Praxis trifft auf Theorie

Tiefe NarbeSeit kurzem arbeitet der junge Ermittler Max Bischoff bei der Mordkommission in Düsseldorf. Sein Partner ist der wesentlich ältere Horst Böhmer, der Bischoffs fortschrittliche Ermittlungswege und seine Kenntnisse im Profiling äußerst kritisch beäugt. Doch als eines Tages ein blutverschmierter, verwirrter Journalist auf dem Revier auftaucht, stecken Böhmer und Bischoff schon nach kurzer Zeit Hals über Kopf in einem atemraubenden Fall! Also raufen die beiden Polizisten sich zusammen, schließlich müssen sie einem überaus grausamen Serienmörder das Handwerk legen. Wird es dem ungleichen Duo gelingen, gemeinsam den Täter zu stellen?

Da ich bisher noch nicht so viele Bücher von Arno Strobel gelesen habe, wusste ich nicht so genau, was mich erwarten würde. Schlussendlich kann ich sagen, dass «Tiefe Narbe» ein solider Krimi ist, der dem gängigen Schema folgt. Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und hält die Spannung hoch. Die Kapitel waren überschaubar und endeten oft mit einem Cliffhanger, sodass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte.

Die Handlung ist fesselnd und zieht den Leser in ihren Bann. Das Buch lässt einen kaum zu Atem kommen. Den Kommissaren und dem Leser wird kein Moment der Ruhe gegönnt, denn der Täter scheint ihnen immer mindestens einen Schritt voraus zu sein! Der Autor versteht es, die Geschichte stetig voranzutreiben und verleitet immer wieder zu falschen Mutmaßungen und Schlüssen. Es gibt viele überraschende Wendungen und es gelingt Arno Strobel, das Rätselraten um die Identität des Mörders fast bis zum Schluss aufrecht zu halten.

Die handelnden Personen sind eher stereotypisch gezeichnet und bleiben leider recht oberflächlich. Das Buch lebt von dem diametralen Gegensatz der beiden Ermittler:  Horst Böhmer ist der erfahrene, bodenständige Ermittler, der die Praxis über die Theorie stellt. Max Bischoff hingegen ist das genaue Gegenteil: jung, Überflieger an der Universität mit viel theoretischem Wissen, aber ohne wirkliche Berufserfahrung. Böhmer belächelt Bischoffs Täterprofil, letzterer wirkt auf mich teilweise aber auch recht besserwisserisch, fast schon überheblich. Die Darstellung von Horst Böhmer erschien mir sehr überspitzt, wurde er mir doch besonders zu Beginn zu sehr auf den etwas tölpelhaften, rückständigen Polizisten reduziert. Max Bischoff hingegen erschien anfangs zu glatt, im weiteren Verlauf des Buches verlor er jedoch mehr und mehr die Beherrschung. Die Mordermittlung und besonders Bischoffs private Verwicklung bringen das ungleiche Duo jedoch näher zusammen.

Die Einblicke in die Psyche des Täters sind sowohl abstoßend als auch faszinierend, zeigen sie doch in welchem Ausmaß der Täter die Brutalität und die Grausamkeit seiner Taten leugnet. Besonders zu seinem ersten Opfer baut er eine krankhafte Bindung auf und seine Schilderungen klingen eher wie Liebesbekundungen, wenn da nicht diese kleinen, grausamen Details wären.

« Du liegst in meinen Armen, so dicht an mir, dass unsere Haut sich überall berührt. Ich halte dich, drücke dich immer wieder an mich und wünschte, wir könnten bis in alle Ewigkeit so liegen bleiben.» (S.7)

Er ist überzeugt davon, dass die Frauen sein Empfinden mit ihm teilen, er deutet ihre Schmerzensschreie ja sogar als Ausdruck ihrer Erregtheit. In seinem Wahn glaubt er sogar, dass er für die Frauen sorgt, sich um sie kümmert und ihnen ein behagliches Zuhause einrichtet.

« Ich habe dir ein Bett besorgt, das Fenster von innen zugemauert und die Wände mit schallisolierendem Material verkleidet, damit du nicht durch Geräusche von außen gestört wirst». (S.359)

Die Handlung an sich ist teilweise recht brutal, denn die Verletzungen die den Opfern zugefügt wurden, sind nicht ohne. Der Autor spart nicht an grausigen Details, daher ist dieses Buch nichts für Einsteiger in das Genre Krimi & Thriller.

Alles in allem ist das Buch ein gelungener Auftakt einer neuen Trilogie und bietet eine packende Lektüre nach bewährtem Krimi-Prinzip!

Ich vergebe 4 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Duell der Genies!

Verdächtige GeliebteDramatische Ereignisse führen dazu, dass Yasuko ihren Ex-Ehemann tötet. Ihre Tochter hilft ihr mehr oder weniger aktiv bei der Tat und daher steht für die Mutter schnell fest, dass sie unmöglich die Polizei einschalten kann. Schließlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: Ihr Nachbar, seinerseits ein Genie auf dem Gebiet der Mathematik, verhilft ihr zu einem möglich perfekten Alibi und fingiert den Tathergang so, dass Yasuko schuldlos davonkommen sollte. Wird diese Verschleierungstaktik aufgehen oder kommt die Polizei doch noch auf die richtige Spur?

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und leicht zu lesen, allerdings erscheint mir die Sprache an manchen Stellen etwas arm zu sein. Vielleicht liegt das aber auch an der Übersetzung, die möglicherweise nicht alle feinen Nuancen berücksichtigt. Der Einstieg in das Buch ist mir leichtgefallen und die japanischen Namen verwirrten mich nur kurz, da ich mich doch recht schnell daran gewöhnte. Die Handlung beginnt sofort sehr spannend, flachte dann jedoch zusehends ab und vor allem im Mittelteil gab es zu viele Wiederholungen. Erst gegen Ende konnte das Buch mich wieder fesseln und überraschen! Denn der Schluss hat es wirklich in sich!Yasuko und ihre Tochter sind sehr sympathisch dargestellt und ich kann ihre Abscheu gegenüber des Toten zu jedem Moment nachvollziehen. Die Beobachtungsgabe des Mathematiklehrers ist zweifellos überragend und mich streifte am Anfang der Gedanke, ob er nicht vielleicht leicht autistische Züge aufweist. Er ist ein sehr analytischer Geist, versucht alles mit blanker Logik zu erklären und betrachtet den Mord als ein Problem, für das es eine Lösung gibt. Er scheint einen Plan zu haben und will diesen auch umsetzen.

