Ich bin …

Ich bin ... Reihe

(Achtung! Diese Rezension umfasst die komplette Serie von Ethan Cross und kann demnach Spoiler enthalten.)

Agent Marcus Ackerman und sein Team jagen im Auftrag der strenggeheimen Shepard-Organisation die schlimmsten Bestien unserer Zeit: Serienmörder, Psychopathen und geisteskranke Gewalttäter. Ein nervenzehrender Job, der die Agenten mehr als einmal an ihre körperlichen und seelischen Grenzen treibt. Hinzu kommt noch der „außergewöhnliche“ Stammbaum von Marcus Ackerman. Denn ausgerechnet sein Vater ist ein schrecklicher Sadist und Serienmörder, der seinen Bruder solange folterte, bis auch dieser sich in eine mordende Bestie verwandelte…

Meine Meinung zu der Serie:

Ich entdeckte diese Serie mit Band 4 „Ich bin der Zorn“, also als Quereinsteiger. Dies störte mich keinesfalls, allerdings empfehle ich interessierten Lesern, mit Band 1 zu beginnen, da die Handlung sich im Laufe der Bücher immer weiter aufbaut.

Ethan Cross besticht durchgehend mit einem sehr angenehmen, spannenden Schreibstil, der den Leser sofort in seinen Bann zieht. Die Handlung wird rasant vorangetrieben und bringt den Leser dazu, die Bücher regelrecht zu verschlingen.

Die handelnden Ermittler werden sehr menschlich dargestellt, mit vielen Ecken und Kanten. Sie alle haben eine schwere Vergangenheit und haben sich dadurch für die Shepard-Organisation ausgezeichnet. Ihre erlebten Traumata haben sie stärker gemacht und führten dazu, dass sie im Leben nichts mehr zu verlieren haben. Das macht sie zu idealen Mitgliedern der Shepard-Organisation, jenem geheimen Organ des FBI, das sich über die Gesetze erheben darf, um Serienmörder ihrer Strafe zuzuführen. Besonders Marcus Ackerman kämpft gegen seine inneren Dämonen und scheint an der Last seiner Vergangenheit beinahe zu zerbrechen.

Ihr jeweiliger Gegenpart, allen voran der berüchtigte Serienmörder Francis Ackerman Jr., verlangt den Ermittlern alles ab. Er liebt es, Menschen Schmerz zu bereiten und daher sind die Bücher von Ethan Cross wirklich nichts für schwache Nerven. Dennoch schafft der Autor es, diesen so sadistisch veranlagten Mörder sympathisch erscheinen zu lassen. Die Rolle des Ackerman Junior finde ich persönlich sehr faszinierend, da ich mich immer wieder fragte, ob diese Bestie sich wirklich „zähmen“ lassen wird oder nur auf eigene Rechnung spielt. Schließlich ist er ein Meister der Täuschung und denkt wohl vor allem an sein eigenes Wohl. Die Einblicke in seine Psyche finde ich wirklich äußerst spannend, denn ich mag diesen psychologischen Aspekt sehr gerne bei Thrillern.

Ethan Cross schafft in jedem Band sehr starke Persönlichkeiten, die das Buch auf ihren Schultern tragen. Allerdings hoffe ich, dass der Autor sich in dem demnächst erscheinenden Buch „Ich bin der Hass“ von seinem Lieblingsfeindbild Francis Ackerman Jr. loslösen kann und uns einen Gegenspieler serviert, der nichts mit der Familie Ackerman zu tun hat. Zumindest endete Teil 4 in dieser Hinsicht sehr vielversprechend, denn scheinbar tun die beiden Brüder sich zusammen um eine Gruppe Mörder zu entlarven.

Ich bin sehr gespannt, wie es in Band 5 weitergehen wird und kann diese Reihe guten Gewissens weiterempfehlen. Sie ist vielleicht ein bisschen vergleichbar mit der „Post Mortem“ – Serie, nicht nur was den Stellenwert der Familie angeht, sondern auch die Schilderung der Gewalttaten betreffend.

Im Schnitt vergebe ich der Serie 4 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine
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Verstörend, perfide … aber absolut lesenswert!

fünf

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Zum Inhalt:

Die 4-jährige Manami, die Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi, ist im Schwimmbad der Schule, an der ihre Mutter unterrichtet, ertrunken. So scheint es zumindest…
Doch bald darauf kündigt Moriguchi ihre Stelle und teilt ihren Schülern mit, dass Manamis Tod kein tragischer Unfall war, sondern vielmehr ein von ihren Schülern verübter Mord. Sie weiß, wer die Schuldigen sind und sie möchte den Tod ihrer kleinen Tochter Manami rächen.
Mit ihrem Geständnis löst Yuko Moriguchi eine dramatische Kettenreaktion aus…

Meine Meinung:

Kanae Minatos Roman ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Werk.

Da wären in erster Linie der Schreibstil und die Aufteilung der Erzählung. Die Autorin hat ihren Roman in 6 Kapitel eingeteilt, in denen die Ereignisse jeweils aus der Sicht eines anderen Betroffenen oder einem Familienmitglied eines Beteilgten geschildert werden. Während im ersten und im letzten Kapitel die Lehrerin Yuko Moriguchi zu Wort kommt, lernen wir in den weiteren Kapiteln die Perspektiven einer Mitschülerin, der Mutter eines der beschuldigten Schüler und der beiden Schüler kennen, die von Moriguchi des Mordes bezichtigt werden.

Viele Einzelheiten werden aufgrund dieser Einteilung mehrfach geschildert und dennoch kommt keine Langweile auf, da es der Autorin perfekt gelungen ist, immer wieder weitere wichtige Details einzustreuen, die meist auch zu unerwarteten Wendungen führen. Nach und nach setzen sich auf diese Weise verschiedene Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen.

Auch der Schreibstil variiert von einem Kapitel zum anderen, da die Autorin den jeweiligen Protagonisten unterschiedliche Adressaten zuteilt. Während Yuko Moriguchi sich im ersten Kapitel an alle ihre Schüler richtet, wendet sich die Schülerin Mizuki im folgenden Kapitel in einem Brief an ihre ehemalige Lehrerin, bevor der Leser im dritten Kapitel die Tagebucheinträge von Naokis Mutter lesen kann.

Im Laufe der Erzählung lernt der Leser die Beweggründe der einzelnen Protagonisten kennen und hier tun sich wahre menschliche Abgründe auf. Es geht um Rache, um fehlende Anerkennung, um Schuldfragen und um Gewalt. Auch dies macht den Roman zu etwas Besonderem.

Man kann dieses Buch nicht einfach nur lesen… vielmehr regt es zum Nachdenken an: über unsere Gesellschaft und deren Werte, über Gerechtigkeit und darüber, wie man sich selbst wohl an der Stelle eines der Protagonisten verhalten hätte.

