Verstörend, perfide … aber absolut lesenswert!

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Zum Inhalt:

Die 4-jährige Manami, die Tochter der alleinerziehenden Lehrerin Yuko Moriguchi, ist im Schwimmbad der Schule, an der ihre Mutter unterrichtet, ertrunken. So scheint es zumindest…
Doch bald darauf kündigt Moriguchi ihre Stelle und teilt ihren Schülern mit, dass Manamis Tod kein tragischer Unfall war, sondern vielmehr ein von ihren Schülern verübter Mord. Sie weiß, wer die Schuldigen sind und sie möchte den Tod ihrer kleinen Tochter Manami rächen.
Mit ihrem Geständnis löst Yuko Moriguchi eine dramatische Kettenreaktion aus…

Meine Meinung:

Kanae Minatos Roman ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderes Werk.

Da wären in erster Linie der Schreibstil und die Aufteilung der Erzählung. Die Autorin hat ihren Roman in 6 Kapitel eingeteilt, in denen die Ereignisse jeweils aus der Sicht eines anderen Betroffenen oder einem Familienmitglied eines Beteilgten geschildert werden. Während im ersten und im letzten Kapitel die Lehrerin Yuko Moriguchi zu Wort kommt, lernen wir in den weiteren Kapiteln die Perspektiven einer Mitschülerin, der Mutter eines der beschuldigten Schüler und der beiden Schüler kennen, die von Moriguchi des Mordes bezichtigt werden.

Viele Einzelheiten werden aufgrund dieser Einteilung mehrfach geschildert und dennoch kommt keine Langweile auf, da es der Autorin perfekt gelungen ist, immer wieder weitere wichtige Details einzustreuen, die meist auch zu unerwarteten Wendungen führen. Nach und nach setzen sich auf diese Weise verschiedene Puzzleteile zu einem großen Ganzen zusammen.

Auch der Schreibstil variiert von einem Kapitel zum anderen, da die Autorin den jeweiligen Protagonisten unterschiedliche Adressaten zuteilt. Während Yuko Moriguchi sich im ersten Kapitel an alle ihre Schüler richtet, wendet sich die Schülerin Mizuki im folgenden Kapitel in einem Brief an ihre ehemalige Lehrerin, bevor der Leser im dritten Kapitel die Tagebucheinträge von Naokis Mutter lesen kann.

Im Laufe der Erzählung lernt der Leser die Beweggründe der einzelnen Protagonisten kennen und hier tun sich wahre menschliche Abgründe auf. Es geht um Rache, um fehlende Anerkennung, um Schuldfragen und um Gewalt. Auch dies macht den Roman zu etwas Besonderem.

Man kann dieses Buch nicht einfach nur lesen… vielmehr regt es zum Nachdenken an: über unsere Gesellschaft und deren Werte, über Gerechtigkeit und darüber, wie man sich selbst wohl an der Stelle eines der Protagonisten verhalten hätte.

Um es mit den Worten der Buchhändlerin zu sagen, bei der ich dieses Buch gekauft habe: „Da haben Sie sich zwei ganz besondere Bücher ausgesucht!“ Zumindest was dieses Werk angeht, sollte sie Recht behalten!  😉

In Japan ist das Buch übrigens schon 2008 erschienen und wurde mittlerweile auch verfilmt.

Ich vergebe fünf von fünf Papierblumen!
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Véro

Wenn die letzte Stunde schlägt…

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Zum Inhalt:

Detective William Oliver Layton Fawkes, genannt Wolf, ist einer der besten Mordermittler der Londoner Polizei. Er wird zu einem Tatort gerufen und dort auf brutale Art und Weise mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Ein kaltbültiger Killer hat Körperteile von 6 Mordopfern zu einer „Ragdoll“, einer Flickenpuppe, zusammengesetzt. Schnell zeigen sich Verbindungen zu einem alten Fall, der Wolf fast seinen Job gekostet hätte und auch einen entscheidenden Anteil daran hatte, dass Wolfs Ehe zu Bruch ging. Damals trieb einen Serienmörder sein Unwesen und wurde, sehr zu Wolfs Unmut, freigesprochen. Kurze Zeit später tötete der Freigesprochene ein weiteres unschuldiges Kind.
Doch irgendjemand scheint nicht vergessen zu haben, was damals passiert ist… Wolfs Ex-Frau, die Journalistin Andrea wird ein Umschlag mit Fotos des Tatortes zugespielt. Außerdem enthält dieser Umschlag eine Liste mit 6 weiteren Opfern sowie deren Todeszeitpunkt. Der letzte Name auf der Liste lautet: William Oliver Layton-Fawkes…
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!

Meine Meinung:

Daniel Cole ist mit diesem Roman ein sehr vielversprechender und spannender Serienauftakt gelungen. Als Leser fiebert man mit und obwohl man eigentlich weiß, dass es im Laufe der Handlung viele Tote geben wird und auch der Ausgang klar zu sein scheint – immerhin handelt es sich um einen Serienauftakt – bleibt es sehr spannend zu erfahren, was die einzelnen Opfer miteinander verbindet und was vor vier Jahren wirklich geschah.

Gut gefallen haben mir auch die Protagonisten. Ich persönlich mag es, wenn die Ermittler „Ecken und Kanten“ haben und nicht nur mit Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen. Da wäre Wolf, der „damals“ fast einen Menschen getötet hätte und daraufhin suspendiert wurde. Seine Partnerin Baxter tut sich schwer damit, ihre Gefühle Wolf gegenüber zu deuten und löst ihre Probleme auf weniger kluge Art. Auch Wolfs Ex-Frau Andrea löst beim Leser Unbehagen aus. Die Journalistin stellt ihre eigene Karriere in den Mittelpunkt und geht dabei wortwörtlich über Leichen. Und dann wäre da noch Edmunds, der ehrgeizige, junge Polizist, dessen schwangere Ehefrau nur schwer akzeptieren kann, dass dieser Fall ihren Mann nicht loslassen will.

Die Zahl der handelnden Personen ist groß; dennoch fiel es mir nicht sehr schwer, mir einen Überblick zu verschaffen.

