Tom Hillenbrand lädt zu Tisch

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Zum Inhalt:

Xavier Kieffers Lebensgefährtin Valérie Gabin hat alles, was Rang und Namen hat, zu der Einweihung des neuen Firmensitzes des bekannten „Guide Gabin“ eingeladen. Ein exquisites Menü, ein prominenter Überraschungsgast und eine Ausstellung mit seltenen Ausgaben des Guide Gabin als Exponat: alles ist perfekt vorbereitet. Dennoch kommt es während der Feier zu einem größeren Zwischenfall und bald muss Valérie feststellen, dass die Ausgabe des Guide Gabin von 1939 gestohlen wurde.

Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer, der auch zu den geladenen Gästen zählte, stellt Nachforschungen an und es dauert nicht lange, bis das erste Todesopfer zu beklagen ist. Xavier Kieffer lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und versucht mit allen Mitteln in Erfahrung zu bringen, welches Geheimnis der alte Guide Gabin birgt.

Meine Meinung:

Tom Hillenbrand verbindet in diesem fünften Band seiner Serie um den sympathischen Koch aus Luxemburg Altbewährtes mit neuen Elementen. Während auch in diesem Krimi wieder Kulinarik, Lokalgeschichte und Krimi zu einem spannenden Roman vermischt werden, erzählt der Autor in diesem Band zum ersten mal auf zwei zeitlichen Ebenen. Abwechselnd werden Kieffers Ermittlungen und die Erlebnisse des amerikanischen Soldaten Fisher während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Tom Hillenbrand gelingt es, diese beiden Ebenen sehr gekonnt zu verbinden und daraus eine spannende und glaubwürdige Handlung zu stricken.

Leser der ersten vier Bände dürfen sich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: Valérie Gabin, Esteban, Claudine, Pekka Vatanen, François Allégret und auch die Kommissarin Lobato sind auch in diesem Band wieder mit von der Partie. Besonders die Episoden, in denen der selbsternannte Sternekoch Esteban im Mittelpunkt steht, sind Garant für ein vergnügliches Leseerlebnis.

Als Luxemburger kann man sich zudem an den detaillierten Beschreibungen von Land, Leuten und Gerichten erfreuen. Tom Hillenbrand beschreibt mit viel Humor die Eigenarten von Xavier Kieffer und seinen Landsleuten.

Besondere Erwähnung verdient auch die detaillierte Recherchearbeit bezüglich der historischen Ereignisse. Tom Hillenbrand verarbeitet in seinem Roman einen vielleicht weniger thematisierten Aspekt des Zweiten Weltkriegs, der jedoch durchaus interessant ist und Beachtung verdient.

Auch wenn meiner Ansicht nach am Schluss des Romans ein paar kleine Fragen nicht (explizit) beantwortet werden, so verdient dieser kulinarische Krimi dennoch die volle Punktzahl.

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Véro

Wenn einen die Schatten der Vergangenheit einholen…

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Zum Inhalt:

In der Nacht geht auf einem Campingplatz in Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Schnell stellt sich heraus, dass hier ein Brandstifter am Werk war und das seine Tat auch ein Todesopfer gefordert hat.
Die Obduktion ergibt, dass es sich bei dem Toten um den Bruder eines früheren Schulkameraden von Oliver von Bodenstein handelt und es sich bei dem Brand wohl um einen geplanten Mord handelt.
Als nur kurze Zeit später auch die todkranke Mutter des Mordopfers umgebracht wird und weitere Menschen in Lebensgefahr zu schweben scheinen, wird den Beamten des K11 klar, dass es sich bei der Tat wohl nicht um Morde aus Habgier oder einer Erbschaft wegen handelt.
Oliver von Bodenstein wird von seiner Vergangenheit eingholt und der Fall entwickelt sich schnell zu dem persönlichsten Fall, den er je zu lösen hatte.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn des Buches führt Nele Neuhaus in einem zweiseitigen Personenregister alle für den Verlauf der Geschichte wichtigen Personen ein. Ergänzt wird dieses Personenregister durch zwei Landkarten von Ruppertshain und Umgebung.

Anfangs hat dieses enorme Personenregister mich etwas verunsichert, allerdings hat sich dies während des Lektüre schnell gelegt. Obwohl viele Personen irgendwelche Verbindungen aus früherer Zeit zueinander haben, irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen haben und sich alles in einem Ort abspielt, in dem jeder jeden kennt, gelang es mir recht gut, den Überlick zu behalten.

Nele Neuhaus gelingt es sehr gut, diese eingeschworene Dorfgemeinschaft zu beschreiben. Keiner scheint etwas zu wissen oder wissen zu wollen, und dennoch beäugt jeder jeden skeptisch und manch einer scheint doch mehr zu wissen, als er zugeben möchte. Die einzelnen Personen zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Charaktere aus, wirken aber allesamt sehr authentisch.

Was die Mordfälle an sich angeht, so zeichnet sich dieser Taunuskrimi (wie auch bereits sein Vorgänger) durch Komplexität aus. Es gibt viele Verdächtige, viele Motive, und mehrere sich ständig abwechselnde Handlungsstränge, die dennoch ineinander verwoben sind. Hinzu kommt, dass im Laufe der Ermittlungen Verbindungen zu einem Fall auftauchen, der 42 Jahre zurückliegt und dennoch der Hintergrund für die aktuelle Mordserie zu sein scheint.

