüsternden Stimmen, die knapp außerhalb meiner Reichweite lauern, schlängeln sich an die Oberfläche und recken ihre langen, knochigen Finger gierig nach der Freiheit […].“ (S. 390)

Der Leser taucht hierdurch tief in ihre emotionale Welt ein und versucht dadurch ihre Handlungen nachzuvollziehen. Was nicht immer gelingt…
Zwischendurch flackern ebenso Beschreibungen von ihrem Vater auf und dieser Punkt hat mich persönlich irgendwann gestört. Zwar ist das einweben der Ereignisse aus der Vergangenheit durchaus gelungen, doch ein aus dem nichts aufflackernder Vater in ihrer Gedankenwelt hat mich zunehmend irritiert und an meiner Konzentration genagt. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich war genervt von dieser Überlagerung.

Wer ist Freund? Wer ist der Feind? Welchen Charakteren kann man trauen?
Mit diesen Fragen spielt Marie Lu gekonnt und ebenso entdeckt man in der Protagonistin bösartige Züge und misstraut auch ihr. Einige ihrer Entscheidungen lassen sich diskutieren und wühlen den Leser durchaus auch auf. Dies trägt aber auch zu einem spannenden Handlungsverlauf bei, der gerade zu Beginn eine Hochphase erlebt, sich dann jedoch ein wenig verläuft. Die Handlung kommt dennoch nicht entgültig zum Stillstand, sondern auf den letzen Seiten wird man erneut gepackt und dabei kräftig durchgeschüttelt.
Doch weil ich mich mit einigen Punkten in dem Buch nicht anfreunden konnte und einige Schwachstellen entdeckt habe, bekommt „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ von mir 3,5 Papierblumen.  NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

„Vergieße nie eine einzige Träne!“

420_16277_145536_xxl„Es ist so geheimnisvoll, das Land der Tränen.“
– Antoine de Saint-Exupéry (aus: Der kleine Prinz)

‚Du wirst nie wieder weinen!‘
Dieses Versprechen musste Eureka einst ihrer Mutter geben, als sie noch ein kleines Mädchen war. Nun ist sie 17 Jahre und ihre Mutter traurigerweise  bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Dennoch hält sie sich weiterhin an das Versprechen, dabei weiß sie gar nicht, warum sie keine Tränen vergießen darf.
Ein altes Medaillon, ein geheimnisvolles Buch und ein Brief. Nur diese drei Dinge sind ihr geblieben. Keine Antworten.
Die erhält sie erst, als die dem ebenso attraktiven, wie rätselhaften Ander begegnet, der mehr über Eurekas Leben zu wissen scheint, als sie selbst. Doch woher kommt er? Was hat es mit dem Versprechen auf sich, das sie ihrer Mutter vor langer Zeit geben musste? Und warum taucht die Sage um Atlantis immer wieder in ihrem Leben auf?
Eureka muss endlich mehr über ihr eigenes Erbe herausfinden und zwar bald, denn sonst könnte es für alle zu spät sein…

Eureka hat ihre Mutter verloren. Diese war für sie eine wichtige Vertraute, als auch eine Freundin. Daher ist es auch kein Wunder, dass es ihrer Seele danach nicht gerade gut geht. Sie steckt in einer tiefen Depression und sieht keinen Reiz mehr in den Dingen, die ihr einmal wichtig erschienen oder Freude bereiteten. Ihre größte Leidenschaft gehörte dem Laufen. Sie war sogar Kapitänin der Schulmannschaft. Doch das hat alles keinen Wert mehr. Es folgt ein Selbstmordversuch.
Danach muss sie zu wöchentlichen Sitzungen bei einer Therapeutin, doch dort spricht sie kaum ein Wort. Sie ist betäubt. Ihrer Zukunft kann sie nicht positiv entgegentreten oder gar an ihr eigenes Glück denken, wie andere Jugendliche in ihrem Alter. Glückliche Momente wird es in ihren Augen nie mehr geben.

Was bringt dich heute hierher?
Der Anruf meiner Stiefmutter. Sie hat diesen Termin gemacht.

Wie geht es dir heute?

Einerseits ist es ein durchaus interessantes Thema, welches hier angesprochen wird. Andererseits löst es sich im Verlauf der Handlung auf. Am Ende ist kaum noch etwas davon vorhanden.
Die bedrückte Stimmung der Protagonistin überträgt sich jedoch gerade zu Beginn auf den Leser. Es handelt sich damit also nicht um eine leichte und lockere Lektüre für zwischendurch.

Ein Lichtblick in dieser schwermütigen Stimmung ist Eurekas beste Freundin Cat. Sie entlockt dem Leser in einigen Momenten ein Schmunzeln. Doch auch dieser Humor verliert sich im Verlauf des Romans.

„Ich versuche jeden Tag, dich zu verkuppeln. Welchen Sinn haben Kalender ohne Dates?“ (S. 84)

Sie ist Eureka eine gute Freundin und gemeinsam versuchen sie ein geheimnisvolles Buch zu entschlüsseln. Phasenweise erfolgen hier kurze Einschübe aus jenem Buch, mit dem Titel „Das Buch der Liebe“. Dies sorgt zwar für Abwechslung, allerdings konnte mich diese Geschichte kaum überzeugen.
Eureka jedoch muss sich die Frage stellen, wie diese alte Geschichte mit ihr in Verbindung steht. Der Leser kommt jedoch schnell hinter dieses Geheimnis…

Außerdem gibt es noch eine Art Dreiecksbeziehung, zwischen Eureka ihrem besten Freund Brooks und dem plötzlich aufgetauchten Ander. Leider sind beide Charaktere zu flach und man kann kaum eine Beziehung zu den beiden aufbauen. Hier kratzt das Buch nur an der Oberfläche und man bleibt selbst neutral.

Mir persönlich hat das Buch leider nicht gefallen. Vielleicht war es die Thematik, vielleicht aber auch der ausschweifende Erzählstil. Die Handlung konnte mich einfach nicht packen. Der gesamte Roman erschien mir zu eintönig und viel zu langatmig.

Immer wieder erfolgen Rückblicke zu Situationen aus der Vergangenheit. Kindheitserinnerungen. Was sie damals fühlte, dachte oder was ihr passierte. Hierbei werden die kleinsten Details erwähnt. Leider wird man dabei jedoch aus der eigentlichen Handlung immer wieder herausgerissen, was ziemlich ermüdend ist. Gerade zu Beginn scheint die Geschichte dadurch kaum Vorwärts zu kommen.

Dies war mein erster Roman von Lauren Kate und leider wird es auch erst einmal so bleiben. Der Schreibstil der Autorin ist auf der einen Seite ermüdend und auf der anderen Seite sehr dicht und malerisch, wodurch man sich die Situationen in der sich Eureka gerade befindet zwar sehr gut vorstellen kann, aber für einen Jugendroman ist er einfach zu erdrückend.

Hinzu kommt der Wortschatz, der für die Zielgruppe auch eher unüblich ist und man sollte sich daher nicht wundern, wenn Worte wie: monetär, Orichalcumkrone, Patiotreppe oder Gaze einfach so im Text auftauchen.

Dauernd hatte ich das Gefühl, die eigentliche Hauptgeschichte entgleitet mir, durch die vielen Einschübe, die aber für die eigentliche Handlung kaum eine Rolle spielen.
Vielleicht wollte Lauren Kate damit eine tiefere Bindung zu den Figuren ermöglichen, was jedoch bei mir nicht funktioniert hat. Sogar die Beziehung zu Eureka blieb kalt.

Spannend war für mich nur der Prolog. Das Ende nicht überraschend. Ich bin viel zu schnell hinter das „Geheimnis“ gekommen. Des Weiteren würde ich empfehlen den Prolog nicht von Beginn an zu lesen.  Vielleicht bleibt dadurch gerade zu Beginn der Handlung ein wenig Spannung erhalten 😉NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

👣 Auf den Spuren von Artful Dodger…

„Vielleicht hatte Walt Whitman Recht:
Wir sind widersprüchlich und umfangreich und enthalten Massen.
Wie können wir je wissen, wer wir wirklich sind?“ (S.184)

IMG_2975.jpgSeinem Online-Schwarm im echten Leben zu begegnen kann böse Überraschungen mit sich bringen. Was, wenn er ein Idiot ist? Oder ein Langweiler? Und dann gibt es da noch reichlich andere Möglichkeiten, wie wir wissen…
Bailey erzählt Alex aus dem Film-Forum deswegen erst mal nicht, dass sie in genau den kalifornischen Küstenort zieht, in dem er lebt. Sie erzählt ihm auch nicht von ihrem furchtbaren Ferienjob in der Touristenfalle von Museum, bei dem sie sich jeden Tag halb totschwitzt. Und erst recht erzählt sie im nichts von Porter. Surfwunder und Aufschneider zugleich.
Und während Bailey langsam in ihrem neuen Leben ankommt, dabei immer wieder Porter über den Weg läuft – der sich scheinbar darauf spezialisiert hat, sie immer wieder aus der Reserve zu locken – fasst sie den Entschluss Alex zu finden. Ganz nach ihrem Vorbild Artful Dodger, dem Meisterdieb aus Oliver Twist und ihrem persönlichen Leitsatz:

„Sorgt immer dafür, dass ihr die anderen als Erstes seht.“ (S. 9)

Sobald man die ersten Seiten von Annähernd Alex liest ist man zugleich inmitten der Handlung. Dies liegt an dem angenehmen und leichten Schreibstil der Autorin, der für einen Jugendroman absolut gelungen ist und darüber hinaus auch über eine Protagonistin verfügt, die mit einer gesunden Prise Humor ausgestattet ist.

Doch kommen wir zunächst zum Aufbau dieses Jugendbuches, der sich überaus interessant gestaltet.
Neben der eigentlichen Handlung (auf die ich natürlich gleich noch ausführlich eingehe), gibt es eingeschobene archivierte Chat-Verläufe von Bailey (als „Mink“), sowie ihrem Chat-Freund „Alex“ mit dem sie sich in einem Film-Forum über alte Filmklassiker austauscht.
Diese Verläufe sind kurz gehalten und überaus unterhaltsam zu lesen, da sie sich in die Handlung einfügen und je nachdem welche Veränderungen in Baileys Alltag auftreten – im Ton, in der Ehrlichkeit und in der Häufigkeit variieren.

Als Sahnehäubchen gibt es darüber hinaus zu jedem neu aufflammenden Kapitel ein Filmzitat. Diese Zitate sind bunt gemischt und entstammen aus älteren, als auch neueren Filmen, wie u.a. „Der unsichtbare Dritte“, „Der weiße Hai“ oder „Pitch Perfect“.
Hier hat man aber überwiegend zu bekannten Filmen gegriffen, weil gerade jüngere Leser nicht auf Anhieb wissen, wer Grace Kelly, Katherine Hepburn oder Cary Grant sind. Diese Schauspieler und deren Filme sind sicherlich für den ein oder anderen jungen Leser fremd.

Bailey hingegen kennt sie (fast) alle. Sie ist eine sympathische, aufgeweckte Protagonistin, deren Gedankengänge unterhaltsam zu verfolgen sind. Sie zieht zu ihrem Vater nach Kalifornien. Ihre Eltern leben getrennt. Doch anders als vielleicht bei anderen Jugendbüchern legt sie kein trotziges Verhalten an den Tag, sondern sie macht das Beste aus der Situation und freut sich für ihren Vater, der in Coronado Cove eine neue Heimat gefunden hat. Der liebevolle Umgang zwischen ihr und ihrem Vater und der daraus resultierenden lockere Schlagabtausch ist unterhaltsam zu verfolgen.
Ihr Vater war es auch, der ihr dabei geholfen hat einen Ferienjob im örtlichen Museum zu ergattern. Der Weg für einen Neuanfang ist somit geebnet…
An ihrem neuen Arbeitsplatz lernt sie Porter kennen, der es versteht sie mit seinen selbst entworfenen Vorurteilen aus der Reserve zu locken. Zu Beginn erscheint er dem Leser ein wenig unsympathisch, vielleicht sogar anstrengend, doch im Verlauf der Handlung lernt man in kennen und lieben. Lieblingsmomente zwischen den beiden sind absolut vorprogrammiert!