Trotzdem bekommt das Buch von mir nicht die volle Punktzahl. Das Ende konnte mich nicht wirklich zufriedenstellen… irgendwie schien mir das ein bisschen unrealistisch. Auch zwischendurch gab es kurze Momente, in denen ich dem Autor das Geschehen nicht voll und ganz abkaufen konnte. So beispielsweise als die Polizisten ein ausgeschaltetes Handy unterwegs einfach so wieder einschalten und die Anrufliste überprüfen … ganz ohne einen Code eingeben zu müssen…

Dann gab es im Buch noch einige wenige Rückblenden, die ich sehr interessant fand und die auch ihrem Platz in dem Geschehen habe. Hier hätte der Autor jedoch ein wenig ausbauen können.

Insgesamt ein spannender Einstieg in einer Thrillerserie mit einem Ermittlerteam, von dem ich durchaus gerne mehr lesen würde.

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Véro

Wenn ein ganzes Dorf schweigt…

Wer sich zur Zeit in der Krimi-Abteilung in Buchhandlungen umsieht, kommt an Monteperdido kaum vorbei. Grund genug, das Buch selbst zu lesen um sich einen Eindruck zu verschaffen…

Monteperdido

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Zum Inhalt:

Vor fünf Jahren sind die Freundinnen Ana und Lucía, zwei elfjährige Mädchen aus dem Pyrenäen-Dorf Monteperdido, spurlos verschwunden. Seitdem ist in dem beschaulichen Dorf nichts mehr wie es war … Es werden Mahnwachen abgehalten, Ehen gingen zu Bruch und Beschuldigungen werden ausgesprochen. Doch dann taucht eines Tages Ana wieder auf. Sie wurde Opfer eines Verkehrsunfalls, bei dem der Fahrer ums Leben kam. Handelt es sich hierbei um ihren Entführer? Und wo befindet sich Lucía?

Kommissarin Sara Campos  und ihr Vorgesetzter Santiago Baín reisen nach Monteperdido, um die Ermittlungen wieder aufzunehmen und auch Lucía lebend wiederzufinden. Doch dies stellt sich als wesentlich schwieriger heraus als erwartet. Schnell stellt sich heraus, dass vor fünf Jahren einige Fehler bei der Ermittlungsarbeit gemacht wurden. Ob es den beiden „fremden“ Polizisten wohl gelingen wird herauszufinden, was damals wirklich passiert ist?

Meine Meinung:

Die Idee, die diesem Kriminalroman zugrunde liegt, gefiel mir eigentlich sehr gut, doch gelang es dem Autor Agustín Martínez nicht, mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Zu zahlreich waren die Personen, zu schnell die Perspektivenwechsel, zu langatmig die Handlung, …

Besonders zu Beginn hatte ich aufgrund der vielen handelnden Personen (mit für uns teilweise ungewohnten Namen) Schwierigkeiten, den Überblick über das Geschehen und die zwischenmenschlichen Beziehungen zu behalten. Der Autor hat seinen Krimi in einem kleinen Bergdorf angesiedelt, in dem jeder jeden kennt, viele miteinander verwandt oder verschwägert sind und in dem der Zusammenhalt noch richtig groß geschrieben ist.

„Die Bewohner von Monteperdido waren alle auf die eine oder andere Weise miteinander verbunden. Taufpaten, Schulkameraden, Schwester oder Freundinnen, die zusammen ihre Kinder erzogen, gemeinsame Feste und die langen lichtlosen Winter, ringsum nur Berge und die Tiere, die dort lebten. … Tiere und Menschen, deren Leben eng miteinander verbunden war. Das war Monteperdido.“ (S. 148)

Eigentlich ist genau dies die Stärke des Buches, da es meist sehr gut nachvollziehbar ist, wie eng die Dorfbewohner miteinander verbunden sind und warum sie skeptisch gegenüber den „Eindringlingen“ aus der Stadt sind, die einen alten Fall neu aufrollen und ihre Nase in Dinge stecken, die mancher Dorfbewohner lieber verschweigen würde. So haben die beiden Ermittler dann auch Schwierigkeiten, das Vertrauen der Einwohner zu gewinnen:

„Wenn sie in diesem gottverdammten Kaff nicht wissen, wer dein Großvater war und wie er seinen Kaffee getrunken hat, dann bist du ein Fremder. Hier mag man Leute, die ihr Geld in Monteperdido lassen und dann wieder abhauen. Aber Leute die kommen und bleiben, mag man weniger.“ (S.146)

Dennoch war für mich manche Reaktion des einen oder anderen Dorfbewohners nur schwer nachvollziehbar und auch die Verbindung zwischen Sara Campos und ihrem Vorgesetzten gab mir lange Rätsel auf. Wohl klären sich die meisten Fragen im Laufe der Handlung, jedoch hätte ich mir beispielsweise gerade im Bezug auf Sara Campos Vergangenheit detaillierte Erläuterungen gewünscht.

Die vom Autor geschaffene Atmosphäre ist recht düster und verstörend. Sein Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, doch die Handlung geht nur schleppend voran und wirklich spannend wird es zu keinem Zeitpunkt. Manche Vorkommnisse klärt der Autor zu schnell auf und verhindert damit, dass Spannung aufkommen kann, andere Ereignisse wiederum – besonders die Aufklärung am Schluss – wirken etwas konstruiert.

Auch der Aufbau des Romans hat mir etwas zu schaffen gemacht. Das Buch ist in nur sieben Kapitel eingeteilt, die jedoch recht lang sind (teilweise mehr als 100 Seiten), innerhalb derer jedoch sehr schnelle Perspektivenwechsel erfolgen. Beides ist meiner Ansicht nach dem Lesefluss nicht sehr förderlich; vielmehr erschweren die raschen Wechsel zuweilen das Verständnis und die langen Kapitel verstärken den Eindruck, dass die Handlung sehr langatmig ist.

Mich konnte dieser Krimi leider nicht packen. Schade… denn der Plot hätte sehr viel Potential!

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Véro

Herrlich skurriler Krimispaß

Maurer

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Zum Inhalt:

Im idyllischen Kurort tagt der G7-Gipfel. Dementsprechend angespannt ist die Sicherheitslage und es wimmelt nicht nur von Securityleuten, auch die Demonstranten haben ihre Zelte aufgschlagen.

Und als wäre dies alles nicht schon genug, bekommt Kommissar Jennerwein es nun auch noch mit einem sehr persönlichen Fall zu tun. Irgendetwas kommt ihm bei der durchgeplanten Beerdigung seines Freundes Hansi komisch vor. Was ist hier wirklich passiert? Wer hat wen erschossen? Und was soll hier vertuscht werden?

