Wahn oder Wirklichkeit? Ein spannendes Debüt!

Die TherapieWo ist Josy? Vier Jahre ist es nun her, dass die Tochter des Starpsychiaters Viktor Larenz spurlos verschwand und seither durchlebt der verzweifelte Vater unvorstellbare Qualen. Doch eines Tages taucht eine seltsame Unbekannte in seinem abgelegenen Ferienhaus auf und schon bald wird Larenz klar, dass er der Wahrheit über das Schicksal Schritt für Schritt näher kommt!

Sebastian Fitzeks Schreibstil ist wie immer spannend und schnörkellos. Er kommt zum Punkt, schafft es aber dennoch eine verwirrende und aufgeladene Atmosphäre darzustellen. Man taucht in diese seltsame Mischung aus Wahn und Wirklichkeit ein und weiß zum Schluss nicht mehr, was man noch glauben kann. Vom Aufbau her erinnerte dieses Buch mich ein bisschen an «Das Paket», es hat mir aber wesentlich besser gefallen, da es stimmiger und logischer aufgebaut ist.

Was mich allerdings ein bisschen störte, waren Kapitelüberschriften wie «Drei Tage vor der Wahrheit». Hier erscheint mir der Spannungsbogen doch ein bisschen plump aufgebaut zu sein. Da es sich aber um das Debüt des Autors handelt, will ich da mal nicht so streng sein! 😉

Die Erzählperspektive ist einseitig auf den Psychiater fixiert, was Sinn macht und dem Buch seinen Charme verleiht. Dieser Plot ließ gar keine andere Möglichkeit zu, denn jede weitere Informationsquelle hätte die Verwirrung und diese unsichere Stimmung zerstört.

Die Auflösung an sich ist schlüssig und wirkt nicht zu aufgesetzt oder übertrieben. Zwar kam ein gewisser Verdacht, der sich im Nachhinein auch bestätigte, recht früh in mir auf, dennoch hatte ich die Wendung am Schluss so nicht erwartet. In diesem Roman beweist Fitzek, dass er ein Meister der Täuschung sein kann. Denn während der Handlung tauchen sehr viele, neue Informationen auf, doch man merkt sofort, dass man den Eindrücken des Psychiaters nicht immer trauen kann. Denn eigentlich wird einem sehr schnell klar, dass diese Situation nicht mehr auf normalem Wege zu erklären ist. Wie es sein kann, dass diese Krankheit so lange unerkannt blieb, kann ich mir jedoch nicht erklären und dies lässt die Handlung an Glaubwürdigkeit einbüßen.

Viktor Larenz ist eine sehr ambivalente Persönlichkeit. Es gelang mir während der gesamten Lektüre nicht, ein Verhältnis zu ihm aufzubauen. Seine Gedanken waren sehr wirr und der Leser merkte schnell, dass da etwas nicht stimmt. Dies verhindert, dass man sich wirklich in ihn hineinversetzen kann, erhöht gleichfalls aber die Spannung, da man wissen möchte, wie alles zusammenhängt.

Insgesamt ist «Die Therapie» eine fesselnde Lektüre und gehört meiner Ansicht nach zu den besseren Fitzeks! Ich vergebe 4 Papierblumen!NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Thriller mit Gänsehaut-Garantie

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Zum Inhalt:

In Berlin wird eine weibliche Leiche aus der Spree geborgen. Makaberes Detail: der Leiche fehlen die Lippen! Als Albert, der Lebensgefährte der TV-Journalistin Christine Lenève, seine Freundin am Flughafen abholt, erkennt er das Opfer des grausamen Mordes auf den Titelseiten der Zeitungen. Nana, seine ehemalige Hacker-Kollegin, ist tot!

Sofort beginnt Christine, gemeinsam mit Albert, auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell ist klar, dass Nana nicht das einzige Opfer des Eismanns ist und dass wohl weitere Opfer zu befürchten sind. Denn der Eismann hat einen Plan, und davon lässt er sich nicht abbringen.

Meine Meinung:

„Das Hospital“ ist der zweite Band aus der Reihe um die Journalistin Christine Lenève. Entgegen meiner Angewohnheit habe ich diesen Thriller gelesen, ohne den ersten Band zu kennen, doch das hat das Lesevergnügen nicht geschmälert.

Oliver Ménard ist ein sehr spannender Thriller gelungen, der einem mehrmals Gänsehautmomente beschert … und die sind nicht nur darauf zurückzuführen, dass wir es hier mit einem Killer zu tun haben, der seine Opfer kühlt, um seinen Plan zu verwirklichen.

Das Motiv des Killers mag einige Klischees bedienen, aber es die gesamte Handlung wirkt in keinster Weise konstruiert oder übertrieben, sondern stets sehr authentisch.

Mit Christine Lenève hat der Autor eine ungewöhnliche Ermittlerin geschaffen, die der Polizei die Stirn bietet und zugleich davon profitiert, dass der Kommissar sich von ihren Recherchen neue Erkenntnisse erhofft. Die toughe Journalistin kennt keine Angst und bringt sich selbst mehrmals in Gefahr. Dennoch ist sie nicht davon abzubringen, den Eismann selbst zu überführen und dessen Plan zu vereiteln.

Mit Albert stellt Oliver Ménard seiner Protagonisten den idealen Partner an die Seite. Obwohl der Mord an Nana ihn persönlich deutlich mehr betrifft, ist er viel besonnener und gelassener und sorgt so für das Gleichgewicht in seiner Beziehung mit der resoluten Journalistin.

Ein weiteres Plus dieses Thrillers ist die Tatsache, dass man immer wieder erkennt wie akribisch der Autor bei seiner Recherchearbeit vorgegangen ist. Jedes einzelne Element passt, so haarsträubend oder abstoßend es auch sein mag.

Auch die ständig wechselnden Perspektiven und der tolle Schreibstil sorgen dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt. Die gesamte Handlung ist sehr geschickt aufgebaut und die Identität des Mörder bleibt wohl den meisten Lesern bis ganz zum Schluss verborgen.

Oliver Ménard gehört fortan definitiv zu den Autoren, bei denen ich sehnsüchtig auf das Erscheinen des nächsten Buchs warten werde.

Von mir gibt es 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro

Wenn man plötzlich nicht mehr weiß, wem man glauben kann…

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Zum Inhalt:

Joana ist alleine zu Hause, als plötzlich ein fremder Mann in ihrer Küche steht. Er behauptet, ihr Verlobter zu sein, doch Jo ist sich sicher, dass sie diesen Mann nie zuvor gesehen hat.

