Wenn erwachsene Männer plötzlich leuchtende, rosarote Elefanten sehen…

Elefant

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Zum Inhalt:

Der Obdachlose Schoch entdeckt in seiner Höhle einen kleinen rosaroten Elefant, der in der Dunkelheit leuchtet. Anfangs glaubt er noch, dass diese Wahrnehmung nur seiner Fantasie und dem Alkoholgenuss entspringt, doch schnell stellt sich heraus, dass es dieses kleine, besondere Wesen wirklich gibt.

Während Schoch beschließt, sich um den kleinen Elefanten zu kümmern, sucht nicht nur dessen „Schöpfer“, der Genforscher Roux, mit allen Mitteln nach seiner Sensation. Auch der burmesische Elefantenflüsterer Kaung, der bei der Geburt des kleinen Elefanten dabei war, setzt alles daran, um das kleine Tier rechtzeitig zu finden und vor den Wissenschaftlern zu schützen.

Meine Meinung:

Martin Suters aktuelles Werk hat mir sehr gut gefallen. Der Autor schafft nicht nur sehr unterschiedliche Figuren in seinem Roman, sondern legt auch ganz verschiedene Schauplätze an, die zum Ort der Handlung werden. Durch das gesamte Buch zieht sich nicht nur ein ständiger Perspektivenwechsel; auch der Zeitraum der Handlung erstreckt sich über etwas mehr als fünf Jahre.

Als Leser erlebt man sowohl die Forschungsarbeiten im Genlabor mit, wie auch die Geburt des Elefanten im Zirkus. Dann wiederum folgt man Schoch bei seinen täglichen Streifzügen durch die Obdachlosenszene in Zürich.

Die Zeitensprünge und der ständige Wechsel der Erzählperspektive sorgen für zusätzliche Spannung. Mir hat besonders der Kontrast zwischen dem Obdachlosen Schoch und dem Genforscher Roux gut gefallen. Wohl sind beide Personen recht einseitig beschrieben, doch Suter stellt den beiden Protagonisten jeweils einen Tierarzt an die Seite (Reber, Valerie), welche meiner Ansicht nach dieses Schema Gut/Böse etwas aufheben und verwischen.

Der Autor schneidet in seinem Roman mehrere Themen an, die den Leser zum Nachdenken  anregen sollen. Da sind natürlich in erster Linie die Forschungsexperimente des Wissenschaftlers Roux, die die Frage aufwerfen, welche Möglichkeiten die Gentechnik mittlerweile bietet und inwiefern diese Möglichkeiten genutzt werden sollten oder vielleicht auch unterbunden werden müssten.

Auch Schochs Obdachlosigkeit und der spätere Alkoholentzug (der hier im Buch wohl etwas zu einfach vonstattengeht) sind Themen, die sicherlich Anregung für Diskussionen bieten.

Besonders die Thematik der Genforschung scheint sehr gut recherchiert und wird im Roman sehr detailliert beschrieben. Auch dies verdient meiner Ansicht nach Erwähnung.

Der Autor selbst hält sich mit einer Wertung eher zurück, auch wenn der Ausgang der Handlung wohl vermuten lässt, wie er selbst zu diesen Themen steht.

Für mich war dieser Roman ein wahres Lesevergnügen und ich kann ihn demzufolge nur wärmstens empfehlen.

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Véro
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Leichte Kost für zwischendurch

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Zum Inhalt:

Der 33-jährige Christoph hat bei Frauen wenig Erfolg, obwohl er ein guter Zuhörer ist, nicht raucht und sowohl kinderlieb als auch treu ist. Aber dies ändert nichts daran, dass seine Freundin Inga mit einem anderen anbandelt und Christoph das Nachsehen hat.
Auf der Hochzeit seines Freundes Hendrik findet dann Zwenn, der Dritte im Bunde, die Liebe seines Lebens und Christoph erkennt, dass sich in seinem Leben etwas ändern muss, wenn er seine Traumfrau finden will.

In dieser Situation klingelt Christophs Nachbarin Juli an seiner Tür und fragt, ob er den 11-jährigen Emil hüten kann, da sie im Krankenhaus operiert werden muss.

Emil erweist sich als Flirt-Experte, immerhin arbeitet sein Vater als Flirtcoach. Ob er Christoph dabei helfen kann, die hübsche Zahnärztin Pandora zu einem Date zu überzeugen … ?

Meine Meinung:

Bei diesem Buch handelt es sich um einen ganz unterhaltsamen Roman für zwischendurch, allerdings zeigt er auch leider einige Schwächen.

Zu Beginn hat mich der humorvolle Schreibtstil sehr überzeugt. Allerdings wirkte das Geschehen sehr schnell zu überspitzt: Christophs Freund Hendrik läuft mit einem Stillimitat umher, das unerzogene Kind in der Kita hat einen Doppelnamen und darf schon Kaffee trinken, Christophs Chefin raucht, ist dick und arbeitet kaum, … Anfangs musste ich über diese Begebenheiten noch schmunzeln doch recht schnell wurde es mir dann doch zu viel, und ich hatte das Gefühl, dass kein Klischee ausgelassen wurde.

Der Ausgang des Romans ist außerdem schon recht früh vorhersehbar, was ich ebenfalls etwas schade fand.

Dennoch konnte der Autor mit Wortwitz und sympathischen Protagonisten punkten; besonders der kleine Emil wächst einem schnell ans Herz und man fühlt richtig mit dem Jungen mit.

Fazit:

Das Buch eignet sich gut als kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch, allerdings darf man sich nicht zu viel Tiefgang erwarten.

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Véro

Auf nach Spanien!

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Zum Inhalt:

In Anjas Leben scheinen sich plötzlich alle gegen sie zu verschwören: Ihr Freund Andy betrügt sie mit einer anderen Frau, ihre Arbeitskolleginnen spinnen fiese Intrigen, ihr Chef befördert daraufhin eine dieser Intrigantinen und auch ihre Nachbarn und ihre Vermieterin machen ihr das Leben mit ihrem Geschnüffel nicht wirklich leicht.

Als dann Anjas Ex und gleichzeitig bester Freund Jan ihr eröffnet, dass er für ein Jahr nach Spanien fährt, hat Anja ihren Entschluss schnell gefasst: Sie wird mitfahren.

Ohne Jan davon in Kenntnis zu setzen, verteilt sie ihr Hab und Gut an ihre beiden besten Freundinnen, sucht einen Nachmieter und kündigt ihren Job. Anschließend stellt sie Jan vor vollendete Tatsachen und steigt mit ihm in seinen Campingbus.

Schnell ist klar, dass die beiden immer noch etwas füreinander empfinden und es dauert auch nicht lange, bis die beiden sich näher kommen. Dass das nicht ohne Schwierigkeiten abläuft, scheint klar: Anja und Jan haben ziemlich unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zeit in Spanien und weder Anjas Ex Andy, noch Jans (Noch-)Verlobte Marcella scheinen die Situation so annehmen zu wollen, wie sie sich ihnen darstellt.

Meine Meinung:

Ich habe mich von diesem Roman gut unterhalten gefühlt, allerdings hatte ich mir einen Road-Trip-Roman erwartet und diese Erwartungen wurden recht schnell enttäuscht, denn schon beim ersten Halt in Spanien endet der Roadtrip.