Um es mit den Worten der Buchhändlerin zu sagen, bei der ich dieses Buch gekauft habe: „Da haben Sie sich zwei ganz besondere Bücher ausgesucht!“ Zumindest was dieses Werk angeht, sollte sie Recht behalten!  😉

In Japan ist das Buch übrigens schon 2008 erschienen und wurde mittlerweile auch verfilmt.

Ich vergebe fünf von fünf Papierblumen!
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Véro

Eiskalt!

I- 18 Gradn Helsingborg rast ein Auto über die Brücke in das Hafenbecken. Der Fahrer des Autos hat keine Chance, aus dem Wasser zu entkommen. Sofort schaltet das Team um Fabian Risk sich ein und untersucht, wie es zu diesem Unfall kommen konnte. Doch spätestens als der Gerichtsmediziner seine Untersuchungsergebnisse präsentiert, wird allen klar, dass hier etwas nicht stimmen kann! Denn der Tote war ungefähr zwei Monate lang tiefgefroren … Wie konnte ein Toter Auto fahren? Die Ermittlungsgruppe steht vor einem Rätsel und schon bald wird ihnen klar, dass sie es dieses Mal mit einem schier übermächtigen Gegner zu tun haben!

Dies war mein erstes Buch von Stefan Ahnhem und somit habe ich auch die Serie um Fabian Risk nicht in chronologischer Reihenfolge begonnen. Dies empfand ich nicht als störend, da es fast keine Verweise auf frühere Fälle gab und somit die Spannung nicht getrübt wurde. Überhaupt versteht der Autor es, Cliffhanger gekonnt einzusetzen und das Buch durchweg fesselnd zu gestalten. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut und bringt den Leser dazu, immer tiefer in das Buch einzudringen.

Die Charaktere sind sehr interessant gezeichnet und haben reichlich Ecken und Kanten, was mir immer sehr gut gefällt. In dieser Hinsicht ist „Minus 18 Grad“ ein typischer Schweden-Krimi, denn die handelnden Personen sind keinesfalls idealisiert, sondern schleppen jeweils ihr Päckchen Ballast, Schuldgefühle und Versagensängste mit sich herum.

Die Handlung an sich ist gekonnt aufgebaut und die beiden parallel geführten Ermittlungsstränge treiben das Geschehen immer weiter voran. Beide Themen, Identitätsdiebstahl und «Happy Slapping» sind sehr interessant ausgeführt und besonders «Happy Slapping» machte mich fassungslos und wütend! Leider hege ich keinen Zweifel daran, dass es so etwas tatsächlich gibt und diese Vorstellung ist einfach nur grässlich.

Allerdings fragte ich mich gleich zu Beginn, warum dieser zweite Erzählstrang in das Buch mit eingebaut wurde. Ziemlich schnell wurde mir dann klar, dass dessen einzige Daseinsberechtigung darin besteht, dass es hierbei um das Privatleben des Ermittlers geht. Daher war ich nicht sonderlich überrascht, wie dieser Teil der Handlung sich entwickelt hat und ich gehe davon aus, dass Dunja alle Täter zur Rechenschaft ziehen möchte. Dieser Teil des Buches ist also noch nicht abgeschlossen, sondern wird wohl im folgenden Band weiter ausgebaut.

Störend empfand ich allerdings die vielen, teils abstrusen und unglaubwürdigen Identitätswechsel. Immer wieder wird betont, dass der Täter die Verbrechen nur ausüben konnte, da er sich so akribisch vorbereitete und seine Opfer bis ins letzte Detail imitieren konnte. Da frage ich mich doch, wie es ihm möglich war, so eine große Anzahl an Identitäten in derart kurzer Zeit zu stehlen. Auch fand ich es unverständlich, dass die Polizei den Täter während dessen Untersuchungshaft nicht als Doppelgänger enttarnen konnte. Schließlich wussten sie doch, dass er komplett kahlgeschoren war, Augenbrauen inklusive. Sie hätten doch nur prüfen müssen, ob die Haare des Täters echt sind um sich zu vergewissern, dass er auch wirklich die Person ist, für die er sich ausgibt. Irgendwie erschien mir dies nicht ganz logisch, sondern im wahrsten Sinn des Wortes an den Haaren herbeigezogen!

Insgesamt ist dieses Buch aber ein sehr gelungener Thriller, der aufgrund seines konsequenten Spannungsaufbaus so manchen Leser zu begeistern vermag. Fans von Schwedenkrimis kommen hierbei sicher auf ihre Kosten!

Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Bist du bereit?

„Bens Kopf fühlte sich an wie eine Piñata, gefüllt mit Gedanken statt mit Süßigkeiten, auf die nicht Kinder mit Stöcken, sondern Psychopathen mit Eisenstangen einprügelten.“ (S. 316)

AchtNachtEine interessante und gleichsam schockierende Thematik findet in diesem Thriller seine Bühne.
Stell dir vor, es gäbe eine Art „Todeslotterie“. Jeder hat die Chance den Namen eines ihm verhassten Menschen auf einer Internetseite in einen Lostopf zu werfen. Am 8.8. wird dann ein Name gezogen und der Auserwählte (AchtNächter) wird damit für eine gesamte AchtNacht vogelfrei erklärt. Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten und sollte es jemandem gelingen, winkt ein saftiges Kopfgeld von zehn Millionen Euro. Wie viele Menschen würden sich wohl einer solchen Jagd anschließen?

Vielleicht mag diese Thematik dem Ein oder Anderen bereits bekannt vorkommen. Sebastian Fitzek hat sich bei diesem Buch von der Verfilmung zu „The Purge“ (Die Säuberung“) inspirieren lassen. Ein schockierendes und gleichsam aufrüttelndes Szenario, in dem es darum geht, dass durch eine alljährlich stattfindende Nacht – in der alle Verbrechen legalisiert und Notfallsysteme deaktiviert werden – die Kriminalitätsrate gesenkt wird.
Dieses Thema bietet genügend Spannung, dies ist keine Frage. Aber Sebastian Fitzek hat mich mit seiner Umsetzung leider nicht vollkommen überzeugen können.

Dies mag zum einen sicherlich an dem Protagonisten dieses Thrillers liegen. Ben ist Musiker, Vater einer bereits zu einer jungen Frau herangewachsenen Tochter. Er sieht sich selbst als Versager und ist von tiefen Schuldgefühlen erfüllt, die der Leser durchaus nachvollziehen kann. Alles dreht sich um den einen Moment, in dem er die falsche Entscheidung getroffen hat. Dieser eine Moment hatte Auswirkung auf sein Leben, als auch auf die Zukunft seiner Tochter. Könnte man doch nur diesen einen Handlungsmoment rückgängig machen…
Ben schien mir jedoch machmal zu unscheinbar, zu sehr im Selbstmitleid versunken und blickt man auf den Verlauf der Handlung, so trifft er erneut falsche Entscheidungen, die mir als Leser manchmal die Spannung und viellicht auch die Glaubwürdigkeit genommen haben.

