Duell der Genies!

Verdächtige GeliebteDramatische Ereignisse führen dazu, dass Yasuko ihren Ex-Ehemann tötet. Ihre Tochter hilft ihr mehr oder weniger aktiv bei der Tat und daher steht für die Mutter schnell fest, dass sie unmöglich die Polizei einschalten kann. Schließlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: Ihr Nachbar, seinerseits ein Genie auf dem Gebiet der Mathematik, verhilft ihr zu einem möglich perfekten Alibi und fingiert den Tathergang so, dass Yasuko schuldlos davonkommen sollte. Wird diese Verschleierungstaktik aufgehen oder kommt die Polizei doch noch auf die richtige Spur?

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen, allerdings erscheint mir die Sprache an manchen Stellen etwas arm zu sein. Vielleicht liegt das aber auch an der Übersetzung, die möglicherweise nicht alle feinen Nuancen berücksichtigt. Der Einstieg in das Buch ist mir leichtgefallen und die japanischen Namen verwirrten mich nur kurz, da ich mich doch recht schnell daran gewöhnte. Die Handlung beginnt sofort sehr spannend, flachte dann jedoch zusehends ab und vor allem im Mittelteil gab es zu viele Wiederholungen. Erst gegen Ende konnte das Buch mich wieder fesseln und überraschen! Denn der Schluss hat es wirklich in sich!Yasuko und ihre Tochter sind sehr sympathisch dargestellt und ich kann ihre Abscheu gegenüber des Toten zu jedem Moment nachvollziehen. Die Beobachtungsgabe des Mathematiklehrers ist zweifellos überragend und mich streifte am Anfang der Gedanke, ob er nicht vielleicht leicht autistische Züge aufweist. Er ist ein sehr analytischer Geist, versucht alles mit blanker Logik zu erklären und betrachtet den Mord als ein Problem, für das es eine Lösung gibt. Er scheint einen Plan zu haben und will diesen auch umsetzen.

Sein Gegenspieler auf Seiten der Polizei ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Physik und kann intellektuell mit Ishigami mithalten. So entsteht ein verbales Duell zwischen befreundeten Genies, bei dem jedes Wort eine besondere Intensität und Bedeutung erfährt. Diese Interaktionen stellen auch den Mittelpunkt des Buches dar, denn schnell wird klar, dass nur Yukawa die Fähigkeiten besitzt, den Plan des Lehrers zu entlarven.

Obwohl ihre Wortgefechte interessant waren, stellen sie für mich doch auch einen wesentlichen Kritikpunkt des Buches dar. Es gibt eine ganze Reihe Krimis, bei denen man als Leser sofort weiß, wer der Täter ist. Diese Idee ist also nicht neu und kann richtig umgesetzt genauso spannend sein wie das Szenario mit einem unbekannten Täter. Denn auch solche Bücher können immer noch die Kriterien eines Krimis erfüllen. Dies war hier in meinen Augen nicht der Fall. Denn die meisten typischen Krimielemente traten hier kaum oder nur sehr sporadisch zum Vorschein. Polizeiliche Ermittlungen gab es eigentlich gar nicht, denn der ganze Fall wurde durch die Denkspiele des Physikers vorangetrieben. Dies störte mich teilweise doch gewaltig, vor allem da die Geistesblitze des Physikers sehr oft auf der Luft gegriffen wirkten. So gab es bis zum Schluss einige Ungereimtheiten, die mir nicht ganz logisch erschienen.

Die Idee hinter dem Buch gefällt mir nach wie vor sehr gut, die Umsetzung konnte meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich durch und durch Krimi-Leserin bin und ganz bestimmte Anforderungen an ein solches Buch stelle. Meiner Ansicht nach hat der Klappentext nicht zu viel verraten, sondern zu viel versprochen.
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Ich vergebe drei Papierblumen!

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Christine

So werfe den ersten Stein …

denn-keiner-ist-ohne-schuldDeborah und Simon St. James wollten eigentlich einen gemütlichen Urlaub in dem recht einsamen Lancashire verbringen. Doch dann stellen sie fest, dass der Dorfpfarrer vor kurzem auf sehr verdächtige Art und Weise starb. St. James, der sofort ein Verbrechen wittert, zögert nicht lange und bittet seinen Freund Thomas Lynley zu Hilfe. Gemeinsam tauchen die beiden Freunde tief in das Leben der Dorfgemeinschaft ein und decken dabei so manches Geheimnis auf.

Der 6. Band der Inspector Lynley Reihe von Elizabeth George hat mir bisher am besten gefallen. Der sonst so ausufernde Schreibstil der Autorin kam mir hier regelrecht gezügelt vor, da sie sich weniger in Details verlor als in manchem Vorgängerbuch. In gewohnt ruhiger Manier schildert sie den Tathergang und schafft es, den Leser zweifeln zu lassen. Natürlich sind ihre Beschreibungen des Dorfes, dessen Einwohner und dessen Geschichte nach wie vor sehr ausführlich, doch ich empfand es nicht als übertrieben oder langatmig.

Das Privatleben der Ermittler wie immer eine wichtige Rolle. Vor allem mit Barbara Havers leide ich immer richtig mit. Deborah und Helen wirken manchmal doch sehr divenhaft und neigen dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Dennoch versprüht vor allem die wilde, kaum zu bändigende Helen manchmal einen Jungmädchen-Charme, der sie sofort wieder sympathisch macht.

Ab und zu muss ich schmunzeln über die Art und Weise, wie Lynley und St. James mit Frauen umgehen. Diese stocksteife Art und die Fixierung Lynleys auf eine Hochzeit sind doch ziemlich veraltet und verraten das wahre Alter dieser Bücher. Dies tut der Spannung keinen Abbruch, doch oft leide ich mit Helen und schüttle innerlich den Kopf, wenn Lynley wieder mit diesem Thema anfängt!

Der Tathergang an sich ist, wie immer bei Elizabeth George, sehr logisch aufgebaut und fügt sich am Ende zu einer glaubwürdigen Aufklärung des Falles. Schien der Täter auch von Anfang an klar zu sein, so rätselte ich doch unentwegt welches Motiv der Tat zu Grunde lag. Am Ende wurde ich überrascht und ich konnte den Täter erschreckenderweise sehr gut verstehen. Denn es gab zum Schluss nur Verlierer.