„Er ist eine Steckdose und ich bin ein dummes Kleinkind, das ständig darum herumschleicht und versucht, den Finger hineinzustecken.“ (S. 114)

Aber dieser Roman handelt nicht nur von einem Neuanfang in einer neuen Heimat oder den aufkeimenden Gefühlen zwischen ihr und Porter. Nein, es geht auch um die Verarbeitung einer weniger schönen Vergangenheit, um das Pflegen neuer Freundschaften und die Suche nach „Alex“, dem Chat-Freund.
Es bereitet pure Lesefreude Bailey in ihrem neuen Alltag zu begleiten, wie sie im Museum arbeitet und bei der Suche nach „Alex“ ihren neuen Wohnort entdeckt und dabei auch in das ein oder andere Fettnäpfchen tritt. 😉
Mir hat es Spaß bereitet Bailey dabei zu beobachten, wie sie plötzlich Dinge hinterfragt, die sie und ihren Umgang mit anderen Menschen, sowie ihre zurückhaltende Art betreffen und die aufgrund ihrer Vergangenheit eingetreten sind. Dieser Umschwung bei Bailey, dieses Kennenlernen von sich selbst, ist hier gelungen und nachvollziehbar aufbereitet. Und die leichten nachklingenden Töne am Ende einzelner Kapitel bringen vielleicht auch den ein oder anderen jugendlichen Leser zum grübeln.

Ich gebe diesem Jugendroman daher sehr gerne 4,5 Papierblumen. Natürlich ist die Geschichte leicht vorhersehbar und der Ausgang wohlmöglich auch absehbar, aber Annähernd Alex verfügt dabei über Humor, Gefühl und Ehrlichkeit, sowie zugleich realistisch eingefangene Momente, die mich durch ihren liebevollen und malerischen Schreibstil sehr gut unterhalten haben und mich das schlechte Wetter vergessen haben lassen. Es ist ein sommerlicher Roman, der sich im Winter lesen lässt, wenn man diesem entkommen möchte und im Sommer genießen lässt, wenn man am Strand oder auf Balkonien liegt. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung!

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Bonny

Adventskalender – Türchen 22

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„Zu lieben macht mir Angst, es sind so viele Fragen damit verbunden. Ich fürchte, mein Leben wird nie ganz zu seinem passen. Ich fürchte, dass ich ihn nie richtig kennen werde. Dass er mich nie richtig kennen wird. Dass wir zwar unsere Geschichten voneinander hören, aber nie die ganze Wahrheit.“ (S. 192)

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„Auf den ersten Blick – Jede Große Liebe hat ihre Geschichte“ heißt dieses schöne Buch, welches sich durch seine wunderschöne Aufmachung in mein Herz geschlichen hat. Sollte euch diese Kurzgeschichten Sammlung in der Buchhandlung begegnen, dann schaut es euch an und verliebt euch ebenso „auf den ersten Blick“.
Es beinhaltet insgesamt zwölf Kurzgeschichten, von ganz unterschiedlichen Autoren, die allerdings alle im Genre des Jugendbuches zu finden sind.
Jede Geschichte ist anders, besticht durch ihren individuellen Schreibstil. Der Herausgeberin (Stephanie Perkins) ist mit diesem Buch eine bunte Mischung an realistischen, fantastischen, nachdenklichen, verspielten, lustigen und überraschenden Geschichten gelungen.

Mitternächte von Rainbow Rowell
Rainbow Rowell, die Autorin von u.a. „Eleanor & Park“ ist mit eine der bekanntesten Autorinnen in diesem Buch. In „Mitternächte“ geht es um Mag, die jedes Jahr auf neue ihrem besten Freund dabei zuschauen muss, wie er zu Silvester eine andere küsst.
Das besondere an dieser Geschichte ist, dass man als Leser immer nur einen Blick auf die jeweilige Silvesternacht bekommt. Ein Jahr ist vorbei, viel ist passiert und die Charaktere haben sich ebenso weiterentwickelt. Man nimmt diese Veränderung wahr und hier hat Rainbow Rowell mich neugierig gemacht und mich mit ihrer Kurzgeschichte verzaubert und gut unterhalten.

Die Dame und der Fuchs von Kelly Link
In dieser Geschichte von Kelly Link fällt Schnee und mit einer Prise Fantasie wird dadurch eine fantasievolle Weihnachtsgeschichte.
Miranda verbringt Weihnachten bei den Honeywells, eine Familie mit tiefen Wurzeln… Und während man sie als „armes kleines Lämmchen“ tituliert, trifft sie draußen im Garten auf einen Fremden. Was hat es mit dem Fuchs auf seinem Herrenrock auf sich?
Mich hat diese Geschichte zwischenzeitlich irritiert, womöglich weil mir das Genre doch ein wenig fremd ist… 😉

Engel im Schnee von Matt de la Peña
„Engel im Schnee“ zählt zu einer meiner liebsten Geschichten in diesem Buch. Ich konnte mich schnell in den Protagonisten einfühlen und die Geschichte selbst war romantisch, unterhaltsam und so einfach gestrickt, dass mir alles stimmig erschien.
Shy ist Student (mit einem Stipendium) und liebt seine Familie über alles. Leider lässt es ihm die finanzielle Situation nicht zu, dass er über die Weihnachtstage bei seiner Familie sein kann. Darüber hinaus passt er auf die Katze und das Apartment seines Chefs auf, um sich etwas Geld zu verdienen. Da sitzt er nun im zugeschneiten New York, mit leerem Kühlschrank und einer Katze die ihm Gesellschaft leistet… bis plötzlich Haley vor seiner Tür steht.

Willst du mich finden, dann folge dem Polarstern von Jenny Han
Jenny Han („To All the Boys I’ve Loved Before“) entführt uns mit ihrer Geschichte an den Nordpol. Im Dorf des Weihnachtsmannes sind die Elfen nicht nur mit dem verpacken von Geschenken für die Kinder in der ganzen Welt beschäftigt, sondern die Teenie-Elfen feiern einen Schnee-Ball. Darunter ein vom Weihnachtsmann „adoptiertes“ Menschenmädchen, welches sich unter den Elfen irgendwie fremd fühlt und darüber hinaus auch noch verliebt ist…

Es ist ein Weihnachtswunder, Charlie Brown von Stephanie Perkins
Marigold mag Weihnachtsbäume. Oder sagen wir: Sie mag insbesondere diesen Jungen, der am Weihnachtsbaum-Verkaufsstand arbeitet und ihr – ehe sie sich versieht – einen Baum aufdrückt. Aber wohin damit? Das Leben von ihr und ihrer Mutter wurde von dem einen auf den anderen Tag aus den Fugen gerissen. Nun herrscht ein wildes durcheinander und North bringt plötzlich Ordnung hinein.
Auch diese Geschichte zählt zu meinen Favoriten in diesem Buch. Nicht nur durch die sympathischen Charaktere, nein… auch der Schreibstil, die Idee und die Atmosphäre haben mich absolut überzeugt.

Aushilfs-Santa von David Levithan
Bei dieser Geschichte hat mich insbesondere der sprachliche Stil in seinen Bann gezogen. Die Gedankengänge des Protagonisten sind toll eingefangen und das der Autor sich hier an einer Liebesgeschichte zwischen einem homosexuellen Pärchen versucht, finde ich wirklich mal abwechslungsreich und trifft ebenso unseren heutigen Zeitgeist.
Als Connor den Protagonisten in dieser Geschichte darum bittet, im Santa-Kostüm zu erscheinen, damit dessen sechsjährige Schwester der Glaube an den Weihnachtsmann erhalten bleibt, kann er nicht anders als ihm den Gefallen zu tun…

Der Krampus-Lauf von Holly Black
Diese Geschichte hat mir am wenigsten gefallen. Hier war so viel Fantasie enthalten, dass ich mir persönlich die Geschichte zu fantastisch wurde. Wer aber das Fantasie Genre mag, der wird diese Geschichte sicherlich mögen. 🙂
Ehe man sich versieht ist man plötzlich Gastgeberin einer „absolut krassen Silvesterparty“, um die beste Freundin dabei zu unterstützen sich an einem Idioten zu rächen. Der Abend mündet in eine beinahe Katastrophe, wären da nicht noch ganz fremde Gäste…

Was hast du verdammt noch mal getan, Sophie Roth? von Gayle Forman
Sophie Roth hat sich für eine ländlich gelegene Universität entschieden. Eine tolle Idee, wie sie zuvor dachte, doch irgendwie hört sie immer wieder „Du kommst so was von aus der Großstadt“ und fühlt sich alles andere als wohl.
Doch dann trifft sie am Weihnachtsabend auf Russell und plötzlich muss sie sich hinterfragen: Liegt es nicht doch an ihrer Einstellung, wie sie die Umgebung wahrnimmt? Eine Geschichte von Vorurteilen, die sich nicht bestätigen und damit einen Blick auf die Realität gewähren.

Biereimer und das Jesuskind von Myra Mcentire
Vaughan Hatcher ist quasi der „Michel aus Lönneberger“. Sein letzter Streich hätte beinahe dazu geführt, dass die Kirche abbrennt. Am Ende war es zum Glück „nur“ der Schuppen, aber das führt dazu, dass er beim Aufbau des Krippenspiels helfen muss. Und obwohl er nur versucht seine Sozialstunden abzuarbeiten, läuft plötzlich alles schief und nur Vaughan ist derjenige, der den Abend noch retten kann.
Eine vorhersehbare Geschichte, die aber dennoch einige Wenungen bereithält. 😉

Willkommen in Christmas, Kalifornien von Kiersten White
Christmas ist der Ort, an dem einfach das ganze Jahr Weihnachten gegenwärtig ist. Mit ein Grund für Maria endlich die Stadt zu verlassen. Egal wohin. Sie geht noch zur Schule und arbeitet danach in einem örtlichen Diner („Christmas Café“). Ben hingegen ist der neue Koch und gerade erst angekommen. Mit seinem Essen weckt er in den Menschen Erinnerungen an fast verlorene Zeiten.

„Ich glaube, wenn du herausfindest, mit welchem Essen du dich an glückliche Zeiten oder eine glücklichere Verson deiner selbst erinnern kannst, bringt dich das weiter. Es hilft dir, wieder zu dem zu werden, der du in deinen glücklichen Zeiten warst. Es kann alles verändern. […]“ (S. 326)

Eine süße Geschichte, mit einer tollen Message und liebevollen Charakteren. Vielleicht war das Ende zu perfekt gestrickt, aber für die Jahreszeit dennoch vollkommen richtig.

Der Stern von Bethlehem von Ally Carter
Zwei Mädchen begegnen sich am Flughafen. Die eine mit einem Ticket nach New York, aber mit der Sehnsucht einfach zu verschwinden, egal wohin. Die andere mit dem Wunsch nach New York zu fliegen und einem Ticket nach irgendwo. Was liegt da näher als ein Tausch? So kommt es, dass Liddy sich plötzlich auf dem Land und inmitten einer herzlichen Familie wiederfindet, ihr Herz verschenkt, aber ein Lügengerüst um sich aufbaut, welches schon bald nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, denn Liddy wird gesucht… Eine tolle Idee! Spannend und mit einem schönen weihnachtlichen Charakter.

Das Mädchen, das den Träumer weckte von Laini Taylor
Diese Geschichte spielt in ihrer eigenen Welt. Auf der Insel der Federn ist es der Brauch, dass die Männer an den vierundzwanzig Tage des Advents ihren Angebeteten Geschenke überbringen. Als Neve an einem Morgen eine Bibel auf ihrer Veranda entdeckt überkommt sie die Angst, denn das kann nur eines bedeuten und ehe sie sich versieht hat das Mädchen den Träumer erweckt…

In diesem Buch findet man wirklich die unterschiedlichsten Geschichten. Man weiß nicht, welche Erzählung als nächstes auf einen wartet und ich persönlich finde es gerade zur Weihnachtszeit schön, wenn man in einer solchen Vielfalt an Geschichten abtauchen kann. Natürlich kann man nicht jede der Erzählungen toll finden, aber sie sind dennoch alle unterhaltsam und ebenso erfrischend individuell erzählt.
Ich habe mich aber dennoch für 3,5 Papierblumen entschieden, weil mir immer wieder Fehler ins Auge gesprungen sind. Dadurch hatte ich einfach das Gefühl, dass man das Buch so schnell wie möglich in den Druck geben wollte, damit es noch vor Weihnachten in den Buchhandlungen erscheint.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Den gesuchten Superhelden erkennt man an dem großen „S“ auf  der Brust.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Lügen unter Mitbewohnern…

„Kennst du das Gefühl, wenn sich durch einen Anruf von einer Minute zur anderen plötzlich alles verändert? Und zwar unumkehrbar? Du kommst an eine Wegkreuzung und musst dich entscheiden, ob du links oder rechts langgehst.“ (S. 280)

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Es klingt, wie die Erfüllung eines Traums: Vier Mädchen und zwei Jungs – die sich kaum bis überhaupt nicht kennen – ziehen in ein Haus am Venice Beach. Die Vormundschaft ihrer Eltern sind sie los. Jeder von ihnen aus einem anderen Grund. Nur eines haben sie nun ganz klar gemeinsam: Sie sind nun mündig. Die große Freiheit liegt vor ihnen und die Wohngemeinschaft wird zu ihrer neuen Familie.
Aber zwischen den sechs Teenagern steht ein dunkles Geheimnis. Als dann eine brisante Lüge auffliegt, beginnt ein gefährliches Spiel, bei dem bald jeder nur seine eigene Haut retten will.