Doch wir sehen die hereinbrechenden Ereignisse auch mit den Augen von Arezu, die ihre eigene dunkle Vergangenheit besitzt und ebenso daran leidet. Schritt für Schritt kommt man dieser Dunkelheit auf die Spur und ebenso wird nach und nach offenbart, welche Rolle ihr Puzzlestück im Gesamtbild betrachtet spielt.

Den Aufbau von AchtNacht fand ich gelungen. Die Kapitel sind kurz und lassen sich schnell lesen, wobei sie immer den gleichen Aufbau besitzen und jeweils mit einem (Mini-)Cliffhanger schließen. Natürlich sollen diese für Spannung sorgen und zum weiterlesen verleiten. Ich fand es jedoch irgendwann ermüdend, denn jedes nachstehende Kapitel beginnt mit einer neuen „Anfahrt“, die mich als Leser Energie gekostet hat. Man könnte es wohl auch als Ungeduld meinerseits bezeichnen. Die meisten dieser Cliffhanger wurden dann ohne großes „Brimborium“ aufgelöst – ernüchternd.

Insgesamt betrachtet war die Jagd am Ende mehr eine aufregende Tour durch das nächtliche Berlin. Es fehlte mir an Wahnsinn, Verrücktheit und durchgeknallten Figuren, die aus dem Schatten treten und der Geschichte mehr Pep verliehen hätten. Man muss nur bedenken, dass die Namen zweier (ja soviel kann ich bereits verraten!) Personen gezogen werden. Sie werden zu Gejagten. Tausende Verrückte werden über die sozialen Medien über ihren Aufenthalt informiert. Doch wo sind sie in dieser Nacht?
Die AchtNacht wird mehr zu einem Erpressungsszenario mit zwei Jägern, die mit ihrer Videokamera das Fürchten lehren und ein paar betrunkenen Personen, die mit Müllbeuteln über ihren Köpfen hinterher marschieren.
Zusammenfassend ist Fitzek bei seiner Täterbeschreibung noch nett. Wo sind all die normalen Alltagspersonen, die plötzlich zu Mördern werden? Mir fehlte es an den verrückten Personen die plötzlich durchdrehen, keine Gesetze mehr wahrnehmen und die Idee einer derartigen Website als Schleichweg betrachten, illegal zu morden. Vielleicht suche ich aber auch in AchtNacht zu viele Aspekte aus „The Purge“?

Letztlich hat sich der Autor eben nur inspirieren lassen und dabei eine Möglichkeit gefunden, wie ein derartiges Szenario bereits in wenigen Stunden in unserer Gesellschaft bitterer Ernst werden könnte. Und auch während dem Lesen kam bei mir natürlich die Frage auf: „Aber ist dies wirklich möglich?“ und mir wurde ein durchaus glaubwürdiges „Ja.“ vermittelt.
Ein Mausklick und die Menschen drehen durch, dies wird uns schließlich bereits bei Facebook & Co. verdeutlicht. Fitzek zeigt einen realistischen Weg, wie die Möglichkeit besteht und Schattengestalten damit Profit machen wollen. Aber es ist auch ein Spiel mit dem Feuer.
Gelungen fand ich es ebenfalls, wie der Autor aktuelle Themen aufgreift, in dem er zeigt, wie viel Einfluss Hacker auf unser Leben haben oder wie uns soziale Medien beeinflussen können. Er zeigt vielleicht sogar einen Weg, wie sich Shitstorms oder Fake News in das Real Life verlagern lassen und eine wütende Masse zu Mördern wird. Sogar eine stille Kritik am Städtebau von Berlin konnte ich herauslesen.

Zusammenfassend betrachtet hat sich der Autor in seinem Buch einem spannenden Thema zugewandt und ebenfalls aktuelle Themen miteingebunden, so dass dem Leser eine solche AchtNacht durchaus realistisch und möglich erscheint. Dieser Punkt sorgt wohl für den größten Schockmoment.
Die Personen, als auch bestimmte Ereignisse im Handlungsverlauf konnten mich leider weniger begeistern und mir fehlte es an einer Prise Verrücktheit. Daher vergebe ich insgesamt 3 Papierblumen und kann dennoch bereits sagen, dass dieser Thriller sicherlich nicht mein letzter Fitzek war! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Bonny

Wahn oder Wirklichkeit? Ein spannendes Debüt!

Die TherapieWo ist Josy? Vier Jahre ist es nun her, dass die Tochter des Starpsychiaters Viktor Larenz spurlos verschwand und seither durchlebt der verzweifelte Vater unvorstellbare Qualen. Doch eines Tages taucht eine seltsame Unbekannte in seinem abgelegenen Ferienhaus auf und schon bald wird Larenz klar, dass er der Wahrheit über das Schicksal Schritt für Schritt näher kommt!

Sebastian Fitzeks Schreibstil ist wie immer spannend und schnörkellos. Er kommt zum Punkt, schafft es aber dennoch eine verwirrende und aufgeladene Atmosphäre darzustellen. Man taucht in diese seltsame Mischung aus Wahn und Wirklichkeit ein und weiß zum Schluss nicht mehr, was man noch glauben kann. Vom Aufbau her erinnerte dieses Buch mich ein bisschen an «Das Paket», es hat mir aber wesentlich besser gefallen, da es stimmiger und logischer aufgebaut ist.

Was mich allerdings ein bisschen störte, waren Kapitelüberschriften wie «Drei Tage vor der Wahrheit». Hier erscheint mir der Spannungsbogen doch ein bisschen plump aufgebaut zu sein. Da es sich aber um das Debüt des Autors handelt, will ich da mal nicht so streng sein! 😉

Die Erzählperspektive ist einseitig auf den Psychiater fixiert, was Sinn macht und dem Buch seinen Charme verleiht. Dieser Plot ließ gar keine andere Möglichkeit zu, denn jede weitere Informationsquelle hätte die Verwirrung und diese unsichere Stimmung zerstört.

Die Auflösung an sich ist schlüssig und wirkt nicht zu aufgesetzt oder übertrieben. Zwar kam ein gewisser Verdacht, der sich im Nachhinein auch bestätigte, recht früh in mir auf, dennoch hatte ich die Wendung am Schluss so nicht erwartet. In diesem Roman beweist Fitzek, dass er ein Meister der Täuschung sein kann. Denn während der Handlung tauchen sehr viele, neue Informationen auf, doch man merkt sofort, dass man den Eindrücken des Psychiaters nicht immer trauen kann. Denn eigentlich wird einem sehr schnell klar, dass diese Situation nicht mehr auf normalem Wege zu erklären ist. Wie es sein kann, dass diese Krankheit so lange unerkannt blieb, kann ich mir jedoch nicht erklären und dies lässt die Handlung an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Viktor Larenz ist eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Es gelang mir während der gesamten Lektüre nicht, ein Verhältnis zu ihm aufzubauen. Seine Gedanken waren sehr wirr und der Leser merkte schnell, dass da etwas nicht stimmt. Dies verhindert, dass man sich wirklich in ihn hineinversetzen kann, erhöht gleichfalls aber die Spannung, da man wissen möchte, wie alles zusammenhängt.