Erik ist dieser „Fremde“. Er kommt von der Arbeit nach Hause und muss feststellen, dass seine Lebensgefährtin ihn nicht mehr erkennt und dass es ihm ganzen Haus nichts mehr gibt, was darauf hinweisen würde, dass Jo hier mit einem Mann zusammen gelebt hat. Seine ganzen Sachen sind verschwunden.

Irgendjemand scheint hier ein ganz fieses Spiel zu spielen. Kann Jo sich wirklich an nichts erinnern? Ist Erik wirklich der, der er vorgibt zu sein? Oder gibt es einen Dritten, der hier ein ganz perfides Spiel inszeniert? Welches Spiel wird hier gespielt?

Meine Meinung:

Fremd ist ein gemeinsames Projekt der beiden Autoren Ursula Poznanski und Arno Strobel. Die beiden haben diese Zusammenarbeit hervoragend genutzt, um einen sehr spannenden Thriller zu schreiben, bei dem stets abwechselnd aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt wird. Dass dabei manche Szenen und sogar Dialoge doppelt geschildert werden stört den Lesefluss jedoch nicht; vielmehr ermöglicht dies dem Leser, die Gefühlswelt der beiden Hauptfiguren einzusehen und nachvollziehen zu können.

Poznanski und Strobel schildern das Geschehen auf sehr glaubhafte Art und Weise und obwohl man sich als Leser zuweilen beim Gedanken erwischt, dass eine der Figuren aus dem Buch wohl nicht besonders vorsichtig handelt, so ist die Handlung doch in sich sehr logisch und den beschriebenen Situationen angepasst.

Als Leser weiß man recht schnell, dass sowohl Joana als auch Erik vertrauenswürdig sind und jemand anders die Finger im Spiel haben muss. Auch wer dieser Jemand sein könnte, zeichnet sich schon sehr früh ab, da viele Hinweise in eine gleiche Richtung deuten. Dennoch bleiben einige große Fragezeichen … allen voran das „Warum?“.

Der Leser hat folglich ziemlich früh das Gefühl, auf der richtigen Spur zu sein und trotzdem wird die Lektüre nicht langweilig, da die Motive erst ganz am Ende des Buches klar werden.

Auch die im Buch auftretenden Personen tragen dazu bei, dass man nicht recht weiß, wem man wirklich trauen kann und vor wem Jo und Erik sich besser hüten sollten.

Die beiden entkommen im Laufe der Handlung ein paar Mal nur ganz knapp dem Tod und man kommt als Leser nicht drum herum zu denken, dass sich etwas ganz Großes hinter dieser Story verbirgt. Dem ist auch so, allerdings wirken der „Showdown“ und die Aufklärung am Schluss dann doch ein wenig konstruiert, unglaubwürdig und überzogen. Es ist fraglich, ob jemand wirklich solch schwere Geschütze auffahren beziehungsweise einen solch ausgeklügelten Plan aushecken würde, um Joana und Erik aus dem Weg zu räumen.

Was mir jedoch sehr gut gefallen hat ist die Doppeldeutigkeit des Titels. Hierauf möchte ich jedoch nicht näher eingehen, da dies zu viel verraten würden.

Insgesamt ein ganz gelungener und kurzweiliger Thriller, der jedoch ein etwas glaubwürdigeres Ende verdient hätte.

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Véro

Wenn der Postbote dreimal klingelt …

das-paketEmma Stein wird in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt und skalpiert. Ist sie das neuste Opfer des Serienmörders «Friseur»? Niemand will ihr glauben, da der Friseur seine Opfer bisher immer getötet hat und Emma die Beweise fehlen. Verstört zieht Emma sich zurück, bis das Grauen in Form eines Pakets bei ihr zu Hause ankommt …

Sebastian Fitzek schafft es auch in seinem Thriller «Das Paket» die Spannung hochzuhalten und den Leser ans Buch zu fesseln. Sein Schreibstil ist fließend und sehr angenehm zu lesen. Cliffhanger am Ende der Kapitel halten die Spannung hoch und verhindern, dass der Leser das Buch aus der Hand legt. Sebastian Fitzek versteht ohne Zweifel sein Handwerk und verfügt über das nötige Feingefühl die Handlung zu den richtigen Momenten voranzutreiben.

Allerdings hat «Das Paket» mich inhaltlich nicht so wirklich von den Socken gehauen. Emma empfand ich zunehmend als nervtötend und als eher unsympathisch. Wieso sie in Bezug auf das Stromexperiment log ist mir bis jetzt nicht klar und auch sonst waren ihre Reaktionen teils sehr überzogen.

Das Buch basiert darauf, dass man als Leser nicht weiß, was Realität und was Wahn ist. Diese Idee ist allerdings nicht besonders originell und das Spiel ziemlich leicht zu durchschauen. Leider war ich mir sehr schnell sicher, wie ich die verschiedenen Zwischenfälle in Emmas Leben einschätzen soll und ich behielt mit fast allem recht. Das wunderte mich sehr, da man gerade bei einem Autor wie Sebastian Fitzek glaubt, dass eine unvorhergesehene Wendung am Schluss alles noch einmal umkrempelt. Dies blieb hier jedoch aus. Man merkt nämlich recht schnell, dass der Täter Emma persönlich kennen muss und ihr ziemlich nah steht. Das engt den Kreis der Verdächtigen schnell ein und per Ausschlussverfahren war es nicht mehr schwer, sich den Rest zusammenzureimen.

Vielmehr empfand ich den Schluss als sehr schwach. Übertrieben in der Darstellung, doch eigentlich ohne wirkliche Überraschung und ziemlich vorhersehbar. Die Erklärung was mit Samson passierte, fand ich echt fantasielos, unglaubwürdig und nicht bis zum Ende durchdacht. Dies war in meinen Augen der Knackpunkt des Buches, danach ging es bergab.

Es tut mir sehr leid, dass meine Meinung zu diesem Buch, auf das ich mich so gefreut habe, nun recht negativ fällt. Aber gerade nachdem ich zuvor «Passagier 23» gelesen hatte, habe ich mir einfach mehr von diesem Buch erhofft. Wer einen unterhaltsamen Thriller sucht, wird hier trotzdem fündig. Denn das Buch ist ohne Zweifel spannend und liest sich sehr gut, auch wenn ich es inhaltlich etwas an den Haaren herbeigezogen fand.

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Christine

 

Was wäre wenn … teuflisches Spiel mit den Ängsten der Menschen

18-das-vermachtnisBei einem Tauchgang entdeckt Mitch ein versunkenes, bisher noch unentdecktes U-Boot. Natürlich kann er seine Neugier nicht zügeln und erkundet das Wrack. Was er dort entdeckt, verschlägt ihm schier den Atem: Nazi-Gold und eine Metall-Box mit brisanten Dokumenten! Doch Mitch und sein Team können ihren Fund weder genießen, noch in aller Ruhe analysieren. Denn sie haben in ein Wespennest gestochen und nun werden sie gnadenlos von äußerst brutalen Nazis gejagt. Welchem Geheimnis sind sie auf der Spur?