Sein Gegenspieler auf Seiten der Polizei ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der Physik und kann intellektuell mit Ishigami mithalten. So entsteht ein verbales Duell zwischen befreundeten Genies, bei dem jedes Wort eine besondere Intensität und Bedeutung erfährt. Diese Interaktionen stellen auch den Mittelpunkt des Buches dar, denn schnell wird klar, dass nur Yukawa die Fähigkeiten besitzt, den Plan des Lehrers zu entlarven.

Obwohl ihre Wortgefechte interessant waren, stellen sie für mich doch auch einen wesentlichen Kritikpunkt des Buches dar. Es gibt eine ganze Reihe Krimis, bei denen man als Leser sofort weiß, wer der Täter ist. Diese Idee ist also nicht neu und kann richtig umgesetzt genauso spannend sein wie das Szenario mit einem unbekannten Täter. Denn auch solche Bücher können immer noch die Kriterien eines Krimis erfüllen. Dies war hier in meinen Augen nicht der Fall. Denn die meisten typischen Krimielemente traten hier kaum oder nur sehr sporadisch zum Vorschein. Polizeiliche Ermittlungen gab es eigentlich gar nicht, denn der ganze Fall wurde durch die Denkspiele des Physikers vorangetrieben. Dies störte mich teilweise doch gewaltig, vor allem da die Geistesblitze des Physikers sehr oft auf der Luft gegriffen wirkten. So gab es bis zum Schluss einige Ungereimtheiten, die mir nicht ganz logisch erschienen.

Die Idee hinter dem Buch gefällt mir nach wie vor sehr gut, die Umsetzung konnte meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich durch und durch Krimi-Leserin bin und ganz bestimmte Anforderungen an ein solches Buch stelle. Meiner Ansicht nach hat der Klappentext nicht zu viel verraten, sondern zu viel versprochen.
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Ich vergebe drei Papierblumen!

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Christine

Wenn die letzte Stunde schlägt…

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Zum Inhalt:

Detective William Oliver Layton Fawkes, genannt Wolf, ist einer der besten Mordermittler der Londoner Polizei. Er wird zu einem Tatort gerufen und dort auf brutale Art und Weise mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ein kaltbültiger Killer hat Körperteile von 6 Mordopfern zu einer „Ragdoll“, einer Flickenpuppe, zusammengesetzt. Schnell zeigen sich Verbindungen zu einem alten Fall, der Wolf fast seinen Job gekostet hätte und auch einen entscheidenden Anteil daran hatte, dass Wolfs Ehe zu Bruch ging. Damals trieb einen Serienmörder sein Unwesen und wurde, sehr zu Wolfs Unmut, freigesprochen. Kurze Zeit später tötete der Freigesprochene ein weiteres unschuldiges Kind.
Doch irgendjemand scheint nicht vergessen zu haben, was damals passiert ist… Wolfs Ex-Frau, die Journalistin Andrea wird ein Umschlag mit Fotos des Tatortes zugespielt. Außerdem enthält dieser Umschlag eine Liste mit 6 weiteren Opfern sowie deren Todeszeitpunkt. Der letzte Name auf der Liste lautet: William Oliver Layton-Fawkes…
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Meine Meinung:

Daniel Cole ist mit diesem Roman ein sehr vielversprechender und spannender Serienauftakt gelungen. Als Leser fiebert man mit und obwohl man eigentlich weiß, dass es im Laufe der Handlung viele Tote geben wird und auch der Ausgang klar zu sein scheint – immerhin handelt es sich um einen Serienauftakt – bleibt es sehr spannend zu erfahren, was die einzelnen Opfer miteinander verbindet und was vor vier Jahren wirklich geschah.

Gut gefallen haben mir auch die Protagonisten. Ich persönlich mag es, wenn die Ermittler „Ecken und Kanten“ haben und nicht nur mit Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Da wäre Wolf, der „damals“ fast einen Menschen getötet hätte und daraufhin suspendiert wurde. Seine Partnerin Baxter tut sich schwer damit, ihre Gefühle Wolf gegenüber zu deuten und löst ihre Probleme auf weniger kluge Art. Auch Wolfs Ex-Frau Andrea löst beim Leser Unbehagen aus. Die Journalistin stellt ihre eigene Karriere in den Mittelpunkt und geht dabei wortwörtlich über Leichen. Und dann wäre da noch Edmunds, der ehrgeizige, junge Polizist, dessen schwangere Ehefrau nur schwer akzeptieren kann, dass dieser Fall ihren Mann nicht loslassen will.

Die Zahl der handelnden Personen ist groß; dennoch fiel es mir nicht sehr schwer, mir einen Überblick zu verschaffen.

Trotzdem bekommt das Buch von mir nicht die volle Punktzahl. Das Ende konnte mich nicht wirklich zufriedenstellen… irgendwie schien mir das ein bisschen unrealistisch. Auch zwischendurch gab es kurze Momente, in denen ich dem Autor das Geschehen nicht voll und ganz abkaufen konnte. So beispielsweise als die Polizisten ein ausgeschaltetes Handy unterwegs einfach so wieder einschalten und die Anrufliste überprüfen … ganz ohne einen Code eingeben zu müssen…

Dann gab es im Buch noch einige wenige Rückblenden, die ich sehr interessant fand und die auch ihrem Platz in dem Geschehen habe. Hier hätte der Autor jedoch ein wenig ausbauen können.