Insgesamt ist «Die Therapie» eine fesselnde Lektüre und gehört meiner Ansicht nach zu den besseren Fitzeks! Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Thriller mit Gänsehaut-Garantie

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Zum Inhalt:

In Berlin wird eine weibliche Leiche aus der Spree geborgen. Makaberes Detail: der Leiche fehlen die Lippen! Als Albert, der Lebensgefährte der TV-Journalistin Christine Lenève, seine Freundin am Flughafen abholt, erkennt er das Opfer des grausamen Mordes auf den Titelseiten der Zeitungen. Nana, seine ehemalige Hacker-Kollegin, ist tot!

Sofort beginnt Christine, gemeinsam mit Albert, auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell ist klar, dass Nana nicht das einzige Opfer des Eismanns ist und dass wohl weitere Opfer zu befürchten sind. Denn der Eismann hat einen Plan, und davon lässt er sich nicht abbringen.

Meine Meinung:

„Das Hospital“ ist der zweite Band aus der Reihe um die Journalistin Christine Lenève. Entgegen meiner Angewohnheit habe ich diesen Thriller gelesen, ohne den ersten Band zu kennen, doch das hat das Lesevergnügen nicht geschmälert.

Oliver Ménard ist ein sehr spannender Thriller gelungen, der einem mehrmals Gänsehautmomente beschert … und die sind nicht nur darauf zurückzuführen, dass wir es hier mit einem Killer zu tun haben, der seine Opfer kühlt, um seinen Plan zu verwirklichen.

Das Motiv des Killers mag einige Klischees bedienen, aber es die gesamte Handlung wirkt in keinster Weise konstruiert oder übertrieben, sondern stets sehr authentisch.

Mit Christine Lenève hat der Autor eine ungewöhnliche Ermittlerin geschaffen, die der Polizei die Stirn bietet und zugleich davon profitiert, dass der Kommissar sich von ihren Recherchen neue Erkenntnisse erhofft. Die toughe Journalistin kennt keine Angst und bringt sich selbst mehrmals in Gefahr. Dennoch ist sie nicht davon abzubringen, den Eismann selbst zu überführen und dessen Plan zu vereiteln.

Mit Albert stellt Oliver Ménard seiner Protagonisten den idealen Partner an die Seite. Obwohl der Mord an Nana ihn persönlich deutlich mehr betrifft, ist er viel besonnener und gelassener und sorgt so für das Gleichgewicht in seiner Beziehung mit der resoluten Journalistin.

Ein weiteres Plus dieses Thrillers ist die Tatsache, dass man immer wieder erkennt wie akribisch der Autor bei seiner Recherchearbeit vorgegangen ist. Jedes einzelne Element passt, so haarsträubend oder abstoßend es auch sein mag.

Auch die ständig wechselnden Perspektiven und der tolle Schreibstil sorgen dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt. Die gesamte Handlung ist sehr geschickt aufgebaut und die Identität des Mörder bleibt wohl den meisten Lesern bis ganz zum Schluss verborgen.

Oliver Ménard gehört fortan definitiv zu den Autoren, bei denen ich sehnsüchtig auf das Erscheinen des nächsten Buchs warten werde.

Von mir gibt es 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro

Wenn man plötzlich nicht mehr weiß, wem man glauben kann…

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Zum Inhalt:

Joana ist alleine zu Hause, als plötzlich ein fremder Mann in ihrer Küche steht. Er behauptet, ihr Verlobter zu sein, doch Jo ist sich sicher, dass sie diesen Mann nie zuvor gesehen hat.

Erik ist dieser „Fremde“. Er kommt von der Arbeit nach Hause und muss feststellen, dass seine Lebensgefährtin ihn nicht mehr erkennt und dass es ihm ganzen Haus nichts mehr gibt, was darauf hinweisen würde, dass Jo hier mit einem Mann zusammen gelebt hat. Seine ganzen Sachen sind verschwunden.

Irgendjemand scheint hier ein ganz fieses Spiel zu spielen. Kann Jo sich wirklich an nichts erinnern? Ist Erik wirklich der, der er vorgibt zu sein? Oder gibt es einen Dritten, der hier ein ganz perfides Spiel inszeniert? Welches Spiel wird hier gespielt?

Meine Meinung:

Fremd ist ein gemeinsames Projekt der beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel. Die beiden haben diese Zusammenarbeit hervoragend genutzt, um einen sehr spannenden Thriller zu schreiben, bei dem stets abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt wird. Dass dabei manche Szenen und sogar Dialoge doppelt geschildert werden stört den Lesefluss jedoch nicht; vielmehr ermöglicht dies dem Leser, die Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren einzusehen und nachvollziehen zu können.

Poznanski und Strobel schildern das Geschehen auf sehr glaubhafte Art und Weise und obwohl man sich als Leser zuweilen beim Gedanken erwischt, dass eine der Figuren aus dem Buch wohl nicht besonders vorsichtig handelt, so ist die Handlung doch in sich sehr logisch und den beschriebenen Situationen angepasst.

Als Leser weiß man recht schnell, dass sowohl Joana als auch Erik vertrauenswürdig sind und jemand anders die Finger im Spiel haben muss. Auch wer dieser Jemand sein könnte, zeichnet sich schon sehr früh ab, da viele Hinweise in eine gleiche Richtung deuten. Dennoch bleiben einige große Fragezeichen … allen voran das „Warum?“.

Der Leser hat folglich ziemlich früh das Gefühl, auf der richtigen Spur zu sein und trotzdem wird die Lektüre nicht langweilig, da die Motive erst ganz am Ende des Buches klar werden.

Auch die im Buch auftretenden Personen tragen dazu bei, dass man nicht recht weiß, wem man wirklich trauen kann und vor wem Jo und Erik sich besser hüten sollten.

Die beiden entkommen im Laufe der Handlung ein paar Mal nur ganz knapp dem Tod und man kommt als Leser nicht drum herum zu denken, dass sich etwas ganz Großes hinter dieser Story verbirgt. Dem ist auch so, allerdings wirken der „Showdown“ und die Aufklärung am Schluss dann doch ein wenig konstruiert, unglaubwürdig und überzogen. Es ist fraglich, ob jemand wirklich solch schwere Geschütze auffahren beziehungsweise einen solch ausgeklügelten Plan aushecken würde, um Joana und Erik aus dem Weg zu räumen.