Dies ist mein erstes Buch des Autors Gerhard Wegner, aber der Einstieg in das Geschehen fiel mir dennoch sehr leicht. Die Charaktere werden anschaulich beschrieben und besitzen ihre eigene Persönlichkeit. Ich fand mich sehr schnell zurecht und das finde ich immer wichtig, wenn man als Quereinsteiger in eine Bücherreihe einsteigt.

Ich finde es ja immer sehr interessant, wenn ein Buch mit einem historischen Kontext verknüpft ist und gerade um Hitlers Tod ranken sich ja viele Verschwörungen. Daher war ich sehr gespannt, wie der Autor mit diesem Thema umgehen wird!

Das gesamte Team wirkt sehr sympathisch und überaus kompetent. Die Bösewichte scheinen auch überall ihre Finger im Spiel zu haben und scheuen nicht vor brutalster Gewalt zurück. Leider wurde bereits am Anfang der Handlung verraten, dass Gilles ein doppeltes Spiel spielt. Das finde ich etwas schade, da es verhindert, dass man sich selbst Gedanken über einen eventuellen Maulwurf macht.

Des Weiteren wirkt das Buch durch die rasante Handlung manchmal etwas oberflächlich und einzelne Bereiche werden sehr schnell abgefertigt. Aber dies ist vielleicht auch nur mein Eindruck und tut der Spannung und dem Lesefluss absolut keinen Abbruch!

Die Attentate sind leider sehr aktuell und verankern das Buch noch tiefer im Zeitgeschehen, denn diese Gefahr ist sehr real und bedroht unsere Werte. Auch die anvisierten Ziele passen zu dem Schema von solch terroristischen Organisationen. Die zunehmenden rechtsradikalen Kräfte stellen unsere Gesellschaft vor gravierende Probleme und müssen dringend unterbunden werden. Rechtsradikale Bürgerwehren werden im Buch salonfähig und kennen einen regen Zulauf! Doch nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa steht vor einer schweren Prüfung, da diese fremdenfeindlichen Bewegungen die Bevölkerung vor eine Zerreißprobe stellen… Leider droht dies Wirklichkeit zu werden …

Die Anziehungskraft und die Manipulationsfähigkeit der Nazis sind erschreckend und leider scheinen auch in der Realität immer mehr Leute sich von rechtsradikalen Parteien blenden zu lassen. Diese Gefahr wird meiner Meinung nach von der breiten Masse unterschätzt, denn sonst müsste die Wahlbeteiligung viel höher liegen. Viele gemäßigte Bürger gehen überhaupt nicht wählen, was den radikalen Parteien natürlich zu Gute kommt, da deren Wähler eher mobilisiert werden können. Die Gefahr, dass eine solche Partei in einem europäischen Land das Ruder übernimmt, ist leider sehr real und wäre ein interkulturelles Fiasko!

Der Schluss dieses Thrillers hat es wirklich in sich! Schlag auf Schlag wird die Handlung vorangetrieben und die Spannung ist fast mit Händen zu greifen. Nur mit viel Glück entkommen Mitch, Claire, Johanna und Thomas den Nazis und decken dabei eine erschreckende Wahrheit auf!

Dieses Buch ist ein politisch in der Zeitgeschichte verankertes Buch, das meiner Ansicht nach allerdings manchmal ein bisschen schnell über einige Themen hinweggeht. Ich finde, dass es sehr viel Inhalt auf „nur“ 340 Seiten bietet und daher bleibt es manchmal etwas oberflächlich. Für meinen Geschmack hätte es etwas detaillierter, etwas ausgebauter sein können. Aber das ist nur meine persönliche Meinung

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Christine

 

Blinde Vögel

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Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort nahe eines Salzburger Campings gerufen. Dort haben Spaziergänger ein ermordetes Pärchen gefunden: sie wurde erdrosselt, er scheint sich erschossen zu haben und hält die Tatwaffe immer noch in der Hand.

Doch Bea glaubt nicht an einen erweiterten Selbstmord. Schnell wird klar dass die beiden Toten kein Paar waren und  lediglich eine Lyrikgruppe auf Facebook sie verbindet. Beatrice entschließt sich daraufhin dazu, einen Fake-Account zu erstellen um so undercover in der Facebookgruppe ermitteln zu können.

Schon bald gibt es weitere Todesfälle, die allesamt als Selbstmord durchgehen könnten. Kaspary und Wenninger lassen sich jedoch davon nicht täuschen …

Meine Meinung:

Ursula Poznanski legt mit diesem zweiten Band der Reihe um das Ermittlerduo Kaspary/Wenninger erneut einen spannenden Thriller mit einem für mich sehr unvorhersehbarem Ende vor.

Beatrice Kaspary und Florin Wenniger sind äußert sympathische Protagonisten und die Tatsache, dass das Privatleben der beiden auch immer wieder thematisiert wird, lässt die beiden gleich noch authentischer wirken.

Auch die eingestreuten Facebookposts, die Gedichte und die kurzen Passagen aus der Sicht des Täters fördern den Lesefluss und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich weder den Täter noch das Motiv im Vorfeld auch nur ansatzweise erahnen konnte. Dennoch zweifelt man zu keinem Zeitpunkt an der Glaubwürdigkeit der Handlung.

Alles in allem ein gelungener Thriller, der Lust auf den Folgeband macht.

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Véro

Die Stille vor dem Tod – zu still!

die-stille-vor-dem-todSmoky Barrett und ihr Team werden nach Denver, Colorado beordert, da ein grausamer Mörder dort sein Unwesen treibt. Drei Familien wurden bestialisch ausgelöscht und Smoky soll dieses Rätsel nun mithilfe ihrer Kollegen aufdecken. Doch kaum am Tatort angelangt überschlagen sich die Ereignisse und die Ermittlergruppe wird an ihre Grenzen gebracht …

Cody McFadyen ist bekannt für seine Smoky Barrett-Reihe, allerdings muss ich gleich zu Beginn sagen, dass dies mein erstes Buch des Autors war. Ich kenne demnach weder Smoky selbst, noch ihre Vorgeschichte aus den vorherigen Büchern.