Insgesamt ein spannender Einstieg in einer Thrillerserie mit einem Ermittlerteam, von dem ich durchaus gerne mehr lesen würde.

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Véro

Wenn ein ganzes Dorf schweigt…

Wer sich zur Zeit in der Krimi-Abteilung in Buchhandlungen umsieht, kommt an Monteperdido kaum vorbei. Grund genug, das Buch selbst zu lesen um sich einen Eindruck zu verschaffen…

Monteperdido

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Zum Inhalt:

Vor fünf Jahren sind die Freundinnen Ana und Lucía, zwei elfjährige Mädchen aus dem Pyrenäen-Dorf Monteperdido, spurlos verschwunden. Seitdem ist in dem beschaulichen Dorf nichts mehr wie es war … Es werden Mahnwachen abgehalten, Ehen gingen zu Bruch und Beschuldigungen werden ausgesprochen. Doch dann taucht eines Tages Ana wieder auf. Sie wurde Opfer eines Verkehrsunfalls, bei dem der Fahrer ums Leben kam. Handelt es sich hierbei um ihren Entführer? Und wo befindet sich Lucía?

Kommissarin Sara Campos  und ihr Vorgesetzter Santiago Baín reisen nach Monteperdido, um die Ermittlungen wieder aufzunehmen und auch Lucía lebend wiederzufinden. Doch dies stellt sich als wesentlich schwieriger heraus als erwartet. Schnell stellt sich heraus, dass vor fünf Jahren einige Fehler bei der Ermittlungsarbeit gemacht wurden. Ob es den beiden „fremden“ Polizisten wohl gelingen wird herauszufinden, was damals wirklich passiert ist?

Meine Meinung:

Die Idee, die diesem Kriminalroman zugrunde liegt, gefiel mir eigentlich sehr gut, doch gelang es dem Autor Agustín Martínez nicht, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Zu zahlreich waren die Personen, zu schnell die Perspektivenwechsel, zu langatmig die Handlung, …

Besonders zu Beginn hatte ich aufgrund der vielen handelnden Personen (mit für uns teilweise ungewohnten Namen) Schwierigkeiten, den Überblick über das Geschehen und die zwischenmenschlichen Beziehungen zu behalten. Der Autor hat seinen Krimi in einem kleinen Bergdorf angesiedelt, in dem jeder jeden kennt, viele miteinander verwandt oder verschwägert sind und in dem der Zusammenhalt noch richtig groß geschrieben ist.

„Die Bewohner von Monteperdido waren alle auf die eine oder andere Weise miteinander verbunden. Taufpaten, Schulkameraden, Schwester oder Freundinnen, die zusammen ihre Kinder erzogen, gemeinsame Feste und die langen lichtlosen Winter, ringsum nur Berge und die Tiere, die dort lebten. … Tiere und Menschen, deren Leben eng miteinander verbunden war. Das war Monteperdido.“ (S. 148)

Eigentlich ist genau dies die Stärke des Buches, da es meist sehr gut nachvollziehbar ist, wie eng die Dorfbewohner miteinander verbunden sind und warum sie skeptisch gegenüber den „Eindringlingen“ aus der Stadt sind, die einen alten Fall neu aufrollen und ihre Nase in Dinge stecken, die mancher Dorfbewohner lieber verschweigen würde. So haben die beiden Ermittler dann auch Schwierigkeiten, das Vertrauen der Einwohner zu gewinnen:

„Wenn sie in diesem gottverdammten Kaff nicht wissen, wer dein Großvater war und wie er seinen Kaffee getrunken hat, dann bist du ein Fremder. Hier mag man Leute, die ihr Geld in Monteperdido lassen und dann wieder abhauen. Aber Leute die kommen und bleiben, mag man weniger.“ (S.146)

Dennoch war für mich manche Reaktion des einen oder anderen Dorfbewohners nur schwer nachvollziehbar und auch die Verbindung zwischen Sara Campos und ihrem Vorgesetzten gab mir lange Rätsel auf. Wohl klären sich die meisten Fragen im Laufe der Handlung, jedoch hätte ich mir beispielsweise gerade im Bezug auf Sara Campos Vergangenheit detaillierte Erläuterungen gewünscht.

Die vom Autor geschaffene Atmosphäre ist recht düster und verstörend. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, doch die Handlung geht nur schleppend voran und wirklich spannend wird es zu keinem Zeitpunkt. Manche Vorkommnisse klärt der Autor zu schnell auf und verhindert damit, dass Spannung aufkommen kann, andere Ereignisse wiederum – besonders die Aufklärung am Schluss – wirken etwas konstruiert.

Auch der Aufbau des Romans hat mir etwas zu schaffen gemacht. Das Buch ist in nur sieben Kapitel eingeteilt, die jedoch recht lang sind (teilweise mehr als 100 Seiten), innerhalb derer jedoch sehr schnelle Perspektivenwechsel erfolgen. Beides ist meiner Ansicht nach dem Lesefluss nicht sehr förderlich; vielmehr erschweren die raschen Wechsel zuweilen das Verständnis und die langen Kapitel verstärken den Eindruck, dass die Handlung sehr langatmig ist.

Mich konnte dieser Krimi leider nicht packen. Schade… denn der Plot hätte sehr viel Potential!

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Véro

Herrlich skurriler Krimispaß

Maurer

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Zum Inhalt:

Im idyllischen Kurort tagt der G7-Gipfel. Dementsprechend angespannt ist die Sicherheitslage und es wimmelt nicht nur von Securityleuten, auch die Demonstranten haben ihre Zelte aufgschlagen.

Und als wäre dies alles nicht schon genug, bekommt Kommissar Jennerwein es nun auch noch mit einem sehr persönlichen Fall zu tun. Irgendetwas kommt ihm bei der durchgeplanten Beerdigung seines Freundes Hansi komisch vor. Was ist hier wirklich passiert? Wer hat wen erschossen? Und was soll hier vertuscht werden?