Wer die Inspector Lynley Romane lesen möchte, sollte sie unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen, da das Privatleben der Protagonisten eine sehr große Rolle spielt und man sonst nicht alle Zusammenhänge verstehen kann.

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Christine

Den Düwel ook, dat war knapp …

OberwasserKommissar Jennerwein ermittelt in seinem vierten Fall und hat es diesmal mit dem mysteriösen Verschwinden zweier BKA-Beamten zu tun. Da die beiden Beamten während einer verdeckten Ermittlung verschwunden sind, darf Jennerweins Team nicht offen ermitteln sondern muss einen Vorwand für ihre Tätigkeiten im Kurort schaffen: So wird ein Wilderer-Jäger Konflikt inszeniert um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ehe man sich versieht, befindet sich Jennewein in einem Wettlauf gegen die Zeit! Wird er die beiden Beamten noch rechtzeitig finden?

Jörg Maurers Schreibstil ist einzigartig: humorvoll, verspielt und urbayrisch. Während dem Lesen fühlt man sich den Oberbayern derart verbunden, dass man am liebsten das Dirndl aus dem Kleiderschrank hervorzaubern würde. Doch neben dem ausgereiften Lokalkolorit spart der Autor nicht an Spannung und liefert stets wohldurchdachte, ungewöhnliche Mordfälle. Es handelt sich hier um einen Wohlfühlkrimi, denn Jörg Maurer verpackt die gruseligsten Szenarien in eine solch urkomische, bayrische Atmosphäre, dass man diese Verbrechen mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt.

Die Handlung an sich ist schlüssig und logisch aufgebaut. Jennerwein und sein Team ermitteln gewohnt sorgfältig und auf ihre eigene, unnachahmliche Art und Weise. Zum Schluss bleiben viele Fragen offen, doch der Leser kann sich eigentlich alles zusammenreimen, wenn er es denn möchte. Die drei verschiedenen Handlungsstränge werden am Ende gekonnt miteinander verbunden und runden die Geschichte harmonisch ab.

Die Natur und das Dorfleben werden wie immer sehr anschaulich beschrieben und die vielen bayrischen Einwürfe verleihen dem Buch einen ganz besonderen Charme. Die verschiedenen Protagonisten, allen voran Jennerwein, werden anschaulich beschrieben und treiben das Buch stetig voran. Besonders auffällig ist auch diesmal das Bestatterpärchen, das seine kriminellen Aktivitäten mit Charme und Witz herunterspielt und fröhlich mit einem Mafiaboss kommuniziert. Die Stimmung dieser Alpenkrimis ist einfach zum Schießen und zieht den Leser sofort in ihren Bann.

Des Weiteren war es durchaus lehrreich, die Besonderheiten der Strudel und der Reynolds-Zahl etc. zu entdecken. Obwohl ich mir noch nie Gedanken über die diversen Strömungsverhältnisse eines Wildbachs gemacht habe, fand ich diese Erläuterungen sehr interessant.

Insgesamt ist dieses Buch ein unterhaltsamer und spannender Krimi, allerdings nur etwas für Fans des regionalen Wohlfühlkrimis!

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Christine

Spannend und nicht alltäglich!

Der vierzehnte SteinAdamsberg, Commissaire der Pariser Mordbrigade, jagt ein Phantom das ihn seit seiner Jugend verfolgt. Der Täter mordet scheinbar wahllos, hinterlässt aber immer drei Einstiche am Unterbauch seiner Opfer und bietet den Ermittlern stets den perfekten Sündenbock: Gescheiterte, betrunkene Existenzen die sich an nichts mehr erinnern, dafür aber die Tatwaffe bei sich tragen. So schöpft niemand Verdacht, außer Adamsberg. Er hat den Täter durchschaut und kennt sogar dessen Identität, doch niemand glaubt ihm. Denn sein Verdächtiger ist seit sechzehn Jahren tot, der letzte Mord geschah aber erst vor wenigen Tagen. Während einer Fortbildung in Kanada geschieht dann das Unfassbare! Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden und die Tat trägt die Handschrift des Phantoms. Einziges Problem: Niemand glaubt Adamsberg, der schnell zum Hauptverdächtigen avanciert und selbst nicht weiß, ob er schuldig ist oder nicht …

Fred Vargas hat einen sehr ausgereiften, bildhaften Schreibstil und vermag es, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Nur zu Beginn gab es einige Länge, doch anschließend baut die Spannung sich stetig auf und man fiebert richtig mit Adamsberg mit. Besonders gut haben mir auch die vielen Anspielungen auf den Dialekt der Kanadier gefallen. Diese Übersetzungen sind einfach nur grandios und brachten mich zum Schmunzeln. Die Autorin schafft es, ihren Protagonisten ohne viel Aufhebens eine eigene Identität zu verpassen.

Der einzelgängerische, nicht immer sympathische Adamsberg ist ebenso brillant wie skurril. Seine Gedanken schweifen immer wieder in eine Fantasiewelt ab und er ist bekannt für seine scheinbare Teilnahmslosigkeit. Auf der einen Seite scheint nichts ihn aus der Ruhe bringen zu können, andererseits lässt er aber auch niemanden an sich heran und verlässt sich nur auf sein eigenes Urteil. Die Meinung seiner Mitmenschen blendet er dabei gerne mal aus und hört nur auf seine eigene Stimme. Natürlich stößt dies bei seinen Mitarbeitern nicht immer auf Gegenliebe, dennoch stehen sie alle voll und ganz hinter ihm. Danglard und Retancourt sind genauso einzigartig und anschaulich beschrieben wie ihr Chef und verhelfen dem Buch zu seinem unvergleichlichen Charme.

 Meine absoluten Favoriten sind allerdings Clémentine und Josette, zwei betagte Damen die mit Charme, Witz und Raffinesse brillieren und die Handlung vorantreiben. Besonders Josette besitzt ein unnachahmliches Talent und verhilft Adamsberg aus der Patsche. Fred Vargas hat ein sehr feines Gespür für ihre Charaktere und beschreibt sie sehr liebevoll und menschlich.

Die Handlung an sich ist gut durchdacht und passt zu dem ungewöhnlichen Ermittler. Die Atmosphäre des Buches ist stimmig und die vielen, überraschenden Wendungen lassen das Buch leben. Irgendwie hat man das Gefühl, dass bei diesem Ermittler alles möglich ist und er für alles eine logische Erklärung findet.

Insgesamt ein toller Krimi und sicherlich nicht mein letztes Buch aus dieser Serie.