„Die Stille vor dem Tod“ beginnt sehr spannend und rasant, allerdings empfinde ich die vielen verschiedenen Elemente als eher übertrieben und unrealistisch. Dass Cody sich hochschwanger auf eine solche Ermittlung einlässt, finde ich sehr unglaubwürdig, vor allem da ich in anderen Büchern schon gelesen habe, dass schwangere Beamtinnen sehr früh in den Innendienst versetzt werden …

Leider hielt sich die Spannung nur auf den 100 ersten Seiten, danach wurde das Buch für mich zu einem zähen, langatmigen Kampf! Die Grundideen des Buches, die durchaus viel Potential zu bieten hätten, werden durch Privatkram, der immer wieder wiederholt wird, erdrückt. Ich musste mich wirklich zwingen, weiterzulesen und das passiert mir nicht sehr oft! Die Spannung verliert sich in zu vielen kleinen, uninteressanten Details! Dieses ganze Gerede um die verschiedenen Theorien war einfach nur ermüdend und sehr in die Länge gezogen.

Dabei ist das Buch ziemlich brutal, der Autor schreckt nicht vor Gewalt und Blut zurück. Doch wenn ich mir einen Thriller kaufe, will ich nicht eine Grausamkeit nach der anderen aufgezählt bekommen. Vielmehr geht es doch darum, von einer packenden Handlung in den Bann gezogen zu werden und mit den Ermittlern mitzufiebern. Das ist dem Autor meiner Meinung nach nicht gelungen, da die Ermittlungen zweit – wenn nicht sogar drittrangig waren.

Denn die Art und Weise, wie eines der Monster am Ende entlarvt wird, ist an Banalität kaum zu überbieten … Das Buch ist sehr in die Länge gezogen, aber der in meinen Augen wichtigste Punkt, nämlich die Enttarnung des Täters, wird in Rekordzeit abgearbeitet. Das finde ich sehr deprimierend, vor allem da die Erklärung an den Haaren herbeigezogen wird und eigentlich nur auf Vermutungen beruht! Da hätte ich mir wesentlich mehr erhofft, vor allem da ich mich bereits durch die vorherigen Kapitel mehr oder weniger quälen musste.

Aber der Autor bleibt sich treu und somit ist auch das letzte Verhör sehr langatmig, vor allem in Anbetracht der spärlichen Informationen, die daraus resultieren. Denn das Ende ist eigentlich keins, die Ermittlungen finden kaum statt und die Aufklärung wird auf das nächste Buch verschoben … Die vielen verschiedenen Handlungsstränge, die das Buch zu Beginn so spannend machten, wurden irgendwie vergessen und nicht richtig aufgeklärt.  Anstatt diese vielen Ideen zu einer logischen, handfesten Aufklärung zu verknüpfen, serviert der Autor den Ermittlern einen kleinen Fisch auf dem Silbertablett, damit er das Buch irgendwie beenden kann … Schwach!

Wer eine komplexe Erklärung für das Geschehene erwartet, wird bitter enttäuscht und muss wohl auf die unausweichlichen Fortsetzungsbände warten… Leider fand ich den Aufbau so langweilig, dass ich sicherlich kein weiteres Buch dieser Reihe mehr lesen werde!

Wie gesagt soll sich niemand durch meine Meinung angegriffen fühlen! Gott sei Dank findet auch dieses Buch genug Fans, die es gerne lesen und geradezu verschlingen. Es ist halt nur nicht mein Fall, was mich aber nicht davon abhält euch noch viel Spaß mit den Büchern rund um Smoky zu wünschen! 🙂

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Christine

 

Die Macht der Anonymität

anonymNina Salomon und Daniel Buchholz ermitteln in ihrem ersten gemeinsamen Fall! Ein gefährlicher Psychopath lähmt ganz Hamburg, denn er lässt Menschen anonym über den Tod eines anderen, nominierten Menschen abstimmen. Jeder darf einen Mitmenschen, dem er den Tod wünscht, auf die Kandidatenliste setzen lassen und die Internetuser stimmen dann anonym ab, welches der vier Opfer der aktuellen Liste dem Tode geweiht ist. Anschließend vollzieht der Mörder das Urteil. Es ist ein perfides Katz-und-Maus-Spiel, das die beiden Ermittler an den Rand ihrer Fähigkeiten bringt. Wird es ihnen gelingen, den Wahnsinn zu stoppen?

Meine Erwartungen an ein gemeinsames Buch des Autorenduos Poznanski und Strobel waren immens hoch, da ich die beiden Autoren sehr mag. Und sie wurden alle erfüllt! Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr spannend. Die beiden Autoren bringen die Dinge auf den Punkt und treiben die Handlung stetig voran. Der Spannungsbogen lässt zu keinem Zeitpunkt nach und ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen.

Die abwechselnden Perspektiven, aus denen das Buch erzählt wird, tragen dazu bei, dass man die teils sehr komplexen Charaktere besser verstehen kann. Denn die Kapitel werden größtenteils aus der Sicht von Daniel Buchholz und Nina Salomon erzählt, gelegentlich ergänzt durch ein kurzes Kapitel aus der Sicht des Täters.

Die Charaktere sind glücklicherweise absolut keine perfekten Ermittler, sondern tragen alle beide ihr Päckchen und versuchen einfach nur, gute Polizisten zu sein. Ihr persönlicher Hintergrund trägt anfangs dazu bei, dass es Spannungen in ihrem Team gibt, doch im Verlauf der Handlung gewöhnen sie sich immer besser aneinander und lernen sich auch schätzen. Insbesondere Nina kämpft mit persönlichen Problemen und benimmt sich oft sehr voreingenommen oder stempelt Menschen vorschnell ab. Sie ist eher aufbrausend, hat sich und ihr Temperament nicht immer ganz im Griff und verachtet Paragraphenreiter. Sie will ihr Ding durchziehen und den Täter schnappen, koste es, was es wolle. Sie engagiert sich daher sehr schnell sehr persönlich in dem Fall und übertritt so manche Grenze. Ihr Partner Daniel Buchholz ist hingegen sehr pedantisch und hat eine fast schon krankhafte Einstellung gegenüber Schmutz und Bakterien, denn bei ihm muss immer alles penibel sauber sein! Eine interessante Konstellation die viel Potential bietet!

Die Handlung an sich ist genial und passt perfekt in den heutigen Zeitgeist. Denn die Anonymität des Internet ermöglicht es vielen Menschen, die bürgerliche Maske abzulegen und ihre hässliche Seite zu zeigen. Immer häufiger machen Hasskommentare die Runde und die Hemmungen im Internet sind dabei wesentlich geringer als im realen Leben. Es findet eine Verrohung der Gesellschaft statt, eine Tatsache, die dieses Buch auf die Spitze treibt und uns allen eine Warnung sein sollte. Denn auch wenn in diesem Buch reale Morde aufgrund des virtuellen Treibens geschehen, ist der Ton heutzutage in manchen Internetforen nicht unbedingt gemäßigter. Die User verstecken sich hinter der Tiefe und der Anonymität des Internet und vergessen dabei manchmal ihre Menschlichkeit und ihre guten Manieren. Dieses Buch sollte ein Weckruf sein!