Grace und Candace sind Stiefschwestern, die sich jedoch gut verstehen. Während Grace die Artige ist, träumt Candace von einer Karriere als Schauspielerin und hofft auf ihre erste Rolle in einer TV-Serie.
John-Michael ist der Verstoßene. Sein Vater hat in einst aus dem Haus gejagt. Bereits zu Beginn wird klar: er ist der interessanteste Charakter. Dann wäre da noch Paolo, der Tennisprofi oder soll ich besser sagen der „Schönling“? Er träumt davon Anwalt zu werden und verliert sein Herz an Lucy. Diese ist die Tochter eines bekannten Politikers, hält sich nicht an Regeln und liebt allein die Musik. Maya ist die jüngste von ihnen und ein Computergenie.
Zwischen all diesen Personen gibt es eine Verbindung, die nicht sofort ersichtlich ist. Dabei helfen jedoch die mysteriösen Telefongespräche, zwischen Ariana und „Charlie“. Wer sind die beiden? „Charlie“ hat einen Mord beobachtet. Der Leser muss entschlüsseln, wie der Mord im Zusammenhang mit den Bewohner des Strandhauses steht…

Was im ersten Moment spannend klingt, erfordert im nächsten eine hohes Maß an Konzentration. Auf den ersten Seiten geht es um Orientierung und die Vorstellung der Charaktere. Sie sind mit Informationen gespickt, die bei dem Leser an der Aufmerksamkeit zerren und gleichzeitig verwirrend erscheinen. Mir ist der Einstieg in diesen Young Adult Roman daher leider nicht leicht gefallen.

Man erfährt von den unterschiedlichen Wegen in die Mündigkeit. Doch was bedeutet das überhaupt? Jede/r Minderjährige der/ die mindestens 14 Jahre alt ist, darf beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf vorzeitige Erklärung der Mündigkeit einreichen. Die Eltern müssen diesem Antrag zustimmen und der/die Minderjährige muss seine finanziellen Mittel und Angelegenheiten selbständig regeln.

Die Mündigkeit wird zwar in einem kurzen Eingangstext kurz aufgezeigt, doch im weiteren Verlauf der Handlung erschien mir dieser Punkt vor allem als ein Mittel zum Zweck, die neu eingetroffene Lebenssituation zu erklären. Die Mündigkeit selbst, wird in diesem Roman nicht ausreichend und unglaubwürdig eingebunden. So gibt es einige Fragen die sich der Leser hier stellt, wie z.B. überhaupt die Einverständniserklärung der Eltern erwirkt werden konnte (wenn man das Verhalten des Kindes genauer betrachtet etc.) und wie bei einigen der Personen überhaupt der Lebensunterhalt finanziert wird.

Die Charaktere sind mir im Verlauf der Handlung nicht wirklich ans Herz gewachsen. Mir hat hier ganz klar ein Zugang zu den Protagonisten gefehlt, der durch den Erzählstil leider erschwert wird. Durch den hier gewählten Er-/ Sie Erzähler wird man auf Abstand gehalten und ein emotionaler Zugang bleibt einem hier verwehrt.

Der Schreibstil konnte mich leider nicht überzeugen. Permanente Wiederholungen der Namen (John-Michael mach dies… John-Michael sagt das… John-Michael denkt folgendes…) führen zu einem monotonen Lesefluss und das zerrt an der Aufmerksamkeit.
Die Dialoge zwischen den Charakteren wirken darüber hinaus mechanisch, zusammenhangslos und gekünstelt. Diese Künstlichkeit ist mir jedoch auch bei den Protagonisten selbst aufgefallen. Sie wirken manchmal nicht ihrem Alter entsprechend, sondern viel reifer. Dann wieder wirken sie naiv und unbeholfen.
Hier spreche ich ganz bewusste den hier aufgezeigten Umgang mit Drogen und Alkohol an. Wein wird wie Wasser getrunken und bei nebensächlichen Gesprächen wird einfach mal an einer Bong gezogen. Mögliche Konsequenzen werden nicht aufgezeigt. Der Konsum scheint hier das normalste von der Welt zu sein und das finde ich von der Autorin meiner Meinung nach (für ein Jugendbuch!) nicht akzeptabel umgesetzt.

Was die Handlung anbelangt kann ich sagen, dass es hier ganz klar an einem roten Faden fehlt…

  • Einige Personen erscheinen wie Gespenster, tauchen auf und werden dann nie wieder erwähnt. Sie sind nicht relevant.
  • Einzelne Informationen werden in den Raum gestellt und sind zuvor nie zur Sprache gekommen. Der Leser fühlt sich hier überrannt.
  • Einige Szenen sind für die Handlung dermaßen belanglos, dass man sie hätte streichen können. Sie ziehen den Roman nur unnötig in die Länge und lassen ihn zäh erscheinen.
  • Einige Handlungsstränge spucken einem im Kopf herum, doch sie verlaufen sich im Sand. Fragen die hierbei auftreten werden nicht beantwortet. Diese muss man sich selbst zusammenreimen, was frustrierend wirkt.
  • Immer wieder entsteht das Gefühl, dass man bei Momenten, die Spannung enthalten könnten ausgeschlossen wird. Stattdessen erfolgt der Wechsel zu einem anderen Charakter. Und wieder muss man sich in die Person und die aufgezeigte Situation einfinden, was anstrengend erscheint.

Man sucht nach Spannung, doch man findet sie kaum. Es gibt unzählige Geheimnisse. Jeder der Protagonisten kocht seine eigene Suppe und dieser werden dann am Ende (nicht wirklich zufriedenstellend) in einen Topf gegossen.

Was mich jedoch positiv angesprochen hat, war zum Ende hin das Zusammenspiel von John-Michael und Grace. Beide haben hier sehr gut miteinander harmoniert und von mir aus hätte die gesamte Geschichte nur mit den beiden Charakteren umgesetzt werden können. Vielleicht lag dies an der Ehrlichkeit zischen den beiden, die Wahrheit die hier ausgesprochen wird. Die beiden verstecken sich nicht mehr hinter ihren Lügen…

„Verlass dich nicht darauf, dass dich die Wahrheit schützt. Das ist Schwachsinn.“ (S. 291)

Was das Ende anbelangt war ich zuerst von dem Cliffhanger irritiert, bis ich dann festgestellt habe, dass es noch zwei weitere Teile geben wird…
Das Geheimnis jedoch erscheint teilweise gelüftet. Wer hier genau hinschaut und 1 + 1 zusammenzählt, der sieht die Fäden zwischen den Charakteren. Bei mir hat sich an diesem Punkt einfach nur ein Gefühl der Ernüchterung breit gemacht.

Ich habe auf einen spannenden Pageturner gehofft, doch ich wurde eines besseren belehrt. Leider bin ich nur durch dieses Buch geschlichen und war auf den letzten Seiten einfach nur froh, am Ende angekommen zu sein. Geheimnisse reihen sich an Geheimnisse und dennoch passiert nicht wirklich etwas. Am Ende wird es zwar interessanter, man hätte sich für den Verlauf der Handlung aber gewünscht, dass dieser Teil einfach bereits früher eingesetzt hätte.

Von mir bekommt dieser Young Adult – Roman daher leider nur 2 (gut gemeinte) Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

! Achtung kurze Nebeninformation!
Dieser Roman ist der erste Teil einer Trilogie. Der zweite Band erscheint unter dem Titel „Little Secrets – Schuldige Freunde“ voraussichtlich am 07.08.2017.

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt?

„[…] und doch … fühlte ich mich ruhig und gelassen, wie das Auge im Zentrum des Sturms. Ich hörte nichts, nicht einmal meine eigenen Gedanken. Und ich fühlte nichts – keine Angst, keine Anspannung, keine Trauer.“ (S. 124)

img_2706Middies Freund Nate wird vermisst. Man geht vom schlimmsten aus und Middies Gedanken wirbeln erbarmungslos durch ihren Kopf. Das darf nicht sein. Denn wenn es stimmt, bricht ihre Welt zusammen. Ihre Zukunft. Gemeinsam aufs College gehen, verloben, heiraten, all das würde es nie geben. Niemand scheint Middie in ihrem Schmerz zu verstehen. Bis auf Lee – Nates besten Freund, mit dem sie sich nie gut verstanden hat. Aber er ist der Einzige, an den sie sich anlehnen kann. Und plötzlich erwächst aus der gemeinsamen Sorge, etwas Neues…

Welches Ereignis hat dein Leben geprägt? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, wenn man gerade am Anfang seines Lebens steht und seine gesamte Zukunft noch vor sich hat. Doch die Antwort auf diese Frage ist Middies Schlüssel zu ihrer gemeinsamen Zukunft mit ihrem Freund Nate.
Weniger als ein Jahr bleiben ihr noch, um ihre Antwort in einem Aufsatz festzuhalten, den das Lewis & Clark College als Bewerbung fordert. Doch um diese Frage überhaupt beantworten zu können, muss sie zuerst herausfinden, wer sie überhaupt ist und was sie erreichen will.

Ihr Freund Nate ist da ganz anders und hat klare Pläne, in denen Middie einen festen Platz hat. Doch bis zum gemeinsamen Besuch am College bleibt noch ein ganzes Jahr. Nate hat sich dazu entschlossen diese Zeit im Ausland zu verbringen und eine gemeinnützige Organisation in Honduras zu unterstützen. Er ist sehr reif für sein Alter und möchte etwas in der Welt bewirken. Zudem ist er sozial und umweltbewusst eingestellt und will später Medizin studieren. Nate ist der perfekte Schwiegersohn, den sich wohl jede Mutter für ihre Tochter wünscht.

„Zwischen Nate und mir war es nicht langweilig oder vorhersehbar; es war solide. Vertraut.“ (S. 37)

Doch kurz nach seiner Abreise wird Nate vermisst. Für Middie, die sich nun in ihrem letzten Schuljahr an der Highschool befindet, bricht eine Welt zusammen. Nates Pläne, waren auch ihre Pläne. Nun muss sie nicht nur mit dem Verlust ihres Freundes umgehen, sondern soll sich auch Gedanken um ihre Zukunft machen, die eigentlich bereits feststand. Und mit jedem neuen Tag wird ihr klar, dass Nates Träume nicht ihre sind.

An ihrer Seite hat sie dabei Lee. Er ist der beste Freund von Nate, aber ein ganz anderer Charakter. Er ist spontan, vorlaut und wild. Lee kommt aus zerrütteten Familienverhältnissen und besitzt eine „No Risk No Fun“ – Einstellung. Ihm ist es egal, wenn er anderen auf die Füße tritt, weil er es nicht darauf anlegt von anderen Menschen in seinem Umfeld gemocht zu werden. Nur die Freundschaft zu Nate ist ihm wichtig und auch er vermisst seinen besten Freund.

„Ich rufe dich an, wenn du mich brauchst.“ (S. 97)

Lee und Middie lernen sich besser kennen und unternehmen viel gemeinsam. Middie lernt dabei aber nicht nur den besten Freund ihres vermissten Freundes besser kennen, sondern auch sich selbst.

Der Schreibstil hat mich gut in die Geschichte hineinfinden lassen und mir dementsprechend auch ganz gut gefallen. An manchen Passagen wirkte er mir allerdings zu gewollt und kleinere Stellen wirken vielleicht für den ein oder anderen Leser leicht verkitscht.