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Christine

 

Geocaching mal anders …

Fünf

In Abtenau wird eine weibliche Leiche auf einer Kuhweide gefunden. Schnell wird den ermittelnden Beamten klar, dass dies der Auftakt zu einer ganz besonderen Mordserie darstellt. Denn der Toten wurden kurz vor ihrem Tod Koordinaten auf die Fußsohle tätowiert! Als die Ermittler diesen Ort aufsuchen, finden sie dort eine abgehackte Hand und ein Rätsel, das weitere Koordinaten ergibt. Werden sie das Spiel des Täters durchblicken und ihn entlarven können, bevor es weitere Opfer gibt?

Ursula Poznansky versteht es den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die Bandbreite der Autorin lässt mich immer wieder staunen. Bisher habe ich „Erebos“ (mein absoluter Liebling) und „Saeculum“ gelesen und diese beiden Bücher sind sehr unterschiedlich, aber äußerst spannend. Mit „Fünf“ zaubert Ursula Poznansky nun ein neues Werk aus dem Hut und auch diesmal überrascht sie mich als Leserin mit einer völlig neuen Idee und Art und Weise. Kein Buch gleicht dem anderen und daher bleibt diese Autorin für mich sehr interessant. Natürlich ist auch „Fünf“ fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und der perfekte Spannungsbogen verhindert, dass man das Buch aus der Hand legt. Die Handlung wird zum größten Teil aus der Sicht der Ermittler erzählt, doch einige, kurze Passagen aus der Sicht der Opfer tauchen treiben das Geschehen voran.

Die beiden Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger sind durchaus sympathisch und bilden ein gut harmonierendes Gespann. Man erhält als Leser auch einen Eindruck in das Privatleben der beiden Ermittler, wobei Bea klar im Mittelpunkt steht. Sie durchlebt gerade eine unangenehme Scheidung und kämpft auch sonst mit ihren Gefühlen. Florin Wenninger wird mir etwas zu perfekt dargestellt, daher war ich ziemlich froh, als er für kurze Zeit die Nerven verlor. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Tiefgründigkeit bei den beiden Ermittlern gewünscht.

Die Handlung an sich ist spannend und mysteriös. Die Verbindung zwischen den Opfern wird einem erst ganz zum Schluss klar, ist aber einleuchtend und logisch. Dennoch könnte der Schluss in meinen Augen etwas ausgebauter sein. Denn während des gesamten Buches wurden die einzelnen Indizien sehr ausführlich dargestellt und erklärt, doch der rasante Schluss bleibt irgendwie in der Luft hängen. Doch vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich nicht wollte, dass das Buch schon zu Ende ist!

Insgesamt ist dieser Krimi ein toller Auftakt zu einer neuen Serie und er macht richtig Lust auf Geocaching!

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Christine

Eine ganz spezielle Vorliebe für Rothaarige …

Tod in der ProvenceCarpentras, ein malerischer Ort in der Provence. Das Hamburger Ehepaar Hanna und Niklas erbt dort ein halb verfallenes Château. Doch der Traum wird zum Albtraum. In der Nähe des Châteaus findet man eine Frauenleiche – und ihr fehlen die Füße. Hanna erfährt, dass schon früher in der Gegend Frauen verschwunden sind – Frauen mit roten Haaren wie sie. Geht in der Provence ein Serienmörder um, der Körperteile sammelt? Commissaire Albin Leclerc nimmt die Ermittlungen auf. (Quelle: Fischer Verlag)

Pierre Lagrange vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Schönheit der Provence und schildert deren besondere Atmosphäre ausführlich. Die Beschreibungen der Landschaft und der Geschichte dieser Gegend vermengen sich gekonnt mit der Handlung und so konnte ich mir die Orte zu jeder Zeit bildlich vorstellen. Dieses Buch macht richtig Lust auf die Provence, vorausgesetzt man ist nicht rothaarig! J Des Weiteren zieht sich ein toller Humor durch das ganze Buch, der mich immer wieder schmunzeln ließ. Auch die Ausflüge in die Welt der großen Dichter haben mir sehr gut gefallen und waren sehr informativ.

Albin Leclerc wirkt zwar manchmal mürrisch, hat aber sein Herz am rechten Fleck und ist durchaus sensibel was seine Mitmenschen angeht, sonst wäre er nicht so erfolgreich. Sein Umgang mit Tyson ist einfach nur lustig und herzlich. Er tut alles für den Hund, spielt dies aber andauernd herunter. Dass er mit seinem Wegbegleiter spricht, kann ich sehr gut nachvollziehen, denn ich glaube das macht fast jeder Haustierbesitzer. Seine Hartnäckigkeit zahlt sich aus und so kommt es bald, neben dem privaten Glücksgefühl, auch zu einem beruflichen Erfolg. Denn auch wenn Albin eigentlich Rentner ist, kann er das Ermitteln einfach nicht sein lassen und mischt kräftig mit.

Die Mordserie an sich ist spektakulär, leider ist deren Ausgang aber recht vorhersehbar. Zu Beginn scheint es sich um einen spannenden, eher ruhigen Krimi zu handeln, doch zum Schluss kommt es zu einem heftigen Showdown, der mich eines Besseren belehrt. Bei der Beschreibung der Morde versteht es der Autor, an den richtigen Stellen aufzuhören um die Leser nicht zu verschrecken. Denn die Brutalität der Taten sucht schon seinesgleichen und eine zu detaillierte Beschreibung hätte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu der Atmosphäre des Buches gepasst. Daher ein großes Kompliment an den Autor, der sich nicht dazu verleiten lässt ins Blutige abzudriften, sondern den Leser immer wieder in eine eher entspannte Gemütslage zurückbringt. Der Charme der Provence soll ja nicht zu kurz kommen!

Insgesamt hat dieser Krimi mir sehr gut gefallen, leider war der Ausgang etwas vorhersehbar. Dennoch habe ich erneut festgestellt, dass ich unbedingt einmal zum Urlaub in die Provence fahren muss!