„Die Morde, die geschehen sind, gehen auf unser gemeinsames Konto. Ich habe nicht allein getötet, das waren wir gemeinsam […] Ihr wart die Ankläger und die Richter, ich der Henker. Ihr habt die Todesurteile gefällt.“ (S.369)

Insgesamt ist Anonym ein sehr fesselndes, tolles Buch das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann!

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Christine

 

Der „neue“ Arne Dahl: ernüchternd!

Sieben minus einsAls er die Blutspuren in dem labyrinthischen Kellerverlies findet, ist sich Kriminalkommissar Sam Berger sicher: Das unerklärliche Verschwinden der jungen Frau steht mit früheren Fällen in Verbindung, es muss weitere Opfer desselben Täters geben. Nur fehlt von denen jede Spur. Mit seiner waghalsigen Theorie von einem Serientäter steht Sam Berger alleine da und gerät bald von mehreren Seiten unter Beschuss. Allan, sein Chef, hat wenig Verständnis für Bergers riskante Einzelgänge und droht, ihn zu feuern. Dann entdeckt Sam Berger Spuren. Spuren, die nur er verstehen kann, gelegt von einem Menschen, der ihn allzu gut zu kennen scheint. Sie führen ihn zu einem verlassenen alten Bootshaus und von dort zu einer längst verloren geglaubten Erinnerung. Tief verborgen in Bergers Vergangenheit gibt es etwas, das ihn mit den brutalen Verbrechen verbindet. Etwas, das lange Zeit keine Bedeutung zu haben schien, und das der Täter jetzt mit gutem Grund ans Licht holt. (Quelle: Piper Verlag)

Als eingefleischter Arne Dahl-Fan konnte ich es kaum erwarten, dieses Buch in Händen zu halten. Leider bin ich nach der Lektüre ziemlich ernüchtert, um nicht zu sagen leicht enttäuscht.

Der Einstieg in die Handlung fiel mir schwer und war recht zäh. Viele verworrene und verwirrende Handlungsstränge prasseln auf den Leser ein und verhindern so, dass das Buch einen sofort in seinen Bann zieht. Dabei geht es sofort rasant los, doch aus dem Kontext gelöste Rückblicke bleiben irgendwie in der Luft hängen und das Geschehen wirkt sehr unnahbar, undurchdringlich.

Mit Sam Berger hat Arne Dahl einen interessanten Protagonisten geschaffen, der oft aneckt und seine teils gefährlichen und risikofreudigen Alleingänge sind seinem Chef ein Dorn im Auge. Berger ist nun mal kein Teamplayer, das wird einem schnell klar. Neue Hinweise und Spuren muss er alleine ergründen und stößt damit seine Kollegen regelmäßig vor den Kopf. Der Ermittler bewegt sich sehr nahe am beruflichen Abgrund, was ihn allerdings nicht weiter zu stören scheint. Im Laufe der Handlung erhält er Hilfe aus unerwarteter Richtung, doch das ungleiche Gespann arbeitet nach einigen Startschwierigkeiten sehr erfolgreich zusammen.

Was die Handlung an sich angeht, so spielt Arne Dahl gekonnt mit den Ängsten des Lesers und taucht tief in die menschlichen Abgründe ein. Doch die Ermittlung kommt zu Beginn nur schleppend voran und verläuft meiner Ansicht nach nicht unbedingt logisch. Das erste Zusammentreffen zwischen Berger und Blom wirkt doch sehr konstruiert und unnötig aufgebauscht. Auch die Tatsache, dass Berger sein Team in vollkommen falsche Richtungen ermitteln lässt, obwohl er den Täter zu kennen glaubt, kann ich nicht nachvollziehen und passt so gar nicht zu seinem unbändigen Willen, diesem Täter das Handwerk zu legen. Zu den genaueren Umständen kann ich hier nichts sagen ohne zu spoilern, doch er hatte diese Erkenntnis bestimmt schon vor dem Verhör gewonnen und seinem Team diese Spur verschwiegen. Dies wirkt meiner Meinung nach überspannt und übertrieben und deswegen verlor das Buch auch an Glaubwürdigkeit. Die Handlung war zwar größtenteils spannend, aber die unerklärbaren „Erleuchtungen“ der beiden Ermittler, die natürlich ganz ohne Unterstützung der Behörden diesen Fall bearbeiten und lösen, waren mir zu konstruiert und aus der Luft gegriffen.

Insgesamt fand ich das Buch in Ordnung, doch es reicht meiner Meinung nach bei Weitem nicht an die Bücher rund um Paul Hjelm heran. Wer den wahren Arne Dahl also kennenlernen möchte sollte meiner Ansicht nach mit der A-Team-Reihe oder der Opcop-Gruppe beginnen!

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Christine

 

Tolle Idee, Umsetzung überzeugt nicht!

NeuntöterKlappentext:

Vor Menschen hat sie Angst. Serienmörder versteht sie.
Berlin, Potsdamer Platz. Beim Klettern auf einem Baugerüst macht ein Junge eine grausame Entdeckung: Drei Leichen, einbandagiert in Panzertape, hängen in schwindelerregender Höhe an den Gerüststangen. Sie sehen aus wie Mumien und scheinen in dieselbe Richtung zu blicken, als würden sie auf etwas warten. Als die menschenscheue Fallanalystin Emma Carow auf den Fall angesetzt wird, ist ihr schnell klar, dass er für ihre Karriere entscheidend ist. Doch je fester sie sich verbeißt, desto mehr droht ein altes Trauma sie in den Abgrund zu ziehen. (Quelle: Heyne Verlag)

Trotz der guten Idee, konnte dieses Buch mich leider nicht vollends überzeugen. Der Schreibstil ist mir persönlich etwas zu abgehackt und die vielen, manchmal endlos scheinen Beschreibungen und Ausschweifungen in Emmas Privatleben machten die Lektüre zäh und langatmig.