Immer wieder tauchen Wendungen auf, Spuren und Hinweise, die sich jedoch dann als „falsche Fährten“ erweisen und man weiß bis zum Schluss nicht, was wirklich damals geschah und wer hinter den Morden an den Ruppertshainer Einwohnern steckt. So bleibt die Spannung garantiert und man fiebert bis zur letzten Seite mit.

Pia Sander kommt in diesem Krimi in den Ermittlungen die leitende Rolle zu, da Oliver doch sehr damit zu kämpfen hat, objektiv zu urteilen und sich nicht zu sehr von den schmerzhaften Erinnerungen an die eigene Kindheit leiten zu lassen… immerhin kennt sowohl die die jetzigen Opfer seit Kindertagen als auch die nun Verdächtigen und deren Familienmitglieder. Diese innere Unruhe beschreibt Nele Neuhaus sehr gut; allerdings könnte man sich fragen ob hier „im richtigen Leben“ nicht schon eher die Entscheidung getroffen worden wäre, Oliver von den Ermittlungen abzuziehen.

Sehr positiv habe ich die Tatsache empfunden, dass das Privatleben der Ermittler wohl thematisiert wird, allerdings in diesem 8. Fall von Pia und Oliver einen wesentlich geringeren Platz im Buch hat. Dies mag daher rühren, dass das Privatleben von Oliver in gewisser Hinsicht Teil der Ermittlungen ist, und man daher das Gefühl hat, dass stets eher die Ermittlungen im Vordergrund stehen beziehungsweise alles Geschriebene automatisch mit den Ermittlungen in Verbindung steht. Unwichtigere Aspekte, wie beispielsweise Olivers Umgang mit seiner Exfrau Cosima rücken in diesem Band deutlich in den Hintergrund.

Beeindruckt war ich zuweilen auch von den genauen Beschreibungen und Erläuterungen der Forensiker und Kriminalbeamten im Laufe der Tatortuntersuchungen und der Autopsien. Hier scheint die Autorin wirklich ihre Hausaufgaben zu machen und genau zu recherchieren.

Genau diese Detailliertheit wird einem als Leser aber auch an anderer Stelle vielleicht etwas zu viel. Nele Neuhaus beschreibt oft die Landschaft, Atmosphäre, … sehr ausführlich, was zuweilen zu kleinen Längen führt.

Nele Neuhaus bereitet in diesem Buch außerdem schon gekonnt das Terrain für einen weiteren Band vor, in dem Pia Sander leitende Funktionen übernehmen wird. Oliver von Bodenstein möchte sich ein „Sabbatical“ genehmigen und um diese Lücke im K11 zu schließen, wird den beiden schon in diesem Band in der Person des  Tariq ein sehr kompetenter und wissbegieriger junger Polizist zur Seite gestellt.

Insgesamt ein sehr stimmiger Kriminalfall, der absolut lesenwert ist, auch wenn er manchmal kleine Längen hat.

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Véro

So werfe den ersten Stein …

denn-keiner-ist-ohne-schuldDeborah und Simon St. James wollten eigentlich einen gemütlichen Urlaub in dem recht einsamen Lancashire verbringen. Doch dann stellen sie fest, dass der Dorfpfarrer vor kurzem auf sehr verdächtige Art und Weise starb. St. James, der sofort ein Verbrechen wittert, zögert nicht lange und bittet seinen Freund Thomas Lynley zu Hilfe. Gemeinsam tauchen die beiden Freunde tief in das Leben der Dorfgemeinschaft ein und decken dabei so manches Geheimnis auf.

Der 6. Band der Inspector Lynley Reihe von Elizabeth George hat mir bisher am besten gefallen. Der sonst so ausufernde Schreibstil der Autorin kam mir hier regelrecht gezügelt vor, da sie sich weniger in Details verlor als in manchem Vorgängerbuch. In gewohnt ruhiger Manier schildert sie den Tathergang und schafft es, den Leser zweifeln zu lassen. Natürlich sind ihre Beschreibungen des Dorfes, dessen Einwohner und dessen Geschichte nach wie vor sehr ausführlich, doch ich empfand es nicht als übertrieben oder langatmig.

Das Privatleben der Ermittler wie immer eine wichtige Rolle. Vor allem mit Barbara Havers leide ich immer richtig mit. Deborah und Helen wirken manchmal doch sehr divenhaft und neigen dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen. Dennoch versprüht vor allem die wilde, kaum zu bändigende Helen manchmal einen Jungmädchen-Charme, der sie sofort wieder sympathisch macht.

Ab und zu muss ich schmunzeln über die Art und Weise, wie Lynley und St. James mit Frauen umgehen. Diese stocksteife Art und die Fixierung Lynleys auf eine Hochzeit sind doch ziemlich veraltet und verraten das wahre Alter dieser Bücher. Dies tut der Spannung keinen Abbruch, doch oft leide ich mit Helen und schüttle innerlich den Kopf, wenn Lynley wieder mit diesem Thema anfängt!

Der Tathergang an sich ist, wie immer bei Elizabeth George, sehr logisch aufgebaut und fügt sich am Ende zu einer glaubwürdigen Aufklärung des Falles. Schien der Täter auch von Anfang an klar zu sein, so rätselte ich doch unentwegt welches Motiv der Tat zu Grunde lag. Am Ende wurde ich überrascht und ich konnte den Täter erschreckenderweise sehr gut verstehen. Denn es gab zum Schluss nur Verlierer.

Wer die Inspector Lynley Romane lesen möchte, sollte sie unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen, da das Privatleben der Protagonisten eine sehr große Rolle spielt und man sonst nicht alle Zusammenhänge verstehen kann.