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Christine

 

Fesselnd, rasant, nichts für schwache Nerven

Der Federmann

Nils Trojan, Ermittler der Mordkommission der Berliner Polizei, steht vor einem schwierigen Fall. Ein unbekannter Täter tötet blonde Frauen auf bestialische Art und schneidet ihnen nach seiner Tat die Haare ab. Auffälliges Merkmal: Der Täter hinterlässt einen toten, gerupften Vogel auf seinen Opfern. Für Nils Trojan und seine Kollegen beginnt eine rasante Ermittlung und schnell gerät auch der junge Kommissar ins Visier des Täters…

Der einfache aber spannende Schreibstil von Max Bentow trägt enorm zu einer angenehmen, leichten Lektüre dieses Buches bei. Die Geschichte ist sehr spannend und der Tathergang mysteriös, brutal aber auch sehr originell.

Nils Trojan ist ein sympathischer junger Ermittler, dessen Gedankengänge ich zwar nicht immer nachvollziehen konnte, aber das störte mich überhaupt nicht. Seine angekratzte, psychische Verfassung lässt ihn sehr menschlich erscheinen. Vor allem die Tatsache, dass er aus Stolz nicht zu einem Polizeipsychologen sondern zu einer unabhängigen Therapeutin geht, sagt meiner Meinung nach viel über seinen Charakter aus. Er weiß, dass er Hilfe braucht und akzeptiert diese auch, aber bitte zu seinen Bedingungen und ohne seine Stellung als Ermittler der Mordkommission zu gefährden. Er lebt für seinen Beruf und will auf keinen Fall ausgeschlossen werden.

Die Handlung ist gut durchdacht und sehr spannend dargestellt. Das rasante Erzähltempo verleitet den Leser dazu, das Buch regelrecht zu verschlingen da man einfach keine Pause einlegen kann! Das Motiv des Täters hätte meiner Meinung nach etwas ausführlicher erklärt werden können. Die Tat an sich und die Art und Weise, wie er sich Zugang zu seinen Opfern verschafft hat, waren sehr klar beschrieben. Nur bei dem Warum wurden nicht alle Antworten geliefert. Oder aber der Autor weiß, dass dieser Täter in der Fortsetzung der Reihe wieder auftauchen wird und gibt daher bewusst noch nicht alle Geheimnisse preis! Der offene Schluss steuert zumindest ziemlich eindeutig in diese Richtung.

Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe, den ich mir so bald wie möglich beschaffen werde. Denn ich muss doch wissen, ob und wie es mit dem Federmann weitergeht!

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Christine

Die Macht der Worte

TodschreiberIn Kiel findet eine beängstigende Serie Selbstmorde statt, die die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich zieht. Denn die „Opfer“ erhielten kurz vor ihrem Freitod mysteriöse Briefe, die Hauptkommissarin Lena Baumann vor ein Rätsel stellen. Haben diese auf den ersten Blick harmlosen Briefe etwas mit den Todesfällen zu tun? Denn in solch einem Fall würde man juristisch nicht mehr von einem Suizid sprechen, sondern von „Tötung in unmittelbarer Täterschaft“! Doch kann man einen Menschen nur mit der Macht der Worte in den Tod treiben? Dieser Frage muss sich die Mordkommission stellen und beginnt eine sehr schwierige Ermittlung.

Maren Graf hat einen lockeren, flüssigen Schreibstil, der den Leser neugierig macht und die Geschichte vorantreibt. Der Spannungsbogen ist gut durchdacht, allerdings ziehen sich die Erklärungen zum Thema Hypnose manchmal etwas in die Länge. Da die Hypnose durch einen Brief jedoch ein sehr komplexes und schwieriges Thema ist, waren diese Erklärungen nötig, damit ich mir diese „Tatwaffe“ überhaupt vorstellen konnte.

Die Idee hinter dem Buch finde ich sehr reizvoll und außergewöhnlich. Maren Graf begeht mit ihrer Handlung neue Wege und begibt sich auf ungewöhnliche Art und Weise auf psychologisches Terrain. Ich weiß nicht, ob diese Art der Hypnose real oder ein fiktives Mittel ist und ich will mir gar nicht vorstellen, welche Macht ein solcher Schreiber ausüben könnte. Überhaupt bin ich mit dem Thema Hypnose nicht vertraut, weiß aber, dass wohl nicht jeder Mensch fähig ist, in eine solche Trance abzugleiten. Ich habe meine Probleme zu akzeptieren, dass ein Mensch nur durch einen Brief zum Selbstmord verleitet wird. Kann man so „leicht“ einem völlig Fremden seinen Willen aufzwingen? Oder anders gefragt: Geht man selbst so leichtfertig mit seinem Leben um, dass das Lesen eines einzigen Briefes derart tiefe Wunden aufreißen kann und man den Freitod wählt? Ich wage dies zu bezweifeln und gehe davon aus, dass die Möglichkeiten dieser Art der Hypnose hier überspitzt dargestellt wurden. Dies störte mich während der Lektüre aber überhaupt nicht und tut der Glaubwürdigkeit des Buches auch keinen Abbruch, solange man sich darauf einlassen kann. Ich fand die Idee einfach spannend.

Die Analyse des Briefes hatte teils philosophische Züge, da über den Unterschied zwischen „Erde“ und „Welt“, „Leid“ und „leiden“ diskutiert wurde. In diesen Momenten empfand ich die Sprache der Autorin als sehr nuanciert und bedacht. Leider fehlte mir an anderen Stellen etwas Tiefgang und Atmosphäre. Die Protagonisten werden allesamt sehr menschlich dargestellt und wirken durchaus sympathisch. Auch die Gegensätze zwischen der eher emotionalen Lena und dem rationalen Mark werden schön herausgearbeitet, ohne als wirklicher Konfliktpunkt zu erschienen.

Das Debüt der Autorin Maren Graf ist also durchaus gelungen. Bedingt durch das ungewöhnliche Thema gab es viele Erklärungen und leider auch einige Längen. Doch die Idee ist neu, unverbraucht und überraschend!

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Christine

Humorvoll und kurzweilig

HerrentagDer Fickel, seinerseits ein Anwalt mit mäßigem Talent und noch weniger Ehrgeiz, wird scheinbar zufällig zum Verteidiger eines Mordverdächtigen. Ausgerechnet eine bekannte Juristin Kminikowski wurde ermordet und ganz Thüringen steht unter Schock. Obwohl der Fickel vor allem durch Unwissenheit glänzt, setzt er doch alles daran, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen…

Der Autor trumpft mit tollen, teils schrägen Protagonisten auf, die mich häufig zum Schmunzeln brachten. Der Fickel (Vornamen werden überbewertet) besticht keinesfalls durch sein Können als Anwalt, denn auf diesem Gebiet ist er wirklich eine Fehlbesetzung, sondern vielmehr durch triefende Ironie, Witz und einem guten Instinkt. Auch im gastronomischen Bereich lässt er sich nichts vormachen. Dass ausgerechnet seine Ex-Frau Oberstaatsanwältin Gundelwein seine Gegnerin im Mordprozess ist, macht die ganze Sache natürlich nicht einfacher, doch sehr viel reizvoller. Beide Parteien würdigen sich keines Blickes und würden die Gegenseite am liebsten am Boden sehen. Diese Konstellation ist für den Leser sehr erfrischend, teilweise skurril und oft einfach nur amüsant.