Was mir jedoch sehr gut gefallen hat ist die Doppeldeutigkeit des Titels. Hierauf möchte ich jedoch nicht näher eingehen, da dies zu viel verraten würden.

Insgesamt ein ganz gelungener und kurzweiliger Thriller, der jedoch ein etwas glaubwürdigeres Ende verdient hätte.

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Véro

Wenn der Postbote dreimal klingelt …

das-paketEmma Stein wird in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und skalpiert. Ist sie das neuste Opfer des Serienmörders «Friseur»? Niemand will ihr glauben, da der Friseur seine Opfer bisher immer getötet hat und Emma die Beweise fehlen. Verstört zieht Emma sich zurück, bis das Grauen in Form eines Pakets bei ihr zu Hause ankommt …

Sebastian Fitzek schafft es auch in seinem Thriller «Das Paket» die Spannung hochzuhalten und den Leser ans Buch zu fesseln. Sein Schreibstil ist fließend und sehr angenehm zu lesen. Cliffhanger am Ende der Kapitel halten die Spannung hoch und verhindern, dass der Leser das Buch aus der Hand legt. Sebastian Fitzek versteht ohne Zweifel sein Handwerk und verfügt über das nötige Feingefühl die Handlung zu den richtigen Momenten voranzutreiben.

Allerdings hat «Das Paket» mich inhaltlich nicht so wirklich von den Socken gehauen. Emma empfand ich zunehmend als nervtötend und als eher unsympathisch. Wieso sie in Bezug auf das Stromexperiment log ist mir bis jetzt nicht klar und auch sonst waren ihre Reaktionen teils sehr überzogen.

Das Buch basiert darauf, dass man als Leser nicht weiß, was Realität und was Wahn ist. Diese Idee ist allerdings nicht besonders originell und das Spiel ziemlich leicht zu durchschauen. Leider war ich mir sehr schnell sicher, wie ich die verschiedenen Zwischenfälle in Emmas Leben einschätzen soll und ich behielt mit fast allem recht. Das wunderte mich sehr, da man gerade bei einem Autor wie Sebastian Fitzek glaubt, dass eine unvorhergesehene Wendung am Schluss alles noch einmal umkrempelt. Dies blieb hier jedoch aus. Man merkt nämlich recht schnell, dass der Täter Emma persönlich kennen muss und ihr ziemlich nah steht. Das engt den Kreis der Verdächtigen schnell ein und per Ausschlussverfahren war es nicht mehr schwer, sich den Rest zusammenzureimen.

Vielmehr empfand ich den Schluss als sehr schwach. Übertrieben in der Darstellung, doch eigentlich ohne wirkliche Überraschung und ziemlich vorhersehbar. Die Erklärung was mit Samson passierte, fand ich echt fantasielos, unglaubwürdig und nicht bis zum Ende durchdacht. Dies war in meinen Augen der Knackpunkt des Buches, danach ging es bergab.

Es tut mir sehr leid, dass meine Meinung zu diesem Buch, auf das ich mich so gefreut habe, nun recht negativ fällt. Aber gerade nachdem ich zuvor «Passagier 23» gelesen hatte, habe ich mir einfach mehr von diesem Buch erhofft. Wer einen unterhaltsamen Thriller sucht, wird hier trotzdem fündig. Denn das Buch ist ohne Zweifel spannend und liest sich sehr gut, auch wenn ich es inhaltlich etwas an den Haaren herbeigezogen fand.

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Christine

 

Was wäre wenn … teuflisches Spiel mit den Ängsten der Menschen

18-das-vermachtnisBei einem Tauchgang entdeckt Mitch ein versunkenes, bisher noch unentdecktes U-Boot. Natürlich kann er seine Neugier nicht zügeln und erkundet das Wrack. Was er dort entdeckt, verschlägt ihm schier den Atem: Nazi-Gold und eine Metall-Box mit brisanten Dokumenten! Doch Mitch und sein Team können ihren Fund weder genießen, noch in aller Ruhe analysieren. Denn sie haben in ein Wespennest gestochen und nun werden sie gnadenlos von äußerst brutalen Nazis gejagt. Welchem Geheimnis sind sie auf der Spur?

Dies ist mein erstes Buch des Autors Gerhard Wegner, aber der Einstieg in das Geschehen fiel mir dennoch sehr leicht. Die Charaktere werden anschaulich beschrieben und besitzen ihre eigene Persönlichkeit. Ich fand mich sehr schnell zurecht und das finde ich immer wichtig, wenn man als Quereinsteiger in eine Bücherreihe einsteigt.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wenn ein Buch mit einem historischen Kontext verknüpft ist und gerade um Hitlers Tod ranken sich ja viele Verschwörungen. Daher war ich sehr gespannt, wie der Autor mit diesem Thema umgehen wird!

Das gesamte Team wirkt sehr sympathisch und überaus kompetent. Die Bösewichte scheinen auch überall ihre Finger im Spiel zu haben und scheuen nicht vor brutalster Gewalt zurück. Leider wurde bereits am Anfang der Handlung verraten, dass Gilles ein doppeltes Spiel spielt. Das finde ich etwas schade, da es verhindert, dass man sich selbst Gedanken über einen eventuellen Maulwurf macht.

Des Weiteren wirkt das Buch durch die rasante Handlung manchmal etwas oberflächlich und einzelne Bereiche werden sehr schnell abgefertigt. Aber dies ist vielleicht auch nur mein Eindruck und tut der Spannung und dem Lesefluss absolut keinen Abbruch!

Die Attentate sind leider sehr aktuell und verankern das Buch noch tiefer im Zeitgeschehen, denn diese Gefahr ist sehr real und bedroht unsere Werte. Auch die anvisierten Ziele passen zu dem Schema von solch terroristischen Organisationen. Die zunehmenden rechtsradikalen Kräfte stellen unsere Gesellschaft vor gravierende Probleme und müssen dringend unterbunden werden. Rechtsradikale Bürgerwehren werden im Buch salonfähig und kennen einen regen Zulauf! Doch nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa steht vor einer schweren Prüfung, da diese fremdenfeindlichen Bewegungen die Bevölkerung vor eine Zerreißprobe stellen… Leider droht dies Wirklichkeit zu werden …

Die Anziehungskraft und die Manipulationsfähigkeit der Nazis sind erschreckend und leider scheinen auch in der Realität immer mehr Leute sich von rechtsradikalen Parteien blenden zu lassen. Diese Gefahr wird meiner Meinung nach von der breiten Masse unterschätzt, denn sonst müsste die Wahlbeteiligung viel höher liegen. Viele gemäßigte Bürger gehen überhaupt nicht wählen, was den radikalen Parteien natürlich zu Gute kommt, da deren Wähler eher mobilisiert werden können. Die Gefahr, dass eine solche Partei in einem europäischen Land das Ruder übernimmt, ist leider sehr real und wäre ein interkulturelles Fiasko!

Der Schluss dieses Thrillers hat es wirklich in sich! Schlag auf Schlag wird die Handlung vorangetrieben und die Spannung ist fast mit Händen zu greifen. Nur mit viel Glück entkommen Mitch, Claire, Johanna und Thomas den Nazis und decken dabei eine erschreckende Wahrheit auf!

Dieses Buch ist ein politisch in der Zeitgeschichte verankertes Buch, das meiner Ansicht nach allerdings manchmal ein bisschen schnell über einige Themen hinweggeht. Ich finde, dass es sehr viel Inhalt auf „nur“ 340 Seiten bietet und daher bleibt es manchmal etwas oberflächlich. Für meinen Geschmack hätte es etwas detaillierter, etwas ausgebauter sein können. Aber das ist nur meine persönliche Meinung

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Christine

 

Blinde Vögel

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Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort nahe eines Salzburger Campings gerufen. Dort haben Spaziergänger ein ermordetes Pärchen gefunden: sie wurde erdrosselt, er scheint sich erschossen zu haben und hält die Tatwaffe immer noch in der Hand.

Doch Bea glaubt nicht an einen erweiterten Selbstmord. Schnell wird klar dass die beiden Toten kein Paar waren und  lediglich eine Lyrikgruppe auf Facebook sie verbindet. Beatrice entschließt sich daraufhin dazu, einen Fake-Account zu erstellen um so undercover in der Facebookgruppe ermitteln zu können.

Schon bald gibt es weitere Todesfälle, die allesamt als Selbstmord durchgehen könnten. Kaspary und Wenninger lassen sich jedoch davon nicht täuschen …

Meine Meinung:

Ursula Poznanski legt mit diesem zweiten Band der Reihe um das Ermittlerduo Kaspary/Wenninger erneut einen spannenden Thriller mit einem für mich sehr unvorhersehbarem Ende vor.

Beatrice Kaspary und Florin Wenniger sind äußert sympathische Protagonisten und die Tatsache, dass das Privatleben der beiden auch immer wieder thematisiert wird, lässt die beiden gleich noch authentischer wirken.

Auch die eingestreuten Facebookposts, die Gedichte und die kurzen Passagen aus der Sicht des Täters fördern den Lesefluss und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich weder den Täter noch das Motiv im Vorfeld auch nur ansatzweise erahnen konnte. Dennoch zweifelt man zu keinem Zeitpunkt an der Glaubwürdigkeit der Handlung.

Alles in allem ein gelungener Thriller, der Lust auf den Folgeband macht.

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Véro

Die Stille vor dem Tod – zu still!

die-stille-vor-dem-todSmoky Barrett und ihr Team werden nach Denver, Colorado beordert, da ein grausamer Mörder dort sein Unwesen treibt. Drei Familien wurden bestialisch ausgelöscht und Smoky soll dieses Rätsel nun mithilfe ihrer Kollegen aufdecken. Doch kaum am Tatort angelangt überschlagen sich die Ereignisse und die Ermittlergruppe wird an ihre Grenzen gebracht …

Cody McFadyen ist bekannt für seine Smoky Barrett-Reihe, allerdings muss ich gleich zu Beginn sagen, dass dies mein erstes Buch des Autors war. Ich kenne demnach weder Smoky selbst, noch ihre Vorgeschichte aus den vorherigen Büchern.

„Die Stille vor dem Tod“ beginnt sehr spannend und rasant, allerdings empfinde ich die vielen verschiedenen Elemente als eher übertrieben und unrealistisch. Dass Cody sich hochschwanger auf eine solche Ermittlung einlässt, finde ich sehr unglaubwürdig, vor allem da ich in anderen Büchern schon gelesen habe, dass schwangere Beamtinnen sehr früh in den Innendienst versetzt werden …

Leider hielt sich die Spannung nur auf den 100 ersten Seiten, danach wurde das Buch für mich zu einem zähen, langatmigen Kampf! Die Grundideen des Buches, die durchaus viel Potential zu bieten hätten, werden durch Privatkram, der immer wieder wiederholt wird, erdrückt. Ich musste mich wirklich zwingen, weiterzulesen und das passiert mir nicht sehr oft! Die Spannung verliert sich in zu vielen kleinen, uninteressanten Details! Dieses ganze Gerede um die verschiedenen Theorien war einfach nur ermüdend und sehr in die Länge gezogen.

Dabei ist das Buch ziemlich brutal, der Autor schreckt nicht vor Gewalt und Blut zurück. Doch wenn ich mir einen Thriller kaufe, will ich nicht eine Grausamkeit nach der anderen aufgezählt bekommen. Vielmehr geht es doch darum, von einer packenden Handlung in den Bann gezogen zu werden und mit den Ermittlern mitzufiebern. Das ist dem Autor meiner Meinung nach nicht gelungen, da die Ermittlungen zweit – wenn nicht sogar drittrangig waren.

Denn die Art und Weise, wie eines der Monster am Ende entlarvt wird, ist an Banalität kaum zu überbieten … Das Buch ist sehr in die Länge gezogen, aber der in meinen Augen wichtigste Punkt, nämlich die Enttarnung des Täters, wird in Rekordzeit abgearbeitet. Das finde ich sehr deprimierend, vor allem da die Erklärung an den Haaren herbeigezogen wird und eigentlich nur auf Vermutungen beruht! Da hätte ich mir wesentlich mehr erhofft, vor allem da ich mich bereits durch die vorherigen Kapitel mehr oder weniger quälen musste.

Aber der Autor bleibt sich treu und somit ist auch das letzte Verhör sehr langatmig, vor allem in Anbetracht der spärlichen Informationen, die daraus resultieren. Denn das Ende ist eigentlich keins, die Ermittlungen finden kaum statt und die Aufklärung wird auf das nächste Buch verschoben … Die vielen verschiedenen Handlungsstränge, die das Buch zu Beginn so spannend machten, wurden irgendwie vergessen und nicht richtig aufgeklärt.  Anstatt diese vielen Ideen zu einer logischen, handfesten Aufklärung zu verknüpfen, serviert der Autor den Ermittlern einen kleinen Fisch auf dem Silbertablett, damit er das Buch irgendwie beenden kann … Schwach!

Wer eine komplexe Erklärung für das Geschehene erwartet, wird bitter enttäuscht und muss wohl auf die unausweichlichen Fortsetzungsbände warten… Leider fand ich den Aufbau so langweilig, dass ich sicherlich kein weiteres Buch dieser Reihe mehr lesen werde!

Wie gesagt soll sich niemand durch meine Meinung angegriffen fühlen! Gott sei Dank findet auch dieses Buch genug Fans, die es gerne lesen und geradezu verschlingen. Es ist halt nur nicht mein Fall, was mich aber nicht davon abhält euch noch viel Spaß mit den Büchern rund um Smoky zu wünschen! 🙂

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Christine

 

Die Macht der Anonymität

anonymNina Salomon und Daniel Buchholz ermitteln in ihrem ersten gemeinsamen Fall! Ein gefährlicher Psychopath lähmt ganz Hamburg, denn er lässt Menschen anonym über den Tod eines anderen, nominierten Menschen abstimmen. Jeder darf einen Mitmenschen, dem er den Tod wünscht, auf die Kandidatenliste setzen lassen und die Internetuser stimmen dann anonym ab, welches der vier Opfer der aktuellen Liste dem Tode geweiht ist. Anschließend vollzieht der Mörder das Urteil. Es ist ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, das die beiden Ermittler an den Rand ihrer Fähigkeiten bringt. Wird es ihnen gelingen, den Wahnsinn zu stoppen?

Meine Erwartungen an ein gemeinsames Buch des Autorenduos Poznanski und Strobel waren immens hoch, da ich die beiden Autoren sehr mag. Und sie wurden alle erfüllt! Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr spannend. Die beiden Autoren bringen die Dinge auf den Punkt und treiben die Handlung stetig voran. Der Spannungsbogen lässt zu keinem Zeitpunkt nach und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen.

Die abwechselnden Perspektiven, aus denen das Buch erzählt wird, tragen dazu bei, dass man die teils sehr komplexen Charaktere besser verstehen kann. Denn die Kapitel werden größtenteils aus der Sicht von Daniel Buchholz und Nina Salomon erzählt, gelegentlich ergänzt durch ein kurzes Kapitel aus der Sicht des Täters.

Die Charaktere sind glücklicherweise absolut keine perfekten Ermittler, sondern tragen alle beide ihr Päckchen und versuchen einfach nur, gute Polizisten zu sein. Ihr persönlicher Hintergrund trägt anfangs dazu bei, dass es Spannungen in ihrem Team gibt, doch im Verlauf der Handlung gewöhnen sie sich immer besser aneinander und lernen sich auch schätzen. Insbesondere Nina kämpft mit persönlichen Problemen und benimmt sich oft sehr voreingenommen oder stempelt Menschen vorschnell ab. Sie ist eher aufbrausend, hat sich und ihr Temperament nicht immer ganz im Griff und verachtet Paragraphenreiter. Sie will ihr Ding durchziehen und den Täter schnappen, koste es, was es wolle. Sie engagiert sich daher sehr schnell sehr persönlich in dem Fall und übertritt so manche Grenze. Ihr Partner Daniel Buchholz ist hingegen sehr pedantisch und hat eine fast schon krankhafte Einstellung gegenüber Schmutz und Bakterien, denn bei ihm muss immer alles penibel sauber sein! Eine interessante Konstellation die viel Potential bietet!

Die Handlung an sich ist genial und passt perfekt in den heutigen Zeitgeist. Denn die Anonymität des Internet ermöglicht es vielen Menschen, die bürgerliche Maske abzulegen und ihre hässliche Seite zu zeigen. Immer häufiger machen Hasskommentare die Runde und die Hemmungen im Internet sind dabei wesentlich geringer als im realen Leben. Es findet eine Verrohung der Gesellschaft statt, eine Tatsache, die dieses Buch auf die Spitze treibt und uns allen eine Warnung sein sollte. Denn auch wenn in diesem Buch reale Morde aufgrund des virtuellen Treibens geschehen, ist der Ton heutzutage in manchen Internetforen nicht unbedingt gemäßigter. Die User verstecken sich hinter der Tiefe und der Anonymität des Internet und vergessen dabei manchmal ihre Menschlichkeit und ihre guten Manieren. Dieses Buch sollte ein Weckruf sein!

„Die Morde, die geschehen sind, gehen auf unser gemeinsames Konto. Ich habe nicht allein getötet, das waren wir gemeinsam […] Ihr wart die Ankläger und die Richter, ich der Henker. Ihr habt die Todesurteile gefällt.“ (S.369)

Insgesamt ist Anonym ein sehr fesselndes, tolles Buch das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

Ich vergebe 5 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

 

Der „neue“ Arne Dahl: ernüchternd!

Sieben minus einsAls er die Blutspuren in dem labyrinthischen Kellerverlies findet, ist sich Kriminalkommissar Sam Berger sicher: Das unerklärliche Verschwinden der jungen Frau steht mit früheren Fällen in Verbindung, es muss weitere Opfer desselben Täters geben. Nur fehlt von denen jede Spur. Mit seiner waghalsigen Theorie von einem Serientäter steht Sam Berger alleine da und gerät bald von mehreren Seiten unter Beschuss. Allan, sein Chef, hat wenig Verständnis für Bergers riskante Einzelgänge und droht, ihn zu feuern. Dann entdeckt Sam Berger Spuren. Spuren, die nur er verstehen kann, gelegt von einem Menschen, der ihn allzu gut zu kennen scheint. Sie führen ihn zu einem verlassenen alten Bootshaus und von dort zu einer längst verloren geglaubten Erinnerung. Tief verborgen in Bergers Vergangenheit gibt es etwas, das ihn mit den brutalen Verbrechen verbindet. Etwas, das lange Zeit keine Bedeutung zu haben schien, und das der Täter jetzt mit gutem Grund ans Licht holt. (Quelle: Piper Verlag)

Als eingefleischter Arne Dahl-Fan konnte ich es kaum erwarten, dieses Buch in Händen zu halten. Leider bin ich nach der Lektüre ziemlich ernüchtert, um nicht zu sagen leicht enttäuscht.

Der Einstieg in die Handlung fiel mir schwer und war recht zäh. Viele verworrene und verwirrende Handlungsstränge prasseln auf den Leser ein und verhindern so, dass das Buch einen sofort in seinen Bann zieht. Dabei geht es sofort rasant los, doch aus dem Kontext gelöste Rückblicke bleiben irgendwie in der Luft hängen und das Geschehen wirkt sehr unnahbar, undurchdringlich.

Mit Sam Berger hat Arne Dahl einen interessanten Protagonisten geschaffen, der oft aneckt und seine teils gefährlichen und risikofreudigen Alleingänge sind seinem Chef ein Dorn im Auge. Berger ist nun mal kein Teamplayer, das wird einem schnell klar. Neue Hinweise und Spuren muss er alleine ergründen und stößt damit seine Kollegen regelmäßig vor den Kopf. Der Ermittler bewegt sich sehr nahe am beruflichen Abgrund, was ihn allerdings nicht weiter zu stören scheint. Im Laufe der Handlung erhält er Hilfe aus unerwarteter Richtung, doch das ungleiche Gespann arbeitet nach einigen Startschwierigkeiten sehr erfolgreich zusammen.

Was die Handlung an sich angeht, so spielt Arne Dahl gekonnt mit den Ängsten des Lesers und taucht tief in die menschlichen Abgründe ein. Doch die Ermittlung kommt zu Beginn nur schleppend voran und verläuft meiner Ansicht nach nicht unbedingt logisch. Das erste Zusammentreffen zwischen Berger und Blom wirkt doch sehr konstruiert und unnötig aufgebauscht. Auch die Tatsache, dass Berger sein Team in vollkommen falsche Richtungen ermitteln lässt, obwohl er den Täter zu kennen glaubt, kann ich nicht nachvollziehen und passt so gar nicht zu seinem unbändigen Willen, diesem Täter das Handwerk zu legen. Zu den genaueren Umständen kann ich hier nichts sagen ohne zu spoilern, doch er hatte diese Erkenntnis bestimmt schon vor dem Verhör gewonnen und seinem Team diese Spur verschwiegen. Dies wirkt meiner Meinung nach überspannt und übertrieben und deswegen verlor das Buch auch an Glaubwürdigkeit. Die Handlung war zwar größtenteils spannend, aber die unerklärbaren „Erleuchtungen“ der beiden Ermittler, die natürlich ganz ohne Unterstützung der Behörden diesen Fall bearbeiten und lösen, waren mir zu konstruiert und aus der Luft gegriffen.

Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung, doch es reicht meiner Meinung nach bei Weitem nicht an die Bücher rund um Paul Hjelm heran. Wer den wahren Arne Dahl also kennenlernen möchte sollte meiner Ansicht nach mit der A-Team-Reihe oder der Opcop-Gruppe beginnen!

Ich vergebe 3 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

 

Tolle Idee, Umsetzung überzeugt nicht!

NeuntöterKlappentext:

Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.
Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. (Quelle: Heyne Verlag)

Trotz der guten Idee, konnte dieses Buch mich leider nicht vollends überzeugen. Der Schreibstil ist mir persönlich etwas zu abgehackt und die vielen, manchmal endlos scheinen Beschreibungen und Ausschweifungen in Emmas Privatleben machten die Lektüre zäh und langatmig.

Die Protagonistin Emma Carow fand ich zunächst interessant, da sie gerne mal aneckt und ich dies eigentlich bei Ermittlern sehr gerne mag. Doch im mittleren Teil wurde mir das Ganze dann doch zu unglaubwürdig und übertrieben. Auf der einen Seite hat sie Angst vor allem und vor jedem und zückt bei jeder Gelegenheit ihre Dienstwaffe, auf der anderen Seite geht sie kopflos jedes Risiko ein und schlägt auch gerne schon mal zu. Sie will keine Hilfe annehmen aber sie kann das Geschehen auch nach zehn Jahren noch nicht akzeptieren und damit leben. Sie schwankt von Selbstmitleid zu zerstörerischem Selbsthass, was sie sehr anstrengend macht. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat sie mich mit ihrem Getue nur noch genervt. Erst am Ende des Buches wurde sie wieder erträglich.

Die Handlung an sich basiert auf einer tollen, schaurigen Idee und ist genau das Richtige für einen Thriller. Leider verlief die Ermittlung zu Beginn des Buches etwas zäh, sodass das Geschehen vor sich hinplätscherte. Immer wieder gab es Rückblicke auf Emmas traumatisches Erlebnis und manchmal hatte ich das Gefühl, dass das Buch sich mehr um die Vergewaltigung als um die Morde dreht. Ab der Hälfte wurde es dann doch noch richtig spannend und spätestens als Emma in Gefahr geriet hatte das Buch mich in seinen Bann gezogen.

Insgesamt ist dies ein Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss.

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Christine

 

Hochspannend, topaktuell, äußerst brisant!

Zwei SekundenZwei Sekunden! Dieses kurze Zeitintervall rettet der Kanzlerin und dem russischen Präsidenten das Leben. Denn wäre die Bombe nur zwei Sekunden früher hochgegangen, wären die beiden Staatsoberhäupter dem Anschlag zum Opfer gefallen. Auf Hochdruck ermitteln nun die deutschen Behörden und die russischen Geheimdienste um die Hintermänner dieses feigen Attentats zu enttarnen. Eugen de Bodt leitet eine unabhängige Ermittlung, die parallel zu den Untersuchungen der Task Force läuft. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt, denn der Gegner scheint übermächtig zu sein…

Mit diesem Polit-Thriller reiht Christian von Ditfurth sich nahtlos in die Reihen der Meister dieses Genres ein. Er überzeugt mit einem eloquenten, intelligenten Schreibstil und legt einen perfekten Spannungsbogen hin. Die Hintergründe sind gut recherchiert, wie es sich für einen Polit-Thriller mit diesem Anspruch gehört.

Ditfurth bedient sich aktueller, hochbrisanter Themen und trifft dadurch den Nerv der Zeit. Das Handeln der beiden visierten Regierungen wird auf mögliche Motive untersucht und schnell werden die Ermittler fündig. Auf Seiten Russlands scheinen die möglichen Gründe des Anschlags unendlich: die Krim, die Ukraine, die Tschetschenen, … um nur einige zu nennen. Aber auch Deutschland gerät wegen seiner Flüchtlingspolitik und seiner nicht immer unumstrittenen europäischen Außenpolitik in Bedrängnis. Der Autor bedient sich demnach Themen, denen wir täglich in den Nachrichten begegnen und überrascht einen zum Schluss dennoch! Das Buch ist perfekt in unserem aktuellen politischen Geschehen verankert und dies verleiht ihm eine zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Auch die politischen Einflüsse auf die Ermittlungen werden sehr klar und ausführlich dargestellt. So sichert sich jeder zuerst ab, damit im Falle eines Scheiterns nicht der eigene Kopf rollt. Verantwortung wird hin und her geschoben, Hahnenkämpfe finden statt. Als wäre dies nicht schon schwierig genug, ermitteln auch die Russen auf eigene Faust, notfalls auch mit illegalen Methoden.

Der einzige Ermittler, der stets den Überblick behält ist Eugen de Bodt. Er ist unkonventionell, kreativ und risikofreudig. Er wägt den Nutzen und den Sinn seines Handelns ab und scheut nicht die Auseinandersetzung mit seinen Chefs. Er ist sich seiner Intelligenz bewusst und verachtet die meisten seiner Kollegen und manchmal auch sich selbst. Doch seinem Team, Salinger und Yussuf, steht er sehr loyal gegenüber. Er schätzt die beiden, da sie ihm zumindest teilweise ebenbürtig sind und man merkt, dass die Chemie zwischen den drei Ermittlern stimmt. Die Personen de Bodt, Salinger und Yussuf sind sehr anschaulich beschrieben und die Sympathieträger des Buches, gerade weil sie gegen den Strom schwimmen und Ecken und Kanten haben.

 Dieses Buch hat mich total überzeugt und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Christine