Dennoch liest sich dieser Roman sehr gut und die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet… auch wenn ich mir mehrmals während der Lektüre gewünscht hätte, Anjas bester Freundin Tine zur Seite zu stehen und Anja wachzurütteln. Ihr Aufbruch wirkte auf mich sehr unüberlegt, aber genau dieses naïve und sprunghafte Wesen der Protagonistin macht wohl den Kern der Geschichte aus.

Manche Elemente, wie beispielsweise das Auftauchen von Marcella und Andy waren sehr vorhersehbar und auch der Schluss hat mich nur zum Teil überraschen können. Es gab allerdings auch einige Wendungen in der Geschichte, die ich mir so nicht erwartet hätte, jedoch wirkten die zum Teil etwas konstruiert. Auch Jans Eifersuchtsszenen wirkten etwas übertrieben auf mich.

Fazit: Der Roman liest sich gut und ist sehr temporeich gestaltet. Ideal als Urlaubslektüre, jedoch sollte man sich keinen Road-Trip erwarten, da das Buch diesem Prädikat sicher nicht gerecht wird.

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Véro

Von Termiten, Stinktieren und hilfsbereiten Polizisten

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Zum Inhalt:

Als Jörg Dreieich im Auftrag des Unternehmens, bei dem er angestellt ist, für wenigstens drei Jahre nach Dallas ziehen soll, reagieren viele Freunde der Familie mit Unverständnis und Kopfschütteln.

Für Jörg und Kathrin steht jedoch schnell fest, dass sie diesen lang gehegten Traum verwirklichen wollen. Und so reist Kathrin ihrem Ehemann, der sich in Texas um ein Haus, die Anschaffung zweier Wagen, … kümmert, schon kurze Zeit später mit den drei Kindern hinterher.

Doch aller Anfang ist schwer: Jörgs Job spannt ihn sehr ein und der Druck, der auf ihm lastet, ist sehr groß. Derweil hat Kathrin mit ganz anderen Sorgen zu kämpfen: Es müssen Termiten bekämpft, eine geeignete Schule für die beiden Jungs und ein Kindergarten für die kleine Leah gefunden werden, Krankheiten überstanden und ein Stinktier aus der heimischen Garage vertrieben werden. Zudem gilt es, einige behördliche Hindernisse zu überwinden: Kathrin braucht einen internationalen Führerschein und auch die Impfpässe der Kinder müssen erst übersetzt werden. Kathrin muss sich im Supermarkt zurecht finden, was nicht nur wegen der Größe der Shoppingmalls eine Herausforderung ist, sondern auch wegen der Vielfalt an Produkten, die zur Auswahl stehen und von denen Kathrin dennoch kaum eines kennt.

Zum Glück findet Kathrin recht schnell Anschluss: sie knüpft Kontakte mit ihrer Nachbarin und einigen Müttern an der Schule ihrer Kinder. Und auch der Polizist John Hastings zeigt sich sehr hilfsbereit. Allerdings scheint er auch noch andere Absichten zu haben und die Ehe der Dreieichs wird auf eine harte Probe gestellt.

Meine Meinung:

Inke Hamkens legt uns mit diesem Expat-Roman eine humorvolle Schilderung einer Auswanderung vor, in die sie teilweise eigene Erfahrungen einfließen lässt.

Als Leser erwischt man sich oft dabei, dass man über das eine oder andere Klischee schmunzeln muss, das sich zu bewahrheiten scheint. Allerdings gibt es auch Moment, in denen man ins Staunen gerät, weil man sich manches doch ganz anderes vorgestellt oder nicht in der Form erwartet hätte.

Die Anekdoten sind in kurze Kapitel verpackt, was den Lesefluss garantiert. Auch der flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass sich das Buch sehr gut lesen lässt.

Obwohl sich die Erlebnisse Schlag auf Schlag folgen wirkt die Story nicht konstruiert sondern sehr authentisch. Die Gefühle der Protagonisten sind gut nachvollziehbar: sowohl Jörgs Leistungsdruck auf der Arbeit als auch Kathrins teilweise Einsamkeit und ihre Sehnsüchte werden sehr glaubhaft geschildert.

Am Schluss nahm die Beziehung der beiden mitsamt ihrer Probleme mir etwas zu viel Raum ein; die Anekdoten rund um die Auswanderung gerieten ein bisschen in den Hintergrund und das Happy End kam mir dann doch etwas zu plötzlich.

Dennoch war die Lektüre dieses Erstlings sehr angenehm und vermittelt vielleicht besser als manche Auswandererdoku im Fernsehen, wie es Menschen ergehen kann, die ihrer Heimat den Rücken kehren um ihr Glück anderswo zu suchen.

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Véro

„Man stirbt allein.“

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NurEinBuchIButtonVERLAGSSEITEZum Inhalt:

Fredrik Welin, ein ehemaliger Arzt, lebt auf einer einsamen Insel in den schwedischen Schären, seit er nach einem Kunstfehler seine Arbeit als Chirurg aufgegeben hat.
Nun erwacht er eines Nachts und muss mit Schrecken feststellen, dass sein Haus in Flammen steht. Fast sein ganzes Hab und Gut verbrennt… ihm bleibt lediglich der Bootsschuppen und der Wohnwagen seiner Tochter, die Kleider, die er beim nächtlichen Brand getragen hat, zwei linke Gummistiefel, sein Boot und sein Auto. Außerdem steht schnell der Vorwurf im Raum, dass Welin selbst der Brandstifter sein könnte …

Meine Meinung:

Ich bin mit sehr hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, allerdings wurden diese leider nicht wirklich erfüllt.

Der Brand von Welins Haus wird recht schnell zur Nebensache, und auch als weitere Häuser brennen, nehmen die Ermittlungen keinen wirklich zentralen Raum in diesem Roman ein.

Vielmehr handelt es sich um ein Buch, in dem der Autor (Mankell), wohl selbst Abschied vom Leben nimmt und sich mit Alter, Einsamkeit und Tod auseinandersetzt.

„Plötzlich fragte ich mich, wie ich den Schmerz und die Trauer ertragen sollte, die mich erfasst hatten. Ich war zu alt, um neu anzufangen. Die Zukunft war stumm. Ein Ausweg war weder zu hören noch zu sehen.“ (S.38)

„Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, denen ich begegnete, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich. Das war mir nie so bewusst geworden wie jetzt. Ich befand mich am Rand der Gesellschaft. Ich gehörte zu der Gruppe, die auf dem Weg aus dem Leben heraus war. Hier wurde ich durch jeden Menschen, der mit raschen Schritten zu einem unbekannten ZIel an mir vorbeieilte, daran erinnert.“ (S.253)

„Man stirbt allein. Wenn man geboren wird, hat man zumindestens Gesellschaft.“ (S.355)

Der Schreibstil ist ganz toll und Mankell gelingt es sicherlich, seine Leser zum Nachdenken anzuregen. Auch merkt man, dass er viel von seinen eigenen Überlegungen und Erlebnissen in diesem Roman verarbeitet. Dennoch plätscherte mir die Geschichte zu sehr dahin…

Der Protagonist des Buches ist ein mürrischer alter Kauz, der kaum soziale Kontakte unterhält und mit der modernen Welt hadert. So spielt es für ihn eine große Rolle, dass seine Gummistiefel ein schwedisches Produkt sind und die Tatsache, dass seine neuen Hemden aus China kommen, ist ihm ein Dorn im Auge. Der Postbote Jansson ist der einzige Mensch, zu dem er regelmäßig Kontakt hat und selbst zu seiner Tochter kann er keine wirkliche Beziehung aufbauen.