Meine Meinung:

Wer die Alpenkrimis von Jörg Maurer kennt, der weiß dass er keinen herkömmlichen Krimi mit 08/15-Ermittlungen erwarten darf. Vielmehr wird der eigentlich Kriminalfall in den Werken des Autors teilweise komplett zur Nebensache und man erfreut sich als Leser an den skurrilen und manchmal fast absurden Einlagen.

Es tauchen viele altbekannte Gesichter auf und der Leser darf sich auf ein Wiedersehen mit den Spalanzanis, Karl Swoboda, den Graseggers, … freuen. Jörg Maurer gelingt es auch in diesem 9. Band wieder, unzählige, scheinbar unabhängige Erzählstränge miteinander zu verknüpfen, und obwohl man sich bei der Lektüre zwischendurch immer wieder fragt „Wie will er es schaffen, das jetzt sinnvoll in das Geschehen einzubinden?“, gelingt dieser Brückenbau (fast) immer.

Zu Beginn mag es etwas schwierig sein, sich einen Überblick zu verschaffen, da die eingeführten Personen sehr zahlreich sind und manches erst zu einem späteren Zeitpunkt im Buch erklärt wird. Jörg Maurer bedient sich diesmal einer – von ihm – ungewohnten Form. Er hat seinen Krimi in drei Teile unterteilt und arbeitet mit Rückblenden. Auch die kurzen, prägnanten Kapitelüberschriften kannte man bisher in dieser Art nicht von ihm.

Immer wieder streut er zudem vermeintliche Zitate ein, die zwar ganz echt wirken, es aber absolut nicht sind. So wird aus der Bibel zitiert und das Jägerjargon bemüht, man erhält einen Einblick in die Fußreflexzonen und auch die Geschichte des Türenknallens wird dem Leser näher gebracht.

Wer den Autoren, das Genre und sich selbst nicht zu ernst nimmt, der wird an diesem Krimi einen Heidenspaß haben.

Véro

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Tom Hillenbrand lädt zu Tisch

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Zum Inhalt:

Xavier Kieffers Lebensgefährtin Valérie Gabin hat alles, was Rang und Namen hat, zu der Einweihung des neuen Firmensitzes des bekannten „Guide Gabin“ eingeladen. Ein exquisites Menü, ein prominenter Überraschungsgast und eine Ausstellung mit seltenen Ausgaben des Guide Gabin als Exponat: alles ist perfekt vorbereitet. Dennoch kommt es während der Feier zu einem größeren Zwischenfall und bald muss Valérie feststellen, dass die Ausgabe des Guide Gabin von 1939 gestohlen wurde.

Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer, der auch zu den geladenen Gästen zählte, stellt Nachforschungen an und es dauert nicht lange, bis das erste Todesopfer zu beklagen ist. Xavier Kieffer lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und versucht mit allen Mitteln in Erfahrung zu bringen, welches Geheimnis der alte Guide Gabin birgt.

Meine Meinung:

Tom Hillenbrand verbindet in diesem fünften Band seiner Serie um den sympathischen Koch aus Luxemburg Altbewährtes mit neuen Elementen. Während auch in diesem Krimi wieder Kulinarik, Lokalgeschichte und Krimi zu einem spannenden Roman vermischt werden, erzählt der Autor in diesem Band zum ersten mal auf zwei zeitlichen Ebenen. Abwechselnd werden Kieffers Ermittlungen und die Erlebnisse des amerikanischen Soldaten Fisher während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Tom Hillenbrand gelingt es, diese beiden Ebenen sehr gekonnt zu verbinden und daraus eine spannende und glaubwürdige Handlung zu stricken.

Leser der ersten vier Bände dürfen sich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: Valérie Gabin, Esteban, Claudine, Pekka Vatanen, François Allégret und auch die Kommissarin Lobato sind auch in diesem Band wieder mit von der Partie. Besonders die Episoden, in denen der selbsternannte Sternekoch Esteban im Mittelpunkt steht, sind Garant für ein vergnügliches Leseerlebnis.

Als Luxemburger kann man sich zudem an den detaillierten Beschreibungen von Land, Leuten und Gerichten erfreuen. Tom Hillenbrand beschreibt mit viel Humor die Eigenarten von Xavier Kieffer und seinen Landsleuten.

Besondere Erwähnung verdient auch die detaillierte Recherchearbeit bezüglich der historischen Ereignisse. Tom Hillenbrand verarbeitet in seinem Roman einen vielleicht weniger thematisierten Aspekt des Zweiten Weltkriegs, der jedoch durchaus interessant ist und Beachtung verdient.

Auch wenn meiner Ansicht nach am Schluss des Romans ein paar kleine Fragen nicht (explizit) beantwortet werden, so verdient dieser kulinarische Krimi dennoch die volle Punktzahl.

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Véro

Wenn einen die Schatten der Vergangenheit einholen…

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Zum Inhalt:

In der Nacht geht auf einem Campingplatz in Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Schnell stellt sich heraus, dass hier ein Brandstifter am Werk war und das seine Tat auch ein Todesopfer gefordert hat.
Die Obduktion ergibt, dass es sich bei dem Toten um den Bruder eines früheren Schulkameraden von Oliver von Bodenstein handelt und es sich bei dem Brand wohl um einen geplanten Mord handelt.
Als nur kurze Zeit später auch die todkranke Mutter des Mordopfers umgebracht wird und weitere Menschen in Lebensgefahr zu schweben scheinen, wird den Beamten des K11 klar, dass es sich bei der Tat wohl nicht um Morde aus Habgier oder einer Erbschaft wegen handelt.
Oliver von Bodenstein wird von seiner Vergangenheit eingholt und der Fall entwickelt sich schnell zu dem persönlichsten Fall, den er je zu lösen hatte.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn des Buches führt Nele Neuhaus in einem zweiseitigen Personenregister alle für den Verlauf der Geschichte wichtigen Personen ein. Ergänzt wird dieses Personenregister durch zwei Landkarten von Ruppertshain und Umgebung.