Ich vergebe 4 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Adventskalender – Türchen 11

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Heute möchte ich euch ein kleines Büchlein für die Krimifans unter euch vorstellen. Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, die beiden Autoren der Krimis rund um den Polizeipsychologen Sebastian Bergmann, liefern uns in diesem kleinen Band zwei Kurzgeschichten, welche beide in der Weihnachtszeit spielen.

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Für Sebastian Bergmann, der ohnehin kaum zwischenmenschliche Kontakte pflegt, hasst das „Fest der Liebe“ seit der Tsunami ihm am zweiten Weihnachtsfeiertag die beiden liebsten Menschen genommen hat.

Beide Kurzgeschichten umfassen etwa 50 Seiten und lesen sich recht schnell.

In der ersten Geschichte begleitet Sebastian Bergmann seinen Chef Torkel Höglund trotz einer Absage dann dennoch zu einem Familienfest, dessen Ausgang er durch sein Verhalten entscheidend beeinflusst.

Auch in der zweiten Krimigeschichte bringt Sebastian sich durch sein triebgesteuertes Verhalten in eine missliche Lage: der Ehemann seiner letzten Eroberung kommt unerwartet früh nach Hause, so dass Sebastian sich im Schrank im Schlafzimmer verstecken muss. Dabei sollte er doch eigentlich seine Kollegin Ursula beim Verhör eines Verdächtigen unterstützen. Aber Sebastian Bergmann wäre nicht Sebastian Bergmann, wüsste er die Zeit im Schrank nicht zu nutzen, um dennoch an den wichtige Ermittlungsarbeit zu leisten.

Beide Kurzgeschichten wurden schon zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht und sind demnach vielleicht schon dem ein oder anderen bekannt. Das kleine Büchlein garantiert den Fans der Krimireihe dennoch ein angenehmes Leseerlebnis und verkürzt die Zeit bis zum Erscheinen des nächsten Werkes des Autorenduos.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitchs Wunsch gibt es nur im Doppelpack.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Adventskalender – Türchen 3

adventskalendernureinbuch

Heute geht es in unserem Adventskalender etwas weniger besinnlich zu. Zwar werde ich euch auch heute kein Buch vorstellen, dennoch kommen die Krimifans unter euch bestimmt auf ihre Kosten… und  können ihren kriminalistischen Spürsinn unter Beweis stellen.

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Die „black stories“ sind vielleicht manch einem unter euch ein Begriff. In der „Christmas Edition“ dreht sich in 50 Rätseln alles um das Fest der Liebe. Allerdings geht es hier nicht sehr besinnlich zu: es werden Menschen verhaftet, es kommt zu skurrilen Verletzungen, zu Scheidungen und vielen Todesfällen.

Zuweilen sind die Geschichten recht makaber, allerdings gibt es auch andere Geschichten, die glimpflicher enden.

Die Spielregeln sind sehr einfach: Anhand von Fragen, die nur mit ja oder nein beantwortet werden dürfen, müssen die Spieler das Geschehen erraten, welches auf der Vorderseite mit einer kurzen Geschichte eingeleitet wird.

Um „black stories – Christmas Edition“ spielen zu können, benötigt man mindestens zwei Spieler, ein wenig Fantasie und eine große Portion schwarzen Humor.

Inzwischen gibt es auch die „black stories – Christmas Edition 2„. Spielspaß garantiert!

Altersempfehlung: 12-99 Jahre, Spieldauer: 2 – 222 Minuten

Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitch mag es heldenhaft.

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Ein paar Opfer zu viel

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Zum Inhalt:

In Wien hält ein Frauenmörder die Polizei in Atem. 4 Leichen gab es bisher und alle wurden sie auf Baustellen ein und desselben Bauleiters aufgefunden. Da die Polizei im Dunkeln tappt, wird Marlies Mittermann die Leitung der Ermittlungen zugeteilt… sehr zum Leidwesen ihres Noch-Ehemanns Helmut, der die Ermittlungen bis zu dem Zeitpunkt leitete.

Schon nach kurzer Zeit scheint Marlies den Täter gefunden zu haben. Doch als dieser in Untersuchungshaft sitzt, taucht ein 5. Opfer auf …

Meine Meinung:

Dieser Krimi konnte mich nur bedingt überzeugen. Die Protagonistin Marlies Mittermann konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, da sie mir im ganzen Verlauf der Handlung nicht recht sympathisch wurde. Ihr Ehrgeiz mag für die Ermittlungsarbeit wichtig sein, jedoch stand er gerade dabei auch teilweise im Weg, da sie sich und ihren Kollegen unbedingt beweisen möchte, dass sie in der Lage ist, den Fall zu lösen. Als die Probleme dann doch größer werden, greift sie auf die Beziehungen ihres Vaters zurück, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Für mich ist Marlies Mittermann etwas unglaubwürdig: sie möchte ihren Weg gehen und jedem beweisen, was sie kann und dass sie sehr wohl in ihrem Beruf erfolgreich sein kann. Die Miete ihrer Wohnung lässt sie sich jedoch von ihrem Vater zahlen und wenn es brenzlig wird, soll dieser es auch beruflich für sie richten.

Die Beziehungsprobleme zwischen Marlies und Helmut waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Dies mag für die Handlung zeitweise wichtig sein, hat mich jedoch stellenweise auch verwirrt.

Schlussendlich war die Auflösung des Kriminalfalls mir zu sehr konstruiert und unglaubwürdig… vielleicht war mir deshalb auch weniger früh klar, wer der eigentliche Täter ist.