„Schneeflocken fielen wie Tränen, küssten das Glas.“ (S. 301)

Die Geschichte selbst ist sicherlich nicht neu und besitzt auch keine wahnsinnige Tiefe, so das sie einen sprachlos werden lässt. Dennoch wird man ein Teil von ihr und verfolgt die Handlung sehr gerne, weil sie keineswegs langweilig ist, sondern einen mit sich zieht. Man stellt sich hierbei einige Fragen bezüglich der Charaktere und deren Entwicklung, als auch zur Entwicklung der Handlung selbst. Welche Entscheidung trifft Middie für ihre Zukunft und was ist mit Nate?

Leider bekommt man nicht auf jede Frage eine Antwort (auf die eben genannten jedoch schon)  und auch die Charakterentwicklung von Middie hat bei mir noch einiges offen gelassen. Ich habe mich am Ende sogar gefragt, ob sie überhaupt eine Entwicklung durchlebt hat. Ihr Verhalten kann man wohl am meisten diskutieren. Ich konnte mich besonders am Ende kaum noch mit ihr identifizieren und ihr Verhalten erschien mir manchmal zu egoistisch und halbherzig.
Auch die Handlung selbst hat mich leider nicht immer zu überzeugen gewusst. Manchmal erschien sie mir zu konstruiert und inszeniert, dabei möchte die Autorin hier eine Geschichte erzählen, wie Du und Ich sie morgen erleben könnten.

Dennoch mochte ich diesen Roman, der mich durchaus auch zu überraschen wusste und mich gerade in den Momenten zwischen Lee und Middie verzaubern konnte. Ich mochte die Dialoge zwischen den beiden und die daraus entstandene Atmosphäre.
Meiner Meinung nach ist „Der Sommer, der uns trennte“ daher ein gelungener Coming-of-Age-Roman, der zwar nicht unbedingt eine neue Geschichte erzählt, dafür aber bis zum Schluss undurchschaubar bleibt und seinen Leser gut unterhält.

Von mir bekommt dieser Jugendroman daher 3,5 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Selection – Ein rasantes Finale, mit wenig Spannung

„Ich hatte bemerkt, dass es gewachsen war, dieses Gefühl, das sich nun schon seit geraumer Zeit unter der Oberfläche versteckt hatte. Ich hatte ihn gesehen, diesen Menschen, der nie gesehen werden wollte, und mein unberechenbares, törichtes, nutzloses Herz flüsterte immer wieder seinen Namen. >>Du verräterisches Ding<<, murmelte ich. >>Was hast du getan?<<“ (S. 201)

IMG_2664.jpgWie wird Prinzessin Eadlyn sich entscheiden?
35 junge Männer kamen aus dem ganzen Königreich Ileá angereist, um die Hand von Prinzessin Eadlyn für sich zu gewinnen.
Als das Casting begann, war Eadlyn wild entschlossen, sich nicht zu verlieben und keinen der Bewerber an sich heranzulassen. Doch nun haben es dennoch ein paar der Bewerber geschafft, sich einen Platz in Eadlyns Welt zu erobern. Henri, der liebenswürdige Koch aus Swendway und sein Übersetzer Erik. Kile, Eadlyns Lieblingsfeind aus Sandkastenzeiten. Und dann wären da noch Hale, der talentierte Schneider. Ean, der für sie einen anderen Ausweg bereithält und last but not least Fox, der sie mehr als nur bewundert.
Und Eadlyn muss sich eingestehen, dass etwas Unvorhergesehenes passiert ist: Ihr Herz hört nicht mehr auf ihren Verstand!

Da ich „Selection – Die Kronprinzessin“ erst kürzlich gelesen habe, hatte ich kaum ein Problem damit in die Handlung hineinzufinden, da es hier einen nahtlosen Übergang gibt. Doch seid vorgewarnt! Obwohl der erste (bzw. vierte) Band vor wenigen Wochen beendet wurde, hatte ich dennoch ein paar Probleme bei der Namenszuordnung einiger Kandidaten. ‚Wer war nochmal Hale? Ach… stimmt! Der mit den schicken Schuhen.‘ Also blättert lieber nochmals im vorherigen Teil, um euch wieder mit den Kandidaten vertraut zu machen.

Der Schreibstil hingegen ist gewohnt locker, leicht und unkompliziert, wie wir ihn bereits von Kiera Cass kennen und auch lieben gelernt haben. Bei ihrer Art zu Erzählen fühlt man sich bereits auf der ersten Seite wohl, als wäre man zu Hause angekommen und kann sich völlig von der Geschichte umhüllen lassen.

„Nichts machte einem die Gegenwart eines Menschen mehr bewusst als sein Verschwinden.“ (S. 9)

Wir erinnern uns an die emotionalen letzten Kapitel von „Selection – Die Kronprinzessin“.
America, Eadlyns Mutter liegt nach ihrem Herzinfarkt im künstlichen Koma. Ahren hat es nach Frankreich gezogen, wo er seine große Liebe Prinzessin Camille de Sauveterre geheiratet hat. Kein Wunder also, dass Eadlyn sich so fühlt, als sei ihre sonst so wohl geordnete Welt plötzlich aus den Fugen geraten.
Umso wichtiger ist es nun nach außen hin stark zu wirken. Das Volk wird keine zerbrechliche Kronprinzessin respektieren. Eadlyn setzt daher alles daran die Kontrolle über ihre Gefühle nicht zu verlieren.
Anders als im ersten Teil konnte ich mich hier mit ihrem Charakter besser anfreunden. Man lernt sie zu verstehen und findet auch einen leichteren Zugang zu ihr. Obwohl Eadlyn nach außen stark wirken will, reagiert sie menschlich. Sie hat gelernt offen für die Menschen um sich herum zu sein. Eadlyn wirkt im Umgang mit anderen nicht mehr so unterkühlt oder unnahbar, sondern lernt aus der Kritik an ihr, etwas positives zu ziehen.

Eadlyns Vater (Maxon) weicht seiner Frau nicht von der Seite. Für Eadlyn bedeutet das, dass sie ins kalte Wasser geworfen wird und beweisen muss, dass sie alleine ein Land regieren kann. Keine leichte Aufgabe…
Immer öfter muss sie sich fragen: ‚Wem kann ich überhaupt vertrauen und wer versucht mich zu sabotieren?‘
Doch dies ist natürlich nicht die einzige Herausforderung für die Kronprinzessin, schließlich befindet sie sich noch immer inmitten eines Castings, um einen geeigneten Mann für sich zu finden.

Und genau hier liegt meiner Meinung nach, der Schwachpunkt des Buches. Kiera Cass verliert ihren roten Faden. Das Casting und seine Kandidaten geraten fast vollständig in den Hintergrund. Stattdessen liegt der Blick auf Eadlyn und ihrer aktuellen (Gefühls-) Lage und ob sie es schafft ganz alleine ein Land zu regieren. Kann sie das Volk auf ihre Seite ziehen? Oder ist vielleicht sogar die Monarchie in Gefahr?
Die Konsequenz, die hieraus entsteht ist die kaum spürbare Romantik. Es entstehen kaum emotionale Situationen zwischen Eadlyn und den Kandidaten, die ihre Gefühle für denjenigen, an den sie am Ende ihr Herz verliert, für den Leser spürbar oder nachvollziehbar machen. Natürlich möchte ich hier keinen Namen nennen, um einen Spoiler zu vermeiden, aber ich glaube es ist für jeden klar, dass Eadlyn sich letztlich für einen Kandidaten entscheidet und das es auch ein Happy End gibt.
Dieses Ende fand ich auch schön (obwohl ich mich ja für jemand anderes entschieden hätte), doch dieses wird wiederum so rasend schnell eingeleitet und erzählt, dass man Kiera Cass fast schon dabei beobachten kann, wie sie ihre „Das perfekte Happy End“ – Liste abhakt. Kein Charakter darf vergessen werden…

Zu Anfang lässt sie sich so viel Zeit und am Ende zieht sie das Tempo dermaßen an, dass man kaum noch Luft holen kann. Die ersten Kapitel plätschern teilweise dahin, beinhalten kaum spannende Momente, sondern Situationen, die sich wie unnötiges „Füllmaterial“ anfühlen. Ausschweifend wird von einer Blumenübergabe oder dem genauen Vorgang bei einem Fotoshooting berichtet, wo man sich fragt: ‚Musste ich jetzt unbedingt wissen, für welche Blume sich nun dieser oder jener Kandidat entschieden hat?‘
Dabei fehlt es an humorvollen, knisternden und mit Spannung aufgeladenen Momenten, die mich regelrecht mitfiebern lassen! Wo bleibt die Anziehung, die Schwärmerei?

Die Kandidaten bleiben blass, während Eadlyn in ihrem Charakter wächst, doch was die Liebe angeht agiert sie noch immer Gefühlskalt und viel zu kalkuliert.
Und da man auch wesentlich früh bemerkt, an wen Eadlyn ihr Herz verliert, kann man sich denken, wie das Ende des Buches aussieht und damit geht erneut Spannung verloren.

Zusammenfassend betrachtet kann ich dem Buch daher nur drei Papierblumen geben.
Wer den ersten Teil von Eadlyns Geschichte gelesen hat, sollte es sich nicht nehmen lassen auch zu erfahren wie ihre Geschichte ausgeht. Die Reihe bekommt ihren verdienten Abschluss, der auch wirklich gelungen ist (insbesondere der kurze Epilog ist toll!), doch ich hatte mir einfach mehr erhofft. Vielleicht waren aber auch einfach meine Erwartungen zu hoch! 🙂
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Bonny

(Vielen Dank an FISCHER Sauerländer & lovelybooks.de, dass ich die Möglichkeit hatte „Selection – Die Krone“ noch vor dem offiziellen Erscheinungstermin (25.August 2016) zu lesen!)

⚽️„Et kütt, wie et kütt, und et hätt noch immer joot jejangen“

IMG_2491Wir fielen uns in die Arme und verschmolzen im Freudentaumel zu einer tosenden Masse. Das ist es, was mich an der Stadionatmosphäre so fasziniert. Alles fällt von einem ab. Es ist nicht mehr wichtig, wer oder was man ist oder wo man herkommt. Man ist nicht mehr nur ein Einzelner, man wird zu einem Bestandteil einer einzigen großen Macht. In diesem Moment, zusammen mit meinen Brüdern vom ITC, fühlte ich mich geborgen in der fast grenzenlosen Energie, die sich unaufhaltsam ihren Weg nach draußen bahnte und an den Aachenern entladen wollte.“ (S. 59)

Der Hooliganclub „Injury Time Cologne“ (kurz: ITC) ist für den 17-jährigen Veit, wie eine Familie. Unter der Woche geht er gewissenhaft seiner Schreinerlehre nach und trifft sich am Wochenende mit seinen Kameraden jenseits des Fußballplatzes zur „dritten Halbzeit“. Hier geht es nicht (nur) um den Fußball, sondern ganz alleine um Fäuste und brutale Schläge.
Als Veit die Musikschülerin Lara kennenlernt, scheint alles perfekt. Doch über der frischen Beziehung liegt ein dunkler Schatten: die Sorge um Laras Bruder Laurien, der mit schweren Schädelverletzungen im Koma liegt.
Veit steht seiner Freundin bei, aber als sich herausstellt, dass Laurien Opfer eines gezielten Angriffs wurde, keimt in ihm ein fürchterlicher Verdacht: sind er und der ITC für den Zustand von Laras Bruder verantwortlich?

Bei Anpfiff Dritte Halbzeit handelt es sich um einen durchaus gelungenen Jugendroman, der sich mit der Hooliganszene auseinandersetzt.
Nicht selten kommt es zu Gewaltausschreitungen zwischen den Anhängern einzelner Fußballvereine. Ein aktuelles Beispiel sind die jüngsten Ausschreitungen während der Gruppenphase der gegenwärtigen EM 2016 in Frankreich, wo Hooligans aus England und Russland sich von ihrer brutalen Seite gezeigt haben.
Der Fußball selbst rückt hier ganz klar in den Hintergrund. Stattdessen stellt man sich bei der Betrachtung der Bilder in Zeitung und Fernsehen die Frage nach dem „Warum?“.
Warum nehmen Hooligans diesen langen Weg auf sich, um sich dann der Randale hinzugeben und Prügelorgien zu veranstalten? Warum handeln diese Menschen ohne ihren Verstand einzusetzen? Woher kommt diese Wut bei den Anhängern der Hooligans?

Der Protagonist dieses Romans ist Veit. Er ist Mitglied im Hooliganclub „Injurie Time Cologne“ (ITC) und bezeichnet sich selbst als Fan des SC Germania Köln.