Anfangs hat dieses enorme Personenregister mich etwas verunsichert, allerdings hat sich dies während des Lektüre schnell gelegt. Obwohl viele Personen irgendwelche Verbindungen aus früherer Zeit zueinander haben, irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen haben und sich alles in einem Ort abspielt, in dem jeder jeden kennt, gelang es mir recht gut, den Überlick zu behalten.

Nele Neuhaus gelingt es sehr gut, diese eingeschworene Dorfgemeinschaft zu beschreiben. Keiner scheint etwas zu wissen oder wissen zu wollen, und dennoch beäugt jeder jeden skeptisch und manch einer scheint doch mehr zu wissen, als er zugeben möchte. Die einzelnen Personen zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Charaktere aus, wirken aber allesamt sehr authentisch.

Was die Mordfälle an sich angeht, so zeichnet sich dieser Taunuskrimi (wie auch bereits sein Vorgänger) durch Komplexität aus. Es gibt viele Verdächtige, viele Motive, und mehrere sich ständig abwechselnde Handlungsstränge, die dennoch ineinander verwoben sind. Hinzu kommt, dass im Laufe der Ermittlungen Verbindungen zu einem Fall auftauchen, der 42 Jahre zurückliegt und dennoch der Hintergrund für die aktuelle Mordserie zu sein scheint.

Immer wieder tauchen Wendungen auf, Spuren und Hinweise, die sich jedoch dann als „falsche Fährten“ erweisen und man weiß bis zum Schluss nicht, was wirklich damals geschah und wer hinter den Morden an den Ruppertshainer Einwohnern steckt. So bleibt die Spannung garantiert und man fiebert bis zur letzten Seite mit.

Pia Sander kommt in diesem Krimi in den Ermittlungen die leitende Rolle zu, da Oliver doch sehr damit zu kämpfen hat, objektiv zu urteilen und sich nicht zu sehr von den schmerzhaften Erinnerungen an die eigene Kindheit leiten zu lassen… immerhin kennt sowohl die die jetzigen Opfer seit Kindertagen als auch die nun Verdächtigen und deren Familienmitglieder. Diese innere Unruhe beschreibt Nele Neuhaus sehr gut; allerdings könnte man sich fragen ob hier „im richtigen Leben“ nicht schon eher die Entscheidung getroffen worden wäre, Oliver von den Ermittlungen abzuziehen.

Sehr positiv habe ich die Tatsache empfunden, dass das Privatleben der Ermittler wohl thematisiert wird, allerdings in diesem 8. Fall von Pia und Oliver einen wesentlich geringeren Platz im Buch hat. Dies mag daher rühren, dass das Privatleben von Oliver in gewisser Hinsicht Teil der Ermittlungen ist, und man daher das Gefühl hat, dass stets eher die Ermittlungen im Vordergrund stehen beziehungsweise alles Geschriebene automatisch mit den Ermittlungen in Verbindung steht. Unwichtigere Aspekte, wie beispielsweise Olivers Umgang mit seiner Exfrau Cosima rücken in diesem Band deutlich in den Hintergrund.

Beeindruckt war ich zuweilen auch von den genauen Beschreibungen und Erläuterungen der Forensiker und Kriminalbeamten im Laufe der Tatortuntersuchungen und der Autopsien. Hier scheint die Autorin wirklich ihre Hausaufgaben zu machen und genau zu recherchieren.

Genau diese Detailliertheit wird einem als Leser aber auch an anderer Stelle vielleicht etwas zu viel. Nele Neuhaus beschreibt oft die Landschaft, Atmosphäre, … sehr ausführlich, was zuweilen zu kleinen Längen führt.

Nele Neuhaus bereitet in diesem Buch außerdem schon gekonnt das Terrain für einen weiteren Band vor, in dem Pia Sander leitende Funktionen übernehmen wird. Oliver von Bodenstein möchte sich ein „Sabbatical“ genehmigen und um diese Lücke im K11 zu schließen, wird den beiden schon in diesem Band in der Person des  Tariq ein sehr kompetenter und wissbegieriger junger Polizist zur Seite gestellt.

Insgesamt ein sehr stimmiger Kriminalfall, der absolut lesenwert ist, auch wenn er manchmal kleine Längen hat.

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Véro

So werfe den ersten Stein …

denn-keiner-ist-ohne-schuldDeborah und Simon St. James wollten eigentlich einen gemütlichen Urlaub in dem recht einsamen Lancashire verbringen. Doch dann stellen sie fest, dass der Dorfpfarrer vor kurzem auf sehr verdächtige Art und Weise starb. St. James, der sofort ein Verbrechen wittert, zögert nicht lange und bittet seinen Freund Thomas Lynley zu Hilfe. Gemeinsam tauchen die beiden Freunde tief in das Leben der Dorfgemeinschaft ein und decken dabei so manches Geheimnis auf.

Der 6. Band der Inspector Lynley Reihe von Elizabeth George hat mir bisher am besten gefallen. Der sonst so ausufernde Schreibstil der Autorin kam mir hier regelrecht gezügelt vor, da sie sich weniger in Details verlor als in manchem Vorgängerbuch. In gewohnt ruhiger Manier schildert sie den Tathergang und schafft es, den Leser zweifeln zu lassen. Natürlich sind ihre Beschreibungen des Dorfes, dessen Einwohner und dessen Geschichte nach wie vor sehr ausführlich, doch ich empfand es nicht als übertrieben oder langatmig.

Das Privatleben der Ermittler wie immer eine wichtige Rolle. Vor allem mit Barbara Havers leide ich immer richtig mit. Deborah und Helen wirken manchmal doch sehr divenhaft und neigen dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Dennoch versprüht vor allem die wilde, kaum zu bändigende Helen manchmal einen Jungmädchen-Charme, der sie sofort wieder sympathisch macht.

