Leichte Kost für zwischendurch

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Zum Inhalt:

Der 33-jährige Christoph hat bei Frauen wenig Erfolg, obwohl er ein guter Zuhörer ist, nicht raucht und sowohl kinderlieb als auch treu ist. Aber dies ändert nichts daran, dass seine Freundin Inga mit einem anderen anbandelt und Christoph das Nachsehen hat.
Auf der Hochzeit seines Freundes Hendrik findet dann Zwenn, der Dritte im Bunde, die Liebe seines Lebens und Christoph erkennt, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss, wenn er seine Traumfrau finden will.

In dieser Situation klingelt Christophs Nachbarin Juli an seiner Tür und fragt, ob er den 11-jährigen Emil hüten kann, da sie im Krankenhaus operiert werden muss.

Emil erweist sich als Flirt-Experte, immerhin arbeitet sein Vater als Flirtcoach. Ob er Christoph dabei helfen kann, die hübsche Zahnärztin Pandora zu einem Date zu überzeugen … ?

Meine Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen ganz unterhaltsamen Roman für zwischendurch, allerdings zeigt er auch leider einige Schwächen.

Zu Beginn hat mich der humorvolle Schreibtstil sehr überzeugt. Allerdings wirkte das Geschehen sehr schnell zu überspitzt: Christophs Freund Hendrik läuft mit einem Stillimitat umher, das unerzogene Kind in der Kita hat einen Doppelnamen und darf schon Kaffee trinken, Christophs Chefin raucht, ist dick und arbeitet kaum, … Anfangs musste ich über diese Begebenheiten noch schmunzeln doch recht schnell wurde es mir dann doch zu viel, und ich hatte das Gefühl, dass kein Klischee ausgelassen wurde.

Der Ausgang des Romans ist außerdem schon recht früh vorhersehbar, was ich ebenfalls etwas schade fand.

Dennoch konnte der Autor mit Wortwitz und sympathischen Protagonisten punkten; besonders der kleine Emil wächst einem schnell ans Herz und man fühlt richtig mit dem Jungen mit.

Fazit:

Das Buch eignet sich gut als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, allerdings darf man sich nicht zu viel Tiefgang erwarten.

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Véro

2 + 2 = 4 oder doch etwa 5?

csm_9783548234106_cover_aeec59b8d8„Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier ist. Gilt dies, ergibt sich alles übrige von selbst.“ (S. 111)

Neunzehnhundertvierundachtzig. Die drei verfeindeten Machtblöcke Ozeanien, Eurasien und Ostasien beherrschen die Welt.
In London, der drittstärksten bevölkerten Provinz Ozeaniens lebt der 39 – jährige Winston Smith. Er arbeitet im Ministerium für Wahrheit und gilt dementsprechend auch als ein gehorsames Parteimitglied (äußere Partei).
Während er seinen Job routiniert verrichtet, den Verlauf der Vergangenheit und Zeitungsartikel der Parteidoktrin entsprechend abändert, wächst in ihm der Zweifel an dem totalitären System.
Unbeobachtet bleiben nur seine Gedanken, während sein Körper dem ständigen Blick des Großen Bruders ausgeliefert ist. Eine fiktive Figur der Parteielite (innere Partei).
Doch wie kann man sich gegen einen derartigen Überwachungsstaat auflehnen und dabei unbeobachtet bleiben?

Der Einstieg in den Roman gelingt überraschend leicht. George Orwell verzichtet auf lange Ausschweifungen und legt seine Konzentration stattdessen auf den gegenwärtigen Moment, in dem sich der Protagonist Winston Smith befindet.
Darüber hinaus verfügt 1984 über einen klaren und verständlichen Erzählstil, der dem Leser ein komplexes Bild von einer bedrückenden und düsteren Zukunft liefert. Schnell wird einem bewusst in welch kalter und grauen Welt sich Winston bewegt. Einer Welt in der dem einzelnen Menschen keine Bedeutung zukommt.

Der Roman besteht aus drei Teilen. Im ersten gewinnt man einen Überblick über das Verhalten der Menschen, sowie viele Einzelheiten über die Denkweise und den genaueren Ablauf in der Gesellschaft des totalitären Überwachungsstaates. Dies ist äußerst detailreich beschrieben und inszeniert eine Tiefe, die den Leser zugleich schockiert, sprachlos werden lässt und gleichermaßen an die Seiten fesselt.
Alles unterliegt einer ständigen Kontrolle. Alles wird beobachtet. Jeder Schritt, jeder Atemzug, jeder Fehltritt und jede Handbewegung. Sowohl in öffentlichen Gebäuden, auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden.
Die Menschen sprechen miteinander, jedoch bleiben diese Konversationen nur an der Oberfläche. Liebe und Freundschaft zählen nicht. Was jedoch zählt, ist die völlige Hingabe für die Partei.
Sogar die Sprache verliert an Stellenwert, Worte werden reduziert. Alles löst sich Stück für Stück auf. Insbesondere die Erinnerung an die Vergangenheit.

„Alles verschwamm in einer Schattenwelt, in der zuletzt sogar die Jahreszahl ungewiß geworden war.“ (S. 63)

Winston Smith unterscheidet sich von den Menschen um ihn herum. Er sieht die Manipulation, die eingeschränkte Freiheit.  Ausschlaggebend ist seine verbliebene bruchstückhafte Erinnerung an seine Kindheit. Doch dies ist gefährlich!

Im zweiten Teil lässt Orwell seinen Protagonisten die Strukturen des Systems klarer wahrnehmen. Und während Winston das Wie? zu verstehen scheint, quält ihn bereits das Warum?.

Mit dieser Frage beschäftigt sich der dritte Teil von 1984. Und während George Orwell eine Weg sucht, uns eine Antwort zu geben, flacht der Roman plötzlich ab. Verliert an Spannung und fällt in sich zusammen. Leider scheint sich der Autor in seinen Theorien zu verstricken, die zwar sehr ausführlich beschrieben werden, jedoch trotzdem kaum Antworten geben, sondern nur noch mehr Fragen aufwerfen. Vieles bleibt unbeantwortet…

Als Leser findet man sich plötzlich in der Situation wieder, dass man gedanklich nicht weiterkommt. Die Handlung bleibt an einem Punkt plötzlich stehen und 1984 zieht sich dadurch leider in die Länge.
Und am Ende kann man sich zu Recht die Frage stellen, wo der Widerstand bleibt.

Orwell entwirft ein spannendes und schockierendes Bild von einer Zukunft, welche einige Parallelen zu unseren heutigen Welt besitzt.
Dabei hat mir der Stil des Autors sehr gut gefallen. Sein Roman berührt und schockiert. Ich musste nach der letzten gelesenen Seite tief durchatmen, um mich von dieser Welt zu lösen. Und auch wenn er für mich einige Schwächen zum Ende hin besitzt, ist es dennoch eine wertvolle Lektüre, die einen nachdenklich macht und durchaus interessant zu lesen ist! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Hallo Weltall, hier ist meine Visitenkarte

„Ich träume von der Vergangenheit, davon was hätte passieren können oder passieren sollen oder nie passiert ist. Sie träumen von der Zukunft. Sie sind jung, Sam. Im Augenblick ist Ihnen das nicht klar, aber Sie sind sehr jung.“ (S. 96)

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Wenige Tage nach ihrem Yale-Abschluss starb Marina Keegan mit nur 22 Jahren bei einem Autounfall. Sie war ein Ausnahmetalent, das der Welt brillante Texte voller Lebenslust hinterließ. Selbstbewusst und authentisch schrieb sie über Themen, die sie wie auch viele andere junge Erwachsene beschäftigten: Liebe, Lust, Eifersucht, Selbstzweifel, Geborgenheit, Ablenkung, Familie und Zukunft.
Marina Keegans Stories und Essays feiern den Moment, begeistern durch ihre Hoffnung, sind rhythmisch und klangvoll, melancholisch und geistreich.

Dieses Buch ist ein buntes Sammelsurium an Stories und Essays, die sich in ihrer Thematik voneinander unterscheiden, aber auch eine Gemeinsamkeit haben: sie bringen einen zum nachdenken und genau das ist es, worauf Marina Keegans Texte abzielen.
Sie lassen uns innehalten, unruhig werden, Fragen stellen und inspirieren uns vielleicht sogar dazu die Welt nicht nur oberflächlich zu betrachten, sondern als einen Ort, wo Menschen lieben, zerbrechen und Träume haben.
Und am Ende? Läuft das Leben anders, als wie in unserer Vorstellung ausgemalt. Wichtig dabei ist, dass wir uns vergegenwärtigen, dass es nie zu spät ist etwas zu ändern.

„[…] wenn wir aufgeben und ausgehen, schleicht sich so ein Gefühl in unser kollektives Bewusstsein, dass es irgendwie zu spät ist. Dass uns andere irgendwie voraus sind. Vollkommener, spezialisierter sind. Mehr auf dem Weg, irgendwie die Welt zu retten, etwas zu schaffen, zu erfinden oder zu verbessern. Dass es schon zu spät ist, noch mal ganz von vorne anzufangen […]. Wir dürfen nicht vergessen, dass uns immer noch alles offensteht. Wir können es uns anders überlegen.“ (S. 29 f.)