„Der hält sich zwar nur mit Mühe in der zweiten Liga, aber das ist egal. Viel wichtiger ist sowieso, was in der dritten Halbzeit stattfindet. Dann gibt es ordentlich Beulerei.“ (S.7)

Und genau dies wird dem Leser auch bewusst, wenn er diesen Roman liest! Hier geht es nicht mehr alleine um die Liebe zum Fußball oder zum Verein. Hier geht es um den Kick nach dem Spiel, wenn all die Angestaute Wut, die sich über die Woche (durch private Probleme etc.) aufgebaut hat, im Kampf entladen werden kann. Es geht auch um die „Familie“, den Holliganclub, um dessen Ehre und Ansehen.

Veit ist ein spannender Charakter, den man im Verlauf des Romans verstehen lernt. Er wird von seinen „Brüdern“ Fighter genannt. Außerdem wird ihm Ähnlichkeit mit Wayne Rooney nachgesagt. „Der ist cool und geht immer dahin, wo es wehtut. Kompromisslos, aber ehrlich, genau wie ich.“ (S. 7)
Veit ist bereits schon länger ein wichtiges Mitglied bei ITC. In der Woche geht er gewissenhaft seiner Schreinerlehre nach und besitzt bei näherer Betrachtung einen weichen Kern, was seine Beziehung zu seiner (richtigen) Familie, seine Leidenschaft für seinen Beruf (der Umgang mit Holz) und seine Kaninchenzucht angeht.
Für den Leser ist es durchaus interessant, seine Entwicklung zur verfolgen. Zu Anfang erscheint er dem Leser blind, großkotzig, doch mehr und mehr beginnt er zu hinterfragen, was er da am Wochenende überhaupt macht.
Ihm ist es dennoch von Anfang an wichtig, dass kein Außenstehender mit in die Prügelorgien hineingezogen wird. Doch diesen „Kollateralschaden“, wie es Konrad (der Anführer der ITC) bezeichnet, lässt sich nicht immer vermeiden…
Dem Leser wird zum Teil deutlich, warum Veit Teil der Gruppe ist. Zumindest kann der Leser dies teilweise erahnen. Doch die Frage, wie er überhaupt Mitglied bei ITC wurde, bleibt leider unbeantwortet.

Lara ist ein weiterer Charakter, der durchaus sympathisch ist. Sie wurde von der Autorin natürlich, freundlich und authentisch aufgebaut. Einzelne Kapitel aus ihrer Sicht wären durchaus für den Verlauf der Handlung erfrischend gewesen und hätten auch nochmals einen Blick von außen auf die Hooliganszene ermöglicht. Doch das bleibt leider aus, was ich sehr schade finde.

Auch weitere Nebencharaktere, die zum Handlungsverlauf beitragen waren gegeben, wenn auch etwas blass gezeichnet. So bleiben die Mitglieder des ITC weitestgehend im Schatten. Ich hätte gerne mehr über die einzelnen Personen und ihre Beweggründe sich der Hooliganszene anzuschließen erfahren! So handelt es sich bei einem der Anhänger um einen jungen Familienvater…
Lieb gewonnen habe ich Veits Oma, die mich mit ihrer unbeschwerten und lockeren rheinischen Art sehr oft zum schmunzeln gebracht hat. „Wat soll dat heiße, du weeß et nit? Dat muss man doch wesse.“ (S. 150)
Doch man sollte sich nicht von ihrem kölschen Dialekt, der in den Dialogen mit ihr auftaucht, erschrecken lassen. Er ist durchaus verständlich und gibt diesem Jugendbuch einen ganz eigenen Charme, der ihn wiederum authentisch wirken lässt.

Und hier wären wir nun auch beim Schreibstil. Der Roman spielt in Köln und daher fallen vereinzelt Begriffe aus dem Sprachraum, die einen beim lesen manchmal etwas irritieren. So auch manche Formulierungen, die einen auch mal zusammenzucken lassen. Doch andererseits passen diese wiederum zu Veits Charakter. Der Lesefluss wird dadurch jedoch kaum gestört, stattdessen gewöhnt man sich an diese vereinfachte Jugendsprache.

Die Handlung war spannend zu verfolgen. Zentral geht es um den Konflikt, das Veit ein Hooligan ist und sich in genau das Mädchen verliebt, dessen Bruder durch eine Angriff von eben diesen im Koma liegt. Er war zur falschen Zeit, am falschen Ort. Seine Zukunft ist ungewiss.
Veit hält seine Hooligan-Identität geheim. Dadurch verstrickt er sich immer mehr in seinem Lügennetz. Er erzählt sowohl Lara nichts davon, als auch seine Familie tappt hier im Dunkeln. Und genau das hat mich dann doch irritiert. Veit hat ein sehr gutes Verhältnis zu seiner Familie und dennoch stellen sie ihm keine Fragen über seine ständigen Verletzungen, die immer am Wochenende entstehen? Das erschien mir dann doch weniger nachvollziehbar.

Zusammenfassend fand ich den Roman aber dennoch gelungen. Zwar bleiben am Ende noch immer einige Fragen offen und bei der Auflösung hat es sich die Autorin vielleicht etwas zu leicht gemacht, aber dennoch fand ich die Handlung und die Charaktere authentisch und spannend beschrieben. Und auch wenn es sich hierbei um ein Jugendbuch handelt, können auch ältere Leser durch diesen Roman einen Einblick in die Hooliganszene erhalten und Veit dabei begleiten, wie er an den entstehenden Konsequenzen reift, wozu Gewalt führen kann und das man Verantwortung für sein handeln übernehmen muss.

Ich vergebe 3 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny


⚽️ Die heutige Gewinnspielfrage lautet:

Welcher amtierende Europameister wurde zwei Jahre später auch Weltmeister?
t) Frankreich
e) Deutschland
i) keiner

  • Wisst ihr die richtige Antwort? Super! Dann notiert euch den Lösungsbuchstaben auf einen Zettel!
  • Am Ende des Aktionszeitraums könnt ihr uns dann das vollständige Lösungswort per E-Mail zuschicken!
  • Wir freuen uns:-)

⚽️ Fußball für zwischendurch…

„Ich sackte zur Seite und vergrub mein Gesicht in seinem Kissen. Stöhnend hielt ich ein Auge offen und konzentrierte mich auf die Lampe auf seinem Nachttisch. Wenn doch nur mein Kopf aufhören würde, Karussell zu fahren.“ (S. 65)IMG_2346

Liza und Tony sind bereits seit dem Kindergarten die besten Freunde und nichts könnte die beiden trennen…
Als Tony aus dem Fußballtrainingslager zurückkehrt, hat er jedoch nur noch Augen für ein anderes Mädchen: Cloey, eine Fußball spielende Barbie-Puppe.
Eine Komplikation, mit der Liza nicht gerechnet hat. Schließlich ist sie seit vielen Jahren in ihren besten Freund verliebt und hatte sich daher fest vorgenommen, ihm in diesem Sommer endlich ihre Gefühle zu gestehen.

„Liza und Tony, das war wie Bonnie & Clyde. Wie Lois & Clark. Wir waren M&M […]“ (S.10)

Fest entschlossen, Tony zurückzuerobern, trifft sie eine Entscheidung. Ohne die geringste Ahnung von Fußball, nimmt sie an der spätsommerlichen Qualifikation für das neue, gemischte Grover Beach High School Fußballteam teil… und wird zu ihrer Überraschung tatsächlich aufgenommen.
Doch kann sie ihrem besten Freund damit endlich die Augen öffnen und warum kennt Ryan Hunter, der beliebte Mannschaftskapitän plötzlich ihren Namen?

Ich habe diesen kurzweiligen Roman bereits zum zweiten Mal gelesen, weil er sich einfach ideal als Sommerlektüre eignet und aktuell zur EM 2016 auch das Thema Fußball aufgreift. Und obwohl mir die Geschichte nach einigen gelesenen Seiten wieder eingefallen ist, konnte mich Teamwechsel erneut in seinen Bann ziehen und mich somit begeistern. Dieser Jugendroman ist damit ein kleiner Geheimtipp von mir!

Leser, die sich für zwei Stunden einfach fallen lassen wollen, ohne viel über die Handlung nachzudenken oder auch mal gut und gerne auf ausschweifende Dramatik in einem Liebesroman verzichten wollen, die werden sicherlich ihre Freude mit diesem Roman haben.

Auf etwas mehr als 200 Seiten (Der Roman besitzt ein kleines Format 17 x 15 cm) wird man in eine typische amerikanische High-School Atmosphäre entführt. Nur eben ohne High School (da die Handlung sich während den Sommerferien abspielt…) und dafür mit einem Fußballteam, dass sich dazu entschlossen hat, seine Mannschaft zu mischen. Vorurteile sind hier nicht zu finden und damit auch keine Sätze, wie „Mädchen sind doch nicht zu in der Lage mit einem Fußball umzugehen.“ Stattdessen triff man auf eine schöne und heile amerikanische Welt. Ich fand es entspannend und mich persönlich hat das überhaupt nicht gestört.

Es geht zum einen um Fußball, doch davon sollte man sich keineswegs abschrecken lassen. Das Thema ist für den Nicht-Fußball-Begeisterten-Leser in einer durchaus verkraftbaren Dosis gegeben.
Im Mittelpunkt der Handlung steht hingegen eine Liebesgeschichte und damit auch die Protagonistin Liza, die seit einer gefühlten Ewigkeit in ihren besten Freund und Nachbarn Tony verliebt ist. Zu einem Kuss ist es zwischen den beiden nie gekommen…

Liza ist eine sympathische Protagonistin, mit der sich sicherlich viele jüngere Leserinnen identifizieren können. Sie mag vielleicht ein wenig naiv sein, doch das nimmt man ihr nicht übel. Im Gegenteil sie hat eine erfrischende Art, die man einfach nur gerne haben muss.

Mit Fußball hat sie eigentlich nichts am Hut und „Sport“ ist ein Fremdwort für sie. Um aber die Aufmerksamkeit ihres besten Freundes auf sich zu ziehen und ihm nahe zu sein, entschließt sie sich dazu am Probetraining für die neue Fußballmannschaft der Grover Beach High School teilzunehmen. Mit Erfolg. Und plötzlich wird der Spätsommer ganz anders, als zuvor gedacht…

Immer öfter trifft Liza auf Ryan Hunter, den gut aussehenden, beliebten und charmanten Fußballkapitän, der zu ihrer Verwunderung sogar ihren Namen kennt. Sobald Hunter in der Handlung auftaucht, schlägt wohl jedes Mädchenherz höher und das Buch beiseitezulegen, scheint eine Sache der Unmöglichkeit.

Ab der ersten Seite ist man ein Teil von der Geschichte, was natürlich durchaus positiv ist, da die Handlung alles andere als ausschweifend erzählt wird.
Die Autorin überzeugt mit einem leichten Schreibstil, bei dem man einfach nicht viel nachdenken muss. Nicht nur Liza hat den ein oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen. Auch die Momente zwischen ihr und Hunter gewinnen dadurch an Sympathie. Witzige, sarkastische und absolut süße Momente entstehen dadurch, so dass man sich mehr als nur einmal beim Schmunzeln erwischt.

Sicherlich, Teamwechsel erzählt keineswegs eine neue Geschichte… Die Umsetzung ist jedoch gelungen und überzeugt sicherlich insbesondere junge Leser, ab 14 Jahren. Aber auch ältere Leser können mit dieser Geschichte unterhaltsame Lesestunden verbringen. Wer also auf der Suche nach einem schönen Buch für den Strand ist und sich gleichzeitig noch mit Fußball auseinander setzten möchte, dem kann ich Teamwechsel auf jeden Fall empfehlen!
Dabei sollte man die wenigen Seiten einfach nur genießen, ohne das Haar in der Suppe zu suchen. Literatur soll manchmal auch einfach nur leicht und unbeschwert sein und dieser Roman hat mich daran auf jeden Fall erinnert!