„Was genau machte uns beide so untauglich für die gewöhnlichen Gespräche ganz gewöhnlicher Menschen?“
(S.177)

„Da ich den Gedanken nicht ertrug, wir würden uns wieder anschweigen, sagte ich nichts dazu. Sie fragte, ob es regnete oder schneite. Das Gespräch übers Wetter ist das Einzige, was schließlich bleibt. Es beruhigte uns beide. Keine Ausrufe, keine stummen, feindlichen Signale.“ (S.368)

Die anfängliche Schwermut nimmt im Verlauf der Erzählung etwas ab. Welin verliebt sich in die weitaus jüngere Journalistin Lisa Modin und erfährt, dass seine Tochter Louise ein Kind erwartet. Als Louise dann in Paris wegen Diebstahls festgenommen wird, beschließt Welin endlich, etwas zu unternehmen und reist nach Paris, um seiner Tochter beizustehen.

Dieser Punkt war für mich eine Art Wendepunkt in diesem Roman, da fortan mehr Handlung in der Geschichte war.

Mit Sicherheit spielt die Erwartungshaltung bei diesem Buch eine sehr große Rolle. Wer hier einen spannenden Krimi erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Wer sich hingegen auf diese ruhige Erzählung einlassen kann, wird seinen Gefallen an dem Roman finden.

Dennoch bleiben mir bei diesem Buch, ein recht unsympathischer Protagonist und eine gewisse Langatmigkeit in Erinnerung, so dass es von mir – trotz ganz tollem Schreibstil – nur für 3 Papierblumen gereicht hat.

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Véro

Bumm-bumm, bumm-bumm, …

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Ben Chambers hat eigentlich alles, was er braucht um zufrieden zu sein: eine Frau, ein Haus und genügend Geld, um einigermaßen sorgenfrei leben zu können.

Seine Frau Amy ist eine erfolgreiche Anwältin; Ben hingegen hat sein Studium abgebrochen und nie seinen Traum, Tierarzt zu werden, verwirklicht.

Eines Tages sitzt ein kleiner Roboter im Garten der Chambers. Tang, so heißt der  Roboter, scheint schon ziemlich alt zu sein und ist mit Öl beschmiert. Mit den Androiden, die es in fast jedem Haushalt gibt, kann er nicht konkurrieren.

Ben versucht in Erfahrung zu bringen, wo der kleine Kerl herkommt und weshalb er in ihrem Garten sitzt, doch so richtig will Tang nichts preisgeben. Dennoch folgt er Ben nun auf Schritt und Tritt und versucht Freundschaft mit ihm zu schließen.

Dann verlässt Amy Ben und Ben entdeckt zufällig, dass Tang Flüssigkeit verliert. Er trifft eine  Entscheidung: Tang muss repariert werden und Ben setzt, entgegen aller Erfahrungen, alles daran, dem kleinen Kerl zu helfen … auch wenn er dafür um die halbe Welt reisen muss.

Meine Meinung:

Deborah Installs Debüt ist herzerwärmend. Der kleine Roboter Tang hilft Ben dabei, sein Leben endlich in den Griff zu bekommen und dies geschieht ganz nebenbei auf einer Reise, die die beiden eigentlich machen, um Ersatzteile für Tang zu besorgen.

Ben, der bisher eigentlich nur in den Tag hineingelebt hat, sein Leben mit dem Erbe seiner Eltern finanziert und keinerlei Motivation zeigt, etwas an dieser Lebensweise zu ändern, übernimmt plötzlich Verantwortung für ein anderes Wesen.

„Er ist fast wie ein Kind, und Sie scheinen mir der perfekte Vater zu werden.“ (S.202)

Tang, der anfangs nur wenige Wörter spricht, entdeckt mit Ben die Welt, lernt sprechen und Zusammenhänge zu verstehen. Schlussendlich ist es der kleine Roboter, der Ben zeigt, worauf es im Leben wirklich aufkommt und der es schafft, dass Ben sich endlich aufrappelt.

„Er hatte nicht gemerkt, dass er mir verzieh, weil niemand es ihm beigebracht hatte, was Verzeihung war. Doch von all den komplexen menschlichen Gefühlen, für die er sich hätte entscheiden können, schien er ausgerechnet die Liebe zu verstehen.“ (S.201)

Die kindliche Logik des kleinen Roboter verblüfft den Leser immer wieder und mehr als einmal erkennt man, wie viel man doch eigentlich von Kindern lernen kann, wenn man sich darauf einlässt.

Auch die Tatsache, dass Tang im Laufe der Geschichte immer wieder kritisch und skeptisch beäugt wird, weil er „nur“ ein Roboter ist, der zudem scheinbar in Eile zusammengesetzt wurde, gibt dem Leser zu denken. Fast alle Personen, denen Ben und Tang auf ihrer Reise begegnen, setzen auf die hochmodernen Androiden die wohl einige Aufgaben erledigen können aber keinerlei Emotionen vermitteln. Tang wird von der Autorin hingegen ganz anders gezeichnet. Wohl merkt man stets, dass es sich um einen Roboter handelt, aber dennoch zeigt er sehr viele menschliche Züge und oft hat man als Leser das Gefühl, dass Ben väterliche Gefühle für dieses kleine Wesen hegt, das einem Kind in seinem Verhalten sehr ähnelt.

Der Schluss der Geschichte mag etwas vorhersehbar und vielleicht sogar etwas kitschig sein, aber dies tut dem Lesevergnügen nicht den geringsten Abbruch.

„Der Roboter, der Herzen hören konnte“ ist ein wunderschönes Buch mit unglaublich sympathischen Protagonisten. Als Leser muss man oft schmunzeln und manchmal läuft man sogar selbst Gefahr, etwas „undicht“ zu sein. 😉

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Véro

Liebe geht durch den Magen… Mord manchmal auch!

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Zum Inhalt:

„In „Rosenliebe und gefährliches Risotto“ geht es um Dornröschens Schwester auf Selbstfindungstrip, Hochzeitstage mit Apfelrosengeschmack, wieder gefundene Jugendlieben und schicksalshafte Friedhofs-Begegnungen. Die Autorinnen Paula Carlsson, Sigrun Dahmer, Anke Gasch, Ina Glückauf, Pascale Graff, Thea Haanen, Nadin Hardwiger, Katrin Jacob, Susanne Keil, Britta Meyer und Bettina Wagner schildern die Glückssuche im Alltag und in den Alpen. Zwölf Geschichten, zauberhaft garniert von romantischen Risotto-Rezepten, Rosen-Trüffeln und Veilchenmuffins – mit einem Schuss Kornblumenlikör und einer Prise ‚So isses’. Lesen Sie los und kochen Sie sich glücklich!“

Meine Meinung:

Das Buch enthält 12 Kurzgeschichten, die sich allesamt sehr gut lesen lassen. Ich hätte mir wesentlich mehr Kurz-Krimis erwartet, doch diese Gattung kommt in dem Buch meiner Ansicht nach etwas zu kurz. Zumindest bin ich bei diesem TItel von deutlich mehr „Mord und Totschlag“ ausgegangen.