Das paradoxe daran: mir ging genau dieser Gedanke durch den Kopf, als ich die ersten Seiten dieses Buches gelesen habe. Marina Keegan erschien mir als wäre sie mir voraus, sie die Vollkommene, die auf dem Weg ist die Welt alleine mit ihren Worten zu verbessern. Und ja, sie hat recht. Wir sehen andere Personen (ob in den Medien oder in unserem unmittelbaren Umfeld) und fragen uns, warum schaffen sie es so AKTIV zu sein?
Am Ende ist es doch ein ewiger, nie endender Kreislauf. Denn auch diese Personen haben jenen Gedankengang. Wir sollten unsere Zeit nicht damit vergeuden darüber nachzudenken „wie es sein könnte“ oder „was andere haben“. Wir sollten uns Ziele setzten und unseren Vorbildern folgen – etwas zu tun. Und nicht stehenbleiben und andere dabei beobachten, wie sie laufen und laufen und laufen, sondern selbst dort vorne sein. Und haben wir dass getan, dann können wir später auf unser Leben blicken und Stolz sein, als trübselig über unsere vergeudete Zeit zu trauern.

Aber kommen wir von der Grundessenz zum Aufbau des Buches. Es besteht aus drei Teilen…

Zu Anfang gibt es eine bündige Einleitung von Anne Fadiman, die einst Marina Keegans Dozentin in Yale war. Sie gewährt uns eine Einblick in ihre Erinnerungen an Marina, wie sie war, was sie wollte und was sie antrieb. Man darf Marina und ihren Charakter durch die Augen einer anderen Person kennenlernen und bekommt dadurch vielleicht auch einen andere Blick auf die nachstehenden Texte.

Es folgt ihre Abschlussrede von Yale, die den Titel „Das Gegenteil von Einsamkeit“ trägt und im Titel des Buches aufgegriffen wurde. Sie erinnert den ein oder anderen sicherlich an manch einen amerikanischen Film, wenn am Ende die obligatorische Rede gehalten wird und die Absolventenkappen durch die Luft fliegen…

„Bewegen wir etwas in der Welt.“ (S. 31)

Umso trauriger liest sich natürlich dieser Text, mit dem Blick auf das Schicksal der Rednerin, die kaum Zeit hatte, etwas in der Welt zu bewegen. Aber mit diesem Buch hat sie (wie von ihr gewünscht) ihre Fußabdrücke hinterlassen.

Es folgen insgesamt 9 Stories mit unterschiedlichen Themen:

Kalte Idylle. Diese Kurzgeschichte hat mir am Besten gefallen. Sie handelt von einer jungen Studentin, die über den Tod ihres Kommilitonen trauert. Sie haben sich gemocht, doch dass was zwischen ihnen war, wagten sie noch nicht zu bezeichnen. Hier geht es um Schmerz, Trauer, Wut und ein Tagebuch, welches die Wahrheit offenbart. Man leidet mit Claire und wird von dem eindringlichen melodischen Schreibstil vereinnahmt. Hier wird nichts romantisiert oder beschönigt.

Winterferien. Eine Studentin ist frisch und glücklich verliebt. Sie genießt die gemeinsame Zeit mit ihrem Freund, doch sieht gleichzeitig auch den Verfall ihrer Familie beobachtet, verdrängt und sieht dennoch in welches Unglück sich Liebe verrennen kann.

Vorlesen. Diese Stories hat mich kurzzeitig an „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink erinnert. Eine ältere Frau, die in ihrer Ehe unglücklich ist, liest einem blinden jungen Mann vor und entdeckt dabei ihre Lust und Leidenschaft wieder. Diese Kurzgeschichte hat mir weniger gut gefallen, vielleicht weil sie in einem starken Kontrast zu den zwei vorherigen Stories steht.

Die Naive. Ein Paar, welche sich aufgrund der Ferne auseinandergelebt hat. Stoisch, frustriertes Verhalten führt zu einer Abneigung und ein Spiel offenbart eine Lüge und den wahren Charakter der Person, die man dachte zu kennen. Auch diese Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn das Ende bei mir Fragen aufgeworfen hat.

Des Weiteren gibt es eine Kurzgeschichte, die allein aus E-Mails aufgebaut ist und ein aktuelles Thema aufgreift. Auch eine weihnachtliche Kurzgeschichte ist vorhanden.

Marina Keegan schafft es die Gefühle ihrer Charaktere auf den Leser zu übertragen und das ist wirklich eine Kunst. Schließlich sind die Geschichten immer nur wenige Seiten lang. Ich war beim lesen traurig, müde, frustriert, verwirrt und berührt.
Zwar hat mich nicht jede der Stories zu 100% überzeugen können, aber ich wurde gut unterhalten und wenn man die Einleitung im Hinterkopf behält, weiß man, dass die Autorin selbst sicherlich noch den ein oder anderen Satz verändert hätte…

Zuletzt folgen 8 Essays, die von …

  • der Liebe zum ersten Auto (super unterhaltsam und amüsant zu lesen!)
  • gestrandete Wale und unsere Empfindungen dabei
  • Glutenunverträglichkeit und daraus resultierenden Einschränkungen
  • unserer Erde, Planeten und der Raumfahrt
  • einem Kammerjäger den die Gesellschaft braucht, aber meidet
  • die vermehrten Anwerbung von Studenten in den Consulting- und Finanzsektor
  • dem Fremdsein in der Ferne
  • der Sehnsucht danach, seine Fußspuren zu hinterlassen

… handeln.

Man kann dieses Buch häppchenweise genießen oder (wie ich) an nur einem Tag verschlingen. Mir hat diese Sammlung von unterschiedlichen Texten gut gefallen und ich habe mich machmal in meinen „Kreatives Schreiben“-Kurs an der Uni zurückversetzt gefühlt.
Natürlich kann nicht jede Store überzeugen, denn die Autorin war noch jung, stand am Anfang ihrer literarischen Karriere. Doch ihre eindringliche Erzählerstimme und die dadurch entstehenden Bilder haben mich von Anfang an erreicht und das gesamte Buch hat mich auch zum nachdenken gebracht.

Von mir gibt es vier Papierblumen.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

 

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Bonny

Von Termiten, Stinktieren und hilfsbereiten Polizisten

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Zum Inhalt:

Als Jörg Dreieich im Auftrag des Unternehmens, bei dem er angestellt ist, für wenigstens drei Jahre nach Dallas ziehen soll, reagieren viele Freunde der Familie mit Unverständnis und Kopfschütteln.

Für Jörg und Kathrin steht jedoch schnell fest, dass sie diesen lang gehegten Traum verwirklichen wollen. Und so reist Kathrin ihrem Ehemann, der sich in Texas um ein Haus, die Anschaffung zweier Wagen, … kümmert, schon kurze Zeit später mit den drei Kindern hinterher.

Doch aller Anfang ist schwer: Jörgs Job spannt ihn sehr ein und der Druck, der auf ihm lastet, ist sehr groß. Derweil hat Kathrin mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen: Es müssen Termiten bekämpft, eine geeignete Schule für die beiden Jungs und ein Kindergarten für die kleine Leah gefunden werden, Krankheiten überstanden und ein Stinktier aus der heimischen Garage vertrieben werden. Zudem gilt es, einige behördliche Hindernisse zu überwinden: Kathrin braucht einen internationalen Führerschein und auch die Impfpässe der Kinder müssen erst übersetzt werden. Kathrin muss sich im Supermarkt zurecht finden, was nicht nur wegen der Größe der Shoppingmalls eine Herausforderung ist, sondern auch wegen der Vielfalt an Produkten, die zur Auswahl stehen und von denen Kathrin dennoch kaum eines kennt.

Zum Glück findet Kathrin recht schnell Anschluss: sie knüpft Kontakte mit ihrer Nachbarin und einigen Müttern an der Schule ihrer Kinder. Und auch der Polizist John Hastings zeigt sich sehr hilfsbereit. Allerdings scheint er auch noch andere Absichten zu haben und die Ehe der Dreieichs wird auf eine harte Probe gestellt.

Meine Meinung:

Inke Hamkens legt uns mit diesem Expat-Roman eine humorvolle Schilderung einer Auswanderung vor, in die sie teilweise eigene Erfahrungen einfließen lässt.

Als Leser erwischt man sich oft dabei, dass man über das eine oder andere Klischee schmunzeln muss, das sich zu bewahrheiten scheint. Allerdings gibt es auch Moment, in denen man ins Staunen gerät, weil man sich manches doch ganz anderes vorgestellt oder nicht in der Form erwartet hätte.

Die Anekdoten sind in kurze Kapitel verpackt, was den Lesefluss garantiert. Auch der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass sich das Buch sehr gut lesen lässt.