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Bonny


Und wenn man am Ende einfach weiterlesen möchte, gibt es auch noch weitere Bücher von der Autorin Anna Katmore…

1. Teamwechsel (Grover Beach Team, 1)
2. Ryan Hunter (Grover Beach Team, 2) – entspricht Teamwechsel aus Ryans Sicht
3. Katastrophe mit Kirschgeschmack/ Jungs die nach Kirschen schmecken (Grover Beach Team, 3+4)
4. Verknallt hoch zwei (Grover Beach Team, 5)
5. Die Sache mit Susan Miller (Grover Beach Team, 6)

 


⚽️ Die heutige Gewinnspielfrage lautet:

Welcher deutsche Spieler verschoss den entscheidenden Elfmeter im EM-Finale 1976 gegen die CSSR?
f) Paul Breitner

i) Gerd Müller
l) Uli Hoeneß

  • Wisst ihr die richtige Antwort? Super! Dann notiert euch den Lösungsbuchstaben auf einen Zettel!
  • Am Ende des Aktionszeitraums könnt ihr uns dann das vollständige Lösungswort per E-Mail zuschicken!
  • Wir freuen uns:-)

Schmetterlingseffekt 🌾

„So ist das wohl mit der Liebe. Wie du sie auch erlebt haben magst, sie lässt dich nie mehr los. Hat sie dich einmal berührt, dann hat sie das für immer. Du wirst auf ewig gezeichnet sein von ihrem Strahlen. In dieser herrlichen Gewissheit kannst du durch den Rest deines Lebens gehen.“ (S. 509)

ThisisnotalovestoryDie 17 – jährige Penny hat nie an die wahre Liebe oder gar an Seelenverwandtschaft geglaubt. Eines Abends trifft sie jedoch bei einem Konzertbesuch auf Noah und plötzlich ist alles anders. Wie zwei Magnete fühlen sich die beiden zueinander hingezogen. Und obwohl Penny die gewaltige Kraft der Gefühle wahrnimmt, lässt sie Noah abblitzen. Erst als sie ein paar Monate später wieder aufeinander treffen, ist klar: Penny und Noah können nicht voneinander loskommen. Doch je näher sie sich sind, desto gefährlicher scheint das für ihre Umgebung zu sein…

Holly Bourne hat mich mit diesem Buch auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. Mir kam beim lesen die Frage auf: Was kann die große Liebe bewirken? Welche Wirkung hat die wahre und reine Liebe auf die Umwelt? Manchmal haben wir viel zu schnell eine rosarote Brille auf der Nase sitzen, wenn sich unser Herz verselbstständigt und bemerken manchmal nicht mehr, was um uns herum passiert… Kann die Liebe gar als Schmetterlingseffekt verstanden werden?

Ich schweife ab…

Es handelt sich bei diesem Buch um eine sehr lebendige Geschichte, was insbesondere durch den sehr klaren, einfachen und sehr direkten Schreibstil der Autorin bewirkt wird. Mir hat der Stil der Autorin sehr gut gefallen und besonders auf den letzten Seiten habe ich diesen, als sehr schön empfunden.
Nun, die Lebendigkeit die die Geschichte vermittelt, wird dadurch bewirkt, dass This is not a Love Story aus zwei parallelen Handlungssträngen besteht. So gibt es die Hauptstory aus der Sicht der Protagonistin Penny und eine bruchstückhafte Nebengeschichte der „Wissenschaftler“ Dr. Anita Beaumont und ihrem Assistenten Rain. Beide Stränge laufen im Ende zusammen.

Die Protagonistin Penny ist ein interessanter Charakter, allerdings fand ich, dass sie im Laufe der Handlung an eigenem Charakter verliert. Ihre zynische Art, war auf den ersten Seiten erfrischend, wurde jedoch schwächer und verschwand meiner Meinung nach zum Ende hin völlig und verfiel der Liebe. Das fand ich sehr schade!

„Meiner Meinung nach war Liebe nichts als eine weltweit verbreitete Zwangsvorstellung, eine Hirngespinst, an das sich die Verzweifelten klammern. Manche nannten es Leidenschaft, Romantik (…). Ich nannte es Hormone, Biologie, (…)die im Gewand des märchenhaften ewigen Glücks daherkommen – ein Selbstbetrug (…).“ (S. 5)

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Das ist die aktuelle Ausgabe! (ab 27.05.2016)

Was mir weniger gefallen hat, war die Liebe zwischen Penny und Noah beziehungsweise die Entwicklung und die Wirkungen der Liebe auf die Charakterzüge der beiden. Die Gefühle füreinander, waren von dem einen auf den anderen Moment da und dies bringt leider ein Naserümpfen mit sich. Die Liebe auf den ersten Blick ist nicht so leicht nachzuvollziehen und erscheint einem auch nicht logisch, in Anbetracht dessen, dass die beiden handelnden Personen sich gegenseitig über alles Lieben und nicht mehr voneinander lassen können… Wem dies etwas ausmacht, sollte lieber die Finger von dem Buch lassen, weil es eine Liebesgeschichte beinhaltet, die nicht sehr logisch wirkt und plötzlich von einem auf den anderen Moment einfach da ist.

Dadurch wirken manche Worte oder Taten die das Buch beschreibt erdrückend, künstlich und an einigen stellen übertrieben kitschig. Die Charaktere verlieren hierdurch ein Stück weit sogar an Persönlichkeit…

Mir hat das Buch aber dennoch gut gefallen! Ich habe es schnell durchgelesen, weil mich die Geschichte mit der gegebenen Prise Fantasy einfach gut unterhalten hat und ich wurde von Kapitel zu Kaptitel immer neugieriger und gespannter darauf, welche Wendung This is not a Love Story nimmt, um den Titel zu rechtfertigen… Und es hat mich schließlich wirklich überrascht!

Eine Papierblume ziehe ich jedoch ab, da ich zum Ende hin (bei der Auflösung sozusagen…) einfach nur noch froh war, die letzten Seiten zu lesen, weil die Lösung mich dann doch angestrengt hat. Vielleicht lag dies einfach daran, dass ich eigentlich nicht wollte, dass die Geschichte von Penny und Noah diesen Fantasy – Charakter bekommt, weil mein Verstand diesen nicht nachvollziehen oder akzeptieren wollte. Ich hatte zuvor mit einem anderen Handlungsverlauf gerechnet.

Es ist eine sehr schöne Geschichte, die Holly Bourne in ihrem Debüt geformt hat und in der es um die Seelenverwandtschaft zwischen zwei Menschen geht. Wenn man nicht mit allzu ernsten Gedanken an dieses Buch herangeht und mal eine neue Idee der Liebesgeschichte lesen möchte, für den ist diese Buch genau das Richtige! Es ist eine Liebesgeschichte mit einem Funken Fantasy und eine schöne Grundlage für unterhaltsame Lesestunden!

Von mir gibt es daher 4 Papierblumen.

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Bonny NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

Eine prägende Begegnungsgeschichte

„Mir wird klar, dass es nicht genügt, den Namen eines Menschen zu kennen. Man muss wissen, wer er ist.“ (S. 356)

Nur ein TagAllysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Sofort knistert es zwischen ihnen.
Als freier, ungebundener Schauspieler ist Willem all das, was die 18 – jährige Allyson nicht ist, und als er vorschlägt, mit ihr nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie änder ihren Plan und fährt mit ihm.
Nach nur einem gemeinsamen Tag wird aus dem Knistern ein Brennen… bis Allyson am nächsten Morgen aufwacht und feststellen muss, dass Willem nicht mehr da ist.

Ich muss gestehen Nur ein Tag war für mich die reinste Achterbahnfahrt. Mit Höhen und Tiefen und einer abschließenden Auslaufstrecke, bis die Bahn schließlich zum Stillstand kommt und die Fahrt vorüber ist…

Ich habe bei diesem Buch mit einer schönen, lockeren und humorvollen Liebesgeschichte gerechnet, die mich gleichzeitig nach Paris entführt.
Doch bei diesem Roman von Gayle Forman handelt es sich keineswegs um eine klassische Liebesgeschichte, sondern die Geschichte ist wohl eher als eine prägende Begegnungsgeschichte von zwei Menschen zu verstehen, die sich näher kommen und durch die gemeinsame Erfahrung an diesem einen Tag letztlich reifen.

Das Buch ist in zwei Teile gesplittet.
Während der erste Teil von Allysons Europareise erzählt und dem besonderen Tag in Paris, kämpft sie im zweiten Teil mit ihren Erinnerungen an diesen Tag und versucht für sich selbst die Frage nach dem ‚wie man ist‘ zu beantworten. Wer will sie sein? Wie will sie sein?

Erzählt wird Nur ein Tag daher aus der Perspektive von Allyson. Sie ist noch jung und hat ihr Leben noch vor sich. Ihre Eltern haben ihr zu ihrem erfolgreich absolvierten Highschoolabschluss eine Europareise geschenkt.
Als die Geschichte ihren Anfang findet, hat sie bereits alle großen Städte des Kontinents besucht, bis auf Paris.
In England trifft sie auf den ungebundenen Schauspieler Willem, der ihr am Bahnhof von London das Angebot macht, mit ihr zusammen nach Paris zu fahren. Nur für einen Tag. Nur für wenige Stunden.
Obwohl es gar nicht ihre Art ist, spontane Entscheidungen zu treffen, stimmt sie seinem Angebot zu…

Anders als von mir erwartet, nimmt dieser gemeinsame Tag in Paris nur einen Bruchteil der Handlung ein. Stattdessen trennen sich die Wege der beiden und was bleibt ist eine lebendige Erinnerung. Eine Erinnerung, die Allyson täglich verfolgt und sie nicht mehr loslässt. Letztlich führt dieser eine Tag dazu, dass sie erwachsen wird.

Sie ist ein Mädchen, dass das Gefühl hat nicht sie selbst zu sein und wie eine Schauspielerin eine Rolle spielt, nur um dem Idealbild ihrer Eltern zu entsprechen. Sie folgt den Handlungen, die andere von ihr erwarten.
Da es sich hierbei um einen Jugendroman handelt, wird hier eine Frage behandelt, die sich die besagte Zielgruppe sicherlich bereits schon einmal gestellt hat oder sogar noch aktuell ist. Auch ich konnte mich an dieser Stelle gut in Allysons Lage hineinversetzen. Irgendwann gelangt man an den Punkt, wo man sich fragt: ‚Wer möchte ich sein?‘
Dennoch erschien mir Allyson an sehr vielen Stellen unzugänglich und anstrengend. Gerade zu Anfang fehlte mir bei ihr die Lebensfreude, eigene Interessen und das Gefühl von Leichtigkeit. Stattdessen ist ihr Charakter steif und findet zeitweise sogar den Weg in eine leicht depressive Phase.

Willem ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Freigeist, genießt das Leben und steckt voller Geheimnisse. Und dennoch vertraut Allyson ihm vom ersten Moment an.
Bei mir hat Willem ein Gefühlschaos hinterlassen. Ich wusste nicht so recht, was ich von ihm halten soll, weil sein Charakter unnahbar erscheint. Ich konnte ihm nicht wirklich Sympathie oder Vertrauen schenken. Und plötzlich ist er in der Handlung verschwunden und auch für den Leser nur noch eine blasse Erinnerung. Was bleibt sind viele Fragen…

Nur ein Tag hat mich unterhalten, aber nicht wirklich überrascht. Was hier erzählt wird ist die Entwicklung einer Protagonistin, ausgelöst durch die Begegnung mit einem Fremden. Erst durch Willem lernt sie eine andere Seite an sich kennen. Doch es ist nicht leicht diese Seite festzuhalten, wenn die Personen in deinem Umfeld andere Erwartungen an dich haben. Sie lernt von Tag zu Tag mehr von sich kennen und dieses Ich durchzusetzen.
Die Entwicklungsgeschichte, die hier erzählt wird ist durchaus gelungen und nachvollziehbar. Dennoch hat sie ihre Längen und das spürt man durchaus beim lesen dieses Romans.

Interessant ist, wie die Autorin hier bekannte Stücke von Shakespeare einwebt.
So stellt sich Allyson zu Beginn die Frage, ob Hamlet seine Frage nach dem ‚Sein oder Nichtsein‘ nicht falsch formuliert hat. Müsste die Frage nicht lauten ‚wie man ist?‘
Immer wieder taucht Shakespeare in der Handlung auf, ob in Form einer Aufführung oder der Inhalt eines Seminars. Dieser Einfluss hat mir sehr gut gefallen. Man bekommt regelrecht Lust darauf nochmals ein Stück von Shakespeare in einem Theater zu besuchen oder einfach nur zu lesen. Wobei ich sagen muss, dass es durchaus von Vorteil ist, wenn man einige Stücke von ihm kennt. Ich bin bei so manchem Gedankengang von Allyson durcheinander gekommen, weil sie über den Handlungsverlauf eines Stückes spricht und mir die Figuren teilweise noch unbekannt waren. Aber dennoch war dieser Einfluss durchaus spannend!