Der Schreibstil des Autors ist kurzweilig und voller Humor. Auch die Anspielungen auf das Leben in der ehemaligen DDR sind humorvoll und fügen sich sehr geschickt in die Geschichte ein. Das Buch strotzt vor Lokalkolorit, verliert sich aber nicht in endlosen Beschreibungen oder Dialogen.

 Der Kriminalfall an sich ist sicherlich nicht das komplexeste Gebilde, doch logisch aufgebaut und hat mich zum Schluss, zumindest teilweise überrascht. Die Handlung lebt von den Protagonisten und dem Witz des Autors, ist zu jedem Moment schlüssig und leicht verständlich. Nur der Schluss kam mir etwas rasant, um nicht zu sagen überstürzt vor. So hätte ich doch sehr gerne näher erfahren, wie der Fickel und seine Vermieterin befreit werden und wie es mit den „Patienten“ des dritten Stockwerkes weitergeht.

Insgesamt ist dieses Buch ein gelungener Krimi und ich kann ihn jedem Fan von Regional-Krimis wärmstens empfehlen!

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Christine

 

⚽️ Fußballkrimi … außerhalb des Platzes

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Nachdem Portugal gestern sein Finalticket gelöst hat, findet heute ein spannendes Duell zwischen Deutschland und Frankreich statt. Beide wollen unbedingt das Finale erreichen um den Pokal zu gewinnen. Doch nur eine Mannschaft kann dieses Ziel erreichen und am Sonntag um den Sieg kämpfen. Wer wird diesen Fußballkrimi wohl für sich entscheiden?

Ein Fußballkrimi der etwas anderen Art, stelle ich euch heute vor. Es geht um das Buch „Der Wintertransfer“ von Philip Kerr!

Wintertransfer


Scott Manson, Co-Trainer bei London City, steht vor der Herausforderung seines Lebens: Cheftrainer Zarco wurde brutal ermordet und Scott soll jetzt nicht nur dessen Posten im Team übernehmen, sondern auch noch den Mörder entlarven. Schnell entdeckt Manson die zwielichtigen Geschäfte die während der Wintertransferphase laufen und kommt Bestechungsgeld auf die Spur. Doch wer steckt hinter Zarcos Tod? Wird Scott den Täter entlarven können?

 

Leider hat dieses Buch mich ziemlich enttäuscht. Obwohl es laut Klappentext eine rasante Handlung mit vielen internationalen Verstrickungen verspricht, war dieser Thriller in Wirklichkeit eher langatmig und zäh. Spannung wollte sich so gar nicht einstellen, was teils auch mit der eintönigen Erzählperspektive zu tun hat. Das Buch ist nämlich ausschließlich aus Sicht von Scott Manson geschrieben und enthält zudem fast keine Rückblicke.

Des Weiteren ließ auch der Schreibstil des Autors zu wünschen übrig. Zwar verfügt Philipp Kerr durchaus über Ironie und Sarkasmus, dennoch blieb die Sprache mir zu oberflächlich und konnte mich nicht fesseln. Das Buch liest sich leicht, doch mir fehlt das gewisse Etwas, das ich mir bei einem Thriller erwartet hätte.

Auch die Handlung hat mich leider nicht vollends überzeugt. Am Anfang ging es nur schleppend voran, bis zur Hälfte des Buches war das größte Problem das Loch im Rasen. Von einem Thriller hätte ich mir da schon etwas mehr erwartet. Die Rolle der Polizei scheint mir zudem sehr überspitzt dargestellt zu sein, was das Buch viel von seiner Glaubwürdigkeit einbüßen ließ.

Die vielen Beschreibungen rund um den englischen Fußball und die Transferpolitik waren zwar teilweise sehr interessant, verlangsamten aber zusehends das Erzähltempo. Ich hatte zeitweise das Gefühl, eher einen Fußballroman als einen Thriller zu lesen.

Scott Manson war mir zu perfekt, zu glatt. Er verliert zwei gute Freunde innerhalb weniger Wochen und wird zudem von seiner Freundin verlassen. Dennoch „funktioniert“ er zu jeder Zeit perfekt, gewinnt jedes Spiel und setzt sich ganz nebenbei auch noch gegen die Polizei durch. Das scheint mir dann doch zu viel des Guten zu sein. Ich finde es äußerst unglaubwürdig, dass Scott Manson diese vielen Baustellen ganz alleine meistert und dabei auch noch eine neue Liebe findet. Die Geschichte wirkt teilweise sehr konstruiert und übertrieben.

Insgesamt hat dieses Buch mich also nicht überzeugt. Dies ist aber nur meine persönliche Meinung …

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Christine

⚽️ Die heutige Gewinnspielfrage lautet:

 Welches Land wurde als erstes überhaupt mit einem ausländischen Trainer Europameister?
t) Spanien
r) Italien
e) Griechenland

  • Wisst ihr die richtige Antwort? Super! Dann notiert euch den Lösungsbuchstaben auf einen Zettel!
  • Am Ende des Aktionszeitraums könnt ihr uns dann das vollständige Lösungswort per E-Mail zuschicken!
  • Wir freuen uns:-)

Amüsant, aber kein Krimi

Böse Leute von Dora HeldtEine rätselhafte Einbruchserie überhäuft Sylt und die Polizei tappt im Dunkeln. Der pensionierte Polizeichef Karl will dies nicht hinnehmen und beschließt auf eigene Faust zu ermitteln. Unterstützt wird er dabei von drei Freunden, ebenfalls Rentner, die sich auf dieses Abenteuer einlassen. Tatsächlich kommen die vier Freunde dem Täter auf die Schliche und lösen diesen Fall quasi im Alleingang.

Leider hat dieses Buch mich nicht vollends überzeugt. Dora Heldt beeindruckt zwar mit ihrem flüssigen, lockeren Schreibstil und bringt auch eine Menge Humor mit ein, doch ich rechnete mit einem Krimi und diese Erwartung wurde eigentlich nicht erfüllt. Vielmehr verliert sich das Buch in Beschreibungen, sowohl von der Insel als auch von den Protagonisten, sodass die Aufklärung des Falles in den Hintergrund gerät.

Auch das Privatleben der Personen war mir zu dominant und ließ keinen Raum für Spannung. Ich würde dieses Buch auf keinen Fall als Kriminalroman bezeichnen, da die Krimielemente eigentlich kaum vorhanden sind und sich völlig in dem ganzen Drumherum verlieren. Vielmehr handelt es sich hier um einen Sylter-Roman mit einer Einbruchserie im Hintergrund. Spannung, die für einen Krimi ein absolutes Muss ist, sucht man hier leider vergeblich.

Dennoch ist „Böse Leute“ keine langweilige Lektüre. Die Autorin beherrscht ihr Handwerk und stellt die Protagonisten menschlich, sympathisch und teils auch ein bisschen schrullig dar. Viele Dialoge enthalten eine Menge Witz und brachten mich zum Schmunzeln. Auch die Rentner an sich agieren mit viel Gefühl und Charme und treiben das Buch stetig voran.

Da der Kriminalfall an sich nur eine Nebenrolle in diesem Buch zu spielen scheint, war auch die Handlung sehr vorhersehbar. Bereits das erste Opfer erwähnt den Immobilienspekulanten und diese Spur wurde immer deutlicher. Bis zum Schluss hoffte ich, dass die Autorin nicht auf dieses sehr offensichtliche Szenario eingeht, sondern sich zum Schluss noch etwas Komplexeres einfallen lässt. Natürlich ahnte ich nichts von der Mittäterschaft eines Dorfbewohners, doch das Motiv und der Hauptschuldige waren mir fast von Anfang an klar und ich wurde nicht mehr überrascht. Die Handlung war mir in diesem Fall zu flach.

Das Buch ist eine kurzweilige Unterhaltungslektüre, aber in meinen Augen kein Kriminalroman. Eingefleischte Krimifans werden hier kaum auf ihre Kosten kommen.

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NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITEChristine

Lokalkolorit gepaart mit spektakulärem Mordfall

243_0162_151379_xxlPierre Durand, ehemaliger Ermittler der Mordkommission in Paris, hat sich von seinem bisherigen Leben abgewendet und arbeitet nun als Dorfpolizist in der anschaulichen Provence. Doch der Schein trügt, denn schon bald erschüttert ein grausamer Mord die Idylle. Der Stadtcasanova wurde in einem Weinfass ertränkt. Dabei hinterließ der Mörder nicht nur das Rezept für Coq au vin, sondern auch noch ein Bündel aus Gewürzen als Kette um den Hals des Toten. Die Ermittler tappen im Dunkeln und sich ratlos. Doch das Morden geht weiter und versetzt das ganze Dorf Panik… Besonders makaber: Der Mörder tötet seine Opfer sozusagen nach Rezept! Wird Pierre Durand den Täter entlarven?

Sophie Bonnet verfügt über einen sehr einnehmenden, lockeren und teilweise lustigen Schreibstil, der das Lesen dieses Buches sehr angenehm und spannend macht. Die Personen und die Landschaft, das Wesen der Provence, werden äußerst liebevoll und detailliert beschrieben. Dabei gelingt es der Autorin, diese Beschreibungen derart gekonnt mit der Handlung zu verbinden, dass sie zu keinem Zeitpunkt überbordend oder störend erscheinen. Man spürt nicht nur die Hingabe der Autorin zu ihrem Beruf, sondern auch, dass sie dem Charme der Provence hoffnungslos verfallen ist. Die Liebe für das Detail macht sich auf jeden Fall bezahlt und trägt dazu bei, dass man das Gefühl hat selbst durch Sainte-Valérie zu schlendern und die leckeren Menüs auf den Terrassen zu verköstigen. Dieses Buch macht große Lust, diese fantastische Region zu erkunden und zu bereisen.

Die Hauptfigur Pierre Durand wird sehr sympathisch und menschlich dargestellt. Seine hohen moralischen Werte scheinen aus ihm den perfekten Polizisten zu machen, doch leider hat er sich gerade deswegen mit seinem ehemaligen Chef überworfen und sich in die Provence abgeseilt. Dieser Bruch mit seinem einstigen Leben war also eine bewusste Entscheidung und man merkt, dass er seinen Umzug in die Provence nicht bereut. Auch die Köchin Charlotte Berg wird liebevoll beschrieben und man gönnt den beiden ihr junges Glück von ganzem Herzen.

Überhaupt gelingt es der Autorin, die zwischenmenschlichen Beziehungen sehr realistisch und feinfühlig darzustellen. Die Erkenntnisse über das Dorfleben und die Reaktionen der Bewohner auf das Verbrechen sind sehr authentisch und lebhaft geschildert. Ohne viel Aufhebens trifft Sophie Bonnet genau die richtigen Worte, sodass man als Leser ein ausgezeichnetes Bild der sozialen Verflechtungen innerhalb des Dorfes und innerhalb der Polizeibehörde erhält. Dabei wird nicht von der eigentlichen Handlung abgelenkt, vielmehr gehen die verschiedenen Eindrücke der Personen und der Gegend nahtlos in die Handlung über und tragen zur Klärung des Falles bei.

Der Kriminalfall an sich ist sehr spektakulär und der Mörder beweist, auch wenn es seltsam klingen mag, durchaus kreatives Talent und Sinn für Humor. Ein gut durchdachter Spannungsbogen treibt die Geschichte stetig voran und die Handlung ebbt zu keiner Zeit ab.

Insgesamt ein toller Start in eine neue Krimi-Reihe und ich kann es kaum erwarten, Band 2 in Händen zu halten!
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Christine

⚽️ Hinter den Kulissen eines Fußballvereins …

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Lattenknaller von Regina Ramstetter

In Passau wird der Fußballer Stevie Windisch tot aufgefunden. Mord oder Selbstmord? Dieser Frage geht EHEK Kroner gemeinsam mit seinem Team auf die Spur. Intuitiv gehen die Ermittler von einem Mordfall aus und es dauert auch nicht lange, bis Tatverdächtige und Tatmotive aus allen Löchern gekrochen kommen. Der Tote war nämlich ein richtiges Ekel und zudem in mehrere krumme Dinge verwickelt.

„… sie mochte Stevie nicht. Kein bisschen. Aber tot? Schon wieder?“ (S.17)

Wem hat Stevie so übel mitgespielt, dass dieser ihm nach dem Leben trachtete?Lattenknaller

 

Zu Beginn der Lektüre war ich ja eher skeptisch, da ich mir kaum vorstellen konnte, dass ein Fußballkrimi nach meinen Geschmack sein könnte. Doch ich wurde positiv überrascht! Denn Regina Ramstetter besticht nicht nur durch einen humorvollen, teilweise sarkastischen Schreibstil sondern schafft es auch, den Fußball als wichtiges Element einzubinden, ohne dass er zu dominant wird und daher das Lesen unangenehm macht. Die Fußballzitate zu Beginn jedes Kapitels waren meistens sehr amüsant und brachten mich zum Schmunzeln. Die meisten der zitierten Fußballer kannte ich sogar!

„Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst!“ (George Best, nordirischer Nationalspieler)

„Mit Toren ist es wie beim Ketchup, wenn etwas kommt, kommt gleich alles auf einmal!“ (Cristiano Ronaldo, mehrmaliger Weltfußballer)

 

Da das Buch in Niederbayern spielt, darf es natürlich auch an dem passenden Dialekt nicht fehlen. Der Krimi strotzt nur so vor Lokalkolorit und das machte ihn mir gleich noch sympathischer. Gott sei Dank hat die Autorin mit ihrem „Überlebensguide für Preißn und andere Ahnungslose“ eine Art Lexikon „Bayrisch – Hochdeutsch“ geschaffen, das es auch Nicht-Bayern erlaubt, die vielen bayrischen Einwürfe zu verstehen. Oder hättet ihr gewusst, was Ratschkahl oder Schraazn bedeuten?

Die Handlung ist spannend und logisch aufgebaut. Bis zum Schluss war ich mir nicht sicher, ob die Ermittler der richtigen Spur folgten. Der Spannungsbogen riss zu keiner Zeit ab und das Lesen dieses Buches ging mir gut von Hand. Auch der Kleinkrieg, der zwischen der Familie des Opfers und der Familie des vermeintlichen Täters entbrennt, ist sehr realistisch dargestellt und passt auch ziemlich gut in unsere Gesellschaft, die ja an Vorverurteilungen häufig nicht spart. Die sozialen Netzwerke dürfen in diesem Kontext natürlich auch nicht fehlen und so finde ich es überaus passend, dass der Mordfall schlussendlich dank des Handys der Ermordeten aufgeklärt wird.

Die Personen, allen voran Valli, werden sehr sympathisch und mit vielen Ecken und Kanten dargestellt. Allerdings habe ich mir Valli aufgrund ihres Verhaltens sehr viel jünger als 26 vorgestellt. Sämtliche handelnden Personen besitzen Tiefgang und sind sehr liebevoll gezeichnet. So kann man sich als Leser gut in sie hineinfühlen und man versteht ihre Beweggründe. Interessanterweise waren nämlich gleich zwei Personen überzeugt davon, Stevie umgebracht zu haben, während der wahre Täter sich auf freiem Fuß befand.

Insgesamt fand ich dieses Buch sehr gelungen und kann es jedem empfehlen, der gerne Regionalkrimis liest.

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Christine

 

⚽️ Die heutige Gewinnspielfrage lautet:

22. Juni:
Welche Mannschaft wurde Europameister, ohne sich für das Endrundenturnier qualifiziert zu haben?
u) Griechenland
c) Dänemark
e) Spanien

  • Wisst ihr die richtige Antwort? Super! Dann notiert euch den Lösungsbuchstaben auf einen Zettel!
  • Am Ende des Aktionszeitraums könnt ihr uns dann das vollständige Lösungswort per E-Mail zuschicken!
  • Wir freuen uns:-)

Die Liebe einer Mutter

Erst wenn du tot bistFanny Wolff, Kriegsreporterin, bricht alle Zelte in Berlin ab und kehrt in ihre Heimat Stralsund zurück, um ihre Panikattacken und ihr aus dem Ruder gelaufenes Leben wieder in den Griff zu kriegen. In Stralsund heuert sie bei der Lokalzeitung an und plant ihr neues Leben. Doch auf ihrer täglichen Jogging-Runde passiert das Unfassbare: Fanny entdeckt die Leiche der jungen Melanie. Mit viel Leidenschaft versucht sie nun, dem Hintergrund der Tat und dem Mörder auf die Spur zu kommen. Dabei erweist es sich als überaus hilfreich, dass ausgerechnet ihr Zwillingsbruder der ermittelnde Hauptkommissar ist. Werden die beiden Geschwister den Fall lösen?

„Erst wenn du tot bist“ ist ein gelungenes Debüt, das eine seichte, angenehme Lektüre verspricht. Viele aktuelle Themen werden angesprochen, aber nicht immer sehr tiefgründig behandelt.

„Wieso hatte die Flüchtlingswelle die Deutschen überhaupt so überrascht? Hatte man denn ehrlich gedacht, dass die halbe Welt brennen konnte, und in Deutschland würde man sich wie auf einer sicheren Insel abschotten können?“ (S.188)

Oberflächlich werden die Flüchtlingsdebatte und auch der Missbrauchsskandal in Pflegeheimen thematisiert. Allerdings bleiben vor allem in Punkto Missbrauch viele Fragen offen: Wie geht es mit Hans Lebeck weiter? Wird er wegen Kindesmissbrauchs verurteilt oder nicht? Was passiert mit jenem Kinderheim? Leider wird diese Idee im Buch nicht bis zu Ende gedacht und so fehlen dem Leser wichtige Antworten.

Das Buch liefert allerdings einen guten Einblick in die sozialen Unterschiede in der heutigen Gesellschaft. Auf der einen Seite steht Familie Winkler: sehr wohlhabend, gute Schulbildung und ein gut geregeltes Leben. Sie fristen ihr Dasein auf der Sonnenseite des Lebens. Auf der anderen Seite steht Melanie: eine junge, überforderte, dreifache Mutter, drogenabhängig und nicht in der Lage, sich um ihr Leben und ihre Kinder zu kümmern. Als Kind vernachlässigt und missbraucht, hatte Melanie kaum die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg sondern führte ein Leben dicht an der Armutsgrenze und litt außerdem an der Borderline-Störung. Die Schilderung ihres Alltags und ihrer Wohnsituation hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

„War es zu fassen, dass Menschen in Deutschland unter solchen Bedingungen leben mussten?“ (S.96)

Die Hauptperson, Fanny Wolff, ist eine überaus sympathische Journalistin, die berufsbedingt an ihre Grenzen gestoßen ist und nun die Notbremse gezogen hat. Die Rückblicke in ihren Kriegsreporter-Alltag sind sehr angsteinflößend und geben ein realistisches Bild der Gefahr wieder, in der Fanny sich täglich befand.

„Umgebracht in einer nicht enden wollenden Spirale aus Rache. Schiiten. Sunniten. Völlig egal, denn als Tote hatten sie eh keine Religion mehr.“ (S.115)

Kein Wunder, dass sie nun kurz vor dem seelischen Kollaps steht. In Stralsund will sie neu anfangen und den Ballast vergangener Tage abwerfen.

„Sie sehnte sich nach Freiheit. Der Freiheit, nicht alles wissen zu müssen. Sie wollte nicht über der Angst, eine Chance nicht zu nutzen oder ein Detail der Geschichte nicht zu kennen, ihr Leben verpassen“ (S.8)

Interessant fand ich das Gespräch zwischen Fanny und Sokratis über die Rolle der Medien. Fanny versucht ihrem jungen Kollegen den schmalen Grad zwischen Objektivität und Manipulation aufzuzeigen.

„Aber als Journalistin ist es nicht meine Aufgabe, Gehirne zu waschen.“ (S.123)

Sie ruft dazu auf, die Leser sachlich zu informieren und so dafür zu sorgen, dass jeder sich seine eigene, durchdachte Meinung bildet. Leider habe ich die Befürchtung, dass heutzutage viele Dummheiten und Beleidigungen einfach nur nachgeplappert werden und verschiedene Menschen (leider häufig jene, die in den sozialen Medien am lautesten schreien) nicht fähig sind sich eine objektive, menschliche Meinung zu bilden.

Etwas traurig fand ich den Umgang mit Justin. Während Melanies Tochter ein Dreh- und Angelpunkt in der Geschichte wird, wird Justin zu einer Randfigur degradiert und quasi überhaupt nicht erwähnt. Das fand ich sehr schade. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass ausgerechnet Fanny zum Schluss seine Pflegschaft beantragt. Dabei hat sie noch kein einziges Wort mit dem Jungen gewechselt, geschweige denn eine Bindung zu ihm aufgebaut. Außerdem ist Fanny nun nicht gerade die ideale Bezugsperson für ein mehr oder weniger traumatisiertes Kind. Schließlich kämpft sie auch noch gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.

Insgesamt hat mir dieser Krimi sehr gut gefallen und ich werde sicherlich auch bei Fannys nächstem Abenteuer dabei sein.

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Christine

Blutiges Wochenende …

Keiner werfe den ersten SteinInspector Lynley und Sergeant Barbara Havers ermitteln in dem eisigen Norden Schottlands. Die berühmte Theaterautorin Joy Sinclair wurde brutal ermordet. Aufgrund dubioser Machenschaften wird Lynley an den Tatort zitiert, obwohl er in Schottland gar nicht zuständig ist. Zusammen mit Barbara Havers und St. James stellt er sich also den Ermittlungen rund um eine egozentrische Theatergruppe. Zu Lynleys Bestürzung befindet sich auch Lady Helen Clyde am Tatort, die das Wochenende mit ihrer neuen Liebschaft, dem Theaterregisseur Rhys Davies Jones, verbringen wollte. Getrieben von Eifersucht versucht Lynley nun Davies Jones die Schuld in die Schuhe zu schieben und interpretiert die Beweislage dahingehend. Auch als ein weiterer Mord passiert, bleibt Lynley voreingenommen und setzt sogar seine Freundschaft zu Helen aufs Spiel. Nur Dank Barbaras Hilfe gelingt es ihm, den wahren Täter schließlich zu ermitteln.

Dies ist der dritte Fall des Ermittlerduos Lynley und Havers. Allerdings finde ich, dass er mit seinen beiden Vorgängern nicht mithalten kann. Die Geschichte ist interessant und gut durchdacht, sodass der Leser bei der Auflösung durchaus überrascht wird. Dennoch kann die ansprechende Handlung nicht über die vielen Längen im mittleren Teil des Krimis hinwegtäuschen. Zu großen Teilen empfand ich die Lektüre als zäh und die Beschreibungen als zu ausufernd. Elizabeth George ist ja bekannt für ihren sehr ausschweifenden Schreibstil, doch meiner Meinung nach hat sie hier etwas übertrieben. Die Spannung verliert sich leider in den vielen überflüssigen Informationen und Erklärungen.

Außerdem fiel mir der Einstieg in das Buch recht schwierig, da gleich zu Beginn sehr viele Personen auftauchen, die nicht nur größtenteils untereinander verwandt sind, sondern auch abwechselnd mit Vor- beziehungsweise Nachnamen angesprochen werden. Dies führte dazu, dass ich zu Beginn den Überblick verlor und mehrmals nachprüfen musste, von wem denn jetzt eigentlich die Rede ist.

Die Beschreibungen von Lynleys Gefühlswelt waren mir außerdem zu schwülstig und passten so gar nicht zu dem Bild, das ich von dem sonst so rationalen Ermittler hatte. Vor allem der Heiratsantrag am Ende des Buches erschien mir dermaßen übertrieben, dass ich laut auflachen musste. Barbara Havers hingegen fand ich sehr sympathisch dargestellt. Sie hat natürlich ihre Schwächen und ihre Vorurteile, stellt sich aber als überaus loyal heraus und könnte wohl zu einer wichtigen Vertrauten für Lynley werden. Außerdem ist sie mit ihrer offen zur Schau getragenen Abneigung gegen den englischen Adel eine oftmals willkommene Erfrischung, wenn der Krimi zu sehr in die Welt der Oberschicht abzudriften droht.

Insgesamt ist „Keiner werfe den ersten Stein“ ein solider Krimi von Elizabeth George, der den Leser bis zum Schluss auf falsche Fährten lockt. Den Schreibstil der Autorin muss man mögen, aber wenn man etwas Geduld aufbringen kann, lohnt sich die Lektüre auf alle Fälle.

 Ich vergebe 3 Papierblumen.

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Christine