Die Protagonistin Emma Carow fand ich zunächst interessant, da sie gerne mal aneckt und ich dies eigentlich bei Ermittlern sehr gerne mag. Doch im mittleren Teil wurde mir das Ganze dann doch zu unglaubwürdig und übertrieben. Auf der einen Seite hat sie Angst vor allem und vor jedem und zückt bei jeder Gelegenheit ihre Dienstwaffe, auf der anderen Seite geht sie kopflos jedes Risiko ein und schlägt auch gerne schon mal zu. Sie will keine Hilfe annehmen aber sie kann das Geschehen auch nach zehn Jahren noch nicht akzeptieren und damit leben. Sie schwankt von Selbstmitleid zu zerstörerischem Selbsthass, was sie sehr anstrengend macht. Ab einem gewissen Zeitpunkt hat sie mich mit ihrem Getue nur noch genervt. Erst am Ende des Buches wurde sie wieder erträglich.

Die Handlung an sich basiert auf einer tollen, schaurigen Idee und ist genau das Richtige für einen Thriller. Leider verlief die Ermittlung zu Beginn des Buches etwas zäh, sodass das Geschehen vor sich hinplätscherte. Immer wieder gab es Rückblicke auf Emmas traumatisches Erlebnis und manchmal hatte ich das Gefühl, dass das Buch sich mehr um die Vergewaltigung als um die Morde dreht. Ab der Hälfte wurde es dann doch noch richtig spannend und spätestens als Emma in Gefahr geriet hatte das Buch mich in seinen Bann gezogen.

Insgesamt ist dies ein Buch, das man lesen kann, aber nicht unbedingt lesen muss.

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Christine

 

Hochspannend, topaktuell, äußerst brisant!

Zwei SekundenZwei Sekunden! Dieses kurze Zeitintervall rettet der Kanzlerin und dem russischen Präsidenten das Leben. Denn wäre die Bombe nur zwei Sekunden früher hochgegangen, wären die beiden Staatsoberhäupter dem Anschlag zum Opfer gefallen. Auf Hochdruck ermitteln nun die deutschen Behörden und die russischen Geheimdienste um die Hintermänner dieses feigen Attentats zu enttarnen. Eugen de Bodt leitet eine unabhängige Ermittlung, die parallel zu den Untersuchungen der Task Force läuft. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt, denn der Gegner scheint übermächtig zu sein…

Mit diesem Polit-Thriller reiht Christian von Ditfurth sich nahtlos in die Reihen der Meister dieses Genres ein. Er überzeugt mit einem eloquenten, intelligenten Schreibstil und legt einen perfekten Spannungsbogen hin. Die Hintergründe sind gut recherchiert, wie es sich für einen Polit-Thriller mit diesem Anspruch gehört.

Ditfurth bedient sich aktueller, hochbrisanter Themen und trifft dadurch den Nerv der Zeit. Das Handeln der beiden visierten Regierungen wird auf mögliche Motive untersucht und schnell werden die Ermittler fündig. Auf Seiten Russlands scheinen die möglichen Gründe des Anschlags unendlich: die Krim, die Ukraine, die Tschetschenen, … um nur einige zu nennen. Aber auch Deutschland gerät wegen seiner Flüchtlingspolitik und seiner nicht immer unumstrittenen europäischen Außenpolitik in Bedrängnis. Der Autor bedient sich demnach Themen, denen wir täglich in den Nachrichten begegnen und überrascht einen zum Schluss dennoch! Das Buch ist perfekt in unserem aktuellen politischen Geschehen verankert und dies verleiht ihm eine zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Auch die politischen Einflüsse auf die Ermittlungen werden sehr klar und ausführlich dargestellt. So sichert sich jeder zuerst ab, damit im Falle eines Scheiterns nicht der eigene Kopf rollt. Verantwortung wird hin und her geschoben, Hahnenkämpfe finden statt. Als wäre dies nicht schon schwierig genug, ermitteln auch die Russen auf eigene Faust, notfalls auch mit illegalen Methoden.

Der einzige Ermittler, der stets den Überblick behält ist Eugen de Bodt. Er ist unkonventionell, kreativ und risikofreudig. Er wägt den Nutzen und den Sinn seines Handelns ab und scheut nicht die Auseinandersetzung mit seinen Chefs. Er ist sich seiner Intelligenz bewusst und verachtet die meisten seiner Kollegen und manchmal auch sich selbst. Doch seinem Team, Salinger und Yussuf, steht er sehr loyal gegenüber. Er schätzt die beiden, da sie ihm zumindest teilweise ebenbürtig sind und man merkt, dass die Chemie zwischen den drei Ermittlern stimmt. Die Personen de Bodt, Salinger und Yussuf sind sehr anschaulich beschrieben und die Sympathieträger des Buches, gerade weil sie gegen den Strom schwimmen und Ecken und Kanten haben.

 Dieses Buch hat mich total überzeugt und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Christine

Berlin undercover

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Zum Inhalt:

Johannes „Johnny“ Thiebeck wird in diesem Band als V-Mann in die Berliner Drogenszene eingeschleust und soll dort, unter Anleitung der Kommissarin Tulay Tassin, dabei helfen dem Aufkommen der neuen Droge „Boom“ Einhalt zu gebieten.

Er zieht zu Schoko und Chris in die WG und soll auf diesem Weg an die großen Bosse der organisierten Drogenszene herankommen. Ziemlich schnell läuft die Sache jedoch aus dem Ruder, als zwei arg verstümmelte Leichen gefunden werden und alles darauf hindeutet, dass die beiden Toten Opfer eines Bandenkrieges sind.

Johnny Thiebeck macht sich auf die Suche nach Hinweisen und bringt sich mit seinen Aleingängen selbst immer wieder in Gefahr…

Meine Meinung:

Wie bereits die beiden ersten Thiebeck-Bände hat mir auch „Puppenruhe“ unglaublich gut gefallen.

Ben Bauhaus versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen, in dem er sympathische Protagonisten schafft, die Spannung kontinuierlich aufbaut und so manche unvorhergesehene Wendung in die Handlung einbaut.

Wohl hat man als Leser immer wieder das Gefühl, Kleinigkeiten voraussehen zu können – so war mir beispielsweise von Beginn an klar dass Thiebecks Bruder Jan kein unbeschriebenes Blatt sein kann – aber dennoch wird man immer wieder überrascht.

Besonders in diesem Buch gelingt es dem Autor auf meisterhafte Weise, die Grenze zwischen Gut und Böse zu verwischen: im Rahmen von Johnnys Undercover-Aktionen lernt der Leser sowohl einige Kleinkriminelle als auch Drogenbosse kennen, die einem jedoch alle eigentlich sehr sympathisch sind. Ganz anders ist das, was die ermittelnden Polizisten angeht: hier kann man sich noch lange nicht bei jedem sicher sein, dass er wirklich gute Absichten hegt.

Ein weiteres großes Plus bei diesem Buch ist die Tatsache, dass Ben Bauhaus seine Protagonisten sehr authentisch beschreibt. Auch deren Sprache wirkt nicht aufgesetzt; vielmehr passt die Ausdrucksweise der jeweiligen Personen ausgezeichnet in ihr Umfeld.

Im Gegensatz zu den beiden bereits erschienenen Bänden gibt es in diesem Thriller auch eine ganze Reihe an technischen Erklärungen. Diese sind jedoch sehr gut beschrieben, so dass sie den Leser nicht abschrecken, sondern wirklich einen guten Einblick in die Welt der Technik und die damit verbundenen Möglichkeiten erlauben.

Zudem schafft Ben Bauhaus es auch, in jedem Band einen neuen Protagonisten auftauchen zu lassen. Mit Tulay Tassin hat er in diesem Band den weibliche Gegenpart zu Johnny Thiebeck erschaffen und man kann eigentlich nur hoffen, dass Tulay Tassin auch in den folgenden Bänden mit von der Partie sein darf.

Mich hat dieser Thriller restlos überzeugt und deshalb gibt es von mir fünf Papierblumen und eine absolute Lesempfehlung für die gesamte Thiebeck-Reihe!

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Véro

Solide, aber bleibt im Schatten des Vorgängers!

„Das Morden geht weiter. Belial ist tot, aber sein Geist lebt.“ (S.34)

Post Mortem - Zeit der AscheDiese Nachricht führt die Interpol Agentin Emilia Ness zu einem verlassenen Bauernhof unweit von Lyon. Dort findet sie die grausam zugerichtete Leiche eines jungen Mannes. Einiges deutet auf eine Verbindung zu Belial hin, ein Monster, das Emilia bis heute in ihrem Träumen verfolgt. Ehe sie sich versieht steckt sie wieder vollends in diesem Sumpf aus Macht, Gewalt und Gier. Doch plötzlich erhält sie Hilfe von unerwarteter Seite: Avram Kuyper will den Mord an seinem Bruder und seinem Sohn rächen und teilt seine Spuren mit Emilia. Wird es der Polizei gelingen, diesen menschenverachtenden Verbrecherring zu zerstören?

Nach dem ersten Teil dieser Reihe lag die Latte sehr hoch und leider wurden meine Erwartungen nicht gänzlich erfüllt. Zwar bleibt die Handlung weitestgehend spannend, doch die vielen Rückblicke und Wiederholungen störten den Lesefluss und gestalteten einige Passagen recht zäh. Die Ereignisse des vorangegangenen Sommers wurden sehr häufig erläutert, dabei weiß der Leser dies doch bereits. Ich fand es sehr schade, dass sowohl Avram als auch Emilia immer wieder diese vergangenen Geschehnisse beschrieben und verdeutlichten. Auch die ausschweifenden Schilderungen zu Emilias Privatleben fand ich eher lästig, zumal die Episode mit ihrer Tochter der Handlung eigentlich nichts brachte. Meiner Meinung nach nahm das viel Tempo aus dem Buch und leider hat der Autor sich hier selber ausgebremst.

Denn dass Mark Roderick einen spannenden Schreibstil hat und alle Thriller-Elemente perfekt beherrscht ist spätestens seit „Tränen aus Blut“ klar. Kurze Kapitel, klare, schnörkellose Sprache und ein gekonnter Spannungsaufbau tragen auch diesmal erheblich zu einer angenehmen Lektüre bei.

Ich war allerdings erleichtert, dass die Gewaltszenen in diesem zweiten Band nicht mehr ganz so detailliert beschrieben wurden. Natürlich treten die Brutalität und die demonstrative Demütigung der Opfer noch immer in den Vordergrund, doch es wird nicht mehr ganz so blutig dargestellt. Auch die verschiedenen Handlungsstränge rund um Avram Kuyper gefielen mir sehr gut und flossen zum Schluss nahtlos in das Gesamtgeschehen ein. Überhaupt war ich auch diesmal überrascht, wie sympathisch ich Avram Kuyper fand. Dabei ist er doch ein gesuchter, kaltblütiger Profikiller … Dennoch fand ich ihn wesentlich interessanter als Emilia Ness, deren private Probleme mit ihrer Tochter ziemlich nervig waren. Auch ihr Gehabe um ihren turtelnden Kollegen Ruiz fand ich eher daneben, schließlich hat sie es doch mit Mikka Kessler genauso gehalten. Für mich ist also ganz klar Avram Kuyper der Sympathieträger und ich fieberte mit ihm mit.

Die Höhepunkte des Buches sind allerdings die Einblicke in die gestörte Psyche des Claus Thalinger. Ein Bilderbuch-Bösewicht, der von seiner Gier nach Macht und Grausamkeit aufgefressen wird.

Insgesamt ist dies eine solide Fortsetzung des ersten Buches, kommt allerdings nicht an seinen Vorgänger heran.

Ich vergebe 4 Papierblumen! NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE
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Christine

Avram Kuyper und Emilia Ness: ungleiche „Ermittler“, ein Ziel!

Post Mortem - Tränen aus Blut„Komm nach Hause… und räche dich an denen, die uns getötet haben!“

Diese furchterregende Nachricht hinterlässt Goran Kuyper seinem Bruder Avram, von Beruf Profi-Killer, auf dessen Anrufbeantworter. Obwohl die beiden Brüder in den letzten Jahren keinen Kontakt zueinander hatten, folgt Avram diesem verzweifelten Hilferuf ohne zu zögern und macht sich auf den Weg zu seinem Bruder. Dessen Hof findet er allerdings verlassen vor, keine Menschenseele ist in Sicht. Nur Einschusslöcher und eine Blutspur zeugen von dem Gewaltverbrechen, das sich in dieser verlassenen Gegend abgespielt haben muss. Da der Profi-Killer Avram aus ersichtlichen Gründen nicht allzu gerne mit der Polizei zusammenarbeitet, macht er sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit und den Mördern seiner Familie.

Zur gleichen Zeit stirbt in Frankfurt ein Journalist durch zwei Schüsse. Der erste Schuss trifft die Hand des Reporters, der zweite Schuss tötet ihn dann endgültig. Hinterlassen hat er nur eine Menge Fragen und einen Brief: Er bittet die unbestechliche Interpol-Agentin Emilia Ness um Hilfe. Diese nimmt die Herausforderung sofort an und unterstützt die Polizei bei der Aufklärung des Falles.

Schon bald stellt sich heraus, dass die beiden Fälle zusammenhängen, denn der tote Journalist ist niemand Geringeres als Goran Kuyper. Von da an kreuzen sich die Wege von Avram Kuyper und Emilia Ness und die Ermittlungen führen in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.