Obwohl sich die Erlebnisse Schlag auf Schlag folgen wirkt die Story nicht konstruiert sondern sehr authentisch. Die Gefühle der Protagonisten sind gut nachvollziehbar: sowohl Jörgs Leistungsdruck auf der Arbeit als auch Kathrins teilweise Einsamkeit und ihre Sehnsüchte werden sehr glaubhaft geschildert.

Am Schluss nahm die Beziehung der beiden mitsamt ihrer Probleme mir etwas zu viel Raum ein; die Anekdoten rund um die Auswanderung gerieten ein bisschen in den Hintergrund und das Happy End kam mir dann doch etwas zu plötzlich.

Dennoch war die Lektüre dieses Erstlings sehr angenehm und vermittelt vielleicht besser als manche Auswandererdoku im Fernsehen, wie es Menschen ergehen kann, die ihrer Heimat den Rücken kehren um ihr Glück anderswo zu suchen.

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Véro

Vermissen, vergessen und die Sehnsucht nach Sichtbarkeit

„Da war es wieder, ihr Staunen über Russell, ihre Gewissheit. Ich beneidete sie um dieses Vertrauen darauf, dass jemand anders die leeren Teile des Lebens, das man führte, zusammenheften konnte, sodass man das Gefühl hatte, man habe ein Netz unter sich das jeden Tag mit dem nächsten verband.“ (S. 103)

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Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und sehnt sich danach, „gesehen“ zu werden – aber weder ihre frisch geschiedenen Eltern, noch ihre einzige Freundin beachten sie. Dann, an einem endlosen Sommertag, begegnet sie einer Gruppe von Mädchen. Junge Frauen, die nicht von dieser Welt scheinen. Ihr lautes, freies Lachen. Das Haar lang und ungekämmt, die ausgefransten Kleider.
Evie gerät in den Bann der älteren Suzanne und folgt ihr auf die Ranch, tief in den Hügeln gelegen, fernab von ihrer eigenen Welt, in den Kreis von Russell – ein Typ wie Charles Manson.
Weihrauch und Gitarrenklänge. Gerüchte von Sex und wilden Partys, einzelne die von zu Hause ausgerissen sind.
Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben für immer zerstören könnte.

Evie ist im zarten Alter von vierzehn Jahren, als sie den Mädchen von Russells Ranch in einem Park begegnet. Sie sind anders als alle anderen. Erregen die Aufmerksamkeit der Parkbesucher und erzielen damit genau das, was sich Evie, ein noch naives Mädchen, das sich mit den typischen Fragen und Problemen ihres Alters konfrontiert sieht, mehr als alles andere wünscht: gesehen und beachtet zu werden.

„Ich wollte diese Welt ohne Ende.“ (S. 122)

Sie ist unglücklich. Ihre Eltern haben sich getrennt und sind dementsprechend mit sich und ihrem Leben beschäftigt. Der Auszug ihres Vaters hat in ihr ein Gefühl des ‚verlassen werden‘ hervorgerufen und ihre Mutter stürzt sich jede Woche in eine neue Beziehung. Es mangelt an elterlicher Liebe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Evie verfällt, auf ihrer Suche nach Geborgenheit, in unerwiderte Schwärmereien und entfernt sich dabei gleichzeitig von ihrer besten Freundin.
Sie sucht sich selbst und begegnet dabei Suzanne und den anderen Mädchen auf der Ranch.
Es dauert nicht lange und Evie wird von der dortigen Lebensweise umhüllt, wie von einem warmen Mantel. Suzanne zieht sie in ihren Bann. Russell und seine Vorstellung von einer Liebe, die aus jedem Winkel des Lebens strömt, sowie dem Bild einer großen Familie, ist genau das, was sich Evie in dieser Lebensphase wünscht.

Erzählt wird der Moment der ersten Begegnung durch einen atmosphärisch dichten Erzählstil, der mich ab dem ersten gelesenen Satz nicht mehr loslassen wollte. Alleine die beschriebene Szene im Park ist mit einer derartigen Spannung aufgeladen, die auf mich zugleich bedrohlich, als auch fesselnd eingewirkt hat.
Ebenso, wie Evie von den Mädchen in ihren Bann gezogen wird, konnte Emma Cline mich mit ihrem Buch verführen. Es wollte mich nicht mehr loslassen und bis zur letzten Seite war es für mich spannend, Evies Schicksal zu verfolgen.

Im Verlauf der Handlung werden zwei Ebenen miteinander vermischt.
Die Gegenwart erzählt von Evie, als eine gezeichnete Frau im mittleren Alter, die mit den Erlebnissen ihrer Vergangenheit keineswegs abgeschlossen hat. Stattdessen wird sie von von ihren Erinnerungen noch immer verfolgt. Sie will vergessen, doch gleichzeitig existiert in ihr auch ein Gefühl des ‚Vermissen‘. Eine Sehnsucht, nach dem Jahr 1969. Eine Sehsucht nach der Vergangenheit. Evie Boyd ist gealtert, sie hat kein Geld. Das Erbe ihrer Großmutter ist längst aufgebraucht und in diesem Zustand ist sie in dem Ferienhaus ihres alten Freundes untergekommen.

In der Nacht wird sie von einem Geräusch geweckt. Angst überkommt sie, sowie die Erinnerung an eine längst vergangene Nacht. Es gibt parallele Rückblenden, die sich mit der Gegenwart vermischen. Hierdurch entsteht ein Spannungsaufbau, der überaus gelungen ist.
Was ist in dieser Nacht passiert? Das bleibt dem Leser teilweise verborgen, man kann es nur erahnen, doch diese Frage begleitet einen durch den gesamten Roman.

Mir hat es gefallen, wie Evie immer wieder in die Erinnerungen ihrer Vergangenheit abdriftet. Man bekommt beim Lesen ein Gespür dafür, warum sich die Vierzehnjährige auf der Ranch geborgen fühlt und bekommt gleichzeitig mit, wie sie verblendet die Realität ausblendet, bis zum späteren Erwachen…

Außerdem hat mir der klare Blick der Autorin auf die Handlung gefallen. Ihr glasklarer Erzählstil, der mich so manches Mal an einen giftigen Pfeil erinnert hat und mich dementsprechend schmerzhaft erwischen konnte. Es ist wirklich toll, wie einige Abschnitte ausklingen und wie man teilweise auch zwischen den Zeilen lesen muss. Zudem lebt das Buch von seinen klaren Bildern, die beim Lesen entstehen.

„Die Welt mästet sie mit der Verheißung von Liebe. Wie dringend sie sie brauchen, und wie wenig die meisten von ihnen je bekommen werden. Die klebrig süßen Popsongs […]. Dann werden ihnen die Träume mit brutaler Kraft weggenommen; die Hand, die an den Knöpfen der Jeans zerrt, dass niemand hinsieht, wenn der Mann im Bus seine Freundin anbrüllt.“ (S.151)

An manchen Stellen wirkt der Schreibstil vielleicht sogar überladen, verkitscht und zu gewollt. Mir allerdings hat der Stil von Emma Cline dennoch sehr gut gefallen.

„Lasuren von buntem Licht, mein Gesicht ins Gespenstische spielend und erblassend, während ich mich durch den künstlichen Tag klickte.“ (S. 69)

Zwischenzeitlich hat der Roman aber auch seine Längen. Insbesondere auf den ersten Seiten ist dies der Fall. Es sind ungefähr vierzig Seiten, die Evies familiäre Verhältnisse betreffen. Ihre Sehnsucht nach elterlicher Liebe und die familiären Verhältnisse sind zeitweise ermüdend.

Dennoch haben mich die drauffolgenden und auch die ersten Seiten gepackt und mich gleichzeitig fasziniert, mit welchem klaren Blick hier die Gefühle einer Vierzehnjägiren beschrieben werden. Sätze, wie „Die einzigen Teenager im Städtchen schienen sich auf grausig provinzielle Arten selbst umzubringen.“ (S. 14) erzeugen beim Lesen Gänsehautmomente.
Evie Boyd ist von ihrer Vergangenheit gezeichnet. Man spürt in jedem Augenblick ihre gleichzeitige Überlegenheit, dass sie mehr über das Leben weiß, als alle anderen und ebenso will sie dieses Wissen am liebsten abschütteln.

Zusammenfassend sei gesagt, dass dieses Buch die Meinungen verständlich spaltet. Mir hat es gut gefallen und es konnte mich auch durch seine eindringliche Art begeistern. „The Girls“ hat mich in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite nicht loslassen wollen.
Es sei aber auch gesagt, dass es hier im Wesentlichen um die Geschichte und die Psyche eines vierzehnjährigen Mädchens geht, sowie um ihr späteres Ich und den Umgang mit der Vergangenheit. Einen vertieften Einblick in ein Hippie-Kommune, in den Verstand von Russell und seine Absichten darf man jedoch nicht erwarten. Hier liegt keineswegs der Kern der Betrachtung und für mich war dies auch keine Notwendigkeit. Stattdessen geht es um ein Mädchen, welches sichtbar werden möchte und dabei in einen Strudel gerät, den sie nicht hat kommen sehen.