Insgesamt hat sich der Krimi sehr gut gelesen, konnte mich jedoch inhaltlich nicht wirklich überzeugen, weshalb es nur für drei Papierblumen reicht.

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Véro

Blinde Vögel

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Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort nahe eines Salzburger Campings gerufen. Dort haben Spaziergänger ein ermordetes Pärchen gefunden: sie wurde erdrosselt, er scheint sich erschossen zu haben und hält die Tatwaffe immer noch in der Hand.

Doch Bea glaubt nicht an einen erweiterten Selbstmord. Schnell wird klar dass die beiden Toten kein Paar waren und  lediglich eine Lyrikgruppe auf Facebook sie verbindet. Beatrice entschließt sich daraufhin dazu, einen Fake-Account zu erstellen um so undercover in der Facebookgruppe ermitteln zu können.

Schon bald gibt es weitere Todesfälle, die allesamt als Selbstmord durchgehen könnten. Kaspary und Wenninger lassen sich jedoch davon nicht täuschen …

Meine Meinung:

Ursula Poznanski legt mit diesem zweiten Band der Reihe um das Ermittlerduo Kaspary/Wenninger erneut einen spannenden Thriller mit einem für mich sehr unvorhersehbarem Ende vor.

Beatrice Kaspary und Florin Wenniger sind äußert sympathische Protagonisten und die Tatsache, dass das Privatleben der beiden auch immer wieder thematisiert wird, lässt die beiden gleich noch authentischer wirken.

Auch die eingestreuten Facebookposts, die Gedichte und die kurzen Passagen aus der Sicht des Täters fördern den Lesefluss und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich weder den Täter noch das Motiv im Vorfeld auch nur ansatzweise erahnen konnte. Dennoch zweifelt man zu keinem Zeitpunkt an der Glaubwürdigkeit der Handlung.

Alles in allem ein gelungener Thriller, der Lust auf den Folgeband macht.

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Véro

Den Düwel ook, dat war knapp …

OberwasserKommissar Jennerwein ermittelt in seinem vierten Fall und hat es diesmal mit dem mysteriösen Verschwinden zweier BKA-Beamten zu tun. Da die beiden Beamten während einer verdeckten Ermittlung verschwunden sind, darf Jennerweins Team nicht offen ermitteln sondern muss einen Vorwand für ihre Tätigkeiten im Kurort schaffen: So wird ein Wilderer-Jäger Konflikt inszeniert um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Ehe man sich versieht, befindet sich Jennewein in einem Wettlauf gegen die Zeit! Wird er die beiden Beamten noch rechtzeitig finden?

Jörg Maurers Schreibstil ist einzigartig: humorvoll, verspielt und urbayrisch. Während dem Lesen fühlt man sich den Oberbayern derart verbunden, dass man am liebsten das Dirndl aus dem Kleiderschrank hervorzaubern würde. Doch neben dem ausgereiften Lokalkolorit spart der Autor nicht an Spannung und liefert stets wohldurchdachte, ungewöhnliche Mordfälle. Es handelt sich hier um einen Wohlfühlkrimi, denn Jörg Maurer verpackt die gruseligsten Szenarien in eine solch urkomische, bayrische Atmosphäre, dass man diese Verbrechen mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt.

Die Handlung an sich ist schlüssig und logisch aufgebaut. Jennerwein und sein Team ermitteln gewohnt sorgfältig und auf ihre eigene, unnachahmliche Art und Weise. Zum Schluss bleiben viele Fragen offen, doch der Leser kann sich eigentlich alles zusammenreimen, wenn er es denn möchte. Die drei verschiedenen Handlungsstränge werden am Ende gekonnt miteinander verbunden und runden die Geschichte harmonisch ab.

Die Natur und das Dorfleben werden wie immer sehr anschaulich beschrieben und die vielen bayrischen Einwürfe verleihen dem Buch einen ganz besonderen Charme. Die verschiedenen Protagonisten, allen voran Jennerwein, werden anschaulich beschrieben und treiben das Buch stetig voran. Besonders auffällig ist auch diesmal das Bestatterpärchen, das seine kriminellen Aktivitäten mit Charme und Witz herunterspielt und fröhlich mit einem Mafiaboss kommuniziert. Die Stimmung dieser Alpenkrimis ist einfach zum Schießen und zieht den Leser sofort in ihren Bann.

Des Weiteren war es durchaus lehrreich, die Besonderheiten der Strudel und der Reynolds-Zahl etc. zu entdecken. Obwohl ich mir noch nie Gedanken über die diversen Strömungsverhältnisse eines Wildbachs gemacht habe, fand ich diese Erläuterungen sehr interessant.

Insgesamt ist dieses Buch ein unterhaltsamer und spannender Krimi, allerdings nur etwas für Fans des regionalen Wohlfühlkrimis!

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Christine

Spannend und nicht alltäglich!