Ab und zu muss ich schmunzeln über die Art und Weise, wie Lynley und St. James mit Frauen umgehen. Diese stocksteife Art und die Fixierung Lynleys auf eine Hochzeit sind doch ziemlich veraltet und verraten das wahre Alter dieser Bücher. Dies tut der Spannung keinen Abbruch, doch oft leide ich mit Helen und schüttle innerlich den Kopf, wenn Lynley wieder mit diesem Thema anfängt!

Der Tathergang an sich ist, wie immer bei Elizabeth George, sehr logisch aufgebaut und fügt sich am Ende zu einer glaubwürdigen Aufklärung des Falles. Schien der Täter auch von Anfang an klar zu sein, so rätselte ich doch unentwegt welches Motiv der Tat zu Grunde lag. Am Ende wurde ich überrascht und ich konnte den Täter erschreckenderweise sehr gut verstehen. Denn es gab zum Schluss nur Verlierer.

Wer die Inspector Lynley Romane lesen möchte, sollte sie unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen, da das Privatleben der Protagonisten eine sehr große Rolle spielt und man sonst nicht alle Zusammenhänge verstehen kann.

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Christine

Adventskalender – Türchen 11

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Heute möchte ich euch ein kleines Büchlein für die Krimifans unter euch vorstellen. Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, die beiden Autoren der Krimis rund um den Polizeipsychologen Sebastian Bergmann, liefern uns in diesem kleinen Band zwei Kurzgeschichten, welche beide in der Weihnachtszeit spielen.

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Für Sebastian Bergmann, der ohnehin kaum zwischenmenschliche Kontakte pflegt, hasst das „Fest der Liebe“ seit der Tsunami ihm am zweiten Weihnachtsfeiertag die beiden liebsten Menschen genommen hat.

Beide Kurzgeschichten umfassen etwa 50 Seiten und lesen sich recht schnell.

In der ersten Geschichte begleitet Sebastian Bergmann seinen Chef Torkel Höglund trotz einer Absage dann dennoch zu einem Familienfest, dessen Ausgang er durch sein Verhalten entscheidend beeinflusst.

Auch in der zweiten Krimigeschichte bringt Sebastian sich durch sein triebgesteuertes Verhalten in eine missliche Lage: der Ehemann seiner letzten Eroberung kommt unerwartet früh nach Hause, so dass Sebastian sich im Schrank im Schlafzimmer verstecken muss. Dabei sollte er doch eigentlich seine Kollegin Ursula beim Verhör eines Verdächtigen unterstützen. Aber Sebastian Bergmann wäre nicht Sebastian Bergmann, wüsste er die Zeit im Schrank nicht zu nutzen, um dennoch an den wichtige Ermittlungsarbeit zu leisten.

Beide Kurzgeschichten wurden schon zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht und sind demnach vielleicht schon dem ein oder anderen bekannt. Das kleine Büchlein garantiert den Fans der Krimireihe dennoch ein angenehmes Leseerlebnis und verkürzt die Zeit bis zum Erscheinen des nächsten Werkes des Autorenduos.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitchs Wunsch gibt es nur im Doppelpack.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Adventskalender – Türchen 3

adventskalendernureinbuch

Heute geht es in unserem Adventskalender etwas weniger besinnlich zu. Zwar werde ich euch auch heute kein Buch vorstellen, dennoch kommen die Krimifans unter euch bestimmt auf ihre Kosten… und  können ihren kriminalistischen Spürsinn unter Beweis stellen.

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Die „black stories“ sind vielleicht manch einem unter euch ein Begriff. In der „Christmas Edition“ dreht sich in 50 Rätseln alles um das Fest der Liebe. Allerdings geht es hier nicht sehr besinnlich zu: es werden Menschen verhaftet, es kommt zu skurrilen Verletzungen, zu Scheidungen und vielen Todesfällen.

Zuweilen sind die Geschichten recht makaber, allerdings gibt es auch andere Geschichten, die glimpflicher enden.

Die Spielregeln sind sehr einfach: Anhand von Fragen, die nur mit ja oder nein beantwortet werden dürfen, müssen die Spieler das Geschehen erraten, welches auf der Vorderseite mit einer kurzen Geschichte eingeleitet wird.

Um „black stories – Christmas Edition“ spielen zu können, benötigt man mindestens zwei Spieler, ein wenig Fantasie und eine große Portion schwarzen Humor.

Inzwischen gibt es auch die „black stories – Christmas Edition 2„. Spielspaß garantiert!

Altersempfehlung: 12-99 Jahre, Spieldauer: 2 – 222 Minuten

Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitch mag es heldenhaft.

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Ein paar Opfer zu viel

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Zum Inhalt:

In Wien hält ein Frauenmörder die Polizei in Atem. 4 Leichen gab es bisher und alle wurden sie auf Baustellen ein und desselben Bauleiters aufgefunden. Da die Polizei im Dunkeln tappt, wird Marlies Mittermann die Leitung der Ermittlungen zugeteilt… sehr zum Leidwesen ihres Noch-Ehemanns Helmut, der die Ermittlungen bis zu dem Zeitpunkt leitete.

Schon nach kurzer Zeit scheint Marlies den Täter gefunden zu haben. Doch als dieser in Untersuchungshaft sitzt, taucht ein 5. Opfer auf …

Meine Meinung:

Dieser Krimi konnte mich nur bedingt überzeugen. Die Protagonistin Marlies Mittermann konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, da sie mir im ganzen Verlauf der Handlung nicht recht sympathisch wurde. Ihr Ehrgeiz mag für die Ermittlungsarbeit wichtig sein, jedoch stand er gerade dabei auch teilweise im Weg, da sie sich und ihren Kollegen unbedingt beweisen möchte, dass sie in der Lage ist, den Fall zu lösen. Als die Probleme dann doch größer werden, greift sie auf die Beziehungen ihres Vaters zurück, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Für mich ist Marlies Mittermann etwas unglaubwürdig: sie möchte ihren Weg gehen und jedem beweisen, was sie kann und dass sie sehr wohl in ihrem Beruf erfolgreich sein kann. Die Miete ihrer Wohnung lässt sie sich jedoch von ihrem Vater zahlen und wenn es brenzlig wird, soll dieser es auch beruflich für sie richten.