Mich konnte dieser Debütroman von Emma Cline begeistern und daher vergebe ich 5 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

„Man stirbt allein.“

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Fredrik Welin, ein ehemaliger Arzt, lebt auf einer einsamen Insel in den schwedischen Schären, seit er nach einem Kunstfehler seine Arbeit als Chirurg aufgegeben hat.
Nun erwacht er eines Nachts und muss mit Schrecken feststellen, dass sein Haus in Flammen steht. Fast sein ganzes Hab und Gut verbrennt… ihm bleibt lediglich der Bootsschuppen und der Wohnwagen seiner Tochter, die Kleider, die er beim nächtlichen Brand getragen hat, zwei linke Gummistiefel, sein Boot und sein Auto. Außerdem steht schnell der Vorwurf im Raum, dass Welin selbst der Brandstifter sein könnte …

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, allerdings wurden diese leider nicht wirklich erfüllt.

Der Brand von Welins Haus wird recht schnell zur Nebensache, und auch als weitere Häuser brennen, nehmen die Ermittlungen keinen wirklich zentralen Raum in diesem Roman ein.

Vielmehr handelt es sich um ein Buch, in dem der Autor (Mankell), wohl selbst Abschied vom Leben nimmt und sich mit Alter, Einsamkeit und Tod auseinandersetzt.

„Plötzlich fragte ich mich, wie ich den Schmerz und die Trauer ertragen sollte, die mich erfasst hatten. Ich war zu alt, um neu anzufangen. Die Zukunft war stumm. Ein Ausweg war weder zu hören noch zu sehen.“ (S.38)

„Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, denen ich begegnete, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich. Das war mir nie so bewusst geworden wie jetzt. Ich befand mich am Rand der Gesellschaft. Ich gehörte zu der Gruppe, die auf dem Weg aus dem Leben heraus war. Hier wurde ich durch jeden Menschen, der mit raschen Schritten zu einem unbekannten ZIel an mir vorbeieilte, daran erinnert.“ (S.253)

„Man stirbt allein. Wenn man geboren wird, hat man zumindestens Gesellschaft.“ (S.355)

Der Schreibstil ist ganz toll und Mankell gelingt es sicherlich, seine Leser zum Nachdenken anzuregen. Auch merkt man, dass er viel von seinen eigenen Überlegungen und Erlebnissen in diesem Roman verarbeitet. Dennoch plätscherte mir die Geschichte zu sehr dahin…

Der Protagonist des Buches ist ein mürrischer alter Kauz, der kaum soziale Kontakte unterhält und mit der modernen Welt hadert. So spielt es für ihn eine große Rolle, dass seine Gummistiefel ein schwedisches Produkt sind und die Tatsache, dass seine neuen Hemden aus China kommen, ist ihm ein Dorn im Auge. Der Postbote Jansson ist der einzige Mensch, zu dem er regelmäßig Kontakt hat und selbst zu seiner Tochter kann er keine wirkliche Beziehung aufbauen.

„Was genau machte uns beide so untauglich für die gewöhnlichen Gespräche ganz gewöhnlicher Menschen?“
(S.177)

„Da ich den Gedanken nicht ertrug, wir würden uns wieder anschweigen, sagte ich nichts dazu. Sie fragte, ob es regnete oder schneite. Das Gespräch übers Wetter ist das Einzige, was schließlich bleibt. Es beruhigte uns beide. Keine Ausrufe, keine stummen, feindlichen Signale.“ (S.368)

Die anfängliche Schwermut nimmt im Verlauf der Erzählung etwas ab. Welin verliebt sich in die weitaus jüngere Journalistin Lisa Modin und erfährt, dass seine Tochter Louise ein Kind erwartet. Als Louise dann in Paris wegen Diebstahls festgenommen wird, beschließt Welin endlich, etwas zu unternehmen und reist nach Paris, um seiner Tochter beizustehen.

Dieser Punkt war für mich eine Art Wendepunkt in diesem Roman, da fortan mehr Handlung in der Geschichte war.

Mit Sicherheit spielt die Erwartungshaltung bei diesem Buch eine sehr große Rolle. Wer hier einen spannenden Krimi erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf diese ruhige Erzählung einlassen kann, wird seinen Gefallen an dem Roman finden.

Dennoch bleiben mir bei diesem Buch, ein recht unsympathischer Protagonist und eine gewisse Langatmigkeit in Erinnerung, so dass es von mir – trotz ganz tollem Schreibstil – nur für 3 Papierblumen gereicht hat.

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Véro

Bumm-bumm, bumm-bumm, …

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Ben Chambers hat eigentlich alles, was er braucht um zufrieden zu sein: eine Frau, ein Haus und genügend Geld, um einigermaßen sorgenfrei leben zu können.

Seine Frau Amy ist eine erfolgreiche Anwältin; Ben hingegen hat sein Studium abgebrochen und nie seinen Traum, Tierarzt zu werden, verwirklicht.

Eines Tages sitzt ein kleiner Roboter im Garten der Chambers. Tang, so heißt der  Roboter, scheint schon ziemlich alt zu sein und ist mit Öl beschmiert. Mit den Androiden, die es in fast jedem Haushalt gibt, kann er nicht konkurrieren.

Ben versucht in Erfahrung zu bringen, wo der kleine Kerl herkommt und weshalb er in ihrem Garten sitzt, doch so richtig will Tang nichts preisgeben. Dennoch folgt er Ben nun auf Schritt und Tritt und versucht Freundschaft mit ihm zu schließen.

Dann verlässt Amy Ben und Ben entdeckt zufällig, dass Tang Flüssigkeit verliert. Er trifft eine  Entscheidung: Tang muss repariert werden und Ben setzt, entgegen aller Erfahrungen, alles daran, dem kleinen Kerl zu helfen … auch wenn er dafür um die halbe Welt reisen muss.

Meine Meinung:

Deborah Installs Debüt ist herzerwärmend. Der kleine Roboter Tang hilft Ben dabei, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen und dies geschieht ganz nebenbei auf einer Reise, die die beiden eigentlich machen, um Ersatzteile für Tang zu besorgen.

Ben, der bisher eigentlich nur in den Tag hineingelebt hat, sein Leben mit dem Erbe seiner Eltern finanziert und keinerlei Motivation zeigt, etwas an dieser Lebensweise zu ändern, übernimmt plötzlich Verantwortung für ein anderes Wesen.

„Er ist fast wie ein Kind, und Sie scheinen mir der perfekte Vater zu werden.“ (S.202)

Tang, der anfangs nur wenige Wörter spricht, entdeckt mit Ben die Welt, lernt sprechen und Zusammenhänge zu verstehen. Schlussendlich ist es der kleine Roboter, der Ben zeigt, worauf es im Leben wirklich aufkommt und der es schafft, dass Ben sich endlich aufrappelt.

„Er hatte nicht gemerkt, dass er mir verzieh, weil niemand es ihm beigebracht hatte, was Verzeihung war. Doch von all den komplexen menschlichen Gefühlen, für die er sich hätte entscheiden können, schien er ausgerechnet die Liebe zu verstehen.“ (S.201)

Die kindliche Logik des kleinen Roboter verblüfft den Leser immer wieder und mehr als einmal erkennt man, wie viel man doch eigentlich von Kindern lernen kann, wenn man sich darauf einlässt.

Auch die Tatsache, dass Tang im Laufe der Geschichte immer wieder kritisch und skeptisch beäugt wird, weil er „nur“ ein Roboter ist, der zudem scheinbar in Eile zusammengesetzt wurde, gibt dem Leser zu denken. Fast alle Personen, denen Ben und Tang auf ihrer Reise begegnen, setzen auf die hochmodernen Androiden die wohl einige Aufgaben erledigen können aber keinerlei Emotionen vermitteln. Tang wird von der Autorin hingegen ganz anders gezeichnet. Wohl merkt man stets, dass es sich um einen Roboter handelt, aber dennoch zeigt er sehr viele menschliche Züge und oft hat man als Leser das Gefühl, dass Ben väterliche Gefühle für dieses kleine Wesen hegt, das einem Kind in seinem Verhalten sehr ähnelt.

Der Schluss der Geschichte mag etwas vorhersehbar und vielleicht sogar etwas kitschig sein, aber dies tut dem Lesevergnügen nicht den geringsten Abbruch.

„Der Roboter, der Herzen hören konnte“ ist ein wunderschönes Buch mit unglaublich sympathischen Protagonisten. Als Leser muss man oft schmunzeln und manchmal läuft man sogar selbst Gefahr, etwas „undicht“ zu sein. 😉

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Véro

Ein Kampf gegen die Wut der eigenen Gedanken …

Die KrankheitensammlerinFiona ist eine junge, mit Komplexen beladene Frau die ihr Leben nicht so richtig in den Griff kriegt. Sie hat zwar einen Job, fühlt sich aber sehr einsam und leidet unter ihrem schwachen Selbstwertgefühl.