Der vierzehnte SteinAdamsberg, Commissaire der Pariser Mordbrigade, jagt ein Phantom das ihn seit seiner Jugend verfolgt. Der Täter mordet scheinbar wahllos, hinterlässt aber immer drei Einstiche am Unterbauch seiner Opfer und bietet den Ermittlern stets den perfekten Sündenbock: Gescheiterte, betrunkene Existenzen die sich an nichts mehr erinnern, dafür aber die Tatwaffe bei sich tragen. So schöpft niemand Verdacht, außer Adamsberg. Er hat den Täter durchschaut und kennt sogar dessen Identität, doch niemand glaubt ihm. Denn sein Verdächtiger ist seit sechzehn Jahren tot, der letzte Mord geschah aber erst vor wenigen Tagen. Während einer Fortbildung in Kanada geschieht dann das Unfassbare! Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden und die Tat trägt die Handschrift des Phantoms. Einziges Problem: Niemand glaubt Adamsberg, der schnell zum Hauptverdächtigen avanciert und selbst nicht weiß, ob er schuldig ist oder nicht …

Fred Vargas hat einen sehr ausgereiften, bildhaften Schreibstil und vermag es, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Nur zu Beginn gab es einige Länge, doch anschließend baut die Spannung sich stetig auf und man fiebert richtig mit Adamsberg mit. Besonders gut haben mir auch die vielen Anspielungen auf den Dialekt der Kanadier gefallen. Diese Übersetzungen sind einfach nur grandios und brachten mich zum Schmunzeln. Die Autorin schafft es, ihren Protagonisten ohne viel Aufhebens eine eigene Identität zu verpassen.

Der einzelgängerische, nicht immer sympathische Adamsberg ist ebenso brillant wie skurril. Seine Gedanken schweifen immer wieder in eine Fantasiewelt ab und er ist bekannt für seine scheinbare Teilnahmslosigkeit. Auf der einen Seite scheint nichts ihn aus der Ruhe bringen zu können, andererseits lässt er aber auch niemanden an sich heran und verlässt sich nur auf sein eigenes Urteil. Die Meinung seiner Mitmenschen blendet er dabei gerne mal aus und hört nur auf seine eigene Stimme. Natürlich stößt dies bei seinen Mitarbeitern nicht immer auf Gegenliebe, dennoch stehen sie alle voll und ganz hinter ihm. Danglard und Retancourt sind genauso einzigartig und anschaulich beschrieben wie ihr Chef und verhelfen dem Buch zu seinem unvergleichlichen Charme.

 Meine absoluten Favoriten sind allerdings Clémentine und Josette, zwei betagte Damen die mit Charme, Witz und Raffinesse brillieren und die Handlung vorantreiben. Besonders Josette besitzt ein unnachahmliches Talent und verhilft Adamsberg aus der Patsche. Fred Vargas hat ein sehr feines Gespür für ihre Charaktere und beschreibt sie sehr liebevoll und menschlich.

Die Handlung an sich ist gut durchdacht und passt zu dem ungewöhnlichen Ermittler. Die Atmosphäre des Buches ist stimmig und die vielen, überraschenden Wendungen lassen das Buch leben. Irgendwie hat man das Gefühl, dass bei diesem Ermittler alles möglich ist und er für alles eine logische Erklärung findet.

Insgesamt ein toller Krimi und sicherlich nicht mein letztes Buch aus dieser Serie.

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Christine

 

Geocaching mal anders …

Fünf

In Abtenau wird eine weibliche Leiche auf einer Kuhweide gefunden. Schnell wird den ermittelnden Beamten klar, dass dies der Auftakt zu einer ganz besonderen Mordserie darstellt. Denn der Toten wurden kurz vor ihrem Tod Koordinaten auf die Fußsohle tätowiert! Als die Ermittler diesen Ort aufsuchen, finden sie dort eine abgehackte Hand und ein Rätsel, das weitere Koordinaten ergibt. Werden sie das Spiel des Täters durchblicken und ihn entlarven können, bevor es weitere Opfer gibt?

Ursula Poznansky versteht es den Leser in ihren Bann zu ziehen. Die Bandbreite der Autorin lässt mich immer wieder staunen. Bisher habe ich „Erebos“ (mein absoluter Liebling) und „Saeculum“ gelesen und diese beiden Bücher sind sehr unterschiedlich, aber äußerst spannend. Mit „Fünf“ zaubert Ursula Poznansky nun ein neues Werk aus dem Hut und auch diesmal überrascht sie mich als Leserin mit einer völlig neuen Idee und Art und Weise. Kein Buch gleicht dem anderen und daher bleibt diese Autorin für mich sehr interessant. Natürlich ist auch „Fünf“ fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und der perfekte Spannungsbogen verhindert, dass man das Buch aus der Hand legt. Die Handlung wird zum größten Teil aus der Sicht der Ermittler erzählt, doch einige, kurze Passagen aus der Sicht der Opfer tauchen treiben das Geschehen voran.

Die beiden Ermittler Beatrice Kaspary und Florin Wenninger sind durchaus sympathisch und bilden ein gut harmonierendes Gespann. Man erhält als Leser auch einen Eindruck in das Privatleben der beiden Ermittler, wobei Bea klar im Mittelpunkt steht. Sie durchlebt gerade eine unangenehme Scheidung und kämpft auch sonst mit ihren Gefühlen. Florin Wenninger wird mir etwas zu perfekt dargestellt, daher war ich ziemlich froh, als er für kurze Zeit die Nerven verlor. Insgesamt hätte ich mir etwas mehr Tiefgründigkeit bei den beiden Ermittlern gewünscht.

Die Handlung an sich ist spannend und mysteriös. Die Verbindung zwischen den Opfern wird einem erst ganz zum Schluss klar, ist aber einleuchtend und logisch. Dennoch könnte der Schluss in meinen Augen etwas ausgebauter sein. Denn während des gesamten Buches wurden die einzelnen Indizien sehr ausführlich dargestellt und erklärt, doch der rasante Schluss bleibt irgendwie in der Luft hängen. Doch vielleicht empfinde ich das auch nur so, weil ich nicht wollte, dass das Buch schon zu Ende ist!

Insgesamt ist dieser Krimi ein toller Auftakt zu einer neuen Serie und er macht richtig Lust auf Geocaching!

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Christine

Eine ganz spezielle Vorliebe für Rothaarige …

Tod in der ProvenceCarpentras, ein malerischer Ort in der Provence. Das Hamburger Ehepaar Hanna und Niklas erbt dort ein halb verfallenes Château. Doch der Traum wird zum Albtraum. In der Nähe des Châteaus findet man eine Frauenleiche – und ihr fehlen die Füße. Hanna erfährt, dass schon früher in der Gegend Frauen verschwunden sind – Frauen mit roten Haaren wie sie. Geht in der Provence ein Serienmörder um, der Körperteile sammelt? Commissaire Albin Leclerc nimmt die Ermittlungen auf. (Quelle: Fischer Verlag)

Pierre Lagrange vermittelt einen eindrucksvollen Einblick in die Schönheit der Provence und schildert deren besondere Atmosphäre ausführlich. Die Beschreibungen der Landschaft und der Geschichte dieser Gegend vermengen sich gekonnt mit der Handlung und so konnte ich mir die Orte zu jeder Zeit bildlich vorstellen. Dieses Buch macht richtig Lust auf die Provence, vorausgesetzt man ist nicht rothaarig! J Des Weiteren zieht sich ein toller Humor durch das ganze Buch, der mich immer wieder schmunzeln ließ. Auch die Ausflüge in die Welt der großen Dichter haben mir sehr gut gefallen und waren sehr informativ.

Albin Leclerc wirkt zwar manchmal mürrisch, hat aber sein Herz am rechten Fleck und ist durchaus sensibel was seine Mitmenschen angeht, sonst wäre er nicht so erfolgreich. Sein Umgang mit Tyson ist einfach nur lustig und herzlich. Er tut alles für den Hund, spielt dies aber andauernd herunter. Dass er mit seinem Wegbegleiter spricht, kann ich sehr gut nachvollziehen, denn ich glaube das macht fast jeder Haustierbesitzer. Seine Hartnäckigkeit zahlt sich aus und so kommt es bald, neben dem privaten Glücksgefühl, auch zu einem beruflichen Erfolg. Denn auch wenn Albin eigentlich Rentner ist, kann er das Ermitteln einfach nicht sein lassen und mischt kräftig mit.

Die Mordserie an sich ist spektakulär, leider ist deren Ausgang aber recht vorhersehbar. Zu Beginn scheint es sich um einen spannenden, eher ruhigen Krimi zu handeln, doch zum Schluss kommt es zu einem heftigen Showdown, der mich eines Besseren belehrt. Bei der Beschreibung der Morde versteht es der Autor, an den richtigen Stellen aufzuhören um die Leser nicht zu verschrecken. Denn die Brutalität der Taten sucht schon seinesgleichen und eine zu detaillierte Beschreibung hätte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu der Atmosphäre des Buches gepasst. Daher ein großes Kompliment an den Autor, der sich nicht dazu verleiten lässt ins Blutige abzudriften, sondern den Leser immer wieder in eine eher entspannte Gemütslage zurückbringt. Der Charme der Provence soll ja nicht zu kurz kommen!

Insgesamt hat dieser Krimi mir sehr gut gefallen, leider war der Ausgang etwas vorhersehbar. Dennoch habe ich erneut festgestellt, dass ich unbedingt einmal zum Urlaub in die Provence fahren muss!

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Christine

 

„gelungans Debüt mid sympatischn Eamittlern“

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Zum Inhalt:

In einem beschaulichen Dorf mitten in Bayern wird der Schweinebauer Anton Huber erschossen im Schweinestall aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass der Schweinebauer im Dorf nicht sehr beliebt war und manch einer der Dorfbewohner ein Motiv für diesen Mord hätte.

Doch dann wird auch die Maria Huber, die Ehefrau des Bauers, ermordet aufgefunden und Alois Schön und sein Ermittlerteam müssen ihre Ermittlungen und die Liste der Verdächtigen überdenken. Es wird immer deutlicher, dass alles auf ein Familiendrama hindeutet.

Meine Meinung:

Ulrich Radermacher hat mit seinem Debüt einen gelungenen Auftakt zu einer Krimi-Reihe mit viel Lokalkolorit vorgelegt.

Schon bei der Beschreibung des Fundortes der Leiche habe ich herzlich lachen müssen:

„Hunderte zukünftige Schnitzel, Koteletts, Haxen und Eisbeine scharten sich um Bauer Huber. … Zwei Spanferkel leckten den roten Saft vom Hals des Verstorbenen. Ob sich die Aufnahme des Menschenblutes durch die Tiere auf den Geschmack der späteren Wurst auswirken würde, interessierte sie nicht. Warum auch? Schweine machen sich keine Gedanken über ihr Leben nach dem Tod.“ (S.7)

Hauptkommissar Schön und sein Team müssen schnell feststellen, dass Anton Huber im Dorf alles andere als beliebt war:

„Jeder Zivilpolizist konnte bestätigen, dass der Tote nicht den besten Leumund im Ort genossen hatte. Die Bewohner, die nicht gut auf Anton Huber zu sprechen waren, teilten sich in zwei Lager: Die eine Hälfte fürchtete die Konkurrenz in Liebesdingen. … Die andere Hälfte hoffte, dass der Gestank im Ort nun endlich vorbei sei.“ (S. 82)

Die Liste der Verdächtigen ist lang, die Motive klar und der Plot gut nachvollziehbar. Der bayrische Dialekt von Kommissaranwärter Martin sowie des Verdächtigen Sebastian Gruber sorgt für Lokalkolorit und stellt den Leser zuweilen vor eine kleine Herausforderung.