Die Beziehungsprobleme zwischen Marlies und Helmut waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Dies mag für die Handlung zeitweise wichtig sein, hat mich jedoch stellenweise auch verwirrt.

Schlussendlich war die Auflösung des Kriminalfalls mir zu sehr konstruiert und unglaubwürdig… vielleicht war mir deshalb auch weniger früh klar, wer der eigentliche Täter ist.

Insgesamt hat sich der Krimi sehr gut gelesen, konnte mich jedoch inhaltlich nicht wirklich überzeugen, weshalb es nur für drei Papierblumen reicht.

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Véro

Blinde Vögel

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Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort nahe eines Salzburger Campings gerufen. Dort haben Spaziergänger ein ermordetes Pärchen gefunden: sie wurde erdrosselt, er scheint sich erschossen zu haben und hält die Tatwaffe immer noch in der Hand.

Doch Bea glaubt nicht an einen erweiterten Selbstmord. Schnell wird klar dass die beiden Toten kein Paar waren und  lediglich eine Lyrikgruppe auf Facebook sie verbindet. Beatrice entschließt sich daraufhin dazu, einen Fake-Account zu erstellen um so undercover in der Facebookgruppe ermitteln zu können.

Schon bald gibt es weitere Todesfälle, die allesamt als Selbstmord durchgehen könnten. Kaspary und Wenninger lassen sich jedoch davon nicht täuschen …

Meine Meinung:

Ursula Poznanski legt mit diesem zweiten Band der Reihe um das Ermittlerduo Kaspary/Wenninger erneut einen spannenden Thriller mit einem für mich sehr unvorhersehbarem Ende vor.

Beatrice Kaspary und Florin Wenniger sind äußert sympathische Protagonisten und die Tatsache, dass das Privatleben der beiden auch immer wieder thematisiert wird, lässt die beiden gleich noch authentischer wirken.

Auch die eingestreuten Facebookposts, die Gedichte und die kurzen Passagen aus der Sicht des Täters fördern den Lesefluss und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich weder den Täter noch das Motiv im Vorfeld auch nur ansatzweise erahnen konnte. Dennoch zweifelt man zu keinem Zeitpunkt an der Glaubwürdigkeit der Handlung.

Alles in allem ein gelungener Thriller, der Lust auf den Folgeband macht.

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Véro

Den Düwel ook, dat war knapp …

OberwasserKommissar Jennerwein ermittelt in seinem vierten Fall und hat es diesmal mit dem mysteriösen Verschwinden zweier BKA-Beamten zu tun. Da die beiden Beamten während einer verdeckten Ermittlung verschwunden sind, darf Jennerweins Team nicht offen ermitteln sondern muss einen Vorwand für ihre Tätigkeiten im Kurort schaffen: So wird ein Wilderer-Jäger Konflikt inszeniert um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ehe man sich versieht, befindet sich Jennewein in einem Wettlauf gegen die Zeit! Wird er die beiden Beamten noch rechtzeitig finden?

Jörg Maurers Schreibstil ist einzigartig: humorvoll, verspielt und urbayrisch. Während dem Lesen fühlt man sich den Oberbayern derart verbunden, dass man am liebsten das Dirndl aus dem Kleiderschrank hervorzaubern würde. Doch neben dem ausgereiften Lokalkolorit spart der Autor nicht an Spannung und liefert stets wohldurchdachte, ungewöhnliche Mordfälle. Es handelt sich hier um einen Wohlfühlkrimi, denn Jörg Maurer verpackt die gruseligsten Szenarien in eine solch urkomische, bayrische Atmosphäre, dass man diese Verbrechen mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt.

Die Handlung an sich ist schlüssig und logisch aufgebaut. Jennerwein und sein Team ermitteln gewohnt sorgfältig und auf ihre eigene, unnachahmliche Art und Weise. Zum Schluss bleiben viele Fragen offen, doch der Leser kann sich eigentlich alles zusammenreimen, wenn er es denn möchte. Die drei verschiedenen Handlungsstränge werden am Ende gekonnt miteinander verbunden und runden die Geschichte harmonisch ab.

Die Natur und das Dorfleben werden wie immer sehr anschaulich beschrieben und die vielen bayrischen Einwürfe verleihen dem Buch einen ganz besonderen Charme. Die verschiedenen Protagonisten, allen voran Jennerwein, werden anschaulich beschrieben und treiben das Buch stetig voran. Besonders auffällig ist auch diesmal das Bestatterpärchen, das seine kriminellen Aktivitäten mit Charme und Witz herunterspielt und fröhlich mit einem Mafiaboss kommuniziert. Die Stimmung dieser Alpenkrimis ist einfach zum Schießen und zieht den Leser sofort in ihren Bann.

Des Weiteren war es durchaus lehrreich, die Besonderheiten der Strudel und der Reynolds-Zahl etc. zu entdecken. Obwohl ich mir noch nie Gedanken über die diversen Strömungsverhältnisse eines Wildbachs gemacht habe, fand ich diese Erläuterungen sehr interessant.

Insgesamt ist dieses Buch ein unterhaltsamer und spannender Krimi, allerdings nur etwas für Fans des regionalen Wohlfühlkrimis!

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Christine

Spannend und nicht alltäglich!