„Versager wie ich sind also prädestiniert dazu, Versager zu bleiben. Einsamkeit ist Einsamkeit ist Einsamkeit“ (60%)

An Sylvester beschließt sie, ihr Leben umzukrempeln und sich neu zu erfinden. Sie will alles und zwar sofort… Daher setzt sie sich enorm unter Druck und ist nicht mehr in der Lage, auf die Warnsignale ihres Körpers zu hören. Sie droht die Kontrolle zu verlieren …

Kia Kahawa erzählt die Geschichte der jungen Frau in einem sehr lockeren, flüssigen Schreibstil und besticht mit einem teilweise beißenden Humor.

Fiona leidet unter ihrem Aussehen und hat Minderwertigkeitskomplexe. Für eine sehr lange Zeit sind ihre einzigen Ansprechpartner ihr bester Freund Paul und ihre Chatbekanntschaft Thilo. Ihr Privatleben ist also nicht wirklich erfüllend und treibt sie in die Verzweiflung und in eine Depression. Immer wieder streitet und diskutiert sie mit sich selber, sie bildet sich ein, dass ihr Smartphone sie verhöhnt, weil es sich langweilt und ihre Motivationsstimme bremst sie aus und erniedrigt sie. Fiona hat psychische Probleme, die aus ihren Komplexen heraus entstehen. Als wäre sie damit noch nicht genug gestraft, leidet sie außerdem noch an einer Schilddrüsenunterfunktion und muss täglich Medikamente einnehmen, um dem müden Organ auf die Sprünge zu helfen.

Doch an Sylvester soll sich alles ändern. Fiona will ihr Leben umkrempeln und wirft alle alte Gewohnheiten über Bord. Ihre Depression schlägt in eine ausgewachsene Manie um, doch die junge Frau schlägt alle Warnungen in den Wind. Sie achtet nicht auf sich sondern überfordert Körper und Geist. Ihre Handlungen bleiben zwar zu jeder Zeit logisch und nachvollziehbar, doch sie übertreibt maßlos. Sie ist dermaßen euphorisiert, dass sie gar nicht merkt, wie sie sich verändert und zugrunde richtet. Sie sieht nur ihr Ziel vor Augen: Eine neue Fiona soll entstehen – und zwar sofort! Die Tabletten und die Manie bestimmen schließlich ihr Denken und verändern ihre Persönlichkeit. Es ist immer wieder erschreckend, welche Macht bloße, ungesunde Gedanken über einen Menschen besitzen. Irgendwann sitzt man in der Falle und kann dem inneren, ganz persönlichen Teufelskreis nicht mehr entfliehen. Dabei geht Fionas Wandlung ja ansatzweise in die richtige Richtung, doch sie kennt keine Grenzen und schießt weit über das Ziel hinaus.

„Ich erlaube mir, mein Gegenüber hässlich zu finden. Das ist doch bestimmt schon ein guter Fortschritt meiner neuen Lebensweise und der Tabletten, die ich einnehme: Hasse nicht dich selbst, sondern andere, dich nichts dafür können!“ (82 %)

 Doch eigentlich sieht sie ziemlich klar, was um sie herum vorgeht.

„Das ist doch alles nicht echt, so viel in unserer Welt ist oberflächlich und aufgesetzt…“ (81%)

Sie prangert die Missstände in unserer Gesellschaft an und ist sich deren bewusst, dennoch tut sie alles dafür, sich dem weiblichen Idealbild der Gesellschaft anzupassen. Sie nimmt ihre Umgebung und ihre Mitmenschen sehr genau wahr und ist sehr aufmerksam, doch sie zieht leider oft die falschen Schlüsse. Sie ist überzeugt, dass jeder sie kritisieren möchte oder sich über sie lustig macht. Diese Einstellung hemmt sie natürlich und hat so einen negativen Einfluss auf ihre sozialen Kontakte.

Ich finde es erschreckend, dass niemand in ihrer Umgebung auf ihre Situation aufmerksam wird und ihr hilft. Die Ärzte versuchen es auch nur halbherzig, denn irgendwie muss sie ja an die Pillen herangekommen sein. Oder erhält man diese Pillen in der Hunderter-Vorratspackung? Auch ihr angeblich bester Freund meldet sich einfach gar nicht mehr, anstatt seine Freundin direkt auf deren Probleme anzusprechen. Er lässt sie im Stich und weist sie ausgerechnet in dieser schwierigen Phase von sich…

Alles in allem ein gelungener Roman, der sich angenehm liest und dessen Protagonistin mit einer gehörigen Portion Sarkasmus und Ironie gerade noch die Kurve kriegt.

Ich vergebe 4 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Liebe geht durch den Magen… Mord manchmal auch!

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Zum Inhalt:

„In „Rosenliebe und gefährliches Risotto“ geht es um Dornröschens Schwester auf Selbstfindungstrip, Hochzeitstage mit Apfelrosengeschmack, wieder gefundene Jugendlieben und schicksalshafte Friedhofs-Begegnungen. Die Autorinnen Paula Carlsson, Sigrun Dahmer, Anke Gasch, Ina Glückauf, Pascale Graff, Thea Haanen, Nadin Hardwiger, Katrin Jacob, Susanne Keil, Britta Meyer und Bettina Wagner schildern die Glückssuche im Alltag und in den Alpen. Zwölf Geschichten, zauberhaft garniert von romantischen Risotto-Rezepten, Rosen-Trüffeln und Veilchenmuffins – mit einem Schuss Kornblumenlikör und einer Prise ‚So isses’. Lesen Sie los und kochen Sie sich glücklich!“

Meine Meinung:

Das Buch enthält 12 Kurzgeschichten, die sich allesamt sehr gut lesen lassen. Ich hätte mir wesentlich mehr Kurz-Krimis erwartet, doch diese Gattung kommt in dem Buch meiner Ansicht nach etwas zu kurz. Zumindest bin ich bei diesem TItel von deutlich mehr „Mord und Totschlag“ ausgegangen.

Mir haben dennoch auch die Liebesgeschichten fast alle  ganz gut gefallen, auch wenn die eine oder andere etwas vorhersehbar war und mir der Überraschungseffekt ein wenig fehlte.

Die Rezepte sind meist granz treffend ausgewählt und passen gut zu den Geschichten. In manchen Geschichten spielt das entsprechende Rezept sogar eine Rolle.

Ein klein wenig stört mich bei den Rezepten die Auswahl der Zutaten, weil hier oft Zutaten verarbeitet werden, die man nicht ständig zu Hause hat und von denen ich auch auf Anhieb nicht wüsste, wo ich sie herbekommen könnte. Ein Rezept habe ich jedoch inzwischen ausprobiert: den „Apfelrosen-Kuchen mit Heidelbeeren“.

Das Grundrezept für den Kuchen ist sehr einfach und gelingt leicht, allerdings war es eine richtige Geduldsprobe die Apfelrosen zu formen. Hier hat mir eine klarere (vielleicht sogar bebilderte) Anleitung gefehlt.

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Dennoch: das Resultat schmeckt ganz überzeugend und ich werde bestimmt bei Gelegenheit auch weitere Rezepte, wie zum Beispiel die Kartoffelsuppe mit Petersilienpesto oder das Lachsrisotto ausprobieren.

Fazit:

Die Kurzgeschichten eignen sich gut zur Lektüre für zwischendurch. Einzelne sind etwas ausbaufähig und man sollte sich vomTitel nicht in die Irre führen lassen und zu viel Krimi erwarten. Ich vergebe 3 Papierblumen.

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Véro

„döden, döden, döden!“

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Zum Inhalt:

Im Altenheim Abendhain geschehen ungewöhnliche Dinge. Erst stirbt ein junger Koch, dann wird ein Sozialarbeiter entlassen, es ist von Vergewaltigungen die Rede und die Krankenakten und Abrechnungen scheinen manipuliert zu werden. Als dann auch noch „unliebsame“ Bewohner des Altenheims scheinbar „dement gemacht“ werden, steht für die rüstigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa fest, dass sie etwas unternehmen müssen und ihre Tage nicht nur mehr mit Kartenspielen und Rotwein verbringen können. Offensichtlich hat Oberschwester Virpi ihre Finger bei den zwielichtigen Vorfällen im Spiel und den drei Damen steht ein gewaltiges Abenteuer bevor, bei dem sie sich zuweilen selbst in Gefahr bringen.

Meine Meinung:

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich hatte mir eine lustige Krimikomödie erwartet, doch der mysteriöse Tod des Kochs ist eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich Hauptthema der Geschichte.

Schon zu Beginn hatte ich etwas Mühe in das Buch hineinzufinden. Dies hat wohl zum Teil an den vielen Charakteren und ihren finnischen Namen gelegen, bei denen ich nur schwer den Überblick behielt. Allerdings hat mir auch die Handlung Probleme bereitet, da recht schnell viele mysteriöse Vorkommnisse erwähnt werden, aber der vermeintliche Mordfall kaum zur Sprache gebracht wird.