Mit Hauptkommissar Alois Schön hat der Autor einen sympathischen Ermittler erschaffen. Die Ermittlungen gehen nicht spurlos an ihm vorbei; vielmehr beschäftigen manche Erkenntnisse den Kommissar auch über Dienstschluss hinaus und lassen ihn sehr menschlich erscheinen. Auch seine Kollegin Natascha Frey macht einen sehr sympathischen und feinfühligen Eindruck.

Zu Beginn hat der Leser den Eindruck, dass es sich bei dem Mord an Anton Huber um einen Nachbarschaftsstreit handelt. Verdächtige und Motive gibt es zur Genüge. Doch dann wendet sich das Blatt als auch Maria Huber ermordet aufgefunden wird und Zeugin Martina Schaf im Verhör pikante Details aussagt.

Zu diesem Zeitpunkt kam bei mir bereits ein Verdacht auf, der sich im Nachhinein auch bestätigte: die Abgründe in der Familie Huber sind sehr tief, die Ehe und das Familienleben wohl mehr Schein als Sein. Auch der Klappentext legt dem Leser schon nahe, dass es sich lohnt, die Mitglieder der Familie etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Dies fand ich etwas schade, da es der Spannung schadet und es eigentlich fortan nur noch um das „Wie?“ aber nicht mehr um das „Wer?“ geht.

Von mir gibt es für dieses Debüt 4 Papierblumen und ich warte gespannt auf den nächsten Fall von Hauptkommissar Schön!

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Véro

Ein „atemberaubender“ Thriller

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Zum Inhalt:

Johannes Thiebeck, der frühere LKA-Kommissar, ermittelt wieder. In einem Berliner Reisebüro geschieht ein grausamer Mord: Dem Opfer wurden die Augenlider, der Mund und die Nase mit Sekundenkleber zugeklebt, so dass es qualvoll ersticken musste.
Die junge LKA-Beamtin Henni Herzog, deren Schwester das Mordopfer gut kannte, wird von Thiebecks ehemaliger Kollegin Jana, sowie deren Partner Mirko Densch, mehr oder weniger von den Ermittlung ferngehalten. Daraufhin beschließt sie, „Johnny“ Thiebeck um Hilfe zu bitten. Nur widerwillig geht dieser darauf ein, doch schon bald packt ihn der alte Ehrgeiz, zumal sich schnell herausstellt, dass es sich beim Täter wohl um einen Serienmörder handelt und dass die Mitglieder der Reisegruppe offensichtlich etwas verschweigen. Was geschah damals wirklich in Irland?

Meine Meinung:

Wie bereits der erste Band „Bulletschach“ konnte auch dieser Band mich vollends überzeugen. Ben Bauhaus versteht es, die Spannung bis zum Ende aufzubauen und seinen Ermittler „Johnny“ Thiebeck auf geniale Weise in Szene zu setzen.

„Ich ermittelte wieder, machte Polizeiarbeit, auch wenn ich offiziell kein Bulle war. All the shit and non of the benefits …“ (S.152)

Der Hauptprotagonist überschreitet mehr als ein Mal die Grenzen der Legalität um zu seinem Ziel zu gelangen und so gelingt es ihm immer wieder, sich so manche wichtige Information schneller als die LKA-Ermittler zu beschaffen. Dennoch (oder gerade deswegen?) willigt Jana ein, Johnny an den Ermittlungen teilhaben zu lassen und er erweist sich auch so manches Mal als große Hilfe. Mit seiner ehrlichen und direkten Art und Weise wächst einem der unkonventionelle Ermittler ans Herz und immer wieder zeigt sich, dass sich hinter der harten Schale dieses Hünen ein sehr weicher Kern verbirgt.

Obwohl einem als Leser recht früh klar wird, dass es wohl zahlreiche weitere Morde geben wird, bevor dem Täter das Handwerk gelegt werden kann, so fiebert man mit den Ermittlern mit, fragt sich, wer wohl das nächste Opfer sein wird, und muss wohl auch das ein oder andere Mal seine eigenen Überzeugungen überdenken, da der Autor immer wieder überraschende Wendungen in seine Fälle einbaut.

Bei diesem Buch handelt es sich definitiv nicht um einen 08/15-Krimi… dafür sorgt schon alleine die brutale und dennoch kreative Vorgehensweise des Mörders. Auch das „Leitmotiv“ des Mörders ist, wie im ersten Band das Schachboxen, wieder ein sehr ungewöhnliches: Diesmal lässt Ben Bauhaus seinen Täter nach den Versen eines irischen Kinderreims handeln.

Schlussendlich tut der direkte Schreibstil (Johnny Thiebeck erzählt in der Ich-Perspektive) sein Übriges dazu, dass man dieses Buch nicht aus der Hand legen möchte, bis man es endlich beendet hat und alle Fragen geklärt sind.

Fazit:

Von mir gibt es die volle Punktezahl, da ich dieses Buch wirklich nicht aus der Hand legen konnte. Ben Bauhaus hat mich ein weiteres Mal überzeugen können und ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band dieser Reihe!

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 Véro

Fesselnd, rasant, nichts für schwache Nerven

Der Federmann

Nils Trojan, Ermittler der Mordkommission der Berliner Polizei, steht vor einem schwierigen Fall. Ein unbekannter Täter tötet blonde Frauen auf bestialische Art und schneidet ihnen nach seiner Tat die Haare ab. Auffälliges Merkmal: Der Täter hinterlässt einen toten, gerupften Vogel auf seinen Opfern. Für Nils Trojan und seine Kollegen beginnt eine rasante Ermittlung und schnell gerät auch der junge Kommissar ins Visier des Täters…

Der einfache aber spannende Schreibstil von Max Bentow trägt enorm zu einer angenehmen, leichten Lektüre dieses Buches bei. Die Geschichte ist sehr spannend und der Tathergang mysteriös, brutal aber auch sehr originell.

Nils Trojan ist ein sympathischer junger Ermittler, dessen Gedankengänge ich zwar nicht immer nachvollziehen konnte, aber das störte mich überhaupt nicht. Seine angekratzte, psychische Verfassung lässt ihn sehr menschlich erscheinen. Vor allem die Tatsache, dass er aus Stolz nicht zu einem Polizeipsychologen sondern zu einer unabhängigen Therapeutin geht, sagt meiner Meinung nach viel über seinen Charakter aus. Er weiß, dass er Hilfe braucht und akzeptiert diese auch, aber bitte zu seinen Bedingungen und ohne seine Stellung als Ermittler der Mordkommission zu gefährden. Er lebt für seinen Beruf und will auf keinen Fall ausgeschlossen werden.

Die Handlung ist gut durchdacht und sehr spannend dargestellt. Das rasante Erzähltempo verleitet den Leser dazu, das Buch regelrecht zu verschlingen da man einfach keine Pause einlegen kann! Das Motiv des Täters hätte meiner Meinung nach etwas ausführlicher erklärt werden können. Die Tat an sich und die Art und Weise, wie er sich Zugang zu seinen Opfern verschafft hat, waren sehr klar beschrieben. Nur bei dem Warum wurden nicht alle Antworten geliefert. Oder aber der Autor weiß, dass dieser Täter in der Fortsetzung der Reihe wieder auftauchen wird und gibt daher bewusst noch nicht alle Geheimnisse preis! Der offene Schluss steuert zumindest ziemlich eindeutig in diese Richtung.

Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil der Reihe, den ich mir so bald wie möglich beschaffen werde. Denn ich muss doch wissen, ob und wie es mit dem Federmann weitergeht!

Ich vergebe 4  Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Das Kirchenoberhaupt auf den Spuren von Sherlock Holmes…

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Zum Inhalt:

Papst Petrus hat die Intrigenspiele im Vatikan satt. Da kommt ihm das Telefongespräch mit seinem Studienfreund Guiseppe gerade recht: kurzerhand beschließt er, den Sommer nicht in Castel Gandolfo zu verbringen, sondern Giuseppes Urlaubsvertretung an der Amalfiküste zu übernehmen, während dieser in den päpstlichen Privatgemächern „Vatikanluft“ schnuppern kann.

Petrus genießt die Zeit in Meravilla in vollen Zügen, doch als dann plötzlich sein Boccia-Partner Raffaele tot aufgefunden wird, beschließt er, nicht zuletzt auf Haushälterin Mariettas Bitte hin, selbst zu ermitteln und herauszufinden, ob Raffaeles Tod wirklich nur Unfall war, oder vielleicht doch Mord. Diese Ermittlungen führen ihn zurück in die 60er Jahre, als das Hotel „Albergo Azzuro“ noch Treffpunkt für heimliche Liebschaften und Affären der Glamourwelt war.

Meine Meinung:

Schon des Cover dieses Krimi verspricht viel: Der Papst liegt mit einem Cocktail in der Hand im Liegestuhl am Strand, neben ihm die „Gazzetto dello Sport“ … da wird die Neugierde wohl nicht nur bei praktizierenden Christen geweckt 😉

Johanna Alba und Jan Chorin schaffen es, in diesem Krimi auf geniale Weise Spannung und Urlaubsfeeling zu vereinen. Die Beschreibung des Hadlungsortes macht Lust auf Urlaub und die Tatsache, dass es von Beginn an gleich mehrere Verdächtige gibt, die etwas mit Raffaeles Tod zu tun haben könnten, garantiert Spannung bis zum Schluss.

Alle Protagonisten sind hervorragend beschrieben und jeder von ihnen birgt sein eigenes Geheimnis. Ob das nun die Vergangenheit als Juwelendieb oder die eigene Herkunft sind, die Autoren verstehen es, die Lebensläufe ihrer Protagonisten so zu gestalten, dass die Handlung nicht abflacht und man keine vorzeitigen Schlüsse über den möglichen Täter und sein Motiv ziehen kann.

Auch die „Ausflüge“ in die 60er Jahre, in denen Jacky Kennedy einen Sommer an der Seite des Fiat-Sprosses Gianni Agnelli in Meravilla verbracht hat, sind geschickt in die Geschichte eingebaut.

Die Tatsache, dass im Laufe der Geschichte auch Petrus Pressesprecherin mitsamt ihrer Tante, sowie sein Privatsekretär in Meravilla auftauchen und in die Ermittlungen eingebunden werden, sorgt für einige humorvolle Momente.

„O sole mio!“ ist bereits der vierte Papst-Krimi von Johanna Alba und Jan Chorin. Die drei ersten Bände habe ich allesamt nicht gelesen und obwohl es zwischenzeitlich kleine Hinweise auf das Geschehen in eben diesen drei Bänden gibt, kann man den Ereignissen im vierten Band dennoch sehr gut folgen und braucht eigentlich keine Vorkenntnisse. Lediglich das Verhalten von Schwester Immaculata, beziehungsweise Papst Petrus Reaktion darauf, kann man wohl besser nachvollziehen, wenn man die anderen Bände kennt.

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Véro