Mark Roderick schafft es, den Leser zu fesseln und er hält die Spannung bis zum Schluss hoch. Sein Schreibstil ist flüssig und einfach gehalten, daher liest das Buch sich wirklich gut. Gleich zu Beginn des Buches erhält man einen Einblick in die Psyche des Mörders und dieser  ist schon derart verstörend, dass man als Leser von Anfang an mit den schlimmsten Gräueltaten rechnen muss.

Im weiteren Verlauf des Buches wechselt die Erzählperspektive zwischen Emilia Ness und Avram Kuyper hin und her. Dies gestaltet die Lektüre abwechslungsreicher und man verfolgt den Fortschritt beider Ermittlungen. Dadurch lernt man die Beweggründe der Hauptpersonen kennen und kann sich besser in sie hineinversetzen. Diese Lektüre ist sicherlich nichts für schwache Nerven. Die Folter-Filme werden teilweise recht anschaulich beschrieben und ich gebe zu, dass ich diese Details nur überflogen habe um mich nicht zu sehr damit auseinandersetzen zu müssen. Dies tat der Spannung allerdings keinen Abbruch und ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne in diesem Genre liest. Sicherlich werde ich mir auch den zweiten Teil vorknöpfen!

 Ich vergebe 5 Papierblumen. NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Christine

Wenn das Ende naht…

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Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Band der Thrillerreihe rund um den Ermittler Erik Lindberg. Der Kommissar ermittelt in einem in sich abgeschlossenen Fall, aber da es zwischendurch immer wieder kleine Verweise auf den ersten Band gibt und auch das Privatleben des Ermittlers eine recht wichtige Rolle einnimmt, ist es ratsam, „Remexan“ zuerst zu lesen, bevor man sich an diesen Thriller wagt.

Zum Inhalt:

Im Wald bei Einsiedlern wird die Leiche einer Frau entdeckt. Das Besondere an diesem Fund ist die Tatsache, dass der Mörder sein Opfer regelrecht bestattet hat: Der Leiche wurde ein Büßerhemd angezogen, auf der Stirn finden die Ermittler Spuren von Chrisam. Zudem liegt eine Gänsedaune auf dem Mund der toten Frau und ein hölzernes Kreuz mit dem Namen des Opfers deutet auf eine Grabstätte hin.
Lindberg, der nach den Ereignissen des vorangegangenen Abends recht verkatert am Fundort erscheint, weiß schnell, dass er es hier wohl nicht mit einem gewöhnlichen Mord zu tun hat.
Als dann auch noch ein Drohbrief in der Redaktion der Image-Zeitung auftaucht, in dem der Schreiber das nahende Ende der Welt beschwört und in dem Umschlag zudem Spuren von Anthrax gefunden werden, wird definitiv klar, dass Erik und sein Team hier vor ganz besonderen Ermittlungen stehen.

Meine Meinung:

Thomas Kowa ist auch mit diesem Band wieder ein sehr spannender Thriller gelungen, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils mit einem Rückblick ins Jahr 1495 beginnen: ein Paar ist unterwegs mit seinem Säugling, um eine Nottaufe vornehmen zu lassen. Was es damit auf sich hat, und wieso der Autor diese Rückblicke in seinen Thriller einbaut, wird erst im letzten Teil des Buches klar. Dennoch passen diese Episoden hervorragend zum Buch und runden die Geschichte ab.

Thomas Kowa lässt Erik Lindberg dieses Mal im Umfeld der christlichen Kirche und einer Sekte, die das Jüngste Gericht prophezeit, ermitteln. Schon im ersten Band ist mir sehr positiv aufgefallen, dass der Autor seine Themen sehr intensiv recherchiert. Ganz nebenbei erfährt man bei der Lektüre so manches, was einem vorher vielleicht nicht bekannt war. So sind beispielsweise die Schauplätze in diesem Thriller nicht willkürlich ausgewählt. Vielmehr haben sie meist einen geschichtlichen Hintergrund, der ebenfalls mit dem Geschehen in Verbindung steht und den Inhalt des Buches umso authentischer wirken lässt.

Auch der Schreibstil des Autors gefällt mir  gut. Immer wieder sind humorvolle Aussagen eingestreut, die mich oft zum Schmunzeln brachten. Herrliche Wortschöpfungen wie beispielsweise das „Aufwachalzheimer“ oder die „50-Shades-of-Grey-Hausfrau“ ließen mich mehrfach herzlich lachen. Außerdem sind die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven Garant dafür, dass man  weiterlesen will, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Dies macht es dem Leser schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Protagonisten sind ebenfalls sehr authentisch beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Zwar steht mit Erik Lindberg der Hauptprotagonist diesmal teilweise ein wenig im Schatten seiner jüngeren Kollegin Mia Adam, doch auch diese überzeugt den Leser mit ihrer erfrischenden Art und ihren (zuweilen fast komischen) Alleingängen.

„Mich Akten durcharbeiten zu lassen ist so, als würdest du Lionel Messi als Torwart aufstellen“, sagte sie. „Verschenktes Talent.“ (Pos. 1837)

Sehr positiv empfand ich auch die Tatsache, dass das Privatleben der Ermittler nicht außen vor bleibt. Man hat das Gefühl, dass die Charaktere dadurch greifbarer sind und ich selbst konnte beispielsweise Katharina Zach in diesem Buch deutlich mehr Symphatie abgewinnen, als dies noch im Vorgängerband der Fall war. Sehr gut hat mir auch die Tatsache gefallen, dass Carla Frey, Lindbergs pensionierte Kollegin, auch in diesem Band einen kurzen Auftritt hat.

Im Gegensatz zu „Remexan“ konnte ich in diesem Thriller recht schnell vermuten, wer hinter den Morden steht (und ich behielt sogar recht 😉 ). Dies schadete der Spannung jedoch nicht, da Thomas Kowa es dennoch versteht, kleine unvorhersehbare Elemente in die Geschichte einzubauen, die einen immer wieder staunen lassen und einen dazu verleiten, die eigenen Ansichten und Eindrücke zu überdenken.

Lediglich der Schluss war meiner Auffassung nach ein wenig überspitzt und nicht mehr ganz realitätsnah, was ich aber dennoch als wenig störend empfand.

Ich freue mich jetzt schon auf den Folgeband, zumal Thomas Kowa auch hier dafür sorgt, dass die Neugierde aufrecht erhalten bleibt, indem er sowohl was Erik Lindbergs Privatleben angeht als auch in Bezug auf die Ermittlungen im aktuellen Fall, kleine Unklarheiten bestehen lässt. Als Leser möchte man wissen, wie es mit Paula weitergeht und auch der Maulwurf in den Reihen des LKA beschäftigt einen nach der Lektüre dieses Buches ein wenig.

Ich vergebe für dieses Buch 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro