Ein Muss für Potter-Fans?

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Zum Inhalt:

19 Jahre sind vergangen … Harry Potter ist inzwischen mit Ginny Weasley verheiratet, Vater von drei Kindern und Angestellter des Zaubereiministeriums. Das mag sich anhören, als sei Ruhe in sein Leben gekehrt, aber dieser Eindruck täuscht.

Während Harrys Narbe wieder zu schmerzen beginnt und seine Vergangenheit ihn einzuholen droht, hat sein Sohn Albus mit der Last zu kämpfen, ein Potter zu sein.

Als die dunklen Schatten der Vergangenheit Harry, seine Familie und seine Freunde dann wirklich einzuholen scheinen, wird deutlich, dass das Böse oft an ganz anderen Orten lauert, als man es vermutet hat.

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen an die Lektüre dieses Buches herangegangen: Vorfreude auf ein Wiedersehen mit den Figuren aus den ersten Harry Potter – Bänden, Neugierde wegen des Schreibstils und Skepsis aufgrund der sehr geteilten Reaktionen, …

Anfangs tat ich mich ein bisschen schwer weil es nun doch schon einige Jahre her ist, seit ich den siebten Band gelesen habe. Der Schreibstil in Form eines Skripts war anfangs doch sehr ungewohnt und ich hatte zudem das Gefühl, dass die Wechsel zwischen den einzelnen Szenen nicht genügend aufeinander abgestimmt waren. Dieses Gefühl legte sich jedoch im Laufe der Lektüre.

Inhaltlich konnte die Geschichte mich überzeugen. Die Handlung ist glaubwürdig und spannend, auch wenn dieser achte Band mit Sicherheit nicht in allen Hinsichten an die Vorgängerbände anknüpfen kann. Dies erklärt sich aber mit Sicherheit schon teilweise durch die Tatsache, dass das Buch als Theaterskript verfasst wurde und auch dadurch, dass die Beschreibungen weitaus weniger detailliert sind.

Die einzelnen Charaktere aus dem Buch haben sich in den vergangenen Jahren natürlich weiterentwickelt. Manche davon vielleicht in eine Richtung, die man so nicht unbedingt erwartet hätte, aber ich fand es eigentlich ganz spannend, diese Entwicklungen zu beobachten und teilweise überrascht zu werden.

Für ein kleines „Plus“ an Magie sorgte bei mir jedoch die Tatsache, dass ich mich beim Lesen sehr oft gefragt habe, wie das alles auf der Bühne umgesetzt wurde und ich werde mir das wohl auch, wenn sich die Gelegenheit irgendwann bieten sollte, selbst ansehen.

Fazit:

Dieser achte Band reiht sich nicht nahtlos in die Reihe der bisherigen sieben Bände ein. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Wer sich dann darauf einlässt, wird jedoch gut unterhalten und darf sich auf ein Wiedersehen mit Altbekannten freuen.

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Véro
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Nichts bedeutet irgendetwas…

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Zum Inhalt:

„Nichts bedeutet irgendetwas. Das weiß ich schon lange. Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun. Das habe ich gerade herausgefunden.“ (S.7)

Mit diesen Worten verlässt der Siebtklässler Pierre Anthon den Unterricht und lässt seine schockierten Mitschüler in der Klasse zurück.

Fortan sitzt er morgens vor seinem Elternhaus im Pflaumenbaum, wirft mit Pflaumen auf seine Mitschüler und provoziert diese mit seinen Aussagen.

Seine Mitschüler glauben nicht, dass nichts von Bedeutung sein soll und beschließen, Pierre Anthon vom Gegenteil zu überzeugen, indem sie in einem stillgelegten Sägewerk Dinge sammeln, die von Bedeutung sind. Anfangs sammeln sie diese Dinge bei Menschen aus ihrer Umgebung, doch schon bald wird ihnen klar, dass ihr „Berg aus Bedeutung“ nur wirklich eine Bedeutung hat, wenn sie Dinge einsammeln, die für sie selbst von großer Wichtigkeit sind.

Was mit einer Sammlung von Dungeons & Dragons – Büchern, einem Fußball und Papageien – Ohrringen beginnt, artet nach und nach aus. Die Opfer werden immer größer, die  Angst, die Gewalt und der Hass zwischen den Mitschülern werden geschürt und es kommt zur Eskalation…

Meine Meinung:

Selten lässt ein Buch mich so wenig los wie dieses… Janne Tellers Roman wird in einem Atemzug mit dem Jugendroman „Die Welle“ von Morton Rhue genannt und es steht diesem meiner Ansicht nach in nichts nach.

Der Autorin gelingt es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Der Leser selbst spürt die Vewirrtheit der Mitschüler von Pierre Anthon. Dazu tragen die gewählte Perspektive und die Schreibweise mit Sicherheit bei: Janne Teller lässt Agnes, eine Mitschülerin, die Geschehnisse aus ihrer Sicht schildern. Und obwohl Agnes eigentlich eine jener Schülerinnen ist, deren „Opfer“ vergleichsweise klein ist, spürt man wie sehr sie darunter leidet, ihre heißgeliebten grünen Sandalen weggeben zu müssen und wie sehr sie darauf hin sicherstellen will, dass auch die Nächste in der Reihe – ihre Klassenkameradin Gerda – etwas hergeben muss, dass für sie von großer Bedeutung ist.

Die Opfer werden nach und nach immer grausamer: es werden nicht mehr nur „Dinge“ auf dem Berg aus Bedeutung abgelegt sondern auch Lebewesen, es werden Grenzen überschritten und es fließt Blut. Und dennoch bricht keiner der Schüler aus diesem Teufelskreis an irrsinnigen Forderungen aus und niemand wird verpetzt. Der Gruppenzwang wird so groß, dass dieses Ausbrechen immer schwieriger und schließlich fast unmöglich wird.

Janne Teller regt den Leser zum Nachdenken an. Immer wieder stellt man sich die Fragen, wie weit man selbst gehen würde, was für einen selbst wirklich von Bedeutung ist und wie ein anfangs harmloses Vorhaben so aus dem Ruder laufen kann.

Auch die verwendeten sprachlichen Mittel verdeutlichen die Eskalation der Situation: Immer wieder tauchen Steigerungen auf, die die zunehmende Angst und den zunehmenden Hass verdeutlichen.

Etwas. Viel. Bedeutung! (S.38)
Schlechter Moslem! Kein Moslem! Niemand! (S.69)Große Bedeutung? Größere Bedeutung? Größte Bedeutung? (S.75)
An der Zeit! Höchste Zeit! Im letzten Moment! (S.93)

Ich hatte selten derart das Bedürfnis, mich mit Rezensionen, Berichten, Interviews zu einem Buch auseinander zu setzen, als dies nach dieser Lektüre der Fall war.

Janne Teller Roman polarisiert… allerdings bin ich der Meinung, dass man dieses preisgekrönte Buch unbedingt gelesen haben sollte und sich auf Diskussionen dazu einlassen sollte.

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Véro

Selbstfindung zwischen Sandwich und Kaffee

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Zum Inhalt:

Die 17jährige Delilah steht vor einer großen Herausforderung: Ihr Vater ist auf Weltreise, der Geschäftsführer des Familiencafés „Flywheel“ wird aufgrund fehlender Papiere des Landes verwiesen und ihre Mutter lebt mit ihrem neuen Partner in Melbourne.

Auch in der Schule läuft manches alles andere als rund: Da Delilah viel Zeit im Café verbringt, um hier nach dem Rechten zu sehen, fehlt ihr die Zeit für die Hausaufgaben und ihre Noten werden immer schlechter. Zudem wird sie zum Gespött der ganzen Schule, da sie sich geoutet hat und die beliebtesten Mädchen der Schule ihr das Leben zur Hölle machen.

Kurzerhand beschließt Delilah, die Schule zu schmeißen und sich fortan nur noch um das Café zu kümmern, denn auch da droht von mehreren Seiten Gefahr. Die unbezahlten Rechnungen häufen sich und die Konkurrenz setzt alles daran um die Schließung des „Flywheel“ zu bewirken.

Und dann wäre da noch die Sache mit der Liebe: Delilah hat sich in Rosa, das Mädchen aus dem Restaurant gegenüber verliebt. Doch auch hier scheint längst nicht alles nach Plan zu laufen.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn zeigt uns Erin Gough welchen Ton sie in diesem Jugendroman anschlägt:

Wenn dir das Leben auf die Schuhe kotzt, pflegt mein Vater gern zu sagen, dann such dir was, was dich vom Gestank ablenkt.‚ S. 11

Das Leben scheint es nicht sehr gut mit Delilah zu meinen: die Mutter hat fast 1000 km entfernt ein neues Leben begonnen, ihr Vater reist durch die Welt, der Geschäftsführer des Flywheel wurde ausgewiesen und dem Laden droht das Aus. In der Schule wird Delilah aufgrund ihrer Homosexualität zum Mobbingopfer, für die Aufgaben und Tests in der Schule hat sie eh keinen Kopf, und das Mädchen, in das sie sich verliebt hat, scheint keine Augen für sie zu haben.

„Ablenkung vom Gestank“ findet Delilah vor allem bei ihrem Freund Charlie, der eigentlich das genaue Gegenteil von Delilah zu sein scheint.

„… oberflächlich betrachtet, haben wir nicht viel gemeinsam. Charlie ist in einem Vorort im Osten aufgewachsen, ich ziemlich zentral in einem westlichen Bezirk. Er wurde mit einem silbernen Löffel im Mund geboren, ich mit der Aufgabe, Löffel aus rostfreiem Edelstahl aus der Spülmaschine zu holen. Und trotzdem versteht er mich besser als jeder andere Mensch.“
S.34

Delilah wird während der Abwesenheit ihres Vaters vor so manche Prüfung gestellt. Mit Hilfe ihrer Freunde – allen voran Charlie – meistert jedoch auch die scheinbar ausweglosen Situationen. Auch Lauren, Delilahs beste Freundin, scheint Delilah viel besser zu kennen, als diese es selbst manchmal vermutet.

Erin Gough greift in ihrem Jugendroman einige Themen auf, die nachdenklich stimmen: Scheidung, Homosexualität, Mobbing, Verantwortung, … und obwohl diese einzelnen Faktoren Delilahs Leben nicht immer ganz einfach gestalten, findet man in diesem Roman doch auch eine große Portion Humor, so dass das Buch sich sehr leicht liest.

Obwohl das Ende zum Teil sehr vorhersehbar war und auch manche Ereignisse im Buch wenig überraschend daherkamen, hatte ich ein sehr angenehmes Leseerlebnis und vergebe 4 Papierblumen.

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Véro

P.S: Ein Dankeschön an die liebe Mitch von bookiesofpassion für das Foto. Mein Buch ist inzwischen bei ihr eingezogen.

Facebook, WhatsApp, Snapchat… for your eyes only?

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Zum Inhalt:

Lilly kennt Jannis seit sie vier Jahre alt ist. Die Eltern der beiden sind befreundet und obwohl Jannis vier Jahre älter ist als sie und eigentlich immer wie ein großer Bruder für sie war, ist Lilly schon länger in Jannis verliebt.
Sie kann ihr Glück kaum fassen, als aus ihnen beiden endlich wirklich ein Paar wird. Doch dann reist Jannis mit seiner Abschlussklasse nach Mallorca. Das allein wäre wohl nicht so schlimm, doch mit dabei ist Jennifer, die Ex-Freundin von Jannis, die sich geschworen hat, Jannis zurückzuerobern.
In ihrer Eifersucht und ihren Sorgen, ihre große Liebe zu verlieren, lässt Lilly sich dazu überzeugen, Nacktfotos an Jannis zu schicken, mit dem Zusatz „4YEO“. Auf die ersten beiden Nachrichten reagiert Jannis noch sehnsüchtig, doch dann scheint er plötzlich sehr verärgert und Lilly erfährt, dass ihre Fotos auf Facebook zu sehen sind und an die gesamte Abschlussklasse verschickt wurden. Ein wahrer Spießrutenlauf beginnt…

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn dieses Romans erfährt der Leser, wie verzweifelt Lilly ist. Sie steht auf dem Dach der Sporthalle und schildert, wie sie zum Gespött sämtlicher Mitschüler geworden ist und sich alle von ihr abgewendet haben.

„Wie oft habe ich hier auf dem Dach der Schule mit Jannis gesessen oder in seinen Armen gelegen, nur wir beide und über uns die Sterne. Hier hat alles begonnen und hier wird es heute auch enden…“ S.7

Lilly wollte bloß dafür sorgen, dass ihr Freund sich nach ihr sehnt und sich nicht mit anderen Mädchen tröstet… doch dieser Schuss ging gründlich nach hinten los: Sie verliert sowohl ihren Freund als auch ihre beste Freundin, die sich irgendwann von ihr abwendet, weil auch sie unter dem Spott der Mitschüler zu leiden hat. Sie wird von der Schule freigestellt und darf nicht an der Segelregatta teilnehmen, bei der sie bisher jedes Mal das beste Ergebnis für ihren Verein herausfahren konnte. Die Nachbarn begegnen ihr skeptisch und tuscheln hinter vorgehaltener Hand. Zwar hört Lilly immer wieder, dass diese Fotos mit der Zeit in Vergessenheit geraten, doch sie will dies nicht so recht glauben, da ihr Ruf als „Nutte“ und „Schlampe“ ihr überall vorauszueilen scheint.

Wohl steckt jemand anders hinter der Verbreitung der Fotos, doch auch die Anzeigen, die Lillys Mutter bei der Polizei erhebt, machen die Dinge nicht besser… im Gegenteil! Lilly wird zur Geächteten und Jannis scheint definitiv nichts mehr von ihr wissen zu wollen.

„For your eyes only“ ist ein sehr kurzer Roman zu einem sehr heiklen und wichtigen Thema. Gerade in Zeiten des Social Media Hypes scheint es sehr wichtig zu sein, den Jugendlichen die Augen zu öffnen. Dieses Buch lässt einen erkennen, wie schnell manche Fotos ohne eigenes Zutun verbreitet werden können und wie gravierend die Konsequenzen sein können.

Carolin Philipps‘ Roman sollte zur Pflichtlektüre an den Schulen werden und bekommt von mir 5 Papierblumen.

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Véro

Reden ist Silber, Schweigen ist …

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Zum Inhalt:

Tess Turner ist eine Außenseiterin. Sie hat ein geringes Selbstwertgefühl und sagt von sich selbst sie sei dick und hässlich.
Dann passiert etwas, womit sie nicht gerechnet hätte: Tess entdeckt auf dem Computer ihres Vaters einen Text, in dem er offenbart nicht ihr leiblicher Vater zu sein. Für Tess bricht eine Welt zusammen und sie beschließt, auf ihre Weise darauf zu reagieren: Sie beginnt zu schweigen und macht sich auf die Suche nach ihrem richtigen Vater. Doch ihr Schweigen zieht weitere Probleme nach sich: Tess wird in der Schule zum Gespött sämtlicher Mitschüler, sie verliert ihre beste Freundin und auch ihr eigentliches Problem wird nicht gelöst.

Meine Meinung:

Dieses Buch war ein absoluter „Titelkauf“ und meine Erwartungen dementsprechend hoch. Allerdings konnte das Buch dem nur teilweise gerecht werden.

Tess‘ Leben ändert sich auf einen Schlag, als sie den Text ihres Vaters Jack sieht, in dem er schreibt, dass er nicht ihr leiblicher Vater ist und sie am Anfang gar nicht lieben konnte.

Es ist schrecklich, wie viel sich innerhalb von so wenigen Tagen verändert hat. Vor einer Woche war ich noch ein gewöhnliches Mädchen, mit Eltern, die ich liebte, mit einem Zuhause, in das ich gehörte, und mit einer Freundin, in die ich vernarrt war. Aber ich blühte unter falschen Vorzeichen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis alles in sich zusammenbrach.“ (S.163)

Fortan schweigt Tess und redet nur noch mit ihrem imaginären Freund Mr. Goldfisch. Mr. Goldfisch ist eine Plastiktaschenlampe und die Gespräche, die Tess mit ihm führt, sind teilweise sehr amüsant zu lesen, wurden mir aber zuweilen auch einfach ein wenig zu viel.

‚ „Du weißt schon, wie ich es meine, Tess. Du bist nicht verrückt. Im Ernst.“ „Sagt der sprechende Fisch, den nur ich hören kann.“ ‚(S.225)

Schnell kommen in der Schule Gerüchte aus, aus welchen Gründen Tess zu schweigen begonnen hat. Ihre Mitschüler sind manchmal richtig gemein zu ihr und es kommt so weit, dass ihre beste Freundin Isabel sich von ihr abwendet. Mehr als einmal habe ich darauf gewartet, dass Tess ihr Schweigen bricht, um diese fiesen Gemeinheiten nicht länger über sich ergehen zu lassen oder himmelschreiende Ungerechtigkeiten aufzudecken. Tess ist auch mehrmals nah dran, doch selbst als Isabel vor der gesamten Schulgemeinschaft gedemütigt wird, sagt sie nichts.

„Wörter knallten fester und fester gegen meine Stille und hätten sie beinahe zum Bersten gebracht.“
(S. 224)

Auch Tess‘ Suche nach ihrem leiblichen Vater war mit zeitweise etwas zu unrealistisch. Tess sich an Haar- und Augenfarbe fest und ihr Wunschdenken bestimmt ihr Handeln. Für den weiteren Verlauf der Geschichte ist dieses Verhalten wohl zwingend notwendig, dennoch hätte ich Tess manchmal am liebsten die Augen geöffnet und sie aufgefordert, nicht so naïv zu sein.

Besser gefallen hat mir hingegen wieder der Schluss, da dort deutlich wird, dass das Schweigen keine wirkliche Lösung ist und es meist besser ist, Probleme zu bereden und gemeinsam aus der Welt zu schaffen.

Alles in allem eine recht angenehme Lektüre mit einer Story, deren Potential nicht wirklich ausgeschöpft wird.

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Véro

Ein tolles Jugendbuch, das trotz viel Wortwitz doch nachdenklich stimmt

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Zum Inhalt:

Viki ist 17 und ihr Leben ist alles andere als ein unbeschwertes Teenager Leben. Ihre Mutter ist verstorben als sie sieben Jahre alt war, ihr Vater brutal und alkoholkrank und auch in Sachen Jungs und in der Schule läuft es nicht unbedingt rosig.
Als sie dann auf einer Party ein paar Joints zu viel raucht, erwacht sie tags darauf ausgerechnet in Jays Bett… dabei findet sie diesen Typen doch arrogant und total bescheuert.

Viki will sich selbst nicht eingestehen, dass da vielleicht mehr sein könnte und dennoch kommt es ganz anders, als sie es erwartet hätte. In vielerlei Hinsicht!

Meine Meinung:

Allzu hoch waren meine Erwartungen an dieses Buch nicht, aber gleich zu Beginn hat es mich so in seinen Bann gezogen, dass ich es fast in einem Satz durchgelesen habe.

Sabine Schoder verschönt nichts und konfrontiert den Leser mit Vikis Welt, die alles andere als heil ist. Die Mutter ist tot, der Vater auf seine Weise auch abwesend: stets besoffen und aggressiv, so dass Viki seine Nähe so oft es geht vermeidet.

„Manchmal fürchte ich, ich könne ihn umbringen. Tatsächlich umbringen, nicht einfach nur damit drohen. Erschreckenderweise hält mich das Strafgesetzbuch davon ab, nicht mein Gewissen. Was macht das nur aus mir?“ (S.71)

Viki hat allerdings nicht nur mit familiären Problemen zu kämpfen. Ihre Noten in der Schule sind nicht besonders gut; besonders im Englischen ist sie versetzungsgefährdet. In der Liebe hat sie ebenfalls nicht besonders viel Glück, denn ihr erster Freund hat ihr eine Abfuhr erteilt, sobald er es geschafft hat, sie ins Bett zu kriegen. Und dann wäre da noch ihr Studentenjob im Restaurant, wo sie mit einer unfairen Chefin zu tun hat.

Kein Wunder also, dass sie manchmal einfach Dampf ablassen will und mit ihrer besten Freundin Mel um die Häuser zieht.

„Mel ist mein Kleinhirn. Wenn sie ausfällt, weiß ich nicht mehr, wer ich bin, und pinkle an mein Bein.“ (S.57)

Doch dann tritt Jay in ihr Leben. Eigentlich wollte sie mit diesem Typen nie etwas  zu tun haben, schließlich ist er doch nur darauf aus, irgendwelche Mädchen ins Bett zu kriegen. Und dennoch: Auch Viki landet bei Jay im Bett und glaub ihren Augen morgens selbst kaum. Den verächtlichen Spruch, der ihr über die Lippen kommt, als sie das Haus von Jays Eltern verlässt, bereut sie schon kurze Zeit später sehr… immerhin scheint sie damit einen gewaltigen Stein ins Rollen gebracht zu haben.

Sabine Schoder gelingt es, das Leben der Protagonisten so authentisch zu beschreiben, dass man als Leser zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hat, dass irgendetwas extra konstruiert wurde oder aufgesetzt klingt. Die Leben von Viki und Jay könnten unterschiedlicher nicht sein, und dennoch kauft man der Autorin die Romanze zwischen den beiden ohne Weiteres ab.

Das Buch liest sich sehr flüssig, die Sprache ist sehr bildhaft, die Dialoge sind mit Wortwitz gespickt und sowohl Viki als auch Jay sind zuweilen herrlich sarkastisch.

„Am Ende fühle ich mich wie ein weggeworfenes Freundschaftarmband: unbeliebt und verknotet.“
(S.61)

Auch die einzelnen Kapitelüberschriften haben mir ausgesprochen gut gefallen. Sie umreißen das Geschehen in dem jeweiligen Kapitel sehr gut, und machen neugierig, ohne jedoch zu viel zu verraten.

In diesem Buch werden viele heikle Themen aufgegriffen. Es geht um Drogen und Alkohol und auch die häusliche Gewalt wird mehrmals thematisiert. Dennoch spielt die Autorin sich nicht als Moralapostel auf und überlässt es dem Leser, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Der Schluss des Buches brachte für mich zudem eine unvorhersehbare Wende, die jedoch auch sehr glaubwürdig geschildert wird.

Mir hat das Buch in allen Hinsichten richtig gut gefallen und deshalb gibt es von mir 5 Papierblumen!

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Véro

Wie lange sind 6 Sekunden?

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Zum Inhalt:

Jasmin und ihre Freundinnen Jacky, Olivia und Hanna bekommen  eine Einladung zu DER PARTY. Die Party, zu der jeder hin möchte. Die Party, über die niemand reden darf. Die Party, bei der Handys verboten sind. Die Party, deren Höhepunkt „die Abrechnung“ ist. Die Party, die sie nie wieder vergessen werden…

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Immer wieder liest man in den verschiedenen Medien von Mutproben, neuen Trends bei Jugendlichen und dem manchmal fatalen Ausgang dieser leichtsinnigen Aktionen.

Daniëlle Bakhuis erzählt in ihrem Jugendroman von einem solch angesagten Trend. Die 4 Protagonisten Jasmin, Hanna, Jacky und Olivia würden alles geben, um zu DER Party des Jahres eingeladen zu werden. Sie verbringen ihre Zeit damit, sich 6-Sekunden-Aufgaben zu überlegen, die jeweils eine von ihnen lösen muss. Und dann passiert es wirklich und Jacky kann ihren Freundinnen die Nachricht verkünden, dass sie alle vier auf der Gästeliste stehen.

„Auf die Gästeliste für DIE PARTY zu kommen, ist schwerer, als mit verbundenen Augen den Führerschein zu bestehen.“ (S.13)

Voller Vorfreude bereiten sich die Mädchen auf den Abend vor: schwarze Hose, schwarzer Kapuzenpulli, schwarze Chucks. Niemand darf aus der Masse herausstechen. Aus dem Grund werden auf der Party weiße Hasenmasken verteilt und fortan erkennt niemand mehr seinen Nächsten. Gegen Mitternacht kommt es dann zum großen Showdown: DIE ABRECHNUNG! 10 Freiwillige treten in ein mit Fackeln abgestecktes Areal und werfen nacheinander, nach festgelegten Regeln, Geld auf den Boden. Die Regeln besagen, dass derjenige, der sich zuerst bückt um nach dem Geld zu greifen, während sechs Sekunden so wie Geld einsammeln darf, wie er schafft. Der Haken bei der Sache: die restlichen 9 Freiwilligen dürfen während diesen sechs Sekunden auf ihn einschlagen, ihn treten … und erhalten ihren Teil des Geldes, das am Boden liegenbleibt.

Allein diese Idee hat mich schon ziemlich schockiert, aber es kommt noch schlimmer. Jasmin tritt als Freiwillige nach vorn, doch als sich dann jemand nach dem Geld bückt, steht sie tatenlos daneben und sieht zu, wie jemand krankenhausreif geprügelt wird. Denn auch als die sechs Sekunden längst abgelaufen sind, tritt jemand weiter nach dem am Boden liegenden Jugendlichen.

Während der folgenden Tage muss Jasmin immer wieder an das Geschehene denken, denn sie kennt das Opfer und hat etwas beobachtet, das den Täter verraten könnte: ein Kreuz auf der Kappe seiner Chucks. Außerdem wird sie von Schuldgefühlen geplagt, weil sie nichts unternommen hat.

Als dann auch noch die Polizei in der Schule auftaucht und die ersten Schüler verhört, will Jasmin nicht länger schweigen. Doch damit bringt sie sich erst recht in Schwierigkeiten, denn immerhin lautet die Regel: „Schweig wie ein Grab über DIE Party!“

Doch Jasmin erkennt:

„Aber sechs Sekunden sind mehr als nichts. Sechs Sekunden sind alles. In sechs Sekunden kannst du etwas anfangen und etwas beenden. Du kannst jemandem gratulieren und kondolieren. Kannst geboren werden und sterben. Sechs Sekunden sind noch nie nichts gewesen.“ (S.202)

Jasmins Erlebnisse haben mich deshalb so erschüttert, weil sie zeigen, wie wahnwitzig diese Partys sind – die es offensichtlich in ähnlicher Form wirklich gibt – und in welchem Maße manch einer sich in der Masse unbeobachtet fühlt und denkt, unbehelligt davon zu kommen, wenn man in der Anonymität verschwinden kann.

Daniëlle Bakhuis hat den Schluss ihrer Geschichte einigermaßen offen gelassen. Wohl erfährt man als Leser, wer sich hinter dem Schläger mit dem Kreuz auf den Chucks versteckt und lernt auch dessen Beweggründe kennen. Wer allerdings hinter der Organisation der Partys und auch der anschließenden Einschüchterungsversuche steckt, erfährt man nicht und es sieht ganz so aus, als würden die wahren Bösewichte ungeschoren davonkommen.

Auch wenn dieses Buch mich teilweise regelrecht schockiert hat, so möchte ich dennoch eine Leseempfehlung aussprechen. Meiner Ansicht nach eignet das Buch sich auch sehr gut, um es mit älteren Jugendlichen im Unterricht zu besprechen.

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Véro

All American Boys

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Zum Inhalt:

Freitagabend … oder, laut Rashads Wochentag-Bezeichnung, „Party“!  Der 16-jährige Rashad möchte auf dem Weg zu einer Party noch schnell im „Jerry’s“, dem Eckladen auf der Vierten Straße, Chips besorgen. Als er sich hinkniet um in seiner Sporttasche nach seinem Handy zu suchen, damit er seinem Bruder Spoony anrufen kann, stolpert eine andere Kundin über ihn. Dieses Missgeschick wird Rashad zum Verhängnis: Officer Paul Galuzzo, ein weißer Polizist, verdächtigt den schwarzen Jungen, die Kundin bedroht zu haben und schreitet ein. Als dann auch noch der Kassierer laut durch den Laden ruft, Rashad habe bestimmt etwas stehlen wollen, geht alles ganz schnell. Der Polizist schleppt Rashad vor die Tür, legt ihm Handschellen an und prügelt ihn krankenhausreif. „Ladendiebstahl, Erregung öffentlichen Ärgernisses und Widerstand gegen die Staatsgewalt“ – so lautet anschließend die Anklage gegen Rashad.

Der 16-jährige Quinn, der zur gleichen Schule geht wie Rashad und vor dem Laden darauf wartet, dass jemand vorbeikommt, den er bitten kann, Bier für ihn zu kaufen, hat die Szene beobachtet. Sein bester Freund Guzzo ist der Bruder des Polizisten. Quinn steht vor einer schweren Entscheidung: Soll er auf sein Gewissen hören und seine Beobachtungen und sein Wissen teilen? Oder soll er doch lieber hinter Paul stehen, der jahrelang für ihn eine Art „Vaterersatz“ war?

Meine Meinung:

Dieses Buch behandelt ein sehr aktuelles und auch sehr brisantes Thema. Abwechselnd erzählen Quinn und Rashad ihre Sicht der Dinge. Die beiden Autoren verwenden dabei eine sehr authentische Jugendsprache.

Während Rashad im Krankenhaus die Ereignisse Revue passieren lässt und starke Schmerzen hat, fühlt Quinn sich hin- und hergerissen zwischen der Loyalität zur Familie Galuzzo und dem Gefühl, Verantwortung übernehmen zu müssen, seine Augen nicht länger verschließen zu dürfen. In Jill, der Cousine der Galuzzo-Brüder, findet er recht schnell eine Verbündete, der er sich anvertrauen und mit der er gemeinsam etwas unternehmen kann, damit solche Ereignisse, wie sie sich im Jerry’s zugetragen haben, nicht wiederholen.

Mich hat das Buch unheimlich gepackt und mehrmals wurde ich beim Lesen richtig wütend! Auf Quinn, der anfangs zu feige ist um das anzuprangern, was er beobachtet hat. Auf Rashads Vater, der seinem Sohn keinen Glauben zu schenken scheint. Auf die Lehrer der Jungen und den Coach des Basketballteams, die die Geschehnisse verneinen und den Jugendlichen sogar verbieten, darüber zu sprechen. Auf Paul und seinen Bruder Guzzo, die die Tat rechtfertigen und andere dazu bringen wollen, dies so zu akzeptieren. Und auf die Menschen, die im Buch zu Wort kommen, und es völlig normal finden, dass ein schwarzer Jugendlicher von einem weißen Polizisten zusammengeschlagen wird, ohne das Geringste verbrochen zu haben.

„Wir wissen nicht, was in diesem Laden passiert ist, also stelle ich mich nicht einfach hin und sag, der Junge ist unschuldig. Vielleicht ist er es nicht. Ich bin Taxifahrer und arbeite nachts, und, ehrlich gesagt, wenn dieser Bursche mich ranwinken würde und es wäre dunkel draußen, also ich würd weiterfahren.“ S.193

Umso erleichterter war ich, als Quinn endlich zur Vernunft kommt, gegen diese Ungerechtigkeiten aufbegehrt und sein eigenes Verhalten in Frage stellt:

„Ich hatte den ganzen Tag darüber nachgedacht… Alle verlangten von mir Loyalität: Ma, Guzzo und Paul. Dein Vater war loyal bis zum Schluss, sagten sie immer. Seinem Land gegenüber, seiner Familie gegenüber, das meinten sie damit. Dabei ging es gar nicht um Loyalität, sondern darum, dass man für das, was man glaubt, einstand. Ich wollte der Sohn meines Vaters sein. Jemand, der daran glaubt, dass es möglich war, die Welt zu verbessern. Und der sich dafür einsetzte.“ S.270

„Waren unsere Herzen wirklich so abgestumpft, dass erst Menschen sterben mussten, damit wir überhaupt so was wie Mitgefühl entwickelten? Und was für ein Mensch war ich, wenn ich einen solchen Schock brauchte, um die gute Seite in mir zu entdecken?“ S.298

Rashad und Quinn, die beiden Protagonisten dieses Romans, sind sich sehr ähnlich. Und dennoch gibt es einen Unterschied zwischen den beiden: ihre Hautfarbe. Genau dieser Unterschied ist es jedoch, der dazu führt, dass die Dinge ihren Lauf nehmen und dass die Diskussionen entfacht werden. Auch Quinn ist sich dessen bewusst:

„Wir lebten vielleicht in derselben Stadt und gingen auf dieselbe Schule, aber unsere Leben waren völlig verschieden.
Warum? Man sollte doch meinen, dass wir vieles gemeinsam hätten.  … Es war genau wie Jill gesagt hatte. Niemand hält sich selbst für einen Rassisten, aber vielleicht war das Problem viel größer, weil es jeder einfach ignorierte und so tat, als wäre es unsichtbar. Vielleicht ging es ja doch um Rassismus.“ S.265

Genau dieses „Ignorieren“ erschüttert einen als Leser. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum die Lehrer nicht thematisieren, was vorgefallen ist, warum der Coach keine Aussprache mit seinem Team sucht, warum die Kundin aus dem Jerry’s sich so lange nicht meldet…

Mehrmals wird deutlich, wie tief der Graben in der amerikanischen Gesellschaft wirklich ist. Rashads Freund English, der mit Quinn im Basketballteam der Schule spielt, bringt dies auf den Punkt:

„Du willst alles vergessen, ja? Na, vielleicht kannst du es ja. Aber ich ganz sicher nicht. … Und überhaupt, was weißt du schon darüber? Ein weißer Junge wie du braucht sich mit so ’nem Scheiß ja nicht abzugeben. Du bist für alle nur ein netter, lieber amerikanischer Durchschnittsjunge und du kannst einfach die Straße langgehen und an andere Sachen denken. Einfach weiterleben, als würde es diesen Scheiß hier nicht geben.“ S.182

Die Orignalausgabe des Buches ist unter dem Titel „All American Boys“ erschienen. Dieser Titel verdeutlicht, im Gegensatz zur deutschen Übersetzung, worum es den Autoren hier geht. Der Leser soll aufgerüttelt werden. Er soll erkennen, dass das Problem der Rassendiskriminierung immer noch ein sehr aktuelles Thema in den Vereinigten Staaten ist. Diesem Standpunkt wird zusätzliches Gewicht verliehen, wenn die Jugendlichen die Namen von unbewaffneten Schwarzen vorlesen, die durch Polizeigewalt ums Leben kamen. Auch wenn im Buch nur die Namen der Opfer genannt werden, so verbergen sich wahre Dramen dahinter. Mich hat hier besonders der tragische Tod der 7-jährigen Aiyana Jones erschüttert.

Einziger (winziger) Kritikpunkt: Die Beweggründe von Paul werden im Buch kaum thematisiert. Was wirklich in ihm vorging als er Rashad zusammengeschlagen hat, beziehungsweise wie es ihm damit geht, dass das Video von seiner Tat auf Youtube und anschließend sogar in den Nachrichten in einer Art Dauerschleife zu sehen ist, ist etwas schade.

Dennoch schaffen es die beiden Autoren, dass der Leser auch Verständnis für die Polizisten aufbringen kann und einsieht, dass auch diese nur Menschen sind, die Fehler begehen können und die selbst jeden Morgen das Haus verlassen, ohne zu wissen, ob sie abends wieder bei ihren Familien sein werden. Wie ihnen dies gelingt, möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten.

Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt, weil sie seinen Leser wachrüttelt und weil sie ein Plädoyer dafür ist, Zivilcourage zu zeigen, Menschen nicht nach ihrem Äußeren zu beurteilen und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Das Buch eignet sich sehr gut dazu, mit Jugendlichen im Unterricht gelesen und diskutiert zu werden. Von mir gibt es aus diesem Grund 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro

Eine etwas andere Nacht

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Zum Inhalt:

Sechs Schüler sitzen in der Schule beim Nachschreibetermin, während sich draußen ein wahres Unwetter zusammenbraut. Die Wetterlage wird so schlimm, dass der Entschluss gefasst wird, dass niemand das Schulgebäude verlassen darf. Leo und sein Freund setzen sich über dieses Verbot hinweg… was darin endet, dass Lehrer Radtke mit Leos Freund ins Krankenhaus fährt und Anton, Chris, Leo, Nell und Valeska in der Schule zurücklässt und sie bittet, den Hausmeister zu verständigen. Die 5 Schüler beschließen jedoch, dies nicht zu tun und sind, nachdem der Hausmeister weggefahren ist, über Nacht alleine in der Schule eingeschlossen.
Während es draußen weiterhin regnet und stürmt, lernen die fünf Jugendlichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich besser kennen und kommen sich näher.

Meine Meinung:

Patrycja Spychalski ist mit „Heute sind wir Freunde“ ein sehr eindrucksvoller Jugendroman gelungen. Jedes Kapitel ist abwechselnd aus der Sicht eines der Jugendlichen geschrieben, die doch sehr unterschiedlich sind:

Da wäre die nette Nell, die schon seit langem heimlich für Draufgänger und Macho Leo schwärmt und nun ihre Chance wittert.
Auch Leo ist der Ansicht, dass die Nacht in der Schule vielleicht ganz lustig werden könnte; immerhin ist er mit zwei gutaussehenden Mädels in der Schule eingesperrt.
Valeska, die auf Nell einen eher hochnäsigen Eindruck macht, geht nicht wirklich auf ihre Schulkameraden zu und nutzt die Zeit, um sich zurückzuziehen und ihre Eindrücke in ihrem Tagebuch festzuhalten.
Dann wäre da noch der Streber Anton, den alle nur belächeln und der sich selbst am meisten im Weg steht.
Und schließlich ist da noch Chris, der seinerseits in Nell verliebt ist und ständig mit seiner Kamera herumläuft, um alles im Bild festzuhalten, damit seine Fotos später im Jahrbuch abgedruckt werden können.

Freiwillig hätten die 5 Jugendlichen sich wohl nicht auf diese Situation eingelassen und auch wenn sie sich nur ungern aufeinander einlassen, so lernen sie doch während dieser Nacht, dass ihre Meinung bezüglich der jeweils anderen größtenteils auf Vorurteilen beruht, sie blicken hinter die Fassaden und es bahnen sich Freundschaften an.
Mir hat das Buch – nicht zuletzt aufgrund der stets wechselnden Perspektiven – sehr gut gefallen. Auch wenn ich nach den ersten fünf Kapiteln klare „Lieblingsprotagonisten“ hatte, so konnte ich selbst meine Einstellung zu den einzelnen Hauptcharakteren überdenken. Ein sehr gelungener Jugendroman, der von mir 4 Papierblumen erhält.

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Véro

Ein sehr berührendes Buch

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Zum Inhalt:

Finch und Violet lernen sich oben auf dem Glockenturm kennen, als sie beide hoch oben über dem Abgrund stehen und darüber nachdenken, sich in die Tiefe zu stürzen. Finch, der in der Schule von allen als Freak bezeichnet wird, schafft es, Violet von diesem Schritt abzuhalten.

Es gelingt ihm auch im Kurs „Amerikanische Landeskunde“ seinen Professor Mr Black zu einem Projekt zu überreden, bei dem die Schüler über wenigstens 2 oder 3 Wunder von Indiana berichten sollen. Finch beschließt, dieses Projekt mit Violet anzugehen. Diese ist anfangs alles andere als erfreut, doch mit der Zeit gelingt es Finch, Violet aus ihrem Schneckenhaus, in das sie sich seit dem Unfalltod ihrer Schwester zurückgezogen hat, zu locken. Zwischen den beiden entsteht eine ganz besondere Beziehung.

Doch während Violet langsam wieder lernt, das Leben zu genießen, verfängt Finch sich immer weiter in seiner Welt der Depressionen.

Meine Meinung:

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Wohl brauchte ich anfangs ein bisschen, bis ich in der Geschichte drin war, doch den Protagonisten Theodor Finch schließt man als Leser sofort in sein Herz. Auch Violet lernt mam mit der Zeit zu lieben und man fiebert wirklich mit den beiden Jugendlichen mit. Stellenweise erinnerte mich ihre Geschichte an das Buch „Harold und Maude“… beide Bücher erzählen von doch sehr ungleichen Paaren (auch wenn hier kein Altersunterschied zwischen den Protagonisten ist) und sind sehr poetisch und bewegend.

Mir hat zudem die Idee, besondere Plätze in Indiana zu erwandern, sehr gut gefallen. Manche der im Buch erwähnten Plätze habe ich inzwischen selbst – wenn auch nur in der virtuellen Welt des WWW – besucht. Besonders die Schuhbäume, Blue Flash und Blue Too sowie die Violet Apocalypse haben es mir angetan, und sollte ich irgendwann nach Indiana reisen, dann werde ich bestimmt an dieses Buch zurückdenken, und einige diese Schauplätze besuchen.

Die Auseinandersetzung mit den Themen des Selbstmordes und der Depressionen finde ich ebenfalls ganz gelungen. Die Autorin beschreibt beide Thematiken auf einfühlsame Art und Weise; es wird nicht überspitzt oder übertrieben dargestellt und dennoch merkt man, dass sie diese Probleme sehr ernst nimmt.

Ich kann das Buch wirklich wärmstens empfehlen und vergebe 5 Papierblumen.

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Véro

Heute schon gelogen?

Wenn man selbst dran glaubt, ist es nicht gelogen

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Zum Inhalt

Annika liebt Lügen. Die Wahrheit findet sie meistens zum Gähnen langweilig. Und Sommerferien zu Hause in Stockholm auch. Deshalb kommt es ihr recht, dass die anderen Kinder im Park bei »Wahrheit oder Pflicht« genauso wenig Lust auf die Wahrheit haben wie sie. Doch aus kleinen Mutproben werden bald große Herausforderungen, denn die Sommerparkkids haben einen sechsten Sinn dafür, was einem am meisten Angst einjagt: ein Papa, der seinen Sohn um jeden Preis zum Profifußballer machen will; Eltern, denen man lästig ist; oder ein kleiner Bruder, der im Krankenhaus liegt und vielleicht nicht mehr rauskommt – wie bei Annika. Sich selbst zu belügen ist zwar auch keine Lösung, aber darüber lachen vielleicht schon, finden Annika und ihre Freunde.

Meine Meinung

„Ich lüge nicht“, hatte Annika geantwortet.
Was ihre üblichste Lüge war. (S.41)

Eigentlich würde Annika gerne wie jeden Sommer aufs Land fahren, doch da ihr kleiner Bruder viel zu früh zur Welt gekommen ist und ihre Mama mit dem Baby im Krankenhaus ist, wird daraus nichts. Da zudem auch ihr Papa viel Zeit im Krankenhaus verbringt und eigentlich nur ihr Opa Zeiit für sie hat, verbringt Annika viel Zeit im Park am Observatorium.

Das Personal war dabei, die Tabeltte mit dem gebrauchten Geschirr reinzuräumen. Sie unterhielten sich sich darüber, was sie nach Feierabend unternehmen wollten. Ein paar Möwen stolzierten auf der Rasenfläche herum. Spatzen stritten sich um einen runtergefallenen Zimtschneckenbröckel.
Alle hatten sie jemanden.
Nur sie nicht.  (S.67)

Dort lernt sie die Sommerparkkids kennen. Annika fühlt sich wohl in ihrer Gesellschaft, zumal sich dort niemand darum kümmert, was zu Hause bei Annika los ist.

Kaja sah Keks an. „Halt die Klappe. Ich will nichts erzählen. Das ist ja de Witz. Dass wir nichts erzählen. Dass wir nichts wissen. Dass wir nicht über unsere Eltern und Geschwister reden oder wo wir wohnen. Das ist die Abmachung.“ (S.79)

Annika baut sich Lügengebäude auf… zum Teil um sich die Zeit zu vertreiben, aber in erster Linie schafft sie es so auch, die Realität zu verdrängen und sich so selbst zu schützen. Auch manche brenzlige Situation in die sie und die Sommerparkkids geraten, meistert Annika dank ihrer Lügen.

Und dennoch gelingt es Cilla Jackert in ihrem Buch zu zeigen, dass man nicht immer vor der Wahrheit davonlaufen kann.

Von mir gibt es für dieses Buch über einen ganz besonderen Sommer 4 Papierblumen.

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Véro

Ghetto Bitch von Gernot Gricksch

Ghetto BitchZum Inhalt:

Die 15-jährige Nele wächst in Poppenbüttel auf und muss sich um nichts Sorgen machen. Sie ist mit dem beliebstesten Junge der Schule zusammen, kann sich kaufen was sie will und hat eine Menge Freunde.
Dann ereilt jedoch ein schwerer Schicksalschlag Neles Familie. Ihr Vater kommt bei einem Autounfall ums Leben und hinterlässt nichts als Schulden. Von einem Tag auf den anderen müssen Nele, ihre Mutter und ihr Bruder Timo ihre Zelte in Poppenbüttel abbrechen und in das „Asiviertel“ Steilshoop ziehen. Das bringt für alle Beteiligten so manche Herausforderung mit sich. Plötzlich ist der Nerd Timo beliebter als seine Schwester, die Mutter muss wieder arbeiten gehen und dann taucht auch noch Rick auf, den Nele auf Anhieb mehr als sympathisch findet.

Meine Meinung:

Gernot Gricksch gelingt mit diesem Jugendroman eine sehr authentisch und realistisch wirkende Geschichte. Er benutzt die Sprache der Jugend und erzählt abwechselnd aus Neles und aus Timos Sicht. Vor allem Nele muss so manche Hürde überwinden, Vorurteile abbauen und ihre Einstellung überdenken.

Die Charaktere sind sehr treffend beschrieben. Man fühlt mit Nele und ihrer Familie bzw. ihren Freunden, erwischt sich manchmal selbst dabei, dass man doch das ein oder andere Vorurteil hat und erkennt, dass Freundschaft nicht unbedingt etwas mit der sozialen Herkunft zu tun hat, bzw. das Geld allein mit Sicherheit nicht glücklich macht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gerne weiter. Auch als Klassenlektüre wäre das Buch meiner Ansicht nach gut geeignet, da man so manche Themen aus der Lebenswelt der Jugendlichen aufgreifen und diskutieren kann.

Von mir gibt es 4 Papierblumen.

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