Meine Meinung:

Wer die Alpenkrimis von Jörg Maurer kennt, der weiß dass er keinen herkömmlichen Krimi mit 08/15-Ermittlungen erwarten darf. Vielmehr wird der eigentlich Kriminalfall in den Werken des Autors teilweise komplett zur Nebensache und man erfreut sich als Leser an den skurrilen und manchmal fast absurden Einlagen.

Es tauchen viele altbekannte Gesichter auf und der Leser darf sich auf ein Wiedersehen mit den Spalanzanis, Karl Swoboda, den Graseggers, … freuen. Jörg Maurer gelingt es auch in diesem 9. Band wieder, unzählige, scheinbar unabhängige Erzählstränge miteinander zu verknüpfen, und obwohl man sich bei der Lektüre zwischendurch immer wieder fragt „Wie will er es schaffen, das jetzt sinnvoll in das Geschehen einzubinden?“, gelingt dieser Brückenbau (fast) immer.

Zu Beginn mag es etwas schwierig sein, sich einen Überblick zu verschaffen, da die eingeführten Personen sehr zahlreich sind und manches erst zu einem späteren Zeitpunkt im Buch erklärt wird. Jörg Maurer bedient sich diesmal einer – von ihm – ungewohnten Form. Er hat seinen Krimi in drei Teile unterteilt und arbeitet mit Rückblenden. Auch die kurzen, prägnanten Kapitelüberschriften kannte man bisher in dieser Art nicht von ihm.

Immer wieder streut er zudem vermeintliche Zitate ein, die zwar ganz echt wirken, es aber absolut nicht sind. So wird aus der Bibel zitiert und das Jägerjargon bemüht, man erhält einen Einblick in die Fußreflexzonen und auch die Geschichte des Türenknallens wird dem Leser näher gebracht.

Wer den Autoren, das Genre und sich selbst nicht zu ernst nimmt, der wird an diesem Krimi einen Heidenspaß haben.

Véro

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Tom Hillenbrand lädt zu Tisch

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Zum Inhalt:

Xavier Kieffers Lebensgefährtin Valérie Gabin hat alles, was Rang und Namen hat, zu der Einweihung des neuen Firmensitzes des bekannten „Guide Gabin“ eingeladen. Ein exquisites Menü, ein prominenter Überraschungsgast und eine Ausstellung mit seltenen Ausgaben des Guide Gabin als Exponat: alles ist perfekt vorbereitet. Dennoch kommt es während der Feier zu einem größeren Zwischenfall und bald muss Valérie feststellen, dass die Ausgabe des Guide Gabin von 1939 gestohlen wurde.

Der Luxemburger Koch Xavier Kieffer, der auch zu den geladenen Gästen zählte, stellt Nachforschungen an und es dauert nicht lange, bis das erste Todesopfer zu beklagen ist. Xavier Kieffer lässt sich davon jedoch nicht beeindrucken und versucht mit allen Mitteln in Erfahrung zu bringen, welches Geheimnis der alte Guide Gabin birgt.

Meine Meinung:

Tom Hillenbrand verbindet in diesem fünften Band seiner Serie um den sympathischen Koch aus Luxemburg Altbewährtes mit neuen Elementen. Während auch in diesem Krimi wieder Kulinarik, Lokalgeschichte und Krimi zu einem spannenden Roman vermischt werden, erzählt der Autor in diesem Band zum ersten mal auf zwei zeitlichen Ebenen. Abwechselnd werden Kieffers Ermittlungen und die Erlebnisse des amerikanischen Soldaten Fisher während des Zweiten Weltkriegs erzählt. Tom Hillenbrand gelingt es, diese beiden Ebenen sehr gekonnt zu verbinden und daraus eine spannende und glaubwürdige Handlung zu stricken.

Leser der ersten vier Bände dürfen sich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: Valérie Gabin, Esteban, Claudine, Pekka Vatanen, François Allégret und auch die Kommissarin Lobato sind auch in diesem Band wieder mit von der Partie. Besonders die Episoden, in denen der selbsternannte Sternekoch Esteban im Mittelpunkt steht, sind Garant für ein vergnügliches Leseerlebnis.

Als Luxemburger kann man sich zudem an den detaillierten Beschreibungen von Land, Leuten und Gerichten erfreuen. Tom Hillenbrand beschreibt mit viel Humor die Eigenarten von Xavier Kieffer und seinen Landsleuten.

Besondere Erwähnung verdient auch die detaillierte Recherchearbeit bezüglich der historischen Ereignisse. Tom Hillenbrand verarbeitet in seinem Roman einen vielleicht weniger thematisierten Aspekt des Zweiten Weltkriegs, der jedoch durchaus interessant ist und Beachtung verdient.

Auch wenn meiner Ansicht nach am Schluss des Romans ein paar kleine Fragen nicht (explizit) beantwortet werden, so verdient dieser kulinarische Krimi dennoch die volle Punktzahl.

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Véro

Thriller mit Gänsehaut-Garantie

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Zum Inhalt:

In Berlin wird eine weibliche Leiche aus der Spree geborgen. Makaberes Detail: der Leiche fehlen die Lippen! Als Albert, der Lebensgefährte der TV-Journalistin Christine Lenève, seine Freundin am Flughafen abholt, erkennt er das Opfer des grausamen Mordes auf den Titelseiten der Zeitungen. Nana, seine ehemalige Hacker-Kollegin, ist tot!

Sofort beginnt Christine, gemeinsam mit Albert, auf eigene Faust zu ermitteln. Schnell ist klar, dass Nana nicht das einzige Opfer des Eismanns ist und dass wohl weitere Opfer zu befürchten sind. Denn der Eismann hat einen Plan, und davon lässt er sich nicht abbringen.

Meine Meinung:

„Das Hospital“ ist der zweite Band aus der Reihe um die Journalistin Christine Lenève. Entgegen meiner Angewohnheit habe ich diesen Thriller gelesen, ohne den ersten Band zu kennen, doch das hat das Lesevergnügen nicht geschmälert.

Oliver Ménard ist ein sehr spannender Thriller gelungen, der einem mehrmals Gänsehautmomente beschert … und die sind nicht nur darauf zurückzuführen, dass wir es hier mit einem Killer zu tun haben, der seine Opfer kühlt, um seinen Plan zu verwirklichen.

Das Motiv des Killers mag einige Klischees bedienen, aber es die gesamte Handlung wirkt in keinster Weise konstruiert oder übertrieben, sondern stets sehr authentisch.

Mit Christine Lenève hat der Autor eine ungewöhnliche Ermittlerin geschaffen, die der Polizei die Stirn bietet und zugleich davon profitiert, dass der Kommissar sich von ihren Recherchen neue Erkenntnisse erhofft. Die toughe Journalistin kennt keine Angst und bringt sich selbst mehrmals in Gefahr. Dennoch ist sie nicht davon abzubringen, den Eismann selbst zu überführen und dessen Plan zu vereiteln.

Mit Albert stellt Oliver Ménard seiner Protagonisten den idealen Partner an die Seite. Obwohl der Mord an Nana ihn persönlich deutlich mehr betrifft, ist er viel besonnener und gelassener und sorgt so für das Gleichgewicht in seiner Beziehung mit der resoluten Journalistin.

Ein weiteres Plus dieses Thrillers ist die Tatsache, dass man immer wieder erkennt wie akribisch der Autor bei seiner Recherchearbeit vorgegangen ist. Jedes einzelne Element passt, so haarsträubend oder abstoßend es auch sein mag.

Auch die ständig wechselnden Perspektiven und der tolle Schreibstil sorgen dafür, dass die Spannung aufrecht erhalten bleibt. Die gesamte Handlung ist sehr geschickt aufgebaut und die Identität des Mörder bleibt wohl den meisten Lesern bis ganz zum Schluss verborgen.

Oliver Ménard gehört fortan definitiv zu den Autoren, bei denen ich sehnsüchtig auf das Erscheinen des nächsten Buchs warten werde.

Von mir gibt es 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro

Wenn einen die Schatten der Vergangenheit einholen…

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Zum Inhalt:

In der Nacht geht auf einem Campingplatz in Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Schnell stellt sich heraus, dass hier ein Brandstifter am Werk war und das seine Tat auch ein Todesopfer gefordert hat.
Die Obduktion ergibt, dass es sich bei dem Toten um den Bruder eines früheren Schulkameraden von Oliver von Bodenstein handelt und es sich bei dem Brand wohl um einen geplanten Mord handelt.
Als nur kurze Zeit später auch die todkranke Mutter des Mordopfers umgebracht wird und weitere Menschen in Lebensgefahr zu schweben scheinen, wird den Beamten des K11 klar, dass es sich bei der Tat wohl nicht um Morde aus Habgier oder einer Erbschaft wegen handelt.
Oliver von Bodenstein wird von seiner Vergangenheit eingholt und der Fall entwickelt sich schnell zu dem persönlichsten Fall, den er je zu lösen hatte.

Meine Meinung:

Gleich zu Beginn des Buches führt Nele Neuhaus in einem zweiseitigen Personenregister alle für den Verlauf der Geschichte wichtigen Personen ein. Ergänzt wird dieses Personenregister durch zwei Landkarten von Ruppertshain und Umgebung.

Anfangs hat dieses enorme Personenregister mich etwas verunsichert, allerdings hat sich dies während des Lektüre schnell gelegt. Obwohl viele Personen irgendwelche Verbindungen aus früherer Zeit zueinander haben, irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen haben und sich alles in einem Ort abspielt, in dem jeder jeden kennt, gelang es mir recht gut, den Überlick zu behalten.

Nele Neuhaus gelingt es sehr gut, diese eingeschworene Dorfgemeinschaft zu beschreiben. Keiner scheint etwas zu wissen oder wissen zu wollen, und dennoch beäugt jeder jeden skeptisch und manch einer scheint doch mehr zu wissen, als er zugeben möchte. Die einzelnen Personen zeichnen sich durch sehr unterschiedliche Charaktere aus, wirken aber allesamt sehr authentisch.

Was die Mordfälle an sich angeht, so zeichnet sich dieser Taunuskrimi (wie auch bereits sein Vorgänger) durch Komplexität aus. Es gibt viele Verdächtige, viele Motive, und mehrere sich ständig abwechselnde Handlungsstränge, die dennoch ineinander verwoben sind. Hinzu kommt, dass im Laufe der Ermittlungen Verbindungen zu einem Fall auftauchen, der 42 Jahre zurückliegt und dennoch der Hintergrund für die aktuelle Mordserie zu sein scheint.

Immer wieder tauchen Wendungen auf, Spuren und Hinweise, die sich jedoch dann als „falsche Fährten“ erweisen und man weiß bis zum Schluss nicht, was wirklich damals geschah und wer hinter den Morden an den Ruppertshainer Einwohnern steckt. So bleibt die Spannung garantiert und man fiebert bis zur letzten Seite mit.

Pia Sander kommt in diesem Krimi in den Ermittlungen die leitende Rolle zu, da Oliver doch sehr damit zu kämpfen hat, objektiv zu urteilen und sich nicht zu sehr von den schmerzhaften Erinnerungen an die eigene Kindheit leiten zu lassen… immerhin kennt sowohl die die jetzigen Opfer seit Kindertagen als auch die nun Verdächtigen und deren Familienmitglieder. Diese innere Unruhe beschreibt Nele Neuhaus sehr gut; allerdings könnte man sich fragen ob hier „im richtigen Leben“ nicht schon eher die Entscheidung getroffen worden wäre, Oliver von den Ermittlungen abzuziehen.

Sehr positiv habe ich die Tatsache empfunden, dass das Privatleben der Ermittler wohl thematisiert wird, allerdings in diesem 8. Fall von Pia und Oliver einen wesentlich geringeren Platz im Buch hat. Dies mag daher rühren, dass das Privatleben von Oliver in gewisser Hinsicht Teil der Ermittlungen ist, und man daher das Gefühl hat, dass stets eher die Ermittlungen im Vordergrund stehen beziehungsweise alles Geschriebene automatisch mit den Ermittlungen in Verbindung steht. Unwichtigere Aspekte, wie beispielsweise Olivers Umgang mit seiner Exfrau Cosima rücken in diesem Band deutlich in den Hintergrund.

Beeindruckt war ich zuweilen auch von den genauen Beschreibungen und Erläuterungen der Forensiker und Kriminalbeamten im Laufe der Tatortuntersuchungen und der Autopsien. Hier scheint die Autorin wirklich ihre Hausaufgaben zu machen und genau zu recherchieren.

Genau diese Detailliertheit wird einem als Leser aber auch an anderer Stelle vielleicht etwas zu viel. Nele Neuhaus beschreibt oft die Landschaft, Atmosphäre, … sehr ausführlich, was zuweilen zu kleinen Längen führt.

Nele Neuhaus bereitet in diesem Buch außerdem schon gekonnt das Terrain für einen weiteren Band vor, in dem Pia Sander leitende Funktionen übernehmen wird. Oliver von Bodenstein möchte sich ein „Sabbatical“ genehmigen und um diese Lücke im K11 zu schließen, wird den beiden schon in diesem Band in der Person des  Tariq ein sehr kompetenter und wissbegieriger junger Polizist zur Seite gestellt.

Insgesamt ein sehr stimmiger Kriminalfall, der absolut lesenwert ist, auch wenn er manchmal kleine Längen hat.

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Véro

Adventskalender – Türchen 11

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Heute möchte ich euch ein kleines Büchlein für die Krimifans unter euch vorstellen. Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, die beiden Autoren der Krimis rund um den Polizeipsychologen Sebastian Bergmann, liefern uns in diesem kleinen Band zwei Kurzgeschichten, welche beide in der Weihnachtszeit spielen.

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Für Sebastian Bergmann, der ohnehin kaum zwischenmenschliche Kontakte pflegt, hasst das „Fest der Liebe“ seit der Tsunami ihm am zweiten Weihnachtsfeiertag die beiden liebsten Menschen genommen hat.

Beide Kurzgeschichten umfassen etwa 50 Seiten und lesen sich recht schnell.

In der ersten Geschichte begleitet Sebastian Bergmann seinen Chef Torkel Höglund trotz einer Absage dann dennoch zu einem Familienfest, dessen Ausgang er durch sein Verhalten entscheidend beeinflusst.

Auch in der zweiten Krimigeschichte bringt Sebastian sich durch sein triebgesteuertes Verhalten in eine missliche Lage: der Ehemann seiner letzten Eroberung kommt unerwartet früh nach Hause, so dass Sebastian sich im Schrank im Schlafzimmer verstecken muss. Dabei sollte er doch eigentlich seine Kollegin Ursula beim Verhör eines Verdächtigen unterstützen. Aber Sebastian Bergmann wäre nicht Sebastian Bergmann, wüsste er die Zeit im Schrank nicht zu nutzen, um dennoch an den wichtige Ermittlungsarbeit zu leisten.

Beide Kurzgeschichten wurden schon zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht und sind demnach vielleicht schon dem ein oder anderen bekannt. Das kleine Büchlein garantiert den Fans der Krimireihe dennoch ein angenehmes Leseerlebnis und verkürzt die Zeit bis zum Erscheinen des nächsten Werkes des Autorenduos.NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITE

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Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitchs Wunsch gibt es nur im Doppelpack.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Adventskalender – Türchen 3

adventskalendernureinbuch

Heute geht es in unserem Adventskalender etwas weniger besinnlich zu. Zwar werde ich euch auch heute kein Buch vorstellen, dennoch kommen die Krimifans unter euch bestimmt auf ihre Kosten… und  können ihren kriminalistischen Spürsinn unter Beweis stellen.

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Die „black stories“ sind vielleicht manch einem unter euch ein Begriff. In der „Christmas Edition“ dreht sich in 50 Rätseln alles um das Fest der Liebe. Allerdings geht es hier nicht sehr besinnlich zu: es werden Menschen verhaftet, es kommt zu skurrilen Verletzungen, zu Scheidungen und vielen Todesfällen.

Zuweilen sind die Geschichten recht makaber, allerdings gibt es auch andere Geschichten, die glimpflicher enden.

Die Spielregeln sind sehr einfach: Anhand von Fragen, die nur mit ja oder nein beantwortet werden dürfen, müssen die Spieler das Geschehen erraten, welches auf der Vorderseite mit einer kurzen Geschichte eingeleitet wird.

Um „black stories – Christmas Edition“ spielen zu können, benötigt man mindestens zwei Spieler, ein wenig Fantasie und eine große Portion schwarzen Humor.

Inzwischen gibt es auch die „black stories – Christmas Edition 2„. Spielspaß garantiert!

Altersempfehlung: 12-99 Jahre, Spieldauer: 2 – 222 Minuten

Véro

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Der heutige Hinweis passt zu Mitchs Wunsch:

Mitch mag es heldenhaft.

Wenn ihr glaubt unsere Wünsche zu kennen, dann schickt eure Lösung an:
nureinbuch@t-online.de

Hier gibt es Infos zum Gewinnspiel

Ein paar Opfer zu viel

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Zum Inhalt:

In Wien hält ein Frauenmörder die Polizei in Atem. 4 Leichen gab es bisher und alle wurden sie auf Baustellen ein und desselben Bauleiters aufgefunden. Da die Polizei im Dunkeln tappt, wird Marlies Mittermann die Leitung der Ermittlungen zugeteilt… sehr zum Leidwesen ihres Noch-Ehemanns Helmut, der die Ermittlungen bis zu dem Zeitpunkt leitete.

Schon nach kurzer Zeit scheint Marlies den Täter gefunden zu haben. Doch als dieser in Untersuchungshaft sitzt, taucht ein 5. Opfer auf …

Meine Meinung:

Dieser Krimi konnte mich nur bedingt überzeugen. Die Protagonistin Marlies Mittermann konnte mich nicht wirklich für sich einnehmen, da sie mir im ganzen Verlauf der Handlung nicht recht sympathisch wurde. Ihr Ehrgeiz mag für die Ermittlungsarbeit wichtig sein, jedoch stand er gerade dabei auch teilweise im Weg, da sie sich und ihren Kollegen unbedingt beweisen möchte, dass sie in der Lage ist, den Fall zu lösen. Als die Probleme dann doch größer werden, greift sie auf die Beziehungen ihres Vaters zurück, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen.

Für mich ist Marlies Mittermann etwas unglaubwürdig: sie möchte ihren Weg gehen und jedem beweisen, was sie kann und dass sie sehr wohl in ihrem Beruf erfolgreich sein kann. Die Miete ihrer Wohnung lässt sie sich jedoch von ihrem Vater zahlen und wenn es brenzlig wird, soll dieser es auch beruflich für sie richten.

Die Beziehungsprobleme zwischen Marlies und Helmut waren für mich auch nicht immer nachvollziehbar. Dies mag für die Handlung zeitweise wichtig sein, hat mich jedoch stellenweise auch verwirrt.

Schlussendlich war die Auflösung des Kriminalfalls mir zu sehr konstruiert und unglaubwürdig… vielleicht war mir deshalb auch weniger früh klar, wer der eigentliche Täter ist.

Insgesamt hat sich der Krimi sehr gut gelesen, konnte mich jedoch inhaltlich nicht wirklich überzeugen, weshalb es nur für drei Papierblumen reicht.

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Véro

Blinde Vögel

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Zum Inhalt:

Beatrice Kaspary und Florin Wenninger werden zu einem Tatort nahe eines Salzburger Campings gerufen. Dort haben Spaziergänger ein ermordetes Pärchen gefunden: sie wurde erdrosselt, er scheint sich erschossen zu haben und hält die Tatwaffe immer noch in der Hand.

Doch Bea glaubt nicht an einen erweiterten Selbstmord. Schnell wird klar dass die beiden Toten kein Paar waren und  lediglich eine Lyrikgruppe auf Facebook sie verbindet. Beatrice entschließt sich daraufhin dazu, einen Fake-Account zu erstellen um so undercover in der Facebookgruppe ermitteln zu können.

Schon bald gibt es weitere Todesfälle, die allesamt als Selbstmord durchgehen könnten. Kaspary und Wenninger lassen sich jedoch davon nicht täuschen …

Meine Meinung:

Ursula Poznanski legt mit diesem zweiten Band der Reihe um das Ermittlerduo Kaspary/Wenninger erneut einen spannenden Thriller mit einem für mich sehr unvorhersehbarem Ende vor.

Beatrice Kaspary und Florin Wenniger sind äußert sympathische Protagonisten und die Tatsache, dass das Privatleben der beiden auch immer wieder thematisiert wird, lässt die beiden gleich noch authentischer wirken.

Auch die eingestreuten Facebookposts, die Gedichte und die kurzen Passagen aus der Sicht des Täters fördern den Lesefluss und sorgen für ein abwechslungsreiches Leseerlebnis.

Das Ende hat mich sehr überrascht, da ich weder den Täter noch das Motiv im Vorfeld auch nur ansatzweise erahnen konnte. Dennoch zweifelt man zu keinem Zeitpunkt an der Glaubwürdigkeit der Handlung.

Alles in allem ein gelungener Thriller, der Lust auf den Folgeband macht.

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Véro

„gelungans Debüt mid sympatischn Eamittlern“

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Zum Inhalt:

In einem beschaulichen Dorf mitten in Bayern wird der Schweinebauer Anton Huber erschossen im Schweinestall aufgefunden. Schnell stellt sich heraus, dass der Schweinebauer im Dorf nicht sehr beliebt war und manch einer der Dorfbewohner ein Motiv für diesen Mord hätte.

Doch dann wird auch die Maria Huber, die Ehefrau des Bauers, ermordet aufgefunden und Alois Schön und sein Ermittlerteam müssen ihre Ermittlungen und die Liste der Verdächtigen überdenken. Es wird immer deutlicher, dass alles auf ein Familiendrama hindeutet.

Meine Meinung:

Ulrich Radermacher hat mit seinem Debüt einen gelungenen Auftakt zu einer Krimi-Reihe mit viel Lokalkolorit vorgelegt.

Schon bei der Beschreibung des Fundortes der Leiche habe ich herzlich lachen müssen:

„Hunderte zukünftige Schnitzel, Koteletts, Haxen und Eisbeine scharten sich um Bauer Huber. … Zwei Spanferkel leckten den roten Saft vom Hals des Verstorbenen. Ob sich die Aufnahme des Menschenblutes durch die Tiere auf den Geschmack der späteren Wurst auswirken würde, interessierte sie nicht. Warum auch? Schweine machen sich keine Gedanken über ihr Leben nach dem Tod.“ (S.7)

Hauptkommissar Schön und sein Team müssen schnell feststellen, dass Anton Huber im Dorf alles andere als beliebt war:

„Jeder Zivilpolizist konnte bestätigen, dass der Tote nicht den besten Leumund im Ort genossen hatte. Die Bewohner, die nicht gut auf Anton Huber zu sprechen waren, teilten sich in zwei Lager: Die eine Hälfte fürchtete die Konkurrenz in Liebesdingen. … Die andere Hälfte hoffte, dass der Gestank im Ort nun endlich vorbei sei.“ (S. 82)

Die Liste der Verdächtigen ist lang, die Motive klar und der Plot gut nachvollziehbar. Der bayrische Dialekt von Kommissaranwärter Martin sowie des Verdächtigen Sebastian Gruber sorgt für Lokalkolorit und stellt den Leser zuweilen vor eine kleine Herausforderung.

Mit Hauptkommissar Alois Schön hat der Autor einen sympathischen Ermittler erschaffen. Die Ermittlungen gehen nicht spurlos an ihm vorbei; vielmehr beschäftigen manche Erkenntnisse den Kommissar auch über Dienstschluss hinaus und lassen ihn sehr menschlich erscheinen. Auch seine Kollegin Natascha Frey macht einen sehr sympathischen und feinfühligen Eindruck.

Zu Beginn hat der Leser den Eindruck, dass es sich bei dem Mord an Anton Huber um einen Nachbarschaftsstreit handelt. Verdächtige und Motive gibt es zur Genüge. Doch dann wendet sich das Blatt als auch Maria Huber ermordet aufgefunden wird und Zeugin Martina Schaf im Verhör pikante Details aussagt.

Zu diesem Zeitpunkt kam bei mir bereits ein Verdacht auf, der sich im Nachhinein auch bestätigte: die Abgründe in der Familie Huber sind sehr tief, die Ehe und das Familienleben wohl mehr Schein als Sein. Auch der Klappentext legt dem Leser schon nahe, dass es sich lohnt, die Mitglieder der Familie etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Dies fand ich etwas schade, da es der Spannung schadet und es eigentlich fortan nur noch um das „Wie?“ aber nicht mehr um das „Wer?“ geht.

Von mir gibt es für dieses Debüt 4 Papierblumen und ich warte gespannt auf den nächsten Fall von Hauptkommissar Schön!

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Véro

Berlin undercover

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Zum Inhalt:

Johannes „Johnny“ Thiebeck wird in diesem Band als V-Mann in die Berliner Drogenszene eingeschleust und soll dort, unter Anleitung der Kommissarin Tulay Tassin, dabei helfen dem Aufkommen der neuen Droge „Boom“ Einhalt zu gebieten.

Er zieht zu Schoko und Chris in die WG und soll auf diesem Weg an die großen Bosse der organisierten Drogenszene herankommen. Ziemlich schnell läuft die Sache jedoch aus dem Ruder, als zwei arg verstümmelte Leichen gefunden werden und alles darauf hindeutet, dass die beiden Toten Opfer eines Bandenkrieges sind.

Johnny Thiebeck macht sich auf die Suche nach Hinweisen und bringt sich mit seinen Aleingängen selbst immer wieder in Gefahr…

Meine Meinung:

Wie bereits die beiden ersten Thiebeck-Bände hat mir auch „Puppenruhe“ unglaublich gut gefallen.

Ben Bauhaus versteht es, den Leser in seinen Bann zu ziehen, in dem er sympathische Protagonisten schafft, die Spannung kontinuierlich aufbaut und so manche unvorhergesehene Wendung in die Handlung einbaut.

Wohl hat man als Leser immer wieder das Gefühl, Kleinigkeiten voraussehen zu können – so war mir beispielsweise von Beginn an klar dass Thiebecks Bruder Jan kein unbeschriebenes Blatt sein kann – aber dennoch wird man immer wieder überrascht.

Besonders in diesem Buch gelingt es dem Autor auf meisterhafte Weise, die Grenze zwischen Gut und Böse zu verwischen: im Rahmen von Johnnys Undercover-Aktionen lernt der Leser sowohl einige Kleinkriminelle als auch Drogenbosse kennen, die einem jedoch alle eigentlich sehr sympathisch sind. Ganz anders ist das, was die ermittelnden Polizisten angeht: hier kann man sich noch lange nicht bei jedem sicher sein, dass er wirklich gute Absichten hegt.

Ein weiteres großes Plus bei diesem Buch ist die Tatsache, dass Ben Bauhaus seine Protagonisten sehr authentisch beschreibt. Auch deren Sprache wirkt nicht aufgesetzt; vielmehr passt die Ausdrucksweise der jeweiligen Personen ausgezeichnet in ihr Umfeld.

Im Gegensatz zu den beiden bereits erschienenen Bänden gibt es in diesem Thriller auch eine ganze Reihe an technischen Erklärungen. Diese sind jedoch sehr gut beschrieben, so dass sie den Leser nicht abschrecken, sondern wirklich einen guten Einblick in die Welt der Technik und die damit verbundenen Möglichkeiten erlauben.

Zudem schafft Ben Bauhaus es auch, in jedem Band einen neuen Protagonisten auftauchen zu lassen. Mit Tulay Tassin hat er in diesem Band den weibliche Gegenpart zu Johnny Thiebeck erschaffen und man kann eigentlich nur hoffen, dass Tulay Tassin auch in den folgenden Bänden mit von der Partie sein darf.

Mich hat dieser Thriller restlos überzeugt und deshalb gibt es von mir fünf Papierblumen und eine absolute Lesempfehlung für die gesamte Thiebeck-Reihe!

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Véro

Wenn das Ende naht…

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Bei diesem Buch handelt es sich um den zweiten Band der Thrillerreihe rund um den Ermittler Erik Lindberg. Der Kommissar ermittelt in einem in sich abgeschlossenen Fall, aber da es zwischendurch immer wieder kleine Verweise auf den ersten Band gibt und auch das Privatleben des Ermittlers eine recht wichtige Rolle einnimmt, ist es ratsam, „Remexan“ zuerst zu lesen, bevor man sich an diesen Thriller wagt.

Zum Inhalt:

Im Wald bei Einsiedlern wird die Leiche einer Frau entdeckt. Das Besondere an diesem Fund ist die Tatsache, dass der Mörder sein Opfer regelrecht bestattet hat: Der Leiche wurde ein Büßerhemd angezogen, auf der Stirn finden die Ermittler Spuren von Chrisam. Zudem liegt eine Gänsedaune auf dem Mund der toten Frau und ein hölzernes Kreuz mit dem Namen des Opfers deutet auf eine Grabstätte hin.
Lindberg, der nach den Ereignissen des vorangegangenen Abends recht verkatert am Fundort erscheint, weiß schnell, dass er es hier wohl nicht mit einem gewöhnlichen Mord zu tun hat.
Als dann auch noch ein Drohbrief in der Redaktion der Image-Zeitung auftaucht, in dem der Schreiber das nahende Ende der Welt beschwört und in dem Umschlag zudem Spuren von Anthrax gefunden werden, wird definitiv klar, dass Erik und sein Team hier vor ganz besonderen Ermittlungen stehen.

Meine Meinung:

Thomas Kowa ist auch mit diesem Band wieder ein sehr spannender Thriller gelungen, der den Leser bis zur letzten Seite fesselt.

Das Buch ist in drei Teile unterteilt, die jeweils mit einem Rückblick ins Jahr 1495 beginnen: ein Paar ist unterwegs mit seinem Säugling, um eine Nottaufe vornehmen zu lassen. Was es damit auf sich hat, und wieso der Autor diese Rückblicke in seinen Thriller einbaut, wird erst im letzten Teil des Buches klar. Dennoch passen diese Episoden hervorragend zum Buch und runden die Geschichte ab.

Thomas Kowa lässt Erik Lindberg dieses Mal im Umfeld der christlichen Kirche und einer Sekte, die das Jüngste Gericht prophezeit, ermitteln. Schon im ersten Band ist mir sehr positiv aufgefallen, dass der Autor seine Themen sehr intensiv recherchiert. Ganz nebenbei erfährt man bei der Lektüre so manches, was einem vorher vielleicht nicht bekannt war. So sind beispielsweise die Schauplätze in diesem Thriller nicht willkürlich ausgewählt. Vielmehr haben sie meist einen geschichtlichen Hintergrund, der ebenfalls mit dem Geschehen in Verbindung steht und den Inhalt des Buches umso authentischer wirken lässt.