Leider fehlte es mir manchmal an Humor und demzufolge an witzigen Momenten. Dies hätte mir sicherlich auch die Protagonistin in einigen Situationen weniger traurig und müde erscheinen lassen.
Nur ein Tag hat poetische und tiefe Momente, wo man zum nachdenken angeregt wird.
Gleichzeitig wirken einige Situationen jedoch auch übertrieben und weniger nachvollziehbar oder realitätsnah. Manche Situation werden wie aus dem nicht heraufbeschworen und wirken daher künstlich erzeugt.
Zudem hat mich der Schreibstil (was durchaus an der Übersetzung liegen mag) an einigen Stellen irritiert. So wirken manche Dialoge und daraus resultierende Handlungen einfach merkwürdig. So heißt es u.a. an einer Stelle die Protagonisten haben sich ‚vor lachen gebogen‘, dabei war die Szene nicht wirklich humorvoll… An anderen Stellen wird die Handlung zu sehr dramatisiert. Einige Erzählmomente waren für mich daher weniger vorstellbar…

Zusammenfassend kann ich jedoch sagen, dass Nur ein Tag mich sehr gut unterhalten hat, auch wenn ich eine etwas andere Geschichte erwartet habe.
Doch die Entwicklung der Protagonisten war interessant zu verfolgen, wenn auch manchmal langatmig.
Natürlich möchte ich nicht zu viel Vorweg nehmen, aber insbesondere auf den letzten Seiten konnte ich den Schluss nicht mehr erwarten und wer viel Wert auf ein ausformuliertes Ende legt, der sollte lieber die Finger von diesem Jugendroman lassen.
Allen anderen Lesern wünsche ich jedoch viele schöne Momente mit Allyson und ihrer Geschichte des Erwachsenwerdens.

Von mir gibt es 3 Papierblumen.

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Jane Austen & Football? Wer hätte das gedacht…

„Wenn man etwas liebt, kann man schließlich nicht andauernd glücklich sein, oder? Deshalb liebt man es doch gerade. Weil man alle möglichen Gefühle dabei hat, nicht nur Glücksgefühle. Es kann wehtun, es kann dich saumäßig wütend machen, aber … es bringt dich dazu, überhaupt etwas zu fühlen.“ (S. 255)

Einer Sache ist sich Devon Tennyson auf jeden Fall sicher: würde jemand auf die glorreiche Idee kommen, ihr Leben auf Papier zu verewigen, so dürfte dies nur im Stil ihrer Lieblingsschriftstellerin Jane Austen erfolgen.
Ihre Zukunft hingegen schwebt, wie eine bedrohliche Gewitterwolke, über ihrem Kopf. Eigentlich würde sie nichts an ihrem Leben ändern wollen. Sie ist zufrieden damit, heimlich in ihren besten Freund verliebt zu sein und den üblichen außerschulischen Aktivitäten erfolgreich aus dem Weg zu gehen. Aber das Leben lässt sich nun mal nicht so leicht auf Standby stellen. Insbesondere dann nicht, wenn es nach Antworten verlangt.
Die Anwesenheit ihres Cousins Foster, scheint plötzlich alles ins Rollen zu bringen, wovor Devon sich bisher immer gedrückt hat. Und dann taucht der überhebliche und (leider) sehr attraktive Ezra immer wieder in ihrer Nähe auf. Devon muss feststellen, dass auch im 21. Jahrhundert einem Stolz und Vorurteil im Weg stehen können und erste Eindrücke manchmal täuschen…

Bei Jane & Miss Tennyson handelt es sich um den Debütroman der amerikanischen Autorin und Vloggerin Emma Mills. Ich bin jedoch nicht durch ihren (momentan weniger aktiven) YouTube – Kanal elmify auf diesen Jugendroman aufmerksam geworden, sondern durch das florale Cover.
Sowohl die Gestaltung, als auch der Titel von Jane & Miss Tennyson lassen eine romantisch verspielte Geschichte erahnen, doch ich kann beruhigen: sie ist keineswegs überzuckert. Stattdessen erwartet den Leser eine gelungene und glaubwürdige Geschichte, die einen bereits auf den ersten Seiten überzeugt.

Im Mittelpunkt der Handlung steht die siebzehnjährige Protagonistin Devon Tennyson. Wie bereits der Klappentext verrät, befindet sie sich an einem wichtigen Punkt in ihrem Leben und sieht sich plötzlich mit der Frage, nach ihrer persönlichen Zukunft, konfrontiert. Wo sieht sie sich in den nächsten Jahren? Sieht sie sich an einem College oder direkt in der Arbeitswelt? Wo liegen ihre Stärken und was hat sie eigentlich für Interessen? Devon hat darauf noch keine Antworten.
Die Zweifel einer jungen Erwachsenen wurden hier durchaus greifbar umgesetzt und die Erkenntnisse, die Devon auf den mehr als vierhundert Seiten gewinnt, sind für gleichaltrige Leser sicherlich auch ein guter Anstoß für sich selbst.

Bereits auf den ersten Seiten mochte ich die erfrischende Art der Protagonistin. Devon ist ein gewöhnliches Mädchen. Sie steht nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, wird aber dennoch von allen anderen Schülern akzeptiert. Sie zwängt sich nicht in eine Rolle, nur damit sie beliebt ist, sonder ist einfach sie selbst, was sympathisch ist.
Man ist gerne Teil ihrer Gedankenwelt, denn sie hat einen tollen Humor und bringt den Leser so manches Mal mit ihrem sarkastischen und ironischen Ton zum Lachen.

„Ein netter Spitzname war der erste Meilenstein auf der Kotzautobahn, die direkt nach Beziehungsstadt führte“ (S. 222)

Jane & Miss Tennyson besitzt zwar stolze 477 Seiten, aber davor sollte man nicht zurückschrecken, denn der Königskinder – Verlag hat sich bei seinen Hardcover Büchern für ein kleines Format entschieden, mit einer sehr guten Haptik. Die Schriftgröße ist darüber hinaus groß. Ich selbst hätte mir sogar am Ende noch einige weitere Seiten gewünscht.
Der Schreibstil der Autorin ist leicht verständlich und angenehm zu lesen. Leider waren mir persönlich einige Wortspiele zu ungenau, was mich auf den ersten Seiten ein wenig gestört hat. Doch dies löst sich im Verlauf des Buches auf und auch zu Beginn wahrgenommene Wortwiederholungen sind kaum noch bemerkbar.

Die Besonderheit dieses Jugendromans sind wohl seine Charaktere. Emma Mills beweist wirklich ein feinfühliges Fingerspitzengefühl bei der Formung ihrer Protagonistin, als auch den einzelnen Nebencharakteren, die einem wirklich ans Herz wachsen. Diese haben dem Roman meiner Meinung nach Lebendigkeit verliehen und für Abwechslung im Erzählfluss gesorgt.
Ich möchte nun auch gar nicht zu stark auf diese Figuren eingehen, denn diese sollte jeder selbst kennenlernen.

Es gibt zwei große Themen, die in Jane & Miss Tennyson eine vorrangige Rolle spielen. Das ist zum einen Football und zum anderen Jane Austen.
Zentral im Mittelpunkt steht hier vor allem: Football. Das hat mich zuerst überrascht, denn seien wir mal ehrlich, wer hätte das von einem Cover, welches mit Rosen übersät ist, erwartet?
Doch auch diesen Punkt fand ich durchaus interessant, denn schließlich gehört diese Sportart zur amerikanischen Kultur, wie ein Deckel zu seinem Topf. Es war durchaus spannend zu sehen, wie sehr dieser Sport in der amerikanischen Gesellschaft verankert ist und obwohl ich kaum eine Ahnung von dieser Sportart habe (und schon gar nicht von den komplizierten Regeln), hat die Autorin es dennoch geschafft, dass ich alles sehr gut nachvollziehen konnte.

Kommen wir nun zu Jane. Ich glaube jeder, der einen Roman oder eine daraus resultierende Verfilmung von Jane Austen gelesen oder gesehen hat, wird diese Autorin mögen. Insbesondere dann, wenn dieser jemand ein wenig romantisch veranlagt ist.
Emma Mills hat ihre Leidenschaft für Jane Austen in ihren Roman einfließen lassen und das ist ihr durchaus gelungen. Sie verflechtet die erzählte Gegenwart, mit der fiktiven Jane Austen Welt und erziehlt damit einen amüsanten Vergleich in Devons Gedankenwelt. So gibt es etwa eine Szene, wo sie ihre Ankunft auf einer Party mit einem Ballbesuch in einem Jane Austen Roman vergleicht.
Das ist erfrischend und belustigend zugleich.
Wer Jane Austen kennt, wird sicherlich die ein oder andere Anspielung entdecken und wer sie nicht kennt, wird sicherlich irgendwann einmal zu einem ihrer Romane greifen.

Fazit: Man nehme einen Teelöffel Football, eine Prise von Jane Austen und würzt das ganze mit einem Hauch von Zukunftsangst et voilà man hat einen gelungenen und unterhaltsamen Jugendroman!

Mir hat Jane & Miss Tennyson wirklich einige schöne Lesestunden beschert. Es ist eine lockere, humorvolle aber auch an einigen Stellen ernste Geschichte, die hier erzählt wird.
Gerne hätte ich dem Buch auch 5 Sterne gegeben, aber das Ende hat bei mir leider nicht alle Fragen ausreichend beantworten können. Aber dennoch ist die Geschichte in sich stimmig und lässt einen mit einem zufriedenen Lächeln zurück.

Daher kann ich diesen Jugendroman jedem empfehlen, der eine sympathische Protagonistin dabei begleiten möchte, wie sie sich selbst besser verstehen lernt und dabei erkennt, dass manchmal mehr hinter der Fassage eines Menschen steckt, als wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.
Und wer selbst gerade im gleichen Alter wie Devon ist und dem sich die gleichen Fragen stellen, der kann einen kleinen Schubs in Richtung eigener Zukunft sicherlich gebrauchen😊

Von mir gibt es 4 Papierblumen.

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Neugierig geworden? Hier geht es zu 5 Fragen an Emma Mills ein Interview, welches im Zuge der Leserunde auf lovelybooks.de entstanden ist!

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Watson & Holmes in Amerika

„Wenn Holmes ein Labyrinth gewesen wäre, hätte ich mich darin bestimmt hoffnungslos verlaufen und mich für meinen miesen Orientierungssinn verflucht, aber ich glaube, dass ich mich darin trotzdem besser zurechtfand als jeder andere.“ (S. 116)

WatsonundHolmesDas Leben kann einem so manches Mal eine Falle stellen. Entweder man merkt es dann noch früh genug und kann dieser entgehen, oder aber man läuft genau in diese Fall hinein.
Jamie Watson jedenfalls ist genau hineingetappt, ohne es zu bemerken.
Dafür musste er sein geliebtes London verlassen, weil er einen Platz an einem Elite – Internat an der Ostküste der USA erhalten hat.
Dort trifft er zum ersten Mal auf die berüchtigte Charlotte Holmes, Nachfarin des legendären Sherlock Holmes, die allerorten für ihr detektivisches Genie bekannt ist. Jamie ist sich sicher, dass sie der einzige Mensch sein würde, mit dem er sich an dieser ‚elitären Haftanstalt‘ anfreunden könnte. Allerdings besitzt Charlotte einen mehr als nur komplizierten Charakter und ist nicht wirklich an einer Freundschaft interessiert.
Doch dann geschieht ein Mord… Und Jamie und Charlotte sind die Hauptverdächtigen.
Was bleibt den beiden also anderes übrig, als die Ermittlungen selbst in die Hand zu nehmen und gemeinsam nach dem Täter zu suchen?

Sherlock und Dr. Watson. Leider muss ich gestehen, dass mein gesamtes Wissen über diese beiden Personen sich lediglich auf zwei Filme gründet. Bei dem ersten dieser zwei Filme handelt es sich um eine sehr alte Verfilmung von „Der Hund von Baskerville“, an die ich mich nur noch Bruchstückhaft erinnern kann und der eher aktuellen Verfilmung „Sherlock Holmes“ aus dem Jahre 2009 mit Robert Downey Jr. und Jude Law in den Hauptrollen. Insbesondere hier erschien mir Sherlock ein wenig verrückt, aber dennoch genial, was die Kunst der Deduktion betrifft.

Doch diese eher bescheidenen Vorkenntnisse meinerseits haben mir bei meinem Verständnis von diesem Jugendbuch keine Steine in den Weg gelegt. Ganz im Gegenteil, „Holmes & Ich“ hat mich sehr neugierig gemacht, was die Kriminalromane von Sir Arthur Conan Doyle betrifft, aus dessen Feder die Abenteuer von Sherlock und seinem treuen Freund Dr. Watson stammen. Ohne die Erfindung seiner beiden Spürnasen gäbe es somit auch diesen Roman nicht…

Vielleicht hat sich Brittany Cavallaro auch aus diesem Grund dazu entschieden ein Zitat von ebendiesem, ihrem eigenen Jugendroman voranzustellen:

„Ich hatte keinen Ahnung, dass solche Individuen auch außerhalb von Erzählungen existieren.“ (Sir Arthur Conan Doyle aus: „Eine Studie in Scharlachrot“)

Mit dem Blick auf den Inhalt des Buches, ist es genau dieser Sachverhalt, den die Autorin hier verfolgt. Sie erweckt die Nachfahren von Dr. Watson und Sherlock auf dem Papier zu neuem Leben und versetzt sie aus dem verregneten und nebligen London, an die wolkenlose Ostküste der USA (Connecticut) in ein Internat mit dem Namen Sherringford.
Hier begegnen sich Jamie Watson und Charlotte Holmes zum ersten Mal, obwohl seit all den Jahren eine Verbindung zwischen ihren beiden Familien besteht. Schließlich waren Dr. Watson und Sherlock einst ein unschlagbares Team, verbunden durch eine tiefe Freundschaft.

Dabei lässt sich die Geschichte selbst sehr angenehm und leicht lesen. Und wie bereits bei den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle, fungiert auch hier Watson als erzählerisches Ich.

Jamie Watson ist ein äußerst sympathischer Protagonist. Bereits auf den ersten Seiten lernt man seinen britischen Humor kennen. Trocken und zugleich Liebenswert. Er gehört zu einem der aufstrebenden Rugby – Nachwuchstalenten und soll das Internatsteam verstärken. Ohne dieses Stipendium wäre das Elite – Internat für ihn undenkbar.
Allerdings hält er lieber einen Füllfederhalter in seiner Hand, als einen Rugbyball. Seine Leidenschaft gehört nämlich der Schriftstellerei.
Er besitzt einen aufgeweckten Charakter, ist verträumt, gleichzeitig jedoch auch aufmerksam und hat ein Gespür für die kleinsten Details in seiner Umgebung. Er ist keineswegs auf den Mund gefallen, doch wenn es um Charlotte Holmes geht ist er schüchtern.

Charlotte hingegen ist unnahbar, sieht sich selbst allen anderen überlegen, nimmt kein Blatt vor den Mund und hat bereits im zarten Alter von zehn Jahren ihren ersten Fall gelöst. Dies liegt jedoch auch daran, dass sie schon früh daraufhin unterrichtet wurde später im Dienste von Scotland Yard zu stehen, wie bereits alle anderen in ihrer Familie.
Sie ist überheblich, (was sie jedoch (überraschenderweise) keineswegs unsympathisch wirken lässt), verschlossen und steckt voller Geheimnisse.

Mir hat gefallen, wie unterschiedlich die beiden sind. Aber dennoch lernen sie, dass man am Ende gemeinsam mehr erreichen kann, als wenn man sich alleine durch seine Probleme schlägt.
Was man hier jedoch an einigen Stellen hinterfragen könnte, ist das Alter der beiden. Beide wirken sehr reif für ihre sechzehn Jahre. Doch dies könnte man sich auch mit der strengen Erziehung und dem Elternhaus von Charlotte erklären.
Unglaubwürdig erschein mir jedoch die angedeutete Drogensucht von Charlotte Holmes. Aber dies muss jeder selbst herausfinden, warum und wieso…

Herzstück des Jugendromans bildet natürlich der Kriminalfall. Die Suche nach dem Täter und dem Motiv streut sich durch den gesamten Roman und hält ihn am Leben.
Ich habe die Geschichte bis zum Schluss verschlungen, was auch an dieser sehr jugendlichen und frischen Story selbst, sowie an ihren Charakteren liegt.
Der Fall selbst ist spannend zu verfolgen und ich muss zugeben, bis zur Auflösung hatte ich kaum eine Ahnung, wie die Lösung am Ende aussehen könnte. Am Ende war ich überrascht, als auch zufrieden!

Zum Fall selbst möchte ich nicht viel sagen, nur das es hierbei Andeutungen zu einem alten Kriminalfall von Sherlock Holmes gibt. Vorkenntnisse werden jedoch nicht erwartet! In die Handlung fließen immer mal wieder kleinere Hintergrundinformationen ein. Es überlastet die Handlung jedoch nicht, sondern im Gegenteil wird perfekt dosiert und gut verarbeitet.
Man stellt sich die Frage: Wer will Jamie und Charlotte hier mit der Vergangenheit ihrer Vorfahren konfrontieren und warum? Beide werden selbst zu Verdächtigen und müssen ihre Unschuld beweisen.

Die Idee der Autorin hat mich sofort angesprochen und wurde wirklich gut umgesetzt.
Ich habe nun auch herausgefunden, dass es noch zwei weitere Teile geben wird (geplant: Trilogie) und freue mich bereits auf den zweiten Teil.
„Holmes & Ich. Die Morde von Sherringford“ ist jedoch in sich abgeschlossen, man möchte jedoch am Ende sehr gerne weiterlesen und damit sind weitere Bücher natürlich sehr willkommen!
Der Roman ist unterhaltsam und spannend geschrieben und genau in den richtigen Momenten überzeugt er mit einem wirklich tollen Humor.
Die Charaktere wurden meiner Meinung nach gut getroffen. Der von mir bereits bei einem der erwähnten Filme leichte Wahnsinn ist auch hier leicht spürbar, was mir sehr gut gefallen hat.
Lediglich einige Kleinigkeiten fand ich nicht wirklich glaubwürdig und auch das Alter könnte man an einigen Stellen in Frage stellen, aber darüber hinaus handelt es sich um ein sehr gelungenen Jugendroman für spannende Lesestunden!

Von mir gibt es 5 Papierblumen.

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Vom erblühen einer Sonnenblume…

„Und ich vergaß, dass es überhaupt einen Himmel und eine Sonne gab, unter denen man sich hätte küssen können.“ (S.14)

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Ein Junge verliert bei einem tragischen Unfall sein Leben. 400 Tage vergehen…
Auf der Kommode eines Mädchens, liegt eine vertrocknete Sonnenblume. Die Konservierung einer Erinnerung.
Vor ebenso vielen Tagen bekam ein anderer Junge eine zweite Lebenschance.
Es kommt der Tag, wo genau dieser Junge vor der Haustür des Mädchens steht. Mit seiner Hand umklammert er eine strahlend gelbe… Sonnenblume.
Mia, so lautet der Name des Mädchens, sieht ihn an und sie durchströmen hunderte von Gedanken. Ihre Begegnung am Vortag war ein Fehler, dessen ist sie sich bewusst. Sie weiß, dass sie gegen den Willen des Jungen gehandelt hat. Doch nun scheint es zu spät für die Wahrheit…

„Mein Herz wird dich finden“ erzählt von dem zarten Erwachen einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf, aber dennoch passiert.

Mia ist 17 Jahre und hat ihre erste große Liebe bei einem tragischen Unfall verloren. Als sie nach 400 Tagen Noah begegnet spüren beide, dass sie sich mögen. Doch Mia weiß auch, dass Noah ihr niemals begegnen wollte.
Ihre Entscheidung, ihn dennoch zu treffen, könnte fatale Konsequenzen nach sie ziehen.

Noah will nicht wissen, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Ihm erscheint es nicht richtig, dass er weiterleben darf, weil jemand anderes gestorben ist.

Doch nach ihrer gemeinsamen Begegnung hellt sich die Welt langsam auf. Insbesondere Mia lernt wieder zu atmen. Als wäre ihr Leben wieder lebenswert.

Aber Mia verschweigt die Wahrheit und das könnte alles zerstören.

Aufgebaut ist dieser Jugendroman durch sehr kurze und kompakte Kapitel, wodurch er sich wahnsinnig schnell lesen lässt. ‚Zu schnell‘, wird so mancher Leser hier wohlmöglich denken.

Bereits die ersten Seiten vermitteln wahnsinnig viel Gefühl und Emotionen. Ich habe es geliebt, wie man bereits ab dem ersten Satz mit der Geschichte verschmilzt.
Daher ist es wohl auch kaum verwunderlich, dass mir der Erzählstil sehr gut gefallen hat. Für einen Jugendroman ist er natürlich sehr leicht verständlich, gleichzeitig zeichnet er sich durch eine sehr bildhafte und eindringliche Sprache aus.

Jedem der insgesamt 34 Kapitel geht ein Zitat voraus. Diese Zitate haben dem Roman etwas besonderes verliehen. Nicht nur, das man nach jedem Kapitel gespannt ist, welches Zitat als nächstes folgt, sondern diese gestatten dem Leser auch das zuvor gelesene nochmals zu durchdenken.
Dies ist der Fall, denn Jessi Kirby lässt jedes Kapitel wunderbar ausklingen, so dass man gerne nochmals über die geschriebenen Worte nachdenkt. Das hat mir besonders gut gefallen!

Die Geschichte selbst ist für ein Jugendbuch angenehm aufgebaut und keine allzu schwere Kost, trotz der eingearbeiteten Thematik!
Einerseits geht es um Organspende und andererseits um Trauerbewältigung.
Was die Organspende betrifft, geht dieser Roman (leider) wenig in die Tiefe. Stattdessen geht es der Autorin mehr darum, Mia und ihren Weg zurück ins Leben zu vermitteln. Begleitet wird sie dabei von tiefen Schuldgefühlen gegenüber Noah.
Für einen Jugendroman fand ich diesen Bestandteil jedoch okay und auch durchaus nachvollziehbar.

„Fast unmerklich, aber doch stetig werden die Felsen abgetragen – so wie einen auch die Trauer mit der Zeit abschleift, bis man praktisch verschwindet.“ (S. 119)

Die Autorin hat es meiner Meinung nach sehr gut verstanden, die Handlung nicht zu beschweren. Auch die Trauer wird gut ausgedrückt. Der Leser fühlt mit, doch ist keineswegs bedrückt.
Man begleitet Mia zurück ins Leben und spürt dabei manchmal selbst die Sonnenstrahlen auf der Haut oder vernimmt das Meeresrauschen…

Mia ist sehr sympathisch. Man kann sich gut in ihre Situation einfühlen und ihre Emotionen übertragen sich manchmal auf einen selbst. Insbesondere, als sie das erste Mal vor Noah steht, fühlt man ihre Nervosität und will mit ihr zusammen die Flucht ergreifen. Man fiebert auf den Seiten mit ihr mit, möchte sehen wie sie reagiert und sieht gleichzeitig ihre Fehler. Ihre Beweggründe sind dabei nachvollziehbar, auch wenn man weiß, dass sie in so mancher Situation besser hätte anders handeln sollen.
Sie begreift ihre Fehler jedoch auch, sieht ihre Selbstsucht und versucht Noah zu verstehen, was ich für die Gestaltung ihres Charakters sehr gelungen fand.

Auch die Entwicklung zwischen Noah und Mia lässt die Seiten nur so vorüberziehen und man genießt die gemeinsamen Momente mit den beiden.
Der Roman lebt von den Charakteren. Ob Noah, Mia oder jedes einzelne Familienmitglied.
Ich mochte die Liebenswürdigkeit, als auch die damit verbundene Atmosphäre, die auch durch den bildhaften Schreibstil hervorgerufen wird.
Darüber hinaus fand ich die Dialoge sehr gelungen und Lebensnah. Einzelne Reaktionen auf gefallene Worte, wirkten auf mich sehr echt.

Wenn man sich dazu entschließt diesen Jugendroman zu lesen, sollte man keinen großen Spannungsbogen erwarten, stattdessen erwarten einen viele einzelne Momente, die den Leser aber dennoch zu verführen wissen. Man ist gerne Teil von diesen Momentaufnahmen, in denen Mia zurück ins Leben findet.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Zusammensetzung von Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit sehr gut gefallen hat.
Mir hat „Mein Herz wird dich finden“ wirklich sehr gut gefallen, auch wenn ich mir einen etwas anderen Abschluss gewünscht hätte, der mir noch ein klein wenig mehr erzählt… aber das muss jeder selbst herausfinden 🙂

Von mir gibt es 4 Papierblumen.

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