Mir haben dennoch auch die Liebesgeschichten fast alle  ganz gut gefallen, auch wenn die eine oder andere etwas vorhersehbar war und mir der Überraschungseffekt ein wenig fehlte.

Die Rezepte sind meist granz treffend ausgewählt und passen gut zu den Geschichten. In manchen Geschichten spielt das entsprechende Rezept sogar eine Rolle.

Ein klein wenig stört mich bei den Rezepten die Auswahl der Zutaten, weil hier oft Zutaten verarbeitet werden, die man nicht ständig zu Hause hat und von denen ich auch auf Anhieb nicht wüsste, wo ich sie herbekommen könnte. Ein Rezept habe ich jedoch inzwischen ausprobiert: den „Apfelrosen-Kuchen mit Heidelbeeren“.

Das Grundrezept für den Kuchen ist sehr einfach und gelingt leicht, allerdings war es eine richtige Geduldsprobe die Apfelrosen zu formen. Hier hat mir eine klarere (vielleicht sogar bebilderte) Anleitung gefehlt.

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Dennoch: das Resultat schmeckt ganz überzeugend und ich werde bestimmt bei Gelegenheit auch weitere Rezepte, wie zum Beispiel die Kartoffelsuppe mit Petersilienpesto oder das Lachsrisotto ausprobieren.

Fazit:

Die Kurzgeschichten eignen sich gut zur Lektüre für zwischendurch. Einzelne sind etwas ausbaufähig und man sollte sich vomTitel nicht in die Irre führen lassen und zu viel Krimi erwarten. Ich vergebe 3 Papierblumen.

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Véro

„döden, döden, döden!“

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Zum Inhalt:

Im Altenheim Abendhain geschehen ungewöhnliche Dinge. Erst stirbt ein junger Koch, dann wird ein Sozialarbeiter entlassen, es ist von Vergewaltigungen die Rede und die Krankenakten und Abrechnungen scheinen manipuliert zu werden. Als dann auch noch „unliebsame“ Bewohner des Altenheims scheinbar „dement gemacht“ werden, steht für die rüstigen Freundinnen Siiri, Irma und Anna-Liisa fest, dass sie etwas unternehmen müssen und ihre Tage nicht nur mehr mit Kartenspielen und Rotwein verbringen können. Offensichtlich hat Oberschwester Virpi ihre Finger bei den zwielichtigen Vorfällen im Spiel und den drei Damen steht ein gewaltiges Abenteuer bevor, bei dem sie sich zuweilen selbst in Gefahr bringen.

Meine Meinung:

Dieses Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen. Ich hatte mir eine lustige Krimikomödie erwartet, doch der mysteriöse Tod des Kochs ist eigentlich zu keinem Zeitpunkt wirklich Hauptthema der Geschichte.

Schon zu Beginn hatte ich etwas Mühe in das Buch hineinzufinden. Dies hat wohl zum Teil an den vielen Charakteren und ihren finnischen Namen gelegen, bei denen ich nur schwer den Überblick behielt. Allerdings hat mir auch die Handlung Probleme bereitet, da recht schnell viele mysteriöse Vorkommnisse erwähnt werden, aber der vermeintliche Mordfall kaum zur Sprache gebracht wird.

Bis zuletzt wird nicht richtig aufgeklärt, was nun wirklich mit dem Koch Tero passiert ist. Es werden Vermutungen aufgestellt, die jedoch nie wirklich bestätigt werden. Die Polizei scheint kein wirkliches Interesse an dem Vorfall zu haben und auch als später weitere kriminelle Vorfälle passieren, wird nicht wirklich ermittelt. Stattdessen werden die Bewohner des Heimes damit vertröstet, dass solche Untersuchungen langwierig sind und sie selbst deren Ausgang wohl nicht mehr erleben werden.

Im Verlauf des Romans tauchen immer weitere Charaktere auf, von denen aber auch einige mir nach beendeter Lektüre immer noch ein Rätsel sind.

Interessant war die Darstellung des Alltags im Altenheim sowie in manch anderer Betreuungsstruktur. Diese Beschreibungen haben mich zum Teil sehr nachdenklich gestimmt und man kann nur hoffen, dass die Bewohner in diesen Strukturen in Wirklichkeit besser behandelt werden. Hier werden Einwohner, die die Arbeit des Pflegepersonals anzweifeln, mit zahlreichen kleinen bunten Pillen gefügig oder gar dement gemacht, um sie so „aus dem Weg zu räumen.“ Andere Patienten müssen mit vollen Windeln sitzen bleiben, weil halt nur dreimal täglich Windeln gewechselt werden. Dies zu lesen schockiert. Auch die Tatsache, dass manches Familienmitglied den Verantwortlichen der Altenheime lieber freie Hand bei der Auswahl der Behandlungsmöglichkeiten lässt, statt sich selbst vor Ort vom Wohlbefinden seiner Verwandten zu überzeugen, hinlässt einen bitteren Nachgeschmack und erinnert einen selbst daran, dass man seine älteren Verwandten eigentlich viel öfter besuchen müsste.

Die Gespräche zwischen den drei Hauptprotagonistinen sind zuweilen sehr witzig zu lesen. Wohl dreht sich dabei viel um  das Thema Tod, immerhin sind die drei Damen allesamt Mitte Neunzig und ihre Mitbewohner, Klassenkameraden, … sterben nacheinander, so dass die Freundinnen viel Zeit auf Beerdigungen verbringen. Doch Irma, Siiri und Anna-Liisa schaffen es, dies mit Humor zu nehmen. Ihre Gespräche leiten sie deshalb immer wieder mit „döden, döden, döden“ ein. Die Autorin sorgt hier zusätzlich für Situationskomik, indem sie eine der Damen einen Tisch für ein Klassentreffen reservieren lässt, was sich als recht schwierig erweist, wenn man nicht weiß, wie viele ehemalige Mitschüler am besagten Tag noch leben werden. Auch die Szene, in der die drei Rentnerinnen irrtümlicherweise auf einer falschen Beerdigung landen, war recht lustig.

Dennoch war die Geschichte meiner Ansicht nach zuweilen recht langatmig und konnte mich nie ganz in ihren Bann ziehen. Aus dem Grund gibt es von mir nur 3 Papierblumen.

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Véro

Manchmal muss man einfach „ausbrechen“!

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Zum Inhalt:

Robert Koch hat mit seinen 32 Jahren eigentlich alles, was er sich wünscht… das denkt er zumindest. Er ist erfolgreich in seinem Job, wohnt mit seiner hübschen Freundin Jasmin in einer stilvoll eingerichteten Wohnung, hat einen schicken Porsche in der Garage stehen und ganz nebenbei ist Jasmin die Tochter seines Chefs und wird wohl irgendwann die Firma leiten.
Doch je mehr Rob darüber nachdenkt, desto unwohler fühlt er sich in seinem Leben. Die Shoppingtouren mit Jasmin, deren Mutter und ihrem Berater in Sachen Modefragen, die Opernbesuche und die Pferderennen, … das alles ist nicht wirklich seine Welt. Auch Jasmins Freunde öden ihn regelrecht an. Für seine eigenen Freunde hat er jedoch kaum noch Zeit und ihm wird klar, wie sehr er die lustigen Abende mit Holger und Leo vermisst. Also beschließt er, sich mit den beiden zu treffen … mit weitgreifenden Folgen. Resultat dieses Treffens sind der Auftritt in einer Castingsshow und eine abgesägte Ampel. Mit den Folgen dieser Aktion haben die drei Freunde allerdings nicht gerechnet und während das Ausmaß immer größer wird, ändert sich Robs Leben in so mancher Hinsicht.

Meine Meinung:

René Kortes Debüt gefällt mir recht gut. Die Geschichte liest sich gut und vereint alle Elemente, die ein gelungener Roman braucht: sympathische Protagonisten, mit denen man sich identifizieren kann, ein toller Schreibstil und die nötige Prise Humor, kurze Kapitel, die dem Lesefluss sehr zuträglich sind und sogar die „obligate“ Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz.

Mir haben es besonders der Schreibstil und der Protagonist angetan. René Korte spickt seinen Roman mit witzigen Anspielungen und Wortspielereien: das Einrichtungskaufhaus „Schikea“, die Zeitung „Wild“, „Frau Swantje“ in ihren Holzpantoffeln und die Casting-Show „Eure Stimme – Euer Lied“, kurz „E.S.E.L.“ sind nur einige Beispiele dafür.

Der Protagonist Rob gefällt mir hingegen besonders, weil er sichtlich unzufrieden mit seinem Leben in der Schickeria ist und dies durch kleine Ausbrüche (er zieht beispielsweise jeden Morgen zwei ganz unterschiedliche Socken an) immer wieder verdeutlicht wird. Besonders sein Auftritt auf dem roten Teppich beim Opernbesuch war grandios, allerdings möchte ich da nicht zu viel verraten.

Weiter gefällt mir auch die Tatsache, dass dem Improviationstheater im Buch eine nicht unwesentliche Rolle zukommt, da diese Form des Theaters wohl im Kommen ist, aber dennoch nicht so weit verbreitet ist.

Auch ist das Buch eine Hymne an die Freundschaft und dem Leser wird vermittelt, dass man auf wahre Freunde eigentlich immer zählen kann, egal was man verbockt hat.

„Eine Clique war gut. Bis man vierzehn war. Dann hatte man entweder Freunde oder nicht.“ (S.27)

Der Schluss war für meinen Geschmack etwas zu wenig ausgebaut, allerdings bietet dies dem Autor auch wiederum die Möglichkeit, hier anzuknüpfen für einen eventuellen Folgeband.

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Véro

Eis, Lyrik, Familientradition

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Zum Inhalt:

Das Buch erzählt die Geschichte der Familie Talamini, einer  Familie aus dem Norden Italiens, die sich ganz der Kunst des Eismachens verschrieben hat.
Jedes Jahr im Frühling zieht die Familie nach Rotterdam, wo sie eine kleine Eisdiele betreibt. Die Tradition der Familie verlangt es, dass die Söhne in die Fußstapfen des Vaters treten. Allerdings hat der älteste Sohn Giovanni andere Pläne: er möchte Anglistik studieren und sein Leben der Lyrik widmen. Für diese Pläne hat jedoch in seiner Familie niemand Verständnis, weder der Vater, der der Lyrik überhaupt nichts abgewinnen kann, noch der jüngere Sohn Luca, der das schwere Erbe seines Vaters nun alleine antreten muss. Zwischen beiden Brüdern tut sich eine Kluft auf, die auch nicht kleiner wird, als Luca, der die Jugendliebe der beiden Brüder – die schöne Sophia – geheiratet hat, seinen Bruder Giovanni um einen großen Gefallen bittet.

Meine Meinung:

Mich konnte dieses Buch nicht so recht überzeugen. Zwar erhält der Leser intressante Einblicke in die Kunst des Eismachens und in die Welt der Lyrik und der Poesie, jedoch wollte sich bei mir kein rechter Lesefluss einstellen. Die Geschichte beinhalten viele Zeitsprünge, die nicht immer gleich nachzuvollziehen sind und dem Leser sehr viel Konzentration abverlangen. Auch werden zuweilen Nichtigkeiten sehr ausführlich beschrieben; viel ausführlicher als es von Nöten wäre.

Positiv aufgefallen ist mir die poetische Sprache des Autors. Besonders in den Passagen, die der Herstellung der verschiedenen Eissorten gewidmet sind, hat mich die Wortwahl und die Schreibweise des Autors sehr überzeugt. Hingegen konnte ich den Liebesszenen, die auch teilweise im Buch recht ausführlich beschrieben werden, gar nichts abgewinnen.

Was die Protagonisten angeht, so hat mich besonders die Figur des Vaters, Giuseppe Talamini, sehr beeindruckt. Ernest van Kwast gelingt es auf sehr überzeugende Art, den inneren Kampf dieses von der Arbeit gezeichneten Mannes zu beschreiben.

‚Als alter, verbitterter Mann, gestrandet in Venas di Cadore, sollte mein Vater bekennen: „Zuerst habe ich das Eis gehasst, aber dann fing ich an, auch die Menschen zu hassen, die es bestellten.“ ‚ (S.179)

Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, dass es bis auf Seite 230 dauert, bis Luca mit seiner ungewöhnlichen Bitte an Giovanni herantritt. Dieser Episode, wie auch den Konsequenzen, hätte der Autor meines Erachtens mehr Raum schenken können, da es doch ein recht kruzialer Moment in der Familiengeschichte ist, der so viel wichtiger ist als jedes einzelne Literaturfestival und den man nicht einfach so abhandeln kann. Natürlich spielt auch Giovannis innere Zerrissenheit und sein Bruch mit der Familientradition eine große Rolle (die auch sehr gut beschrieben wird), aber mir fehlte dann dennoch eine tiefere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der besagten Bitte von Luca.

Auch der Schluss hat mir nicht so recht gefallen, da hier wieder zwei Zeitebenen vermischt werden, die wohl zeigen sollen, dass die Familiengeschichte sich wiederholt. Allerdings hatte ich anfangs ein bisschen Schwierigkeiten damit und ich hätte mir hier auch einen „runderen“ Schluss gewünscht.

Von mir gibt es aus diesem Grund nur 3 Papierblumen, da das Buch deutlich hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist.

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Véro

Wenn das Tanzen Träume wahr werden lässt…

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Zum Inhalt:

Gabor Schöning, ein erfolgreicher Unternehmensberater, hat sein Leben im Griff… zumindest bis zu dem Tag, an dem er die Direktorin einer Sonderschule mit dem Auto anfährt. Die Umstände des Unfalls dürfen unter keinen Umständen ans Licht kommen, und so lässt Gabor sich auf den Vorschlag des Unfallopfers ein: er soll als Wiedergutmachung fünf Sonderschülern Tango beibringen.

Schnell wird klar, dass diese fünf Kids sein Leben gründlich auf den Kopf stellen werden und sie ihm sehr ans Herz wachsen – viel mehr, als er eigentlich zulassen wollte.

Meine Meinung:

Gabor Schöning ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, den so schnell nichts aus der Bahn wirft. Er hat sein Leben im Griff, kontrolliert seine Konkurrenten ebenso wie seine Gefühle.

„Früher hatte er sein Leben selbst berechnet, Hoffnung hatte darin keinen Platz gehabt. allerdings auch kein einiziges andere Gefühl, ganz gleich ob positiv oder negativ.“  (Pos. 4504)

Doch dann hat der Womanizer einen Autounfall mit Folgen: er fährt eine Radfahrerin um, die sich später als Kathrin Beding, Direktorin einer Sonderschule, herausstellt. Gabor, der mit der Frau seines Chefs unterwegs war, möchte die Umstände des Unfalls unbedingt vertuschen und eine Anklage verhindern. Anfangs scheint dies eine seiner leichtesten Übungen zu werden, doch dann zeigt sich schnell, dass Kathrin ihn durchschaut hat und ihn nicht so einfach davonkommen lassen wird. Gabor muss fortan fünf Schülern Tanzunterricht geben… und dies erweist sich als weitaus schwieriger, als am Wochenende eine Frau in der Milonga-Bar dank seiner Tanzkünste abzuschleppen.

Andreas Izquierdo zeichnet in diesem Buch sehr authentische Charaktere, die man samt ihrer Schwächen und Stärken einfach mögen muss. Der erfolgsverwöhnte Protagonist wird dem Leser schnell sympathisch, obwohl er sich oft in seinem Leben durchmogelt und bestimmt kein sehr rücksichtsvoller Mensch ist. Dennoch fühlt man mit ihm mit, wenn er wieder einmal von der esoterisch angehauchten Schuldirektorin vor die Wahl gestellt wird, ihre Forderungen anzunehmen oder seinen Job zu riskieren. Aus dem egoistischen Gabor wird im Laufe des Romans ein einfühlsamer Mensch, der sich für die Schicksale seiner Schüler interessiert und sich für sie einsetzt – allen Hindernissen zum Trotz. Und dies ist gar nicht so einfach, schließlich soll niemand etwas von dieser Verpflichtung erfahren, da seine Konkurrenten im Job das schamlos ausnutzen würden.

Auch Kathrin Beding muss man als Leser einfach lieben. Wird sie zu Beginn noch (wenn auch vielleicht etwas überzogen) als eine ältere Frau mit Hang zur Esoterik und Unwissenheit in technischen Dingen dargestellt, so offenbart sich sehr schnell, dass sie mit allen Wassern gewaschen ist und genau weiß, was sie tut. Sie hat Gabor wirkliches Wesen erkannt und hilft ihm dabei, sich selbst zu erkennen und zu finden. Dies geschieht oft auf eine sehr subtile Art und Weise und jedes Mal, wenn Gabor meint, sich aus den Fängen der Direktorin wenden zu können, wird er eines besseren belehrt.

„Gott hatte grinsend den Fernseher lauter gestellt und stopfte sich genüssich Kräcker in den Mund.“ (Pos. 1920)

Die fünf Schüler stellt Izquierdo dem Leser vor, indem er jeweils einen typischen Tag in ihrem Leben schildert. Die Kinder sind vom Schicksal teilweise arg gebeutelt und obwohl sie mit ganz unterschiedlichen Problemen (Essstörung, Missbrauch, … ) zu kämpfen haben, haben sie doch auch gemeinsam Angst davor, enttäuscht und zurückgewiesen zu werden. Gabor schafft es, aus dieser kleinen Gruppe eine eingeschworene Gemeinschaft zu machen, die allen zeigt, was wirklich in ihnen steckt.

„Sie haben selbst gesehen, dass so ein Unterricht nicht immer ganz leicht ist. Und ich könnte Ihnen natürlich auch sagen, was Sie alles falsch gemacht haben, aber Fehler sind nicht schlimm, nur eines ist schlimm: wenn Sie diese Kinder im Stich lassen. Denn dann werden sie glaubem, dass sie zu dumm sind, um wichtig zu sein. Und das sind sie nicht!“ (Pos. 791)

Der Schluss dieses Buches hat mich sehr mitgenommen und dennoch schafft Andreas Izquierdo es meiner Ansicht nach, dem Leser etwas Positives mit auf den Weg zu geben.

Mich hat das Buch teilweise an „Der Club der toten Dichter“ oder „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ erinnert, auch wenn der Lehrer kein hoffnungslos optimistischer Pädagoge ist, sondern eher das Gegenteil der Fall ist. Das Buch zeigt dennoch, dass man ganz viel erreichen kann, wenn man nur daran glaubt und dass es sich oftmals auszahlt, sich auf sein Gegenüber einzulassen statt nur an die Karriere und den möglichen Gewinn zu denken.

Von mir gibt es für dieses Buch fünf Papierblumen!

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Véro

Road Novel im „Retrolook“

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Zum Inhalt:
Die 16-jährige Malina ist während der Sommerferien 1997 alleine zu Hause und findet im Papierkorb eine VHS-Kasse, auf der sie ihren vermeintlich ertrunkenen Opa Alois Dudek wiederzuerkennen glaubt. Dieser lebt als Losbudenverkäufer und Minigolfanlagenbetreiber im Nachbarort Castrop-Rauxel.

Malina beschließt kurzerhand, ihren Opa aufzusuchen… doch Aldi, wie er sich selbst nennt, ist ganz anders, als sie es sich erwartet hat. Der Überlebenskünstler erzählt die skurrilsten Geschichten und hat sich zudem wohl mit den falschen Leuten angelegt.

Als ein paar Schuldentreiber ihm mächtig zusetzen, hauen Aldi und Malina ab. Sie wollen in Aldis Heimat Polen, um dort einen versteckten Schatz zu finden, der Opa Aldis Probleme lösen sollen.

Doch auch diese Reise birgt so manche Überraschung und Malina erfährt nach und nach, warum ihre Mutter ihr kaum etwas über ihre Herkunft erzählt hat und alles dransetzt, um als „richtige“ Deutsche akzeptiert zu werden.

Meine Meinung:

Der Autorin ist mit diesem Buch ein Werk gelungen, das sowohl humorvoll ist, als auch nachdenklich stimmt. Die Protagonisten Malina und Aldi waren mir beide gleich ziemlich sympathisch, obwohl Aldi einiges auf dem Kerbholz hat und sich immer wieder mit unlauteren Methoden durchs Leben kämpft. Nach und nach wird jedoch klar, warum dem so ist und was er alles in seinem Leben durchgemacht hat auf der Suche nach seinem großen Traum. Auch seine – wie man zunächst denkt – haarsträubenden Geschichten mach plötzlich Sinn und enthalten viel Wahrheit. Doch auch Malina macht eine erstaunliche Entwicklung durch:

„Außerdem hast du mir beigebracht, ein junger Mensch zu sein. Ich habe immer nur Hindernisse gesehen. Du siehst überall Möglichkeiten.“ (S.217)

Alexandra Tobor hat einen herrlichen Schreibstil, der einen öfter zum Schmunzeln verleitet. Auch die zahlreichen Hinweise auf die 90er Jahre machen das Buch lesenswert. Besonders angetan hat es mir in dem Kontext der Blog der Autorin, in dem sie zusätzliche Erläuterungen zu den im Buch erwähnten typischen Gegenständen, Serien, Liedern … der 90er gibt. Besonders Leser, die in den 90ern zwischen 10 und 20 Jahre alt waren, dürften hier so manches wiedererkennen und können in Nostalgie schwärmen. Da wird die Lektüre dann auf einmal auch zum „Detektivroman“ frei nach dem Motto „Wovon könnte sie bei diesem Kapitel im Blog berichten?“ Ich hatte jedenfalls meinen Spaß daran und werde, trotz beendeter Lektüre, auch die restlichen Blogeinträge beim betreuten Lesen gespannt verfolgen. (Ja, ich gestehe es… ich habe mir eine komplette Folge „Der Preis ist heiß“ angesehen… 😉 )

Die volle Sternenanzahl habe ich dennoch nicht vergeben, da das Buch im zweiten Drittel zwischendurch ein wenig an Fahrt verliert und zuweilen ein wenig langatmig war. Dies ändert sich jedoch zum Glück wieder schnell und die Reise von Malina und Aldi findet zu einem runden, schlüssigen Abschluss.

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Véro

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⚽️ Wenn „Mann“ mal wieder zu viel Fußball guckt…

… sollte „Frau“ sich einfach dieses Buch schnappen und selbst ein paar angenehme Stunden in der Welt des Fußballs verbringen.

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Zum Inhalt:

Sarah und Mavie sind bzw. waren beide Spielerfrauen. Mavie war mit Serge Leinemann, Fußball-Weltmeister von 1990, verheiratet, während Sarah die Freundin dessen Sohnes Karlo war. Karlo hat kürzlich ein Angebot vom FC Bayern München bekommen, und deshalb „seinen“ Verein Mönchengladbach verlassen, um nach München zu ziehen. Für Sarah ein sehr schwerer Schritt, den sie aber aus Liebe zu Karlo macht. Doch die Probleme lassen nicht auf sich warten …

Nun stehen Sarah und Mavie vor den Trümmern ihrer Beziehungen, da sie gegen andere Frauen ausgetauscht wurden. Und während Mavie sich in der Münchener Schickeria bestens zurechtfindet, hat Sarah damit ihre Schwierigkeiten.

Meine Meinung:

Mir hat dieses Debüt sehr gut gefallen und ich habe es auch dementsprechend schnell durchgelesen.

Die Einblicke in die Welt des „FC Hollywood“ sind sehr glaubwürdig geschildert; allerdings geht es wohl in so manch anderem Verein sehr ähnlich zu. Sarah fühlt sich in dieser Welt fehl am Platz; sie möchte nicht nur Spielerfrau sein und sich von Karlo abhängig machen. Vielmehr sucht sie nach einer eigenen Aufgabe und findet die schließlich in einem Imbiss.

„Dass sie ausgerechnet in einem Imbiss arbeitete, war kein Zufall, sondern exakt Ausdruck dessen, wonach sie sich sehnte. Nicht nach Hochglanz und Blitzlichtgewitter, sondern nach fettigen Schürzen und Würsten statt Kaviar und einem einfachen, normalen Leben, in dem sie auch ohne jede Retusche gut genug war, und es niemanden interessierte, ob Marc Jacobs ihr Kleid entworfen hatte, oder die Leute von S. Oliver.“ (Pos 1659)

Mavie hingegen ist viel selbstsicherer, doch auch sie kommt irgendwann nicht mehr damit zurecht, dass ihr Ehemann Serge sie ständig betrügt.

Während der Lektüre habe ich zuweilen gedacht, dass manches sehr vorhersehbar sei, aber ich wurde dennoch öfters durch unvorhergesehene Wendungen eines Besseren belehrt.

Die Parallelen zur Realität ließen mich oft schmunzeln und das Gehabe mancher Fußballspieler und ihrer Frauen ließ mich an den ein oder anderen Starfußballer denken, der zurzeit bei der EM auf Torjagd geht. Laut diesem Roman dient jenes arrogante Auftreten lediglich dem Selbstschutz. Ob das auch auf die Realität zutrifft?

Welche Entscheidungen Mavie und Sarah für ihre Zukunft treffen und in wiefern Mavies Spruch „Zurückkommen ist nicht das Gleiche wie Bleiben“ (Pos. 3320) auf die beiden zutrifft, das soll jeder selbst lesen.

Und ob der im Buch beschriebene Ausgang der Europameisterschaft in Frankreich wirklich eintreffen wird, das wird sich zeigen… eine Glaskugel scheint Meike Werkmeister jedenfalls nicht zu Rate gezogen zu haben, denn sowohl die holländische als auch die serbische Nationalmannschaft nehmen im Buch am Turnier teil.

Von mir gibt es für dieses Erstlingswerk 4 Papierblumen.

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Véro

⚽️ Die heutige Gewinnspielfrage lautet:

25. Juni:
Welches Land konnte bei der EM 2008 bei drei Spielen in Folge einen Treffer in der Schlussminute erzielen?
g) Frankreich
k) Türkei
s) Spanien

  • Wisst ihr die richtige Antwort? Super! Dann notiert euch den Lösungsbuchstaben auf einen Zettel!
  • Am Ende des Aktionszeitraums könnt ihr uns dann das vollständige Lösungswort per E-Mail zuschicken!
  • Wir freuen uns:-)

 

 

Ein wundervoller Drei-Generationen-Roman

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Zum Inhalt:

Lolly Lindsey lebt in der Kleinstadt Scoop am Lost Land Lake … alleine, da ihre Tochter Arden das Weite gesucht hat und ihr Leben in Chicago leben möchte.

Glücklich ist Arden jedoch nicht in Chicago. In ihrem Job in der Redaktion von „Paparazzi“hat sie mit einem wenig verständnisvollen Chef zu tun und die wirklich interessanten Arbeiten dürfen andere erledigen. Auch privat läuft längst nicht alles rund, da Arden geschieden ist und nicht das beste Verhältnis zu ihrem Ex-Mann hat, weshalb sie dann auch wiederum finanziell nicht ganz ohne Sorgen leben kann.

Auch Lauren, Ardens Tochter, ist nicht wirklich zufrieden mit ihrer Situation. Sie würde leidenschaftlich gerne Kunst studieren, weiß aber um die finanziellen Sorgen ihrer Mutter und studiert deshalb – um Arden nicht zur Last zu fallen – Betriebswirtschaft.

Doch dann bekommt Arden einen unerwarteten Anruf von Lollys Chefin und sowohl Arden als auch Lauren erhalten einen Brief mit einen Charmanhänger von Lolly. Beide sind besorgt und machen sich auf den Weg zu Lolly.

Für beide wird dies eine Reise in die Vergangenheit, auf der sie so manches über Lolly, ihre Familie und die Bedeutung von Liebe, Freundschaft und das Leben erfahren.

 

Meine Meinung:

Viola Shipman ist mit diesem Werk ein wundervolles Buch gelungen. Das Buch ist in 11 Teile unterteilt und in jedem Teil, ebenso wie im Prolog und im Epilog, steht ein Armbandanhänger und die damit verbundene Geschichte im Mittelpunkt. Lolly erzählt die Geschichte ihrer eigenen Großmutter und ihrer Mutter, welche beide Bettelarmbänder trugen und die Anhänger und die damit verbundenen Geschichten von Generation zu Generation weitergegeben haben.

In diesen Anhängern ist jeder Moment meines Lebens festgehalten… Und des euren auch. Keine von uns würde heute ohne sie hier sitzen. Sie erzählen die Geschichte davon, woher wir kommen, wie weit wir es gebracht haben und wohin wir noch zu gehen hoffen. Ich glaube immer nochm dass mein Leben wie diese Libelle ist, die ich dir geschenkt habe, als du ein kleines Mädchen warst: Trotz aller TRaurigkeit war es dennoch voller Glück. (S.81)

Mir gefällt diese Idee sehr gut. Ich habe mich mehrmals dabei erwischt, dass ich überlegt habe, wofür die einzelnen Anhänger stehen und welche Geschichte sie erzählen könnten. Auch mein eigenes Bettelarmband trage ich seither wieder öfter.

Die Protagonistinnen des Buches sind – jede auf ihre Art – sehr sympathisch. Lolly sprüht, trotz mehrerer Schicksalsschläge, vor Lebensfreude und vermittelt ihrer Tochter und ihrer Enkelin so manche Lebensweisheit.

Arden wirkt am Anfang sehr verbittert, aber dennoch konnte ich mich zeitweise am besten mit ihr identifizieren. Sie schafft es oft nicht, auf ihr Herz zu hören und handelt nur danach, was ihr vernünftig erscheint. Deshalb fällt es ihr auch schwer, sich auf Lollys Geschichten einzulassen und Spaß am Leben zu haben.

Lollys einfache Frage traf sie hart. „Ich hatte so viel Arbeit um die Ohren, dass ich meine Freunde aus den Augen verloren habe“, gestand sie traurig. „Ein Job kann dich nicht in den Arm nehmen.“ Lolly legte ihrer Tochter die Hand auf den Arm, um ihre Worte wirken zu lassen. (S.163)

Lauren weiß ziemlich genau was sie will; nur weiß sie nicht, wie sie ihrer Mutter das beibringen soll. Das Mädchen ähnelt seiner Großmutter in vielerlei Hinsicht und zwischen den beiden gibt es eine sehr innige Beziehung, während die Beziehung zu ihrer eigenen Mutter sich zuweilen schwierig gestaltet.

Lauren platzte der Kragen. (…) „Ich hab es satt, ständig alle Gefühle unter den Teppich zu kehren. Ich hab es satt, mir von dir mein Leben vorschreiben zu lassen.“ (S. 114)

Und dann wäre da noch Jake, der Altenpfleger. Auch er war mir von Anfang an sehr sympathisch. Er ist sowohl Lolly als auch Arden gegenüber sehr einfühlsam, und auch wenn es von Beginn an absehbar ist, dass sich zwischen ihm und Arden etwas entwickeln wird, freut man sich, die Annäherung der beiden zu verfolgen.

Im Laufe des Romans finden die drei Frauen wieder näher zusammen; Arden lernt das Leben zu genießen, Lauren traut sich, ihre Wünsche zu äußern und Lolly und Arden finden wieder zueinander.

Lolly seufzte. „Tut das, was euch glücklich macht. Es klingt so einfach, und dennoch ist es so schwer, weil nur so wenige von uns es tun. Wir leben aus Furcht. Wir leben für andere, für ihre Hoffnungen und Erwartungen. Wir tun das, was alle anderen glücklich macht.“ (S. 239)

Was Lolly ihrer Tochter hier mit auf den Weg gibt, sollten wir wohl alle beherzigen… mit Sicherheit wären wir alle ein wenig glücklicher.

Von mir gibt es für diesen wundervollen Roman 5 Papierblumen und eine absolute Leseempfehlung.

Véro

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passende Lektüre für den Sommerurlaub am Strand

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Zum Inhalt:

Nina arbeitet als Sekretärin in einer Kölner Werbeagentur und hat ein Verhältnis mit dem Junior-Chef Marc. Als dieser sie in die Buchhaltung, und damit in die Abstellkammer befördert und sie am Empfang durch die jüngere und schlankere Frau Santin ersetzt, trifft Nina kurzerhand den Entschluss zu kündigen.
Ihr kommt die Idee, sich für eine Abnehmshow zu bewerben und dabei mögliche Skandalen aufzudecken, über die sie dann in ihrem Blog „Curvy Couture“ berichten könnte. Sie wird auch auf Anhieb für die Show zurückbehalten und macht sich auf den Weg nach St. Peter-Ording. Dort soll sie nun zusammen mit der pfundigen und zielstrebigen Silke, dem Ex-Boygroup-Star Paul und dem Familienvater Erwin im Team antreten, um bei der Abnehmchallenge zu gewinnen. Doch das stellt sich als nicht so einfach heraus.

Meine Meinung:

Ich habe bei diesem Buch eine leichte Urlaubslektüre erwartet, die sich gut lesen lässt und wurde nicht enttäuscht.

Die Protagonisten sind zum Teil sehr unterschiedlich, aber sie sind allesamt sehr authentisch beschrieben und ich musste zwischendurch oft schmunzeln… wer kennt das nicht, dass er am Tag vor dem Diätbeginn noch einmal sündigen möchte? 😉

Inhaltlich hätte ich mir ein wenig mehr „Handlung“ gewünscht, was die Abnehmshow angeht… zuweilen kommen die Challenges ein bisschen zu kurz. Auch die sich anbahnende Beziehung zwischen Veit und Nina, die eigentlich gleich zu Beginn absehbar ist, hätte meiner Ansicht nach mehr Platz eingeräumt werden können.

Auch wenn es meiner Ansicht nach kleine Unstimmigkeiten in der Geschichte gibt: sie trüben das Lesevergnügen nur wenig, obwohl ich mich ab und zu gefragt habe, ob das Verhalten des Publikums oder der Showteilnehmer untereinander wirklich realistisch ist.

Ich durfte das Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und möchte deshalb darauf hinweisen, dass einige meiner Mitleser sich daran gestört haben, dass lokale Begebenheiten im Buch nicht so wiedergegeben werden, wie sie in der Realität sind. So wurden beispielsweise Hotels und Restaurants umbenannt, es werden Strecken beschrieben, die so nicht zurückgelegt werden können, … Eingefleischte St. Peter-Ording-Fans sollten sich dessen bewusst sein, damit dies ihrem Lesevergnügen keinen Abbruch tut.

Ich vergebe hier 4 Papierblumen und kann das Buch als Urlaubslektüre durchaus empfehlen!

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Véro