Auch der Schreibstil des Autors gefällt mir  gut. Immer wieder sind humorvolle Aussagen eingestreut, die mich oft zum Schmunzeln brachten. Herrliche Wortschöpfungen wie beispielsweise das „Aufwachalzheimer“ oder die „50-Shades-of-Grey-Hausfrau“ ließen mich mehrfach herzlich lachen. Außerdem sind die kurzen Kapitel und die wechselnden Perspektiven Garant dafür, dass man  weiterlesen will, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Dies macht es dem Leser schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Die Protagonisten sind ebenfalls sehr authentisch beschrieben und wachsen dem Leser schnell ans Herz. Zwar steht mit Erik Lindberg der Hauptprotagonist diesmal teilweise ein wenig im Schatten seiner jüngeren Kollegin Mia Adam, doch auch diese überzeugt den Leser mit ihrer erfrischenden Art und ihren (zuweilen fast komischen) Alleingängen.

„Mich Akten durcharbeiten zu lassen ist so, als würdest du Lionel Messi als Torwart aufstellen“, sagte sie. „Verschenktes Talent.“ (Pos. 1837)

Sehr positiv empfand ich auch die Tatsache, dass das Privatleben der Ermittler nicht außen vor bleibt. Man hat das Gefühl, dass die Charaktere dadurch greifbarer sind und ich selbst konnte beispielsweise Katharina Zach in diesem Buch deutlich mehr Symphatie abgewinnen, als dies noch im Vorgängerband der Fall war. Sehr gut hat mir auch die Tatsache gefallen, dass Carla Frey, Lindbergs pensionierte Kollegin, auch in diesem Band einen kurzen Auftritt hat.

Im Gegensatz zu „Remexan“ konnte ich in diesem Thriller recht schnell vermuten, wer hinter den Morden steht (und ich behielt sogar recht 😉 ). Dies schadete der Spannung jedoch nicht, da Thomas Kowa es dennoch versteht, kleine unvorhersehbare Elemente in die Geschichte einzubauen, die einen immer wieder staunen lassen und einen dazu verleiten, die eigenen Ansichten und Eindrücke zu überdenken.

Lediglich der Schluss war meiner Auffassung nach ein wenig überspitzt und nicht mehr ganz realitätsnah, was ich aber dennoch als wenig störend empfand.

Ich freue mich jetzt schon auf den Folgeband, zumal Thomas Kowa auch hier dafür sorgt, dass die Neugierde aufrecht erhalten bleibt, indem er sowohl was Erik Lindbergs Privatleben angeht als auch in Bezug auf die Ermittlungen im aktuellen Fall, kleine Unklarheiten bestehen lässt. Als Leser möchte man wissen, wie es mit Paula weitergeht und auch der Maulwurf in den Reihen des LKA beschäftigt einen nach der Lektüre dieses Buches ein wenig.

Ich vergebe für dieses Buch 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung!

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Véro

Ein „atemberaubender“ Thriller

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Zum Inhalt:

Johannes Thiebeck, der frühere LKA-Kommissar, ermittelt wieder. In einem Berliner Reisebüro geschieht ein grausamer Mord: Dem Opfer wurden die Augenlider, der Mund und die Nase mit Sekundenkleber zugeklebt, so dass es qualvoll ersticken musste.
Die junge LKA-Beamtin Henni Herzog, deren Schwester das Mordopfer gut kannte, wird von Thiebecks ehemaliger Kollegin Jana, sowie deren Partner Mirko Densch, mehr oder weniger von den Ermittlung ferngehalten. Daraufhin beschließt sie, „Johnny“ Thiebeck um Hilfe zu bitten. Nur widerwillig geht dieser darauf ein, doch schon bald packt ihn der alte Ehrgeiz, zumal sich schnell herausstellt, dass es sich beim Täter wohl um einen Serienmörder handelt und dass die Mitglieder der Reisegruppe offensichtlich etwas verschweigen. Was geschah damals wirklich in Irland?

Meine Meinung:

Wie bereits der erste Band „Bulletschach“ konnte auch dieser Band mich vollends überzeugen. Ben Bauhaus versteht es, die Spannung bis zum Ende aufzubauen und seinen Ermittler „Johnny“ Thiebeck auf geniale Weise in Szene zu setzen.

„Ich ermittelte wieder, machte Polizeiarbeit, auch wenn ich offiziell kein Bulle war. All the shit and non of the benefits …“ (S.152)

Der Hauptprotagonist überschreitet mehr als ein Mal die Grenzen der Legalität um zu seinem Ziel zu gelangen und so gelingt es ihm immer wieder, sich so manche wichtige Information schneller als die LKA-Ermittler zu beschaffen. Dennoch (oder gerade deswegen?) willigt Jana ein, Johnny an den Ermittlungen teilhaben zu lassen und er erweist sich auch so manches Mal als große Hilfe. Mit seiner ehrlichen und direkten Art und Weise wächst einem der unkonventionelle Ermittler ans Herz und immer wieder zeigt sich, dass sich hinter der harten Schale dieses Hünen ein sehr weicher Kern verbirgt.

Obwohl einem als Leser recht früh klar wird, dass es wohl zahlreiche weitere Morde geben wird, bevor dem Täter das Handwerk gelegt werden kann, so fiebert man mit den Ermittlern mit, fragt sich, wer wohl das nächste Opfer sein wird, und muss wohl auch das ein oder andere Mal seine eigenen Überzeugungen überdenken, da der Autor immer wieder überraschende Wendungen in seine Fälle einbaut.

Bei diesem Buch handelt es sich definitiv nicht um einen 08/15-Krimi… dafür sorgt schon alleine die brutale und dennoch kreative Vorgehensweise des Mörders. Auch das „Leitmotiv“ des Mörders ist, wie im ersten Band das Schachboxen, wieder ein sehr ungewöhnliches: Diesmal lässt Ben Bauhaus seinen Täter nach den Versen eines irischen Kinderreims handeln.

Schlussendlich tut der direkte Schreibstil (Johnny Thiebeck erzählt in der Ich-Perspektive) sein Übriges dazu, dass man dieses Buch nicht aus der Hand legen möchte, bis man es endlich beendet hat und alle Fragen geklärt sind.

Fazit:

Von mir gibt es die volle Punktezahl, da ich dieses Buch wirklich nicht aus der Hand legen konnte. Ben Bauhaus hat mich ein weiteres Mal überzeugen können und ich freue mich schon jetzt auf den dritten Band dieser Reihe!

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 Véro