Der vierzehnte SteinAdamsberg, Commissaire der Pariser Mordbrigade, jagt ein Phantom das ihn seit seiner Jugend verfolgt. Der Täter mordet scheinbar wahllos, hinterlässt aber immer drei Einstiche am Unterbauch seiner Opfer und bietet den Ermittlern stets den perfekten Sündenbock: Gescheiterte, betrunkene Existenzen die sich an nichts mehr erinnern, dafür aber die Tatwaffe bei sich tragen. So schöpft niemand Verdacht, außer Adamsberg. Er hat den Täter durchschaut und kennt sogar dessen Identität, doch niemand glaubt ihm. Denn sein Verdächtiger ist seit sechzehn Jahren tot, der letzte Mord geschah aber erst vor wenigen Tagen. Während einer Fortbildung in Kanada geschieht dann das Unfassbare! Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden und die Tat trägt die Handschrift des Phantoms. Einziges Problem: Niemand glaubt Adamsberg, der schnell zum Hauptverdächtigen avanciert und selbst nicht weiß, ob er schuldig ist oder nicht …

Fred Vargas hat einen sehr ausgereiften, bildhaften Schreibstil und vermag es, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Nur zu Beginn gab es einige Länge, doch anschließend baut die Spannung sich stetig auf und man fiebert richtig mit Adamsberg mit. Besonders gut haben mir auch die vielen Anspielungen auf den Dialekt der Kanadier gefallen. Diese Übersetzungen sind einfach nur grandios und brachten mich zum Schmunzeln. Die Autorin schafft es, ihren Protagonisten ohne viel Aufhebens eine eigene Identität zu verpassen.

Der einzelgängerische, nicht immer sympathische Adamsberg ist ebenso brillant wie skurril. Seine Gedanken schweifen immer wieder in eine Fantasiewelt ab und er ist bekannt für seine scheinbare Teilnahmslosigkeit. Auf der einen Seite scheint nichts ihn aus der Ruhe bringen zu können, andererseits lässt er aber auch niemanden an sich heran und verlässt sich nur auf sein eigenes Urteil. Die Meinung seiner Mitmenschen blendet er dabei gerne mal aus und hört nur auf seine eigene Stimme. Natürlich stößt dies bei seinen Mitarbeitern nicht immer auf Gegenliebe, dennoch stehen sie alle voll und ganz hinter ihm. Danglard und Retancourt sind genauso einzigartig und anschaulich beschrieben wie ihr Chef und verhelfen dem Buch zu seinem unvergleichlichen Charme.

 Meine absoluten Favoriten sind allerdings Clémentine und Josette, zwei betagte Damen die mit Charme, Witz und Raffinesse brillieren und die Handlung vorantreiben. Besonders Josette besitzt ein unnachahmliches Talent und verhilft Adamsberg aus der Patsche. Fred Vargas hat ein sehr feines Gespür für ihre Charaktere und beschreibt sie sehr liebevoll und menschlich.

Die Handlung an sich ist gut durchdacht und passt zu dem ungewöhnlichen Ermittler. Die Atmosphäre des Buches ist stimmig und die vielen, überraschenden Wendungen lassen das Buch leben. Irgendwie hat man das Gefühl, dass bei diesem Ermittler alles möglich ist und er für alles eine logische Erklärung findet.

Insgesamt ein toller Krimi und sicherlich nicht mein letztes Buch aus dieser Serie.

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Christine

 

Geocaching mal anders …

Fünf

In Abtenau wird eine weibliche Leiche auf einer Kuhweide gefunden. Schnell wird den ermittelnden Beamten klar, dass dies der Auftakt zu einer ganz besonderen Mordserie darstellt. Denn der Toten wurden kurz vor ihrem Tod Koordinaten auf die Fußsohle tätowiert! Als die Ermittler diesen Ort aufsuchen, finden sie dort eine abgehackte Hand und ein Rätsel, das weitere Koordinaten ergibt. Werden sie das Spiel des Täters durchblicken und ihn entlarven können, bevor es weitere Opfer gibt?

Ursula Poznansky versteht es den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die Bandbreite der Autorin lässt mich immer wieder staunen. Bisher habe ich „Erebos“ (mein absoluter Liebling) und „Saeculum“ gelesen und diese beiden Bücher sind sehr unterschiedlich, aber äußerst spannend. Mit „Fünf“ zaubert Ursula Poznansky nun ein neues Werk aus dem Hut und auch diesmal überrascht sie mich als Leserin mit einer völlig neuen Idee und Art und Weise. Kein Buch gleicht dem anderen und daher bleibt diese Autorin für mich sehr interessant. Natürlich ist auch „Fünf“ fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und der perfekte Spannungsbogen verhindert, dass man das Buch aus der Hand legt. Die Handlung wird zum größten Teil aus der Sicht der Ermittler erzählt, doch einige, kurze Passagen aus der Sicht der Opfer tauchen treiben das Geschehen voran.

Die beiden Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger sind durchaus sympathisch und bilden ein gut harmonierendes Gespann. Man erhält als Leser auch einen Eindruck in das Privatleben der beiden Ermittler, wobei Bea klar im Mittelpunkt steht. Sie durchlebt gerade eine unangenehme Scheidung und kämpft auch sonst mit ihren Gefühlen. Florin Wenninger wird mir etwas zu perfekt dargestellt, daher war ich ziemlich froh, als er für kurze Zeit die Nerven verlor. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Tiefgründigkeit bei den beiden Ermittlern gewünscht.

Die Handlung an sich ist spannend und mysteriös. Die Verbindung zwischen den Opfern wird einem erst ganz zum Schluss klar, ist aber einleuchtend und logisch. Dennoch könnte der Schluss in meinen Augen etwas ausgebauter sein. Denn während des gesamten Buches wurden die einzelnen Indizien sehr ausführlich dargestellt und erklärt, doch der rasante Schluss bleibt irgendwie in der Luft hängen. Doch vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich nicht wollte, dass das Buch schon zu Ende ist!

Insgesamt ist dieser Krimi ein toller Auftakt zu einer neuen Serie und er macht richtig Lust auf Geocaching!

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Christine