Bis zuletzt wird nicht richtig aufgeklärt, was nun wirklich mit dem Koch Tero passiert ist. Es werden Vermutungen aufgestellt, die jedoch nie wirklich bestätigt werden. Die Polizei scheint kein wirkliches Interesse an dem Vorfall zu haben und auch als später weitere kriminelle Vorfälle passieren, wird nicht wirklich ermittelt. Stattdessen werden die Bewohner des Heimes damit vertröstet, dass solche Untersuchungen langwierig sind und sie selbst deren Ausgang wohl nicht mehr erleben werden.

Im Verlauf des Romans tauchen immer weitere Charaktere auf, von denen aber auch einige mir nach beendeter Lektüre immer noch ein Rätsel sind.

Interessant war die Darstellung des Alltags im Altenheim sowie in manch anderer Betreuungsstruktur. Diese Beschreibungen haben mich zum Teil sehr nachdenklich gestimmt und man kann nur hoffen, dass die Bewohner in diesen Strukturen in Wirklichkeit besser behandelt werden. Hier werden Einwohner, die die Arbeit des Pflegepersonals anzweifeln, mit zahlreichen kleinen bunten Pillen gefügig oder gar dement gemacht, um sie so „aus dem Weg zu räumen.“ Andere Patienten müssen mit vollen Windeln sitzen bleiben, weil halt nur dreimal täglich Windeln gewechselt werden. Dies zu lesen schockiert. Auch die Tatsache, dass manches Familienmitglied den Verantwortlichen der Altenheime lieber freie Hand bei der Auswahl der Behandlungsmöglichkeiten lässt, statt sich selbst vor Ort vom Wohlbefinden seiner Verwandten zu überzeugen, hinlässt einen bitteren Nachgeschmack und erinnert einen selbst daran, dass man seine älteren Verwandten eigentlich viel öfter besuchen müsste.

Die Gespräche zwischen den drei Hauptprotagonistinen sind zuweilen sehr witzig zu lesen. Wohl dreht sich dabei viel um  das Thema Tod, immerhin sind die drei Damen allesamt Mitte Neunzig und ihre Mitbewohner, Klassenkameraden, … sterben nacheinander, so dass die Freundinnen viel Zeit auf Beerdigungen verbringen. Doch Irma, Siiri und Anna-Liisa schaffen es, dies mit Humor zu nehmen. Ihre Gespräche leiten sie deshalb immer wieder mit „döden, döden, döden“ ein. Die Autorin sorgt hier zusätzlich für Situationskomik, indem sie eine der Damen einen Tisch für ein Klassentreffen reservieren lässt, was sich als recht schwierig erweist, wenn man nicht weiß, wie viele ehemalige Mitschüler am besagten Tag noch leben werden. Auch die Szene, in der die drei Rentnerinnen irrtümlicherweise auf einer falschen Beerdigung landen, war recht lustig.

Dennoch war die Geschichte meiner Ansicht nach zuweilen recht langatmig und konnte mich nie ganz in ihren Bann ziehen. Aus dem Grund gibt es von mir nur 3 Papierblumen.

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Véro

Manchmal muss man einfach „ausbrechen“!

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Zum Inhalt:

Robert Koch hat mit seinen 32 Jahren eigentlich alles, was er sich wünscht… das denkt er zumindest. Er ist erfolgreich in seinem Job, wohnt mit seiner hübschen Freundin Jasmin in einer stilvoll eingerichteten Wohnung, hat einen schicken Porsche in der Garage stehen und ganz nebenbei ist Jasmin die Tochter seines Chefs und wird wohl irgendwann die Firma leiten.
Doch je mehr Rob darüber nachdenkt, desto unwohler fühlt er sich in seinem Leben. Die Shoppingtouren mit Jasmin, deren Mutter und ihrem Berater in Sachen Modefragen, die Opernbesuche und die Pferderennen, … das alles ist nicht wirklich seine Welt. Auch Jasmins Freunde öden ihn regelrecht an. Für seine eigenen Freunde hat er jedoch kaum noch Zeit und ihm wird klar, wie sehr er die lustigen Abende mit Holger und Leo vermisst. Also beschließt er, sich mit den beiden zu treffen … mit weitgreifenden Folgen. Resultat dieses Treffens sind der Auftritt in einer Castingsshow und eine abgesägte Ampel. Mit den Folgen dieser Aktion haben die drei Freunde allerdings nicht gerechnet und während das Ausmaß immer größer wird, ändert sich Robs Leben in so mancher Hinsicht.

Meine Meinung:

René Kortes Debüt gefällt mir recht gut. Die Geschichte liest sich gut und vereint alle Elemente, die ein gelungener Roman braucht: sympathische Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann, ein toller Schreibstil und die nötige Prise Humor, kurze Kapitel, die dem Lesefluss sehr zuträglich sind und sogar die „obligate“ Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz.

Mir haben es besonders der Schreibstil und der Protagonist angetan. René Korte spickt seinen Roman mit witzigen Anspielungen und Wortspielereien: das Einrichtungskaufhaus „Schikea“, die Zeitung „Wild“, „Frau Swantje“ in ihren Holzpantoffeln und die Casting-Show „Eure Stimme – Euer Lied“, kurz „E.S.E.L.“ sind nur einige Beispiele dafür.

Der Protagonist Rob gefällt mir hingegen besonders, weil er sichtlich unzufrieden mit seinem Leben in der Schickeria ist und dies durch kleine Ausbrüche (er zieht beispielsweise jeden Morgen zwei ganz unterschiedliche Socken an) immer wieder verdeutlicht wird. Besonders sein Auftritt auf dem roten Teppich beim Opernbesuch war grandios, allerdings möchte ich da nicht zu viel verraten.

Weiter gefällt mir auch die Tatsache, dass dem Improviationstheater im Buch eine nicht unwesentliche Rolle zukommt, da diese Form des Theaters wohl im Kommen ist, aber dennoch nicht so weit verbreitet ist.

Auch ist das Buch eine Hymne an die Freundschaft und dem Leser wird vermittelt, dass man auf wahre Freunde eigentlich immer zählen kann, egal was man verbockt hat.

„Eine Clique war gut. Bis man vierzehn war. Dann hatte man entweder Freunde oder nicht.“ (S.27)

Der Schluss war für meinen Geschmack etwas zu wenig ausgebaut, allerdings bietet dies dem Autor auch wiederum die Möglichkeit, hier anzuknüpfen für einen eventuellen Folgeband.

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Véro

Eis, Lyrik, Familientradition

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Zum Inhalt:

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Talamini, einer  Familie aus dem Norden Italiens, die sich ganz der Kunst des Eismachens verschrieben hat.
Jedes Jahr im Frühling zieht die Familie nach Rotterdam, wo sie eine kleine Eisdiele betreibt. Die Tradition der Familie verlangt es, dass die Söhne in die Fußstapfen des Vaters treten. Allerdings hat der älteste Sohn Giovanni andere Pläne: er möchte Anglistik studieren und sein Leben der Lyrik widmen. Für diese Pläne hat jedoch in seiner Familie niemand Verständnis, weder der Vater, der der Lyrik überhaupt nichts abgewinnen kann, noch der jüngere Sohn Luca, der das schwere Erbe seines Vaters nun alleine antreten muss. Zwischen beiden Brüdern tut sich eine Kluft auf, die auch nicht kleiner wird, als Luca, der die Jugendliebe der beiden Brüder – die schöne Sophia – geheiratet hat, seinen Bruder Giovanni um einen großen Gefallen bittet.

Meine Meinung:

Mich konnte dieses Buch nicht so recht überzeugen. Zwar erhält der Leser intressante Einblicke in die Kunst des Eismachens und in die Welt der Lyrik und der Poesie, jedoch wollte sich bei mir kein rechter Lesefluss einstellen. Die Geschichte beinhalten viele Zeitsprünge, die nicht immer gleich nachzuvollziehen sind und dem Leser sehr viel Konzentration abverlangen. Auch werden zuweilen Nichtigkeiten sehr ausführlich beschrieben; viel ausführlicher als es von Nöten wäre.

Positiv aufgefallen ist mir die poetische Sprache des Autors. Besonders in den Passagen, die der Herstellung der verschiedenen Eissorten gewidmet sind, hat mich die Wortwahl und die Schreibweise des Autors sehr überzeugt. Hingegen konnte ich den Liebesszenen, die auch teilweise im Buch recht ausführlich beschrieben werden, gar nichts abgewinnen.

Was die Protagonisten angeht, so hat mich besonders die Figur des Vaters, Giuseppe Talamini, sehr beeindruckt. Ernest van Kwast gelingt es auf sehr überzeugende Art, den inneren Kampf dieses von der Arbeit gezeichneten Mannes zu beschreiben.

‚Als alter, verbitterter Mann, gestrandet in Venas di Cadore, sollte mein Vater bekennen: „Zuerst habe ich das Eis gehasst, aber dann fing ich an, auch die Menschen zu hassen, die es bestellten.“ ‚ (S.179)

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, dass es bis auf Seite 230 dauert, bis Luca mit seiner ungewöhnlichen Bitte an Giovanni herantritt. Dieser Episode, wie auch den Konsequenzen, hätte der Autor meines Erachtens mehr Raum schenken können, da es doch ein recht kruzialer Moment in der Familiengeschichte ist, der so viel wichtiger ist als jedes einzelne Literaturfestival und den man nicht einfach so abhandeln kann. Natürlich spielt auch Giovannis innere Zerrissenheit und sein Bruch mit der Familientradition eine große Rolle (die auch sehr gut beschrieben wird), aber mir fehlte dann dennoch eine tiefere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der besagten Bitte von Luca.

Auch der Schluss hat mir nicht so recht gefallen, da hier wieder zwei Zeitebenen vermischt werden, die wohl zeigen sollen, dass die Familiengeschichte sich wiederholt. Allerdings hatte ich anfangs ein bisschen Schwierigkeiten damit und ich hätte mir hier auch einen „runderen“ Schluss gewünscht.

Von mir gibt es aus diesem Grund nur 3 Papierblumen, da das Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist.

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Véro

Wenn das Tanzen Träume wahr werden lässt…

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Zum Inhalt:

Gabor Schöning, ein erfolgreicher Unternehmensberater, hat sein Leben im Griff… zumindest bis zu dem Tag, an dem er die Direktorin einer Sonderschule mit dem Auto anfährt. Die Umstände des Unfalls dürfen unter keinen Umständen ans Licht kommen, und so lässt Gabor sich auf den Vorschlag des Unfallopfers ein: er soll als Wiedergutmachung fünf Sonderschülern Tango beibringen.

Schnell wird klar, dass diese fünf Kids sein Leben gründlich auf den Kopf stellen werden und sie ihm sehr ans Herz wachsen – viel mehr, als er eigentlich zulassen wollte.

Meine Meinung:

Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, den so schnell nichts aus der Bahn wirft. Er hat sein Leben im Griff, kontrolliert seine Konkurrenten ebenso wie seine Gefühle.

„Früher hatte er sein Leben selbst berechnet, Hoffnung hatte darin keinen Platz gehabt. allerdings auch kein einiziges andere Gefühl, ganz gleich ob positiv oder negativ.“  (Pos. 4504)

Doch dann hat der Womanizer einen Autounfall mit Folgen: er fährt eine Radfahrerin um, die sich später als Kathrin Beding, Direktorin einer Sonderschule, herausstellt. Gabor, der mit der Frau seines Chefs unterwegs war, möchte die Umstände des Unfalls unbedingt vertuschen und eine Anklage verhindern. Anfangs scheint dies eine seiner leichtesten Übungen zu werden, doch dann zeigt sich schnell, dass Kathrin ihn durchschaut hat und ihn nicht so einfach davonkommen lassen wird. Gabor muss fortan fünf Schülern Tanzunterricht geben… und dies erweist sich als weitaus schwieriger, als am Wochenende eine Frau in der Milonga-Bar dank seiner Tanzkünste abzuschleppen.

Andreas Izquierdo zeichnet in diesem Buch sehr authentische Charaktere, die man samt ihrer Schwächen und Stärken einfach mögen muss. Der erfolgsverwöhnte Protagonist wird dem Leser schnell sympathisch, obwohl er sich oft in seinem Leben durchmogelt und bestimmt kein sehr rücksichtsvoller Mensch ist. Dennoch fühlt man mit ihm mit, wenn er wieder einmal von der esoterisch angehauchten Schuldirektorin vor die Wahl gestellt wird, ihre Forderungen anzunehmen oder seinen Job zu riskieren. Aus dem egoistischen Gabor wird im Laufe des Romans ein einfühlsamer Mensch, der sich für die Schicksale seiner Schüler interessiert und sich für sie einsetzt – allen Hindernissen zum Trotz. Und dies ist gar nicht so einfach, schließlich soll niemand etwas von dieser Verpflichtung erfahren, da seine Konkurrenten im Job das schamlos ausnutzen würden.

Auch Kathrin Beding muss man als Leser einfach lieben. Wird sie zu Beginn noch (wenn auch vielleicht etwas überzogen) als eine ältere Frau mit Hang zur Esoterik und Unwissenheit in technischen Dingen dargestellt, so offenbart sich sehr schnell, dass sie mit allen Wassern gewaschen ist und genau weiß, was sie tut. Sie hat Gabor wirkliches Wesen erkannt und hilft ihm dabei, sich selbst zu erkennen und zu finden. Dies geschieht oft auf eine sehr subtile Art und Weise und jedes Mal, wenn Gabor meint, sich aus den Fängen der Direktorin wenden zu können, wird er eines besseren belehrt.

„Gott hatte grinsend den Fernseher lauter gestellt und stopfte sich genüssich Kräcker in den Mund.“ (Pos. 1920)

Die fünf Schüler stellt Izquierdo dem Leser vor, indem er jeweils einen typischen Tag in ihrem Leben schildert. Die Kinder sind vom Schicksal teilweise arg gebeutelt und obwohl sie mit ganz unterschiedlichen Problemen (Essstörung, Missbrauch, … ) zu kämpfen haben, haben sie doch auch gemeinsam Angst davor, enttäuscht und zurückgewiesen zu werden. Gabor schafft es, aus dieser kleinen Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft zu machen, die allen zeigt, was wirklich in ihnen steckt.

„Sie haben selbst gesehen, dass so ein Unterricht nicht immer ganz leicht ist. Und ich könnte Ihnen natürlich auch sagen, was Sie alles falsch gemacht haben, aber Fehler sind nicht schlimm, nur eines ist schlimm: wenn Sie diese Kinder im Stich lassen. Denn dann werden sie glaubem, dass sie zu dumm sind, um wichtig zu sein. Und das sind sie nicht!“ (Pos. 791)

Der Schluss dieses Buches hat mich sehr mitgenommen und dennoch schafft Andreas Izquierdo es meiner Ansicht nach, dem Leser etwas Positives mit auf den Weg zu geben.

Mich hat das Buch teilweise an „Der Club der toten Dichter“ oder „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ erinnert, auch wenn der Lehrer kein hoffnungslos optimistischer Pädagoge ist, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Das Buch zeigt dennoch, dass man ganz viel erreichen kann, wenn man nur daran glaubt und dass es sich oftmals auszahlt, sich auf sein Gegenüber einzulassen statt nur an die Karriere und den möglichen Gewinn zu denken.

Von mir gibt es für dieses Buch fünf Papierblumen!

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Véro

Das traurige Leben eines verkannten Genies

Der Sündenfall von WilmslowWilmslow (England) 1954: Der Mathematiker Alan Turing begeht Selbstmord, indem er einen mit Zyanid vergifteten Apfel isst. Für die Polizei ist dieser Fall schnell geklärt, vor allem da Turing aufgrund seiner Homosexualität zu einer „chemischen Kastration“ verurteilt wurde. Nur der junge Polizeiassistent Corell macht sich die Mühe hinter die Fassade zu blicken und beginnt, sich für die Person Alan Turing zu interessieren. Doch seine Nachforschungen werden nicht von jedem mit Wohlwollen gesehen und rasch werden ihm Steine in den Weg gelegt. Denn Alan Turing hat im Zweiten Weltkrieg Unglaubliches für die Alliierten geleistet, doch dies würde die britische Regierung am liebsten für immer geheim halten …

Bevor ich dieses Buch in Händen hielt waren mir weder Alan Turing noch Bletchley Park ein Begriff. Zwar wusste ich, dass die deutsche Wehrmacht ihre Botschaften mithilfe der Enigma-Maschine verschlüsselte, doch ich hatte keine Ahnung von dem Aufwand, den die britische Regierung betrieb um diese Codes zu knacken.

 Erst nach und nach wird mir jetzt klar, welche Leistung die Mathematiker rund um Alan Turing hier vollbracht haben und dieser ganze Entstehungsprozess ist äußerst interessant. Man spürt, dass David Lagercrantz sich zu hundert Prozent in dieses komplexe Thema eingearbeitet hat und er versucht, es dem Leser so verständlich wie möglich zu gestalten. Vor allem im Mittelteil war eine sehr philosophische Debatte über den Ursprung der reinen Mathematik und die Probleme, vor die das Lügnerparadox sie stellte. Diese Diskussion fand ich zwar interessant, aber auch sehr komplex und ich musste mich wirklich konzentrieren um den Inhalt richtig erfassen zu können. Dennoch vermittelte sie einen guten Einblick von Alan Turings Verständnis von Mathematik und seiner Idee, eine mechanische Intelligenz zu erschaffen. Denn Turing ist der Vorreiter des Computers und noch heute wird sein Turing-Test benutzt um Maschinen auf künstliche Intelligenz zu testen.

Der Umgang mit Homosexuellen in der Nachkriegszeit machte mich fassungslos, wütend und traurig zugleich. Alan Turing war zweifellos ein mathematisches Genie, doch er wurde wegen seiner Homosexualität verurteilt und verunglimpft. Nach seiner Verurteilung hatte er nun die „Wahl“ zwischen Gefängnis und einer sogenannten chemischen Kastration. Er entschied sich für Letzteres und musste jahrelang Östrogen zu sich nehmen. Dies veränderte natürlich seinen Körper und als er schließlich Selbstmord beging, hieß es von Seiten des Untersuchungsrichters „dass ein solches impulsgesteuertes Handeln typisch sei für das Verhalten eines Mannes dieser Art!“ (S.455)

Warum Turing Selbstmord beging ist nicht bekannt. Die chemische Kastration kann zu Depressionen führen, was mich auch nicht weiter wundern würde. Allerdings stand Turing zur Zeit seines Selbstmordes unter dem Verdacht des Hochverrats, da er als Homosexueller natürlich moralisch verdorben sei und somit auch leicht zum sowjetischen Spion werden könnte. Dieser unsinnige Verdacht und vor allem dessen hirnrissige Begründung machen mich noch jetzt wütend. Immerhin ist dies erst 60 Jahre her!

Doch zu dieser Zeit wurde Homosexualität als Krankheit, gar als Perversion angesehen, die die ganze Gesellschaft bedrohen würde. Die homophobe Atmosphäre ist sehr menschenverachtend und an manchen Stellen sehr extrem. Alan Turing ist an einer verstockten, intoleranten und rückständigen Gesellschaft gescheitert. Glücklicherweise haben die Zeiten sich geändert haben und unsere Gesellschaft ist heute offener und toleranter.

Der Polizeiassistent Corell war mir zu Beginn nicht sympathisch, was größtenteils an seiner homophoben Einstellung lag. Nur langsam vollzieht sich in ihm ein Wandel und er wird etwas toleranter. Diese Entwicklung hat er vor allem seiner Tante Vicky zu verdanken. Dennoch bleibt Corell ohne jedes Selbstvertrauen und er hat Angst, vor seinem eigenen Mut. Denn er hat das Talent, Zusammenhänge rasch zu begreifen und ist vermutlich selber überdurchschnittlich intelligent, doch seine jahrelang gehätschelten Komplexe lassen sich nur schwer über Bord werfen. Erst nachdem er die Wahrheit kennt wird er mutiger uns selbstsicherer.

Dieses Buch ist eine Mischung aus Biographie und Aufarbeitungsroman und hat mich sehr berührt. Einen Krimi sucht man hier vergebens, doch das Buch fesselt den Leser auch ohne kriminalistischen Elemente. Denn der historische Hintergrund hat ein enormes Gewicht und Alan Turings trauriges Leben lässt einen sicherlich nicht kalt.

In seiner Rede anlässlich der offiziellen Entschuldigung der britischen Regierung trifft Gordon Brown, fünfundfünfzig Jahre nach Alan Turings Tod den Nagel auf den Kopf:

„Im Namen der britischen Regierung und all derer, die dank Alans Arbeit in Freiheit leben, bin ich stolz, sagen zu können: Es tut uns leid, du hattest so viel Besseres verdient!“ (S.460)

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Christine

ZEROLANDIA – Der Ort der Stille, des Schweigens und der Zuflucht

„Wenn jemand mich fragt, was ich von diesen zwei Jahren erinnere, würde ich antworten, nichts Besonderes: die Gesten, das Lächeln, die kleinen Alltäglichkeiten. Das ist das Leben, das habe ich jetzt begriffen. Nicht die Dinge zählen, sondern die Augenblicke.“ (S. 11)

IMG_2615ZEROLANDIA, so nennt Alessandra die Welt, in die sie flieht… Es ist ihr neuer Platz, die letzte Bank in ihrer alten Klasse, neben dem schweigsamen Gabriele, genannt Zero.
Alessandra, 17 Jahre jung, hat ihre Mutter an den Krebs verloren und gemeinsam mit ihrer Großmutter Nonna bleibt sie zurück. Ihre Welt scheint von nun an still zu stehen.
Wütend gegen das Leben, das einfach so weitergeht, verbannt sie sich selbst nach Zerolandia. Der ideale Ort, um sich die Welt vom Leib zu halten und ungestört den zärtlich – schmerzhaften Erinnerungen an ihrer Mutter nachzuhängen.
Doch dann, ganz allmählich, bricht das Eis in diesem aus Raum und Zeit gefallenen Niemandsland, und zwischen den beiden selbsternannten Außenseitern entsteht eine ebenso behutsame wie unmögliche Liebe.

Zunächst einmal möchte ich etwas zur Covergestaltung sagen. Ich finde das Cover bei dieser Ausgabe wirklich gelungen und gut ausgewählt! Dieses Cover hätte schöner und zutreffender nicht sein können… Eine Frau, die bis zu den Knien im Wasser steht und dabei in die Welt hinausblickt, die einen Teil von ihr geraubt hat.

„Der Strand, leer, endlos. Kein Raum mehr, sondern die Schiefebene der Zeit, auf der die Erinnerung gleitet.“ (S. 6)

Zudem ist der Titel Der Regen in Deinem Zimmer, der sich auf eine besondere Stelle im Buch bezieht, für die deutsche Ausgabe sehr passend gewählt worden (Originaltitel: Il mio Inferno a Zerolandia). Ein wirklich schöner Buchtitel, der die dargelegten Emotionen im Roman mit fünf Worten passend einfängt.

Der Roman wird aus der Sicht von Alessandra erzählt und lässt sich als eine Art von gesammelten Tagebucheinträgen verstehen.
Er besteht zum einen aus Rückblenden, Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit der Mutter. Momenten des Glücks, aber auch Situationen und Ereignisse, die weniger schön sind und verdeutlichen, welches Loch in Alessandras Leben zurückgeblieben ist, seit der Krebs ihre Mutter mit sich genommen hat. Diese kurzen Kapitel sind mit Überschriften, wie „Zwei Regenbögen“/„In deinen Augen“ versehen. In diesen Abschnitten spricht Alessandra ihre Mutter persönlich an und damit entsteht eine besondere Nähe gegenüber dem Leser, die ich sehr gelungen fand und die mich persönlich sehr berührt hat.

„Du hättest ihm gesagt, dass du den Winter magst, und dir die Stadt an diesen ganz besonderen kalten Abenden zeichnen lassen, wenn sich die Lichter auf dem regennassen Asphalt spiegeln.“ (S. 44)

Auf der anderen Seite wirft man einen Blick auf die Gegenwart. Hier wird Alessandra mal verletzlich und schwach dargestellt, aber auch widerstandsfähig und stark. Was hier veranschaulicht wird, ist der Versuch eines Mädchens, das mit dem Verlust der Mutter zurecktkommen muss. Sie muss dabei das Vertrauen zum Leben zurückerlangen und Gefühle die sie einst hatte, in sich selbst wiederfinden.

Die Beschreibungen der Gegenwart sind durch das jeweilige Datum des Tages gekennzeichnet und erstrecken sich über eine Zeitraum von einigen Monaten (27. September bis 7. August).
Der Aufbau aus Vergangenheit und Gegenwart, sorgt dafür, dass die Seiten nur so vorübergleiten. Ich war am Ende traurig, dass es vorüber war und dennoch war ich gleichsam auch zufrieden.

Der Roman ist durch zwei zentrale Teile miteinander verwoben. Da hätten wir auf der einen Seite den Verlust der Mutter und auf der anderen die Beziehung von Alessandra zu Zero. Doch dieser letzte Teil übernimmt niemals die Oberhand.
Hierbei muss ich betonen, dass der Roman überhaupt nicht in eine triefend kitschige Liebesgeschichte mündet, sondern ganz im Gegenteil, es entsteht eine sehr authentische Geschichte, über zwei Menschen, die Versuchen im Leben ihren Platz zu finden und dabei nichts einfach so zugeworfen bekommen, sondern kämpfen müssen. Mit sich selbst, dem Leben und dem Glück.

„Ein Roman über die Ängste zweier zu früh vom Leben Verletzter – intensiv, unmittelbar und seltsam tröstlich zugleich.“ – LA REPUBLICA

Ich kann diese Buch jedem ans Herz legen, der gerne Bücher liest, die viel Gefühl beinhalten und einen auch ein wenig melancholisch werden lassen. Leser, die gezeigt bekommen wollen, was wirklich im Leben zählt und darüber hinaus eine wirklich atemberaubenden Schreibstil erfahren möchten!
Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen und es wurde niemals kitschig und wirkte auch niemals übertrieben. Nein, dieser Roman beinhaltet so viel Ehrlichkeit und Gefühl, wie ich es aus nur sehr wenigen Büchern bisher erfahren habe!
Und dies liegt sicherlich auch am Scheibstil der Autorin, den ich abgöttisch zu lieben gelernt habe. Da es sich um eine italienische Autorin handelt, müssen wir hier aber auch der Übersetzerin danken, die hier einen tollen Job gemacht hat.
Es wurde niemals etwas beschönigt und vielleicht wurde ich deshalb auch das ein oder andere mal richtig im Herzen getroffen…Auf jeden Fall hat mich Der Regen in deinem Zimmer zum nachdenken angeregt, und mir wohl ein klein wenig die Augen geöffnet…

Von mir gibt es daher 5 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny